Flugabbruch aufgrund eines Notfalls
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Beim durchlesen des gesamten Threads tat mir die TE ob der zahlreichen bezogenen Prügel leid! Nachdem ich mir die Beiträge der TE zu anderen Themen im Reiserecht gelesen habe, nicht mehr!

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@traveller4073, mir tat sie auch leid. Aber noch MEHR leid tat mir dann doch der Herzinfarkt- passagier.
Geld ist nicht alles. Gesundheit ist oftmals erst dann wichtig, wenn man ernsthaft krank wird. -
Ich finde es sehr sehr schade, dass ich hier so persönlich angegriffen werde! Meine Frage war nur, welche Ansprüche ich wegen der 18 stündigen Verspätung habe. Mir geht es keinesfalls darum, etwas "rauszuschlagen"!!! Wenn das so rübergekommen ist, tut mir das leid. Ich habe mich im Flieger selbst über die Leute aufgeregt, die rumgeschimpft haben, weil sie nicht weiterfliegen konnten. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, was da los war. Ich hatte mich mit einigen in den Haaren und hab ihnen gesagt, dass sie doch froh sein können, dass ihnen das nicht passiert ist und sie froh sein sollen, dass es ihnen gut geht.
Zum Glück waren 2 Ärzte an Bord. Der kranke Passagier wurde sofort in ein Krankenhaus gebracht und notoperiert. Er hat 2 Bypässe bekommen und hat überlebt.
Meine Frage war einfach, können wir eine Rückforderung aufgrund der Verspätung von 18 Stunden und die verlorene Hotelnacht bekommen? Natürlich war es richtig sofort notzulanden! Ich will auch nicht darüber urteilen, ob es besser gewesen wäre in London notzulanden oder nicht. Wichtig war in dem Moment dieser Mensch. Trotzdem darf man doch mal nachfragen, oder nicht? Jetzt reden manche schlau daher und empören sich. Aber wenn es euch selbst getroffen hätte, würdet ihr euch sicher auch mal erkundigen. Wie gesagt, es geht mir nicht darum, hier was rauszuschlagen. Finde ich sehr traurig, dass man gleich in ne Schublade gesteckt wird und draufgeschlagen wird. -
"Aber wenn es euch selbst getroffen hätte, würdet ihr euch sicher auch mal erkundigen."
Nein, würde ich nicht.
Ich wäre glücklich, 1. dass dem kranken Passagier rechtzeitig geholfen werden konnte und 2. dass die Notlandung - und das betrifft alle Passagiere + Crew - gut vonstatten gegangen ist. -
Natürlich machen jetzt einige auf Moralapostel, aber die PN´s die ich bekommen habe zeigen, dass einige auch meiner Meinung sind, es aber hier nicht schreiben.
Übrigens haben fast alle Gäste im Flieger eine schriftliche Bestätigung von der Fluggesellschaft gefordert, um dann reklamieren zu können. Notfall hin oder her, so ist es nunmal. Wenn es von der Fluggesellschaft nichts gibt, ist es auch gut. Ich würde deshalb nie klagen oder sonstwas. Es war nunmal ein Notfall und gut.
Mich hätte halt persönlich mal interessiert, wie hier der Sachverhalt ist. Einige hier haben das verstanden, andere leider nicht. -
anjuana wrote:
Eine Fluggesellschaft haftet grundsätzlich für Flugausfälle, die durch technische Defekte verursacht werden, es sei denn, es handelt sich um “außergewöhnliche Umstände”. Dies ist anzunehmen, wenn die Ursache nicht im normalen Geschäft der Fluggesellschaft zu suchen ist.Im Beitrag des TE handelt es sich meines Erachtens um "außergewöhnliche Umstände",
also gibt es nichts. Allein die Frage dazu macht auch mich sprachlos.Es wundert mich schon, mit welcher "Kompetenz" auf die Frage des TE geantwortet wird. Regressansprüche und Kostenerstattungen sind immer ein sachliches Thema, jenseits unseres moralischen Empfindens. Und selbstverständlich hat der TE - bei sachlicher Betrachtung - einen Anspruch.
Die oben beschriebenen Ausnahmekriterien entfallen, weil Defekte keine außergewöhnlichen Umstände darstellen. Die deutsche Rechtsprechung sagt, "jeder Defekt tritt irgendwann einmal auf" und deshalb ist er auch nicht außergewöhnlich.Auch ist der Herzinfarkt kein Umstand höherer Gewalt, da höhere Gewalt immer ein "von Außen" einwirkendes Ereignis ist.
Der Wegfall von Erstattungsansprüchen ist in diesem Fall also überhaupt nicht begründet - ob es nun gefällt oder nicht. -
Danke für die Antwort. Auf der Bestätigung der Fluggesellschaft steht: "Verspätung durch einen unvorhergesehenen Defekt", der Notfall wurde nicht vermerkt.
Bei wem müsste ich Ansprüche geltend machen? Reklamation an den Veranstalter, da Pauschalreise oder nochmal separates Schreiben an die Fluggesellschaft mit dem Verweis auf die Fluggastverordnung? -
mimi123 wrote:
.... Aber wenn es euch selbst getroffen hätte, würdet ihr euch sicher auch mal erkundigen.... .das ist es immer.
als unbeteiligter kann man immer anders und mit mehr emotionalem abstand urteilen, als als direkt betroffene.
wenn es mich selbst getroffen hätte, dann wäre ich froh, wenn ein arzt an bord ist, der mir erst einmal helfen kann.
dann wäre ich froh, wenn man seitens der fluggesellschaft alles menschenmögliche macht, um mich sofort in ein krankenhaus zu bringen.
und wenn dann alles gut verlaufen ist, wäre ich auch froh, wenn die fluggesellschaft nicht zwecks regress an mich herantreten würde. denn schließlich ist diese notlandung und der daraus resultierende abbruch des fluges und der ganze rattenschwanz, der da dran hängt , aufgrund meines schlechten gesundsheitszustandes entstanden. -
Hallo Lexilexi,
den Gedanken hatte ich auch schon, aus Sicht des kranken Passagiers. Alle Ansprüche (Hotelkosten für 300 Gäste, Transferbusse, Mahlzeiten, evtl. Reklamationen) wurden ja erstmal von der Fluggesellschaft übernommen. Treten die dann an den Passagier ran und fordern das zurück? Welche Versicherung haftet denn dann, wenn einem sowas passiert? -
Die Ursache des Defektes ist durchaus auf "außergewöhnliche Umstände" zurückzuführen, jenseits aller moralischen Betrachtungen nämlich auf eine Notfalllandung mit einer für diese Maßnahme prinzipiell zu schweren Maschine.
Es ist davon auszugehen, dass die FDC sehr genau abgewogen hat, sowohl bei der Entscheidung, trotz der Risiken eine Landung vorzunehmen, als auch im Blick auf den "nach allen Umständen am schnellsten zu erreichenden" Flughafen.
Kaum anzunehmen, dass die Crew sich vorher in einem Reiseforum mit Fluggästen "beraten" möchte oder hinterher dort die Entscheidungen begründet.Mangels Empathie (ich habe die restlichen Beiträge des Users vor diesem gelesen) und vollständiger Kenntnisse aller Details enthalte ich mich weiterer Stellungnahmen zu diesem Thema.
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mimi123 wrote:
Hallo Lexilexi,
den Gedanken hatte ich auch schon, aus Sicht des kranken Passagiers. Alle Ansprüche (Hotelkosten für 300 Gäste, Transferbusse, Mahlzeiten, evtl. Reklamationen) .....nicht nur die kosten sind entstanden.
sondern auch: die landung an sich auf dem flughafen muß bezahlt werden (da die landung nicht planmäßig war, mußten kapazitäten frei gemacht werden),
wenn es als "notlandung" daklariert war, war sicherlich die feuerwehr in erhöhter bereitschaft, und was da sonst noch so mit dran hängt. -
Also ich bin ausgebildeter Sanitäter und arbeite auch noch in einem Krankenhaus. Urlaub hin oder her. Ein Menschenleben zählt mehr als der Urlaub!!!!Ich hätte nicht anders gehandelt als das Personal an Board. Ansprüche hätte ich mit Sicherheit KEINE gestellt. Wenn das mir passieren würde, wäre ich auch sehr dankbar für jede Hilfe und vorallem für das Verständniss aller Mitreisenden.
mfg
Sodamin -
Richtig, das zieht ja Kreise... Sicherlich ist der Fluggesellschaft kein Vorwurf zu machen, die haben ihr Bestes versucht. Im Flieger kochten die Emotionen hoch. Einige hatten ja nur 1 Woche gebucht und waren verärgert, dass sie einen Urlaubstag verloren haben, andere beschwerten sich, dass wir nicht gleich in London gelandet sind, andere schimpften auf die Ärzte, dass sie nicht gleich gesagt haben, dass umgekeht werden muss, sondern dass wir noch 1 Stunde weitergeflogen sind, wieder andere beschwerten sich beim Bordpersonal. Es war wirklich schlimm, aber so wird eben reagiert. Ich saß da und hab nur mit dem Kopf geschüttelt. Angesichts des schrecklichen Ereignisses, war ich froh, dass sich um alle gekümmert wurde.
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@Sodamin
da gehe ich völlig konform - natürlich wurde richtig gehandelt und IMMER ist ein Menschenleben mehr wert...
...auch wäre mir nie ein Gedanke an einen Erstattungsanspruch gekommen, ich bin Betroffener und weiß sehr genau, wie wichtig in diesem Fall unverzügliche Hilfe ist.
Das ist doch alles gar keine Frage !!
Aber was hat das mit der Frage des TE zu tun ? Die ist losgelöst von allen Emotionen zu beantworten, letztlich durch einen Richter. -
@mimi
sowas ähnliches habe ich letztes jahr auch erlebt.
die fb´s haben beim start der maschine den verlauf angekündigt: nach erreichen der flughöhe werden wir in ca. 1 stunde mit der verpflegung beginnen,........
dann kam die durchsage, ob ein arzt an bord wäre.
einem pax ein paar reihen vor uns wurde dann medizinisch geholfen.
keine notlandung, oder so.
aber in den reihen um uns herum machte sich unmut breit, weil das angekündigte essen dann erst nach 3 stunden serviert wurde.
wir saßen in der pec klasse. die paxe der eco haben das nicht mitbekommen und von daher kann ich verstehe, wenn die gemosert haben. ihnen hat auch niemand gesagt, was der grund der verzögerung ist (man will ja keine panikmache).
ich habe jedoch die paxe um uns herum nicht verstanden, die offensichtlich der "rettung" zusehen konnten und trotzdem sauer waren, dass zu diesem "highlight" kein gebäck gereicht wurde. -