Massenschlägerei auf Mallorca
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Das ist aber nicht da, wo Touris unterwegs sind, oder?
Gerade gelesen:
Massenschlägerei auf MallorcaPalma de Mallorca (dpa) - Etwa 1000 Spanier und Afrikaner haben sich auf der Ferieninsel Mallorca eine Massenschlägerei geliefert. Die spanische Polizei benötigte mehrere Stunden, die nächtlichen Auseinandersetzungen in der Inselhauptstadt Palma zu beenden. Vier Beteiligte wurden mit Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht. Dutzende von Menschen erlitten bei der Schlägerei in der Nacht zum Freitag Prellungen und andere leichte Blessuren.
Die Auseinandersetzung hatte sich in dem als «Problemviertel» bekannten Stadtteil Son Gotleu an einem Streit zwischen einer Roma-Familie und einem Afrikaner entzündet. Einer Frau war nach Angaben der Polizei eine Sonnenbrille aus einem offenen Autofenster gefallen. Ein afrikanischer Passant habe die Brille aufgehoben, sich aber geweigert, sie den Insassen des Autos zurückzugeben. Dies führte zu einer Prügelei zwischen Afrikanern und Roma, an denen sich immer mehr Anwohner beteiligten.
Im Stadtteil Son Gotleu leben zahlreiche Zuwanderer. In letzter Zeit hatten sich dort verstärkt Spannungen zwischen den verschiedenen Bevölkerungsgruppen aufgebaut. «Hier herrscht Krieg», sagte Ginés Quiñoner, Präsident einer Vereinigung von Bewohnern des Viertels, der Zeitung «El Mundo». «Die Schlägerei in der vorigen Nacht war nur der Anfang.» -
Der Stadtteil SON GOTLEU ist MEILENWEIT davon entfernt wo die Touristen sich befinden. 'Normale' Touristen würden sich nicht einmal durch Zufall dorthin verirren ('normale' Mallorquiner übrigends auch nicht). Dort wohnen inzwischen überwiegend afrikanische und südamerikanische Gastarbeiter (unter anderem die erste am H1N1 Virus verstorbene Nigerianerin). Hier 'wohnen' (will heissen: dealen) auch viele der kleinen Drogenhändler.
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Interessant ist das es trotz der ganzen Tourismuseinnahmen auf Mallorca auch zu einer Ghettoisierung kommt. Ich dachte dort wäre man ein wenig weiter mit der Integration.
Unternimmt Mallorca eigentlich was um Ausländer die dort leben auf der Insel zu integrieren?
Gibts Einbürgerungskurse, Integrationsveranstaltungen etc? -
Ich will der Antwort von Bernat ja nicht vorgreifen, aber die südeuropäischen Staaten haben mit der Masseneinwanderung von Schwarz-Afrikanern, viele illegal, wahrhaft andere Probleme als "Einbürgerungskurse, Integrationsveranstaltungen".
EU Aussengrenze, wir sind ja hier in D schön weit weg davon.
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Düren wrote:
Interessant ist das es trotz der ganzen Tourismuseinnahmen auf Mallorca auch zu einer Ghettoisierung kommt. Ich dachte dort wäre man ein wenig weiter mit der Integration.
Das funktioniert genauso wie mit der Einwanderung (Spanier, Türken, Italiener, Yugoslawier) in den 60er Jahren in Deutschland. Die Einwanderer selbst 'tun sich zusammen', die meisten sprechen die Landessprache entweder gar nicht oder nur schlecht. Alle arbeiten für einen Mindestlohn, für Miete bleibt da nicht viel übrig. Lösung: eine billige Wohnung finden (Wo? In einem heruntergekommenen Stadtviertel) und zu zehnt oder zwölft in dieser Wohnung hausen, Miete aufteilen, Arbeitslose werden mit 'durchgezogen'. Viele dieser Einwanderer haben keine Papiere - sind also illegal - und stehen somit ausserhalb des Gesetzes.Es gibt Einwanderervereinigungen, sozial wird seitens der verschiedenen Behörden viel getan, man gewährt den Einwanderern (überwiegend sogar auch den illegalen) Zugang zum spanischen Gesundheitssystem.
Aber irgendwann enmal 'platzt' so eine Situation. Und auf Mallorca ist man - im Vergleich - noch relativ 'gut' dran weil es hier weniger Einwanderer gibt als in anderen spanischen Gebieten (aber immerhin noch - so die Dunkelziffer - zwischen 12% und 15%). Der Grossteil des Bevölkerungszuwachses in Spanien kommt durch die Einwanderer.
Spanien ist inzwischen das Land mit der höchsten Arbeitslosigkeit der EU. Wer ist überwiegend arbeitslos? Die Gastarbeiter. Genau wie damals in Deutschland, gibt es inzwischen Abkommen zwischen Spanien und einigen der Ursprungsländer der Einwanderer um diese zu inzentivieren wieder nach hause zu gehn. Im Moment gibt es in Spanien fast 1 Million Arbeitslose OHNE einen müden Cent irgendeiner Unterstützung irgendeiner Art. In vielen Familien sind ALLE Mitglieder der Familie arbeitslos.
Teilweise kommt es durch diese Situation zu ganz neuen Erfahrungen. Diebstähle in Supermärkten/Lebensmittelgeschäften nehmen zu, manche haben sogar private Sicherheitsfirmen engagiert. Ganz neu: besonders Bedürftige gehen in die Supermärkte zum 'essen' (tun so als würden sie einkaufen, machen 'unterwegs' Pakete und Dosen auf und verzehren die, lassen dann den Einkaufswagen stehen und verlassen das Geschäft).
Viel Spanier sind die Meinung dass man hier - diesbezüglich - auf einer Zeitbombe sitzt.
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Düren wrote:
Interessant ist das es trotz der ganzen Tourismuseinnahmen auf Mallorca auch zu einer Ghettoisierung kommt. Ich dachte dort wäre man ein wenig weiter mit der Integration.Unternimmt Mallorca eigentlich was um Ausländer die dort leben auf der Insel zu integrieren?
Gibts Einbürgerungskurse, Integrationsveranstaltungen etc?Ja,man unternimmt sehr viel. Zum Beispiel duldet man an der Playa de Palma die schwarzen Verkäufer,die Hütchenspieler, die Massagen-und Melonenanbieter am Strand u.s.w.
Ich denke manchmal,man will dagegen gar nichts tun,denn ohne die Einnahmen,die diese Leute durch die Touristen haben,wären die Verhältnisse noch viel schlimmer. Also lässt man sie an der Playa auf die Touristen los,das ist billiger,als sie vom Staat zu versorgen,und politisch vorteilhafter,als sie Abzuschieben in ihre Heimatländer. -
Unternimmt Mallorca eigentlich was um Ausländer die dort leben auf der Insel zu integrieren?
Gibts Einbürgerungskurse, Integrationsveranstaltungen etc?
Und ich dachte zuerst Du meintest die DEUTSCHEN?

Sprechen kein Spanisch, integrieren sich nicht, sind Fremdkörper!

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Einbürgerungskurse,Integrationsveranstaltungen????
Ich denke,DAS wollen die gar nicht! Das schnelle Geld treibt die Leute,nicht etwa der reelle Job als Kofferaus/einlader auf dem Flughafen... -
@Gastwirt - natürlich meinte ich das ernst. Wenn man die Leutwe nicht integriert oder sie verhungern lässt, dann sitzt man auf einer Zeitbombe.
@Bernat - danke für die Erläuterung.
Ich bin doch einwenig überrascht das es solche sozialen Probleme in Spanien gibt. Zumindest Mallorca muss eine sehr reiche Region sein - da sollte man alles tun um den sozialen Frieden zu wahren.
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Düren wrote:
Zumindest Mallorca muss eine sehr reiche Region sein - da sollte man alles tun um den sozialen Frieden zu wahren.
Genau so ist as ... ABER: die spanischen 'Länder' (Comunidades Autónomas) werden - unter anderem - so ähnlich wie die deutschen Bundesländer bzw. die EU finanziert. Alle zahlen in einen Topf der dann wieder zum 'sozialen Ausgleich' auf alle aufgeteilt wird. Die Balearen sind einer der grössten 'Einzahler', jedoch eines der 'Länder' das a wenigsten zurückbekommt (€ pro Kopf).Ausserdem haben wir hier das 'Pech' dass seit bestehen der Demokratie in Spanien (und mit kurzfristigen Ausnahmen), die 'Farbe' der Landesregierung der Balearen immer 'die andere' war als die der Zentralregierung, und die Inseln somit permanent 'hängengelassen' wurden (mit Investitionen im Strassenbau, Häfen, Gesundheitswesen, Infrastruktur, etc.), und zwar mit genau diesem Argument: ihr habt ja genug Kohle!.
Tatsache jedoch ist, dass die Balearen mehr als genügend Einnahmen hätten um den Mallorquinern das beste Lebensniveau Spaniens zu bieten, jedoch durch den Tourismus die Kosten (Strassen, Wasserversorgung, Strom, Sicherheit, etc., etc.) für quasi die doppelte 'Bevölkerung' tragen müssen, jedoch die Steuern dieser 'Mehreinnahmen' (MWSt., Gewerbesteuer, etc.) überwiegend nach Madrid gehen.