Stadtansicht Dortmund
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Städtereisen

Das echte Dortmund: 10 Geheimtipps fernab vom Mainstream

Thomas ZwickerRedakteur und Reisejournalist

Industriekultur und Bierbrauertum, Museen und Kunstevents, Ruhepunkte und grünes Umland: Dortmund ist nicht nur die größte Stadt im Ruhrgebiet, sondern auch ein faszinierendes Ziel. Die Metropole mit ihren 610.000 EinwohnerInnen samt 53.000 Studierenden hat enorm viel zu bieten, an jeder Ecke warten Überraschungen auf Dich. Wir nennen Dir 10 spannende Dinge in und um Dortmund, von denen viele Reisende nichts wissen.

Hier sind unsere Geheimtipps in der Übersicht:

Mutter und Tochter betrachten etwas in einem Museumsschaukasten
In diesem Museum gibt es allerlei zu entdecken © stock.adobe.com - JackF

Hoesch-Museum und Stahlhaus

Dortmunds Industriegeschichte zum Anfassen

Klein, aber fein: Wenn Du die großen Relikte der Industriekultur wie die Zeche Zollern schon gesehen hast oder auch nur einen kompakten Überblick über die Historie wünschst, bist Du hier genau richtig. Der Hoesch-Konzern war einst wichtigster Arbeitgeber in Dortmund. Nach dem Ende von Stahlwerk- und Hochofenbetrieb im Jahr 2001 wurde das Portierhaus im Bereich der ehemaligen Westfalenhütte Schritt für Schritt in ein Museum verwandelt. Heute kannst Du an vier Öffnungstagen pro Woche in Filmen und Ausstellungen teils interaktiv alles über Technik und Sozialgeschichte der Stahlproduktion erfahren, zudem in alter Schutzkleidung einstige Werkzeuge ausprobieren oder einmal spüren, wie sich Kohle anfühlt.

Ein Brettspiel und Spielfiguren sind auf einem Tisch aufgebaut
Hier findest du vielseitige Spiele und Unterhaltung © stock.adobe.com - oleg_ermak

Kulturort Das Depot

Viel los im alten Straßenbahnwerk

Was Fotofestivals, ein Tischtennisrundlauf und heiße Brettspielschlachten mit der alten Dortmunder Straßenbahn zu tun haben? Ganz einfach, all das und noch viel mehr findet im Depot statt. So heißt ein großartiger Kulturbetrieb in der Nordstadt, der in der einstigen Straßenbahnhauptwerkstatt der Verkehrsbetriebe residiert. Während die klassischen Straßenbahnlinien nach und nach verschwanden, wurde die als Industriedenkmal unter Schutz stehende, rund 90 Meter lange Halle mit ihrer neoklassizistischen Ziegelfassade und filigraner Stahlfachwerk-Dachkonstruktion in einen Kulturort verwandelt. Heute findest Du hier ein buntes Programm aus bildender Kunst, Theater, Kino, Handwerk und Handarbeit, Musik und Kulinarik. Geöffnet ist täglich – also nichts wie hin.

Blick auf den Phoenix See in Dortmund
Phoenix See, Dortmund © stock.adobe.com - saiko3p

Phoenix-See und Kaiserberg

Statt Stahl nun Enten und Haubentaucher

Eine blaue Oase im Stadtgebiet der Ruhrpott-Metropole: Wellen plätschern leise, Wasservögel rascheln im Grün, Menschen relaxen auf Liegewiesen und Bänken, ein Segelboot gleitet vorbei. Wo seit 1841 Stahl produziert wurde, liegt heute ein glitzernder, 24 Hektar großer See. Mitten im Bezirk Hörde erstreckt er sich seit 2011 anstelle des ehemaligen Stahlwerks Phoenix Ost. Die 3,2 Kilometer langen Fußgänger- und Fahrradwege rundum sind bei gutem Wetter sehr reizvoll. Vom künstlich aufgeschütteten Kaiserberg nebenan hast Du alles im Blick, und außerdem kannst Du hier hervorragend ausruhen, Eis essen und Fotos machen.

Industrielles Gebäude
DASA, Dortmund, Nordrhein-Westfalen © stock.adobe.com - Kamzoom

DASA Deutsche Arbeitswelt-Ausstellung

Mit Dunkelraum und Lärmtunnel

Hier entdeckst Du die Welt der Arbeit im Wandel: Die modernen, täglich geöffneten Hallen der Arbeitswelt-Ausstellung DASA im Stadtteil Dorstfeld stehen vielleicht nicht auf jeder Sightseeing-Liste, sind einen Besuch aber allemal wert. Auf 13.000 Quadratmetern lernst Du teils interaktiv die Arbeitswelten verschiedenster Epochen kennen. Da gibt es Exponate zur klassischen Textilfabrikation und Dampfkraft, modernste Industrieroboter zeigen ihr Ballett, eine Themenfahrt im Gitterwägelchen führt durch die Stahlhalle samt riesigem Ofen. Im Dunkelraum ertastest Du Gegenstände. Die Energiehalle verdeutlicht die Welt hinter der Steckdose, und der Lärmtunnel lärmt – ein rundum spannendes Angebot.

Innenraum einer Brauerei mit kupferfarbenen großen Kesseln
Lerne mehr über die Brauereitradition © stock.adobe.com - DedMityay

Bergmann Brauerei und Stehbierhalle

Harte Arbeit. Ehrlicher Lohn.

Dieser Slogan passt zum Ethos der alten Stahlwerkerstadt. „Harte Arbeit. Ehrlicher Lohn“ hieß die Devise nach Ende der Schicht, wenn die Malocher ihr Feierabendbier in den Händen hielten. Dortmund galt einst als Bierstadt Nummer 1 im Ruhrpott, und Stehbierhallen hatten Tradition. In Zeiten der Schwerindustrie lagen sie oft direkt neben den Brauereien, Garantie für Nachschub ohne Verzug. Nach Patenten der 1796 gegründeten und zwischendurch stillgelegten Bergmann Brauerei werden seit 2017 Spezialitäten mit Namen wie Hopfensünde und Schlanke Mathilde gebraut. Auf dem ehemaligen Gelände der Hoesch Hüttenwerke, heute besser bekannt unter Phoenix West, erhältst Du das Getränk in der Stehbierhalle direkt aus dem Fass oder Tank.

HolidayCheck-Redakteur

Thomas' Tipp

In der Bergmann Brauerei kannst Du auch tolle Biererlebnisse buchen – Verkostungen im Dortmunder Konzerthaus etwa oder auf der Galopprennbahn, oder einen Bierspaziergang zum Feierabend durch den alten Industriestandort.

Blick auf das Gelände Phoenix West in Dortmund bei Sonnenuntergang und mit kleiner Lichtshow
Phoenix West, Dortmund © stock.adobe.com - Chris Scholz

Phoenix des Lumières

Von Roheisen zum Dinosaurier

Auch wenn Du sonst vielleicht mit Kunst und Galerien nicht viel am Hut hast, solltest Du Dir diese Ausstellung in Dortmund nicht entgehen lassen: In einer Gasgebläsehalle des riesigen ehemaligen Hochofenwerks Phoenix West im Stadtteil Hörde, wo zur Jahrhundertwende tausende Arbeiter jährlich bis zu 500.000 Tonnen Roheisen produzierten und das 1998 den Betrieb einstellte, ist seit 2023 das Kunstzentrum Phoenix des Lumières installiert. Monumentale, immersive digitale Ausstellungen begeistern hier Groß und Klein, so etwa jüngst eine cineastische Reise ins Zeitalter der Dinosaurier. In spektakulären 360-Grad-Projektionen begleiten Dich T-Rex und Mosasaurus in Lebensgröße zu fesselnder Musik durch prähistorische Dschungel und Ozeane. 

Dortmunder U, Dortmund
Dortmunder U, Dortmund © stock.adobe.com - blende11.photo

Hartware Medienkunstverein

Kunst und Kultur im Dortmunder U

„Robotron – Arbeiterklasse und Intelligenz“ heißt eine der spannenden Ausstellungen, die beispielhaft sind für das Programm des Hartware Medienkunstvereins. Der hat seine Räume im dritten Stock des 70 Meter weit aufragenden Hochhauses namens Dortmunder U nah beim Hauptbahnhof, das mit dem neun Meter hohen vergoldeten Buchstaben auf der markanten Dachkrone zu den Wahrzeichen der Stadt zählt. Der Verein widmet sich Produktion, Präsentation und Vermittlung von zeitgenössischer Medienkunst. Du findest hier spannende Film-, Video-, Musik- und Performanceprogramme genauso wie experimentelle Einzelausstellungen. Geöffnet ist täglich außer montags, es finden auch Führungen statt.

Ein Cellospieler sitzt im Konzertsaal vor seinen Noten
Von Orchesterkonzerten bis zu Kammermusik - hier findest Du ein erstklassiges Programm © stock.adobe.com - Harlekin-Graphics

Konzerthaus Dortmund

Philharmonie für Westfalen

Nein, nicht nur Hamburg, Berlin und München haben tolle Musikpaläste, auch das Konzerthaus in Dortmund kann sich sehen bzw. hören lassen. Als die „Philharmonie für Westfalen“ im September 2002 eröffnet, wird das Haus mit seinen 1550 Sitzplätzen aufgrund der Form und guten Akustik mit dem Saal des Wiener Musikvereins verglichen. Die Bandbreite des Programms ist groß, das Angebot reicht von Orchesterkonzerten, Klavierabenden, Kammermusik, konzertanten Opern und Chormusik über Jazz bis hin zu Weltmusik und Akustik-Pop. Wenn Du Kulturfan bist und ein paar Tage länger in Dortmund verweilst, solltest Du Dich unbedingt über das aktuelle Programm informieren. Der Haupteingang des Konzerthauses liegt zehn Fußminuten vom Hauptbahnhof entfernt in einer Fußgängerzone.

Ruine der Hohensyburg, Dortmund
Hohensyburg, Dortmund © stock.adobe.com - ulikloes

Burgruine Hohensyburg

Beste Aussichten bis ins Sauerland

Es geht doch nichts über eine erstklassige Lage: Rund 15 Kilometer südlich von Dortmund  thront die historische Burgruine Hohensyburg hoch auf dem Syberg wunderschön im Grünen. Die Sicht von hier reicht weit über das Ruhrtal und den Hengsteysee bis hin zu den Bergen des Sauerlands. Das Gelände der aus dem 8. Jahrhundert stammenden Burganlage umfasst auch ein imposantes Kaiser-Wilhelm-Denkmal und den 26 Meter hohen Vincketurm von 1857, den Du zwischen April und Oktober täglich außer montags gegen eine kleine Gebühr besteigen kannst. Dann sind auch die nahe Minigolfanlage und der Burg-Kiosk geöffnet, der Dir neben Snacks und Getränken kostenlose Spiele anbietet – also alles da für einen schönen Familienausflug!

Tropfsteinhöhle Dechenhöhle, Iserlohn
Dechenhöhle, Iserlohn © stock.adobe.com - ON-Photography

Dechenhöhle bei Iserlohn

Unterirdisches Zauberreich

Südöstlich von Dortmund liegt bei Iserlohn eine der schönsten Tropfsteinhöhlen Deutschlands. Ab 1868 entdeckt und erschlossen, spazierst Du heute auf gut ausgebauten und beleuchteten Wegen durch die rund 900 Meter langen Gewölbe und kommst aus dem Staunen über die bizarren Formationen kaum mehr heraus. Das unterirdische Zauberreich kann nur im Rahmen von Führungen besichtigt werden, die von März bis November täglich und winters am Wochenende stattfinden. Dazu gibt es Sonderveranstaltungen wie Konzerte, Whiskytastings und Laternenumzüge mit Musik.

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Geschrieben von:Thomas Zwicker