Abenteuer Griechenland
Kreta für Alleinreisende: 7 Orte abseits der Menschenmassen
Wer an Kreta denkt, hat oft die großen Hotelanlagen an der Nordküste vor Augen, volle Busse zur Samaria-Schlucht und Gedränge in der Altstadt von Chania. Doch Griechenlands größte Insel hat mehr zu bieten: Buchten im Süden, in die keine Straße führt, Bergdörfer, in denen abends die Lyra erklingt, und im Osten eine Hafenstadt, in der es deutlich ruhiger zugeht.
Unsere sieben Orte für Alleinreisende erreichst Du per Linienbus oder Boot, nur für einzelne Ausflüge brauchst Du ein Auto oder Taxi. Sie bringen Dich nah an die kretische Kultur und die Menschen, bieten auch bei Wind, Regen oder Hitze genug Programm und viele Gelegenheiten, ungezwungen Kontakte zu knüpfen: auf Fernwanderwegen, im Kafenion, auf Dorffesten oder beim Warten auf das nächste Boot.
Besonders gut eignet sich der Herbst: Im Oktober liegen die Höchstwerte im Schnitt noch um 23 Grad, ideal zum Wandern. Ende Oktober stellen allerdings mehrere Bootsverbindungen und einzelne Sehenswürdigkeiten den Betrieb ein, und schon ab Mitte Oktober fahren viele Busse seltener.
Wenn Du allein wanderst, sag in Deiner Unterkunft Bescheid, welche Route Du gehst und wann Du zurück sein willst. Die Griechische Zentrale für Fremdenverkehr (EOT) rät sogar, möglichst nicht allein zu wandern. Starte früh, nimm reichlich Wasser, Sonnenschutz und ein geladenes Handy mit. Die Rettungsdienste erreichst Du unter der 112, auch auf Englisch.
Folge unserem WhatsApp Kanal!Gutscheine, Gewinnspiele, relevante News & Updates zum Thema Reisen!Zum KanalPaleochora
Paleochora liegt auf einer schmalen Halbinsel an der Südwestküste, rund zwei Busstunden von Chania entfernt. Über dem Ort stehen die Reste der venezianischen Festung Castel Selino, auf der Ostseite erstreckt sich ein Kieselstrand, auf der Westseite ein langer Sandstrand.
Warum Paleochora zu Alleinreisenden passt: Statt großer Hotels gibt es vor allem kleine, familiengeführte Pensionen und Tavernen, der Rhythmus ist entspannt. Als Etappenort am Europäischen Fernwanderweg E4 zieht Paleochora viele Wandernde an. Unterwegs triffst Du Gleichgesinnte, abends ergibt sich oft ein Gespräch am Nachbartisch.
Das kannst Du erleben: Die Küstenwanderung auf dem E4 nach Sougia gehört zu den schönsten Strecken im Südwesten. Auf 15 bis 16 Kilometern führt sie über Klippen, vorbei an der antiken Stätte Lissos und zum Schluss durch die Lissos-Schlucht. Zurück bringt Dich das Linienboot, das bis Ende Oktober fährt. In der Saison fahren außerdem Boote nach Elafonisi und auf die Insel Gavdos. Im Sommer zeigt ein Freiluftkino abends Filme.
Unser Tipp: Plane die Wanderung nach Sougia für das späte Frühjahr oder den Herbst, dann ist es auf der Küstenstrecke angenehmer als in der Sommerhitze.
Unsere Hotelempfehlung: Das Libyan Princess liegt zentral im Ort und ist nachts trotzdem angenehm ruhig. Das kleine Hotel hat 33 Zimmer mit Balkon, die entweder auf Paleochora oder auf Pool und Garten blicken. Gäste loben vor allem das herzliche Personal und das Frühstück.
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Loutro
Loutro liegt in einer geschützten Bucht an der Südküste von Sfakia, am Fuß steiler Berghänge. Eine Straße gibt es nicht: Du kommst nur mit dem Boot oder zu Fuß hierher, die Fähre ab Chora Sfakion braucht rund 20 Minuten.
Warum Loutro zu Alleinreisenden passt: In einem Dorf ohne Straße geht es zwangsläufig gemächlich zu. Fast alle Gäste kommen zum Wandern, Schwimmen oder Abschalten, so entsteht leicht ein lockeres Miteinander: Man sieht sich morgens am Anleger, mittags am Strand und abends in der Taverne am Wasser. Viele Wandernde auf dem E4 legen hier einen Zwischenstopp ein.
Das kannst Du erleben: Die kleinen Kieselstrände haben meist ruhiges, klares Wasser, gut zum Schnorcheln. Auf dem E4 erreichst Du in rund einer Stunde den Strand Glyka Nera mit seinen Süßwasserquellen, in der anderen Richtung in rund anderthalb Stunden den Strand Marmara am Ausgang der Aradena-Schlucht. Bei schlechtem Wetter können die Fähren ausfallen, plane daher für die Abreise etwas Puffer ein.
Unser Tipp: Reise im Mai oder Anfang Oktober. Im Hochsommer wird es in der kleinen Bucht voll, in der Nebensaison ist das Wetter angenehm und deutlich weniger los.
Unsere Hotelempfehlung: Das Hotel Sifis steht direkt am Wasser am Ende der Bucht. Von den Balkonen der klimatisierten Zimmer blickst Du über Loutro, unten lädt ein gemütliches Café mit Terrasse zum Verweilen ein. Abends kann es dort allerdings auch mal lebhafter werden.
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Plakias
An der Südküste der Region Rethymno liegt Plakias, eingerahmt von steilen Bergen und dem Libyschen Meer. Der sandige Hauptstrand ist rund 1,3 Kilometer lang, Busse verbinden den Ort mehrmals täglich mit Rethymno.
Warum Plakias zu Alleinreisenden passt: Plakias ist seit Langem ein Treffpunkt für Individualreisende, Wandernde und Rucksackreisende – ein Geheimtipp ist der Ort also nicht. Die Stimmung ist locker und international, und bei den vielen Wanderungen findet sich oft jemand, der den gleichen Weg geht. Wer es ruhiger mag, übernachtet im Bergdorf Myrthios oberhalb und läuft abends hinunter ans Meer.
Das kannst Du erleben: Ein steiler Fußweg führt hinauf nach Myrthios, ein Küstenpfad an kleinen Buchten vorbei nach Damnoni. Bekanntestes Ziel ist der Palmenstrand von Preveli, wo ein Fluss ins Meer mündet und an seinen Ufern wilde Palmen wachsen. Ohne Auto bringt Dich in der Saison ein Ausflugsboot hin. Im Juli und August ist es tagsüber voll, ruhiger wird es früh morgens und am späten Nachmittag. Bei Regen lohnt das nahe Kloster Preveli, das im kretischen Widerstand eine wichtige Rolle spielte.
Unser Tipp: Mach einen Abstecher ins Bergdorf Spili an der Busstrecke von Rethymno nach Agia Galini. Am historischen Brunnen mit 25 steinernen Löwenköpfen füllst Du Deine Wasserflasche mit frischem Quellwasser auf.
Unsere Hotelempfehlung: Das kleine, inhabergeführte Sofia Hotel liegt wenige Gehminuten vom Sandstrand entfernt. Neben Doppel- gibt es auch Einzelzimmer, praktisch, wenn Du allein reist. Gelobt werden vor allem die Sauberkeit und das hausgemachte Frühstück auf der Gartenterrasse. Ab und zu organisiert das Haus kretische Grillabende mit Livemusik.
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Anogia
Auf rund 740 Metern Höhe am Nordhang des Psiloritis, zwischen Heraklion und Rethymno, liegt Anogia. Das Dorf ist für seine gelebten Traditionen bekannt, Busse fahren ab Heraklion.
Warum Anogia zu Alleinreisenden passt: Hier erlebst Du Kreta so, wie es kaum ein Strandort zeigt. Anogia ist der Geburtsort des Sängers und Lyra-Spielers Nikos Xylouris, und die Musik ist bis heute Teil des Alltags. Im Sommer gibt es Konzerte und Feste, etwa das Yakinthia-Festival im Juli und die Feiern um den 15. August. Wer als Gast Interesse zeigt, kommt hier auch allein leicht ins Gespräch.
Das kannst Du erleben: Beim Bummel durch die Gassen lernst Du ein Dorf mit langer Webtradition kennen. Bei Regen lohnen sich das kleine Nikos-Xylouris-Haus und die Kirche Agios Ioannis Prodromos mit Fresken aus dem 14. Jahrhundert. Gut 20 Straßenkilometer entfernt liegt auf rund 1.400 Metern die Nida-Hochebene, Ausgangspunkt für Wanderungen zur Ideon-Höhle, in der laut Mythos Zeus aufwuchs. Ohne eigenes Auto ist sie allerdings kaum zu erreichen.
Unser Tipp: Frag nach Livemusik – in der Taverne, im Kafenion oder in Deiner Unterkunft. Die Einheimischen wissen am besten, wo abends gerade Lyra gespielt wird.
Unsere Hotelempfehlung: Rund einen Kilometer außerhalb des Dorfs liegt an der Straße Richtung Nida-Hochebene auf etwa 910 Metern Höhe das Delina Mountain Resort. Die 13 Zimmer blicken auf die Berge, dazu kommen ein Hallenbad und ein Wellnessbereich.
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Archanes
Rund 15 Kilometer südlich von Heraklion liegt Archanes inmitten von Weinbergen und Olivenhainen. Busse fahren mehrmals täglich ab Heraklion. Besiedelt war der Ort schon in minoischer Zeit, heute leben hier knapp 4.000 Menschen.
Warum Archanes zu Alleinreisenden passt: Archanes ist nah genug an Heraklion für einen Stadtausflug, aber ruhig genug, um wirklich anzukommen. Die Tavernen locken auch Gäste aus Heraklion an. Am Nachbartisch sitzen so oft Einheimische, und ein Gespräch ergibt sich leicht.
Das kannst Du erleben: Über dem Ort erhebt sich der 811 Meter hohe Juktas, vom Gipfel reicht der Blick über Zentralkreta. Weingüter der Region geben Einblicke in den kretischen Weinbau. Bis zum Palast von Knossos sind es keine zehn Kilometer – wer früh am Morgen kommt, entgeht den großen Reisegruppen.
Unser Tipp: Starte die Juktas-Wanderung am frühen Morgen. Oben ist es dann noch angenehm kühl, und zum Mittagessen bist Du rechtzeitig zurück in einer der Tavernen am Dorfplatz.
Unsere Hotelempfehlung: Am Fuß des Juktas liegt das Kalimera Archanes Village. Statt in klassischen Zimmern wohnst Du hier in traditionell eingerichteten Häusern über zwei Etagen mit Wohnzimmer und Kamin, eigener Küche, Schlafzimmer und Balkon.
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Kritsa
Rund zehn Kilometer von Agios Nikolaos entfernt liegt am Hang des Dikti-Gebirges, der Linienbus fährt ab Agios Nikolaos. Das Dorf ist bekannt für seine Tradition des Webens und Stickens, in den Gassen hängen bunte Decken und Tücher vor den Läden.
Warum Kritsa zu Alleinreisenden passt: Kritsa verbindet Kultur, Natur und Dorfleben auf kleinstem Raum, und alles ist zu Fuß erreichbar. In den kleinen Läden arbeiten oft die Weberinnen selbst, und wer Interesse zeigt, erfährt viel über ihr Handwerk. Tagsüber kommen Ausflugsgäste, abends wird es im Dorf deutlich ruhiger.
Das kannst Du erleben: Kurz vor dem Ort steht die Kirche Panagia Kera mit einem der bedeutendsten Bestände byzantinischer Fresken auf Kreta. Rund drei Kilometer entfernt liegt die antike Stadt Lato, die als am besten erhaltene Stadt der klassisch-hellenistischen Zeit auf Kreta gilt. Aktive zieht es in die Kritsa-Schlucht, die stellenweise sehr eng ist und Kletterei über glatte Felsblöcke verlangt. Nach starken Regenfällen verzichtest Du besser auf die Tour.
Unser Tipp: Kombiniere Panagia Kera und Lato an einem Vormittag, nur nicht dienstags, dann sind beide geschlossen. Starte früh, dann teilst Du die Fresken mit nur wenigen anderen und bist in Lato, bevor es mittags heiß wird.
Unsere Hotelempfehlung: In Kritsa selbst gibt es vor allem Ferienhäuser. Eine gute Basis ist deshalb Agios Nikolaos. Dort liegen die privat geführten Palazzo Arhontiko Apartments direkt am kleinen Stadtstrand Kitroplatia, wenige Gehminuten vom Zentrum entfernt. Die Apartments haben eine Küchenzeile und einen Balkon mit Blick über den Golf von Mirabello.
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Sitia
Im Nordosten der Insel liegt die Hafenstadt Sitia. Gut 11.000 Menschen leben hier, touristisch geht es deutlich ruhiger zu als weiter westlich. Von Agios Nikolaos fährt der Bus in knapp zwei Stunden hierher. Über der Stadt erhebt sich die Festung Kazarma.
Warum Sitia zu Alleinreisenden passt: Sitia ist eine lebendige kretische Kleinstadt und kein reiner Ferienort. An der Hafenpromenade mischen sich Einheimische und die vergleichsweise wenigen Reisenden, die den Weg in den Osten finden. Wer ein paar Tage bleibt, trifft viele Gesichter bald wieder.
Das kannst Du erleben: Von der Festung Kazarma hast Du einen weiten Blick über Hafen und Bucht. Rund um die Stadt erstreckt sich der UNESCO-Geopark Sitia mit markierten Wanderwegen durch karge Felslandschaften. Das wehrhafte Kloster Toplou stellt heute Bio-Olivenöl und Wein her, bei Badewetter lockt der Palmenstrand von Vai. Und bei Zakros beginnt die Schlucht der Toten, die zu den Resten eines minoischen Palasts am Meer führt.
Unser Tipp: Leih Dir für einen Tag ein Auto und verbinde das Kloster Toplou mit dem Palmenstrand von Vai. Für die Schlucht der Toten planst Du besser einen eigenen Tag ein, denn der Weg endet unten in Kato Zakros, nicht am Ausgangspunkt.
Unsere Hotelempfehlung: Das Hotel Sitia Bay liegt am Stadtrand direkt am Sandstrand, der mit der Blauen Flagge ausgezeichnet ist. In die Stadt und zur Hafenpromenade gehst Du zu Fuß.