• ALF229
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    geschrieben 1119617194000

    Quelle Spiegel-Online vom 24.06.05

    Unzählige fliegende Händler an der italienischen Reviera bieten Luxusbrillen aller Marken an - natürlich gefälschte. Eine dänische Urlauberin griff zu, doch der Zehn-Euro-Kauf sollte sie teuer zu stehen kommen.

    Rom - Die 60-jährige Dänin habe einem fliegenden Händler in Ventimiglia für zehn Euro eine nachgemachte Luxusbrille abgekauft und sei dabei erwischt worden, teilte die italienische Polizei am Donnerstag mit. Sie wurde zu einer Strafe von 10.000 Euro verdonnert. Bei der Polizeikontrolle seien auch einige italienische Urlauber ertappt worden, die nun die gleiche Strafe zahlen müssten. Einziger Trost für die Schnäppchenjäger an der italienischen Reviera: Wenn das Bußgeld innerhalb von zwei Monaten bezahlt wird, verringert es sich auf 3333 Euro. Die italienischen Behörden wollen ohne Nachsicht gegen Touristen vorgehen, die im Sommerurlaub gefälschte Markenartikel kaufen. Nach Schätzungen der Finanzpolizei werden in Italien jährlich für vier bis sechs Milliarden Euro nachgemachte Waren verkauft.

    ---------------------------

    Soweit zu den Sitten in Italien. Was ich mich an der Stelle frage ... wieso werden die Touris abgezockt? Dem Händler passiert hingegen nichts. Dann noch etwas ... will ja nicht naiv sein ... aber bei manchen Artikeln die man in der Türkei so sieht, ist nicht unbedingt zu sehen, dass es ein Plagiat ist. OK, man kann davon ausgehen, dass alles was in den Touri-Zentren angeboten wird eine Fälschung ist .. aber ....

    Ob die Türken demnächst auch in Hinblick auf ihr Streben in die EU auch solch eine Gesetzesänderung durchziehen? Oder gar stillschweigend zu solchen Mitteln greifen werden? Eine "Marktlücke" im Abzocken der Touris wäre es allemal.

  • Holginho
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    geschrieben 1119618946000

    "Touri-*******"?

    Gegenfrage:

    Was würdest Du von den Regelungen halten, wenn Du z.B. Angestellter von, sagen wir mal, RayBan wärst, und Dein Arbeitsplatz aufgrund geringen Absatzes (u.a. wegen Markenpiraterie und -plagiaten) in akuter Gefahr wäre?

    Gegenfrage:

    Warum sind die Italiener, Türkei (oder auch Griechen, Ägypter etc.) die bösen "Abzocker". Bei Nichteinhaltung gewisser Regeln können Dir Deine "Schnäppchen" jederzeit bei der Einreise vom deutschen Zoll abgenommen werden - oder Du mußt tüchtig nachzahlen.

    Ich sehe ehrlich gesagt das Problem nicht.

    “Mit dummen Menschen streiten ist wie mit einer Taube Schach zu spielen...“ Rest bei Bedarf googeln!
  • melbelle
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    geschrieben 1119620003000

    Lieber Prinzensohn :-) ,

    ich sehe das genauso wie Du.

    Allerdings sollte man mit den Verlustschätzungen nicht so übertreiben. Denn wenn ich mir eine Louis Vuitton Faketasche in der Türkei kaufe, heisst das noch lange nicht, dass ich mir, wenn es keine Fakes geben würde, diese sonst im Laden als Original gekauft hätte. Denn das ist preislich definitiv über meinen Verhältnissen.

    Anders sieht es natürlich mit lower-price Markenartikel aus.

    Ich finde es übertrieben von den Italienern, so hart einzugreifen, wenn man sich selbst mal z. B. eine Sonnenbrille von "Gucci" kauft, oder ein Käppi von "Dior"....sind doch Urlaubsutensilien, was kann der Tourist dafür, dass die auf den Märkten fast nur solche Fakes anbieten und keine neutrale Ware...da muss man die Kirche mal im Dorf lassen.

    Anders ist es, wenn man den ganzen Koffer voll Zeugs mit heimschleppt und bewusst übertreibt um das dann vielleicht noch in Ebay zu verschachern. Diesen Leuten gehört gewaltig auf die Finger geklopft!!

    ;) melbelle
  • Holginho
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    geschrieben 1119620922000

    Bei Luxusartikel wie z.B. Vuitton- oder Hermes-Taschen ist der Verlust in dieser(!!!) Hinsicht sicher nicht so groß. Hier geht es aber auch um Exklusivität. Es soll gar nicht "jeder" mit solchen Täschchen rumrennen - denn die eigentliche Käuferschicht meidet solche Produkte erfahrungsgemäß bei Verlust der Exklusivität.

    Mercedes hat z.B. damals die A-Klasse erst gegen recht großen Widerstand in den eigenen Reihen und dem eigentlichen Kundenkreis auf den Markt gebracht - eben aus diesem Grund!

    Ähnlich verhält es sich mit Nobel-Sonnenbrillen und v.a. auch Uhren und Schmuckimitaten!

    1(!!!) Käppi, T-Shirt, Hose...das sind sicherlich auf den ersten Blick "normale" Urlaubsmitbringsel...für den Einzelnen(!). In der Masse der Touris stellt sich das dann schon wieder ganz anders dar...v.a. bleibt's ja oft nicht bei einem Teil - da werden ganze Koffer (auch dort gekauft!) rausgeschleppt.

    Eine andere Frage ist:

    Sollten die Behörden gegen die Käufer oder die Verkäufer vorgehen?

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  • reiseprofi29
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    geschrieben 1119626173000

    ... kommt mir etwas eigenartig vor die ganze Diskussion:

    Wenn die ital. Finanzpolizei "Bußgelder" verhängt, muß es in Italien doch wohl eine Strafvorschrift geben, die den Erwerb "nachgemachter" Markenartikel dem staatlichen Strafanspruch unterwirft. Natürlich gilt das Recht des "Tatorts". Jedenfalls für Deutschland ist mir aber keine derartige Vorschrift bekannt, lasse mich jedoch gerne aufklären.

    Unstrittig ist, daß das deutsche Markengesetz (MarkenG) Schadenersatz- und Unterlassungspflichten statuiert, wenn jemand im "geschäftlichen Verkehr" eine fremde Marke benutzt. Diese Ansprüche sind aber rein zivilrechtlicher Art (§ 14 MarkenG).

    Darüber hinaus stellt § 143 MarkenG die "widerrechtliche Benutzung einer Marke im geschäftlichen Verkehr" unter Geld- bzw. Freiheitsstrafe bis zu 3 Jahren. Bei "gewerbsmäßiger" Begehung ist die Strafe Geld- oder Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren (Gewerbsmäßigkeit liegt vor, wenn sich jemand durch die Tat eine regelmäßige Einnahmequelle von einiger Höhe verschaffen will).

    Diese Vorschriften des dt. Rechts betreffen aber alle nicht den Urlauber, der sich eine "falsche" Tasche, T-Shirt,... kauft. Dem es höchstens passieren, daß ihm der dt. Zoll den ganzen Krempel abnimmt:

    § 146 MarkenG: "Waren, die widerrechtlich mit einer nach diesem Gesetz geschützten Marke oder geschäftlichen Bezeichnung versehen sind, unterliegen....auf Antrag und gegen Sicherheitsleistung des Rechtsinhabers bei ihrer Einfuhr oder Ausfuhr der Beschlagnahme durch die Zollbehörde, sofern die Rechtsverletzung offensichtlich ist.

    Wenn aber jemand am Flughafen vom dt. Zoll mit zwei Koffern voll falscher Sonnenbrillen, Handtaschen usw. erwischt wird, liegt natürlich eine Markenverletzung im "geschäftlichen Verkehr" vor. Aber der Standard-Urlauber, der allein für den persönlichen Bedarf eingekauft hat....?

    Noch was: Bitte die ganze Thematik nicht mit dem Urhebergesetz durcheinanderbringen (dieses beträfe z.B. nachgemachte Musik-CDs, Software usw.).

    Noch was zum 2. (wird jetzt zwar Türkei-untypisch, gehört aber zum Thema -sorry Admin): Man muß gar nicht so weit gucken (Italien, Türkei): Auf den Basaren an den deutschen Grenzübergängen zu Polen und Tschechien wird nur solch nachgemachtes Zeug verkauft (Textilien, CDs usw.). Abgesehen davon, daß es keine regelmäßigen Zollkontrollen mehr gibt, ist dieser höchstens dann eingeschritten, wenn jemand die Wertgrenzen überschritten hatte (also mehr als eine Stange Zigaretten, 1 Flasche Schnaps usw.).

    Grüßchen

  • melbelle
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    geschrieben 1119883527000

    Sohn vom Prinz:

    meine Oma z. B. die weiß gar nicht, was Gucci oder Prada ist, lebt vielleicht hinterm Mond, aber da wird sie nicht alleine stehen.

    Nehmen wir an, sie kauft sich auf einem Markt eine Sonnenbrille, weil ihre eigene von zuhause eben kaputt gegangen ist. Sie kauft sich eine, die ihr gefällt und die zu ihr passt und schaut nicht auf Marken, weil sie außer C&A, K&L-Ruppert und Woolworth eh nichts anderes kennt. Zufällig erwischt sie aus dem 95 % Plagiatanteil eine Fälschung. Ist das denn strafbar?

    wie andere schon sagen, ist doch normalerweise der Vertreiber dieser Fälschungen haftbar zu machen.

    Die ausländischen Behörden, sind wir doch mal ehrlich, haben doch nur eins im Sinn: den Touristen abzocken. Die eigenen Leute kommen oft mit blauem Auge davon.

    Bestes Beispiel Tschechien: als Falschparker aus dem Ausland kriegst Du sofort die Radkralle und zahlst kräftig Strafe, ein Einheimischer kriegt gar nichts! Und das kann ich mit besten Gewissen behaupten, da ich ich nicht weit von der Deutsch-Tschechischen Grenze wohne und verhältnismäßig oft drüben bin.

    ;) melbelle
  • melbelle
    Dabei seit: 1109203200000
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    geschrieben 1119883901000

    ach ja: die dt. Zollbeamten am Übergang Tschechien-Deutschland haben schon oft in meinen Taschen gewühlt und die gefälschten Turnschuhe und T-Shirts, die man für die Kinder und für sich selbst so mitnimmt, galant übersehen, selbst die Raubkopien (CD´s) haben sie nur durchgeguckt und mir wieder gegeben. Auf meine Frage einmal, ob ich das alles mitnehmen darf und / oder wonach sie suchen, hat der Beamte nur geantwortet, dass er die Menge des Alkohols / der Zigaretten überprüft und ob NS Material gekauft wurde oder Waffen. Die anderen Sachen haben ihn nicht die Bohne interessiert.

    ;) melbelle
  • Holginho
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    geschrieben 1119885973000

    Ich denke, die "Oma" ist hier aber nicht der Regelfall (und deshalb ist die zu Beginn des threads angegebene "Verurteilung auch "lachhaft").

    Bestimmte Länder werden aber immer wieder auch(!) mit dem Vorsatz bereist, dort mal tüchtig einzukaufen - und zwar ganz gezielt "Markenware"! Gerade hier im Türkei-Forum findest Du unzählige Beiträge dazu.

    Ich bin komplett gegen diese Markenpiraterie und diese sollte noch viel stärker verfolgt und bestraft werden...und dies sowohl in Bezug auf die Hersteller/Vertreiber, alsauch dann in nachfolgender Linie die Konsumenten.

    Mal ein paar kleine Zahlen zur näheren Information:

    Der jährliche Schaden weltweit durch Imitationen/Plagiate/Fälschungen beläuft sich auf rd. 300 Mrd. Euro - davon entfallen alleine auf unser Land jedes Jahr ca. 25 Mrd. Euro. Gleichzeit gehen dabei allein in Deutschland ca. 70.000 Arbeitsplätze verloren.

    Eine Frage: Wie würdest Du wohl als Angestellte eines davon betroffenen Unternehmens von diesen "günstigen Einkäufen" denken?

    “Mit dummen Menschen streiten ist wie mit einer Taube Schach zu spielen...“ Rest bei Bedarf googeln!
  • melbelle
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    geschrieben 1119888717000

    Nur dass die Firmen, die das in Deutschland betrifft, satte Gewinne einfahren (Adidas, Puma...) trotz Piraterie und selbst in Billig-Lohn-Ländern produzieren lassen.

    Bei allem Rechtsverständnis (und ich will mich auch nicht wirklich dagegen auflehnen, bringt außerdem eh nix), muss man mal auch die andere Seite betrachten: In unserer mittlerweile 2-Klassen-Gesellschaft ist solch ein Handeln durchaus nachvollziehbar. Und schafft die Fakeproduktion / der Fakeverkauf der ärmeren Länder nicht auch Geld und Arbeitsplätze? ;-)

     

    ;) melbelle
  • Holginho
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    geschrieben 1119889571000

    "Und schafft die Fakeproduktion/der Fakeverkauf den armen Ländern nicht auch Geld und Arbeitsplätze?"

    Ja, das ist die andere Seite der Medaille ... oberflächlich betrachtet. Denn die Arbeitsplätze der Originalhersteller sind bei Markenpiraterie nunmal auch in Gefahr...und die Originalhersteller haben ganz einfach nunmal gewisse Rechte an ihren Produkten.

    Oder, wie würdest Du dich fühlen, wenn Du Hersteller von etwas bist und bemerkst, das dies im großen Stil irgendwo auf der Welt nachgemacht und verkauft wird - und Du selbst dadurch natürlich weniger verkaufst und durch schlechtere Qualität der anderen ggfs. sogar auch noch einen Imageverlust hast?

    Und, gerade Markenkleidung/div. Statussymbole sind doch auch ein "Grund" und Ausdruck unserer 2-Klassen-Gesellschaft. Aus diesem Grund bin ich z.B. auch für Schul-Uniformen! ...aber das ist ein anderes Thema!

    Mir fehlen aber immer noch Antworten auf meine Fragen! So eine Firma ist abstrakt, da ist das ja alles "nicht so schlimm" - aber wie ist's, wenn ihr selbst (wie auch immer) betroffen wärd?

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