Onur Air
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also das mit dem ruhigen Flug..etc..pp...hat ja wohl kaum was mit dem technischen Zustand der Maschine zu tun. Ein ruhiger Flug ist einem optimalem Flugwetter zu verdanken und nicht einer gut gewarteten Maschine. Wenn die Maschine während des Fluges unruhig fliegt, dann muss man sich das so vorstellen, als wenn man mit einem Auto über Kopfsteinpflaster fahren würde und dass man dadurch (über Kopfsteinpflaster fahren) buchstäblich in Lebensgefahr ist hab ich ja noch nie gehört.
Da ich schon sehr viel geflogen bin, kann ich sagen, dass man das als Fluginsasse überhaupt nicht beurteilen kann, ob der Flieger sicher ist oder nicht. Ich habe meine wackeligsten Flüge und meine unbequemsten Sitzerlebnisse doch tatsächlich in der Hapag Lloyd erleben dürfen. Ich kann das neunmalkluge Geschwätze von der Sicherheit nicht mehr ertragen. Ich fliege am Samstag mit Air Via, einer Tupolev und werde auch bei engem Sitzabstand und sonstigen Unschönheiten sicher ankommen (hoff ich doch mal
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@ klaus:
Ich kann nur für mich sprechen, als ich Deinen Beitrag gelesen habe, dachte ich zuerst, dass es sich um Onur handelt. Wollte nur darauf hinweisen, nicht dass es hier falsch rüberkommt. Das hat NICHTS mit Onur zu tun.
Aber über den von Dir zitierten Beitrag bez. dem Vorfall mit dem Tail Strike gibt es auch sehr unterschiedliche Meinungen, bzw. wird überall was anderes erzählt. -
Hallo Salvamor,
ich bin zwar Deiner Meinung, was unkommentierte staatliche Anordnungen grundsätzlich angeht.
In diesem Fall stehe ich aber zu 100% hinter der Entscheidung des LBA, die ganz sicher auch nicht den Hauch einer politischen Motivation hat.
Die Task Force des LBA entstand ursächlich aufgrund des Birgen Air Absturzes und der daraus resultierenden Hysterie in Bezug auf ausländische Billigairlines . Wir haben Anfangs unsere Witze über diese Leute vom LBA gemacht, als wir sie in HAJ umherlaufen sahen, weil wir das für blanken Aktionsmus hielten. Mittlerweile sehe ich das anders: Die Zahl der Groundings hielt sich zwar in Grenzen, dennoch wurden Finger in so manche Wunde gelegt und letztendlich hat es sich bei den Airlines herumgesprochen, dass es diese Leute gibt, die ungefragt an Bord kommen und alles wissen und sehen wollen. Es ist daher bekannt, dass die Papiere vollständig sein müssen (man dann auch pünktlich abblocken kann) und in einem geordneten Flugbetrieb ist das überhaupt kein Problem und selbstverständlich. Das betrifft übrigens nicht nur Versicherungspolicen und Pilotenlizenzen, sondern auch die Flugvorbereitung, hier insbesondere Kraftstoffberechnung und Beladung / Schwerpunkt.
Du wirst sicher auch gelesen haben, dass ein türkisches Charterflugzeug (keines von Onur) Ende letzten Monats in Stuttgart schon beim Setzten des Startschubs die Nase hochnahm - und so verharrte. Auf den Hintern gesetzt also. Die Paxe können von Glück sagen, dass die Unprofessionalität so ausgewachsen war, dass es nicht zum t/o kam.
Jetzt mal ehrlich: Soll man das nicht sanktionieren?Wenn eine Airline die Sicherheit permanent mit Füßen tritt, mit defekten Triebwerken operiert etwa, wie soll denn aus Sicht der Behörde ein Schutz der Paxe sonst aussehen, als eben mit der Verbannung von deutschen Airports? Wie hier auch schon angesprochen, läuft das LBA nach einem Crash durchaus Gefahr, sich fragen lassen zu müssen, warum man denn nichts unternommen hat, wenn man die Mißstände doch kannte.
Das das LBA nicht überempfindlich reagiert, beweist u.a. die Tatsache, wie lange z.B. Air Alfa in diesem Markt tätig war.
Warum die Gründe für den Entzug der Landeerlaubnis nicht öffentlich gemacht werden, weiss ich auch nicht. Ganz sicher wird der betroffene Flugbetrieb aber Kenntnis darüber haben und ganz sicher auch nicht erst seit dieser Maßnahme. Ob das so wichtig ist, dass die Gründe für diese Entscheidung der Öffentlichkeit zugänglichgemacht werden, ist eine Sache, die man diskutieren kann. Viel wichtiger aber ist doch die Tatsache, dass eine Behörde im Interesse der Bürger handelt.
Für mich ist das unbegreiflich: Man hat nach der Birgen Air Tragödie einen wahnsinnigen Trouble um die Frage der Wartung / Ausbildung etc. bei ausländischen Billigairlines gemacht. Jetzt bucht man 2 Wochen Türkei für 299.- EUR und steigt in jedes Flugzeug, wer auch immer es betreibt und woher auch immer es kommt. Und auf einmal sind diejenigen die "Bösen", die offensichtlich aufgrund wiederholter Verletzung geltender Sicherheitsstandards um die Sicherheit der Paxe besorgt sind und handeln.
Ich finde einige hier gepostete Reaktionen schon merkwürdig, allerdings relativiert sich das ein wenig, wenn ich Statements lese, die sich so ähnlich anhören wie "Also ich habe mich bei XY wohl gefühlt und der Pilot ist ganz ruhig geflogen".
Beste Grüße
von Lutz
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Hallo Lutz!
Danke für diesen klasse Beitrag!
Man merkt, dass bei Dir auch eine gehörige Portion Fachwissen dahintersteckt und daher würde ich mich (und wahrscheinlich noch viele Andere) sehr darüber freuen, wenn Du öfters hier bei "uns" vorbeischaust.
Gruß Dirk
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Hallo Dirk,
vielen Dank für die freundlichen Worte!
Ich stimme Dir übrigens zu, wenn Du sagst, dass es sehr wohl eine Begründung für den Entzug der Landeerlaubnis gibt: Sicherheitsmängel sind eben die Begründung, ob sie nun im Detail aufgelistet und erklärt wurden, oder nicht.
Mal eben so "in den Raum spekuliert": Vielleicht dient das ja dazu, die Airline vor zusätzlichem Schaden zu bewahren. Würde man die Mängellisten veröffentlichen, könnten sich die Details vielleicht in den Köpfen der (potentiellen) Kunden manifestieren und sie davon abhalten, jemals (wieder) mit dieser Airline zu fliegen. Wie gesagt, das ist Spekulation.
Meiner Meinung nach schützt diese "Informationspolitik" die Airline eher, als das sie ihr zusätzlich schadet. Man vertraut wohl darauf, dass die Mängel mit "good will" abstellbar sind und hiernach ein sicherer Flugbetrieb aufgenommen werden kann.
Eine "Verschwörungstheorie" zum Vorteil deutscher Charterairlines halte ich für absurd. Würde man dieser Logik folgen, wären als erstes low cost carrier wie Ryanair oder Easy Jet "dran". Die breiten sich aber weiterhin ganz ungehindert hier aus... (halten sich ja auch an die Regeln)
Beste Grüße
von Lutz -
Hallo Lutz,
auch von mir herzlichen Dank für Deine mal wieder klugen und erhellenden Beiträge.
Zum ersten Mal habe ich eine mögliche Erklärung gelesen, warum die Behörde keine Details über die Sicherheitsmängel bei Onur Air bekannt gibt. Und ich muß sagen, Deine These, man wolle Onur Air möglicherweise schützen, klingt durchaus plausibel.
Sollte Onur Air dem Markt "erhalten" bleiben, wird der geschäftliche Wiedereinstieg erleichtert. Man würde die Airline durch die Bekanntgabe von Einzelheiten womöglich endgültig ruinieren.
Danke noch einmal für Deine Worte!Beste Grüße
salvamor -
Hallo!
Ich möchte mich auch der Meinung von Lutz anschließen.
Ich könnte mir vorstellen, daß, wenn Onur wieder fliegen darf, wir uns bestimmt sicher fühlen dürfen. Denn wenn die nicht ganz aus dem Markt fliegen wollen, werden sie sicher sämtlichenSicherheitsanforderungen entsprechen!!! Mitunter ist so ein Tritt vor das Schienbein wahrscheinlich ganz heilsam. Learning by doing nennt man das ja wohl.
Grüße -
Na denn wünsch ich doch guten FLUG
!Und wenn die aus der Sache nix gelernt haben, dann ist es wohl "learning by doing" für euch!
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Irgendwie geht es weiter hü und hot, heute nachmittag meldete die ARD in ihrer Nachrichtensendung, daß Onur Air immer noch keine Einzelheiten von den Behörden erfahren habe. Heute abend wurde berichtet, daß Onur Air ein "Sonderprogramm" zur Behebung der Mißstände auflegen werde.
Nichts genaues weiß man nicht! Offenbar geht es selbst den Medien nicht besser als uns hier im Forum. -
Hallo Kainni,
wir sollen auch am Samstag mit onur air ab Stuttgart fliegen und wissen noch nichts. Der Veranstalter übrigens acuh nicht. Hat sich bei dir was ergeben?
Gruss Sindy2
kainni schrieb:Hallo,
wir sollten leider auch mit Onur am Donnerstag nach Antalya fliegen. Obwohl ich am Flughafen arbeite, kannte ich die Airline nicht näher und hab mich auch mit der Sicherheit und dem Ruf von Onur Air nicht befasst. Unsere Buchung hat ein Reisebüro am Flughafen vorgenommen - raus kam der Veranstalter Plärrer-Reisen, da wir ein bestimmtes Hotel ( und leider in den Ferien ) wollten - und wir erfuhren erst als wir die Tickets bekamen, mit welcher Airline wir nun fliegen. Vom Preis, den wir bezahlten kann ich nicht sagen, dass wir besonders billig reisen, denn die Flugzeiten sind ( oder wären ) ja auch ziemlich bescheiden (Rückflug morgens um 6:25 Uhr) und bei früheren Reisen in die Türkei waren die Preise nicht viel anders, mal günstiger, mal etwas teurer.
Eine Nachfrage bei Plärrer durch das Reisebüro ergab nichts - wir sollen mal bis Mittwoch warten ! Na toll. Hab jetzt doch noch mal eine E-Mail an Plärrer geschrieben und hoffe auf Antwort. Ist noch jemand in einer ähnlichen Situation? -
Onur Air Flugverbot - EU-Kommission beruft Expertentreffen
In den Streit um das Flugverbot für die türkische Onur Air in Deutschland, den Niederlanden und Frankreich hat sich nun die EU eingeschaltet. Auf einem Sondertreffen sollen Experten aller 25 EU-Staaten zusammentreffen, um die Gründe für das Aussetzen der Start- und Landeerlaubnis in den drei Staaten zu diskutieren. Möglicherweise drohen der Airline damit Flugverbote in weiteren Ländern. Unabhängig davon soll es Gespräche zwischen deutschen und türkischen Luftfahrtexperten geben. Eine Krisensitzung zwischen niederländischen und türkischen Luftfahrtexperten hat derweil zu keinen Ergebnissen geführt. Die Erklärungen der türkischen Seite zur Sicherheit der Onur Air seien weiterhin unzureichend.
Quelle: www.airliners.de -
Hallo, ich habe auch einen kleinen Beitrag aus dem Newsticker der dpa gelesen
Onur Air will Mängel beheben
17. Mai 2005 20:49 Uhr
Berlin (dpa) - Im Streit um das Flugverbot für Onur Air hat die türkische Fluggesellschaft zugesagt, die festgestellten Sicherheitsmängel kurzfristig zu beheben. Vertreter der Airline haben dem Bundesverkehrsministerium zufolge ein Sofortprogramm angekündigt. Das Luftfahrtbundesamt will die Beseitigung der Mängel überprüfen. Ein Team fliegt dafür morgen in die Türkei. Über eine mögliche Aufhebung des Einflugverbotes nach Deutschland wird das Luftfahrtbundesamt nach gründlicher Auswertung entscheiden.gruß
Sven -
@Dirk, hört sich jetzt vielleicht ein bisschen polemisch an..... aber die Türken reagieren doch jedes mal auf die gleiche Art und weise, wenn sie jemand kritisiert?
Die Reaktion , Auge um Auge, Zahn um Zahn passt doch wunderbar zu dieser Geschichte.
Ich persönlich hätte mir von der Türkei eine andere "Aufarbeitung" gewünscht. Statt die Länder zu kritisieren, die dass Fluverbot ausprachen, hätte man, den Fluggästen eine Überprüfung versprechen sollen und nicht eine "Gegenblockade".
Ich fahre jetzt seit 5 Jahren in die Türkei und ich kann mir leider sehr gut vorstellen. Wie "WIR" dort jetzt wieder empfangen werden.
Aber ich habe ja noch nicht gebucht. Mal schaun wie sich die Geschichte weiter entwickelt. Viellicht fahre ich heuer ja mal wo anders hin. -
Soviel also zu der Aussage von Onur Air: "Wir wissen gaaaaaaaaar nicht, was für Sicherheitsmängel die Behörden meinen..."
Wie kann man die Behebung von Sicherheitsmängeln versprechen, die man gar nicht kennt?!?
Irgendwie zieht die OHY sich jetzt durch ihre Verteidigungsstrategien immer tiefer hinein... 🤪 -
Hier ein Bericht von einem Betroffenen:
Ich habe im April über Demed ein Türkeireise gebucht. Flug am 21.05. um 20,05 Uhr mit Onur Air ab FRA. Letzten Freitag kam der Schock - Flugverbot für Onur Air. Ich habe regelmässig die Informationen auf DEMED.de verfolgt, leider nie zufriedenstellende Angaben. Auch mein Reisebüro wurde vertröstet. Vorhin kam der Anruf vom Reisebüro, ein Telefax mit den neuen Flugdaten wäre eingetroffen:
Abflug am 21.05. um 22,35 Uhr mit Aero Flight (Flug GV6822) ab FRA. Ankunft AYT 2,45 Uhr.
Also, nochmal 2,5 Stunden später. Das wird eine Reise durch die Nacht.
Rückfluginfomrationen liegen seitens Demed noch nicht vor, wir werden vor Ort informiert.
Trotz allem, meine Freundin und ich freuen uns sehr auf erholsame Tage in der Türkei. -
Hallo,
sind auch vor 1 1/2 Wochen mit Onur Air zurückgeflogen und der Flug war nicht gerade berauschend.
Die Sitzreihen waren wahnsinnig eng (zumindest für etwas größere Menschen) und die Tischchen und Sitze waren auch ziemlich kaputt.
Beim Start dachte ich dann, das Triebwerk fällt ab, so einen Lärm hat das gemacht. Als wir dann oben waren, ging es dann einigermaßen. Das Essen war aber wirklich auch nicht der Bringer.
Die Landung war auch ziemlich holperig, da er wohl mit ziemlich viel Speed aufgesetzt hat. Jedenfalls musste der Pilot eine ziemliche Vollbremsung hinlegen.
Bin froh, dass wir hin kurzfristig auf Aeroflight umgebucht wurden. Der Flug war wirklich ok (hatten auch nen Platz am Notausgang). Das Essen war super und auch sonst alles ok (nur eben leider keine Bordunterhaltung, darum aber ja auch billiger).
Zum Glück hab ich von den Sicherheitsmängeln der Onur Air erst erfahren, als wir schon 2 Tage zurück waren, sonst hätt ich mir sicherlich eine andere Alternative gesucht.
Viele Grüße
Browneye75 -
Wir wollen auch am Dienstag in die Türkei fleigen, bis jetzt wissen wir noch nichts neues! Wir haben uns aber schaon darauf eingestellt das es änderungen der Abflugzeit geben wird!
Trotzdem einen schönen Urlaub an alle! Madeleine -
Folgenden Kommentar zu der "Onur-Air-Affäre" fand ich heute morgen im "Kölner Stadt-Anzeiger":
"RÄTSEL
Man möchte den Flugsicherheitsbehörden unterstellen, daß sie gute, stichhaltige Gründe hatten, der türkischen Onur-Air die Verkehrsrechte zu entziehen. Aber welche Gründe sind es? Darüber rätselt die Öffentlichkeit immer noch. "Kein Kommentar", sagt eine Sprecherin des niederländischen Luftfahrtamtes, das vergangene Woche als erstes ein Flugverbot gegen Onur Air verhängte.
Das Luftfahrtbundesamt schloss sich an und legte zeitweilig sogar drei Maschinen der türkischen Gesellschaft in Frankfurt und Düsseldorf an die Kette. Das deutet auf schwerwiegende Sicherheitsmängel hin.
Aber was konkret wird Onur Air vorgeworfen? Man weiß es nicht. Zwar gibt es in der EU einheitliche Sicherheitsvorschriften für den Luftverkehr. Aber wie der Fall Onur Air zeigt, werden sie von den nationalen Stellen höchst unterschiedlich ausgelegt-ein Unding. Die Geheimniskrämerei der Behörden leistet Spekulationen und Gerüchten Vorschub.
In der Türkei kursiert bereits der Verdacht, Onur Air solle ausgeschaltet werden, um europäische Konkurrenten zu begünstigen. Die Luftfahrtbehörden müssen endlich ihre Karten auf den Tisch legen. "Kein Kommentar", das ist zu wenig. Denn viel steht auf dem Spiel: die Sicherheit der Fluggäste, die weiterhin in vielen europäischen Ländern und in der Türkei Maschinen der Onur Air benutzen und, nicht zuletzt, das Ansehen, vielleicht sogar die Existenz einer immerhin seit 13 Jahren ohne gravierenden Unfall fliegenden Airline."
Verfasser dieses Kommentars: Gerd Höhler. -
Gerade kam die Meldung:
Belgier finden Mängel an zwei Onur-Air-Maschinen
Brüssel - Die belgische Luftfahrtaufsicht hat Mängel an Maschinen der türkischen Fluggesellschaft Onur Air festgestellt. Als Konsequenz verhängte sie gegen zwei Jets ein zehntägiges Landeverbot. Nach Flugverboten in den Niederlanden, Deutschland, Frankreich und der Schweiz war Onur Air nach Belgien ausgewichen. Belgien hatte nach den Flugverboten in den Nachbarländern strenge Kontrollen aller Onur- Air-Maschinen angekündigt.Donnerstag, 19. Mai 2005, 10:04
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