Filmwelten entdecken
Drehorte in Neuseeland: Roadtrip durch Mittelerde, Narnia und Co.
Einmal durch das Auenland spazieren, die vulkanische Landschaft Mordors durchqueren und wenige Tage später stehen, wo einst die große Schlacht um Narnia gedreht wurde: In Neuseeland liegen einige der bekanntesten Filmschauplätze der Welt erstaunlich nah beieinander.
Mehr als 150 Drehorte auf der Nord- und Südinsel wurden allein für die „Herr der Ringe“-Trilogie genutzt. Dazu kommen Kulissen aus „Der Hobbit“, „Die Chroniken von Narnia“, „Last Samurai“ und zahlreichen weiteren Produktionen. Manche erkennst Du sofort wieder, andere wurden nach den Dreharbeiten vollständig zurückgebaut. Die Landschaft ist trotzdem geblieben und häufig mindestens genauso beeindruckend wie im Film. Für die gesamte Route solltest Du Dir auf jeden Fall mindestens drei Wochen Zeit nehmen. Hast Du weniger Zeit, kannst Du Dich entweder auf die Nordinsel mit Hobbingen, Mordor und Wellington oder auf die Südinsel mit Narnia, Rohan und den Pelennor-Feldern konzentrieren.
Flexibel reisen mit dem passenden Mietwagen
Deine Routenplanung
Nordinsel
Auckland → Coromandel Peninsula → Matamata → Tongariro-Nationalpark → optionaler Abstecher zum Mount Taranaki → Wellington
Überfahrt
Wellington → Fähre nach Picton
Südinsel
Picton → Kaikōura → Christchurch → Tagesausflug nach Flock Hill → Mount Sunday → Elephant Rocks und Duntroon → Twizel → Queenstown und Glenorchy
Wieso sich der Mietwagen lohnt
Viele Filmschauplätze liegen außerhalb der Städte, am Ende kleiner Landstraßen oder in Regionen, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln nur schwer erreichbar sind. Mit einem Auto kannst Du die bekannten Drehorte mit Nationalparks und Wanderungen durch die Natur verbinden.
Einige der Drehorte erreichst Du nach einem kurzen Spaziergang vom Parkplatz aus, andere erreichst Du erst nach einer längeren Wanderung. Wieder andere befinden sich auf privatem Gelände und können ausschließlich im Rahmen einer geführten Tour besucht werden. Hobbingen ist dafür das bekannteste Beispiel: Das Filmset liegt auf einer privaten Farm und ist nur mit einer gebuchten Führung zugänglich. Da die Route über beide Hauptinseln führt, solltest Du außerdem vor der Buchung prüfen, ob Du den Mietwagen mit auf die Fähre nehmen darfst.
Coromandel Peninsula: Durch den Torbogen nach Narnia
Dein Film-Roadtrip beginnt in Auckland. Von hier führt Dich die erste Etappe auf die Coromandel Peninsula, deren Strände und bewaldete Hügel als Kulisse für „Die Chroniken von Narnia: Prinz Kaspian von Narnia“ dienten. Der bekannteste Drehort ist Cathedral Cove. Im Film gelangen die Geschwister durch den Felsbogen zurück nach Narnia und entdecken die Überreste von Cair Paravel. Auch ohne Filmbezug gehört die Bucht mit ihrem hellen Sand, dem türkisfarbenen Wasser und dem natürlichen Torbogen zu den bekanntesten Küstenlandschaften Neuseelands.
Bevor Du losfährst, macht es Sinn, sich über die aktuelle Zufahrt zu informieren. Je nach Zustand der Wanderwege und Straßen kann Cathedral Cove zu Fuß, per Boot oder mit einem Wassertaxi erreichbar sein. Vom Wasser aus kannst Du außerdem weitere Buchten und Felsformationen entlang der Küste entdecken.
Ideen rund um Cathedral Cove
- mit dem Kajak oder Wassertaxi zur Bucht fahren
- am Hahei Beach entspannen
- die Felsformationen entlang der Küste erkunden
- einen Abstecher zum Hot Water Beach einplanen
Matamata: Einmal durch Hobbingen spazieren
Von der Coromandel Peninsula geht es weiter nach Matamata. Zwischen grünen Hügeln und Weideland entstand hier das Auenland mit Hobbingen, Beutelsend und dem Gasthaus „Zum Grünen Drachen“. Die Landschaft rund um Matamata wurde für „Der Herr der Ringe“ ausgewählt und später für die „Hobbit“-Filme vollständig neu aufgebaut. Anders als viele andere Filmsets blieb Hobbingen anschließend erhalten und gehört heute zu den meistbesuchten Filmschauplätzen Neuseelands. Das Set ist so detailreich gestaltet, dass Du Dich schnell fühlst, als wärst Du tatsächlich im Auenland gelandet.
Bei der Führung läufst Du an den runden Türen der Hobbithöhlen vorbei, siehst Beutelsend und erreichst schließlich den Grünen Drachen. Die Touren finden ausschließlich geführt statt und sind häufig schon im Voraus schnell ausgebucht. Eine frühzeitige Reservierung lohnt sich deshalb besonders, vor allem in der Hauptsaison.
Tongariro-Nationalpark: Zu Fuß durch Mordor
Von der friedlichen Welt der Hobbits führt die Route weiter in eine Landschaft, die kaum gegensätzlicher wirken könnte. Die Vulkane und Lavafelder des Tongariro-Nationalparks wurden in „Der Herr der Ringe“ zu Mordor. Der Mount Ngauruhoe ist dabei besonders leicht wiederzuerkennen: Im Film bildet er die Grundlage für den Schicksalsberg.
Der Tongariro-Nationalpark ist Neuseelands ältester Nationalpark und zählt aufgrund seiner vulkanischen Landschaft sowie seiner kulturellen Bedeutung für die Māori zum UNESCO-Welterbe. Die bekannteste Möglichkeit, die Landschaft zu erkunden, ist das Tongariro Alpine Crossing. Die anspruchsvolle Wanderung führt über rund 20 Kilometer durch vulkanisches Gelände, vorbei an Kratern und auffällig gefärbten Seen. Für die Wanderung solltest Du während der Sommersaison etwa sieben bis acht Stunden einplanen.
Die Wanderung ist allerdings kein gewöhnlicher Spaziergang zu einem Drehort. Das Wetter kann schnell umschlagen und die Strecke führt durch offenes alpines Gelände. Alpine Erfahrung und entsprechende Ausrüstung schaden daher nicht, auch eine geführte Tour lohnt es sich in Erwägung zu ziehen. In der Sommersaison kann man sich überlegen, ein Shuttle zu buchen, da an den Straßenenden Parkbeschränkungen gelten.
Für einen kürzeren Aufenthalt
Du musst nicht das vollständige Alpine Crossing wandern, um etwas von der Mordor-Landschaft zu sehen. Rund um Whakapapa findest Du mehrere kürzere Wanderwege mit Blick auf die vulkanische Umgebung. Je nach Wetterbedingungen prüft man am besten unmittelbar vor dem Besuch, welche Wege geöffnet und sicher begehbar sind.
Optionaler Abstecher: Mount Taranaki als japanischer Fuji
Hast Du einige zusätzliche Tage zur Verfügung, kannst Du westlich zum Mount Taranaki weiterfahren. Der fast symmetrische Vulkan stand in „Last Samurai“ für den japanischen Fuji. Teile des Films wurden in der Region Taranaki gedreht, obwohl die Handlung im Japan des 19. Jahrhunderts spielt. Rund um den Berg findest Du kurze Spazierwege ebenso wie anspruchsvollere Wanderungen. Der Vulkan ist kein unmittelbarer Teil der kürzesten Route nach Wellington, eignet sich aber gut als zusätzlicher Filmstopp.
Wellington: Wo Mittelerde hinter den Kulissen entstand
Wellington ist nicht nur die Hauptstadt Neuseelands, sondern auch das Zentrum der neuseeländischen Filmindustrie. In der Stadt und ihrer Umgebung wurden zahlreiche Szenen aus „Der Herr der Ringe“ gedreht. Gleichzeitig entstanden in den Werkstätten von Wētā Requisiten, Figuren, Kostüme und Spezialeffekte für Produktionen wie „Der Herr der Ringe“, „Der Hobbit“, „Avatar“ und „Black Panther: Wakanda Forever“.
Einer der am einfachsten zugänglichen Drehorte liegt am Mount Victoria. Die Waldwege wurden zu den Wäldern des Auenlandes, in denen sich die Hobbits vor den Schwarzen Reitern verstecken. Viel von der Filmkulisse ist heute nicht mehr vorhanden, doch mit den passenden Szenenbildern lässt sich der Ort noch gut zuordnen.
Etwas weiter außerhalb findest Du weitere Mittelerde-Schauplätze:
- Harcourt Park: Das Gelände in Upper Hutt wurde für die Gärten von Isengart genutzt. Die Filmkulissen wurden nach den Dreharbeiten entfernt.
- Hutt River: Abschnitte des Flusses stellten den Anduin dar.
- Kaitoke Regional Park: Die bewaldete Umgebung wurde zu Bruchtal. Heute weisen Schilder auf den Drehort hin, auch wenn die eigentlichen Sets längst verschwunden sind.
Für den Blick hinter die Kulissen lohnt sich auf jeden Fall auch eine Führung durch Wētā Workshop. Dort erfährst Du, wie Requisiten, Rüstungen, Kreaturen und Spezialeffekte für internationale Filmproduktionen entstehen.
Mit der Fähre auf die Südinsel
Von Wellington setzt Du über die Cookstraße nach Picton auf der Südinsel über. Anschließend führt die Route weiter nach Christchurch. Die Etappe ist lang, deshalb lohnt es sich, zwischen Picton und Christchurch mindestens eine Übernachtung einzuplanen. Je nach verfügbarer Zeit kannst Du beispielsweise in Marlborough, Kaikōura oder direkt in Christchurch stoppen.
Flock Hill: Schauplatz des großen Narnia-Finales
Westlich von Christchurch beginnt der Südinsel-Teil Deiner Filmreise. Über die Canterbury Plains und den Arthur’s Pass Highway erreichst Du Flock Hill. Zwischen zerklüfteten Kalksteinfelsen und weiten Tälern wurde die große Entscheidungsschlacht aus „Die Chroniken von Narnia: Der König von Narnia“ gedreht. Die Region liegt ungefähr 90 Autominuten von Christchurch entfernt. Schon die Anfahrt führt durch eine Landschaft, die problemlos als Kulisse für eine Fantasywelt durchgehen könnte.
Da sich Teile des Drehortes auf privatem Gelände befinden, solltest Du nicht davon ausgehen, jede Filmposition frei betreten zu können. In der Region werden geführte Aktivitäten und Übernachtungsmöglichkeiten angeboten. Alternativ kannst Du die Fahrt über den Arthur’s Pass mit öffentlich zugänglichen Aussichtspunkten und Wanderwegen verbinden.
Mount Sunday: die Hauptstadt von Rohan
Von Christchurch führt die Route weiter ins Hakatere Conservation Park. Zwischen weiten Ebenen, Flüssen und den Bergen der Southern Alps erhebt sich Mount Sunday. Auf diesem freistehenden Hügel wurde Edoras, die Hauptstadt Rohans, errichtet.
Das Set mit der Goldenen Halle Meduseld wurde nach den Dreharbeiten vollständig entfernt. Trotzdem gehört Mount Sunday zu den Filmschauplätzen, an denen sich die Perspektiven aus den Filmen besonders gut wiedererkennen lassen. Von der Hakatere Potts Road führt ein Wanderweg hinauf zum ehemaligen Standort von Edoras. Vom Gipfel blickst Du über das Rangitata-Tal und die umliegenden Berge.
Elephant Rocks: Aslans Lager mitten im Grünen
Südlich von Mount Sunday wartet ein weiterer Drehort aus „Die Chroniken von Narnia“. In der Nähe des kleinen Ortes Duntroon liegen die Elephant Rocks, große Kalksteinblöcke, die scheinbar zufällig über eine grüne Weide verteilt sind. Im Film wurde die Landschaft zu Aslans Lager. Die Felsen entstanden vor Millionen von Jahren, als sich das Gebiet noch unter dem Meer befand. Heute kannst Du zwischen den ungewöhnlichen Formationen spazieren und versuchen, einzelne Szenen aus dem Film wiederzuerkennen.
Da die Felsen auf landwirtschaftlich genutztem Gelände liegen, solltest Du Dich an die ausgeschilderten Wege halten und Tiere nicht stören. Der Stopp lässt sich gut mit Oamaru verbinden. Die Küstenstadt eignet sich für eine Übernachtung, bevor Du weiter Richtung Mackenzie Country fährst.
Twizel: Die Kulisse der Pelennor-Felder aus Herr der Ringe
Die nächste Etappe führt Dich durch das Mackenzie Country. Rund um Twizel wurden Teile des großen Kampfes auf den Pelennor-Feldern aus „Die Rückkehr des Königs“ gedreht. Die weiten Graslandschaften vor den Southern Alps boten genügend Raum für Reiter, Statisten und die aufwendigen Kampfszenen. Viele der genauen Drehorte befinden sich allerdings auf privatem Land und können nicht frei betreten werden. Geführte Touren ermöglichen teilweise den Zugang zu ausgewählten Schauplätzen.
Auch ohne Tour lohnt sich die Region. Der Lake Pukaki, der Blick auf Aoraki/Mount Cook und die offenen Ebenen gehören zu den eindrucksvollsten Landschaften der Südinsel. Die Southern Alps waren zudem in beiden Mittelerde-Trilogien zu sehen; neben Twizel dienten unter anderem Mount Sunday und die Region rund um Treble Cone als Kulissen.
Queenstown und Glenorchy: Finale zwischen Nebelbergen und Isengart
Zum Abschluss führt Dich der Roadtrip nach Queenstown. Die Region rund um Lake Wakatipu, Glenorchy und Paradise tauchte in verschiedenen Szenen aus „Der Herr der Ringe“ und „Der Hobbit“ auf.
Die Berglandschaften wurden unter anderem als Nebelgebirge, Isengart und Lothlórien inszeniert. Viele Drehorte liegen auf Privatgrundstücken oder sind nur über unbefestigte Straßen erreichbar. Gerade hier kann sich deshalb ausnahmsweise eine geführte Tour lohnen. Alternativ erkundest Du die Landschaft auf eigene Faust und verbindest den Filmbezug mit Wanderungen, einer Bootstour oder der Fahrt nach Glenorchy. In Queenstown kannst Du Deinen Roadtrip beenden. Von hier starten Inlandsflüge nach Auckland und Christchurch.
Das solltest Du vor Deinem Film-Roadtrip wissen
✔ Nicht überall stehen noch Kulissen: Abgesehen von Hobbingen wurden die meisten Sets nach den Dreharbeiten zurückgebaut. Häufig besuchst Du daher vor allem die Landschaft, in der eine Szene entstand.
✔ Einige Drehorte liegen auf Privatgelände: Weiden, Farmen und abgesperrte Straßen sollte man nur mit Erlaubnis betreten. Für manche Schauplätze brauchst Du eine geführte Tour.
✔ Das Wetter kann schnell wechseln: Besonders am Tongariro, am Arthur’s Pass und in den Southern Alps können sich die Bedingungen kurzfristig verändern.
✔ Touren früh reservieren: Hobbingen und beliebte Filmtouren rund um Wellington oder Queenstown können in der Hauptsaison schnell ausgebucht sein.
Top Angebote für Deinen Roadtrip durch Neuseelands Filmwelten
Teile Deine Erfahrungen mit der Community – oder schreib einfach, welche Orte in Neuseeland für Dich echtes Kopfkino waren. Teile Dein Reisewissen mit der HolidayCheck-Community im Forum.



