Internetbekanntschaften ein Flop?
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Hallo
Ich habe einen Mann im Chat kennengelernt, nach 1 Jahr zog ich zu ihm(von Oberfranken nach Dortmund 420km) nach weiteren 5 Jahren haben wir im letzten Jahr geheiratet und sind total froh das wir uns im Chat gefunden habe.
Lg Gabi
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Witziger Fred, besonders beim bärigen Eröffnungsposting habe ich mich weggeschmissen!
"Geziert" von einigen Jahresringen und der Generation entstammend, in der ein Kerl mit kurzen Haaren ein No-Go war, bin ich mit der Nutzung des Netzes zum Zwecke der Paarung eher unerfahren.
Ein potenzieller Partner musste die gleiche Mucke hören wie ich und funken konnte es nur, wenn man sich dabei ansah.
Damals hatte man ja aber auch noch Zeit für die Balzerei und hing nicht halbtot nach 12 Stunden Arbeitstagen an seinem PC, unfähig, die Jogginghose abzulegen oder das zweifelhaft gestylte Haupthaar in eine publikumstaugliche Fasson zu bringen ... (heute ist es eine Baggy Jeans und den Sleek-Look auf meiner Birne könnte ich keiner Öffentlichkeit zumuten!). Der Vater meiner Kinder trug dann sehr kurze Haare und eine Uniform ...
Was ich sagen will: Die Welt wird gleichzeitig größer und kleiner und ich glaube, dass Partnersuche im Internet eine ganz gute Sache sein kann. Meine Putzi hat ihren Mann mit 3 Kindern für eine Bekanntsschaft aus dem WWW verlassen und ist sehr glücklich über ihre Entscheidung.
Eine Freundin, die wirklich händeringend nach einer Partnerschaft sucht, erlebt die ca. 10te Internet-Amour ihres Ex-Mannes (wenn sie nicht langsam auch mal auf den Trichter kommt, werde ich sie am Rechner festketten!).Schwierig finde ich (um das Bild von Blond zu Mausgrau noch mal herzunehmen ...): Wie kriege ich raus, ob sich jemand Sims-mäßig eine Exitenz zusammenspinnt und mich bewusst niemals wirklich treffen will und wer es ehrlich meint?
Auch wenn Herz und Humor wichtiger sind, als ne nette Larve: Auch da kann man immerhin faken!
Bin gespannt, ob´s hier noch ein wenig weitergeht!
mhgAndrea
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Hallo,
420 km lassen sich schnell überbrücken. Schwieriger wird es, wenn es sich um mehrere tausend km handelt.
Eine Bekannte aus Brasilien hat über das Internet einen deutschen Mann, geschieden mit einem Kind, Inhaber einer Firma, kennengelernt. Man tauschte Adressen aus, Telefonnummern etc, sprach über Treffen, über eine mögliche Heirat.
Irgendwann hat meine Bekannte mich gebeten, doch einmal die Telefonnummer zu überprüfen, da sie keine Verbindung herstellen könne.Ich habe dann herausbekommen, dass zwar der Name richtig war, dass er aber verheiratet ist, die Firma (mit zufällig gleichem Namen) ihm gar nicht gehört, er auch dort völlig unbekannt war, seine Arbeitsstelle, die Arbeitsstelle seiner Ehefrau, sämtliche aktuellen Telefonnummern.
Auf Wunsch der Bekannten habe ich den Mann dann an seinem Arbeitsplatz angerufen und mit meinen Nachforschungsergebnissen konfrontiert.Er hat noch am selben Tag der Bekannten ein Email mit enem kompletten "Geständnis" übersandt und sich gleichzeitig von ihr verabschiedet.
Das ist die Kehrseite der Internet-Medaille - es ist genügsam und gestattet jeden Betrug, jede Lüge.
Ein junger Mann im entfernten Bekanntenkreis hatte früher Probleme, Frauen kennenzulernen. Nachdem er sich einen Computer gekauft und einen Internet-Zugang besorgt hat, lernte er in Chaträumen eine Vielzahl von Frauen kennen. Er sagt, seit dem er das Internet nutzt, hat er eine unglaubliche Anzahl von Frauen kennengelernt und zu sehr vielen auch einen sexuellen Kontakt bekommen. Er denkt nicht im Traum daran, eine Frau, die er im Internet kennenlernt, zu heiraten.
Bitte nicht falsch verstehen, ich identifiziere mich nicht damit, ich erzähle nur.
Gruß, Hardy
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Come non detto!
Also doch besser lange Haare und lange angucken ...

Wie man allerdings nur via WWW auf "Heirat" kommen kann, ist und bleibt mir ein Rätsel ...

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Mir auch. Aber es geht auch gar nicht darum, ob Du oder ich mir das vorstellen können. Die Geschichte hat sich so zugetragen und ich bin davon überzeugt, dass dies in ähnlicher Form oft passiert. Leider.
Und das Internet ist leider auch für solche Geschichten die geeignete Plattform und zurück bleibt oft jemand der traurig ist und jemand, der sich vielleicht ins Fäustchen lacht, weil mal wieder jemand kräftig vera..... wurde.
Trotzdem glaube ich wirklich, dass das Internet durchaus eine gute Plattform sein kann, um eine neue Beziehung zu beginnen. Gerade durch die Distanz ist es möglich, sich "gefahrlos" erst mal in Ruhe (auf Distanz) etwas kennenzulernen und eventuell auch risikolos die Bekanntschaft zu beenden - vorausgesetzt, man hat nicht gleich Name und Anschrift und Telefonnummer mitgeteilt. Eine gehörige Portion Vorsicht ist auf jeden Fall angebracht.
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Dann lieber ELP ./. YES ...

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Lieber Hardy,
da muss ich Dir doch (wieder mal) entschieden widersprechen.

Die Gefahr des Selbstbetruges ist bei einer Online-Bekanntschaft um einiges größer als in der Realität.
Worte, die gesprochen bzw. geschrieben werden, werden „online“ schneller so interpretiert, wie man(n) frau sie gerne hätte, als wenn man sich real gegenübersitzt, sich dabei unterhält und in die Augen sieht.
Missverständnisse sind da an der Tagesordnung und nicht selten entsteht in der Phantasie ein „Idealgeschöpf“sowohl charakteristisch als auch visuell.
In diesem Fall kann der Absturz bei einem Treffen verheerend sein. Daran denkt (erstmal) keiner. Das über einen kürzeren oder längeren Zeitraum aufgebaute und erhaltene „Phantasiegebilde“ kracht zusammen und die Enttäuschung wiegt schwer.
Was das Ehrlichsein anbetrifft ist das in meinen Augen sowohl virtuell als auch real gleich. Egal ob ich jemandem online oder real begegne, derjenige kann mir immer das Blaue vom Himmel erzählen. Nur einen Unterschied gibt’s. Indem ich jemandem in die Augen sehe und mich mit ihm unterhalte kann ich das Gesagte ganz anders wahrnehmen und interpretieren als das Geschriebene von jemandem, den ich noch nie visuell, auditiv oder olfaktorisch wahrgenommen habe.
Klar, kann man dem entgegnen indem man sagt man kann auf beide Arten reinfallen. Aber das man aufgrund von noch nicht „holistisch gewordenen“ Phantasiegebilden, die einem dann evtl. mal real begegnen tiefer stürzt als andersherum, belegen Studien. -
Da gebe ich Dir Recht, Sabine. Das Problem ist aber nicht neu. Dr Begriff"Heiratsschwindler" ist weitaus älter als das Internet
. Wenn Sehnsüche und die Unrträglichkeit des Alleinseins überhand nehmen, können Rationalität und gesunder Menschenverstand so eingetrübt werden, daß man auf Betrug leichter hereinfällt. Früher waren es Dorftanz, Zeitungsannoncen oder ähnliche Gegebenheiten, heute ist es u.a. das Internet. Die Plattformen haben sich geändert, das Probem nicht. Es hat allerdings sicherlich an Häufigkeit zugenommen. Da helfen auch ELP oder Yes nicht viel weiter, Andrea
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Gruß, Peter -
@ all
habe da eine Spruch gefunden:
"Die Menschen sind so einfältig und hängen so sehr vom Eindruck des Augenblickes ab, dass einer, der sie täuschen will, stets jemanden findet, der sich täuschen lässt." - Niccolò Machiavelli, Der Fürst
finde passt doch ganz gut
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Ein schöner Spruch Pittpatt und auch wahr ... aber das Schlimme dabei ist ja meist, dass sich die Leute durch ihre Phantasie und Wunschträume selbst ein Bein stellen ......
Meist wird das dann auch noch auf den anderen projeziert. Wer will denn auch schon gern wahrhaben das er sich selbst was vorgemacht und in dem anderen etwas gesehen hat was garnicht da war?
Hach, ist das alles schwer ..... jetzt kommt wieder der Spruch, den alle so mögen, aber der doch so wahr ist "früher war alles anders" .....
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Mujer wrote:
Lieber Hardy,da muss ich Dir doch (wieder mal) entschieden widersprechen.

Die Gefahr des Selbstbetruges ist bei einer Online-Bekanntschaft um einiges größer als in der Realität.
Worte, die gesprochen bzw. geschrieben werden, werden „online“ schneller so interpretiert, wie man(n) frau sie gerne hätte, als wenn man sich real gegenübersitzt, sich dabei unterhält und in die Augen sieht.
Missverständnisse sind da an der Tagesordnung und nicht selten entsteht in der Phantasie ein „Idealgeschöpf“sowohl charakteristisch als auch visuell.
In diesem Fall kann der Absturz bei einem Treffen verheerend sein. Daran denkt (erstmal) keiner. Das über einen kürzeren oder längeren Zeitraum aufgebaute und erhaltene „Phantasiegebilde“ kracht zusammen und die Enttäuschung wiegt schwer.
Was das Ehrlichsein anbetrifft ist das in meinen Augen sowohl virtuell als auch real gleich. Egal ob ich jemandem online oder real begegne, derjenige kann mir immer das Blaue vom Himmel erzählen. Nur einen Unterschied gibt’s. Indem ich jemandem in die Augen sehe und mich mit ihm unterhalte kann ich das Gesagte ganz anders wahrnehmen und interpretieren als das Geschriebene von jemandem, den ich noch nie visuell, auditiv oder olfaktorisch wahrgenommen habe.
Klar, kann man dem entgegnen indem man sagt man kann auf beide Arten reinfallen. Aber das man aufgrund von noch nicht „holistisch gewordenen“ Phantasiegebilden, die einem dann evtl. mal real begegnen tiefer stürzt als andersherum, belegen Studien.Hallo Sabine,
zunächst einmal - ich fühle mich geehrt, wenn ich sehe, dass meine Beiträge es Dir wert sind, sich damit auseinanderzusetzen - auch wenn am Ende (wieder mal) das Widersprechen steht.

Mit dem ersten Teil hast Du absolut recht - Worte, die geschrieben werden, führen sehr oft zu Missverständnissen, weil den geschriebenen Worten die Mimik fehlt. Darüber hatten wir in einem anderen Thread schon mal kurz diskutiert.
Im vorliegenden Fall trifft dies nicht zu, weil man bereits über Skype "telefoniert" und sich dabei per Webcam auch gesehen hat. Die die gesprochenen Worte unterstützende Mimik war also durchaus da. Selbstbetrug liegt vor, wenn ich mir selbst was vormache, wenn ich das Gehörte unkritisch in einer Weise interpretiere, dass es immer positiv bei mir ankommt. Im vorliegenden Fall wurde die Dame belogen und getäuscht. Hier sehe ich jetzt keinen Unterschied zu neuen Bekanntschaften in der realen Welt. Auch da wird gelogen, dass sich die Balken biegen - mit dem Unterschied, dass ich in der Regel in der realen Welt immer einen direkten Kontakt zu einem anderen Menschen habe. Ich kann also nicht auf die Sicherheit der Distanz zurückgreifen, um erst mal in Ruhe abzuchecken, um welchen Burschen es sich möglicherweise handelt. Bei einem persönlichen Kontakt, wenn die Dame feststellt, der Knabe ist auf keinen Fall etwas für mich, habe ich eventuell das Problem, mich sicher zurückziehen zu können.
Hier liegt der Vorteil des Internets, ich kann "auflegen" wann ich will und sofern ich noch keine persönlichen Daten preisgegeben habe, bin ich auf der recht sicheren Seite, dass mir von nun an nichts passieren kann.
Wäre das in Deinen Augen wirklich kein Vorteil ?Gruß, Hardy
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Hardy01 wrote:
zunächst einmal - ich fühle mich geehrt, wenn ich sehe, dass meine Beiträge es Dir wert sind, sich damit auseinanderzusetzen - auch wenn am Ende (wieder mal) das Widersprechen steht.
Mittlerweilen kennst Du mich Hardy
und mit Dir schreib ich mir immer gerne.Hardy01 wrote:
Selbstbetrug liegt vor, wenn ich mir selbst was vormache, wenn ich das Gehörte unkritisch in einer Weise interpretiere, dass es immer positiv bei mir ankommt.da sind wir uns zu 100% einig

Hardy01 wrote:
Hier liegt der Vorteil des Internets, ich kann "auflegen" wann ich will und sofern ich noch keine persönlichen Daten preisgegeben habe, bin ich auf der recht sicheren Seite, dass mir von nun an nichts passieren kann.
Wäre das in Deinen Augen wirklich kein Vorteil ?da stimme ich Dir auch (größtenteils) zu. Ich sehe das eben von der psychologisch-emotionalen Seite. Wenn man noch nicht zuviel investiert hat ist es einfach, da hast Du recht.
Meist ist es aber so, dass man wie oben bereits gesagt, in seinen Sehnsüchten und Träumen die Worte und Gesten so interpretiert, dass sie immer positiv ankommen. Dann ist es nicht so leicht einfach aufzulegen ..... -
Wow, habe mir bei der Lektüre eben ein olfaktorisches und visuelles Desaster vorgestellt ...

"Früher war alles anders" finde ich nicht ganz unzutreffend.
Früher hat man sich mangels anderer Möglichkeiten konzentrierter und subtiler auf ein Gespräch eingelassen, besser hingehört und vielleicht auch die ein oder andere verdächtige Klangfarbe ausmachen können.
(Simse mal mit Betonung ... das ist auch so ein Kommunikations-Tumor, grässlich!!)Ich finde, die meisten werfen heute zu schnell die Flinte ins Korn, Motto "das is nix, ich geh mal wieder chatten!" und machen sich weniger Mühe mit Bekanntschaften - oder sogar Beziehungen! Das Leben hält so viele Optionen vor, dass man die Motivation, sich jemanden zu "erarbeiten", verloren hat.
@hardy
Wer Yes gehört hat, war bei mir durch! Super sauberes k.o.- Kriterium ...
(Derweil hab ich´s heimlich auch aufgelegt ;)) -
Ich kann jedem dieser Beiträge etwas ernstes und nachdenkliches aber auch etwas zum Schmunzeln abgewinnen. Seit einiger Zeit bin ich ja u.a. auch hier im Forum etwas aktiv und habe in dieser Zeit einige sehr nette "Bekanntschaften" bekommen.
Ich glaube mir schon eine gewisse Vorstellung von dem jeweiligen "Gegenüber" machen zu können - durch intensivere Postings die dann durch PN und Mails ergänzt werden, könnte ich mir in der Zwischenzeit sogar bei einigen wenigen Usern ein Treffen vorstellen. Ich finde auch schön wenn der/Die "Gegenüber" ein Gesicht oder eine Stimme bekommt. Ich möchte damit sagen das ich auch schon mal ein Foto geschickt und auch kommen habe und auch einige wenige Telefonate erfolgten.
Natürlich kann wahllose auch falsche Fotos verschicken, aber beim Telefonieren denke ich sieht es schn anders und man weiß ob der/die Jenige einem sympathisch ist. Sollte man es wirklich mal wagen sich auf einen Kaffee zu treffen - dann muß man halt abwarten wie das Treffen verläuft.
Es kann natürlich auch sein, das man danach enttäuscht ist und sich ein ganz anderes Bild gemacht hat. Aber kommt die Enttäuschung nicht auch bei manchen Freundschaften vor, in denen man sich auf "normalem Wege" kennen gelernt hat?
Ich glaube jeder der sich hier auf intensivere Freundschaften oder Bekanntschaften einläßt muß es für sich selbst entscheiden mit welchen Erwartungen er an die Sache rangeht. Ich finde viele PN´s die ich erhalten habe sehr, sehr nett und habe mich sehr darüber gefreut.
Ob man die User in einiger oder auch in längerer Zeit immer noch kontaktiert oder den Kontakt intensiviert durch Telefonate oder auch Treffen, das wird sich dann zeigen.
Aber egal wie eine Freundschaft entsteht - sie ist wie eine Pflanze und
will gepflegt werden, sie braucht kein Wasser, aber sie wächst nur durch Offenheit, Vertrauen und Ehrlichkeit.Ich wünsche in diesem Sinne allen noch viele nette Kontakte hier und sonst wo.
Sabine
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Also ich habe meinen Freund im Chat kennengelernt. Erst SMS dann Telefonate und Bilder und dann das erste Treffen -----------> Liebe auf den ersten Blick und nun 5 Jahre und 5 Montage Beziehung. Erst Wochenenden und Urlaub / Ferien und seit 1,5 Jahren leben wir zusammen!
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Hallo,
und noch eine Erfolgsstory:
Habe meinen Mann im Internet kennen gelernt - erst gechattet, dann getroffen und es hat gepasst
Nach 1,5 Jahren Wochenendbeziehung haben wir es gewagt und sind zusammengezogen und vor einem Jahr haben wir geheiratet.
Zugegeben: Vor diesem "Treffer" hatten wir beide schon einige Treffen, die sich teilweise als Flops herausstellten, weil man sich entweder gar nichts zu sagen hatte - gähn, da bin ich auch mal nach einer laaaangen Stunde geflohen - oder das Gegenüber war zwar nett, aber die Chemie stimmte einfach nicht.. Manche wirklich nette Kontakte haben sich immerhin als Freunde erhalten, was ja auch schön ist.
Also, für alle, die auf der Suche sind und via Internet nachhelfen wollen: Nicht den Mut verlieren
Schönen Rest-Sonntag wünscht Dagmar
