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Reisen im Wandel der Zeiten

Geplant Angeheftet Gesperrt Verschoben Allgemeine Fragen
20 Beiträge 10 Kommentatoren 6.6k Aufrufe
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  • Lilian1507L Offline
    Lilian1507L Offline
    Lilian1507
    schrieb am zuletzt editiert von
    #1

    Fehlt manchen Reisen heutzutage nicht der kleine Hauch von Abenteuer? Bleiben nicht gerade die Reisen in besonders lebhafter Erinnerung, die vielleicht nicht ganz so perfekt liefen?

    Heutzutage würde ich sicher auch nicht mehr per Bahn durch halb Europa fahren, um dann irgendwo zu zelten. Schön war’s trotzdem!

    Heutzutage würde mein Vater sicher auch nicht mehr per Bus, Schiff und Zug nach und durch Ägypten fahren. Ich höre trotzdem immer wieder gerne die Geschichten von seiner Ägyptenreise anno 1963.

    Früher waren Flugreisen purer Luxus, heute ist fliegen manchmal die günstigste Art zu reisen.

    Meine Eltern fanden vor einer Weile alte Reiseunterlagen meiner Großeltern. Im Mai 1937 unternahmen sie beispielsweise eine Kreuzfahrt von Hamburg bis nach Norwegen. Für damalige Zeiten sicher ein ziemlich exklusives Vergnügen. Bei den aufgetischten Speisen gäbe es heutzutage allerdings todsicher unendlich viele Rückforderungen – hier mal die Speisenfolge für Sonnabend, den 8. Mai 1937:

    *Frühstück:*Griesbrei, Hamburger Rundstücke, Butter, Marmelade, Kaffee, Tee, Schokolade
    Mittagessen: Kraftbrühe mit Gemüse und Nudeln, gekochte Rinderbrust, Meerrettichtunke, Rote Beete, Brühkartoffeln
    *Nachmittags:*Kaffee, Tee, Marzipan-Roulade, glasierter Butterkuchen
    *Abendessen:*Schweinskarbonade, Krautsalat, Kartoffeln, Käse, Weißbrot, Graubrot, Schwarzbrot, Butter, Tee
    *Um 21.30 Uhr:*Belegte Butterbrote

    Immerhin gab es Abendunterhaltung, beispielsweise „Die göttliche Jette“ im Bordkino, Vortrag „Norwegen, Land und Leute“ oder den Bayrischen Bierabend...

    Wie sieht’s bei Euch aus? Habt Ihr besonders schöne Urlaubserinnerungen aus den vergangenen Jahrzehnten? Ging’s mit der vollbepackten Familienkutsche an die Adria oder an die Ostsee? Seid Ihr froh, dass Reisen viel komfortabler und viele Reiseziele auch günstiger geworden sind? Oder denkt Ihr doch manchmal wehmütig an vergangene Zeiten zurück? Habt Ihr noch aufregende Urlaubsgeschichten von Euren Großeltern im Kopf? Vielleicht gibt es auch jemanden unter Euch, der eine Reise nach zehn oder mehr Jahren wiederholt hat und nun Vergleiche ziehen kann.

    Ich bin gespannt auf Eure nostalgischen Rückblicke! Jede Wette, dass es unter den Usern ganz abenteuerlustige Gesellen gibt...

    😄

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    • Alexa33A Offline
      Alexa33A Offline
      Alexa33
      schrieb am zuletzt editiert von
      #2

      Lilian1507 wrote:
      Fehlt manchen Reisen heutzutage nicht der kleine Hauch von Abenteuer? Bleiben nicht gerade die Reisen in besonders lebhafter Erinnerung, die vielleicht nicht ganz so perfekt liefen?

      Hm, ich verstehe nicht ganz, warum man den Hauch von Abenteuer heute nicht mehr haben sollte?
      Der ist doch sehr einfach, risikolos und oft auch günstig zu haben, z.B.
      Im Gastland Bus, Bahn, Taxi oder Fahrrad fahren.
      In einer fremden Stadt drausloslaufen, ohne Stadtplan, und sich durchfragen.
      Einmal draussen, im Zelt, in einer Strandhütte, unterm Sternenhimmel übernachten.
      Eine Kirche/Moschee/Synagoge/Tempel im Gastland zur Gebetszeit/Gottesdienst besuchen.

      99% der Urlauber in diesem Forum wollen es lediglich nicht, stattdessen werden die Abenteuer mit enormen, ressourcenfressendem Aufwand künstlich geschaffen: Quads, Bananaboat, Riesenwasserparks, Bootsfahrten, Ballonfliegen, Kitesurfen, etc.
      Naja, wem's Spass macht. Kostet halt viel Geld.

      Meine spannenderen Reiseerlebnisse stammen alle aus der Gegenwart und waren nicht teuer: U-Bahnfahren in Kairo (im Frauenwagen, Zootiergefühl inklusive), Bahnfahren in Marokko (Stationen werden nicht durchgesagt, als Fremder muss man sich durchfragen, wo man raus muss), allein mit Beduinen auf dem Sinai unterwegs, mehrfach im Gassengewirr einer Medina verlaufen und mit Hilfe dubioser Führer dann doch die gesuchte Ecke gefunden, unzählige Taxifahrten in halbkaputten Gefährten mit in jeder Hinsicht interessanten Erlebnissen (lautstarke Streits um den Fahrpreis, ein zahnloser Alter der mich freudestrahlend mit „Heil Hitler“ begrüßte, viele Gespräche über deutschen Fußball....).

      Ist ganz einfach, man muss bloss seinen Entdeckergeist (wieder) beleben.

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      • Lilian1507L Offline
        Lilian1507L Offline
        Lilian1507
        schrieb am zuletzt editiert von
        #3

        Alexa33 wrote:
        99% der Urlauber in diesem Forum wollen es lediglich nicht, stattdessen werden die Abenteuer mit enormen, ressourcenfressendem Aufwand künstlich geschaffen: Quads, Bananaboat, Riesenwasserparks, Bootsfahrten, Ballonfliegen, Kitesurfen, etc.
        ....
        Ist ganz einfach, man muss bloss seinen Entdeckergeist (wieder) beleben.

        Gerade Deinem letzten Satz stimme ich 100%ig zu!

        Aber ich glaube gar nicht, dass 99% der Urlauber freiwillig auf das "Abenteuer" verzichten. Ich denke, dass viele der heutigen "Pauschal-Bequem-Urlauber" - zu denen ich mich auch manchmal zähle, aber nur manchmal 😉 - einfach zu bequem geworden sind, eine Reise oder auch nur einen Ausflug mal selbst zu organisieren.

        Ich bin mir eigentlich ziemlich sicher, dass ganz viele Urlauber in ihren "jungen Jahren" Reisen unternommen haben, die spannend und aufregend waren. Heute bucht man dann aber das "All-Inklusive-Rundum-Wohlfühl-Paket", um die kostbaren Urlaubstage optimal auszunutzen und um ja nicht enttäuscht zu werden.

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        • Alexa33A Offline
          Alexa33A Offline
          Alexa33
          schrieb am zuletzt editiert von
          #4

          Ich hab nicht den Eindruck, dass das mit "jungen Jahren" zu tun hat.
          Hier sind ja auch viele junge Leute, die genausowenig abenteuerlustig sind wie ihre Eltern und Großeltern.

          Ich treff dagegen immer wieder Rentner, die wochenlang herumreisen, Ehepaare, Vater-Sohn- oder Mutter-Tochter-Gespanne.
          Auch Familien mit Kindern jeden Alters, und die Kinder sind erstaunlicherweise stets recht fidel, auch ohne Poolandschaft, Animateurteam und organisierte Bespassung.

          Was das nicht-enttäuscht-werden bei einem Rundum-Sorglos-Paket betrifft, so bekomme ich hier im Forum den Eindruck, dass gerade diese Buchungen das größte Enttäuschungspotential überhaupt bergen:
          Man will 100%, bekommt natürlich doch nur 80% und ist extrem frustriert, weil man sich durch 300 Hotelbewertungen geackert und trotzdem nicht das "Optimale" erwischt hat.
          Und dann verplempert man ne Menge der schönen Urlaubszeit damit, sich zu ärgern, die Mängel zu fotografieren oder sich beim Reiseleiter zu beklagen, na, danke.

          Als "Abenteuerurlauber" dagegen kalkuliert man ein gewisses Level an Frustmomenten (unpünktliche Busse, schmuddlige Hotelzimmer, zweifelhaftes Essen) vorher ein = keine Enttäuschung.

          1 Antwort Letzte Antwort
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          • gastwirtG Offline
            gastwirtG Offline
            gastwirt
            Gesperrt
            schrieb am zuletzt editiert von
            #5

            Bis zum aufstehen bleibt mir leider wenig Zeit! ich finde Lilians Beitrag klasse und werde eigene Erlebnisse dazu stellen! Versprochen! bis bald Marcel

            1 Antwort Letzte Antwort
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            • UteEberhardU Offline
              UteEberhardU Offline
              UteEberhard
              Gesperrt
              schrieb am zuletzt editiert von
              #6

              Mit 18 Jahren, gerade den frischen Führerschein in der Tasche, mit einem Renault R 4 von Deutschland, durch Österreich, 4 Wochen lang, bis in den Süden von Jugoslawien. Übernachtet wurde im Zelt, Lebensmittel wurden unterwegs gekauft. Bei einem mehrtägigem Aufenthalt auf der Insel Rab, stellt uns der Besitzer der Wiese auf dem unser Zelt stand, jeden Morgen eine Flasche Rotwein und frische Feigen vor das Zelt.

              Obwohl wir schon 18 Jahre alt waren, hatten die Eltern zu Hause immer noch große Sorgen. Jugoslawien war weit weg und dem damaligen Ostblock zugehörig.
              Es gab keinen Mobilfunk und nur mit großem Glück fallweise eine Telefonat nach Hause. Die Verbindung war schlecht, das Telefonat musste vorher angemeldet werden.

              Was ist als Erinnerung geblieben. Ein Hauch von Abenteuer und viele sehr nette Menschen. Nichts, aber auch nichts, ist negativ in Erinnerung geblieben.

              Es war einfach schön und vermisst haben wir nichts. Im Gegenteil, wir haben viel bekommen. Und Land und Leute intensiv kennengelernt.

              Gruß

              Hans

              Kapitalanleger, kommst Du nach Liechtenstein, tritt nicht daneben, tritt mittenrein.

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              • steviederdreherS Offline
                steviederdreherS Offline
                steviederdreher
                schrieb am zuletzt editiert von
                #7

                Die Entwicklung von jung zu älter spiegelt sich auch in der Reisen wieder.

                In jungen Jahren hat man Reisen gemacht, die abenteuerlich und günstig waren
                Asien mit Rucksack,und mit Unterkünfte die Maximal 5 DM gekostet haben.Garküchen wo es Essen gab wo ich heute nie wieder Essen würde.

                Aber mit den Jahren endert sich das Leben.Man hat sich Beruflich verändert.Man wird mehr gefordert,man braucht immer mehr Erholungsphasen.Da ist das Pauschal Angebot natürlich einfach.Aber auch das ändert sich wieder in den Jahren.Den Bebauungen von schönen Orten,ist auch nicht das was wir wollen.

                Also geht man zwar immer noch Pauschal,aber einfach an Orten,wo man erleben kann,aber vielleicht nicht mehr so wild,sondern man schauet objektiver.Den man hat ja schon viel subjektives in jungen Jahen gesehen. 😉

                Stephan

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                • MetrostarM Offline
                  MetrostarM Offline
                  Metrostar
                  schrieb am zuletzt editiert von
                  #8

                  Alexa33 wrote:
                  Hier sind ja auch viele junge Leute, die genausowenig abenteuerlustig sind wie ihre Eltern und Großeltern.

                  Ja und? Viele verbinden Party und Spaß mit Urlaub, sich chic anziehen für die Disco etc. Sicherlich sind auch viele darunter, die ihre Urlaube in der Kindheit mit den Eltern im Wohnwagen oder Zelt verbringen mussten, und ein für allemal davon die Nase voll haben.
                  Übernachtungen im Schlafsack im Straßengraben in Indien, schmuddelige Unterkünfte, verdreckt durch den Dschungel kriechen ist eben nicht jedermanns Sache.

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                  • Alexa33A Offline
                    Alexa33A Offline
                    Alexa33
                    schrieb am zuletzt editiert von
                    #9

                    Die Frage wa, ob nicht heute das abenteuerliche am Reisen fehlt, und ich wollte nur sagen, dass das abenteuerliche Reisen keneswegs auf früherere Zeiten beschränkt war, man kann das auch heute noch haben, wenn man will.

                    Was ich nicht verstehe, sind diese Extremansichten, dieses entweder-oder. Als ob es zwischen AI-Bunkern auf der einen und verdreckten Billig-Hostels auf der anderen Seite nichts gäbe.
                    Ich habe noch nie in einem wirklich dreckigen Hotel übernachtet, und auch noch nicht im Dschungel oder im Strassengraben, ich habe gern einen bequemen Bus, und ich esse auch gerne gut unterwegs.

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                    • JackfruitJ Offline
                      JackfruitJ Offline
                      Jackfruit
                      schrieb am zuletzt editiert von
                      #10

                      im Straßengraben in Indien.....
                      😆 .............ich lach mich schlapp.

                      Die besten Reisen, das steht fest, sind die oft, die man unterlässt.

                      1 Antwort Letzte Antwort
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                      • MetrostarM Offline
                        MetrostarM Offline
                        Metrostar
                        schrieb am zuletzt editiert von
                        #11

                        @Jackfruit
                        was gibts da zu lachen? wäre einem ehemaligen Kollegen beinahe passiert, als er mit einem Freund in Indien auf eigene Faust unterwegs war, und sie zu tun hatten, eine Unterkunft zu finden

                        1 Antwort Letzte Antwort
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                        • JackfruitJ Offline
                          JackfruitJ Offline
                          Jackfruit
                          schrieb am zuletzt editiert von
                          #12

                          Da weht Abenteuerwind .....
                          Sicher ist man nur zuhause!

                          Die besten Reisen, das steht fest, sind die oft, die man unterlässt.

                          1 Antwort Letzte Antwort
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                          • Silvia LS Offline
                            Silvia LS Offline
                            Silvia L
                            schrieb am zuletzt editiert von
                            #13

                            @Metrostar
                            Ich durfte in der Kindheit mit meinen Eltern den Urlaub im Zelt verbringen und hab bis Heute nicht die Nase davon voll. Wenn auch inzwischen alles ein bischen komfortabler ist als damals und wir auch AI-Urlaub im Hotel verbringen, aber eben nicht immer.

                            Viele Grüße Silvia

                            1 Antwort Letzte Antwort
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                            • AlikaA Offline
                              AlikaA Offline
                              Alika
                              schrieb am zuletzt editiert von
                              #14

                              steviederdreher wrote:
                              Die Entwicklung von jung zu älter spiegelt sich auch in der Reisen wieder.

                              In jungen Jahren hat man Reisen gemacht, die abenteuerlich und günstig waren
                              Asien mit Rucksack,und mit Unterkünfte die Maximal 5 DM gekostet haben.Garküchen wo es Essen gab wo ich heute nie wieder Essen würde.

                              Aber mit den Jahren endert sich das Leben.Man hat sich Beruflich verändert.Man wird mehr gefordert,man braucht immer mehr Erholungsphasen.Da ist das Pauschal Angebot natürlich einfach.Aber auch das ändert sich wieder in den Jahren.Den Bebauungen von schönen Orten,ist auch nicht das was wir wollen.

                              Also geht man zwar immer noch Pauschal,aber einfach an Orten,wo man erleben kann,aber vielleicht nicht mehr so wild,sondern man schauet objektiver.Den man hat ja schon viel subjektives in jungen Jahen gesehen. 😉

                              Stephan

                              Hallo,
                              Dieser Meinung schließe ich mich voll und ganz an. Früher waren wir neugierig auf alles Neue, haben lange Flüge in Kauf genommen, um etwas zu erleben. Wir sind z.B. von Kuba aus auf eigene Faust nach Jamaica geflogen. Die Flugkarten waren abenteuerlich ausgestellt (nur Vorname), wie wir erst später feststellten. Auf Jamaika angekommen, haben wir sofort an der Straße "Jerk" gegessen und fanden es sehr schmackhaft. Das würden wir heute auf keinen Fall mehr tun.
                              Heute sind die längsten Flüge bis auf die Kanaren und das in erster Linie zur Erholung mit einem schönen Zimmer in einem luxuriösen Hotel. Früher war uns das Zimmer (wenn es sauber war) und der Meerblick vollkommen egal und haben uns nur gefreut, wenn wir den MB zufällig hatten. Es gab auch keine besonderen Meerblickbuchungen. Man war von der Gnade des Rezeptionisten abhänig.
                              Dies sind nur ein paar kleine Beispiele über das Reisen im Wandel der Zeiten und des Lebens.
                              Grüße
                              Christa

                              Wenn der Weg schön ist, lass' uns nicht fragen, wohin er führt!

                              1 Antwort Letzte Antwort
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                              • PescheP Offline
                                PescheP Offline
                                Pesche
                                schrieb am zuletzt editiert von
                                #15

                                Hallo zusammen

                                Schmunzelnd denke ich an unsere Landhausferien im Jahre 1973 bei Michel in Frankreich zurück. Vielleicht auch deshalb, weil diese Reise in besonders lebhafter Erinnerung haften blieb, weil nicht alles so perfekt verlief:

                                Wer ist Michel? Michel ist der jüngste Spross aus einer französischen Militärfamilie. Vater -- General, zwei Brüder -- Piloten bei der Flugwaffe und eben Michel -- Offizier bei den Fallschirmjägern. Alle haben die französische Militärakademie absolviert und wurden, wie das bei der französischen Armee üblich ist, mit 42 Jahren pensioniert. Michel kaufte mit seiner Frau Ode, Sekretärin bei der Armee, ein Landgut im ländlichen Gemenos, etwa 30 km von Marseille entfernt. Anlässlich eines Besuches in der Schweiz unterbreitet uns Michel den Vorschlag, die nächsten Ferien gemeinsam mit unseren Kindern bei ihm auf seinem Landgut zu verbringen. Toller Vorschlag! Gerade richtig, nachdem wir in den vergangenen Jahren unsere Ferien gemeinsam mit den Kindern im Zelt und im gemieteten Wohnwagen im Campo Felice in Tenero (TI/CH) verbracht hatten. Wieder einmal im Meer baden und erst noch auf einem Landgut logieren. Was will man mehr. 😄

                                An einem schönen Sommertag treffen wir in Gemenos ein. Kurzes Suchen und wir werden fündig. Wir stehen vor einem riesigen Grundstück. Aber wo ist das Landhaus? Wir sehen lediglich eine alte Bauruine mit Löchern anstelle von Fenstern und daneben eine Baubaracke. Die Tür öffnet sich und freudestrahlend kommen uns Michel und Ode entgegen. Voller Stolz führt uns Michel in die düstere Ruine und erklärt: „Hier in dieser Ecke ist die Küche geplant, da hinten der Salon und zwei Arbeitszimmern, dazwischen eine Toilette und über eine noch nicht existierende Wendeltreppe gelange man in das Obergeschoss mit dem Schlafzimmer, den Gästezimmern sowie den Toiletten und den Badezimmern. Bis es aber soweit sei, wohne er und Ode in der Baubaracke“. 😱

                                Mich überkommt ein mulmiges Gefühl und ich stelle schüchtern die Frage: „Und wo schlafen wir, immerhin eine vierköpfige Familie?“ Verschmitzt lächelnd packt mich Michel am Arm und führt uns in einen angebauten Schopf, vollgestopft mit Gerümpel bis unter die Decke. Unter dem Gerümpel zieht er einen großen **** hervor und öffnet ihn. Zum Vorschein kommt ein uraltes Zelt. Unter den Bäumen vor der Ruine helfe ich Michel wohl oder übel das Ding aus grauer Vorzeit aufzustellen. Zu später Stunde, etwas benommen vom süffigen Wein aus der Region beziehen wir unser Schlafgemach. Meine Frau Bedi murmelt noch etwas wie: „Hier bleibe ich keinen Tag länger!„ und wir begeben uns in das Land der Träume. ❓

                                Am Morgen begrüßt uns ein herrlicher Sommertag. Plötzlich sieht die Welt wieder ganz anders aus. Wir befolgen den Ratschlag von Michel und fahren an die Küste in das damals noch verschlafene kleine Fischerdorf Cassis, mit der etwas außerhalb liegenden Plage-Bleu. Eine herrliche Badebucht, lediglich bevölkert mit einigen wenigen Eingeborenen. Damals ein echter Geheimtipp. Heute findet man in Cassis im Umkreis von drei und mehr Kilometern praktisch keinen Parkplatz und “Touris” aus aller Welt. Hin und wieder wird, man glaubt es kaum, sogar französisch gesprochen! Und das auch außerhalb der Hochsaison -- Grauenhaft!! Um es kurz zu machen, wir genießen zwei herrliche Wochen in Gemenos und der näheren und weiteren Umgebung. Auch der obligate Landhaus-Pool, resp. der mit Wasser gefüllte alte und verbeulte Waschzuber auf dem Landgut von Michel wird von unseren Kindern mit Vergnügen benutzt. 😉

                                Der Ehrlichkeit halber muss ich jetzt gestehen, Michel hat ein kleines, nein, ein großes Wunder vollbracht. Bei einem Besuch einige Jahre später treffen wir ein echtes französisches Landhaus an. Die Räume eingerichtet mit wertvollen alten Möbel. Bezogen beim Bruder Piére, der nach seiner Pensionierung mit großem Erfolg in den Antiquitätenhandel einstieg. Vor allem der große Salon mit einem riesigen Cheminée und Blick auf den großen Park sowie die gusseiserne Wendeltreppe zu den gemütlichen Räumen im Obergeschoss hat es uns angetan. Nicht zu vergessen den großzügigen Vorplatz, die schattenspendenden alten Bäume und Sträucher, den etwa 10 mal 5 Meter großen Pool vor dem Haus und die unterirdische Garage mit Platz für einige Pkw’s. Etwas neidisch muss ich gestehen: Unser Michel hat es geschafft! 😄

                                Gruß
                                Pesche

                                Die Welt ist ein Buch. Wer nie reist, sieht nur eine Seite davon!

                                1 Antwort Letzte Antwort
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                                • Lilian1507L Offline
                                  Lilian1507L Offline
                                  Lilian1507
                                  schrieb am zuletzt editiert von
                                  #16

                                  UteEberhard wrote:
                                  Mit 18 Jahren, gerade den frischen Führerschein in der Tasche, mit einem Renault R 4 von Deutschland, durch Österreich, 4 Wochen lang, bis in den Süden von Jugoslawien. Übernachtet wurde im Zelt, Lebensmittel wurden unterwegs gekauft. Bei einem mehrtägigem Aufenthalt auf der Insel Rab, stellt uns der Besitzer der Wiese auf dem unser Zelt stand, jeden Morgen eine Flasche Rotwein und frische Feigen vor das Zelt.

                                  Das hätte mir auch gefallen!

                                  Bei meinem ersten Zelturlaub stand höchstens Wasser vorm Zelteingang - in Pfützen... Mit fünf Freunden ging's per Zug nach Frankreich. Toll, über drei Wochen Sonne und Strand! Nun ja: Von den dreieinhalb Wochen waren zwei verregnet. Und unsere Eltern daheim erzählten uns am Telefon "Ach, hier in Deutschland ist's fast zu heiß."

                                  :?

                                  Aber ich sehe das in etwa wie Du:

                                  UteEberhard wrote:
                                  Was ist als Erinnerung geblieben. Ein Hauch von Abenteuer und viele sehr nette Menschen. Nichts, aber auch nichts, ist negativ in Erinnerung geblieben.

                                  War ein erlebnisreicher Urlaub, über den wir heute mit Freunden immer wieder gerne lachen.

                                  1 Antwort Letzte Antwort
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                                  • AlikaA Offline
                                    AlikaA Offline
                                    Alika
                                    schrieb am zuletzt editiert von
                                    #17

                                    Kompliment Lilian,
                                    mit Deinem Thema erweckst Du regelrechte Schriftsteller, die ihre Urlaubserinnerungen preisgeben.

                                    Grüße
                                    Christa

                                    Wenn der Weg schön ist, lass' uns nicht fragen, wohin er führt!

                                    1 Antwort Letzte Antwort
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                                    • Lilian1507L Offline
                                      Lilian1507L Offline
                                      Lilian1507
                                      schrieb am zuletzt editiert von
                                      #18

                                      Alika wrote:
                                      Früher waren wir neugierig auf alles Neue, haben lange Flüge in Kauf genommen, um etwas zu erleben. Wir sind z.B. von Kuba aus auf eigene Faust nach Jamaica geflogen. Die Flugkarten waren abenteuerlich ausgestellt (nur Vorname), wie wir erst später feststellten. Auf Jamaika angekommen, haben wir sofort an der Straße "Jerk" gegessen und fanden es sehr schmackhaft. Das würden wir heute auf keinen Fall mehr tun.

                                      Das klingt definitiv abenteuerlich!

                                      Vermutlich hat sich auf Kuba und Jamaica inzwischen einiges verändert.
                                      Ich bin nur mal auf Jamaica zwischengelandet und wunderte mich über freilaufende Schweine auf dem Flughafengelände...

                                      😱

                                      1 Antwort Letzte Antwort
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                                      • AlikaA Offline
                                        AlikaA Offline
                                        Alika
                                        schrieb am zuletzt editiert von
                                        #19

                                        Meine Schilderungen liegen ca. 20 Jahre zurück!

                                        Wenn der Weg schön ist, lass' uns nicht fragen, wohin er führt!

                                        1 Antwort Letzte Antwort
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                                        • Lilian1507L Offline
                                          Lilian1507L Offline
                                          Lilian1507
                                          schrieb am zuletzt editiert von
                                          #20

                                          Alika wrote:
                                          Kompliment Lilian,
                                          mit Deinem Thema erweckst Du regelrechte Schriftsteller, die ihre Urlaubserinnerungen preisgeben.

                                          Grüße
                                          Christa

                                          Ja, ich bin auch ganz begeistert!

                                          Pesche, Dein Beitrag ist ja auch super! Obwohl ich mir denken kann, dass Ihr Euren Besuch ein paar Jahre später noch mehr genossen habt, wo Ihr schließlich wusstet, wie es vorher aussah...

                                          1 Antwort Letzte Antwort
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