Michael Scholochow
Schiffsbewertung Michael Scholochow
1 von 1 User (100%) findet diese Bewertung hilfreich.
Alter: 36-40
Reisezeit: im September 11
Verreist als: Allein/Single
Kinder: keine
Dauer: 3 Wochen
Reiseart: Kreuzfahrt
Gebucht über: Reisebüro
Weiterempfehlung: Nein
Ø dieser Bewertung: 1.5
Wolga, Don, Flusskreuzfahrt Zarenball von Phönix
Schrift vergrößern A A Schrift verkleinern A AVon außen machte das Schiff auf den ersten Blick auf mich einen guten Eindruck. Ebend ein normales Flusskreuzfahrtschiff. Näher betrachtet, versprühte das Schiff jedoch eher den Charme einer Fähre. Mit 2 Bars die versetzt zueinander öffneten, 2 Restaurants die nur zu den Malzeiten begehbar waren und einem Salon war es einigermaßen gut ausgestattet. Es gibt einen Friseur (über den kann ich allerdings nicht sagen, da ich ihn nicht in Anspruch genommen haben) und einen Souvenirshop mit überteuerten Produkten. Waren des täglichen Bedarfs, wie Zahnpasta oder Zellstofftaschentücher bekommt man auf dem Schiff nicht. Sauberkeit und Service ließen in meinen Augen jedoch sehr zu wünschen übrig. Für behinderte Gäste, ist das Schiff in meinen Augen nicht geeignet, es gibt weder Rampen noch Fahrstühle.
KabineDie Kabinen sind für ein Flusskreuzfahrtschiff von normaler Größe. Die Möblierung schien, dem Design nach, aus den 80er Jahren zu stammen. TV, Radio, Safe Telefon, Minibar - Fehlanzeige (Anschlüsse sind jedoch vorhanden). An der Wand hing ein mäßig funktionierender Kühlschrank. Das Bad ist mit Toilette und Dusche ausgestattet, nicht besonders groß, aber zweckmäßig. Leider waren in meiner Kabine die Fenster derart undicht, dass ich mich während der Fahrt fühlte, als würde ich auf dem Vorschiff sitzen. Eine Heizung war vorhanden, half an dieser Stelle jedoch wenig. Die Lärmbelästigung hielt sich in grenzen, es sei denn der Anker wurde ausgeworfen (geschah durchaus mehrfach in der Nacht).
GastronomieDie zwei Restaurants waren nur zu den Mahlzeiten betretbar. In der Regel waren die Räumlichkeiten eiskalt, erst nach mehreren Interventionen der Gäste wurde die Heizung angeschaltet. Die Warmhaltebehälter für Rührei und Würstchen waren nicht funktionstüchtig oder gar nicht erst angeschaltet, so dass das Essen kalt war. Auch das Mittagessen und Abendbrot kam in der Regel lauwarm bis kalt auf den Tisch, da es ewig auf dem Tresen stand, ehe die Kellner es zu den Gästen brachten. Die Gerichte schmeckten wie aufgetautes Fastfood. Höhepunkt an dieser Stelle war für mich – Pelmeni mit Ketchup. Jeweils zum Frühstück bekam man einen Zettel mit den zwei bis drei Wahlgerichten für das Mittagessen für den Folgetag in die Hand gedrückt. Die Küche war, anders als auf allen anderen Schiffen auf denen ich jemals war, nicht einsehbar. Einziger Pluspunkt - die Kellner achteten auf Gäste mit Laktoseunverträglichkeit.
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Der Service und die Sauberkeit auf dem Schiff ließ in meinen Augen sehr zu wünschen übrig. Die Kellner waren langsam und die Reinigungskräfte schienen in meinen Augen nicht besonders motiviert ihre Arbeit zu verrichten und so sah es auch überall aus. Beschwerden wurden zur Kenntnis genommen, reagiert wurde allerdings nur schleppend oder gar nicht. Ich hatte den Eindruck, dass die Besatzung schon ziemlich resistent gegen Klagen war.
Sport UnterhaltungDas Freizeitangebot war eher mager. Nicht, dass ich einen Animateur bräuchte, aber etwas Abwechslung wäre schon schön gewesen, besonders bei den vielen Regentagen. Die im Reisekatalog angekündigte Musikkapelle die zum Tanz aufspielen sollte, bestand aus zwei Musikern, die immer und immer wieder das selbe, für mich eher langweilige, Repertuar, herunterleierten und das teilweise in einer Lautstärke, dass mir bald die Ohren abfielen. Es wurden einige wenige Vorträge über Land und Leute gehalten, ein Höhepunkt hier war der Vortrag über die russische Weise Tee zu trinken. Jeder bekam einen Zettel mit der Abbildung eines Samowars, dazu gab es Tee aus Plastikkannen. Einen echten Samowar bekam niemand zu Gesicht.
LandausflügeBei den Landausflügen fehlte mir die Kreativität. Sie waren sehr informativ, doch für mich waren es zu viele Informationen, ich möchte in der Regel etwas sehen und nicht an zugigen Orten stehen. Die Informationsflut passte eher zu Studienreisen. Natürlich hätte man vorlaufen können, leider erfuhr man nie, an welcher Stelle sich die Gruppe wiedertreffen würde. Am Ende fast jeden Landgangs wurden die Gäste dann in einer Fußgängerzone regelrecht ausgesetzt. Eine Alternative hierfür wurde nie angeboten. Auch hier wieder ein besonderer Höhepunkt. In Wolgograd am Denkmal der Mutter Heimat wurde meine Gruppe so lange nicht aus dem Bus gelassen bis der Vortrag der Reiseleiterin beendet war. Leider hatte es in der Zwischenzeit angefangen zu regnen und die Wachablösung war ebenfalls vorbei, schade.
Sonstige Tipps & EmpfehlungenWenn nicht die gesamten Unzulänglichkeiten gewesen wären, wäre es eine wirklich schöne Reise gewesen (Landschaftlich gesehen). Wer sich die Sache antun möchte, sollte dicke Sachen und Tesafilm für die undichten Fenster nicht vergessen.
Zusatzangaben zur Schiffsbewertung
| In welchem Gewässer fand die Reise statt? | Wolga |
| Wie war die Sprache an Bord? | Deutsch |
| Entsprach das Schiff der Veranstalterbeschreibung? | Nein, schlechter |
| Sind die Anzahl der Sterne des Schiffs berechtigt? | Nein, schlechter |
| Waren Sie mit der Reiseleitung zufrieden? | Nein |
| Wie wurde das Preis/Leistungsverhältnis empfunden? | eher schlecht |
| Wo wurde die Schiffsreise gebucht? | Reisebüro |
| Wann wurde die Schiffsreise gebucht? | langfristig (> 3 Monate vor Reiseantritt) |
| Wohin soll die nächste Urlaubsreise gehen? | Keine Angaben |
| Wie oft wird im Jahr verreist? | 1-2 mal |
