Finanzkrise
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Hallo Herbert,
"................Wäre schön wenn die Reisebranche nicht durch die Finanzkrise betroffen wäre".

Sorry Herbert, die Reisebranche ist deutlich davon betroffen. Die grossen Reise-Veranstalter haben derzeit im Vergleich zum Vorjahr rückläufige Umsätze. Diese bewegen sich in Bereichen von Minus 10%-15%, teilweise noch darüber. Das war auf der gerade durchgeführten ITB in Berlin Thema Nr.1
Verschiedene Veranstalter planen bereits mit einem Minus von 15%.
Wenn hier fallweise über Veranstalter (Schauinsland, GTI) berichtet wird, die Umsatzzuwächse vermelden, muss man immer sehr genau schauen, von welcher Umsatzbasis/Gesamtvolumen diese RV kommen. Es handelt sich um RV die über Marktanteile von ca. 1,5 % bis 2,0 % verfügen. Das ich kommend von einem vergleichsweise geringen Umsatz relativ gute Zuwächse generieren kann, ist in der Betriebswirtschaft ein alter Hut.
Gruß
Hans
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Hallo,
dreh es mal um!
Wenn ich von einem riesigen Umsatz 10 bis 15 % ins Minus falle, dann muß ich aber auch ganz schön viel Schei... bauen. Denn nicht nur der Zuwachs wird prozentual immer schwerer zu erreichen, je größer die Vergleichsgröße wird, sondern auch die katastrophalen Verluste werden auch immer schwieriger. Somit können die Veranstalter sich auch auf diese Zahlen etwas einbilden.
Verliert die TUI also 15 % und Schauinsland und GTI wachsen im gleichen Zeitraum jeweils um 20 % dann heißt das für mich ganz einfach, daß das Management der beiden um mindestens 35% besser ist, als das der TUI!

Am Ende ist es doch eine einfach Rechnung. Wenn ich stärker als der Markt wachse, was wohl derzeit die meisten Veranstalter tun, dann arbeite ich gut. Wenn ich schwächer als der Markt wachse (mehr als der Markt verliere) , was derzeit bei TUI, Neckermann und Alltours der Fall zu sein scheint, dann habe ich als Manager mein Geld nicht verdient!
Punkt!
Gruß
Berthold
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1.)"Ein Management ist mindestens 35 % besser"

Sorry Berthold, eigentlich könnte man über solche Schlussfolgerungen laut lachen.
Leider geht dass nicht, weil solche Erkenntnisse wirklich unterhalb jeder Wirtshausdiskussion liegen.
Deine (wie Du meinst einfachen Rechnungen) "Milchmädchenrechnugen" sind kaum noch zu unterbieten.
2.) Warten wir mal am Ende des Geschäftsjahres auf die absoluten Zahlen, dann wird "Kasse" gemacht.
= "Ich habe fertig" =
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Finanzkrise ist doof
Hatten im November eine Reise nach Zanzibar im Juni gebucht,... irgendwann bekamen wir vor wenigen Wochen Post von Neckermann das Condor den Flug gestrichen hat und wir umgebucht werden, super war das, hätten 2 Tage mehr Urlaub gehabt, und das auf Condor kosten,... allerdings wäre der Hinflug dann Freitag gewesen. Mein Chef genehmigte das ganze dann auch und so... Toll dachte ich, es klappt! Nun ja gestern kam er zu mir, das meine Urlaubsvertretung entlassen wird, somit bleibt zwar mein Urlaub bestehen aber den Freitag kann ich nun doch noch nicht weg weil eben an diesen einem Tag sonst keiner da ist (andere haben nämlich die woche davor frei),... Sch*** dachte ich.
Also ins Reisebüro gewatschelt und enttäuscht gesagt das es nicht mehr geht! Nunj nun haben wir den ganzen Abend nach nem neuen Ziel gesucht. Bis heute Abend hab ich noch Zeit!
Dennoch muss ich sagen auch wenn ich auf den Umbuchungskosten sitzen bleibe das die Preise aktuell immernoch günstig sind...Fazit: Ohne der Finanzkrise und der wahrscheinlich fehlenden Nachfrage wäre 1. unser Flug nach Zanzibar nicht verlegt worden und 2. meine Vertretung wäre nicht entlassen wurden!!! Und wäre beides nicht zusammen gekommen hätte ich fliegen können dabei hatte ich mich schon soooo gefreut! Naja Zanzibar läuft sicher nicht weg, hoffe ich

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Volle Zustimmung Carsten.
Es liegen noch bei einigen Unternehmen, diverse "Leichen im Keller". Auch ich bin leider der Meinung, dass wir die Talsohle noch nicht erreicht haben. Auch nicht in der Touristik-Welt.
Airlines, Hotels und Reiseveranstalter reduzieren die Umsatz-und Ertragsplanung.
Meine optimistische Prognose für den Reisemarkt = - 15 %. Wenn sich die Finanzkrise jedoch noch negativer entwickelt, können daraus auch - 20% werden.
Leider !
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Das denke ich inzwischen auch, da kommt nochmal was, spätestens wenn der Kreditkartenmarkt der Amerikaner zusammenbricht!
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Hallo Hans,
ich bin auch skeptisch, halte mich mit meinem Urteil zurück, weil ich keine verlässlichen Zahlen kenne.
"Wäre schön......" ist Wunschdenken.
Hallo Berthold,
ich hoffe, du nimmst außer der Reisebranche auch andere Bereiche wahr.
Unglaublich, was in einem knappen Jahr passiert ist!!
Da verkommen solide Großbanken und - unternehmen, die im vorigen Jahr -wie auch in den Vorjahren- 10 Mrd. und mehr Reinverdienst meldeten, zu Pennystocks und werden oder müssen unter staatliche Aufsicht gestellt (werden), damit nicht die gesamte Wirtschaft zusammenbricht.
Und die Manager , nicht alle von ihnen sind unfähig oder unsolide- stehen fassungslos da.Ich habe in meinem Leben schon viele Wirtschafts- und Finanzkrisen mitgemacht.
Keine war annähernd so schlimm wie dieser "Tsunami".Und die Reisebranche bleibt davon unberührt?

Nochmals: Warten wir es ab!!!
Gruß
hema -
Nochmals, sie (die Reisebranche) ist bereits voll davon betroffen.
Die zahlreichen Maßnahmenpakete und Reaktionen der RV und Flugesellschaften sind mehr als ein deutliches Zeichen.
Auf der ITB konnte man ausreichend Sorgenfalten in vielen Gesichtern erkennen.
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@ hema:
verlässliche Zahlen hat niemand ( aufs Jahr bezogen ). Es gibt aktuelle Zahlen zu den Vergleichszeiträumen, und es gibt Prognosen. Die Branche redet sich jeden Sonnenstrahl schön. Hat man hier erst wieder lesen können, leider !!
Jeder Guru, der Licht am Horizont sieht, wird als "kompetenter Fachmann" hochgejubelt, und man sieht die Kehrtwende.
Realistisch dürfte aber das Jahr 2010 noch viel viel schlechter werden. Um zu verreisen, braucht man Vertrauen und Sicherheit. Bis dahin wird noch viel Wasser die Isar runterfliessen.
Gruss Gabriela
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Ein wenig differenzieren muss man allerdings:
In einem Bericht der Travel One, gehts um das Thema "Krise schrammt vorbei", hier gehts um die aktuelle Buchungssituation für die Türkei
Ich entnehme mal folgende Passagen:
"...Bei den Hannoveranern (Anmerkg.: gemeint ist natürlich die TUI) liegen die Türkei-Buchungen im laufenden Winter und auch für den kommenden Sommer
deutlich über den vergleichbaren Vorjahreswerten. Laut TUI Deutschland -Chef Volker Böttcher trumpft die Türkei gegenüber dem Vprjahr sogar mit einem zweistelligen Umsatzplus auf: "2009 wird ein Türkei-Jahr" ist er überzeugt."
-Ende-
Und weiter wird FTI -Touristik zitiert:
"..und auch FTI zeigt sich zufrieden, bei den Münchnern liegen die Buchung bei plus, minus Null, heißt es..."
-Ende-Travel One,Ausgabe 5 vom 11.3.
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Guten Tag,
der Urlauber wird im laufenden Jahr Ziele buchen, die etwas
billiger sind als der bisherige Urlaub. Bei Abwägung aller
Vor- und Nachteile verschiedener Urlaubsziele gegeneinander
muß man sagen, daß die Türkei fürs Geld noch immer die
beste Leistung bringt.
Für die Leistung All Inclusiv Türkei gibt es anderswo Halbpension.
Es sind in den letzten Jahren sehr luxuriöse Hotels in der Türkei
entstanden. Dort kostet ein Urlaub in einem 5 Sternehotel
für eine Woche leicht 300 Euro weniger als in den übrigen
Mittelmehrländern.
Das heißt nun nicht, daß jetzt alle die Türkei als Urlaubsziel
wählen sollen.
Es wird sicher noch genug Urlauber geben, für die der Preis
nicht alles ist.Einen schönen Tag noch
kurt -
@ Günter:
gibt es zu diesen Aussagen einen Bezugspunkt ? Sprich Stand 30.11.2008 oder 28.02.2009 oder sonst was Konkretes ?
Schöne Zahlen haben wir ja schon seit Monaten zur Genüge gehört. Und wie das mit der vorgesehenen Kurzarbeit der TUI in Übereinklang steht, darüber mag sich jeder selbst ein Bild machen.
Ich las hier was von usern, die der TUI ihre Misen durch Mismanagement anlasten, das würde dann aber in krassem Widerspruch zu deiner zitierten Meldung stehen.
Gruss Gabriela
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hema2812 wrote:
Hallo Berthold,ich hoffe, du nimmst außer der Reisebranche auch andere Bereiche wahr.
Unglaublich, was in einem knappen Jahr passiert ist!!
Da verkommen solide Großbanken und - unternehmen, die im vorigen Jahr -wie auch in den Vorjahren- 10 Mrd. und mehr Reinverdienst meldeten, zu Pennystocks und werden oder müssen unter staatliche Aufsicht gestellt (werden), damit nicht die gesamte Wirtschaft zusammenbricht.
Und die Manager , nicht alle von ihnen sind unfähig oder unsolide- stehen fassungslos da.Hallo,
na ja, das mit den Managern kann ich so nicht stehen lassen. Mein Bruder ist ja Banker und bei einer Sparkasse für Großkunden und die Eigenanlage der Bank zuständig.
Nicht nur, hat er diese Entwicklung schon vor etwa eineinhalb bis zwei Jahren gesehen, sondern er kriegt immer noch einen Hals, wenn er Geldinstitute sieht, die auf Tagesgeld weit mehr Zinsen geben, als sie selbst erwirtschaften können, gleichzeitig aber staatliche Garantien in Anspruch nehmen.
Der Wahnsinn ist also noch nicht vorbei und auch ich sehe andere Branchen.
Doch viele der Probleme sind einfach hausgemacht. Daran glaube ich auch, weil ich genausoviele Firmen kenne, denen es immer noch glänzend geht und die weiterhin dringend Personal suchen.
Die Wirtschaftskrise ist da, doch wirkich verlieren werden erst einmal die Firmen, die auch so früher, oder später Probleme bekommen hätten. Ob es dann weitere Kreise zieht wird man sehen müssen.
Gruß
Berthold
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gabriela_maier wrote:
Schöne Zahlen haben wir ja schon seit Monaten zur Genüge gehört. Und wie das mit der vorgesehenen Kurzarbeit der TUI in Übereinklang steht, darüber mag sich jeder selbst ein Bild machen.Ich las hier was von usern, die der TUI ihre Misen durch Mismanagement anlasten, das würde dann aber in krassem Widerspruch zu deiner zitierten Meldung stehen.
Günter spricht ausschließlich vom Türkei Geschäft. Bitte richtig lesen.
Somit steht es nicht im Gegensatz zu den anderen Zahlen.
Gruß
Berthold
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Seit froh das ihr hier über etwas diskutieren könnt, dass bei Euch noch nicht angekommen ist. Mein Arbeitgeber ist schon seit Januar in Kurzarbeit und als nächstes stehen Kündigungen von 20-30% der Belegschaft an. So wie mir geht es vielen Freunden und Bekannten. Wir fahren jetzt seit 25 Jahren jedes Jahr 1-2 mal in Urlaub, aber dieses Jahr werden wir erst einmal abwarten, ob ich meinen Job in einem 1/2 Jahr überhaupt noch habe. So denken eigentlich alle meine Bekannten und Kollegen. Demzufolge ist es meines erachtens nach doch klar, das der Reisemarkt einbricht. In wie weit, wird sich wahrscheinlich erst noch herausstellen müssen. Ich persönlich denke, das wirklich viele erst noch abwarten wie es Jobtechnik weitergeht.
Gruss
Rosi -
@ ADEgi:
wenn du mich schon zitierst solltest du das komplett tun. Sonst ist das Manipulation. Ich hatte Günter nach den Daten gefragt, und anschliessend von den Zahlen gesprochen, die wir schon monatelang gehört hatten.
Gruss Gabriela
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Hallo Rosi,
ich verstehe dich... ich gehe auch jeden tag mit bauchweh auf arbeit... es ist eine besch... zeit und noch kein richtiges Ende in Sicht.
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@ mabysc:
habe deinen Beitrag erst jetzt lesen können.
Was du vermutest ist identisch mit den Einschätzungen der "Experten". Sie glauben an ein situationsbedingtes "Neuverhalten" der Urlauber. Das kann in viele Richtungen ausschlagen, kürzer Urlaub, weniger Urlaub, andere Reiseziele, Wochendendtrips von Zuhause, Städtereisen, mehr Urlaub im Lande, billige neue Länger in Osteuropa usw. usw.
Was aber davon wird kann man erst in 1 Jahr sagen.
Gruss Gabriela
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Schon interessant, wie ein Beitrag von Rosi, einer Betroffenen des eigentlichen Themas, mal schlicht übergangen wird.
Zugunsten einer pseudo-akademischen Diskussion
, um es noch höflich zu formulieren. :?