Frau auf dem Kölner Karneval, Deutschland

Karneval

Karneval in Köln: Alles was Du wissen musst

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Karneval in Köln im 19ten Jahrhundert, Deutschland
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Entstehung
Kölner Dom
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Warum Hochburg Köln?
Bedeutung der Zahl 11 für den Karneval
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Karneval & die Zahl 11
Karnevalswoche in Deutschland
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Wichtigsten Termine
Frauen verkleidet am Karneval, Köln, Deutschland
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Dos & Don'ts
Train railroad tracks at Europe major train station at sunrise.
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Anreise

In Köln gilt er als die fünfte Jahreszeit und ist inzwischen weltweit bekannt: der Kölner Karneval. Kunterbunte und aufwendig gearbeitete Kostüme, ausgelassene Stimmung, lustige Büttenreden, die die aktuelle Politik kritisieren und auf die Schippe nehmen, machen das rheinische Volksfest unverwechselbar. Millionen Menschen feiern jedes Jahr das rauschende Fest und das Publikum ist international, denn viele wollen das bunte Treiben einmal aus nächster Nähe erleben. Wie der Karneval entstanden ist, welche Highlights die fünfte Jahreszeit mit sich bringt und was Du sonst noch wissen solltest, haben wir für Dich zusammengetragen.

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Karneval in Köln im 19ten Jahrhundert, Deutschland
Karneval in Köln im 19ten Jahrhundert, Deutschland

Wie ist der Karneval entstanden?

Als ausgelassenes Fest basiert der Karneval auf den Bräuchen der alten Römer sowie der Germanen, die mit bunten Feierlichkeiten zu bestimmten Ereignissen den Göttern huldigten. Im Christentum wurden einige der heidnischen Bräuche übernommen und später an den christlichen Kalender und christliche Regeln angepasst. Deshalb liegt auch heute noch der Karneval vor der christlichen Fastenzeit. Der Begriff „Karneval“ stammt von dem Ausdruck „carne vale“, was so viel wie „Fleisch lebe wohl“ bedeutet. Mit dem Karneval oder auch der Fastnacht wurde nämlich feierlich die bevorstehende Fastenzeit vor Ostern eingeläutet und noch einmal so richtig geschlemmt und genossen.

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Kölner Dom
Kölner Dom, Köln, Nordrhein-Westfahlen

Warum ist der Karneval ausgerechnet in Köln so populär?

Nun wird Karneval oder auch Fasching deutschlandweit gefeiert, aber nirgendwo ist die Karnevalstradition so populär wie in Köln. Das liegt daran, dass Köln auf eine besonders lange Tradition zurückblickt. Die alten Römer gründeten die Stadt Colonia Claudia Ara Agrippinensium, das heutige Köln, und brachten ihr „Fest der Saturnalien“ mit in die rheinische Stadt, um zu Ehren des Gottes Saturn ausgelassen zu feiern. Charakteristisch waren damals die Verkleidungen und der Rollentausch zwischen HerrInnen und SklavInnen. An diesen Tagen war nahezu alles erlaubt, bevor der Alltag wieder in die streng geregelten Hierarchien überging. Bis heute hat sich daher auch der Begriff „Narrenfreiheit“ geprägt. Mit der Übernahme durch das Christentum wurde das Fest der Saturnalien zwar abgeschafft, aber an dessen Stelle trat der Karneval als christliches Fest vor der Fastenzeit, welches in Köln schon immer besonders ausgelassen gefeiert wurde. Heute ist Köln mit 480 Karnevalsvereinen die Karnevalshochburg schlechthin und wartet mit breitem Showprogramm, verschiedenen Veranstaltungen und jeder Menge Traditionen und Bräuchen auf.

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Bedeutung der Zahl 11 für den Karneval
Bedeutung der Zahl 11 für den Karneval

Karneval und die Zahl 11

Die Zahl 11 taucht im Zusammenhang mit Karneval immer wieder auf, denn die Schnapszahl wird auch als Narrenzahl bezeichnet. Zum einen ist dies auf den Heiligen-Sankt-Martinstag am 11.11. zurückzuführen, der den letzten Tag vor der vorweihnachtlichen Fastenzeit markierte und ebenfalls für Schlemmen und Feiern stand. Zum anderen steht die Zahl 11 für die Gleichheit aller Narren und Närrinnen. Offiziell wird die Karnevalssaison daher am 11. November um 11:11 Uhr eröffnet, dem Heiligen-Sankt-Martins-Tag. Die Hauptzeit des Kölner Karnevals ist jedoch die Karnevalswoche im Februar von der Weiberfastnacht bis Aschermittwoch. Auch diese beginnt zur „Narrenuhrzeit“ 11:11 Uhr am Donnerstag der Weiberfastnacht.

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Karnevalswoche in Deutschland
Karnevalswoche in Deutschland

Karnevalswoche: die wichtigsten Termine

Obwohl der offizielle Start des Kölner Karnevals am 11.11. um 11 Uhr ist, ist die Karnevalswoche im Februar des darauffolgenden Jahres die Hauptzeit der berühmten fünften Jahreszeit. Die Karnevalswoche wird auch als Straßenkarneval bezeichnet, weil dann die rauschenden Umzüge und Veranstaltungen stattfinden.

Weiberfastnacht: Donnerstag, eine Woche vor Aschermittwoch

Zur Weiberfastnacht wird um 11:11 Uhr offiziell der Straßenkarneval eröffnet. Die Hauptveranstaltung zum Karnevalsauftakt findet meist mit dem Kölner Oberbürgermeister und dem sogenannten Dreigestirn auf dem Alten Markt im Stadtzentrum Kölns statt. Das Dreigestirn besteht traditionell aus dem Prinzen, dem Bauern und der Jungfrau, die von den Karnevalsvereinen gestellt werden und die offiziellen Regenten über das „närrische Volk“ sind. Auch in vielen weiteren Stadtvierteln gibt es feierliche Veranstaltungen zur Karnevalseröffnung, Firmen veranstalten eigene Karnevalspartys und fast nirgendwo ist das ausgelassene Feiern wegzudenken. Ein frecher Brauch zur Weiberfastnacht: Frauen bzw. die „Jecken Wiever“ (verrückte Weiber) schneiden den Männern die Krawatte ab. Außerdem findet zur Weiberfastnacht der erste Umzug der Saison statt – vom Chlodwigsplatz bis zum Alten Markt – und zahlreiche Karnevalsvereine zeigen mit Kostümen, Blasinstrumenten und Trommeln ihr Können.

Karnevalsfreitag und -samstag

Am Karnevalsfreitag veranstalten die verschiedenen Vereine unterhaltsame Sitzungen mit den bekannten Büttenreden, gemeinsamem Singen, Tanzeinlagen und mehr. Charakteristisch für den Kölner Karneval ist das humoristische Anprangern aktueller Themen aus Politik und Weltgeschehen – hier wird kein Blatt vor den Mund genommen. Neben den DarstellerInnen und VereinsmitgliederInnen sind zu den Veranstaltungen auch die Gäste verkleidet, meist mit sehr viel Liebe fürs Detail. Außerdem gibt es am Karnevalsfreitag den seit 1998 bestehenden Sternmarsch. Dabei ziehen die TeilnehmerInnen der Kölner Veedelsvereine von verschiedenen Startpunkten aus durch die Kölner Innenstadt bis zum Alten Markt, wo der Straßenzug in einem bunten Bühnenprogramm gipfelt. Am Samstag wird ebenfalls in der gesamten Stadt gefeiert: Sämtliche Kneipen spielen kölsche Karnevalsmusik und laden mit Partys und Aktionen zu ausgelassenen Stunden.

Karnevalssonntag

Am Sonntag des Kölner Karnevals finden verschiedene Straßenumzüge in den einzelnen Stadtteilen statt. Große, üppig geschmückte Festwagen mit wild verkleideten PassagierInnen, die traditionellen Roten Funken (ältestes Traditionscorps und Garde des Karnevalsprinzen) und laut tönende Karnevalsmusik ziehen dann durch die Straßen und werden vom Publikum bejubelt.

Rosenmontag

Der Rosenmontag ist der Höhepunkt des Kölner Karnevals und gilt nahezu als Feiertag, denn spätestens ab Mittag sind dann die meisten Läden und Betriebe geschlossen. Schließlich möchte niemand den weltberühmten Rosenmontagsumzug verpassen, welcher der größte der Saison ist und einer einzigen riesigen Party gleicht. Traditionell werden zum Rosenmontagsumzug auch die typischen Bonbons, die Kamelle, von den UmzugsteilnehmerInnen ins Publikum geworfen.

Karnevalsdienstag

Am Dienstag, auch Veilchendienstag genannt, finden weitere Karnevalsveranstaltungen und Umzüge in den jeweiligen Stadtvierteln statt. Gegen Mitternacht wird vielerorts ein alter Karnevalsbrauch vollzogen: das Nubbelverbrennen. Dabei handelt es sich um eine traditionelle Zeremonie, bei der eine Strohpuppe (der Nubbel) verbrannt wird. Diese steht symbolisch für die Sünden, die während der Jeckentage begangen wurden und durch die Verbrennung vernichtet werden sollen.

Aschermittwoch

Der Aschermittwoch beendet die rauschende Karnevalszeit und läutet die Fastenzeit ein. An diesem Tag treffen sich die Jecken meist noch einmal in Zivil, also ohne Kostüm und Schminke, um traditionell gemeinsam Fisch zu essen, bevor die lange Fastenzeit beginnt. Am Aschermittwoch gibt es daher auch in vielen Restaurants besondere Angebote und Menüs mit Fisch.

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Frauen verkleidet am Karneval, Köln, Deutschland
Frauen verkleidet am Karneval, Köln, Deutschland

Bräuche und ihre No-Gos zum Kölner Karneval

Die Karnevalswoche lädt zwar dazu ein, etwas über die Stränge zu schlagen und Narrenfreiheit gelten zu lassen, es gibt aber durchaus ein paar Regeln zur traditionsreichen fünften Jahreszeit. Um Dir keine peinlichen Fehltritte zu leisten, solltest Du Dir die wichtigsten Bräuche und No-Gos vor Deinem Besuch einprägen.

Verkleiden nicht vergessen!

Zum Fest der Kostüme solltest Du in Köln am besten immer in Verkleidung unterwegs sein – und wenn es nur ein lustiger Hut ist. Aber als absolutes No-Go gilt es, eine Karnevalsveranstaltung oder auch einen Festumzug ohne jegliche Verkleidung zu besuchen.

Schunkeln und Mitsingen!

Das gemeinsame Schunkeln und laute Mitsingen zu kölschen Karnevalsliedern gehört zu jeder Veranstaltung während der Jeckenzeit dazu. Als Gast solltest Du Dich hier einfach treibenlassen und mitmachen, sonst wirst Du womöglich als Spaßbremse angeprangert. Zum Mitsingen und für ein leichteres Sprachverständnis schadet es auch nicht, wenn Du Dir ein paar bekannte Karnevalslieder und typisch kölsche Vokabeln zu Gemüte führst, bevor Du Dich ins bunte Getümmel stürzt.

Rücksicht und Bescheidenheit bei der Kamelle

Zum Rosenmontagsumzug wird außerdem die beliebte „Kammelle“ (typische Bonbons) von den Festwagen ins Publikum geworfen. Hier haben Kinder stets Vortritt – Vordrängeln und Gier sind No-Gos, ebenso wie das Benutzen von Hilfsmitteln zum einfacheren Auffangen der Süßigkeiten, wie etwa mit einem umgedrehten Regenschirm.

Respektvolles Verteilen von kölschen Bützchen

Zum Fest der Ausgelassenheit, Freude und Toleranz gehört auch das kölsche Bützchen dazu. Dabei handelt es sich um ein kurzes Küsschen auf die Wange – nicht mehr. Leider wird dieser Brauch von auswertigen Jecken nicht selten als Freifahrtschein zum aufdringlichen Flirten oder gar Untreue missverstanden – ein absolutes No-Go zum Kölner Karneval, wie eigentlich auch sonst überall und jederzeit. Ein respektvolles Miteinander gilt auch in der Narrenzeit.

„Alaaf“ statt „Helau“!

Zu den Umzügen und vor allem bei den Veranstaltungen wird regelmäßig der Schlachtruf „Alaaf“ oder „Kölle alaaf!“ von der Jeckengemeinschaft ausgerufen. Bestimmt kennst Du auch den Ausruf „Helau“ zur Faschingszeit, dieser sollte Dir in Köln jedoch nicht herausrutschen, denn er wird der Konkurrenzstadt Düsseldorf zugeschrieben und dementsprechend in Köln nicht gern gehört – ein ungeschriebenes Gesetz der Kölner Karnevals-Knigge.

Sauberkeit und Ordnung

Da Köln während der Karnevalszeit ohnehin mit extremen Müllmengen zu kämpfen hat, sind alle Jecken und BesucherInnen zum Mitmachen angehalten: Schmeiß Deinen Müll nicht einfach auf den Boden und nimm das ein oder andere verlorene Kostümteil, über das Du vielleicht stolperst, bis zur nächsten Mülltonne mit. Auch ein absolutes und nicht zuletzt teures No-Go: Wildpinkeln. Es stehen an verschiedenen Orten in der Stadt zusätzliche Toiletten zur Verfügung. Das Erleichtern im Park, am Straßenrand und Co. ist verboten und wird mit hohen Bußgeldern geahndet.

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Train railroad tracks at Europe major train station at sunrise.
Bahnhof Köln, Nordrhein-Westfalen

Anreise zum Kölner Karneval

Da zur Karnevalswoche große Teile der Innenstadt gesperrt und ohnehin auch die meisten Parkmöglichkeiten ausgebucht oder unzugänglich sind, reist Du am besten mit dem Zug nach Köln oder parkst Dein Auto etwas außerhalb und fährst mit dem öffentlichen Nahverkehr in die Innenstadt. Auch Unterkünfte in der Innenstadt sind zur fünften Jahreszeit in Köln schnell ausgebucht. Wir empfehlen Dir daher, deine Wunsch-Unterkunft frühzeitig zu buchen und auf gut angebundene Orte außerhalb der Innenstadt auszuweichen.

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