Hallo zusammen,

ich möchte gerne unsere Erfahrungen mit Gebeco mitteilen und antworte nun hier, da die gängigen Plattformen Bewertungen von der Zeichenanzahl limitieren und zensieren.

Wir haben vom 13.03. bis 02.04. die Reise "Glanzlichter Vietnam und Kambodscha" gemacht. Bereits bei der Ankunft in Hanoi wurden wir vom örtlichen Reiseleiter, Thanh Son Nguyen, zur Begrüßung in radebrechendem Deutsch angemeckert, dass wir draußen gewartet haben, er habe uns gesucht. In den Reiseunterlagen von Gebeco steht expressiv verbis „Ihre Reiseleitung wird Sie außerhalb der Ankunftshalle des Flughafens beim Ausgang A1 in Empfang nehmen.“ Eben dort haben wir gestanden. Abgesehen davon, waren wir trotzdem nicht zu spät, sondern es verblieb noch eine gute halbe Stunde bis zur angekündigten Treffzeit. Dieses Erlebnis ist symptomatisch für den weiteren Reiseverlauf und das Verhalten der wechselnden Reiseleiter: 

-              Programm wurde nicht transparent gemacht: Es gab keinerlei Informationen über den genauen Tagesablauf. Vielmehr hatte man den Eindruck, die Reiseleiter machen alles so wie es am besten in ihren Tagesplan und Geldbeutel passt. So wurden Umwege gefahren, um irgendwelche Verkaufshallen zu besuchen, was als Kennenlernen örtlichen Handwerks vermarktet wurde oder erst gar nicht im Reiseplan von Gebeco enthalten war. Wir hatten uns zu fügen, Nachfragen wurden praktischerweise aufgrund der mangelnden Sprachkenntnisse nicht verstanden.

-              Die sprachlich qualifizierte Reiseleitung besaß de facto maximal Sprachniveau A2 ergänzt um einzelne Fachwörter aus dem C1-Wortschatz, die sich aber zwangläufig aus dem zu vermittelnden Inhalt ergeben. Es war eine großenteils unzumutbare Aneinanderreihung von Nomen und Adjektiven ohne jegliche Grammatik und mit großen Aussprachedefiziten. Auf Verben wurde überwiegend einfach ganz verzichtet. Um nur einige Beispiele zu nennen: „Hier viel Amerika“, „Tiefe tief, Breite breit“, Haufrau, Eisenholz. Die einzige sprachliche Ausnahme machte Reiseleiter Khan, der allerdings nicht im Programm steht. 

-              In Hue gab es drei verschiedene Reiseleiter, von denen nur einer im Programm stand, Ngo Dinh Ngoc . Dieser hat dann das Programm von zwei Tagen in einen Tag gepresst, so dass wir in der prallen Sonne durch die Grabanlagen sowie die Kaiserstadt getrieben wurden. Ich wähle bewusst dieses Verb, denn wir hatten widerspruchslos dem Reiseleiter zu folgen bzw. um ihn herumzustehen. Unsere Wünsche nach Schatten, Pause, Essen, Trinken und Toilette wurden im besten Fall abfällig kommentiert, im schlechtesten einfach ignoriert, sodass wir uns schließlich einfach separiert und zur angegebenen Zeit am Bus gewartet haben. Der Reiseleiter am folgenden Tag, Khan, war eine sprachlich erfreuliche Ausnahme. Die Funktion der dritten Reiseleiterin am Abflugtag ist unklar. Außer Begleitung im Bus hat sie nichts gemacht.

-              inkludierte Mahlzeiten: Hier musste gegessen werden, was auf den Tisch kam. Generell gab es nur Set-Menüs, meistens waren die Essen so geplant, dass man einige Stunden nach Ende des Tagesprogramm irgendwo hingefahren wurde, ohne dass vorher – trotz Nachfrage – mitgeteilt wurde, wohin und was es zu essen gab. Wir haben uns hier abgesondert, weil wir die Zeit lieber in den jeweiligen Städten und für uns genießen wollten mit Essen nach unseren Wünschen. Das wurde jedes Mal dramatisiert und bedurfte mehrerer Wiederholungen, dass wir nicht mitkommen möchte. Ein Nein akzeptierten die Reiseleiter grundsätzlich nicht – zumindest nicht beim ersten, zweiten, dritten Mal. 

Vom Essen an Board des Schiffes konnten wir uns leider nicht separieren, denn es gab keine Alternative anderweitig irgendetwas zu essen. Wieder handelte es sich um ein Set-Menü, das in Einzelteilen serviert wurde. Jeder Bestandteil wurde separat geliefert, als seien es verschiedene Gänge. Bis zum Reis – der das einzig genießbare war – mussten wir eine knappe Stunde warten. Ansonsten wurde allerlei Undefinierbares, wahlweise totfrittiert oder nur aus Fett bestehen, Geschmackloses oder Überpfeffertes geboten. Insgesamt billiges, schlechtes Kantinenessen. Zum Frühstück gab es auch wieder ein Set-Menü mit ähnlichen Speisen. Eine gute Gelegenheit zu fasten.

Das Abendessen in Hue, das wir im Vorfeld abgesagt hatten, wurde auf Wunsch der anderen vier Mitreisenden auf Mittag verschoben, was wir erst erfahren haben, als wir an einem Restaurant irgendwo im Nirgendwo abgesetzt wurden und der Reiseleiter meinte, wir sollten uns jetzt dahin sitzen und warten, bis die anderen gegessen hätten. Das Restaurant war nur 10 Minuten mit dem Bus vom Hotel entfernt. Hier wäre das Angebot, uns dann zum Hotel zu bringen, angemessen gewesen. Erst als wir darauf bestanden haben, unsere Koffer zu bekommen, weil wir selbständig mit einem Taxi ins Hotel fahren wollten, anstatt zwei Stunden im Restaurant zu sitzen, wurden wir, freilich nicht ohne dramatische Einlage des Reiseleiters, schlussendlich mit unserem Minibus zum Hotel gefahren. Die angekündigten Probleme beim Check-In aufgrund der Uhrzeit gab es nicht. 

-              An den Tagen, wo kein Essen inkludiert war, wurde uns keine Möglichkeit gegeben mittags etwas auf eigene Kosten zu essen; es wurde aber auch nicht vorab kommuniziert, dass es nach dem Frühstück bis abends keine Gelegenheit mehr zum Essen gäbe. Zeit wäre mehr als ausreichend vorhanden gewesen. Diesbezügliche Anmerkungen wurden ignoriert. Hier war natürlich die fehlende Sprachkenntnis äußerst praktisch, um einfach so zu tun, dass wir nicht verstanden wurde.

Der Höhepunkt war dann, als wir zwei Stunden auf die Fähre nach Phu Quoc warten mussten, wir aber bei einer Toilettenpause angeblich nicht ausreichend Zeit gehabt hätten, in dem Restaurant etwas zu essen. Wir sollten uns stattdessen bei einheimischen Marktständen Obst oder Kekse kaufen. Offensichtlich wollten Reiseleiter und Fahrer früher zurück nach HCMC fahren.

-              Wartezeiten, Leerzeiten und „Beschäftigungstherapie“: Wir waren nur 6 Personen, was uns anfangs sehr gefreut hat. Allerdings wurde das Programm nicht auf diese Kleingruppe angepasst. Vielmehr bestand ein großer Teil des Tages aus Rumsitzen und ausgedehntem Warten auf Bus/Fähre/Einlass/Kartenkaufen etc., Aktivitäten ausdehnen (z. B. wurden in einem Café, wo wir angeblich etwas über Kaffee lernen sollten, aber außer zig Getränken nichts geboten wurde, immer wieder neue Getränke gebracht, um Zeit zu schinden) und Anfahren von Verkaufshallen mit Perlen, Seidentüchern, Bonbons und dergleichen, wo wir dann plötzlich sehr viel Zeit zur freien Verfügung bekamen. Die frühen Aufstehzeiten stehen in keinerlei Relation mit dem gebotenen Programm, was größtenteils aus Herumfahren und wartend Herumsitzen bestand.

Ebenso wurden wir immer ziellos durch die Gegend gefahren, wenn es darum ging, im Hotel einzuchecken. Angeblich seien die Zimmer nicht fertig gewesen. Bei jeder sich bietenden Gelegenheit haben wir uns von dem Zeitschindenprogramm getrennt und sind selbständig ins Hotel gegangen. Unsere Zimmer waren immer verfügbar.

-              Reiseleiter: weit entfernt von sprachlich qualifiziert (siehe oben), unhöflich (Beispiel: auf die Bitte, die Klimaanlage, die auf höchster Stufe stand, auszuschalten, wurde entgegnet „Bus hält gleich“ und Klimaanlage blieb an), respektlos, insbesondere Reiseleiter Manh (Beispiel: beim Aushändigen der Tickets „Sag Danke.“, „Sag ein Wort: Danke.“), unflexibel, unwillig (siehe Beispiele oben). 

-              Der Minibus war eine Zumutung angesichts der Straßenverhältnisse und Fahrweise. Es war stundenlanges reinstes Geruckel aufgrund der schlechten Straßenverhältnisse sowie des „sportlichen“ Fahrstils des Busfahrers bis zur Übelkeit

Grundsätzlich herrschte eine Attitüde vor, dass wir nicht zahlende Kunden sind, sondern dankbar sein sollen, diese Reise machen zu dürfen. Den eigenen Willen haben wir offenbar bei Buchung abgegeben. Die gesamte Reise ähnelte einem Schulausflug mit dem örtlichen Kader, bei dem wir dankbar sein sollten, dass wir mitkommen durften. Es stellt sich generell die Frage, ob Gebeco überhaupt weiß, was die Reiseleitung vor Ort macht und ob diese wiederum weiß, was das Programm ist.

Auf Phu Quoc haben wir uns dann entschlossen, die Reise nicht weiter mitzumachen, sondern auf unsere zusätzlichen Kosten den dortigen Aufenthalt zu verlängern und direkt von dort nach Hanoi für den Heimflug zu fliegen. Die schnelle Reaktion und Stornierung des Flugtickets von Kambodscha nach Hanoi auf unsere Kosten seitens Gebeco ist der einzig positiv anzumerkende Aspekt. Ebenso positiv zu erwähnen ist das Essen im Gemüsedorf, das wir teilweise selber zubereitet haben. Ansonsten sind unsere persönlichen Glanzlichter die Momente, wo wir uns gegen die Reiseleiter durchgesetzt haben und statt Verkaufstour oder Abendessen stunden nach Ende des Tagesprogramms unsere eigenen Wege gegangen sind, z. B. mit einem über tripadvisor gebuchten Kochkurs in Hanoi.