Wie geht Ihr mit aufdringlichen "Bettlern" um ?
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Hallo,
will mich auch wieder mal melden.
Habe gestern wieder was gegegeben.
Gestern nachmittag an einer Aral-Tanke wollte ich Geld vom Automaten holen.
Will gerade aus dem Auto aussteigen, kommt so ein kleiner, unscheinbarer Mann zu mir und sagt "n`en Euro".
Ziemlich verstammelt ausgesprochen, war sehr einfach gekleidet, aber nicht schmutzig. Und es war ein Einheimischer aus unserer Stadt.
Ich fragte "was willste denn mit dem Euro" ?
Er sagte " en Kaffee.."
Ich sagte dann "nix da, einen Euro bekommste nicht, aber einen Kaffee kaufe ich Dir". Er trabte dann hinter mir her in den Verkaufsraum rein, ich holte mir ein Mineralwasser und sagte der Verkäuferin, sie möchte doch bitte dem "Kunden" (ja, so habe ich ihn bezeichnet) einen Pott Kaffee bringen.
In der zeit war schon ein anderen Mitarbeiter bei ihm und wollte ihn des Ladens verweisen - ich sagte, er wäre mein Gast und bekommt einen Kaffee spendiert - war dann o.k.Jedenfalls bekam er seinen Pott Kaffee von mir bezahlt, ich ging dann raus an den Geldautomaten - beobachtete aber das Geschehen drinne weiter.
Der "Kunde" jedenfalls lies erstmal den Kaffeee stehen und sprach ein paar Leute an - vermutlich um einen Euro.
Dann verlies er den Raum, nahm den Kaffee(Pappbecher) mit, sprach draussen an einer Zapfsäule noch jemand an und kam dann tatsächlich nochmal zu mir rüber und sagte "n` en Euro" !!
Ich sagte nun etwas lauter " es gibt keinen Euro, Du hast den Kaffee bekommen".
Er drehte sich um und ging - dabei immer wieder seine Hände an den warmen Pappbecher haltend !!
Das habe ich nicht erfunden, sondern gestern erlebt.
Und ich glaube, dieser Mensch ist wirklich in Not ! -
@Holzmichel
cool Du bist ein guter Mensch. -
@holzmichel
finde ich gut von Dir
.
Wobei, das was dieser Mensch genau suchte, dürfte klar sein
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carstenW.:
Wobei, das was dieser Mensch genau suchte, dürfte klar sein ;- wrote:Natürlich wusste ich, was er wollte.
Mit einem Euro hätte er sich sein Bier geholt.
Aber das wollte ich (in dieser Situation) eben nicht.
Aber ich muss zugeben, dass ich da nicht konsequent bin.
Öfters auch glaube, dass selbst eine Flasche Bier oder noch krasser eine Flasche Schnaps für diese Menschen Glück = Hilfe bedeuten kann.
Habe es auch schon mal getan, dass ich einem (einheimischen und mir auch bekannten) Nichtsässigen (das Obdachloser trifft nicht wirklich zu) eine Bulle Doppelkorn hingestellt hatte.
Meinetwegen verurteilt mich dafür.
Sowieso ein blödes scheiss Thema - mir/uns geht`s gut, ich bin fett und glücklich, habe eine liebe Familie, fahre dickes Auto und mag Schampus beim Hotelfrühstück usw. usw. und andere Menschen müssen mich um einen Euro anbetteln !!
Bin einfach nicht "cool genug" für unsere Gesellschaft !
Hallo liebe Admins,
ich glaube alles ist gesagt, viele interessante Beiträge sind gekommen. Danke dafür !
Wenn dann keine Antworten mehr kommen sollten, könnt Ihr meinetwegen zumachen. -
Holzmichel wie schön,das du nicht "cool genug" bist,das macht mir Mut über ein eigenes Erlebnis mit einem Bettler zu schreiben. Bin mit einer schwerbehinderten jungen Dame (im Rollstuhl sitzend) spazieren gefahren. In einem Hauseingang saß ein Bettler, hatte einen Hut vor sich liegen und spielte Akkordeon. Ich blieb stehen, weil meine kleine Begleiterin sehr gut auf Musik reagiert und wir hörten ihm eine Weile zu.Er sah die Maus an,spielte und ihm liefen dann die Tränen übers Gesicht. es war ein sehr emotionaler Moment.Wir verabschiedeten uns dann auch (meine eigenen Tränen erfolgreich zurückhaltend) und gingen weiter. Ich hätte ihm so gerne etwas gegeben,hatte aber das Gefühl etwas zu zerstören und ihn damit zu kränken.Seit dem Tag sehe ich,die vorher auch lieber ignoriert hat ,genauer hin und sehe in erster Linie den Menschen, der augenscheinlich wirklich in Not ist ....und öffne meine Geldbörse wesentlich häufiger als vorher
...DANKE Akkordeonspieler, auch wenn du hier nie lesen wirst!! -
kutte wrote:
Von daher sollte man, wenn man etwas gibt, nicht den Moralapostel spielen. Man sollte es einfach den Bedürftigen überlassen, das Geld in ihrem Sinne zu verwenden.Ich kann nicht herauslesen, dass sich hier jemand als "Moralapostel" herausgestellt hat.
Selbstverständlich muss man zwischen "Betteln" und "Betteln" sehr differenzieren.
Es ist ausserdem nur sehr selten so, dass sich einheimische - also stadtbekannte Obdachlose -mit Bettelei durch´s Leben schlagen. Zumindest nicht in unserer Stadt.
Diese Menschen haben zwar die unterste, soziale Ebene erreicht, haben aber immer noch ein Mass an Ehre und Gewissen.
Und Du kannst sicher sein, dass Bettelei für die Mehrzahl von ihnen das Letzte wäre, was sie tun würden.....!
Ich könnte jetzt darüber sehr viel berichten.
Aber darum geht es mir in diesem Thread garnicht.
Es geht um erlebte Reaktionen die verschiedenartigsten Bettel- oder "Dienstleistungsformen", wenn man das ablenht, also nicht haben will.
Bei meinem genannten Beispiel der Kreuzberger "Ampel-Scheibenputzer-Szene" handelt es sich keinesfalls um Berliner Obdachlose, sondern um meist junge Leute, die natürlich oft aus grenzwertigen Randschichten wie Punks, Autonome etc. kommen aber sicherauch ganz normale Typen, die sich einfach ein paar Euronen verdienen wollen.
Hab ich auch nix dagegen, ist mir oft recht, wenn ich eine saubere Scheibe habe - aber eben nicht auf 1000 meter dreimal hintereinander.
Und wenn ich dann "nein" sage, wird es normalerweise immer respektiert - nur am Freitag nicht, da wurde auf die Scheibe gespuckt!
Und das war krass, daher diese Threaderöffnung um Eure ähnlichen, vergleichbaren Erlebnisse.
Sicher, heute aus Abstand von fast einer Woche sehe ich es schon wieder beruhigter.
mit Gruss
Erwinapotheke xxxxxxxunerwünschte Werbungxxxxxxxxxxx
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