Reisebüro insolvent
-
Hallo,
vor zwei Monaten habe ich bei einem Internet-Ticketverkäufer Flüge für den nächsten Sommer mit einer namhaften deutschen Linienfluggesellschaft in die USA und zurück gebucht.
Die E-Tickets habe ich ausgedruckt. Es liegen sowohl so genannte Reservierungsnummern der Airline vor als auch die Flugreservierungscodes, mit denen ich die "gebuchten" Flüge bei Amadeus abrufen kann. Außerdem kann ich auch Ticketnummern abrufen, sehr lange Nummern, die mit 881 beginnen.
Nun bin ich durch Zufall auf die Internet-Seite eines Flug-Preisvergleichers gestoßen, der darüber informierte unseren Ticketverkäufer aus seiner Anbieter-Liste entfernt zu haben, da das Unternehmen bei der IATA mit über 30 Millionen € in der Kreide stünde und damit so gut wie insolvent sei.
Daraufhin habe ich die Fluglinie sowohl über die telefonische Hotline als auch über E-Mail gebeten, mir die Flüge zu bestätigen. Sie konnten die Flüge zwar abrufen, waren aber nicht bereit, mir irgendwelche Zugeständnisse zu machen, ob wir im nächsten Sommer mitgenommen würden. Wir wurden auf das Internet-Reisebüro verwiesen...
Wir würden gerne den weiteren Verlauf unserer USA-Reise buchen, haben aber Bedenken wegen der Sicherheit der Flugtickets.
Mich interessiert nun, wie sicher unsere Flüge sind. Gibt es eine Möglichkeit, sich dessen irgendwie zu vergewissern oder sollten wir lieber unser Geld zurückholen?
Vielen Dank für eine Antwort!
-
- Ist das kein Reisebüro, sondern ein reiner Internet-Ticketvermittler ( dazu noch aus Spanien ). Das bitte ich zu unterscheiden.
- http://www.frag-einen-anwalt.de/Insolvenz-Internet-Ticketverkäufer-__f83039.html
Eine Antwort reicht doch?
- Tritt man manchmal halt arg daneben bzw. "ins Glück", wenn man meint - nur um fünf Euro sparen zu können - sich über irgendeine "Suchmaschine" im Netz auf einen spanischen Anbieter weiterleiten lassen zu müssen und diesem ein paar hundert Euro für einen Flug per Kreditkarte zu überweisen.
Als hätten wir in Deutschland nicht ausreichend kompetente, "echte" Reisebüros. Online wie Offline.
kopfschüttel
-
Eine gewisse Vorsicht kann ja in allen Lebensbereichen nicht schaden. Wenn hier aber suggeriert wird, deutsche Reisebüros wären die einzig sichere Buchungsmöglichkeit, kann man nur den Kopf schütteln.
Spanien gehört seit Jahrzehnten zum gemeinsamen europäischen Markt und entsprechend zum Binnenmarkt. Der den freien Warenverkehr und Dienstleistungen für alle Bürger Europas ohne Markthemmnisse sicherstellt. Bei dem Anbieter handelt es sich um eine offizielle IATA-Agentur, die zum Ausstellen von Tickets und Direktberechnung durch IATA authorisiert ist/war. Und nicht um einen Wald- und Wiesenhändler. Ob evtl. Schutzmechanismen in der Organisation des Ticketverkaufs nicht komplett funktioniert haben, wird sich zeigen. Aber dennoch sind Reisebüros oder auch Ticketverkäufer mit IATA-Lizenz bis heute eine sichere Angelegenheit. Wo sonst sollen Kriterien greifen? Von jeder Buchungsstelle eine D&B Auskunft einholen und Zahlungen nur gegen Bankbürgschaft leisten?
Jedes Jahr kann hier im Forum gelesen werden, wie auch "echte" Reisebüros durch Unterschlagung von Beträgen Urlauber in schwierige Situationen brachten. Auch in Deutschland.
Es gibt überall in Deutschland, Europa und der Welt gute und schlechte Anbieter.
Nicht mehr und nicht weniger.Gruß privacy
-
Eine solche Suggestion vermag ich in meinem Beitrag nicht zu erkennen.
Wohl aber unterstreiche ich hier nochmal nachdrücklich, dass es vorliegenden Fall eines Flugtickets - wo sich die Preisunterschiede für den Kunden bei den hier in Frage kommenden Anbietern regelmäßig im einstelligen Eurobereich bewegen ( ich denke ich dieser Sache sind wir uns einig privacy ) - eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein sollte, seine heimische Volkwirtschaft zu stützen und nicht wegen "fünf Euro" auf einen spanischen Anbieter zurückgreifen. Klar gibt es einen europäischen Markt und zumeist dürfte auch alles reibungslos klappen ... wenn aber mal etwas schief läuft ( und davon ist hier leider auszugehen ), dann ist´s trotz Europa deutlich schwieriger zu seinem Recht zu kommen, wenn eine spanische Firma und ein deutscher Verbraucher ( statt einer deutschen Firma und einem deutschen Verbraucher ) involviert sind.VG.
-
Nun ja, in dem Fall wohl in einer spanischen Insolvenzmasse.
-
Jeder hat wohl seine eigene Art zu sparen, gerade die Globalisierung der Märkte veranlasst viele Verbraucher zu versuchen, den einen oder anderen Euro mehr im Geldbeutel zu behalten. zum Teil mit fast schon skuril anmutenden Schnäppchenjagden. Europäisches Recht hin oder her, mein Vertrauen in solche global agierenden "Mausfallenhändler"
ist eher gering. Gerade bei Reisebuchuchungen im Netz überschätzen viele ihre eigenen Fähigkeiten. Und hier hat der Captain recht, manch einer wäre beim Fachmann besser aufgehoben! Ich meine ausdrücklich nicht den TE, aber wenn ich mir manche Beiträge von Usern anschaue, die meinen, eine Netzbuchung zu bewerkstelligen und deren Beiträge hier lese, fange ich oft das schadenfrohe Lachen an. In diesem Sinne "Frohe Weihnachten" an alle
und immer ein glückliches Händchen, wenn ihr den "OK-Button" drückt! LG Marcel -
Nur dass es hier nicht um eine komplexe Reisebuchung geht, sondern um den eher simplen Vorgang des Kaufs eines Flugtickets. Weshalb man das nun bei einem Internet-Broker macht und nicht direkt bei der Airline erschließt sich mir zwar nicht wirklich, muss aber jeder selbst wissen.
Wenn der Vermittler insolvent ist und das Geld zuvor nicht an die Airline weitergeleitet hat, wird man überall Pech haben - ob der nun in Deutschland, Spanien oder auf den Cayman Islands sitzt - wo nichts ist, ist nichts zu holen, Ansprüche hin oder her.
Am Besten bei der Airline nachfragen, ob die Tickets bezahlt und gültig sind. Ein Forum kann da eher nicht weiterhelfen.
-
Hallo Allerseits,
ich habe keine Antwort auf die Frage, finde es aber sehr unfreundlich über die Ratsuchende herzufallen. Sie wird sich schon genug geärgert haben. Dumme Sprüche und hinterher alles besser Wissen kann jeder *****, aber freundliche Hilfe ist angesagt.
Gruß Hubert -
Die Antwort auf Ihre Frage hat ihr an einer anderen Stelle ( siehe Link bei "2." ) sogar ein Anwalt gegeben. Es gibt keine Möglichkeitkeit sein Geld nach einer Kreditkartenzahlung einfach so "zurückzuholen". Eine weitere, anderslautende "freundliche Hilfe" wird der TE auch in diesem Forum nicht bekommen.
VG.
-
Rathaus01 wrote:
Hallo Allerseits,
ich habe keine Antwort auf die Frage, finde es aber sehr unfreundlich über die Ratsuchende herzufallen. Sie wird sich schon genug geärgert haben. Dumme Sprüche und hinterher alles besser Wissen kann jeder *****, aber freundliche Hilfe ist angesagt.
Gruß Hubert
Na ja, all zu viele "dumme Sprüche" kann ich nicht finden. Es ist so - im Groben - wie bisher gepostet. Freundliche Hilfe kann man da auch nicht wirklich anbieten. Und wenn es Hilfe gäbe, dann auch nur von echten Flugspezialisten. Die aber leben nun einmal davon, ihr Wissen als Dienstleistung zu verkaufen - sprich, durch Erwerb des Tickets bei ihnen.Ich möchte da weder eine Lanze für Reisebüros noch für Flugtickethändler noch für die Fluglinien selbst brechen. Aber werde ich gefragt, wo jemand sein Ticket buchen sollte, dann lautet meine Antwort stets: geh zum Reisebüro X (eine persönliche Empfehlung von mir). Bei ganz klaren Sachen kann man sicherlich auch direkt die gewünschte Fluglinie(n) kontaktieren. Alle anderen "Kanäle" stufe ich als potentiell riskant ein und das sollte dann der Ratsuchende wissen!
-
Nun der Eingangs geschilderte Fall wirft aber doch noch mal eine Frage auf, unabhängig ob nun von einem spanischen Reisebüro in Barcelona oder vom Reisebüro X um die Ecke ausgesstellt.
Es scheint nämlich doch aus Kundensicht eine Lücke zu geben im Ablauf der Ticketbuchung bei einer IATA Agentur: Was passiert, wenn die Agentur beauftragt wurde und vom Kunden eine Zahlung erfolgte, die Tickets jedoch noch nicht ausgestellt wurden? Dann hat der Kunde doch im schlimmstemn Fall das Nachsehen, wenn es in diesem Zeitraum zu einem "Problem" bei der Agentur kommt oder?
Andersherum: Ist man mit erfolgter Zahlung und ausgestelltem Ticket immer auf der "sicheren Seite" und es gilt nach wie vor, dass dem Kunden egal sein kann, was zwischen Zahlung/Ausstellung der Tickets und Reisezeitpunkt mit der Agentur passiert, letztere also im schlimmsten Fall den Ticketverkauf vor bsp. Insolvent nicht mit der Airline abgerechnet hat?Schließlich weiß der Kunde auch beim Reisebüro X nicht, ob es nicht Probleme hat, einzig man bekommt von diesem erst nach Ausstellung der Tickets als guter Kunde eine Rechnung.
-
bahama247 wrote:
Es scheint nämlich doch aus Kundensicht eine Lücke zu geben im Ablauf der Ticketbuchung bei einer IATA Agentur: Was passiert, wenn die Agentur beauftragt wurde und vom Kunden eine Zahlung erfolgte, die Tickets jedoch noch nicht ausgestellt wurden? Dann hat der Kunde doch im schlimmstemn Fall das Nachsehen, wenn es in diesem Zeitraum zu einem "Problem" bei der Agentur kommt oder?
Andersherum: Ist man mit erfolgter Zahlung und ausgestelltem Ticket immer auf der "sicheren Seite" und es gilt nach wie vor, dass dem Kunden egal sein kann, was zwischen Zahlung/Ausstellung der Tickets und Reisezeitpunkt mit der Agentur passiert, letztere also im schlimmsten Fall den Ticketverkauf vor bsp. Insolvent nicht mit der Airline abgerechnet hat?Schließlich weiß der Kunde auch beim Reisebüro X nicht, ob es nicht Probleme hat, einzig man bekommt von diesem erst nach Ausstellung der Tickets als guter Kunde eine Rechnung.
Selbst ein von einem Vermittler ausgestelltes Ticket stellt meines Erachtens noch immer keine 100prozentige Sicherheit für den Kunden dar. Denn grundsätzlich kann ein Leistungserbringer (=Fluglinie) dann die Erbringung der Leistung verwehren, wenn diese nicht oder nicht vollständig bezahlt wurde.Inwieweit Gerichte im Einzelfall ein von einem Vermittler ausgestelltes Flugticket als Verpflichtung für die Fluglinie zur Transporterfüllung sehen, kann ich so nicht beantworten. Dies hängt auch mit zwischenbetrieblichen Vereinbarungen zusammen, die in einem Fall eine Haftung darstellen könnten, in einem anderen aber wieder nicht.
-
Danke für Deine Antwort!
Wenn eine (IATA) Agentur im Auftrag einer Airline Tickets verkauft und Inkasso für diese das Geld dafür eintreibt, hat der Kunde soweit ich das jetzt gelesen habe (erst recht wenn die Tickets ausgestellt sind) zumindest nach deutschem Recht seine Pflicht erfüllt (er ist ja den von der Airline angebotenen Weg zum Ticket gegangen) und besitzt einen gültigen Beförderungsvertrag, wobei ihm ziemlich egal sein kann, was nun im Vertragsverhältnis zwischen der Agentur und der IATA/Airline passiert.
Versucht die IATA nicht auch seit einiger Zeit den Abrechnungszeitraum mit den Agenturen zu verkürzen (am liebsten wöchentlich, in Deutschland gerade gescheitert) um genau den Zahlunsgausfällen vorzubeugen, welche sie wegen dieser Sach-/Rechtslage und zunehmender Zahlunsgunfähigkeit von Agenturen in letzter Zeit öfters erleidet? -
Das sehe ich genau so. Das Risiko des Vertriebsweges über die IATA-Agenturen liegt bei den airlines. Sie -die Agenturen- sind Erfüllungsgehilfen, und im Rechtsverhältnis vom Kunden daher den airlines gleichgestellt. Was anderes ist dem Kunden auch nicht zuzumuten.
Die airlines könnten sich ja den Zahlungsverkehr vorbehalten, sprich genau wie viele RV die Vermittler aussen vorlassen und den Reisepreis -hier dann natürlich die Flugkosten- direkt vom Endverbraucher anfordern. Wenn sie das nicht tun: wo ist das Problem ? Ganz sicher nicht beim Bucher !!!
Gruss Gabriela
-
Hallo,
so ist es - hat ein Leistungstraeger mit einer Agentur hinsichtlich der Zusammenarbeit vereinbart, dass die Agentur fuer ihn zum Inkasso berechtigt ist, hat der Leistungstraeger dafuer auch einzustehen.
Dann gilt also: Hat der Kunde bei der Inkasso berechtigten Agentur den vereinbarten Preis fuer die Leistung eingezahlt, gilt das Geld beim Leistungstraeger als eingegangen, jedenfalls nach deutscher Rechtsprechung. Rechtsprechung Spanien oder EU ????? - da kann ich nichts dazu sagen. Ich koennte mir aber vorstellen, dass das aehnlich ist wie in Deutschland.
Viele Gruesse
bernardo2001
