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Teneriffa- Insel voller Rätsel, Geheimnisse und Gegensätze?!

Geplant Angeheftet Gesperrt Verschoben Teneriffa
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  • maribelM Offline
    maribelM Offline
    maribel
    schrieb am zuletzt editiert von
    #41

    Hallo Noki/ Dieter,

    jetzt ist aber mal ein Lob fällig,
    ein schöner unterhaltsamer Bericht ,
    viele lesen es , aber keiner honoriert es hier mal wieder.
    Darum von mir ein herzliches Dankeschön, weiter so !

    Würde gerne etwas zu deinem Thema beisteuern, damit du hier nicht der Alleinunterhalter bist aber ich bin leider nur ein
    "normaler " 😉 TF Urlauber, der sich auch durch unser negatives Erlebnis
    ( Diebstahl ) nicht davon abhalten lässt, Teneriffa ( und Mallorca ) zu meinen Favoriten zu zählen. Im Sommer gehe ich aber " fremd ", dann geht es zum erstenmal nach Korsika.

    Gruss von der Insel Reichenau/Bodensee
    Maribel

    Avatar : Orotavatal mit Blick auf Teide und Puerto de la Cruz / Teneriffa

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    • nokiN Offline
      nokiN Offline
      noki
      schrieb am zuletzt editiert von
      #42

      …….. Und ich dachte immer die Paella sei soetwas wie das spanische Nationalgericht, wie in Italien etwa die Pizzas und Pastas!
      Nach dem Motto: Denk ich an Paella, denk ich an Spanien!

      Bis es eines Tages hieß: Heute genießen wir die Zarzuela!
      Was sollte das denn nun wieder bedeuten? Und vor allen Dingen was ist mit "die" gemeint?
      Dass wir mal eben nach Madrid jetten würden um den gleichnamigen Palast zu besuchen und um Herrn König und Frau Königin Guten Tag zu sagen, oder etwa nach Santa Cruz fahren um eine dieser traditionellen spanischen Singspiele, einer spanischen Art der Operette gleichen Namens, zu besuchen, das fiel mir doch schwer zu glauben.
      Also was hat es dann sonst mit der Zarzuela auf sich?
      Schon eigenartig! Teile der Gastgeberfamilie waren fast den ganzen Tag unterwegs um einzukaufen. Sie wollten doch nicht etwa ein solches Singspiel hier bei sich auf die Beine stellen?
      Alles hüllte sich in Schweigen, so sehr ich auch bohrte. Auch beim Entladen der zahlreichen Kisten des Autos ließ man mich nicht mittun; hatte ich etwa deren Vertrauen verloren, in einen peinlichen Fettnapf getreten, oder unwissentlich missbraucht? Und es waren auch noch so viele Gäste aus der Umgebung und von weiter her eingeladen.

      Also zog ich mich schmollend in der Nase bohrend zurück, und verwünschte die ganze Sippschaft! Diese Geheimniskrämerei war wie zu Weihnachten, wenn man nicht einmal mehr durch's Schlüsselloch gucken darf! Mein Verhalten war sehr wohl bemerkt worden, und zu allem Überfluss fanden das alle auch noch lustig durch entsprechende Bemerkungen, Gesten und Gesichtsausdrücke, was meinen Unmut nur noch steigerte!

      Nur schien es in der Küche übermäßig hoch her zu gehen. Es war viel mehr Küchenpersonal dort als normal üblich! Na ja, wenn Gäste kommen ist immer einiges vorzubereiten.
      Es roch doch schon sehr appetitlich, aber nach Fisch!?

      Kurz und gut, es wurde eine Zarzuela für den Abend vorbereitet!

      Gleichauf mit der Paella wohl das traditionellste Gericht in Spanien.
      Es ist ganz einfach eine Fischpfanne ganz erlesener Fische und Meeresfrüchte! Deswegen der große Aufstand mit dem Einkauf, denn alles muss ganz frisch sein!
      Alle möglichen Fischsorten, Tintenfisch, Muscheln, Garnelen, Langusten oder Hummer, verschiedenes Gemüse, Wein, besondere Gewürze und andere Zutaten, wie z. B. echter Safran, das mit Abstand teuerst Gewürz, eine Krokusart, der hier in Spanien sogar angebaut und geerntet wird, sind dafür nötig (1 Gramm kosten immer noch etwa 8 - 10 €!). Nur Plattfische wie Seezungen werden nicht benutzt. Aber jeder macht seine eigene Zarzuela nach seiner Art und Geschmack. - Jedes Grüppchen kocht sein Süppchen! - Eben nach Art des Hauses.
      Die Vorbereitungen dauern sehr lange und müssen sehr sorgfältig gemacht werden, besonders das Entgräten der Fische. Einige Sorten sind damit besonders reich gesegnet und besitzen ein großes Inventar an Gräten! Da muß man sich schon mit der "Grätenanatomie" gut auskennen! Auch das Enthäuten und filettieren ist bestimmt nicht ganz einfach. Hier bei uns im Fischladen würde man das alles topffertig bekommen - vielleicht, wenn es diese Fischsorten hier gäbe!
      Am Abend war das Haus voller Gäste aller Schattierungen, Herkunft und Kategorien und noch mehr voller Erwartungen. Ich hatte so etwas noch nie gegessen, außer mal einer Fischsuppe, die damit aber so überhaupt nicht vergleichbar ist und auch gar nichts damit zu tun hat!
      Die Meeresbewohner werden in mittelgroße Stückchen zerteilt und in einem speziellen Sud nur gedünstet oder geköchelt. Auch das Gemüse erfährt eine Spezialbehandlung.
      Die Zarzuela wurde ganz heiß in flachen gusseisernen kleinen Pfannen oder in Schalen aus Steingut serviert mit frisch gebackenem Brot. Es darf nur eine Gabel benutzt werden. Mit dem restlichen Brot wischt man die Behälter spülmaschinenrein aus. Das gehört sich so!
      Dazu wird selbstverständlich Wein getrunken!
      Es geht hierbei weniger um das Sattwerden, obgleich die Portionen mehr als reichlich waren, sondern mehr um das Zelebrieren und den Genuss. Jeder konnte nachnehmen soviel er wollte. Die Pfannen und Schalen hielten alles sehr lange auf "Betriebstemperatur"!
      Und es war wahrhaftig einer, ein kulinarischer Genuß!

      Und danach wird palavert bis zum frühen Morgen! Das zieht sich natürlich schon wegen des vielen Weines so in die Länge.

      Ich muss sagen: Es war ein Erlebnis und kein Singspiel oder etwas palastähnliches!

      Gruß Dieter

      Gar furchtbar ist des Wortes Macht, wenn man es nutzt zu unbedacht!

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      • stegasS Offline
        stegasS Offline
        stegas
        schrieb am zuletzt editiert von
        #43

        hallo
        also vielen dank für diesen tollen bericht über teneriffa.

        teneriffa ist meine lieblingsinsel, auch wenn ich dieses jahr erst 18 jahre alt werde war ich schon 10 mal dort.
        mir gefällt einfach alles an der insel.
        sie ist so vielseitig und man kann in jedem urlaub noch etwas eues entdecken. ich bin der meinung ein urlaub auf teneriffa reicht nicht aus um die insel kennen und dann vlt auch lieben zu lernen.
        für mich ist das reizvolle auf teneriffa die vielen kleinen buchten und besonders gefällt mir und meiner familie costa adeje/playa de fanabe. 1997 waren wir das erste mal auf teneriffa in golf del sur, sind aber immer mit dm bus nach playa de las americas gefahren und von dort aus zu fuß weiter nach fanabe. in diesem ersten uzrlaub haben wir uns schon in die insel verliebt und sind dann immer wieder gekommen. somit haben wir so zu sagen gesehen, wie der ort costa adeje so langsam immer größer geworden ist und ich muss sagen der ort gefällt mir mittlerweile sehr gut, vor allem weil es da keine bettenburgen mehr gibt und sich die hotels mehr und mehr in die landschaft eingliedern. alles ist so schön angelegt und zwischen den vielen hotels gibt es auch immer mal wieder parks oder grünflächen, wo man dann auch sitzen kann. an playa de las americas stört mich ein wenig, dass es da so viele hohe hoteks gibt. ich finde dadurch geht dieser wunderschöne charme der insel ein wenig verloren. das heißt jetzt nicht, das ich diesen ort nicht mag, es stört mich nur ein wenig, aber trotzdem würde ich da auch urlaub machen.
        was mich noch an dieser insel fasziniert ist, dass sie so zu sagen 2 gesichter hat. einmal den süden, wo doch schon sehr viel tourismus herrscht und da ist die landschaft hja so wie so etwas kahler und dann den norden, wo es auch genug tourismus gibt, aber da ist die landschaft so wunderschön grün. dieser apruppte wechsel fasziniert mich jedes jahr wieder aufs neue, wenn ich dann vom süden in den norden fahre. der norden hat so viel schönes zu bieten.
        masca ist einfach nur wunderschön und diese schlucht ist so atemberaubend schön, dass es sich immer wieder lohnt da hin zu fahren. dieses dort verkörpert den charme teneriffas so wunderbar und wenn man da ist, fühlt man sich teilweise in eine andere welt verstetzt.
        dann gibt es da noch icod de los vinos, ein sehr schöner ort, derr eine touristenattraktion hat, den drachenbaum. kaum zu glauben, dass es diesen baum da schon sooo viele jahre lang gibt. in dem ort gibt es auch die so typischen häuser für die kanaren und man könnte sich in dem ort stundenlang aufhalten und einfach nur da sitzen und verweilen.
        nicht zu vergessen puerto de la cruz, eine stadt , die die touristen mit den meerbädern und dem loro park lockt. die stadt hat aber auch eine sehr schöne altstadt. die kleinen gässchen finde ich jedes mal wieder aufs neue wunderschön und dann die kleinen häuser mit den holzbalkonen. die stadt verkörpert so das gewisse etwas, was die städte im süden meiner meinung nicht so ganz haben.
        wenn wir auf teneriffa sind fahren wir auch schonmal mit dem auto einfach so los und gucken dann , wo wir auskommen und dabei entdeckt man immer wieder etwas neues und man verliebt sich mehr und mehr in die insel.

        was ich auch so wunderschön an teneriffa finde ist dieser atemberaubende sonnenuntergang, den ich in costa adeje immer bestaune, wenn ich da bin. das panorama ist gigantisch, man sieht das meer, himmel, sonne und im hintergrund auch noch la gomera. man sieht, wie die sonne so langsam sinkt und dann fällt si ganz plötzlich ins wasser und ist weg. einmal habe ich deswegen so ca 40 bilder gemacht, weil ich das soooo schön fand.

        so ich mach dann mal schluss
        nächstes jahr werde ich leider auch mal fremd gehen, weil wir uns entschieden haben unseren sommerurlaub 2009 auf kreta zu verbringen, aber danach das jahr ist teneriffa bestimmt wieder dran.

        also dann
        an alle die ihren urlaub auf teneriffa noch vor sich haben
        genießt ihn und macht ihn zu einem unvergesslichem erlebnis, wie ich es auch mit all meinen urlauben auf teneriffa gemacht habe

        liebe grüße
        steffi

        Ich hab den tollsten Job der Welt...

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        • TravelleraT Offline
          TravelleraT Offline
          Travellera
          schrieb am zuletzt editiert von
          #44

          Ich habe die Beiträge auch sehr gern gelesen - ohne das Bedürfnis zu haben, mich dazu zu äußern! Vielen Dank und bitte mach weiter!
          Travellera

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          • nokiN Offline
            nokiN Offline
            noki
            schrieb am zuletzt editiert von
            #45

            Guten Morgen Travellera!

            Du hast zwar, wie du schriebst, nicht das Bedürfnis dich zu äußern, aber das schließt nicht aus, dass du es sehr wohl könntest, wenn du wolltest!

            Also bitte tue es. Ich, und vielleicht auch andere User, würden uns sehr darüber freuen. Gib dir einen Stoß die Schwelle zu überwinden.

            Diese Aufforderung gilt auch für alle anderen!

            Gruß Dieter

            Gar furchtbar ist des Wortes Macht, wenn man es nutzt zu unbedacht!

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            • nokiN Offline
              nokiN Offline
              noki
              schrieb am zuletzt editiert von
              #46

              Der klägliche Versuch Faulheit mit landwirtschaftlicher Arbeit zu bekämpfen!

              Das hört sich gut an und soll auch äußerst wirkungsvoll sein! ……. Wenn man es denn kann! Also kam ich zu der hochgeistigen Erkenntnis, bevor mein Gürtel wegen Mangel an Länge, das was er halten und zusammenhalten soll, gezwungenermaßen freigeben muss, es damit einmal zu versuchen.
              Nun hatte ich ja den unschlagbaren Vorteil ganz früher einmal einige Jahre in einem kleinen Dörfchen auf einem Bauernhof gewohnt zu haben! Und da hatte jedes Kind und Jugendlicher seine fixen Aufgaben, die sehr wohl mit landwirtschaftlichen Tätigkeiten verbunden waren. Also sollte ich doch nicht alles vergessen und verlernt haben!
              Das Melken der Ziegen musste ich ja hier auf Teneriffa auch nicht unbedingt unter Beweis stellen, und die paar Orangen, Zitronen, Oliven und Mandeln stellten doch keine ernsthafte Hürde dar! Also frisch ans Werk, wo ist das Klavier, und was trag’ ich rechts?
              Nun hatte ich aber nicht bedacht, dass es auch Arbeiten gibt, die nicht in aufrechter Haltung erledigt werden können! Es sind leider die Meisten!
              An geeigneten Arbeitsgeräten hierfür mangelte es an allen Enden und Ecken.
              Die Sonne stach gnadenlos und der Schweiß lief von der Stirn in die Augen. Gemeinerweise ist der auch noch salzhaltig! Mit unseren heimischen Ackergeräten kommt man da nicht weit, denn der dürftige Boden, der in einer Schicht von nur maximal 15 bis 20 cm tief ist, ist teilweise voller Felsbrocken und Steine, die herausgeklaubt und für den späteren Mauerbau beiseite gepackt werden müssen. In vielen Jahren ist erst auf diese Art wenigstens diese dünne Schicht entstanden, die sogar „gepflügt“ werden kann, wenn man ein bis drei sichelförmig nach vorne gebogene breitere Zinken schon den Vorläufer eines Pfluges nennen darf!
              Jedes Bearbeitungsjahr wird dieses Stück Feld um einen kleinen Betrag größer und auch steinfreier. Hierauf werden in dichtem Anbau und mehrmals im Jahr Kartoffeln, Gurken, Zwiebeln, Porree, Paprika, Kohl, und andere Feld- und Küchengemüse angebaut. Etwas Wein, ein bis drei Bananenstauden, Tomaten und Melonen, sowie Sandias (Wassermelonen) wachsen getrennt auf ganz kleinen Anbauflächen, die meistens nur ein paar Quadratmeter groß und nicht steinfrei zu sein brauchen, ....... und selbstverständlich Knoblauch, Bohnen und Garbanzos (Kichererbsen)! Diese wilden Erbsen sind so geschmacklos und fade, dass man ein gutes spanisches Essen damit durchaus verderben kann. Allerdings sind sie sehr reich an Kohlehydraten, Mineral- und Ballaststoffen! Überall universell verwendbar und anspruchslos beim Anbau. Praktish wachsen sie auch wild! Dazwischen jede Menge Küchenkräuter und mit großer Wachstumsrate allüberall Unkraut. Rund herum gibt es sehr viel Gras, wildes Korn, wie Hirse, Buchweizen und andere wilde Gräser.
              Meistens schließen sich ein paar Bauern zusammen und beackern ihr Land gemeinsam.
              Die wichtigsten Geräte sind dabei eine Hacke, die aussieht wie ein um 90 Grad abgebogener schmaler Spaten, ein Rechen und eine kurze Sense. Abends muß dann noch das Vieh versorgt werden.
              All diese Tätigkeiten habe ich versucht mitzumachen, trotz der Rücken-, Handgelenk- und Muskelschmerzen, eingedenk meines immer kürzer werdenden Gürtels!
              Aber danach habe ich einen Schlaf wie ein Murmeltier gehabt, …. bis um 4 oder 5 Uhr morgens als der „Hahn“ zum nächsten Arbeitstag krähte.
              Es war wohl doch nicht so doll mit dem Klavier, aber der Gürtel war immer noch zu eng oder zu kurz, ganz nach Belieben, also blieb nichts anderes als weitermachen!
              Und das ist das tägliche „Brot“ der Kleinbauern, tagein und tagaus! Und es ist IHR Land und sie klagen nicht! Allerdings werden sie dadurch auch kaum jemals solche Gürtelprobleme haben. Und niemand hat sich über meine Arbeit lustig gemacht! Allerdings ging mir die Arbeit an technischen Geräten, wie der Wasserversorgung aus einem Brunnen durch eine Pumpe mit Windkessel und diverse andere Aggregate, wesentlich leichter von der Hand. Und die brauchten eine Revision und Überholung auch dringend, ebenso wie die Elektrik des Hauses! Das Werkzeug und das Material brachte ich von meinen Gastgebern mit. Eigentlich ist das ganz sinnvoll und klug gemacht, denn alle haben sie die gleichen Fabrikate! Das ist sehr gescheit, denn wenn der eine das Ersatzteil nicht hat, hat es der andere!
              Es gibt nur sehr wenige wirkliche Feiertage an denen nicht und auf gar keinen Fall gearbeitet wird, und da sind alle Tiere mit einbezogen!
              Schlechtes Wetter gibt es nicht, jedenfalls ist es kein Grund nicht auf's Feld zu gehen. Dann muß es schon extrem "dick" kommen!

              Wir können uns doch eigentlich hier mehr oder weniger alles kaufen. Wissen wir auch welche Mühen oftmals dahinterstecken, jedenfalls bei denen die sich das finanziell nicht leisten können, so wie meine Freunde auf Teneriffa? Manche Kinder glauben doch beinahe schon, dass das alles im Supermarkt wächst.
              Das ist etwas anderes als einen Kleingarten oder seinen Vorgarten zu pflegen!

              Mit ländlichem Gruß

              Dieter

              Gar furchtbar ist des Wortes Macht, wenn man es nutzt zu unbedacht!

              1 Antwort Letzte Antwort
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              • nokiN Offline
                nokiN Offline
                noki
                schrieb am zuletzt editiert von
                #47

                Der Dorftrottel von Teneriffa! Ist er das wirklich?

                Ob wir in ein kleines Dorf XY kommen, irgendwo in irgend einem Land, oder wir kommen nach Spanien nach Teneriffa, wird es immer einen geben ob jung oder alt, der anders behandelt wird als alle anderen dieses Dörfchens!

                So auch hier auf Teneriffa, in einem kleinen Dorf, unweit der bäuerlichen Anwesen, von denen ich just eben geschrieben habe.
                Es handelt sich um einen etwa 16 bis 17 -jährigen Jungen, der dort als „Dorftrottel“ diese Stellung innehat. Man kennt und duldet ihn allenthalben, aber er wird mitleidig belächelt.
                Nur ich glaube nicht, dass er ein Trottel ist, in dem Sinne unserer üblichen, voreiligen und bekannten Verallgemeinerung von Gesellschaftsnormen und Verhaltensweisen! - Also mit Vorurteilen von allen Seiten behaftet! -
                Mir scheint es sogar, dass die Bewohner einen solchen brauchen. Gibt es keinen, der durch sein anderes Wesen geeignet erscheint und auffällt, so wird einer ohne große Begründung einfach "ausgeguckt"! Da ist niemand ausgeschlossen und bei der Wahl auch nicht zimperlich. Man dichtet ihm einfach etwas "Sonderbares" an! Ob es zutreffend ist, interessiert späterhin niemanden mehr! Er passt einfach nicht in das selbstgeschusterte Dorf-Schema! Damit hat er sein Attribut für alle Zeiten erhalten. Oftmals sind es Frauen, die dieses Los trifft; ihnen werden dann magische Kräfte im Sinne von "Medizinmännern" unterstellt. Wie peinlich in unserer ach so modernen und fortschrittlichen Zeit!

                Jeden Morgen um die gleiche Zeit stand er alleine an einer Straßenkreuzung mitten in dem Dörfchen und bot demjenigen, der sich nicht auskannte, seine Dienste an ihn dort hin zu führen. Er wusste alles aus und über den kleinen Ort; dennoch schien er sehr schweigsam, ja geradezu nachdenklich zu sein! Ein mitgebrachter Pfirsich oder ein paar Trauben konnten ein stilles Lächeln auf sein Gesicht zaubern. Ganz naiv im aller positivsten Sinne! Oh nein, ein Bettler war er nicht und keineswegs!

                Irgendwann in seinen jungen Jahren hatte ihn eine Gehirnentzündung heimgesucht, so erzählte mir der Alcalde, und daher stammen seine motorischen und feinmotorischen Störungen, Bewegungsabläufe und Sprach- sowie Verständigungsschwierigkeiten. Kausal können dieses die Folgen einer solchen schwerwiegenden Krankheit sein. Da man ihn seit dieser Zeit als nicht normal betrachtete und abstempelte, man ließ es ihn sehr wohl merken, zog er sich in sein selbstgebautes Schneckenhaus zurück und kapselte sich gegen seine Umwelt ab.
                Wir grüßten uns höflich, und er begleitete mich oftmals ein Stück des Weges. Von dem was er mir mitzuteilen versuchte verstand ich nicht allzu viel. Damals kam mir die Erleuchtung, dass er doch eigentlich ganz so wie wir anderen ist, mit eben denselben Bedürfnissen, die ein jeder auf seine eigene Art und Weise hat und ausdrückt, so wie es ihm halt gegeben ist! Auch bemerkte ich, dass ihm offenbar meine uralten und abgelatschten Turnschuhe gefielen. Aus welchem Grund auch immer; ich machte mir keine Gedanken darüber es verstehen zu wollen! Mit jedem verstohlenen Blick auf diese verriet er es. Er pflegte ständig in den gleichen geflochtenen Sandalen umher zu laufen. Für mich war er einfach der „Junge von nebenan“! Auf die Idee, dass er sich etwas wünschen würde, kam ich zunächst nicht, bis ich eines Morgens einmal meinen Schuh verlor; das Schnürband hatte sich geöffnet. Seine Eilfertigkeit mir den Schuh zurück zu bringen und ihn mir anzuziehen hatten etwas an sich, das man auch theatralisch nennen könnte. Da machte es „Klick“ bei mir – endlich -! Ab nun achtete ich sehr auf seine Wesensäußerungen, die er nicht in der Lage war selbst zu artikulieren, physisch auszudrücken oder sie zu formulieren! Seine Sprachbehinderungen vereitelten das. Da war noch ein abgenutzter Kugelschreiber, den er ebenso sehr liebte! Mittlerweile wurden wir im Dorf bekannt und man fing an uns beide argwöhnisch aber respektvoll zu beäugen. Meinem Freund schien das sehr zu gefallen! Zwei "Deppen" aber brauchte dieses Dorf nicht! - Was nun? -

                Etwas später als mir die „Garungszeit“ vorüber zu sein schien, ich ließ ihn etwas schmoren, schlug ich vor, dass wir beiden in das nächste Städtchen fahren sollten um ihm ein paar Sportschuhe zu kaufen! Das stieß auf heftige Proteste: Er wollte unbedingt meine alten Schuhe haben, wenn denn überhaupt!
                Was ging in diesem Kopf nur vor?!
                Den Tausch, die Schuhe gegen eine Schale Ziegenmilch, vollzogen wir nach alter Sitte und Brauch per Handschlag, ebenso geschah es mit dem Kugelschreiber.

                Was nun folgte, ließ mich wiederum zu der Meinung und Überzeugung gelangen, dass er doch kein Trottel sei, dergestalt, wie ihn andere wohl gerne gesehen hätten.
                Vom Augenblick an wurde er von seinen Kumpels und dem ganzen Dorf in einem ganz anderen Licht gesehen und höchst ehrenwert be- und geachtet.
                Genau das schien er vorausgesehen zu haben!
                Und ich ziehe mir nur zu gerne den Schuh hier an der eigentliche Trottel gewesen zu sein. Seinen Stolz und seine Freude über das Erreichte waren nur zu deutlich in seinem Gesicht gezeichnet. Ein durch und durch glücklicher Mensch!

                In ihm steckte mehr – sehr viel mehr – als ich geahnt hatte!

                Physisch war und blieb er benachteiligt, psychisch hatte er eben eine andere Lebensart und Denkweise. Ihn als dumm abzutun, wäre ein großer Fehler gewesen, und Zeugnis von dem was derjenige möglicherweise selbst ist, der ihn dermaßen abstempelt!

                Er war nun ETWAS, das es sich lohnt zu kennen, und nicht nur einfach „der Junge von nebenan“! Wahrscheinlich steht er genau wie jeden anderen Tag auch, immer noch zur gleichen Zeit an der Straße, aber nun mit dem geänderten Bewustsein etwas zu sein und darzustellen!

                Ich habe einen neuen Freund! Ihr auch?

                Das gibt es in jedem kleinen Ort, wo jeder jeden und dessen Lebenslauf kennt! So ist das Leben auch heute noch in den ländlichen, versteckten kleinen Dörfchen Teneriffas!

                Das war nun aber ganz sicher off topic und bringt mir wohl eine gelbe Karte ein!

                Gruß Dieter

                Gar furchtbar ist des Wortes Macht, wenn man es nutzt zu unbedacht!

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                • nokiN Offline
                  nokiN Offline
                  noki
                  schrieb am zuletzt editiert von
                  #48

                  Wenn wir uns mit einem Land beschäftigen, - hier Spanien und speziell Teneriffa - , dann sollten wir nicht nur die schönen und erfreulichen Touri-Sonnenseiten alleine betrachten, sondern auch die traurigen und betrüblichen Ereignisse!

                  Mit allem Respekt und Achtung, sowie der wohl angebrachten Zurückhaltung und mit der gebotenen Ehrfurcht allen denen gegenüber von denen hier die Rede sein soll!
                  Ich hoffe sehr es gelingt mir!

                  Wie werden dort Verstorbene bestattet, die eines natürlichen Todes verschieden sind? Einiges wird dabei vom Gesetz zwingend vorgeschrieben und reglementiert, aber bei weitem das Wenigste. Ein großer Unterschied zu Deutschland! Eine Beerdigung (entierro) in unserem Sinne gibt es nicht, sondern sie darf und wird auch nach freiem Ermessen und, man mag es gar nicht sagen, nach dem Geldbeutel gestaltet, ausgerichtet und zelebriert. Besonders was das Sakrament angeht liegt der liturgische Ablauf allerdings fest! – Aber dazu komme ich noch im Weiteren. –

                  Was zwingend vorgeschrieben ist, ist die Bestattung eines Verstorbenen innerhalb kürzester Zeit von etwa zwei bis maximal drei Tagen und die Art der Aufbewahrung während dieser Zeit. Das hat natürlich den Grund darin, dass bei der Hitze ein Leichnam sehr schnell in Verwesung übergeht, was nicht ganz ungefährlich und überdies auch anzeigepflichtig ist! Denn oftmals wird der Verstorbene in seinem Haus aufgebart. Eine spezielle Konservierung wird nur in Ausnahmefällen gestattet, und darf auch nur von dafür ausgebildeten Fachleuten (meistens Pathologen) vorgenommen werden, wenn dadurch in den Sonderfällen keine Todesumstände verwischt werden und die Ehre des Toten nicht verletzt wird. Da haben die offiziellen Ämter dann doch noch ein Wörtchen mitzureden: War es z. B. eine Persönlichkeit des öffentlichen Lebens, usw. ? Um das bewerkstelligen zu können, sind alle die erforderlichen Behörden durchgehend geöffnet; alle anderen haben die Befugnis der unverzüglichen Entgegennahme und Bearbeitung einer solchen Anzeige. Das wird sehr streng gehandhabt aus eben den oben angeführten Gründen. Ich möchte den Beamten sehen, der sich dieses Vergehens schuldig macht!
                  Außer es liegt ein Sonderfall vor, z. B. ein Verbrechen, ein nicht natürliches Ableben, oder jemand der nur als Gast (Tourist) oder Gastarbeiter von weit her ist oder hier gearbeitet hat. Solche Ausnahmen müssen aber gut begründet sein! Im ersten Fall hat der Staatsanwalt das Wort, ganz wie bei uns auch.
                  Der Verstorbene wird üblicherweise in seinem Heimatort beigesetzt. Meistens in einem Cementerio, einem Friedhof bestehend aus über- oder unterirdischen gemauerten Grabkammern. Geschaufelte, offene Gräber sind meines Wissens nicht erlaubt, jedenfalls nicht auf Teneriffa oder Mallorca. Meistens sind es Familiengruften im Fels eingeschlagen oder darüber als Kammern aufgemauert. Das geschieht noch zu Lebzeiten.
                  Ich deutete schon an, dass die Feierlichkeiten frei gestaltet werden können. Man sieht ein solches Ereignis dort nicht so bittertraurig! Eine Messe ist jedoch vorgeschrieben, und fällt je nach Geldbeutel üppig oder auch schlicht aus. Man ist frei in der Wahl derer, die diese Messe lesen und das Sakrament erteilen, wobei der liturgische Ablauf fest liegt. Der „Dienstgrad“ desjenigen der die Totenmesse zelebriert ist gleichsam eine Aussage über die finanziellen Verhältnisse der Familie. Oftmals tragen alle Angehörigen etwas dazu bei. Somit wird dann diese finanzielle Aussage über den Vermögenszustand verwässert! Hier würde man sagen: Wen geht das auch was an? Dort ist das anders! Es wird gleichzeitig dadurch z. B. die Kreditwürdigkeit kundgetan! Ein pietätloser aber nicht unwesentlicher Aspekt eines kleinen Ortes.

                  Bei einer Totenmesse auf Mallorca war ich einmal sehr erstaunt darüber, dass jeder angezogen war, wie es ihm behagte, vielleicht so als würde er mal eben so zur Messe in die Kirche gehen; und ich machte mir wegen meiner unangemessenen Bekleidung Sorgen.
                  Allerdings betritt dort niemand eine Kirche, eine Monesteria, ein Kloster, oder irgend einen anderen geistlichen Ort so wie es viele Touristen tun! Das ist beschämend! Und wir bilden uns ein die Kultur mit großen Löffeln gefressen, wenn nicht sogar sie für alle Zeiten gepachtet zu haben! Würden die das auch bei sich zu Hause in dem Aufzug tun? Das getraue ich mich glatt zu verneinen!
                  Und dann wird uns und anderen ständig gepredigt: Völker seht uns an und höret unsere Worte und Verkündigungen. Wir sind es, das Volk der Dichter und Denker! - Wenn wir nicht einmal die primitivsten und selbstverständlichsten Grundelemente gegenseitiger menschlicher Achtung und Kultur beherrschen, glaubt uns das keiner! Wie sollte er auch?
                  Verzeiht mir hier meine herbe und sarkastische Kritik an uns! Aber sagt es doch selbst, ist es nicht so, trifft das nicht zu?

                  Manchmal sieht man es den Schuhen der Priester unter ihrem Gewand noch an, dass sie wohl gerade von der Feldarbeit gekommen sind.

                  Danach findet oftmals eine „mittelprächtige“ Fiesta zu Ehren des Toten statt.
                  Alles ist viel lockerer, gelöster und beinahe geradezu fröhlich. Auch hierbei zerreißen sich überwiegend die alten Weiber die Mäuler, meistens in Gruppen hinter vorgehaltener Hand, über die Vorzüge und Nachteile dessen den es zu befeiern gibt! Posthum geschieht die letzte Beichte hier und jetzt schon, abgenommen von einer Schar Neugieriger! Alleine die Absolution kann nicht erteilt werden! Das ist aber auch beinahe der einzige Unterschied!
                  In kleineren Ortschaften ist das ganze ein richtiges Volksfest. Keiner darf fehlen!

                  Endlich ist mal wieder was los im „Städchen“!

                  Gruß Dieter

                  Gar furchtbar ist des Wortes Macht, wenn man es nutzt zu unbedacht!

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                    noki
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                    #49
                                                      Typisch Teneriffa!?
                        -Oder sollte die Frage besser lauten: Typisch FÜR Teneriffa?! 
                    

                    So wurde ich einmal gefragt im Zusammenhang mit einer Bitte eine Rundfahrt mit Stopps und Übernachtungen über Teile der Insel auszuarbeiten, zusammenzustellen und zu organisieren. Hauptaugenmerk sollten nicht die kulturellen Sehenswürdigkeiten der Ortschaften und Städte sein, sondern viel mehr die landschaftlichen Feinheiten und Besonderheiten der Insel. Aber auch das reicht schon, wenn es gut werden soll. In solchen Kreisen wird so etwas auch gerne Exkursion genannt; ist aber das gleiche wie eine Sideseeing-Tour, nur hört es sich ungemein hochtrabender an. Es war das Ende des Sommer-Semesters und alle die Gastprofessoren von Nah und Fern wünschten sich das. Die Vorlaufzeit und die Finanzen für dieses Projekt waren üppig bemessen. Die Stipendiengeber hatten sich nicht lumpen lassen.
                    Ein anderer arme Dumme ließ sich wohl für diese Aufgabe nicht finden mehr als 1 1/2 Dutzend hochkarätiger Wissenschaftler über die Insel zu karren.
                    Diese Aufgabe eine solche Tour auszuarbeiten ist wahrlich nicht sehr leicht! Wo und womit beginnen und wo und womit enden? Für die administrativen „Dienstleistungen“ stand beinahe ein ganzes Sekretariat zur Verfügung mit viel Geld versehen, damit der Herr Professor Dr. Dr. …. nur ja nicht seinen geliebten Schlafanzug und sein Kuscheltier vergisst! Wenn die geahnt hätten was der Prof. alles kann und wozu der fähig ist! 😆😆
                    Als ich mir den „Schuh anzog“, d. h. diese Aufgabe zu übernehmen, wies ich aber gleich darauf hin, dass ich nicht gedächte mit einem Wanderzirkus auf Tournee zu gehen. Das wirkte bei den Ausrichtern von der Universität von San Christobal de La Laguna und Seiner Magnifizenz dem Kanzler und Rektor. Auch meine Gastgeber lächelten und machten mir Mut mit den Worten: Auch die bellen nur und beißen tun die anderen. Welch ein Trost! Aber das kann man auch locker sagen, wenn man hinter dem ganzen Spektakel steckt und es mir mit eingebrockt hat! :?
                    Nun wollte sich natürlich jede/er des Sekretariates auf irgendeine Weise profilieren, und so kam es dann zu einem vorab vereinbarten Meeting. Das ist das neumod’sche Wort für ein Zusammentreffen oder für direkte Gespräche, auf dem Beschlüsse gefasst werden, die am Ende des Meetings schon unsinnig und überholt sind und keine Gültigkeit mehr haben. Also reine Zeitverschwendung! Und siehe da, das waren alles ganz fidele und lustige Gesellinnen und Gesellen. Titel und solchen Schnick-schnack gab es nicht mehr. Ich war das auch von meiner eigenen beruflichen Tätigkeit nie gewohnt. Bis heute noch nicht, selbst in ganz fremden Institutionen, wie z. B. in Krankenhäusern, anderen Instituten etc., trägt man mir an: Bitte Herr noki es reicht oder ich würde es gerne hören, wenn Sie mich nur mit meinem Namen anreden! Das erleichtert jegliche Zusammenarbeit ungemein, nicht nur unter Akademikern!
                    Jeder Titel ist kostspielig, insofern als ja die Breite der Visitenkarte der veränderten Länge des Namens nun neuerlich angepasst werden muß! 😉

                    Von Quantengesetzen, Albertchen Einstein, das Universum mit den Theorien zur Gravitation , fernen Galaxien, schwarzen Löchern, neuesten chirurgischen Methoden und Schrödingers Katze, die ach so berühmte in der Philosophie, Relativitätslehre und Quantentheorie

                    war nichts mehr zu hören. Vielmehr der Wunsch: Laßt uns blos schnell aufbrechen und abhauen!

                    Startpunkt: Garachico im Nordwesten der Insel. Verpflegung für den kleinen Appetit zwischendurch mit an Bord des Busses für ca. 35 Personen. Viel Wert wurde auf den Roten von Rioja (Wein) gelegt. – Na, das beginnt ja schon ganz lustig!
                    Die erste Tagestour ging über Santiago, Chio hoch in die Las Canadas. Im Parador bei den Los Roques war die erste Tagesetappe schon vorbei. Aber nicht wegen der Anstrengung, sondern mehr wegen der Wein-Plantscherei durch die vielen Kurven! Und es war ja auch für uns reserviert!
                    Wir hier im Forum kennen das ja alle schon von früheren Schilderungen der Calderas. Das Essen dort im Parador war wie immer ganz ausgezeichnet. Und so hatten die gelehrten Köpfe Zeit genug um anschließend in Muße und Gelehrsamkeit zu lustwandeln!
                    Nein wirklich, es waren alle ganz lockere Typen, und wenn mir jemand versucht hätte zu erzählen was sie wirklich hauptamtlich von Berufs wegen sind, ich hätte das wahrscheinlich für einen Witz gehalten!

                    Ich verdaddel mich jetzt hier; wir müssen weiter, denn wir haben noch die halbe Insel vor uns!

                    Am nächsten Morgen auf dem direkten Weg ohne Umschweife nach La Lagune über El Rosario und La Esperanza am Flughafen Los Rodeos vorbei, aber in cognito, - versteht sich. Einkehr und neuerliche Übernachtung (Rioja-Wein) in einem der alten Herrenhäuser am Rande des Altstadt-Kernes mit einem wunderschönen großen Patio. Diese Strecke zeigt schon mal die feuchte und waldreichen Grate des Höhenrückens Bosque de la Esperanza. Man fährt praktisch immer auf ihm entlang. Zur Linken unten die Abhänge zum Meer von La Orotava, Puerto de la Cruz, Santa Ursula, La Victoria, La Matanza und Taraconte, zur Rechten weit unter uns die Ostregion der Küste, aber die kommt noch später dran! Offiziell wurde bei jeder sich bietenden Gelegenheit (Miradores) gehalten um Fotos zu schießen, bis ich spitz kriegte, dass es mehr wegen des Riojas war, der doch bei fahrendem Vehikel immer so unruhig im Glas schwappt!
                    Nun geht’s aber los in die Gegend von der man behaupten kann, dass sie wirklich schön ist. Rüber nach Santa Cruz und von da aus bei San Andres in die Las Montañas de Anaga. Ganz hoch bis nach El Bailadero in etwa 1000 m geht es. Immer entlang der Steilwände eines Talkessels. Mit wunderschönem Blick auf das was wir weit unter uns gelassen haben. Hier geht es wieder auf dem Grat entlang. Nach links und rechts zweigen Straßen ab in Richtung Meer, Taganana, Chinamada das Höhlendorf, Casas de Afur und Taborno. Alle diese Straßen zu den kleinen Orten enden aber auch dort! Die Strecken sind zwar wunderschön, aber es geht sie nur auf gleichem Wege wieder zurück. Wir aber fahren zum Monte de las Mercedes, wo nun ganz hochoffiziell die Etappe endet und für den heutigen Tag Wein getrunken werden darf.
                    Morgen geht es ein kurzes Stück zurück bis La Esperanza, und von dort aus wird es für uns ganz neue Aussichten geben!
                    Von Esperanza fahren wir über Llano de Moro, über El Tablero nach Suerte del Espino um auf die Höhenstraße zwischen der Autobahn del Sur und der Gratstraße von La Esperanza zu gelangen. Das ist eine Strecke, die nur recht wenige Urlauber kennen und fahren, denn es reiht sich Ort an Ort mit dem typischen Flair Teneriffas. Ein sehr fruchtbare Landscaft, besonders für alle Sorten von Früchten und Gemüsen. Daneben wächst hier auch viel Wein. Es ist ja auch die schöne Südost-Flanke. Allerdings geht oft ein Atlantikwind. Hier begegnet man kaum einem Touristen und befindet sich unter den einheimischen Bewohnern all dieser Ortschaften. Rechts die Höhenzüge des Gebirgsrückens, links die Ausläufer mit den Touristenorten hin zum Meer. Immer wieder zweigt eine Straße in Richtung Autopista del Sur ab. Unsere Straße TF 28 und TF 283 in halber Höhe am Hang entlang fährt sich schwer, insbesondere durch die Ortschaften und davon gibt es mehr als genug, aber der Ausblick entschädigt uns dafür! Und so erreichen wir nach längerer und mühsamer Fahrt über Candelaria eine Eremita nahe von Arafo. Diese Strecke fristet ein stiefmütterliches Dasein. Touristenbusse fahren dort nicht, nur die offiziellen Linien der allgemeinen Landbusse. Deswegen sieht man keinen Grund die Straßen zu erneuern oder besser befahrbar zu machen! Das Hostal ist gegenüber den anderen Nobelunterkünften nachgerade spärlich, dafür ist die Küche umso besser! Man ist begeistert und stellt sofort Überlegungen über das Alter und den Baustil dieser Eremita an.
                    Nun gilt es für mich sehr vorsichtig und feinfühlig zu agieren, denn ganz in der Nähe sind die (angeblich) historischen Pyramiden von Güimar. Und ich weiß, dass das ein Streitpunkt sein und werden kann, der sehr kontrovers und ambivalent ausgetragen werden kann, auch und gerade unter den Gelehrten. Egal von welcher Disziplin sie auch kommen! Auch hier im Forum wird keiner je einen Bericht von mir darüber lesen.
                    Dem Problem stellte ich mich, indem ich versprach, dass wir morgen das in der Nähe gelegene Observatorio Geofisico besuchen würden. Auf die Art konnten wir dann auch bequem Güimar weiträumig umfahren.
                    Nach dem Besuch führte unser Weg über Fasnia geradewegs nach Arico o Lomo Arico (Das ist kein Schreibfehler!) in bewährter Art am Hang entlang bis wir Granadilla erreichten, einer sehr waldreichen Gegend. Wieder so eine Strecke auf der der Wein durch die "Turbolenzen" des Busses überschwappt! 😉 Dort in der Gegend ist es zwar stark bewaldet und sehr trocken und heiß mit viel "Baulandgewinnung" durch gelegte Waldbrände, aber trotzdem befinden sich bis nach Vilaflor hinauf die größten Obst- und Tomatenplantagen der Insel, neben denen an der Nordküste. Wasser gibt es hier genug! Es ist die heiße und trockene Südküste. Die in dieser Gegend gelegenen Bettenburgen der Touristenorte wollte ich aber meinen Fahrgästen nicht antun!
                    Kurz hinter Granadilla wurden wir alle freudig auf einem ehemaligen Herren-Landsitz empfangen. Das war noch ganz alter Stil und hier trafen sich Duende und Ambiente! Beides sind spanische Begriffe, ohne die man in Spanien keine gesteigerte Begeisterung ausdrücken kann! Sie haben eigentlich gar keine rechte und treffende Übersetzung, und wenn, dann ziemlich unzureichend. Es sind wohl mehr Begriffe, die die Gefühle und Empfindungen in das gesprochene Wort mit einbeziehen. Man kann sie nur anhand von Gleichnissen gefühlter und empfundener Situationen einigermaßen umschreiben.
                    Hier war ein ausgiebiges und üppiges Picknick vorbereitet worden, das was die Spanier überall so sehr lieben. Da es der vorletzte Tag war, verlief diese Sause auch entsprechen lange und heiter, mit viel folkloristischer Musik dieser Gegend. Die Einzelheiten sind hier nicht bedeutsam.

                    Die Reise war zu Ende. Morgen geht es gegen Mittag wieder heim nach Garachico.
                    Schön und unterhaltsam war’s mit dem gelehrten Volk! Ich bekam eine menge Post von wer weiß woher, denn das war ein internationales "Intelligenz-Häufchen"!
                    Unsere allgemeine "Informations- und Verpflegungssprache" war Englisch, Deutsch und mit Händen und Füßen. Aber sehr bald schon am zweiten Tag begann es international Spanisch zu werden, so man das Wort oder den Begriff "Rioja - red wine" in die internationale Konferenzsprache mit übernimmt! 😄
                    Wer behauptet eigentlich, dass asiatische und orientalische Völker keinen Alkohol trinken?! Also unser "Motivations-Treibstoff" ist ihnen allen als vollwertiges Grund-Nahrungsmittel sehr gut bekommen, quer durch die klassischen Wissenschaften, den Ärzten, Philosophen, Physikern, Mathematiker/innen, Astronomen, Chemikern, sogar den beiden höchstlöblichen geistlichen Herrn aus Madrid! - Ist ja auch mal was anderes als nur immer den labberigen A**i-Messwein zu trinken, und überaus preisgünstig bei uns, ohne vor jedem Schluck erst voher die frommen Sprüche "geklopft" haben zu müssen! 😉
                    Zu Fuß waren alle doch etwas ungelenk, eine Wandertour hätte ich nicht gerne mit denen unternommen!
                    Dafür war doch wohl deren "Quantenmechanik" nicht ganz optimal! 😄

                    Gruß Dieter

                    P. S. Und die kannten Witze! Einen gebe ich hier mal zum Besten!

                    Zwei alte Freundinnen auf einer Parkbank sitzend, sinniert die eine:

                    "Die Ärzte sind auch nicht mehr das was sie früher waren!"

                    "Warum das nicht?"

                    "Na als ich so 18 Jahre alt war, sagte der Arzt sofort bei einem lächerlichen Weh-Wehchen ich solle mich ganz frei machen. 20 Jahre danach meinte er nur ich möge den Oberkörper frei machen! Und wenn ich ihn heute aufsuche meint er nur nebenbei: Strecken Sie mal die Zunge raus und sagen Sie Aaa!"

                    Frage: Wie heißt der Arzt und wie alt ist sein Hund?

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                    Gar furchtbar ist des Wortes Macht, wenn man es nutzt zu unbedacht!

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                      noki
                      schrieb am zuletzt editiert von
                      #50

                      Franzisco José von Masca! Das Ur-ur-Gestein! So wird er ehrfurchtsvoll von allen genannt!

                      Ob er wirklich so heißt und ob er so alt ist wie er behauptet, weiß niemand ganz genau. Jedenfalls die alten Frauen dort erzählen es sich! Es spielt auch keine Rolle!
                      Er selbst behauptet von sich über 100 Jahre alt zu sein, aber das erzählte er schon vor Jahren jedem der es hören wollte oder auch nicht. Auf alle Fälle scheint Masca sein Geburtsort zu sein.
                      Wer ihn nicht kennt und ihm noch nie begegnet ist, war noch nie in dem eigentlichen Dörfchen dessen ältester Einwohner und Ur-Gestein er ist! Wann genau Masca gegründet wurde ist genau so unsicher und ungewiss wie Ur-Opas Lebensgeschichte. Der Ort ist weit verstreut an den Hängen, und leider zählen heute alle die Restaurants mit zum Ort, sozusagen die ganze Region des Tales – aber nicht die Schlucht von Masca. Das ist etwas ganz anderes! Früher, so um die 1960 herum war es ein kleiner Ort mit tief gezogenen Häuschen an einem Hang mit nicht mehr als 165 cm Kopffreiheit. Am Eingang musste man sich mächtig bücken um unter dem überstehenden Dach, das noch tiefer gezogen war, unten durch zu kommen. Außerdem gab es direkt am Eingang noch immer einen quadratischen Balken, der Wasser davon abhalten sollte ins Haus zu laufen. Diese Balken waren schon zu der Zeit in der Mitte völlig ausgetreten und abgenutzt. In vielen Häusern gab es keine Dielung, sondern nur festgestampften Boden durchsetzt mit Pflastersteinen, wie auch auf der Straße und vor den Häusern. So etwa wie Kopfsteinpflaster. Die Straße war gleichzeitig Vorgarten, Spielplatz und allgemeiner Aufenthaltsort. Neben den Häuschen waren Hütten und Stallungen angebaut. Mehr als Unterstände waren es aber auch nicht, wie größtenteils heute noch! An Strom und fließendem Wasser war gar nicht zu denken, das kam erst viel viel später als die neue Straße gebaut wurde. Dafür gab es eine zentral gelegene Quelle im Ort an dem man sich abends regelmäßig traf. Wasser gibt es dort im Tal in großen Mengen! Rings an den Hängen waren alte Bauernhöfe mit terrassenförmigen Plantagen. Die zählten schon immer zum Ort Masca. Eine staubige Schotterstraße führte damals vom Pass aus Santiago del Teide kommend an den Casas de Araza und der Finca de Guergues vorbei auf ca. 940 m hinunter zum Ort. Alles musste per Eselkarren herbeigeschleppt oder auf dem Rücken getragen werden. Hin und zurück ist das eine gute Tagestour! Wobei das Tempo der Einheimischen für uns völlig unmöglich ist es durchzuhalten! In dem damaligen Masca gab es eine alte Schule, eines der ersten Häuser dort in der die Kinder bei sehr ungünstigem Wetter sogar übernachten konnten, so wird es erzählt, und eine Bar für die Einwohner und mit - ich glaube 3 Fremdenkammern. Bis zum heutigen Tage sind es erheblich mehr geworden durch die Restaurants, alleine schon 12 große Restaurants sind nun dort angesiedelt!; ich kenne das noch von vor gut 40 Jahren ohne die Restaurants. Ein kleines Museum ist dazu gekommen, mit allerlei Töpferwaren und Werkzeugen von früher.
                      Und alles das behütet und umsorgt Urgroßvater Bisabuelo Señor Franzisco José! Er ist sehr stolz auf seinen Namen und seine liebevolle Bezeichnung, aber er ist auch sehr zurückhaltend und misstrauisch denen gegenüber, die er nicht kennt, und die auf eine kumpelhafte und schnelle Tour mit ihm ins Gespräch kommen wollen. Dann verschließt er sich sofort für lange Zeit. Er hat seinen eigenen Kopf!
                      Gerne zeigt er guten Freunden sein Museum, schenkt Masca-Wein aus Tonkrügen aus und führt einen in die Schule, deren Pulte mit den Tintenbehältern und Bänke von vielen Generationen Schulkindern blank poliert sind. - Stumme Zeugen der Vergangenheit, wie Franzisco Jose! - Er hört gar nicht wieder auf von früheren Zeiten zu erzählen, und dabei stehen alle anderen Gebäude offen, auch diejenigen deren Einwohner gerade auf den Feldern arbeiten oder die braunfarbigen Ziegenherden beaufsichtigen.
                      Bisabuelo Kiko (So nennen ihn auch viele, aber das ist mir zu respektlos, denn Kiko, Pepe und Paco sind die Nicknames des heiligen Franzisco, und so heißt jeder zweite in Spanien. Sein Nach- oder Familienname ist unbekannt und spielt in Spanien auch keine Rolle, denn die Namensgebung ist streng geordnet nach den Vorfahren! Heißt jemand dort Miguel Vidal z. B., dann ist der Vorname Miguel entscheidend. Würde man ihn Senor Vidal nennen, dann wäre es grob unhöflich!)
                      Franzisco José von Masca! Das Ur-ur-Gestein! So wird er ehrfurchtsvoll von allen genannt!

                      – Ist er sich seiner Sache nicht sicher, dann schweigt er, und das gegenüber Fremden sehr beharrlich.
                      Er gebietet Achtung und Ehrfurcht; wer ihn näher kennt kann sich glücklich schätzen!
                      Es gibt noch viele sehr alte Menschen dort, aber Señor Bisabuelo Franzisco José ist ihr Mittelpunkt und Orientierung zugleich. Heute, da die Beine den Hang nicht mehr bewältigen können, wohnt er ganz in der Nähe in dem alten Bauernhof La Vica, wo sich jeder um ihn kümmert!
                      Er versteht und beherrschte auch die Pfeifsprache El Silbo von La Gomera, mit der sich die Hirten von einer Talwand zur gegenüberliegenden verständigen. Oftmals sitzt er still und nachdenklich in sich versunken vor einem Haus, während die Kinder um ihn herum spielen.
                      Wenn auch die Beine nicht mehr so ganz wollen, so sind seine Augen die eines Falken im Fernbereich, lesen geht schon schlechter! Das ist äußerst selten, bemerkenswert und ungewöhnlich, behauptet die stellvertretende Chefärztin einer bekannten Augenklinik hier bei uns. Sie würde seine Augen allzu gerne mal untersuchen!
                      - Das Theater möchte ich sehen! –

                      Das ist das andere Masca aus einer anderen Sicht und einem anderen Winkel! So gefällt es mir viel besser!
                      Er, der weise alte Mann, möge uns noch sehr lange erhalten bleiben und seine Geschichten erzählen.
                      Ich bin stolz darauf ihn zu kennen, welches vielen anderen nicht gegeben ist!
                      Was wird sein, wenn Urgroßvater einmal nicht mehr ist?

                      Als Masca brannte und die Feuerglocke leutete soll er geweint haben! Und sehr viele andere mit ihm!
                      Es schaudert mich vor Kälte, wenn ich mir das vorstelle!
                      Das muss ein herzzerreißender Anblick gewesen sein!

                      Gruß Dieter

                      P.S. Vor einigen Jahren versuchte ein Filteam einen Schnulzenfilm mit großem Aufwand über das frühere Masca zu drehen. Urgroßvater hat abgelehnt, und dabei blieb es! Schluß! Obgleich viel Geld in die Dorfkasse geflossen wäre und die Behörden der Verwaltungshauptstadt Buenavista praktisch schon ihren Segen gegeben hatten!
                      An Bisabuelo Franzisco Jose kommt keiner vorbei!

                      Gar furchtbar ist des Wortes Macht, wenn man es nutzt zu unbedacht!

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                      • nokiN Offline
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                        noki
                        schrieb am zuletzt editiert von
                        #51

                        Lava und Basalt, das Urgestein und die „Mutter“ aller kanarischen Inseln und seine Eigenarten und Tücken!

                        Es gibt dort nichts anderes als diese beiden Sorten von erstarrter vulkanischer Magma. – Also der heißen „Suppe“ aus den Tiefen unterhalb der Ozeanplatten, die vor 20 – 3 Millionen Jahren dort an die Oberfläche hochkam und die Inseln bildete. Zwischen etwa 20 und 14 Millionen Jahren entstand die östlichste Inselgruppe, danach alle weiteren westlicher gelegenen Inseln. Die jüngsten „Kinder El Hiero, La Palma“ etwa erst vor ein „paar Tagen“, vor 2 -3 Mio. Jahren. Teneriffa und La Gomera werden auf 8 – 10 Mio. Jahre geschätzt. Gegenüber unserem Planeten Erde gesehen also ganz junge Gebilde. - Aber SCHÖNE! -
                        Und die ganze große Inselgruppe samt Platte driftet mit 2 bis 2,5 cm/Jahr auf den Kontinent zu. Aber um vom Festland zu Fuß rübergehen zu können, dazu braucht es noch einige Zeit! Und der Untergrund in der Gegend rumort immer noch, er schläft nur! Das kann man beim Teide sehr eindeutig messen. Ebenso die enorme Hitze, die noch dicht unter der Oberfläche des Teide herrscht! Dabei sollen es nur 5 % des Volumens der Vulkane sein, die von oberhalb sichtbar sind. Das erinnert an die Eisberge!

                        Diese beiden Gesteinsarten treten in den vielfältigsten Farben, kristallinen Strukturen, Eigenschaften und chem. Zusammensetzungen auf. Und das macht sie auf den ersten Blick so unterschiedlich. Dabei stufen die Geologen sie in die gleiche Gruppe ein!
                        In Ermangelung von alternativen Gesteinssorten haben die Kanarier es meisterhaft gelernt mit dem Material zu arbeiten, das ihnen geboten wird und direkt vor der Haustüre liegt! Mit unvergleichlicher Kenntnis nutzen sie die sehr verschiedenen Eigenschaften zu ihrem Vorteil!
                        Und wenn es sein muss und erforderlich ist, auf eine handwerkliche Weise, wie sie zu prähistorischen Zeiten eben nur möglich war! Und das in der heutigen Zeit noch! Da lacht mir das Herz!

                        Und genau davon möchte ich ein wenig berichten!

                        Geplant ist ein Stollenbau am Montaña del Estrecho, etwa 1200 m ü. d. M., ca. 350 m unterhalb des Gipfels an dessen westlicher Flanke. Er liegt außerhalb des Parque Natural, denn sonst dürfte man ihm kein Häarchen krümmen. Im Berg wird ein See vermutet und er ist auch seismographisch bestätigt worden, ganz ähnlich dem, wie in einem Bericht davor geschildert. Alles ist genau vermessen und lokalisiert in allen drei Koordinaten. Nach der gleichen Methode, wie sie schon beschrieben wurde.

                        Aber wie nun vorgehen, denn das Lavamassiv besteht aus einem sehr widerspenstigem Gefüge, und scheint auch sehr rissig zu sein. Das birgt Gefahren, denn wenn es sich um eine monolithische Formation (gleichbleibend, einheitlich, zusammenhängend), kurz gesagt aus einem Guss, handelt, dann kann man nicht mal eben sprengen! Denn dann würde der ganze „Laden“ einbrechen, weil der Druckimpuls mit großer Geschwindigkeit und Energie durch die ganze Nachbarschaft läuft.
                        Nun müssen unsere Ahnen uns helfen!
                        Sie konnten nicht sprengen, in Ermangelung von Sprengmitteln, und wir dürfen es nicht, aber beide Methoden haben den gleichen Erfolg, wenn auch nicht zeitlich gesehen!

                        Es ist wie mit einer modernen Schildvortriebsmaschine für z. B. einen U-Bahntunnel! Trifft das Bohrschild auf einen Findling, dann sind auch die alten Arbeitsweisen erforderlich, andernfalls, beim Sprengen, ist der Bohrer hin und der Findling lacht sich kaputt über soviel Dummheit!
                        Was tut man nun um diesen gottverdammten Stollen zu bauen?
                        Erstensmal muss die Nivellierung horizontal zwischen dem See und der Sohle des Stollens genauestens stimmen, denn sonst hat man den Effekt eines Dammbruches beim Durchstoß, und es ist schon mal gar nicht ganz so einfach die Koordinaten nach unten zu transformieren.
                        Aber jetzt geht’s los!
                        Ein kurzes Eingangsloch wird durch ganz softe Sprengungen, es ist mehr ein Anklopfen als eine Sprengung, erstellt, weil die äußeren Schichten schon stark verwittert und porös sind, also leicht abbaubar. Danach trifft man nun auf das Urgestein mit seinen vielen Spalten. Gut ist es, wenn die Lava eine spaltbare Vorzugsrichtung und Struktur hat!
                        Ab nun bestehen die Werkzeuge nur noch aus einer mittelgroßen wassergekuhlten Bohrmaschine, einem auch genannten Kernbohrer, der mit Pressluft betrieben wird wegen der Staub-Explosions-Gefahr, Hammer und Schlagspaten und sehr viel hartem und trockenem Holz in Form von Keilen aller Winkel und Dübeln zugeschnitten. Die Hölzer sind sogar feuchtigkeitsabweisend verpackt! In jeden geeigneten Spalt wird ein Keil geschlagen, aber ganz vorsichtig und möglichst ganz tiefsitzend. Felsbrocken und massive Lava in Vorwärtsrichtung, wenn sie keine Spalten hat, werden angebohrt und mit Rundhölzern versehen, sehr tief und stramm, damit die Kraft des Holzes sich voll entfalten kann und genutzt wird!
                        Diese letzten Arbeitsgänge werden jeweils zum Ende des Arbeitstages von einem Sprengmeister – jawohl, ein Sprengmeister -, erledigt, nachdem alle Dübel und Keile mit einer grellen Farbe markiert und intensiv gewässert sowie mit einer Knetmasse verschlossen worden sind! Dann heißt es: Raus aus dem Stollen! Die Natur und die Physik erledigen dann alles von alleine.

                        Bei all diesen Vorgängen im Stollen ist die Karbidlampe ein wichtiges und u. U. lebensrettendes Gerät - eine Grubenlampe - trotz aller elektronischen Sauerstoff-Überwachungsgeräte! Eigentlich wird sie weniger dazu benutzt um den Arbeitsplatz auszuleuchte, sondern mehr noch um Schwankungen des Sauerstoffgehaltes der Atemluft leicht sichtbar zu machen, denn der muß unbedingt zwischen 19 und 20,8 vol. % liegen! Sauerstoffmangel ist vielfach der sichere und "schleichende Tod" ohne Vorwarnung und Anzeichen! Er kommt plötzlich und unbemerkt! Wir haben kein Organ und keinen Sinn dafür ob wir Sauerstoff oder ein anderes geruchloses Gas einatmen! Der Atemnotreflex wird nur durch die Konzentration von Kohlendioxid im Blut und in den Muskeln ausgelöst. Und da ist diese Lampe sehr nützlich das zu verhindern, denn längere Zeit überdauernder Sauerstoffmangel mit geringen Konzentrationen ergibt irreversible Gehirn- und Nervenschäden, mit sehr rasch eintretendem Tod. Sie sieht heute noch so aus wie früher und funktioniert auch so. Der Gaslieferant liegt in fester Form als Calciumcarbid vor. Zusammen mit Wasser entwickelt sich Ethin (Azethylen), das ja jeder vom Löten und Schweißen kennt.
                        Dieses brennbare Gas benötigt einen Mindestanteil von Sauerstoff, der genau im chemischen Gleichgewicht mit der Gasmenge steht, um eine helle fast farblose Flamme zu erzeugen. Man reguliert außerhalb an der Frischluft nur die Gasmenge bis eine farblose Flamme entsteht. Oftmals wird sogar noch ein Gelbfilter zu Hilfe genommen um den Gelbanteil des Lichtes empfindlicher sichtbar zu machen und zu minimieren. - Man kalibriert einfach das Gemisch! - Die Gelbfärbung rührt von einem Überschuß an Azethylen her,oder andersherum von zu wenig Sauerstoff. Wenn sich nun aber der Sauerstoffanteil in der Stollenluft verringert, dann verfärbt sich die Flamme grell und intensiv gelb immer stärker und dunkler werdend und beginnt letztendlich stark zu rußen. Es ist keine farblose helle Flamme mehr möglich, soviel man auch dreht. Wird die Gaszufuhr derart gedrosselt um den Gelbanteil zu reduzieren, dann erlischt die Flamme. Und das passt ziemlich gut in den Bereich des notwendigen Sauerstffgehaltes der Atemluft. Bei gelber Färbung heißt es sofort den Tunnel verlassen!
                        Am nächsten Tag bei Arbeitsbeginn, kann man ganz sicher sein, dass die Hölzer alles auseinander „gesprengt“ haben, wenn sie richtig fest gesessen haben. Ganz ohne Knall, gefährlichen Erschütterungen und Druckwellen.
                        Zu Beginn geht immer ein Ingenieur und andere Experten das Tunnelstück ab, und klopft leicht mit einem langstieligen Hammer Decke, Wände und Boden ab. Am Klang können sie hören, ob sich irgendwo hinter der Oberfläche noch ein Hohlraum befindet von einem Keil, der vielleicht nicht ganz gepasst hat, so dass der Stein nur gelöst, aber nicht abgeplatzt ist. Geologen analysieren tagtäglich den Abraum und machen Festigkeitsuntersuchungen.
                        Wenn es gut läuft, werden schon mal 3 – 4 m pro Tag geschafft.

                        Den Durchbruch zur Kaverne kann ich noch nicht miterleben, denn bis dahin sind es noch ein paar Meter.
                        Jedenfalls, wenn das geschieht, darf sich niemand im Tunnel befinden! Er könnte wie ein Grashalm fortgespült oder weggeweht werden, wenn die Höhe des Niveaus auch nur beim Tunnel um ein paar lächerliche Zentimeter zu tief war oder sich komprimiertes Gas in der Kaverne befindet. Das wäre dann so, als würde man eine Flugzeugtür bei erhöhtem Innendruck öffnen wollen, hinter der sich von innen ein großes Volumen befindet, das innere Volumen des Rumpfes. Und wer weiß welche Gase sich dort in der Kaverne befinden?
                        OK, es ist genügend Sicherheitshöhe mit eingeplant, aber wer kennt denn schon das Niveau des aktuellen Wasserstandes im „Plantschbecken“? Es ist doch noch keine Regelung des Wasserspiegels vorhanden! Natürlich wird der schon bestehende Tunnel ständig mit Frischluft von außen versorgt.

                        So geht das vor sich, und so habe ich das schon 1 1/2 Jahre verfolgt!

                        Alles was alt ist, ist noch längst nicht immer schlecht! Hätte man Stück für Stück den Stollen vorwärts gesprengt, dann wären wir zwar schon fertig, aber wahrscheinlich wäre alles bei der Hälfte schon eingestürzt mit großen Schäden in den Nachbararregionen. – So sagte man mir! -

                        Man glaubt es nicht welcher enorme Druck, sich hinter einem lumpigen und feuchten Holzkeil verbirgt, der beidseitig an seiner freien Ausdehnung gehindert wird!
                        Wenn man das berechnet, dann staunt man nur und zweifelt!
                        Es ist eine sehr große Zahl!

                        Gruß Dieter

                        P.S. Frage:
                        Können Steine auf der Wasseroberfläche schwimmen?
                        Ohne Trick, ganz normal?
                        Ja, der Bimsstein, ein erkalteter Lavaschaum von den Montana Blanca am Teide der kann das unabhängig vom Salzgehalt des Wassers! ❓

                        Aufschrift auf einer Salzpackung im Supermarkt:

                        "Dieses Salz ist vor 200 000 Jahren in den Salzstöcken unserer Gebirge gewachsen und hat dort gelagert!"

                        Verfallsdatum: Juli 2009!

                        Ohne Kommentar! ❓

                        Gar furchtbar ist des Wortes Macht, wenn man es nutzt zu unbedacht!

                        1 Antwort Letzte Antwort
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                        • nokiN Offline
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                          noki
                          schrieb am zuletzt editiert von
                          #52

                          Die (UN) –Kenntnis der Tierwelt Teneriffas!? Die Kakerlake läßt grüßen!
                          Oder: Können Touris noch eine Schildkröte von einem Mistkäfer unterscheiden?

                          Ich zweifele manchmal daran! Auch hier bei uns in heimischer Umgebung.

                          Viele Tierarten gibt ja nicht dort auf Teneriffa; es sind hauptsächlich wirbellose Arten wie z. B. Echsen. Aber das Unvermögen diese paar Arten von Krabbeltieren, Mehrfüßlern wie Käfer, Tausendfüßler, Grillen, Grashüpfer, Gottesanbeterinnen, Skorpione usw. einzuordnen und zu erkennen ist erschreckend groß, das bringen die Leute einfach nicht auf die Reihe!

                          • Und alles und jedes was kleiner und wehrlos ist, muss sofort zertrampelt werden! –
                            Oh nein, ich gehöre nicht zu jenen, die ständig auf den Boden schauen um ja keine Kreatur zu zertreten, aber bewusst und vorsätzlich mache ich das nicht, dann versuche ich das Viech umzusetzen, dorthin wo es besser aufgehoben ist. Ich bin auch kein Moralprediger, dafür habe ich leider manchmal auch zu wenig davon. Das kann man sich ja heute nicht mehr leisten Moral zu haben!
                          • Alles was krabbelt, ist und muss zwingend notwendig eine Kakerlake sein! – Basta!

                          Wahrscheinlich kommen sie schon mit der vorgefaßten Meinung, dem Vorurteil und der Erkenntnis dorthin, dass es auf Teneriffa einfach nichts anderes als Kakerlaken geben kann und muß! Eine Grille ist eine Kakerlake, ein Grashüpfer ist eine Kakerlake, Mistkäfer usw. usf.
                          Bei Kindern könnte ich das noch entschuldigen, aber bei den Eltern nicht mehr!

                          Nun gilt es aber bei manchen dieser Tierarten vorsichtig zu sein, denn sie können sehr wehrhaft sein, was ich schon mehrfach am eigenen Leib sehr nachhaltig, schmerzhaft und gefährlich erfahren musste!
                          Der Biss einer großen Libelle (Jungfer) ist sehr unangenehm und heilt sehr schlecht. Ihre Beißwerkzeuge vorne am überdimensional großen Kopf sind rasierklingenscharfe Zangen! Und damit weiß sie sehr wohl umzugehen, wenn sie in Not gerät oder sich bedroht fühlt. Gott sei Dank ist sie sehr schnell im Flug, so dass es kaum eine Chance gibt sie zu erwischen, außer sie sitzt irgendwo. Außerdem hat sie mit ihren seitlich vorstehenden Facettenaugen den totalen Rundblick. Das sind kleine Wunderwerke der Natur.

                          Ebenso die Gottesanbeterin mit ihren scharfen Fresswerkzeugen mit denen sie sogar Chitin-Panzer knacken kann. Also das "Korsett" ihrer Artgenossen. Das hat mich einmal eine Woche lang einen mordsdicken Arm und eine Spritze mit Gegengift gekostet. Denn sie implementiert sofort noch während des Bisses einen Verdauungssaft (Sekret), der auch unsere Muskulatur zersetzt und auflöst um sie für sich verdaulich zu machen. Das heißt sie saugt oft ihre Beute regelrecht aus wie die Spinnen es tun, oder sie knabbert sie auf. Es sind verschiedene Proteine, welche von vielen Insekten zu dem gleichen oder ähnlichem Zweck in abgewandelter Zusammensetzung auch benutzt werden. Auch den vorkommenden Hornissen sollte man tunlichst ausweichen, denn sie können mehrfach stechen mit ziemlichen Portionen an Gift, und das in relatv kurzer Zeit, denn sie haben hinten beidseitig des Stachels ein richtiges kleines "Magazin" in kleinen Kammern der Giftblasen. Das haben nur Hornissen!
                          Wie bei den Wespen auch, hat ihr Stachel keine Widerhaken wie bei der Biene und bleibt demzufolge auch nicht in der Stichstelle zurück. Trifft der Stich einer Hornisse oder Wespe gar einen Nerv, dann ist auch der Arzt angesagt. Eine Überreaktion oder Allergie schließe ich hier mal aus, denn da wird die Sache wirklich bedrohlich und das sind Sonderfälle!
                          Wie bei allen Stichen und Bissen mit Sekretimplementierung empfehle ich immer und in jedem Falle: Abbinden, Ausdrücken, Aussaugen, Ausspucken!
                          Hilft's nichts, schad's auch nichts!
                          Ein Krankenhausarzt war jedenfalls hellauf begeistert von diesem Spruch mit den vier A's!

                          Richtig gefährlich wird es aber erst beim Skorpion. Um den mache ich einen großen Bogen. Er gehört nicht unbedingt zu meiner Sammlung an Kuscheltieren! Es gibt zwar sehr viele Arten dieser Gattung in jeweils anderen Lebensräumen, aber einige davon sind für den Menschen sehr gefährlich. Die überwiegende Anzahl der Arten hier in den Mittelmeerbreiten ist für uns relativ harmlos. Es gibt zwar Schwellungen und Abwehrreaktionen mit zT. mäßigen Allergien, aber keine akut lebensbedrohlichen Situationen. Nur weiß man oftmals auf Teneriffa nicht welcher Spezies man gerade begegnet. Leichtsinn kann leicht zu längerem Krankenhausaufenthalt führen! Der Skorpion spritzt u. a. ein Nervengift, das zu sehr bösartigen Reaktionen führen kann. Er lebt in trockenen und heißen Gegenden, und man stöbert ihn oft unter Steinen auf. Das hat er gar nicht gerne in seinem Mittagsschläfchen gestört zu werden. Dann geht er unmissverständlich in eine Abwehr- und Angriffsstellung mit weit gespreizten Zangenarmen und geöffneten Zangen. Das große Alarmzeichen ist dann gegeben, wenn er den Schwanz mit dem gebogenen Dorn über den Leib nach vorne stellt. Die Zangen dienen nur zum Festhalten der Beute oder des Feindes für den Stich. In einer solchen Situation sollte man immer ein großes Vielfaches seiner Körperlänge zwischen sich und ihm lassen, denn er kann sehr rasch vorwärts zustoßen. Das geht blitzschnell. Und wenn er einen mit seinen Zangen erwischt hat, sofort den Schwanz kurz hinter dem Stachel kräftig festhalten. Hält man ihn zu weit fest, dann hat der biegsame Schwanz Spielraum für einen Stich in die Hand oder Finger. Dann sofort: abbinden, ausdrücken, aussaugen und ausspucken. Das muß aber schnell gehen! Ein 100 %iger Schutz ist es nicht, aber diese Maßnahme verzögert den raschen Übergang des Giftes in den Blutkreislauf. Danach unbedingt zum Arzt und nicht erst auf Reaktionen wie Lähmungserscheinungen, Schwindel, Sehminderung, Gleichgewichtsstörungen oder Atemprobleme warten in der Hoffnung ja mit den vorhergehenden Maßnahmen schon alles getan zu haben!
                          Das größte Exemplar, das ich je auf Teneriffa traf, war ca. 8-10 cm lang mit rötlichen Zangen und sandgrauem Leib. Selbst wenn ein Scorpion vorne schon platt zertreten ist, so kann er hinten immer noch stechen, weil seine Nervenzellen längs des ganzen Körpers je nach Funktion und Aufgabe dezentral verteilt sind, wie bei den meisten wirbellosen Tierarten. Die Funktionen der Körperteile sind dann unabhängig vom Vorhandensein des Restes des Körpers noch gegeben!
                          Das Paradebeispiel ist ja hier wieder die Gottesanbeterin! Sie beginnt schon während der Begattung ihren "Männe" genüßlich zu verspeisen! Denn nur sein hinteres Ende ist ja noch wichtig. Der Rest kann schon mal weggefuttert werden, bevor er wieder abhaut! So sorgt er eben schon frühzeitig für seine "Kinderchen"!
                          Als ich einen solchen Skorpion einmal einer Familie zeigte, hatten sie noch große Angst, aber ehe ich’s mich versah, hatte Vater ihn zertreten. Daraufhin bin ich ziemlich ärgerlich geworden und fragte ihn ob er das auch ohne Schuhe barfuß so gemacht hätte oder auf eine Schlange getreten wäre, erst dann wäre er für mich ein richtiger Mann? – Peinliches Schweigen war die Antwort! – Und nun wollte er sich doch vor den Kindern als toller Kerl und Held zeigen! Pech gehabt - war wieder nichts außer Blamage!

                          Alles andere was so krabbelt und mehrere Beine hat und nach Käfer aussieht sind Kakerlaken und muss getötet werden!
                          Dieses kritiklose Unvermögen bringt mich immer auf die sprichwörtliche Palme. Leider gibt es nun enorm viele Arten von Schaben – und das sind sie -, aber von einer Heuschrecke sollte man sie schon unterscheiden können. Das kann man erwarten!
                          Ein Chip in einem Computer oder sonstwo hat ja auch viele Beinchen! Ist er deshalb auch eine Kakerlake, die man zertreten muß?
                          Geht in euren heimischen Keller und ihr findet garantiert Kakerlaken! Sie sehen eben nur bei uns teilweise anders aus! Und dabei haben wir hier schon sehr viele Arten, wobei die gemeine Küchenschabe sogar die Häufigste ist!

                          Ich finde diese Anmaßung und Selbstherrlichkeit zum Kot..en, derjenigen, die alles zerstören müssen was kleiner und wehrloser aussieht als sie. Bis sie mal auf etwas stoßen, das in der Lage ist sich sehr wirksam zu wehren. Dann ist das Gejammere groß und sie werden gleich sterben müssen und betteln um Hilfe.

                          Kakerlaken sind völlig harmlose Tierchen, deren Lebensraum sich fast über die ganze Erde erstreckt.
                          Nun hat wohl auch der Große Designer erkannt, dassw die Menschen ihm nicht so gut geraten sind, je zivilisierter und intelligenter sie werden, und hat zum Ausgleich dafür die niederen Kreaturen, wie die Insekten, mit großer Fruchtbarkeit ausgestattet und gesegnet. Nur hat er dabei nicht bedacht, dass der Mensch die Chemie mit ins Spiel bringt. Und dem ist die Evolution nicht gewachsen mit ihrer „Schrittweite“!
                          Des Einen Segen ist des Anderen Fluch und Verderben!
                          Die Natur benutzt andere Uhren!

                          Das waren so ein paar unmaßgebliche Gedanken zur Gedankenlosigkeit unserer lieben Miturlauber!

                          Warum lasst ihr die Natur nicht so wie sie ist? So ist sie gut! Sie ist uns doch in allen Bereichen Beispiel, Vorbild und überlegen! Wie kümmerlich und jammervoll ist dagegen unsere ganze High-tech!
                          SIE kommt ohne uns aus, nur wir nicht ohne sie!
                          Und die Kakerlaken gibt es schon viele Millionen von Jahren, längst bevor noch an die ersten menschenähnlichen Wesen zu denken war!

                          La Cucaracha olé!

                          Gruß Dieter

                          Gar furchtbar ist des Wortes Macht, wenn man es nutzt zu unbedacht!

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                          • nokiN Offline
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                            noki
                            schrieb am zuletzt editiert von
                            #53

                            Der „Prügelknabe“ , oder auch der Fußabtreter, vom Dienst?!
                            Die Leiden und Illusionen einer die auszog das Grausen zu lernen!

                            Soetwas gibt es tatsächlich noch als Deutsche mit spanischen Sprachkenntnissen in Wort und Schrift, Englisch und Französisch, den Wunsch zu haben das Hotelfach in Spanien zu erlernen, trotz Abschluss einer BWL! ’Heißt wohl Betriebs-Wirtschafts-Lehre? Aber was da auf das Mädchen zukam, war ganz und gar anders gedacht! Gut, oder auch nicht gut: Lehrjahre sind keine Herrenjahre, aber das war ganz offenbar des Guten zu viel! Leider geschieht das im Folgenden Geschilderte doch noch recht häufig - leider Gottes!

                            Ich lernte sie kennen als sie völlig verzweifelt war und nicht mehr weiter wusste. Eben ein seelisches und menschliches Wrack. Sie war einfach zu „blauäugig“ gewesen. Meine spanischen Freunde und Gastgeber stellten sie mir vor, weil sie dachten ich kenne die deutsches Geschäftsgebaren besser als sie, und sie hätten dann den heißen und einflussreichen „Draht“ nach ganz oben, sollte es erforderlich sein! Und das war gut so!

                            Also nach ihrem Abschluss an der Fachschule war sie für ein praktisches Jahr nach Teneriffa gegangen, schon mit verlockenden Angeboten, wie es schien, und mit dem voreiligen und leichtsinnigen Vorsatz dort zu bleiben und ins Hotelmanagement zu gehen.
                            Soweit war das ja noch einigermaßen realistisch gedacht. ……. Aber dieses Vorhaben war die unüberlegte Reaktion auf eine herbe Enttäuschung hier in Sachen einer ganz großen unsterblichen Liebe auf Wolke 7, das sie aus ihrem momentanen seelischen „Jammertal“ als einen möglichen Ausweg wählen wollte. Das ist ja menschlich nur allzu verständlich! Folglich brach sie alle Verbindungen und Kontakte hier ab!
                            Damit nahm das Elend seinen unaufhaltsamen Lauf!
                            "Arme Kleine, da muss man durch; so oder so!" Soetwas tut sehr weh!

                            Dort bekam sie auch sofort eine Anstellung, wie im Praktikum versprochen worden war, aber mit einem völlig indiskutablen Lohnausgleich und der Verpflichtung sich mit den Eigenarten und Gewohnheiten des „Hauses“ erst einmal vertraut zu machen. Auf Deutsch nennt man das einfach: als Putzfrau und Zimmermädchen arbeiten! Ihr Fachwissen im Buchungs- und Finanzwesen usw. nutzte man natürlich gerne und ausgiebig aus, das was höher gestellte Dienstgrade normalerweise zu tun pflegen. Und es nahm kein Ende: Vom Boden bis zum Keller musste sie das „Haus kennenlernen“, und immer wieder! Es war einer dieser riesengroßen Touristenbunker im Süden Teneriffas unter deutscher Leitung und in einer fast deutschen Hotelkette, bis auf die spanischen Neureichen, die hier versuchten Fuß zu fassen und an Einfluss zu gewinnen.
                            So ging das nun tagein und tagaus und keine positive Veränderung ihrer Tätigkeit und Bezahlung war in Sicht. Man hatte wohl auch spitz bekommen, dass sie alle Zelte in der Heimat abgebrochen hatte. Deswegen wurde ihr auch ganz unmissverständlich auf diesbezügliche Einlassungen zu verstehen gegeben, dass sie ja gehen könne, wenn es ihr hier nicht mehr gefallen würde. Das bedeutet soviel wie: mutterseelenallein in einem weitgehenst fremden Land auf der Straße stehen, weil sie sonst nirgendwo mehr eine Stellung findet.
                            Viele Hoteliers dort in Spanien sind doch alles eine durch und durch charakterlose Mafia ohne den Hauch einer Moral, nicht einmal auf unterstem Keller-Niveau!

                            Was bleibt anderes übrig als sich zu fügen und weiterhin erpressen zu lassen?! Wenigstens war sie jetzt neben der Putzarbeit auch noch die Beschwerdestelle für unzufriedene Gäste! Natürlich außer den "häuslichen" und innerbetrieblichen Pflichten als Buchhalterin! Ein Schritt vorwärts war das nicht, ganz das Gegenteil, denn nun wurde sie auch noch nachts zu einer Kakerlake geordert und gerufen!
                            Nun also zogen erst die richtig schweren Gewitter in Form von kleinkarierten und über alle Maßen anspruchsvollen und arroganten Gästen über ihrem Haupte auf! Schlimm sollen die Möchtegerne von Männern, die angeblich von ihren Frauen vernachlässigt werden, gewesen sein. Am liebsten noch mit einem Gute-Nacht-Liedchen ins Bett bringen! Von diesen Geschöpfen war sie aber erstmal nachhaltig kuriert! Ebenso war Mamas liebster und teuerster Lippenstift verschwunden, der, wenn es ihn gäbe, bestimmt eine 4 bis 5-stellige Summe gekostet hätte. „Man stiehlt ja in diesem Haus!“, so hieß es dann. Er fand sich in Papa’s Hosentasche wieder als er sich seine ausgebeulten Beinkleider ausbürsten ließ. Damit hatte er auf den Spiegel im Bad geschrieben und mitgeteilt, dass er bei Herrn Direktor „Schleimbeutel“ nebenan in der Suite (Suite gemeint => DZ eines Möchtegerns!) sei um im TV die Fußball-Bundesliga-Millionäre zu sehen!
                            Ich könnte noch so viel zum Lachen erzählen, wenn das alles nicht so betrüblich für das Mädchen gewesen wäre.
                            Es kam was unweigerlich kommen musste: der totale psychische und physische Zusammenbruch mit einem massiven Kreislaufkollaps! Reif und ein Fall für die Klinik in Playa de las Americas! Die Kündigung von diesem Hotel-„Palast“ war fast schneller dort als sie selbst, verbunden mit sehr eindeutigen Androhungen und Konsequenzen für den Fall, dass sie sich erdreisten sollte etwas über die Interna und Gepflogenheiten des „ersten Hauses“ am Platz zu äußern! Durch ihre verantwortungsvolle Tätigkeit unterliege sie auf ihrem Posten ja immerhin noch der Schweigepflicht, deren Einwilligung sie als Praktikantin annodunnemals einmal unter ganz anderen Bedingungen und Voraussetzungen eingegangen war, und man würde sich auch „erkenntlich“ (nicht erkennbar!) zeigen!
                            So, es darf jetzt gelacht werden!

                            Das war ein Fall für meine Freunde und ein gefundenes *******, denen sie so in der Klinik, ohne eine vorgeschriebene und ordnungsgemäße Krankenversicherung, in die Arme lief. Vielleicht hatte einer der Ärzte auch einen diskreten Hinweis gegeben, ich nehme es fast an, denn sie sind international bekannte Wissenschaftler mit großem Einfluss, natürlich insbesondere in Spanien!
                            Ab nun drehte sich ihr Schicksal um, zum Nachteil derer, die ihr erst zu diesem Zustand verholfen hatten! Für diejenigen erfolgte nun Schlag auf Schlag, und die Gerichts- und Staatsanwaltsakten wurden immer voluminöser.
                            Da ging es nicht mehr nur um einfache Delikte wessen sie angeklagt und beschuldigt wurden, denn eine gerichtlich angeordnete Durchsuchung der Räumlichkeiten des „Direktionssektors“ war ein voller Erfolg. In der Computersprache nennt man das wohl die Zerstörung des Boot-Sektors?!
                            Bingo, voll ins Schwarze getroffen!
                            Das war was nach meinem Geschmack! Da rollten Köpfe von oben bis unten und bis zum Zentrum der Hotelkette hin! Ich bekam aber seltengute und vielversprechende Angebote von denen, die noch um ihren "Haarhalter" zitterten, wenn ......... ich nur etwas weniger aktiv und etwas zurückhaltender wäre! Pustekuchen, jetzt war ich doch gerade erst richtig heiß gelaufen und in Fahrt gekommen, und dann schon wieder die Weiche umstellen? Das war nichts!

                            Die Kleine blieb anschließend noch zu einer zeitlich unbegrenzten „Reha“ sehr lange im Hause meiner Gastgeber, und sie lernte auch wieder einen Glauben an die Menschen zu haben, sogar fast schon wieder an die Männer! Mit großem Beitrag der einfachen Bauern aus der Umgegend! Das war sehr beachtenswert, außerdem von großem Nutzen!
                            Alsbald darauf wurde ihr eine Stellung durch Vermittlung angeboten, die klar definiert, fundiert und sehr angemessen dotiert war. Aber diesmal ging ich mit dem Einverständnis der Stellungsanbietern mit zu den diversen Vorgesprächen, und die Sache war sehr sauber. So meinte ein dort lebender und praktizierender deutscher Anwalt.
                            Ich hatte ja keine Ahnung, dass diese ganze Affäre auch in der Presse zu lesen gewesen war. Also war der Schuss nach rückwärts losgegangen und das mit mächtigem Getöse! Es soll viel Hosenschlottern innerhalb der Mafia gegeben haben, was mich umso mehr freut!

                            Heute ist unsere „Kleine“ eine ganz Große in der Hotelbranche mit enormer Fach- und Sachkenntnis, sowie weitreichender Kompetenz, und niemand getraut sich mehr ihr ein Häarchen zu krümmen, geschweige denn sie hinters Licht führen zu wollen! Bei Verhandlungen, bei denen es richtig um was geht, ist sie arg gefürchtet als Verhandlungsgegnerin.
                            Das ist unser „Lohn“, und der schönste, den man sich nur vorstellen und wünschen kann!

                            Sie besucht uns praktisch immer noch jedes Wochenende. Wir sagen dann immer: „Da kommt unser kleines Sorgenkind!“ Alle haben sie sehr lieb gewonnen, und bitten sie ihre Erfahrungen auch anderen weiterzugeben und auch die menschliche Seite nicht zu vergessen! – Ist sie nun doch Chefin von Dutzenden von Angestellten in den ganz oberen Etagen! –
                            Das könnte sonst einen Rückfall in ein Stadium geben, das sie doch so grausam hassen gelernt hat!

                            Mein unmaßgeblicher Rat: Versucht es, euch auf eigene Beine zu stellen, auch im Ausland, ABER schlagt NIEMALS alle Türen hinter euch zu und brecht alle Zelte ab! Ihr habt nur EIN Zuhause, und es ist gut sich gelegentlich daran zu erinnern wie bedeutungs- und wertvoll das ist! Und wie schlimm es kommen kann, wenn man es nicht oder nicht mehr hat!

                            Ich kenne dort genügend elendige „Republikflüchtige“, denen es sehr schlecht geht und um die es noch schlechter bestellt ist, und die nun nur noch den sehr fragwürdigen Ausweg auf die schiefe Bahn haben! Sie haben ihr eigenes ICH bereits verloren! Der Rest erledigt sich von ganz alleine!

                            Es gibt kein vernünftiges Argument dagegen dass etwas nicht machbar ist. Bezahlen muss jeder, so oder so, denn was schief gehen kann, das geht auch irgendwann schief, meistens zum falschen Zeitpunkt. (Murphy’s Gesetz)

                            ........ dann ist es gut einen Notfallplan, wohlmeinende Freunde und noch eine Heimat zu haben!

                            Wir sind alle ziemlich stolz auf unser einstmals „seelisches Wrack“! Sie hat es nochmal geschafft, mit sehr großen Anstrengungen!
                            Im Ausland, also in der Fremde, läuft Vieles ganz ganz anders. Das muss man wissen und kein Tagträumer oder Illusonist sondern Realist sein! Diese grausamen Erfahrungen gehen doch weit über das hinaus, was man meint, wenn man sagt: „Stoßt euch selbst die Hörner ab!“

                            Das war die traurige Geschichte von einer die dem Grausen begegnet ist, und dabei fast alles verloren hätte, selbst ihr eigenes ICH, ihre Identität und fast noch ihr kleines bisschen junges Leben das noch in ihr steckte!

                            Und das ist wohl das Schlimmste was es für einen Menschen geben kann!

                            In diesem Sinne

                            Gruß Dieter

                            Gar furchtbar ist des Wortes Macht, wenn man es nutzt zu unbedacht!

                            1 Antwort Letzte Antwort
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                              noki
                              schrieb am zuletzt editiert von
                              #54

                              Schläft Teneriffa eigentlich im Winter, oder geht es munter weiter mit dem bunten Treiben?

                              Wie ihr alle ja schon gemerkt haben werdet, habe ich mit Hotels, der ganzen Gastronomie und dem was damit verbunden ist, beliebig wenig am Hut. Trotz der Ballungen sind sie, die in dieser Branche tätig sind, gegenüber den Landbewohnern und den restlichen Insulanern, weit in der Minderzahl. Erstere sind also nicht repräsentativ für eine Meinungsbildung. Aber auch bei denen wird schon merkbar die Bremse angezogen damit nicht so viele ungebetene Arbeitskräfte eingeschleust werden wie in den letzten Jahren. Schließlich haben die auch einen Urlaubsanspruch mit Sicherung ihres Arbeitsplatzes; jedoch über die Fest- und Feiertage ist Hochsaison.
                              Also wenden wir uns doch lieber meinen speziellen Freunden zu, nämlich den eigenständigen Bauernfamilien und ihren treuen Eseln! Da kenne ich mich weit besser aus. Beide haben sie natürlich keinen Urlaubsanspruch. Also dass da nichts los ist und die Fensterläden geschlossen sind, kann man nun wirklich nicht sagen.
                              Es ist die große Zeit der Fiestas!
                              Die Ernte ist geschafft, außer ein paar Früchten, aber die ganz große Arbeit ist getan. Bald wird auch das größte Fest der Heiligen Drei Könige vorüber sein. Jetzt kann man feiern, und dazu findet sich immer ein Anlass; kneift es einmal damit und dem sprichwörtlichen Einfallsreichtum der Kanarier, na dann hat eben kurzerhand das Eselchen Geburtstag! Oh ja, sie können feiern und wie! Gleichgesinnte finden sich immer in einem kleinen Ort, wo jeder jeden kennt. Vorsichtshalber bleibt die Straßendekoration mit den Girlanden danach noch eine ganze Weile (meistens einige Wochen lang!) unverändert. Man kann ja nie wissen, denn die nächste Fiesta ist ja vielleicht schon in Sicht. Die Musik wird von den Bewohnern gestellt; wozu haben sie dann wöchentlich im Gemeindesaal so fleißig geprobt? Nun können sie richtig zeigen ob sie das Spiel auf der Timple gut gelernt haben. - Die Timple ist das kleinste Zupfinstrument und wird gespielt wie die Mandoline; sie ist wirklich sehr klein und schwer bespielbar, so etwa nur 55 bis 60 cm lang mit ausgeprägtem bauchigem Korpus, sie gehört aber zu jeder heimischen Musik unbedingt dazu! Die Ukulele ist ihre nächste Verwandte.- Es wird getanzt, gesungen und Wein getrunken bis der Morgen sich ankündigt.
                              Es ist ja nicht unbedingt kalt draußen, jedenfalls nicht wenn man tanzt und nebenbei noch „Leistungssport“ in Form von intensivem Flirten betreibt! Solche Feste sind immer die wahren Ehe-Anbahnungs-Vergnügungen – ein schreckliches Wort für eine solch schöne Sportart! Natürlich sind der Wein und die Musik die eigentlichen Vermittler, aber das tut den individuellen Erfolgen keinen Abbruch!
                              Wie die Spatzen, oder die Kanarienvögel, sitzen die jungen “Girls“ dann hinter vorgehaltener Hand tuschelnd und kichernd da und harren der Dinge, die ganz bestimmt auch auf sie zukommen, jedenfalls hoffen sie das, und die Mama auch! Derweil, vorwiegend ihre Mütter, schon ihre Ränke schmieden und über den sozialen Stand desjenigen, den sie ins Visier genommen haben, nachdenken, und dem sie, falls nötig, auf die „Hinterbeine“ helfen würden und auch etwas Anschub leisten, wenn die ganze Anbahnungsgeschichte ins Stocken geraten sollte! Dadurch wird natürlich dem Auserwählten eine Menge sonst üblicher und erforderlicher filigraner "Kleinarbeit" abgenommen! Er merkt davon nichts, denn sein Mädchen, das er meint erobert zu haben, stellt sich natürlich nach wie vor ganz "mädchenhaft" an.
                              Man muss schnell sein, und es muß alles nach Plan flutschen, denn die Konkurrenz schläft nicht; schließlich haben andere Mütter auch hübsche Töchter!
                              Ist es bei uns so viel anders? Doch nur der rüde, legere Umgangston ist hier das was den Schein der Romantik so trübt.
                              Das Endergebnis ist und bleibt doch dasselbe!

                              Die meisten spanischen Senoras, - also die mit der schwarzen Mantilla, ledige tragen weiße, das ist außer der Anrede auch das Zeichen für eine verheiratete Frau, - sind allgemein recht "unhandlich", also recht "gewichtig"! Vor der Ehe war es ein Jammer so zu leben, dass man rank und schlank bleibt um ja noch "Einen" abzubekommen, ein regelrechtes Kasteien war das. Dann war man verheiratet und die Kinderchen kamen, man hatte ein Heim, war versorgt, ein Mann war auch noch da so ganz nebenbei, das Auskommen war gesichert; alles war im Lot! Nun war es Schluß mit dem Schlankheitsbedürfnis. Es war doch kein Grund mehr vorhanden nicht ab sofort zu schlemmen und sich den Gaumengenüssen zu entsagen! Jeder weiß, dass ein Mann im fortgeschrittenem Stadium der Gewichtsklasse, seiner eigenen und der seiner Frau, also wenn die ehemaligen weiblichen Konturen seiner Frau sich langsam zu verwischen und einzuebnen beginnen, sich eine Freundin zulegt! Beim Mann ist das gaaaanz was anderes: Es zeugt vom Wohlstand der Familie! Das stört eigentlich überhaupt niemanden, denn alles ist bestens versorgt, und eine Scheidung ist wegen des unerschütterlichen Glaubens unmöglich und undenkbar. So ist doch alles von der Kirche geschützt und geschieht unter ihrem Dach! Zumal doch die Ehe heilig ist!
                              Daraus folgt doch notwendig der Schluss, dass die spanischen Frauen eigentlich die glücklichsten der Welt sind!

                              Aber ich wollte ja von den winterlichen Tätigkeiten berichten und nicht von den Romanzen junger Leute! Obgleich das auch zu den äußerst wichtigen „Arbeiten“ gehört!
                              Überwiegend wartet doch noch Einiges auf Erledigung. Das Häuschen muss dringend neu gestrichen werden, ein paar Ackerwerkzeuge haben den harten sommerlichen Einsatz nicht ganz unbeschadet überstanden und müssen in die Schmiede, von der ich vielleicht noch in einem Beitrag berichten werde, der kleine Acker muss gepflügt werden, die Steinmauer vor dem Haus droht einem Steinschlag zum Opfer zu fallen, denn sie ist ja trocken gebaut, d. h. ohne haltenden Mörtel nur so Stein auf Stein, das ist eine Kunst! Und all die früchtetragenden Bäume müssen ausgeschnitten werden – eine harte Arbeit – bei der jeder jedem hilft. Zwischendurch schaut man mal rum ob es irgendwo in der Nachbarschaft oder im nächsten Ort nicht wieder eine Fete gibt! Soviel Zeit muss sein! Auch die Zufahrtswege brauchen dringend eine Einebnung, ebenso wie die Stallungen, wenn deren Boden noch aus Lehm oder Basalt besteht. Am meisten Arbeit macht auch in dieser Jahreszeit die Landwirtschaft, denn es eilt; die erntefreie Zeit ist bald vorbei, und schon wieder ist die Tomaten-Pflanzerei und Vorzucht angesagt. Dann kommt wieder alles auf einmal! Also genießt die Abende, die nächste Ackersaison ist schnell da, und dann kommt unsere Bauernfamilie wieder mächtig ins Schwitzen; zum großen Luftholen bleibt da wenig Zeit! Reichtümer sind damit auch nicht zu machen!
                              Oh je, nun hätte ich beinahe etwas sehr Wichtiges vergessen! Natürlich gibt es manchmal Rangeleien und Streitigkeiten zwischen den Einwohnern, aber da niemand das Geld hat um Gerichte bezahlen zu können, ist man sein eigener Herr. Außerdem sind in einem kleinen Dörfchen die meisten Legasteniker, jedoch dieser Begriff hat dort eine ganz andere Bedeutung! Wegen der sommerlichen Arbeitsauslastung verlegt man solche "Verhandlungen" eben auf die Winterzeit.
                              Ihre Tageszeitung mit dem Sportteil schaffen zumindestens die Älteren gerade noch mit dem Finger auf der jeweiligen Zeile nachfahrend zu lesen. Auch dort gibt es eine Zeitung mit ganz großen Überschriften, versehen mit Frage- oder Ausrufezeichen oder beidem dahinter, und vielen Bildern! Also würden sie doch Probleme haben die Amts- oder Gerichtsergüsse lesen zu können! Dafür hat man die Institution eines gewählten Schiedsmannes. Es darf aber nicht der Alcalde (Bürgermeister) oder eine andere Amtsperson sein und erst recht kein Priester, denn die gelten als nicht vorurteilsfrei, also befangen und bestechlich! - Eine sehr weise Überlegung! - Oftmals ist es der Lehrer mit einem Ältesten des Ortes, der seine Pappenheimer am Gang kennt. Sie genießen hohes Ansehen und großen Respekt. Bis es eben zu dieser winterlichen Prozedur kommt, herrscht Burgfriede unter den Streithähnen. Denn eigentlich sind sie sich gar nicht richtig gram, sie spielen weiterhin gemeinsam friedlich Domino, diskutieren und streiten über längst vergangene Fußballspiele und trinken ihren Wein, ganz so wie bei uns, wenn nicht die Frauen dahinter stecken würden und andauernd Öl ins Feuer gießen damit ja auch nichts anbrennt! Dabei gibt es keinen Rechts- und Staatsanwalt, die dann auch noch korrupt wären. Man einigt sich eigentlich stets auf einen Vergleich, und damit ist die Sache dann auch abgetan und erledigt. Das ganze Spektakel findet sehr diszipliniert in einem öffentlichen Restaurant statt, und ist jedesmal ein großes Ereignes. Zumal für die Frauen, die dann triumphieren, oder auch nicht, mit: "Siehste, hab' ich dir doch gleich gesagt, aber du hörst ja nicht auf mich"! Und so ähnlich, wie man das hier ja auch kennt.

                              Die "Verhandlungen" betreffen aber ausschließlich Fälle, die, wie bei uns, unter das BGB fallen würden, natürlich keine Strafdelikte!
                              Und die Streitpunkte über die verhandelt wird, sind einfach umwerfend komisch! Sie erinnern mich immer an Ludwig Thoma's Lausbubengeschichten oder eine frühere Fernsehsendung, die "Das königlich bayerische Amtsgericht" hieß.

                              Da klagt ein Nachbar, dass der Sohn des anderen den gleichen Namen des Heiligen Franziskus erhalten soll wie seiner. Erstens ist der Name geburtstagsgebunden, zweitens heißt beinahe jeder zweite Spanier in einem seiner Vornamen so und drittens ist er nicht geschützt. Der Grund dieser Klage war ein ganz egoistischer, wahrscheinlich eingefädelt von seiner "Madame". Es sollte verhindert werden, dass die Gunst des heiligen Franziskus für seinen Sohn dadurch geschmälert wird, da es nun doch einen zweiten gleichen Namens gibt. Außerdem ist doch der Namenstag viel wichtiger als der Geburtstag, und es müßte demzufolge auch zwei Feiern zu Ehren des Franziskus geben! Schließlich hat Franziskus der Heilige ja nur einen "Etat" für den Ort! Also lautete der Beschluß des "hohen Gerichtes" seine Frau aufzufordern den Sohn doch wieder "zurückzugeben" dahin wo er hergekommen ist! Da bekam er es mit der Angst zu tun, ich glaube wohl vorwiegend vor seiner Frau! Das wollte er auf gar keinen Fall riskieren.
                              Ein Bauer hatte am Seitenpfosten seiner Haustür von innen einen sehr großen und starken Nagel eingeschlagen. Er wird der Götzenanbetung mit Glaubensverrat beschuldigt. Das ist ein schlimmes Vergehen, denn wenn der Besitzer sein Haus betritt, dann ist es üblich sich zu bekreuzigen. Hätte er das nicht getan, dann wäre es wieder Missachtung der Ehrfurcht Gottes gewesen. Da der Nagel nun dicht daneben war, sah es für den Kläger so aus als würde er den Nagel verehren, und dabei diente er nur dazu die Jacke und den Rechen daran aufzuhängen! Was ja auch zweckdienlich ist! Der weise "höchstrichterliche Entscheid" lautete einen zweiten Nagel neben dem ersten einzuschlagen. Denn die Bibel schreibt vor, das es nur EINEN Gott gibt, und welcher von den Nägeln soll nun der Eine sein? Somit ist die Aussage logisch unentscheidbar. Das wäre absurd und ein Widerspruch zu den Voraussetzungen und Annahmen des einen Gottes! Diese Logik ist umwerfend einfach derart eine Aussage ad absurdum zu führen! Jahrhunderte plagen sich Generationen großer Mathematiker mit unentscheidbaren Aussagen logischer Systeme herum, und hier wird das in der Praxis nach der klassischen Methode der Logik, der reductio ad absurdum, demonstriert!
                              Ein anderer wird der Gotteslästerung beschuldigt. Eine von seinen Ziegen hat eine Glocke, die für den Ankläger wie die Mittags-Messe-Glocke der Kathedrale von Compostella klingt! Es war ihm schwer beizubringen, dass das wegen Mangel an Glockenmasse nicht möglich sei! Außerdem hatte er die von Compostella ohnehin noch nie gehört! Die Ziege durfte ihre Glocke behalten.
                              Frauen sind nicht "rechtsfähig", deshalb stacheln sie ihre Männer auch so an einen Streit anzufangen.
                              Ich habe mich innerlich gekringelt vor Vergnügen, durfte es aber keinesfalls zeigen wie mich das ganze belustigt! Es war ein schweres Stück Arbeit ernst zu bleiben.

                              Gleichwohl sind sie keineswegs neidisch auf uns; ganz das Gegenteil ist der Fall!

                              Es ist immer wieder erstaunlich und bewundernswert mit welchem Gleichmut und mit welcher Ergebenheit sie sich in ihr wahrhaftig nicht leichtes Schicksal, ohne zu klagen, fügen, und wie leidenschaftlich sie alles verteitigen! Möglicherweise ist das der Grund weshalb ich mich so zu ihnen hingezogen fühle?! Ich habe noch nicht darüber nachgedacht; es wird Zeit das einmal zu tun! Sie haben eine natürliche Scheu und Zurückhaltung vor allem Fremden, was uns doch sehr oft fehlt. Das „Mäntelchen“ des Touristen habe ich gottlob in ihren Augen und aus ihrer Sicht schon abgelegt und er ist mir genommen worden. Es hat viel Geduld und Einfühlungsvermögen erfordert; aber es hat sich – wie ich glaube – für beide Seiten gelohnt! Manch ein Fremder arbeitet sein ganzes Leben lang daran und schafft es nicht in ihr Herz und Inneres schauen zu dürfen! Für diese Menschen ist das in der heutigen Zeit einfach notwendig und eine gewisse Art von instinktivem Selbstschutz.
                              Und schon steht der Frühling wieder vor der Tür, und alles wartet draußen darauf bedient zu werden. Schluss mit den Fiestas, genug getanzt und geflirtet! Aber, wenn alle Mühe nicht umsonst war, dann hat Carmen einen Freund gefunden. Vielleicht gibt es dann im nächsten Winter eine Verlobung. Sicherlich würde das die Señora Mama freuen, nur den Papa nicht, denn der hat gefälligst schon Überlegungen über die Mitgift anzustellen, und alle hätten wieder einen Grund zum Feiern! Eine Verlobung mit einem Eheversprechen ist dort noch eine sehr ernste Angelegenheit, nicht wie heutzutage in den “modernen“ Ländern, wo es doch mehr oder weniger die Bedeutung von: „Sicherstellen und weitersuchen“, hat!

                              Das war ein ganz kleines bisschen aus dem winterlichen Leben und meinem Schatzkästchen von den Leuten auf dem Lande erzählt!
                              Von den Ballermännern in den fernen großen Städten, in denen das Leben zu jeder Jahreszeit pulsiert, haben sie nichts mitbekommen, und es interessiert sie auch recht wenig. Auch in Sachen Kleidung, Handy’s und Co. bescheiden sie sich und müssen sich alle nach der Decke strecken! Das ist für die Familie und deren Wohlergehen unabdingbar.
                              So sind sie glückliche Menschen, zufrieden und mit ihrem Leben in Harmonie!
                              Haben wir es auch so gut?!

                              Gruß Dieter

                              Gar furchtbar ist des Wortes Macht, wenn man es nutzt zu unbedacht!

                              1 Antwort Letzte Antwort
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                                noki
                                schrieb am zuletzt editiert von
                                #55

                                Patre Lois der Mönch und Eremit aus den einsamen Wäldern des Norden Teneriffas!

                                Er kam alleine und er ging alleine - zurück blieb die Erinnerung - und dennoch ist er heute noch oft "gegenwärtig und anwesend"!

                                Es sollte eine Begegnung mit einem Menschen sein, den ich niemals vergessen werde!
                                Viele Seiten Aufzeichnungen in meinem Tagebuch sind drauf gegangen, um ja nichts zu vergessen was später in Ruhe aufgearbeitet werden muß!
                                Er brachte etwas mit und liess es zurück! Etwas was mir heute noch Schwierigkeiten bereitet es zu erfassen und zu verstehen, geschweige denn es zu erklären!

                                Er war bei „uns“ eingeladen, und man sprach nur noch von ihm; ich wußte zunächst nicht einmal wer gemeint war und war also entsprechend neugierig und voller Erwartung, so wie alle anderen ebenfalls. An diesem Tag sollte ER ‚wahrscheinlich‘ eintreffen, aber offenbar kannte niemand die Zeit seiner Ankunft. Es war alles ein großes und ungewisses Geheimnis, bis gegen Mittag ein Nachbarjunge völlig atemlos daher gerannt kam und schon von Weitem rief: „ER kommt"! Es sollte noch eine geraume Zeit dauern, bis wir jemanden die holperige Straße hinaufkommen sahen, im Gefolge von einigen Dorfbewohnern und Kindern. Er war es, der Erwartete: Patre Lois, der Mönch des Kartäuser-Ordens weit aus den Bergen der Montañas de Anaga war hierher auf die fast gegenüberliegende Seite der Insel gekommen!
                                Schon seine etwas gebückte Gestalt, seine weite Ordenskleidung mit dem großen Wanderstecken und die bedächtige Art sich zu bewegen hatten etwas Respektgebietendes an sich. Diesem Eindruck konnte ich mich selbst noch aus der Ferne auch nicht entziehen! Es dauerte noch eine Weile bis er das Haus erreicht hatte, aber niemand ging ihm entgegen; alles was Beine hatte wartete voller Spannung am Eingang, wie die Kinder auf den Weihnachtsmann, oder ein sonstiges großes Ereignis!
                                Seine ganze Erscheinung mußte einfach jeden beeindrucken: Schlohweißes langes, loses Haar und einen ebensolchen langen Bart, ein von Wind und Wetter gegerbtes Gesicht, gleich wie die Haut der Hände, helle, klare und lebhafte Augen mit sehr buschigen Brauen, die Gestalt war etwas gebeugt, soweit es unter der langen und weiten Ordenskleidung aus grobem, dunkelbraunem, sackartigem Gewebe zu erkennen war, und der lange Pilgerstecken überragte ihn um gut einen halben Meter. Auf dem Rücken trug er einen Beutel an einem Schulterband aus eben dem gleichen Material wie seine Kutte, und vor der Brust an einer langen eisernen Kette ein Kreuz, sowie einer dicken Kordel mit großen seitlichen Knoten als Gürtel, unter der die Kette des Kreuzes gehalten wurde.
                                Als er uns alle begrüßt hatte, die Mädchen und jungen Damen machten einen erstaunlich ordentlichen Knicks, sowie deren männliche Altersklasse eine tiefe Verbeugung, zog er sich seine einfachen Sandalen aus geknüpften Lederriemen, mit einer Sohle aus Ziegenleder aus und betrat barfuß das Haus, in dessen Eingang er ein Kreuz schlug. Zur Begrüßung, an der Schwelle des Hauses, wurde Wasser, Salz und frisches Brot gereicht, wie es Brauch ist. Sein Alter war sehr schlecht zu schätzen; aber es werden wohl gute sieben Jahrzehnte gewesen sein!
                                Das war die beeindruckende Einkehr des Patre Lois.
                                ...... Nach dem Wahlspruch des Ordens der Kartäuser: Das Kreuz steht fest, während die Welt sich dreht! (Stat crux dum volvitur orbis)

                                In den einsamen Gegenden der Gebirge Teneriffas gibt es noch mehrere dieser Einsiedler. Sie gelten als hochintelligent und der Natur am nächsten stehend. Die Kirche mit dem Generalkapitel des Ordens und der Staat läßt diese Bruder-Mönche gewähren, ja ,sie sind sogar im Besitz der relativ seltenen offiziellen Sammlererlaubnisse für Kräuter, Beeren und sonstige Pflanzen, deren Heilwirkung bewiesen ist. Also das, was man bei uns auch als 'naturbelassene Medizin' in der Naturheilkunde bezeichnen würde. Solche Erlaubnisse bekommen sonst nur ausgebildete Botaniker. Außerdem genießen sie alle Previlegien, die ein Staat zu bieten hat! Sie stehen unter seinem ausdrücklichen Schutz, wie man mir erklärte.

                                • Sind sie etwa die modernen "Kräuterhexen" aus längst vergangenen Epochen?

                                Ihr Leben vollzieht sich in der Einsamkeit und Abgeschiedenheit fast noch unberührter Natur, und ihr Rat ist unter der Bevölkerung, vorwiegend der unteren Schichten, sehr gefragt! Jeder bietet ihnen Unterkunft und Verpflegung an, sollte ein solcher 'heilige Mann' ihnen einmal begegnen. Man nimmt nur zu gerne ihren Rat in Anspruch, egal worum es dabei geht.
                                Er war in gut zwei Wochen aus den Bergen des Anaga zu einem Besuch hierher gewandert. Mit dem Auto abgeholt zu werden liegt unter seiner Würde! Und er wird auch zurück über einen Umweg zu einem seiner Glaubensbrüder wieder auf diese Art heimkehren. Wie er sagt, liebt er zwar die Menschen, aber Denken kann er besser wenn er alleine ist.
                                Es wurden aufregende Tage und Abende. Professionelle Naturwissenschaftler, Philosophen und Botaniker hätten nicht besser sein können! Er kennt jede Pflanze und deren Eigenarten, insbesondere die Heilkräuter, von denen er einen Leinenbeutel voll als Geschenk mitgebracht hatte, was große Freude und Beachtung hervorriefen.
                                Als Abendessen gab es kanarische Kartoffeln mit Quark aus Ziegenmilch und etwas frischen Früchtebrei, sowie gemischten Salat aus allerlei Gemüsesorten, dazu frisches Quellwasser aus der Gegend. Die Kartäuser sind Vegetarier!
                                Die Unterhaltung verlief sehr tiefsinnig mit großem Schwerpunkt auf philosophische Anschauungen und die Naturwissenschaften, mit großer Akzeptanz gegenüber den modernen wissenschaftlichen Erkenntnissen. Der Glaube war kein Thema, denn eine Diskussion darüber kann nicht rational sein! Oftmals verlaufen derartige Unterhaltungen mit geistlichen Leuten ja auch leider in dem Versuch einer logischen Herleitung eines Gottesbeweises unter Zuhilfenahme wissenschaftlicher Erkenntnisse, insbesondere der Theorien über die Entstehung des Universums und damit auch unseres kleinen Planetensystems Sonne. Das ist dann meistens weniger erquicklich! Sein Wissen und die Aufgeschlossenheit gegenüber modernen Forschungen haben mich erstaunt! Zu meiner großen Freude sprach er ein excellentes Englisch, sowie auch Deutsch und Französisch! Sein Elternhaus stand einstmals in Mainz! Denn der Ursprung des Ordens geht u. a. auch zurück auf Kartausen in Deutschland, sowie auch der anderen kontemplativen (Kontemplation => bescheidene geistige Sanftmut, Beschaulichkeit, beschauliche Betrachtung mit entsprechendem Verhalten) Orden der Benediktiner und der Zisterzienser. Wobei letztere beiden als noch viel weltoffener gelten!
                                Die gesamte Familie meiner Gastgeber hatte sich zu diesem Ereignis eingefunden, was sonst nur ganz selten der Fall ist!
                                Natürlich habe ich mich gefragt woher er denn sein enormes Wissen moderner und teilweise neuester Erkenntnisse bezieht, denn außer vielen Büchern und einem Radio findet sich nichts in seinem fast ganz aus Holz gebauten eigenen Blockhaus? - Ich weiß das, weil ich ihn hiernach im folgenden Frühjahr besucht habe! -
                                Einigen Patres von ihnen kann man zu großen kirchlichen Festtagen begegnen, wie in Candelaria, La Laguna oder La Orotava z. B. im Juni zu den Fronleichnam-Festlichkeiten. Stets sind sie aber ganz im Hintergrund. Tanz und Ausgelasssenheit ist ihre Sache nicht! Dabei geht ja schon aus dem Gesagten hervor, dass sie keineswegs weltfremd sind. Und sie haben auch nicht allen weltlichen Freuden entsagt; nur sie "senden und empfangen" auf einer ganz anderen Ebene! In den Gegenden, in denen sie leben, genießen sie alle Sympathien der Bevölkerung ringsum, nicht nur der unteren Schichten! Gerade weil genau bekannt ist, dass sie sehr klug sind, gelten sie nicht als moderne Fabelwesen! Diese Gefahr ist ja immerhin vorhanden, wenn auch meistens nur latent.

                                Für die Nacht war eine Kammer hergerichtet worden, extra mit einem ganz einfachen Holzbett ohne Matratze nur mit einem dünnen strohgefüllten **** auf Brettern als Unterlage und einer Decke. So sollte es sein und war so gewünscht! Der nächste Tag begann in aller Frühe, etwa gegen vier Uhr. Nach dem Frühstück, - mit Brot, Honig, Salat und etwas Rührei, dazu einen Tee aus verschiedenen Kräutern, Saft der Aloe vera, einer der bekanntesten Heilpflanzen und seiner stillen Andacht, - wollten wir die Nachbarn und die auf den Feldern arbeitenden Bewohner besuchen. Offenbar kannte man den Padre schon, er war wohl nicht zum ersten Male hier. Es gab jedenfalls eine große Begrüßung!
                                So vergingen ein Tag nach dem anderen, bis die Zeit des Abschiednehmens gekommen war.
                                Für mich war er ein beeindruckender und sehr kluger Mensch mit einer großen persönlichen Ausstrahlung, der wohl die ganze Herzlichkeit, den Glauben und die menschliche Güte in sich vereinigt hatte.

                                Abschiednehmen!? - Nicht ohne den Freund des Hauses und Gast aus Alemaña (mich!) herzlich zu sich eingeladen zu haben. Und das habe ich auch bei meinem nächsten Besuch wahr gemacht, ich habe ihn besucht und mir sehr viel Zeit dafür mitgenommen!

                                • Aber das ist eine andere, noch viel interessantere und aufregendere Geschichte, so als 'Ausgesetzter der Gesellschaft' in der Einsamkeit und Abgeschiedenheit der Wälder des Anaga mit ihm zu leben und ihn auf seinen Ausflügen begleiten zu dürfen!
                                  Vielleicht berichte ich einmal darüber!?

                                Dann wanderte er in Begleitung vieler Dorfbewohner, die ihn ein Stück weit geleiteten, von dannen, gebeugt, einsam und alleine wie er gekommen ist, ging er auch wieder. - Ganz einfach so als wäre er täglich hier und ginge nun zu seiner Arbeit auf die Felder! - Die Handwerks- und Feldarbeiten sind allen den Ordensbrüdern sehr gut vertraut!
                                Es gibt nur recht wenige Menschen auf der Welt, die ich als Vorbild betrachte und akzeptieren würde! Er, Patre Lois, gehört jedenfalls dazu, und ich kann nicht einmal genau sagen warum!

                                Was ist es eigentlich, was diese Menschen für viele von uns so außerordentlich respektabel und verehrungswürdig macht?
                                Im Grunde sind sie doch ganz 'primitive' Menschen, nämlich im strengsten Sinne des Wortes als Synonym für: EINFACHE Menschen! Man kann ihnen überall auf der Welt begegnen, wenn auch oft in einer anderen "Verpackung", aber mit gleichem Inhalt!
                                Ist es ihre Ausstrahlung? - Wenn ja, wodurch?
                                Benötigt unsere Gesellschaft solche Vorbilder und Orientierungspunkte? - Ja, auf jeden Fall und ganz notwendig!
                                Gewiss, sie sind klug und weise, das sind viele andere auch.
                                Sie leben in Bescheidenheit, Anspruchslosigkeit und ohne das Streben nach materiellen Besitztümern und Gütern. Etwas womit wir mit ihnen nicht unbedingt teilen und tauschen wollten, ebenso wie mit ihrer Abgeschiedenheit, sowie ihrer enthaltsamen Lebensweise. Trotzdem haben sie eine unerschütterliche Lebensphilosophie. Aber das haben andere auch!
                                Was ist es also?
                                Ein „Rattenfänger-Syndrom“ kann es auch nicht sein, dazu sind sie zu bescheiden und zu klug, ihnen fehlt die dafür nötige Schläue, Rücksichtslosigkeit und der maßlose Egoismus, z. B. im Gegensatz zu vielen unserer „prominenten Stars im Rampenlicht" aus der großen Anzahl bunter Zeitungen und dem TV, bis auf wenige Ausnahmen, die aber meistens auch nur Letzteres vorweisen können, alle anderen sogar noch mit erheblichen Mängeln und zu allem Überfluss obendrein auch noch mit einer übergroßen Dosis an Geltungsbedürfnis, Selbstherrlichkeit und völlig übersteigertem und fehlgeleitetem Selbstwertgefühl!
                                Man kann doch fast schon meinen, dass bei den "Prominentenhochzeiten" der Trauzeuge auch gleichzeitig der Scheidungsanwalt ist! Damit das baldige Ende der "Taumehe" und die finanzielle Abwicklung schneller erledigt werden können, um Zeit für die nächste "Jahrhundertliebe" zu schaffen!

                                Ich denke sehr oft an ihn, was er jetzt wohl gerade macht, wenn vermutlich er und ich ganz alleine sind, ganz weit entfernt von einander.

                                • Ich möchte ihn einmal wiedersehen!

                                Gruß Dieter

                                Gar furchtbar ist des Wortes Macht, wenn man es nutzt zu unbedacht!

                                1 Antwort Letzte Antwort
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                                  #56

                                  Schmiede das Eisen solange es warm ist!
                                  Oder auch:
                                  Ein jeder ist seines Glückes Schmied!

                                  ….. So lautet das Sprichwort! Demnach müsste das Schmieden doch eine Kunst sein?!
                                  Fragen wir doch einmal diejenigen, die es wissen müssen! – Felix und Miguel, - die beiden Meister dieser Kunst in einem Ort im oberen Nordwesten Teneriffas, in Los Silos, zwischen Buenavista und Garachico. Eigentlich sehen beide überhaupt nicht wie Handwerker aus, die tagtäglich schwere Arbeit verrichten, sondern eher wie zartbesaitete Künstler! Und das sind sie wahrhaftig auch beide. Wir werden es später noch erfahren!
                                  Unter einem Schmied jedenfalls stellte ich mir immer einen kraftprotzenden ‘Schwerstathleten‘ vor, der aber mehr so die Züge eines ‘Gemütsakrobaten‘ an sich hat. – Vor Kraft strotzend, mit dem Gemüt, der Sanftmut und dem Zartgefühl eines Kinderteddys! – Unsere beiden waren fast genau das Gegenteil! Die Statur war eher die eines Musikers, als die desjenigen, der alles und jedes nach seinem Willen formt und verformt, was aus Metall ist, und das mit einem 'breitschlagendem' Humor. Eher hätten beide Säuglingspfleger auf einer entsprechenden Krankenhausstation sein können. Sie waren nicht nur die einzigen Schmiede weit und breit, sondern sie beherrschten auch die artverwandten Handwerke, wie die der Klempner, Rohrbauer, Mechaniker, Schlosser, ………..! Nichts was aus Metall war, war ihnen ’heilig‘. Aber vorwiegend waren sie eben doch Schmiede, denn im Umkreis gab es viele Ländereien mit vielen Ackergeräten, die es so an sich haben mitunter zu verbiegen, zu brechen oder sonstwie kaputt zu gehen. Dann kam ihr Einsatz und Können, außer dem alles bestimmenden „Gewusst wie“!
                                  Dort hörte ich erstmals den Spruch: "Wer viel Kraft zum Schmieden braucht, dessen Eisen ist nicht heiß genug oder er kann nicht schlagen"!
                                  Da mag wohl was Wahres dran sein?!
                                  Hier wurde jedenfalls mehr mit dem Kopf nach zweimaliger Besichtigung und fünf Minuten Denken ‚geformt‘ und repariert, als mit roher Kraft.

                                  „Wer rohe Kraft lässt walten, kann bald keinen Hammerstiel mehr halten!“

                                  Das stand auf einem Schild in der Werkstatt zu lesen, das man mir übersetzte! Denn wer den Hammerstiel ganz fest hält, hat schon verloren! Eben das ist auch einer der Gründe dafür, dass ein Schmied nach ein paar kräftigen "Formschlägen" auf das Werkstück seinen Hammer daneben ein paarmal "tanzen" lässt, nämlich um sein Handgelenk zu lockern und zu entspannen bevor er weiterschlägt. Dabei hält er den Stiel nur ganz lose mit den Fingern, praktisch ohne Krafteinwirkung, denn das Eisen auf Eisen, Amboss und Hammer, tanzt ganz von alleine.

                                  Außerdem legte man mich diesbezüglich ziemlich schmerzhaft rein, um den Spruch zu beweisen, indem ich mit einem, wie ich nachher erfuhr, falschen Hammer leicht auf die falsche Stelle des Ambosses schlagen sollte. Aber das wußte ich ja nicht, und hielt den Stiel auch noch ganz fest, damit mir der Hammer nicht aus der Hand fliegt! Das beides hätte ich lieber sein lassen sollen. Es tat mächtig weh von der Prellung des Hammerstieles, im Handgelenk bis hin zur Schulter. Das hat mich nachhaltig von dem Wahrheitsgehalt überzeugt!

                                  Dieser große Betrieb lag dafür auch sehr günstig! Mitten in einem ausgedehnten landwirtschaftlichen Anbaugebiet, das ist ideal. An Aufträgen und Reparaturen war hier bestimmt kein Mangel. Zudem fertigten sie auch noch Eisentore und allerlei Zier- und Fenstergitter aus gewundenen Vierkantprofilen. Nebenbei führten die Schwiegersöhne noch ein sehr einträgliches Geschäft mit landwirtschaftlichen Geräten, bis hin zum Trecker samt allem Zubehör.
                                  Ein gewaltiges Lager gehörte dazu. Es gab wohl nichts an Metallen, außer den ganz Edlen, - Profilen und Blechen, was hier fehlte! Wobei die Schmiede bei Blechen und deren Dicken wohl in ganz anderen Maßstäben rechnen. Es geht hier nur nach Zentimeter Stärke, bei ganzen Tafeln in Quadratmetern Fläche. Alles darunter sind Folien!
                                  Die Hauptwerkstatt jedoch war aber die Schmiede, so wie sie von jeher gewesen ist, auch hier: Mit Ambossen, Dutzenden von verschiedenen Hämmern und Feuerzangen, Feuerstellen und Blasebälgen. Ein motorgetriebenes Gebläse war zwar vorhanden, wurde aber nach Aussage nur bei sehr massiven Schmiedeteilen wirklich benutzt. So machten sich die Kinder aus der Nachbarschaft hier gegen ein Taschengeld nützlich die Bälge, die sich oberhalb der Raumdecke befanden, zu bedienen, was ihnen ordentlich Spaß machte. Einzig und alleine die stark eingefärbte Wärmeschutzbrille störte sie, weil sie da nicht genau sehen konnten was und wo gerade etwas geschmiedet wurde. Aber eine wohlmeinende Aufklärung von mir, mit der Übersetzung meines Freundes, über die enorme Gefährdung des Augenhintergrundes mit der Netzhaut und der Linse ihrer Augen durch die Wärmestrahlung brachte auch hier ein einsichtiges „Aha-Erlebnis“ und dem Versprechen nie wieder ein glühendes Metall, die Glut der Esse oder etwas sehr Heißes mit ungeschützten Augen anzuschauen. Das ist wirklich sehr gefährlich für jeden von uns! Der Raum, es war schon eine mittelgroße Halle, war rauchgeschwärzt und es roch stark nach brennendem Koks, dem Feuerungsmittel, sowie dem Löschwasser und Öl zum Härten. Natürlich waren auch Gasbrenner und -Öfen vorhanden, aber da war die Wärmeverteilung des Werkstückes für unsere Künstler nicht gut genug!

                                  Überhaupt war die Schmiede, abseits des Mittelpunktes des Ortes gelegen, der allgemeine Treffpunkt der Landarbeiter vor und nach der Arbeit. Eine Bar wäre da sicherlich auch noch gut gelaufen, denn die Frauen schafften ohnehin andauernd Getränke und Tapas in allen Variationen für alle herbei. Immerhin waren dort zwei Schmiedemeister, unsere ‚Künstler‘, zwei Gesellen und zwei Lehrlinge beschäftigt. – Also so klein war der Laden nicht, das lässt sich schon hören!- Und das Sommer wie Winter, sofern man Temperaturen auf Teneriffa von 21 bis 24 °Celsius als Winter bezeichnen will!
                                  Ich erwähnte ja schon, dass sie mit jedem schmiedbaren und formbaren Metall perfekt umgehen konnten! Das wurde einmal im Jahr, ich glaube zusammen mit einem Feiertag, weiß nur nicht mehr genau welchem, im Frühling demonstriert. Auch, und insbesondere ihre künstlerischen Qualitäten als Musiker! Dann nämlich fanden sie sich mit der Dorfmusik und deren folkloristischen Instrumenten auf der großen Plaza zusammen und zeigten was sie auf ihren selbstgebauten Instrumenten aus Flach- und Bandeisen, Röhren, Blechen, usw…. an Klängen hervorzaubern können. Denn Orgeln sind aus Metallröhren, Xylophone und Geläut aus Bandmaterial, Triangeln, Glocken, Schellen, usw. All das hatten sie gebaut und selbst harmonisch gestimmt! Dazu muss man schon eine gehörige Portion an Wissen über die Längenverhältnisse und harmonischen Klänge von tongebenden Klangkörpern verstehen! Ein Feilstrich zu viel, und alles ist vorbei! Es war ein tolles Konzert, das sie mit ihren Instrumenten, Hämmern und Ambossen dort ablieferten. Es ist erstaunlich, welche Klangfülle man aus einem simplen Amboss „hervorschlagen“ kann, ganz ohne Prellungen, wenn man die richtige Stelle mit dem richtigen Hammer und der richtigen Schlagkraft trifft, denkt mal an die berühmte "Amboss-Polka" oder den Radetzki-Marsch, in dem ein Amboss benutzt wird! Es war eine perfekte Perkussion. Hier sollte und durfte nichts verformt werden, im Gegensatz zu den alltäglichen Aufgaben und Pflichten. Entsprechend war die Anerkennung der Zuhörer und Akteure, die alles mit ihren Tänzen und Liedern vervollkommneten. Da hab‘ ich gestaunt!

                                  Es war eine große und schöne Fiesta mit viel Wein, sehr vielen schönen jungen Frauen und Mädchen in wunderschönen Trachten, viel Musik und Tanz und natürlich Paella für alle; und das waren sehr viele. So große Pfannen mit einigen Metern Durchmesser sah ich noch nie, und die Pfannen gehen von Ort zu Ort reihum, gerade dorthin wo eine Fiesta stattfindet. Acht Männer mindestens waren ringsum nötig um die Paella vom offenen Feuer zu wuchten! Den ganzen Tag hatte es gedauert sie vorzubereiten; die Zutaten wurden nur kistenweise verwendet.
                                  Und es war nicht nur ein Tag an dem gefeiert wurde! – Wenn schon, dann aber auch richtig zwei oder drei Tage! –
                                  Ob meine „Metallbändiger“ auch so standhaft wie ihr glühendes, zu schmiedendes Eisen waren, weiß ich nicht! Ich habe vorzeitig Reißaus genommen vor dem Wein und der großen Anzahl der viel gefährlicheren Frauen, bevor ich womöglich noch das Urteilsvermögen der Berechenbarkeit verloren hätte!
                                  Das hat mir sicherlich auch ein paar Aspirin am nächsten Morgen erspart! Nur, fürchte ich, bei den vielen Frauen hätten die allerhöchstwahrscheinlich auch nicht viel bewirkt! Gewiss wäre Aspirin "anstatt" auch nicht akzeptiert worden, könnte ich mir denken!

                                  Vielleicht auf ein andermal!

                                  Gruß Dieter

                                  Gar furchtbar ist des Wortes Macht, wenn man es nutzt zu unbedacht!

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                                    #57

                                    Hallo Dieter,

                                    erstmals herzlichen Dank für diese wundervollen Berichte.
                                    Wir sind im januar das erste mal auf Teneriffa und Deine berichte werden unseren Urlaub noch schöner machen.
                                    habe noch nie einen Menschen gefunden, der sich solch eine riesen Mühe für ein Urlaubsziel macht.
                                    Also noch mal vielen Dank für all die vielen Infos!!!!
                                    LG Lavdar

                                    Das Leben ist viel zu schön um zu jammern.
                                    Cape Diem Horaz

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                                      noki
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                                      #58

                                      Hallo Lavdar!

                                      Vielen Dank für die 'Blumen', aber als so ungewöhnlich sehe ich das gar nicht an!
                                      Wenn man das Glück hat viele gute und einflussreiche Freunde dort zu haben, und man ist interessiert hinter die 'Tapeten' zu schauen, und nicht nur bei Mücken, Kakerlaken, Ameisen bleiben will und darüber immer wieder seine Weisheit verstreut, dann kommt der Rest eigentlich schon von alleine in Form von immer mehr Freunden, Erkennnissen, und Möglichkeiten, die nur dadurch zugänglich werden und zustande kommen. Das ist doch in jedem Land so!
                                      Angefangen hat alles ganz klein auf Mallorca, wo ich eben diese Leute, deren Freund der Familie ich nun sein darf, kennenlernte! Nur weil ich der Tochter damals hier bei uns zu einem Studienplatz verhelfen konnte. Ich wußte nicht wer und was sie sind! Das war eben Glück! Und dann kam die große Neugierde und Begeisterung dazu, und schon ist man doch voll drin.
                                      Es ist manchmal nicht leicht gewesen sich den Lebensgewohnheiten anzupassen, man muss ihnen sehr vorsichtig und zurückhaltend begegnen, aber nur so öffnen sie sich einem ganz allmählich und vorsichtig.
                                      Sowohl die Mallorquiner als auch die Kanarier, natürlich die Spanier schlechthin, sind sehr sensibel und auch ebenso stolz. Und das beachten und bedenken die lieben Touris eben nicht! Sie kommen meistens daher wie grobe Planierbagger zu einem kleinen zarten Pflänzchen. Dann ist alles vorbei, und das für immer und alle Zeiten!
                                      Geld ist Eines, das Innere Wesen etwas Anderes!
                                      Ich hab' den anderen Weg gewählt und mehr Erfolg gehabt!

                                      Meine Gastgeber sagten einmnal zu mir, als sie bemerkten, dass ich ganz andere Interessen habe: "Wenn du ins Innere der Menschen schauen willst, dann sei sehr behutsam und wähle die sozial Schwächeren aus, denn sie sind diejenigen, die die unverfälschte Kultur bei uns noch in sich tragen und an die folgenden Generationen weitergeben, aber sie sind psychisch noch viel empfindsamer als die Anderen!"
                                      Dieser Rat hat sich als wahr bewiesen!

                                      Ich wünsche euch für eure Reise viele schöne Erlebnisse und unvergessliche Erinnerungen!

                                      Gruß Dieter

                                      Gar furchtbar ist des Wortes Macht, wenn man es nutzt zu unbedacht!

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                                        #59

                                        Ein Unfall kommt selten alleine! – Gestern noch auf stolzen Rossen, heute ……. !
                                        Wir zeigen denen mal wie man bei uns in Bayern nachts Serpentinen fährt!

                                        Dabei begann der Tag so verheißungsvoll, in einem großen Hotel (Barcelo Santiago) an der Westküste Teneriffas.
                                        Gestern Abend war es spät geworden, und die Alkoholvorräte an der Hotelbar und anschließend in einer anderen Bar gegenüber waren noch nicht erschöpft! Wenn man um die 45 Jahre alt ist, kann man sowas ab! Lauthals hatte man ja verkündet einen Mietwagen zu haben mit dem man morgen eine Rundfahrt mit einem abschließenden Casinobesuch in Las Americas machen wolle. Es würde also spät werden zum allabendlichen „Umtrunk“, der stets untermalt wurde mit germanischem, volkstümlichem „Liedergut“. Nicht schön, aber laut!
                                        Es wurde spät, auch schon mit dem Start der Rundreise! Erst am Nachmittag war dann der Alkoholpegel so weit gesunken, dass sich auch der Autoschlüssel wiederfand. Er hatte friedlich in der letzten Bar genächtigt! Aber nun sollte es losgehen! – Auf ins Casino, man gönnt sich ja sonst nichts! Meine Warnungen sehr vorsichtig zu fahren, insbesondere nachts und in den Kurven, wurden zwar gehört, aber als „Paperlapap“ abgewinkt und kommentiert. Allerdings gehörte ich ja auch nicht zu diesem erlauchten Kreis der Kampftrinker! Und als Outsider hat man zu schweigen, besonders dann, wenn man doch gar nichts weis über Teeriffa und sich doch nur tagsüber getraut Auto zu fahren. Ich wußte ja warum! 'Wir kommen aus Bayern, und sind das Serpentinenfahren von der Wiege auf gewohnt', so tönte es. 'Die hier werden uns nichts vormachen!' Nun ist die direkte Strecke nach Las Americas von Puerto Santiago eigentlich sehr gut ausgebaut und neu, also keine Probleme, - ja, wenn man sie kennt, und das bei Nacht! Es war ja noch reichlich Zeit bis zum nächsten Morgen, und deshalb könne man ja auch noch einen Umweg über Santiago del Teide machen, einer sehr schönen Strecke, - wenn man sie kennt - bei Nacht! Also ging es doch recht spät nachmittags unter viel Gebrüll und Beifall der abendlichen „Gemeinde“ im bayerisch-deutschem Fahrstil, also mit viel Gas, los gen Süden. Es war Freitag, und somit Wochenendbeginn auch für die Insulaner, und nicht einmal der 13. des Monates! Einige Gesichter des Personals, die die Show mitbekommen hatten, sahen sehr bedenklich aus.
                                        – Wenn das mal gutgeht! –
                                        Es ging nicht gut!
                                        Noch weit vor Mitternacht erhielt das Hotel einen Anruf von irgendjemandem; es seien zwei ihrer Gäste seitlich von der Straße abgekommen. Es sei nichts passiert und man hatte das Auto schon wieder auf die Fahrbahn gezogen. Ein paar einheimisch Spätheimkehrer, die von der Arbeit kamen, hatten gute Arbeit geleistet. Glück gehabt! Aber das in einer Gegend, die völlig abseits der angegebenen Route lag! Was wollten die denn dort zu so später Stunde. Hatten sie sich verfahren? Noch während der Diskussion über das Wie und Warum kam schon der zweite Anruf, aber diesmal von der Guardia Civil aus dem neuen modernen Krankenhaus in Las Americas. „Zwei Hotelgäste sind in einer Kehre von der Straße abgekommen und einen Steilhang hinabgestürzt. Wenn es geht, möge bitte jemand mit den Personalpapieren in der Poli-Klinik von Las Americas vorbeikommen, um beide Personen als Gäste des Hotels zu identifizieren, da sie beide noch bewusstlos sind und dieser Zustand auch für's Erste so erhalten bleiben solle.“ Das hörte sich überhaupt nicht gut an! Heißt es doch im Klartext: In Koma gehalten!
                                        Erwähnt werden muß hier, dass die großen Kliniken sich schon auf schwere Unfälle mt Touristenbeteiligung eingestellt haben. Überall gibt es Krankenschwestern, die gleichzeitig als deutsche Übersetzerinnen tätig sind. Die Ärzte sprechen ohnehin Englisch und oft auch Deutsch.
                                        Das war’s also vorerst mit den bayerisch-kanarischen Serpentinen-Fahrkünsten! Jedenfalls lebten sie noch!
                                        Am frühen Morgen machte ich mich, mit einer Vollmacht des Hotels versehen und einem der Saufkumpanen sowie den Pässen, der Personalausweis ist in solchen Fällen nicht besonders hilfreich, besonders dann, wenn sich das Konsulat einschaltet, im Geleit zweier Polizisten in einem Polizeiwagen auf nach Las Americas, zu schauen was da los ist. Ein alter Bekannter, Robert, der Direktor des Hotels, bat mich darum. Natürlich hatte man in der Klinik eine Blutprobe genommen, aber ich verschwieg das Gelage vom Abend zuvor in der Befragung! Es war ja sonst niemand zu Schaden gekommen, anderenfalls hätte ich das auf keinen Fall auf eine direkte Frage verschwiegen. Tut man das, geht es einem sebst an den Kragen!
                                        Es sah nicht schön aus; bis auf einige kleine Hautstellen, die zwecks besserer Identifizierung freigelegt und vergrößert worden waren, nur weißes Verbandszeug. Die können später ganz sicher einen Roman über die 1000 Meter Verbandsstoff schreiben, wenn ihnen wieder die große Klappe aufgegangen ist! Es ist immer wieder erstaunlich wie klein und hässlich doch die großen "Töner" werden, wenn sie eine Klinik betreten, und ihnen der Geruch von Desinfektionsmittel in die Nase steigt. So jedenfalls verhielt sich mein Begleiter! Er weigerte sich standhaft die OP-Bekleidung, wegen der Verbrennungen, für sterile Räume anzuziehen. Damit durfte er dann auch den Intensivraum nicht betreten, was ihn sichtlich erleichterte. Man hatte ihm wohl zu Hause allzuoft gesagt, dass das "letzte Hemd" keine Taschen hat, so wie ein OP-Kittel auch nicht! Die Kopfhaube und den Mundschutz nahm ich für ihn als Andenken mit, damit er gegenüber seinen Kumpels nicht gar so "nackt" dasteht und was erzählen kann! Glück im Unglück, war, dass es „nur“ diverse Brüche und Wirbelstauchungen, einige starke und großflächige Verbrennungen und nur geringe, keine unmittelbar lebensbedrohlichen, inneren Verletzungen, bis auf einen kleinen Milzeinriss und Leberprellungen, waren, denn der Wagen war bei dem Sturz und den Überschlägen in Brand geraten. Nun ging das Gerangel mit den Behörden los. Verwandte in Deutschland ausfindig zu machen und zu benachrichtigen, nachzuforschen ob Versicherungen bestehen, usw.. Der Autovermieter wollte sofort Geld sehen für den zurückgebliebenen Schrott, die Polizei und die Touristikbehörden in Santa Cruz waren sehr ungeduldig, und dann die Kostenübernahme für das Krankenhaus und einen evtl. Rücktransport, sollte es dazu kommen. Zwischendurch waren beide nach Santa Cruz in die Uni-Klinik verlegt worden. Das alles und mehr ist etwas, was ich keinem wünschen würde! Die Botschaft wurde automatisch benachrichtigt, sowie auch die Staatsanwaltschaft. Eine Erhebung großen Ausmaßes also.
                                        Gott sei Dank meldete sich ein Sohn aus Deutschland, den die hiesige deutsche Polizei hier ausfindig gemacht hatte und betraute einen ortsansässigen Anwalt damit. Es wurde ein langer Krankenhausaufenthalt in Las Americas und St. Cruz mit anschließendem Heimtransport.
                                        Nun, was war geschehen?
                                        Im Casino war es gar nicht das was man sich erhofft hatte, und was immer so angepriesen wird. Nein, es gefiel denen einfach überhaupt nicht. Und so entschloss man sich, nach einem letzten Glas, doch über den schon erwähnten Umweg über Santiago del Teide die Heimreise anzutreten. Mittlerweile war es dunkel geworden, aber die Straßen waren ja gut, - wenn man deren Verlauf gut sehen kann. Und überhaupt kommt ja auf diesen Nebenstrecken nur jedes Schaltjahr mal ein Auto entgegen. Soweit ging’s ja auch ganz gut, bis auf einmal die Straße weg war. Schon rappelte es und der Wagen war von der Straße abgekommen und knapp einen Meter über den Seitenstreifen gerutscht. Ein paar junge Leute haben ihn dann wieder flott gemacht, was sie eigentlich auf keinen Fall gedurft hätten! War ja alles noch gut gegangen! Nun erinnerte man sich aber an die Uhrzeit, und dass man ja noch zu dieser Stunde alle an der Bar treffen würde, um zu berichten wie großartig man diese läppischen Kurven gemeistert hätte! Da sollten die erst mal nach Bayern kommen um wahre Serpentinen kennenzulernen! Jetzt musste aber richtig Gas gegeben werden, so kurz vor der Bar. – Und schon war die nächste Kehre da, ohne Seitenbegrenzung und mit viel Schotter auf dem Seitenstreifen, in dem kein Reifen mehr greift. Es war eine kleine Ausweichbucht. Die Scheinwerfer leuchteten ins Leere, und dann ging alles ganz schnell und ..... abwärts. Der Wagen überschlug sich ein paarmal und landete auf einem Felsvorsprung tief unten.
                                        Einige Bewohner in der Umgebung hörten den dumpfen Knall und sahen auch schon Feuer, wie sie behaupteten. Sie müssen es auch gewesen sein, die beide aus dem Wrack befreit haben, denn bis dort ein Krankenwagen oder die Polizei hinkommt, vergeht eine ziemlich lange Zeit.
                                        Wie beide den Transport von ca. 35 bis 40 Km nach Las Americas überlebt haben, ist mir heute noch schleierhaft, denn die Ambulancias haben generell keinen Notarzt an Bord, noch haben die Fahrer und Beifahrer eine ordentliche Ausbildung als Unfallhelfer oder gar Sanitäter. Eigentlich brauchte man auch nur einen, der zweite ist wie ein Strohmann nur zum tragen der Trage da! Weit und breit ist außer Las Americas keine Klinik für schwere Unfälle. Die kleinen privaten Kliniken, sind oft nur etwas mehr als große Praxen. Und das auch noch Freitag Nacht!?

                                        Sie haben es überlebt, die Serpentinen-Schumis; es ist eben doch nicht ganz so wie hierzulande!
                                        Ein Rattenschwanz von Anspruchsstellern mit einer Unmenge Papier folgte dem ganzen. Gott sei Dank klnkte das Konsulat sich ein.
                                        Nun glaubt mal ja nicht, dass der Rest der Clique schweigsamer geworden wäre! Keinem von denen wäre sowas je passiert, - nie im Leben! Schließlich fahren sie ja in Bayern tagtäglich Kurven! Das muss unbedigt und ganz alleine am Auto gelegen haben, denn Fremdeinwirkung war ja auszuschließen! Die vorsichtge Erwähnung der Saufgelage und nicht angepasster Fahrweise brachten nur höchten Ärger ein. Und damit war die Sache erledigt und abgetan, jedenfalls für sie!
                                        Eigentlich sollte jedem bekannt sein, dass Teneriffa ein einziges Gebirge ist, das jedoch ganz anders geartet ist als unsere Alpen! Demzufolge sind auch die Straßen anders an die Gebirgsformationen angeglichen!
                                        Weiß man das nicht, so kann es einem leicht zum Verhängnis werden, zumal auch die Sicherheitsvorkehrungen z. B. der Straßenränder teilweise an andere Erfordernisse angepasst sind.
                                        Es ist nur ein Appell an alle die Gäste, die dort mt einem Auto unterwegs sind, sich und ihre Fähigkeiten nicht zu überschätzen, und anderen nachzueifern. Die Einheimischen kennen sich besser aus!
                                        Die Spitzkehren dort sind eben doch ganz anders, zumal in der Dunkelheit!
                                        Darum nehmt euch Zeit und nicht das Leben; man hat nur eines.

                                        "Wenn du einmal tot bist, hast du einen sehr wichtigen Teil deines Lebens verloren." (Brook Shields)

                                        Gruß Dieter

                                        P.S. Es gibt hier ein Foto eines Autos, dass auch versucht hat die Kehren abzukürzen bei einer ähnlichen Situation. Nur hat es nicht gebrannt. Allerdings entstand es auf Mallorca im Gebirge auf der Strecke Lluc - Inca.

                                        Titel: Schrott durch Leichtsinn!
                                        Fotorubrik: Lluc
                                        Bild ID: 10 98 33 68 58

                                        Eine Mahnung für jeden!

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                                        Gar furchtbar ist des Wortes Macht, wenn man es nutzt zu unbedacht!

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                                          #60

                                          Was hat ein Schneemann am Teide zu suchen?

                                          Eigentlich versprach es ein schöner Tag zu werden, so jedenfalls sah es zu seinem Beginn am frühen Morgen aus. Ein schöner Sonnenaufgang und wolkenloser Himmel, zumindestens das was davon in der Dämmerung schon zu sehen war. Ganz so früh war es nun nicht mehr, denn immerhin war es Januar auf Teneriffa im Tal von La Orotava! Hier hatte ich ein Wochenende bei Freunden verbracht, und plante nun auf der Heimfahrt Richtung Erjos - El Taque, das liegt im Nordwesten der Insel, über die Cañadas am Teide vorbei zu fahren, um eine Reservierung im Parador noch rasch zu erledigen. Ein kurzes Frühstück, und los ging’s. Morgenstund‘ hat bekanntlich Gold im Mund! Auf jeden Fall war die Fahrt in diesen frühen Stunden durch die ausgedehnten Wälder hoch zum Teide ein einmaliges, wenn auch stark nebeliges Erlebnis. Ganz alleine auf der Straße, alle Tiere incl. der Ziegen längs der Strecke noch schlaftrunken und in des Wortes genauester Bedeutung be- und umnebelt. Die Wolkenschwaden zogen schleierhaft durch die Bäumen, die mit ihrem langen Behang von Farnen und ganz langen Algenbärten wie Gespenster aussahen und immer wieder aufs Neue von den Wolken verschluckt wurden. Noch waren die Frühaufsteher aus anderen Gegenden nicht unterwegs in Richtung Puerto de la Cruz zum Loro-Parque, oder hoch zum Teide, denn sonst kennen sie ja nichts anderes! Jedenfalls die wenigsten. Bestenfalls wissen viele noch, dass Teneriffa eine Vulkaninsel ist, und man 4 bis 4 ½ Stunden bis nach Hause fliegt. Die Getränkepreise, die sind ihnen aber geläufig! Wenn das erst los geht, im Winter zu späterer Stunde, dann ist es aus mit der Ruhe und der Einsamkeit. – Nun verstehe ich auch diejenigen gut, die sich ganz abseits in den Bergen sesshaft gemacht haben!
                                          – Die Passatwolkendecke, die hoch zu den Cañadas zog, war ziemlich dick. Das wird sich bald ändern, wenn die Sonne höher kommt – und die Touristen in diese Stille einfallen. Nur die Ziegenhirten mit ihren Tieren waren schon unterwegs zu den kargen Weiden hoch oben außerhalb des Schutzgebietes. Da kann ich doch vielleicht …...? …….. Ich versuch es einfach mal! Und schon ging der Hirte zur Sache und verschaffte mir eine Schale Milch, frisch aus der Produktionsquelle, obgeich doch erst vor kurzem "abgetankt" worden war. Ein Stück ganz frischen Käse holte er auch aus seinem Beutel. Hoffentlich geht das gut, denn beides ist sehr fett!
                                          Nun war ich schon am Rande des Plateaus kurz vor dem Eingang zum Nationalpark am Mna. del Alto de Guamasa, genau dort, wohin die Ziegenherde auch strebte. Nur brauchten sie keine langen Straßen-Schleifen zu laufen, sondern geradewegs hoch, deswegen begegneten wir uns immer wieder, woraus jedesmal eine neue Begrüßung und ein Abschied wurde. Natürlich hatten sie „Vorfahrt“ auf der Straße und beim Überqueren. Das war sehr lustig, und dem Hirten bereitete es auch Spaß!

                                          Was mich etwas verwunderte, war der eiskalte Wind dort oben und kein Wolkenkranz rings um den Gipfel des „Vater Teide“. Aber andererseits entsteht der auch erst, wenn es am Fuße schon sonnenerwärmter ist; dann ist es hoch über dem Pico sehr kalt. Der Wolkenkranz, der sich dann bildet, sieht aus wie ein Ring, den ein Raucher produziert hat, mit auch genau der gleichen Dynamik. Was ist damit gemeint, mit der Dynamik? Nun, ein Raucher bläst den Rauch gleichmäßig um seine zugespitzte Zunge und die gerundeten Lippen stoßweise aus. Dadurch bildet sich ein noch kleiner Ring, der davon wandert und dabei größer wird. Beinahe sieht er aus wie ein aufgeblasener Schwimmreifen, der in sich um die Umfangachse der halben Ringdicke rotiert, also beim Schwimmreifen wäre das die Rundachse im Inneren des Ringes bei dem halben Durchmesser der Dicke. Dieser Rotationswirbel hält den Ring zusammen. Mathematisch heißt ein solches Gebilde einen Toroid. Und genau das passiert mit der Wolkenbildung um oder über dem Gipfel des Teide auch. Die wärmere Luft steigt an den Berg-Flanken hoch und kühlt sich ab. Dabei bilden sich Kondenswolken aus der enthaltenen Luftfeuchtigkeit. Der fast kreisförmige Querschnitt des Teide ist gleichsam die Zunge des Rauchers. Erst beim Aufstieg kommt die Eigenrotation des Ringes ganz automatisch nach den Gesetzen der Physik hinzu und versucht den Toroid zusammenzuhalten. Die Thermik hält ihn dann ortsstabil über dem Teide. An manchen Tagen steht ein solcher Reifen den ganzen Tag über dort oben. Es ist eigentlich immer ein gutes Zeichen. Man sagt dort auch: Heute wird das Wetter gut, der "Vater" Teide hat seine Krone aufgesetzt!
                                          Nun war die Sonne aus der Ebene hoch gekommen, aber was war das? Sie brachte sehr rasch Wolken mit, die in Minuten alles unter uns in eine weiße Decke hüllten. Der Wind erhob sich zu einem anwachsenden „Stürmchen“,... - noch -! Bald darauf war der Kraterkessel der Calderas eine einzige weiße wirbelnde Suppe. Das ging alles sehr schnell, und die Leute, denen ich begegnete, waren schon sehr aufgeregt. Die großen Gasthäuser am Eingang zu dem Naturschutzgebiet brachten in aller Eile ihr Gestühl in Sicherheit, das sie noch vor ein paar Minuten in Erwartung der Gäste platziert hatten.
                                          Ein Wettersturz, plötzlich und unvorhergesehen, so extrem wie ich ihn noch nie zuvor erlebt hatte!
                                          Nun wurde es auch für mich Zeit ein festes Dach über dem Kopf zu erreichen! Nur keinen Fehler begehen und aufs Gaspedal drücken; man sieht ja keine 3 Meter mehr was vor einem geschieht. Ich erreichte mühevoll den Parador, in den sich schon viele Besucher der Los Roques, der gegenüber befindlichen Felsformationen, die auf der Spitze zu stehen scheinen, geflüchtet hatten. Selbst die Ranger waren schon da. Im Radio hörten wir die Unwetterwarnungen, nicht zum Teide hoch zu fahren, da evtl. die Zufahrten wegen eines Wettereinbruches demnächst gesperrt werden würden.
                                          Der Sturm war stark angewachsen und es begann zu schneien, erst sanft zur Eingewöhnung, dann sehr heftig und ergiebig als Pulverschnee.
                                          Nein, das hatte wahrlich nichts mehr mit Schneeromantik oder einem fast subtropischem Klima zu tun, schon gar nicht mit einer Varianten von Apres-Ski! Wer jetzt am Berg ist, hat sehr schlechte Karten!

                                          Schlimm war das Gejammere der steckengebliebenen Gäste, die völlig aufgeblasen und hilflos waren in ihrer leichten, sommerlichen Freizeitbekleidung, ähnlich denen, die versuchen derart den Teide zu besteigen. Natürlich gab es nur eine unzureichende Heizung und einen Kamin, und natürlich war es kalt, sogar bitterkalt! Es wurden Decken für die Kinder ausgegeben, um die sich die Erwachsenen dann lauthals und grob stritten und rauften, denn die Kinder sagten ja nur leise dass sie frieren. Da schritten die Ranger mit ein paar Machtworten ein, und schon war die Sache zum Vorteil der Jüngsten geregelt, zwar mit viel Protest und Gemaule, aber immerhin. Am liebsten hätte ich manche Erwachsenen alle miteinander nach draußen gejagd, aber ohne Decken.
                                          Und es nahm kein Ende; der Schnee häufte sich zu Wehen, soweit man etwas sehen konnte. Die Straßen waren längst gesperrt für Privatfahrzeuge. Es war Mittag geworden, bei starkem Schneetreiben auf einer der wärmsten Inseln Spaniens! Warme Getränke und Suppen wurden ausgegeben, zum Nulltarif, wie es sich für eine staatliche Herberge gehört, und dennoch waren die Leute völlig ausgeflippt und teilweise sehr beleidigend gegenüber dem Personal. Es wurde getan was möglich war, zaubern konnten sie auch nicht! In meinem Auto waren noch warme Kleidung und ein paar Decken, die ich im Teidegebiet immer dabei habe, die holte ich unter viel Beschimpfungen und Gepöbel noch herein und verteilte sie persönlich und direkt an einige Kinder und eine schwangere Frau. Es hieß abzuwarten ob sich das Wetter wieder auf seinen Normalzustand besinnt. – Schließlich sind Frau Holle und Herr Petrus ja auch schon ganz schön alt. Da kann sowas schon mal passieren, dass die Hebel verwechselt werden!

                                          Was mich so sehr befremdet hat, war die Rat- und Hilflosigkeit der meisten Schutzsuchenden gegenüber einem unerwarteten Ereignis und in dieser Situation. Sie geraten völlig außer Kontrolle. Das Gehirn ist abgeschaltet, es reagieren fast nur noch die genetisch fest programmierten Instinkte. Ein beinahe animalisches Verhalten in seiner Triebhaftigkeit, hervorgerufen durch einen Auslösemechanismus in der Form eines unverhofften Ereignisses mit dem Namen: Schnee!!!! Das ist sehr bedenklich, und im Ernstfall für alle sehr gefährich! - Gott bewahre mich davor mit solchen Leuten alleine auf einer Wanderung in eine ungewöhnliche Situation zu geraten!

                                          Als wenn die Frau Holle es geahnt hätte was hier los ist, hörte sie nach einigen Stunden auf mit dem Bettenschütteln. Nur noch ganz ‚leise rieselte der Schnee‘, und dann war es eine „hörbare“ Stille. Kein Sturm, kein Schnee mehr, und die Wolken verzogen sich fast so rasch wie sie aufgekommen waren. Nun aber alle raus und einen Schneemann bauen, damit die Glieder wieder warm werden. Erst wollte es nicht gelingen; der Schnee war zu trocken und zu pulverig, aber dann taute die Sonne ihn an und es entstand ein wunderschöner Teide-Schneemann, so wie die Herberge ihn noch nie gesehen hatte! Es war aber noch sehr kalt.

                                          Langsam verkrümelten sich die ersten zu ihren Autos, ganz still und heimlich ohne ein kleines Wort des Dankes an das Personal. Wir kamen nun endlich zum geschäftlichen Teil, zu dem ich eigens hier her gefahren war. Draußen auf den Straßen waren die eiligst umgebauten Unimogs mit ihren Schiebern noch voll im Einsatz; es wird wohl noch Stunden dauern! Aber die Sonne schaffte weit mehr als alle Schneepflüge zusammen, und so konnte ich dann fast noch vor Einbruch der Dunkelheit in den unteren Regionen über den westlichen Ausgang der Calderas in Richtung Santiago del Teide heim fahren. Wer jetzt dort oben keinen ausreichenden Sonnenschutz hat, der kann sicher in kurzer Zeit mit einem kräftigen Sonnenbrand und Verbrennungen der Haut rechnen!

                                          Man hatte sich um mich keine Sorgen gemacht; da gab es schon weit andere Situationen, die zu meistern gewesen waren.
                                          So tückisch kann es in gut 3000 Metern Höhe manchmal sein! Jeder Bergwanderer weiß das, und er weiß auch wie man sich verhält und was zu tun ist!

                                          Unten, an der Küste, war man nur per Radio informiert worden, sonst war alles normal, nur dass es an diesem Vormittag keine Sonne gab! Auch das war natürlich sehr zu bedauern und ärgerlich!
                                          Nur schade, dass alles nur so kurz und ganz harmlos war! Sonst ist es immer so deutlich zu sehen, wie doch so mit der Zeit, in schlimmeren und kritischeren Situationen, die Arroganz und Hysterie der eben noch so großspurig tönenden Männer und Frauen sich so langsam und still in Hilflosigkeit und Resignation umwandelt. Sie werden ganz klein, brav und folgsam! Denn sie wissen ncht was sie tun, und wie sie sich verhalten sollen, sie sind einfach nur chaotisch und somit unberechenbar! Genau das ist aber die große Gefahr, nicht nur für sie selbst!

                                          Der Himmel möge mich davor behüten, jemals mit solchen Leuten eine Wanderung machen zu müssen. Die sind allesamt bestenfalls für eine Wanderung durch ein Kaufhaus geeignet, selbst auch dort dürfte nichts Ungewöhnliches dazwischen kommen, beisielsweise ein Stromausfall, dann verfallen sie sofort in hilflose Panik!

                                          Gruß Dieter

                                          Gar furchtbar ist des Wortes Macht, wenn man es nutzt zu unbedacht!

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