100-ml-Regel oder 2 Liter?
Was ist im Handgepäck erlaubt? Flüssigkeiten bis zu 100 ml oder 2 Liter?
Wer in diesem Sommer mit Handgepäck fliegt, erlebt an der Sicherheitskontrolle gerade eine Überraschung – in die eine oder andere Richtung. Entweder darf die 1,5-Liter-Wasserflasche plötzlich mit. Oder sie landet doch in der Tonne. Beides ist 2026 möglich – je nachdem, an welchem Flughafen und an welcher Kontrollspur Du stehst.
Die Grundregel: 100 ml bleibt der EU-Standard
Die 100-ml-Regel ist EU-weit gesetzlich vorgeschrieben – sie gilt also bei jeder Airline gleich. Flüssigkeiten, Gele und Pasten im Handgepäck müssen in Behältern mit maximal 100 Milliliter Fassungsvermögen mitgeführt werden – und zwar in einem transparenten, wiederverschließbaren Beutel. Entscheidend ist immer die aufgedruckte Behältergröße, nicht der tatsächliche Inhalt: Ein 200-ml-Behälter, der nur halb gefüllt ist, ist nicht erlaubt.
Folge unserem WhatsApp Kanal!Gutscheine, Gewinnspiele, relevante News & Updates zum Thema Reisen!Zum KanalDie neue Ausnahme: CT-Scanner ermöglichen bis zu 2 Liter
Sofern an der Kontrollstelle die richtigen CT-Scanner im Einsatz sind und der jeweilige Flughafen die Neuregelung bereits umsetzt, dürfen Flüssigkeiten in Behältern bis zu 2 Liter im Handgepäck mitgenommen werden. Der transparente Zip-Beutel ist dann nicht mehr nötig, Laptop und Tablets müssen nicht mehr ausgepackt werden.
Wo gilt die 2-Liter-Regel bereits?
Der Rollout läuft — aber uneinheitlich. Das ist der aktuelle Stand für die wichtigsten Abflughäfen deutschsprachiger Reisender:
Köln/Bonn: Seit Anfang Mai 2026 sind Flüssigkeiten bis zu 2 Litern in auslaufsicheren Behältern erlaubt.
Nürnberg: Seit 8. Mai 2026 gilt die neue Regel — Flüssigkeiten, Gele, Laptops, Tablets und Smartphones müssen nicht mehr aus dem Handgepäck genommen werden.
Berlin (BER): Im Terminal 2 sowie in den Pavillons von Terminal 1 gilt die 2-Liter-Regel. In den restlichen Bereichen von Terminal 1 wird noch nachgerüstet — dort weiterhin 100 ml.
Frankfurt: Von 160 Kontrollspuren sind derzeit rund 40 mit CT-Scannern ausgestattet. An nicht umgerüsteten Spuren gilt weiterhin die 100-ml-Regel.
München: Fast das gesamte Terminal 2 sowie große Teile von Terminal 1 sind umgerüstet. An allen CT-Spuren dürfen Flüssigkeiten bis 2 Liter im Gepäck bleiben.
Wien: Ab 4. Juli 2026 dürfen Flüssigkeiten in Behältern bis 2 Liter im Handgepäck mitgenommen werden — Laptops müssen ebenfalls nicht mehr ausgepackt werden.
Zürich: Ab 26. Juni 2026 gilt an allen 26 Kontrolllinien die 2-Liter-Regel. Wer in Zürich nur umsteigt, muss weiterhin die 100-ml-Regel einhalten.
Was bedeutet das für Umsteigeflüge?
Was am Abflughafen erlaubt war, gilt am Umsteigeflughafen nicht automatisch. Wer also in München mit einer vollen Wasserflasche startet und in Frankfurt umsteigt, muss damit rechnen, dass sie am Transfergate nicht mehr akzeptiert wird. Für Reisen mit Zwischenstopp gilt: im Zweifelsfall weiterhin auf 100-ml-Behälter setzen.
Und der Rückflug? Das ist die eigentliche Falle
Die neue 2-Liter-Regel gilt nur dort, wo CT-Scanner im Einsatz sind – und die gibt es 2026 vor allem an deutschen und österreichischen Abflughäfen. Was am Abflughafen erlaubt war, gilt am Umsteigeflughafen nicht automatisch – und erst recht für den Rückflug aus dem Ausland.
Flughäfen in klassischen Urlaubszielen wie Mallorca, der Türkei oder Ägypten unterliegen zwar den EU-Richtlinien für Handgepäck, haben aber in der Regel noch keine CT-Scanner im Einsatz. Das bedeutet: Wer am Rückflug in Hurghada, Antalya oder Palma startet, packt die Sonnencreme, das Shampoo und das mitgebrachte Olivenöl besser wieder in 100-ml-Behälter – egal was am Hinflug möglich war.
Dasselbe gilt für Duty-free-Käufe am Urlaubsflughafen: Flüssigkeiten aus dem Duty-free-Shop dürfen nur in einer durchsichtigen Plastiktüte und nur bis jeweils 100 ml mitgeführt werden, wenn am Abflughafen keine CT-Scanner im Einsatz sind.
Die einfachste Regel für den Rückflug: Im Zweifel vor der Abreise kurz auf der Website des Urlaubsflughafens nachschauen — und lieber einmal zu viel in die kleinen Fläschchen umfüllen.
Was bleibt auch mit CT-Scanner verboten?
Doppelwandige Flaschen wie Thermosflaschen dürfen auch an CT-Spuren nur leer mitgenommen werden, da sie sich nicht vollständig durchleuchten lassen. Analoge Fotofilme können durch CT-Scanner beschädigt werden — wer auf Film fotografiert, sollte ihn separat deklarieren.
Die ehrliche Empfehlung
Wer auf Nummer sicher gehen will – besonders bei Umstiegen – packt weiterhin in 100-ml-Behälter. Wer am eigenen Abflughafen weiß, dass CT-Scanner im Einsatz sind, kann entspannt zur großen Wasserflasche greifen. Im Zweifel: Das Schild vor der Kontrollspur zeigt an, welche Technik dort eingesetzt wird.
Stand: Juli 2026. Die Umrüstung läuft an vielen Flughäfen noch – Änderungen sind kurzfristig möglich. Bitte prüfe vor Deinem Abflug den aktuellen Stand am jeweiligen Flughafen.
Von Flüssigkeiten bis Powerbanks ... Was ändert sich 2026 noch alles beim Handgepäck? Wir zeigen Dir die wichtigsten Neuerungen und Tipps, wie Du entspannt & regelkonform reist.
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