Erhöhung angekündigt
Deutschlandticket wird teurer: Ab Anfang 2027 fast 67 Euro monatlich
Reisenden steht eine erneute Verteuerung beim Deutschlandticket bevor. Diese wurde am 30. September vom "Koordinierungsrat Deutschlandticket" beschlossen. Ab dem 1. Januar 2027 klettert der Ticketpreis laut einer Mitteilung des Bayerischen Staatsministeriums für Wohnen, Bau und Verkehr (StMB) von aktuell 63 Euro auf 66,80 Euro. Zunächst bleibe dieser Preis für zwölf Monate bestehen.
Die Ära des 49-Euro-Tickets liegt mittlerweile weit zurück. Mit der aktuellen Anpassung erfolgt bereits die dritte Preissteigerung innerhalb von drei aufeinanderfolgenden Jahren. Zum Jahresbeginn 2025 stieg der Monatspreis auf 58 Euro, 2026 folgte eine weitere Anhebung auf 63 Euro und nach dem nächsten Jahreswechsel kommen nochmals knapp vier Euro hinzu. Gleichzeitig werden die ermäßigten Varianten angepasst. Das vergünstigte Jobticket schlägt künftig mit 63,46 Euro monatlich zu Buche, das Semesterticket mit 40,08 Euro.
Im November 2025 stimmte der Bundestag der Finanzierung des Deutschlandtickets für den Zeitraum 2026 bis 2030 zu. Jährlich wolle der Bund die Länder mit 1,5 Milliarden Euro unterstützen, um entgangene Einnahmen zu kompensieren, hieß es seinerzeit. Bereits damals wurde angekündigt, dass ab 2027 der Preis "anhand eines zu erarbeitenden Kostenindexes ermittelt werden [soll], der zum Beispiel Lohn- und Energiekosten berücksichtigt".
Folge unserem WhatsApp Kanal!Gutscheine, Gewinnspiele, relevante News & Updates zum Thema Reisen!Zum KanalGenau dieser Index kommt nun zum Einsatz. "Damit greift erstmals der von der Verkehrsministerkonferenz (VMK) bei der Frühjahrskonferenz im März in Lindau einstimmig beschlossene Preisindex", erklärt das StMB in seiner Mitteilung.
Stehen bereits weitere Preiserhöhungen bevor?
Grundlage der Preisanpassung seien Energie-, Personal- und allgemeine Kosten. Der Index werde "nun jährlich zur Feststellung des Preises des Deutschlandtickets zur Anwendung kommen". Entwickeln sich die Kosten entsprechend weiter, könnte daher bereits zum Jahresbeginn 2028 die nächste Erhöhung erfolgen.
Ingo Wortmann, der Präsident des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen, sagt in einer aktuellen Stellungnahme, der erstmalig angewandte Index bringe "mehr Transparenz und Planbarkeit für unsere Kunden sowie für die Branche". Der Branchenverband habe "Verständnis dafür, dass eine Preiserhöhung in Zeiten steigender Verbraucherpreise für manche Fahrgäste schmerzhaft ist. Zugleich treffen die allgemeinen Kostensteigerungen auch die Verkehrsunternehmen hart."
Der Fahrgastverband Pro Bahn reagiert nach Bekanntgabe der Erhöhung mit deutlicher Kritik. "Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) hält den heutigen Beschluss für ein positives Ereignis – so viel zur Kundenorientierung im ÖPNV", kommentiert der Verband.
Die Verbraucherzentrale übt ebenfalls deutliche Kritik, darunter am "absehbar jährlichen Preisanstieg des Tickets". Das Deutschlandticket habe demonstriert, "wie attraktiv ein einfacher und bundesweit nutzbarer öffentlicher Nahverkehr sein kann. Wenn das Ticket nun regelmäßig teurer wird, droht dieser Erfolg schrittweise ausgehöhlt zu werden", warnt die Vorständin des Verbraucherzentrale Bundesverbands, Ramona Pop. Besonders in Zeiten von steigenden Spritpreisen bräuchten VerbraucherInnen "attraktive Alternativen zum Auto". Für Personen, die öffentliche Verkehrsmittel nur gelegentlich nutzen, sei "das Deutschlandticket aufgrund der Preissteigerungen jedoch immer seltener eine passende Option".