Café-Schild auf einer Straße.
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Außergewöhnliches Konzept

Estland: Wenn Dein Nachbar plötzlich ein Café im Garten eröffnet

Reisende in Estland können derzeit noch eine überraschende Erfahrung machen: In einem privaten Garten sitzen womöglich internationale Gäste beisammen und genießen ein Mittagessen. Die Szenerie erinnert an ein normales öffentliches Café, doch tatsächlich handelt es sich um ein privates Grundstück. Das Konzept dahinter nennt sich Kodukohvikute päevad – zu Deutsch Heimcafé- oder Hauscafé-Tage. Während dieser öffnen BewohnerInnen vorübergehend ihre Gärten, Höfe oder andere Privaträume für fremde Menschen.

Diese außergewöhnliche Tradition ist in zahlreichen Regionen des baltischen Staates mittlerweile fest verankert. Wie die BBC berichtet, werden zwischen Frühjahr und Herbst über 150 derartige Events veranstaltet. Den Höhepunkt bilden die Sommermonate Juli und August, doch auch im September laden GastgeberInnen noch zu diesen besonderen Begegnungen ein. Darüber, wie das temporäre Lokal gestaltet und was an Speisen angeboten wird, entscheiden natürlich die BewohnerInnen.

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Wenn Privatgärten zur Gastronomie werden

In Kehra, einem kleinen Ort etwa 40 bis 45 Autominuten östlich der Hauptstadt Tallinn, betreibt Heiki Kalvik jährlich ein solches Pop-up-Café in seinem Garten. Dort serviert er selbst zubereitete Speisen, die Gäste anschließend unter freiem Himmel verzehren. "Ich bin sehr kontaktfreudig und koche gerne", sagte er vor wenigen Wochen der britischen Rundfunkanstalt. "Es macht mir Spaß, Gäste zu empfangen, und ich bin stolz auf unseren Außenbereich."

Nicht nur in der Altstadt von Tallinn gibt es gemütliche Ecken. © iStock via Getty/maksime
Nicht nur in der Altstadt von Tallinn gibt es gemütliche Ecken. © iStock via Getty/maksime

Andere GastgeberInnen wählen weitere Ansätze. Ebenfalls in Kehra verwandelt sich beispielsweise eine Garage hinter einem Wohnhaus für einen Tag in ein improvisiertes Lokal. Das Angebot reicht von Sushi über Quiche bis hin zu Pommes und Schokoladenkuchen. Während einige VeranstalterInnen aufwendige Bereiche mit zahlreichen Sitzgelegenheiten aufbauen, setzen andere bewusst auf schlichte Konzepte. Selbst Kinder nehmen teilweise mit kleinen Limonadenständen teil.

Von der Inselidee zur landesweiten Tradition

Ihren Ursprung haben die Heimcafé-Tage im Jahr 2007 auf der Insel Hiiumaa.

Tourismus-Veranstalter suchten seinerzeit nach Wegen, Gäste auch außerhalb des gut besuchten Julis anzuziehen. Bei der Premiere machten damals 15 Haushalte mit. Mittlerweile lockt ein mehrtägiges Event im August Tausende Menschen auf die Insel.

Längst sind die Heimcafé-Tage mehr als nur eine gastronomische Attraktion. Sie bieten die außergewöhnliche Möglichkeit, private Anwesen zu besuchen und dabei authentische Familienrezepte, lokale Köstlichkeiten sowie die regionale Kultur zu entdecken.

Würdest Du ein Gartencafé in Estland besuchen?

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Quelle: spot on news