191. Wiesn
Oktoberfest 2026: Das ist neu auf der Wiesn – von Festzelt bis Bierpreis
Am 19. September heißt es auf der Münchner Theresienwiese wieder „O’zapft is!“: Bis zum 4. Oktober wird auf dem 191. Oktoberfest gefeiert. Eine Premiere gibt es gleich zum Auftakt: Nach zwölf Jahren übernimmt mit Münchens neuem Oberbürgermeister Dominik Krause erstmals wieder ein neues Stadtoberhaupt den traditionellen Fassanstich. 2026 erwarten Dich außerdem ein neues Festzelt, neue Fahrgeschäfte und weitere Veränderungen – gleichzeitig sind die Preise erneut gestiegen. Was die Maß in diesem Jahr kostet, welche Neuheiten Dich erwarten und welche Öffnungszeiten und Anreise-Tipps Du für Deinen Wiesn-Besuch kennen solltest, erfährst Du hier.
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Bevor am ersten Wiesntag das erste Bier ausgeschenkt wird, gehört die Bühne am Samstagvormittag zunächst den Wiesnwirten: Rund 1.000 Teilnehmende ziehen mit festlich geschmückten Kutschen, Brauereigespannen und Blaskapellen von der Münchner Innenstadt zur Theresienwiese. Gegen 12 Uhr erreicht der traditionelle Festzug das Oktoberfest.
Um Punkt 12 Uhr folgt der klassische Anstich und damit die offizielle Eröffnung – erst dann darf in den Festzelten Bier ausgeschenkt werden. In der Schottenhamel-Festhalle schlägt Münchens Oberbürgermeister den Zapfhahn in das erste Fass Oktoberfestbier. Traditionell wird dabei genau mitgezählt: Seine Vorgänger Christian Ude und Dieter Reiter benötigten jeweils nur zwei Schläge.
Die erste Maß erhält traditionell der amtierende bayerische Ministerpräsident, also Markus Söder – ein Brauch, der auf das Jahr 1980 zurückgeht. Zwölf Salutschüsse vor der Bavaria, der monumentalen Bronzestatue am Rand der Theresienwiese, geben anschließend das Signal für den Bierausschank in den anderen Festzelten. Bis dahin bleibt auch die Oide Wiesn, der historische Teil des Oktoberfests mit traditionellen Fahrgeschäften und Festzelten, trocken.
Am Sonntag, 20. September, zieht der Trachten- und Schützenumzug mit mehr als 8.000 Teilnehmenden durch die Münchner Innenstadt. Dafür werden Straßen gesperrt, Bus- und Tramlinien teilweise umgeleitet.
Öffnungszeiten der Zelte, Fahrgeschäfte und Buden
Am Eröffnungstag öffnen die Festzelte bereits um 9 Uhr. Ab 10 Uhr gibt es kleine Speisen und alkoholfreie Getränke – alkoholfreies Bier allerdings noch nicht. Erst mit dem Anstich um 12 Uhr beginnt der Bierausschank, gleichzeitig starten die Fahrgeschäfte.
An den übrigen Tagen ist das Festgelände montags bis donnerstags von 10 bis 23:30 Uhr geöffnet, freitags bis Mitternacht. Samstags geht es bereits um 9 Uhr los und sonntags ebenfalls um 9 Uhr, Schluss ist dann um 23:30 Uhr. Am Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober gelten die Feiertagszeiten von 9 bis 23:30 Uhr.
In den großen Festzelten gibt es die letzte Maß in der Regel um 22:30 Uhr, in den kleineren Zelten um 23 Uhr. NachtschwärmerInnen können in der Käfer Wiesn-Schänke und in Kufflers Weinzelt länger bleiben: Beide schließen erst um 1 Uhr, der letzte Ausschank ist um 0:30 Uhr.
Neu ist 2026 auch, dass in den großen Festzelten unter der Woche bereits ab 11 Uhr Musik gespielt werden darf – eine Stunde früher als bisher. Damit sollen sich die BesucherInnen stärker auf die Wochentage verteilen.
Die Wiesn in Zahlen: Rund 6,5 Millionen Menschen besuchten das Oktoberfest 2025 – und ungefähr genauso viele Maß Bier wurden ausgeschenkt. 2024 waren es sogar 6,7 Millionen Gäste und rund sieben Millionen Maß. Für die 191. Wiesn werden erneut etwa sechs Millionen BesucherInnen erwartet.
Auch kulinarisch zeigen die Zahlen die Dimensionen der Wiesn: 2025 meldeten die Betriebe unter anderem rund 351.000 verkaufte Brathendl, knapp 72.000 Schweinshaxen sowie 130 Ochsen und 44 Kälber. Gleichzeitig wird das Angebot fleischloser: Rund 153.000 vegetarische und 51.000 vegane Gerichte wurden erfasst. Besonders die vegetarischen Speisen legten zu – 2024 waren es noch rund 123.000. Die Zahlen beruhen allerdings auf freiwilligen Angaben der Betriebe und bilden daher nicht den kompletten Verzehr auf dem Oktoberfest ab.
Oktoberfest 2026: Teures Vergnügen
Für eine Maß Festbier zahlst Du 2026 je nach Zelt zwischen 14,80 und 15,90 Euro. Im Durchschnitt sind die Bierpreise damit um 2,38 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Zum Vergleich: 2006 kostete die Maß im Schnitt noch 7,23 Euro – innerhalb von 20 Jahren hat sich der Preis also mehr als verdoppelt.
Auch alkoholfreie Getränke sind auf der Wiesn teuer: Ein Liter Wasser kostet im Durchschnitt 11,13 Euro, Spezi 12,84 Euro. Alkoholfreies Bier ist mit durchschnittlich 15,73 Euro sogar etwas teurer als Festbier. Kostenloses Trinkwasser bekommst Du an zehn Trinkbrunnen auf dem Festgelände.
Bei den Speisen unterscheiden sich die Preise je nach Festzelt deutlich. Für ein halbes Hendl musst Du beispielsweise mit rund 17 Euro rechnen, eine Schweinshaxe kann knapp 30 Euro kosten. Auch vegetarische Gerichte wie Käsespätzle liegen in einigen großen Zelten inzwischen bei mehr als 20 Euro.
Spartipp für Familien
Günstiger wird der Wiesn-Besuch an den beiden Familientagen am 22. und 29. September (jeweils Dienstags). Bis 19 Uhr bieten zahlreiche Fahrgeschäfte, Schausteller und Verkaufsstände reduzierte Preise an. Auch einige Festwirte haben während der Wiesn vergünstigte Gerichte im Angebot.
Neuheiten auf der Wiesn
Drei Fahrgeschäfte feiern 2026 Premiere: Beim „Shake & Roll“ überschlagen sich die Gondeln während der Fahrt frei, das Laufgeschäft „Fisherman's“ führt über drei Stockwerke durch ein Fischerdorf und das „Chaos Pendel“ schleudert seine Fahrgäste in bis zu 42 Meter Höhe und erreicht dabei bis zu 80 Kilometer pro Stunde.
Auch bei den Festzelten gibt es 2026 Neues: Mit „Bartls Flößerstadl“ kommt ein kleines Zelt mit 398 Plätzen hinzu, das sich thematisch an der Isarflößerei orientiert. Bodos Cafézelt präsentiert sich erstmals als Holzbau mit Galerie und größerer Bar. Auch im Paulaner-Festzelt gibt es Veränderungen – dort übernimmt 2026 ein neues Wirtepaar.
Eine neue Regel betrifft die Feiernden in den Zelten: Sogenannte Champagner-Duschen, bei denen Schaumwein über andere Gäste verspritzt wird, sind ab 2026 verboten. Die Stadt begründet das unter anderem mit Lebensmittelverschwendung.
Auch für kommerzielle Foto- und Videoaufnahmen gelten strengere Regeln. Content CreatorInnen benötigen für bezahlte Kooperationen, Produktplatzierungen und andere kommerzielle Aufnahmen eine Genehmigung. Live-Streams sind auf dem Festgelände nicht erlaubt. Private Urlaubsfotos und -videos sind davon nicht betroffen.
Beim Sicherheitskonzept gibt es ebenfalls Neuerungen. Nach der zeitweisen Überfüllung des Geländes 2025 richtet die Stadt ein zusätzliches Koordinierungs- und Beobachtungszentrum ein und erweitert die Videoüberwachung. Die bekannten Sicherheitsregeln bleiben bestehen: Größere Taschen und Rucksäcke dürfen nicht mit aufs Gelände, ebenso wenig Glasflaschen und Messer.
Praktische Neuerungen gibt es auch bei Service und Barrierefreiheit: Das Fundbüro befindet sich 2026 im Deutschen Museum Verkehrszentrum nahe der Theresienwiese. An zwei Gepäckaufbewahrungen können außerdem kostenlos Rollstühle ausgeliehen werden. Neu sind zudem grüne Schlüsselbänder mit Sonnenblumen, mit denen Menschen auf nicht sichtbare Einschränkungen hinweisen können.
Was verbirgt sich hinter der Oidn Wiesn?
Die Oide Wiesn im südlichen Teil der Theresienwiese ist der Kontrapunkt zum Trubel des übrigen Volksfestes – und jünger, als viele vermuten. 2010 wurde anlässlich des 200-jährigen Oktoberfest-Jubiläums die "Historische Wiesn" veranstaltet, die auf so große Resonanz stieß, dass der Stadtrat eine Fortsetzung beschloss. Seit 2011 gehört sie zum Oktoberfest. Geboten wird auch hier vieles, nur ruhiger und traditioneller, mit historischen Fahrgeschäften. 2025 kamen 360.000 Gäste auf die Oid Wiesn.
Der Eintritt zur abgezäunten Fläche kostet für Personen ab 15 Jahren vier Euro. Kostenfrei ist der Zugang für Kinder bis 14 Jahre, für Menschen mit einem Grad der Behinderung ab 50 – bei Merkzeichen B auch für eine Begleitperson – sowie für alle ab 21 Uhr. Die drei Festzelte und das Museumszelt sind täglich von 10 bis 23:30 Uhr geöffnet, Musik- und Ausschankzeiten enden um 22:30 Uhr. Eine Fahrt mit den historischen Fahrgeschäften kostet einheitlich 1,50 Euro.
Anreise zur Wiesn
Vom Münchner Hauptbahnhof ist es nicht besonders weit zur Theresienwiese: Der Fußweg dauert knapp 15 Minuten und ist mit Bodenmarkierungen gekennzeichnet. Grundsätzlich empfiehlt die Stadt, den öffentlichen Nahverkehr zu nutzen. Direkte Besucherparkplätze am Festgelände existieren nicht. Die U4 und U5 halten an den Stationen Theresienwiese und Schwanthalerhöhe. Bei großem Andrang bieten sich U3 und U6 mit Goetheplatz und Poccistraße als Alternative an. Goetheplatz und Poccistraße werden derzeit saniert, die erste Bauphase endet aber planmäßig am 18. September. Nach Angaben der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) sollen die Züge dort während der gesamten Wiesn ohne baubedingte Einschränkungen halten; die zweite Bauphase startet erst am 5. Oktober.
Die MVG setzt außerdem täglich mehr als 230 zusätzliche Mitarbeitende ein, Busse und Bahnen fahren rund 9.000 Extra-Touren. Auf ihrer Übersichtsseite zum Oktoberfest finden sich auch Infos zu Fahrkarten und Park-&-Ride-Plätzen; ausführliche Tipps gibt es zudem auf der offiziellen Oktoberfest-Webseite.
Warum trägt das Oktoberfest nicht den Namen Septemberfest?
Die Antwort findet sich im Ursprung des Volksfestes, das laut Stadt erstmals am 17. Oktober 1810 mit einem großen Pferderennen gefeiert wurde. Anlass war die Hochzeit des späteren Königs Ludwig I. (1786-1868) mit Prinzessin Therese von Sachsen-Hildburghausen (1792-1854) – auf einer Wiese am damaligen Stadtrand, der späteren Theresienwiese. Bereits ein Jahr später sprach sich der Landwirtschaftliche Verein in Bayern dafür aus, das Fest weiterzuführen. 1872 wurde es dann in den September vorverlegt, der etablierte Name Oktoberfest blieb jedoch bestehen. Grund für die Verlegung war das in der Regel bessere Wetter im bayerischen Altweibersommer.