Familie mit Zelt an einem See mit Sonnenuntergang
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Du planst einen Roadtrip, kannst Dich aber nicht entscheiden: Soll es ein Camper werden oder doch lieber ein Mietwagen mit Zelt? Beide Varianten versprechen Flexibilität und jede Menge Naturerlebnisse. Trotzdem unterscheiden sie sich in vielen Punkten deutlich.

Während viele beim Roadtrip zuerst an einen Camper denken, kann auch die Kombination aus Mietwagen und Zelt eine praktische Alternative sein. Je nach Reiseziel, Saison und vorhandener Campingausrüstung kann sie günstiger und flexibler sein als ein Camper. Welche Reiseart besser zu Dir passt, hängt vor allem davon ab, wie Du unterwegs sein möchtest. In diesem Vergleich findest Du die wichtigsten Unterschiede, um die passende Entscheidung für Deinen nächsten Roadtrip zu treffen.

Gemeinsames Campen mit Freunden © luckybusiness - stock.adobe.com
Gemeinsames Campen mit Freunden © luckybusiness - stock.adobe.com

Vorteile beim Mietwagen mit Zelt

Ein normaler Mietwagen lässt sich häufig etwas entspannter fahren als ein großes Wohnmobil. Du findest leichter einen Parkplatz, kommst besser durch enge Straßen und kannst Parkhäuser nutzen, deren Höhenbegrenzung für viele Camper zum Problem wird. Gerade auf Roadtrips mit Stadtbesichtigungen, kleinen Küstenorten oder kurvigen Bergstraßen ist das ein deutlicher Vorteil. Nach der Ankunft auf dem Campingplatz stellst Du Dein Zelt auf und nutzt das Auto anschließend unabhängig von Deinem Schlafplatz.

Auch bei der Fahrzeugwahl ist man häufig flexibler. Für asphaltierte Hauptstraßen reicht je nach Reiseziel häufig ein normaler Kleinwagen oder eine Kompaktklasse. Planst Du dagegen unbefestigte oder nur für bestimmte Fahrzeugarten freigegebene Strecken, kann ein größeres Fahrzeug wie ein SUV praktischer sein. Allerdings bedeutet die Kombination aus Auto und Zelt auch mehr tägliche Arbeit. Wechselst Du häufig den Ort, musst Du das Zelt jeden Abend auf- und am nächsten Morgen wieder abbauen. Bei trockenem Wetter gehört das für viele zum Campinggefühl. Bei Regen und starkem Wind kann derselbe Ablauf jedoch schnell anstrengend werden.

Ein offenes Wohnmobil steht am Wasser
Mit dem Wohnmobil durch die Türkei zu fahren, macht Dich flexibler ©Adobe Stock/ Oleksandr #404268911

Campervan: Schlafzimmer, Stauraum und Küche in einem

Der größte Vorteil eines Campervans zeigt sich häufig nicht erst beim Schlafen, sondern schon beim Essen. Statt bei Wind einen Campingkocher aufzubauen oder auf einen freien Platz in der Gemeinschaftsküche zu warten, kannst Du je nach Fahrzeug direkt im oder am Camper kochen. Bei schlechtem Wetter sitzt Du geschützt, kannst Dir etwas Warmes zubereiten und musst Deine Ausrüstung nicht über den gesamten Campingplatz tragen. Auch spontane Pausen sind einfacher. Nach einer Wanderung kannst Du Dich im Van umziehen, einen Kaffee kochen oder Dich kurz hinlegen. So hast Du jederzeit einen Rückzugsort.

Die richtige Campergröße wählen 

Bei der Camperauswahl lohnt sich ein Blick auf die Innenmaße. Schließlich ist es nicht nur wichtig, ob zwei Personen im Fahrzeug schlafen können, sondern auch, ob man Platz hat sich darin gleichzeitig umzuziehen, zu kochen und es genug Stauraum für das Gepäck hat. 

Daher lohnt es sich vor der Buchung zu prüfen:

  • Wie lang und breit ist die Liegefläche?
  • Kann man im Fahrzeug aufrecht stehen?
  • Wo werden Koffer, Rucksäcke und Schuhe untergebracht?
  • Kann im Innenraum gekocht und gegessen werden?
  • Gibt es eine Heizung?
  • Lassen sich nasse Jacken und Handtücher getrennt aufbewahren?

Bei längeren Reisen kann ein etwas größerer Camper deutlich angenehmer sein. Gleichzeitig steigen mit der Fahrzeuggröße häufig Mietpreis, Kraftstoffverbrauch und Platzbedarf. Es lohnt sich außerdem, Fotos und Videos von ehemaligen KundInnen anzusehen. Bilder ehemaliger Reisender geben oft einen guten Eindruck, wie viel Platz im Alltag tatsächlich vorhanden ist.

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Die tatsächlichen Kosten beim Camping liegen oft höher als gedacht. © iStock via Getty/Gaschwald
Die tatsächlichen Kosten beim Camping liegen oft höher als gedacht. © iStock via Getty/Gaschwald

Der Kostenvergleich: Welche Variante ist günstiger?

Ein Mietwagen mit Zelt ist bei der Fahrzeugmiete häufig günstiger als ein Camper. Für einen fairen Vergleich reicht es aber nicht, nur die beiden Mietpreise nebeneinanderzustellen.

Beim Mietwagen können zusätzliche Kosten entstehen für:

  • Zelt und Campingausrüstung
  • Aufgabegepäck im Flugzeug
  • Schlafsäcke, Matten und Campingkocher
  • Gaskartuschen oder Brennstoff
  • Campingplatzgebühren
  • gelegentliche Hotelübernachtungen
  • Restaurantbesuche bei schlechtem Wetter

Beim Camper solltest Du unter anderem berücksichtigen:

  • höheren Mietpreis
  • zusätzlichen Kraftstoffverbrauch
  • Campingplatz- oder Stellplatzgebühren
  • Reinigungspauschalen
  • Versicherung und Selbstbeteiligung
  • Gas, Strom oder weitere Ausstattung

Besitzt Du bereits eine vollständige Campingausrüstung und kannst sie günstig transportieren, ist der Mietwagen mit Zelt häufig die preiswertere Variante. Musst Du dagegen fast alles vor Ort ausleihen und planst zusätzlich noch Hotelnächte ein, kann der Preisvorteil deutlich schrumpfen. Auch beim Camper gilt: Das günstigste Modell ist nicht automatisch das beste Angebot. Ist der Van so klein, dass Du nach wenigen Tagen zusätzlich ein Hotel buchst, geht die Rechnung auch nicht mehr auf. 

Ein Paar schaut besorgt aus einem Zelt
Beachte, dass auch die luxuriösesten Zelte von Regen, Hitze oder Kälte stärker beeinflusst werden als ein Hotelzimmer © stock.adobe.com - Monkey Business

Regen: der Endgegner beim Zelten

Ein Regenschauer im Zelturlaub ist noch kein Drama. Schwieriger wird es, wenn Du am nächsten Morgen weiterfahren möchtest und Dein Zelt nass einpacken musst. Am Abend baust Du dann ein Zelt auf, das noch vom Vortag nass ist. Vor allem ein feuchter Schlafsack isoliert schlechter und benötigt oft lange, bis er wieder vollständig getrocknet ist. In einem Hotelzimmer oder einer Unterkunft lässt sich ein kleines Zelt möglicherweise ausbreiten, für die gesamte Ausrüstung reicht der Platz aber nicht immer aus. Der Camper bietet bei Regen einen klaren Vorteil: Schlafplatz und ein großer Teil der Ausrüstung bleiben geschützt. Du musst morgens kein nasses Zelt abbauen und kannst Dich abends direkt ins Trockene zurückziehen.

Kochtopf hängt über einem Lagerfeuer
In der Big-Tipi-Erlebniswelt kannst Du unter anderem am Lagerfeuer kochen © stock.adobe.com - Aleksander

Kochen: Gemeinschaftsküche oder eigene Küchenzeile?

Viele Campingplätze verfügen über Küchen oder geschützte Aufenthaltsräume. Man sollte sich aber nicht darauf verlassen, denn Ausstattung und Größe unterscheiden sich stark je nach Campingplatz.

Mit einem Zelt bist Du beim Kochen jedoch häufig auf einen Campingkocher oder eine Gemeinschaftsküche angewiesen. Bei Regen und Wind wird bereits das Erhitzen von Wasser zur Geduldsprobe. Im Camper hast Du die Kochmöglichkeit direkt dabei. Das macht sich besonders in Ländern mit hohen Restaurantpreisen schnell bezahlt.

Ein Mann und eine Frau sitzen auf Stühlen neben einem Picknick und gucken auf Berge und das Meer, Türkei
Wenn Du nicht in einem Hotel wohnen willst, kannst Du in Teilen der Türkei auch campen oder glampen und dabei der Natur ganz nah sein ©TGA

Welche Reiseart passt zu welchem Urlaub?

Nicht jeder Roadtrip stellt die gleichen Anforderungen.

Ein Mietwagen mit Zelt eignet sich besonders für:

✔ Rundreisen mit vielen verschiedenen Stopps
✔ Reisen mit kleinerem Budget
✔ Nationalparks und Naturregionen
✔ Alle, die möglichst flexibel unterwegs sein möchten

Ein Camper lohnt sich besonders für:

✔ Familien mit kleinen Kindern
✔ Längere Aufenthalte auf wenigen Campingplätzen
✔ Reisen in Regionen mit wechselhaftem Wetter
✔ Alle, die mehr Komfort wünschen

Pärchen im Auto mit einer Landkarte. (c) 2020 Romvy/Shutterstock.
Pärchen im Auto mit einer Landkarte. (c) 2020 Romvy/Shutterstock.

Beliebte Länder für beide Reisearten

Je nach Reiseziel können beide Varianten ihre Vorteile haben.

Norwegen

Norwegen eignet sich grundsätzlich für beide Varianten. Wer viele Panoramastraßen fahren und kleine Orte erkunden möchte, profitiert oft vom wendigeren Mietwagen. Wer dagegen mehrere Tage an den Fjorden verbringen möchte, genießt den Komfort eines Campers.

Wichtig zu wissen: Das norwegische Jedermannsrecht erlaubt zwar das Zelten in der Natur unter bestimmten Voraussetzungen, gilt aber nicht automatisch für Camper oder Wohnmobile. Mit motorisierten Fahrzeugen musst Du Dich an die örtlichen Park- und Campingregelungen halten.

Island

Island ist sowohl für Reisen mit Dachzelt als auch mit Campervan beliebt. Die Ringstraße lässt sich mit beiden Varianten gut bereisen. Allerdings darfst Du weder mit einem Dachzelt noch mit einem Camper beliebig in der Natur übernachten. In den meisten Fällen musst Du offizielle Campingplätze oder ausdrücklich freigegebene Flächen nutzen.

Portugal

Entlang der portugiesischen Atlantikküste findest Du zahlreiche Campingplätze. Mit einem Mietwagen erreichst Du kleine Surfstrände, Aussichtspunkte und abgelegene Buchten oft einfacher als mit einem größeren Wohnmobil.

Kanada

Kanada bietet hervorragende Bedingungen für beide Reisearten. In vielen Nationalparks findest Du sowohl klassische Zeltplätze als auch Stellplätze für Camper und Wohnmobile. Gerade in beliebten Parks wie Banff oder Jasper lohnt sich jedoch eine frühzeitige Reservierung.

Neuseeland

Neuseeland gehört zu den beliebtesten Roadtripzielen weltweit. Sowohl Camper als auch Mietwagen mit Zelt sind hier weit verbreitet.

Möchtest Du außerhalb regulärer Campingplätze übernachten, solltest Du Dich jedoch vorab über die regionalen Freedom-Camping-Regeln informieren. Je nach Region gelten unterschiedliche Vorschriften und für Fahrzeuge teilweise strengere Anforderungen als für klassische Zelte.

Beim Wandern im Sommer gibt es einige Dinge zu beachten. © zhukovvvlad/Shutterstock.com
Beim Wandern im Sommer gibt es einige Dinge zu beachten. © zhukovvvlad/Shutterstock.com

Darauf solltest Du bei beiden Varianten achten

Egal, wie Du Dich entscheidest: Eine gute Vorbereitung spart unterwegs Zeit, Geld und Nerven.

Beim Mietwagen solltest Du prüfen:

  • Sind unbegrenzte Kilometer inklusive?
  • Welche Versicherung ist enthalten?
  • Sind Fahrten auf Schotterstraßen erlaubt?
  • Wie viel Gepäck passt tatsächlich in den Kofferraum?

Beim Camper solltest Du zusätzlich beachten:

  • Welche Fahrzeughöhe und -länge hat das Modell?
  • Ist die Campingausstattung vollständig?
  • Wie funktionieren Strom- und Wasserversorgung?
  • Gibt es Einschränkungen bei Fähren, Mautstraßen oder Parkplätzen?

Mutter und Tochter beim Wandern in der Türkei © EVERST – stock.adobe.com
Mutter und Tochter beim Wandern in der Türkei © EVERST – stock.adobe.com

Fazit: Nicht nur der Preis entscheidet

Die Frage „Mietwagen mit Zelt oder Camper?“ lässt sich nicht immer pauschal beantworten. Der Mietwagen punktet mit einem häufig niedrigeren Preis, geringerem Verbrauch und mehr Bewegungsfreiheit. Der Camper bietet dafür einen geschützten Schlafplatz, eine mobile Küche und weniger Aufwand bei häufigen Ortswechseln.

Am Ende entscheidet nicht nur, wie Du reisen möchtest, sondern auch, unter welchen Bedingungen. Auf einer sonnigen Tour durch Südeuropa kann das tägliche Zeltaufbauen zum schönsten Teil des Abends werden. Bei Wind und Dauerregen in Island fühlt sich eine geschlossene Campertür dagegen schnell wie der größte Luxus des Roadtrips an.

Wie bist Du beim Roadtrip am liebsten unterwegs?

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