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Weihnachtliche Gedichte

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  • xadooX Offline
    xadooX Offline
    xadoo
    schrieb am zuletzt editiert von
    #1

    Es blaut die Nacht, die Sternlein blinken
    Schneeflöcklein leis' herniedersinken.
    Auf Edeltännleins grünem Wipfel
    häuft sich ein kleiner, weißer Zipfel.
    Und dort, vom Fenster her, durchbricht
    den tunklen Tann ein warmes Licht.
    Im Forsthaus kniet bei Kerzenschimmer
    die Försterin im Herrenzimmer.
    In dieser wunderschönen Nacht
    hat sie den Förster umgebracht.
    Er war ihr bei des Heimes Pflege
    seit langer Zeit schon sehr im Wege.
    Drum kam sie mit sich überein:
    Am Niklasabend muß es sein.
    Und als das Rehlein ging zur Ruh'
    das Häslein tat die Augen zu,
    erlegte sie - direkt von vorn -
    den Gatten über Kimm' und Korn.
    Vom Knall geweckt rümpft nur der Hase
    zwei, drei, viermal die Schnuppernase
    und ruhet weiter süß im Dunkeln
    derweil die Sterne traulich funkeln.
    Und in der guten Stube drinnen,
    da läuft des Försters Blut von hinnen.
    Nun muß die Försterin sich eilen,
    den Gatten sauber zu zerteilen.
    Schnell hat sie ihn bis auf die Knochen
    nach Waidmannssitte aufgebrochen.
    Voll Sorgfalt legt sie Glied auf Glied,
    was der Gemahl bisher vermied,
    behält ein Teil Filet zurück
    als festtägliches Bratenstück
    und packt darauf - es geht auf vier -
    die Reste in Geschenkpapier.
    Da tönt's von fern wie Silberschellen,
    im Dorfe hört man Hunde bellen.
    Wer ist's, der in so später Nacht
    im Schnee noch seine Runden macht?
    Knecht Ruprecht kommt mit goldnem Schlitten
    auf einem Hirsch herangeritten.
    "He, gute Frau, habt Ihr noch Sachen,
    die armen Menschen Freude machen?"
    Des Försters Haus ist tief verschneit,
    doch seine Frau ist schon bereit:
    "Die sechs Pakete, heilger Mann,
    's ist alles, was ich geben kann."
    Die Silberschellen klingen leise,
    Knecht Ruprecht macht sich auf die Reise.
    Im Försterhaus die Kerze brennt,
    ein Sternlein blinkt - es ist Advent!

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    • SambalS Offline
      SambalS Offline
      Sambal
      schrieb am zuletzt editiert von
      #2

      When the snow falls wunderbar
      And the children happy are,
      When the Glatteis on the street,
      And we all a Glühwein need,
      Then you know, es ist soweit:
      She is here, the Weihnachtszeit

      Every Parkhaus ist besetzt,
      Weil die people fahren jetzt
      All to Kaufhof, Mediamarkt,
      Kriegen nearly Herzinfarkt.
      Shopping hirnverbrannte things
      And the Christmasglocke rings.

      Merry Christmas, merry Christmas,
      Hear the music, see the lights,
      Frohe Weihnacht, Frohe Weihnacht,
      Merry Christmas allerseits...

      Mother in the kitchen bakes
      Schoko-, Nuss- and Mandelkeks
      Daddy in the Nebenraum
      Schmücks a Riesen-Weihnachtsbaum
      He is hanging auf the balls,
      Then he from the Leiter falls...

      Finally the Kinderlein
      To the Zimmer kommen rein
      And es sings the family
      Schauerlich: "Oh, Chistmastree!"
      And the jeder in the house
      Is packing die Geschenke aus.

      Merry Christmas, merry Christmas,
      Hear the music, see the lights,
      Frohe Weihnacht, Frohe Weihnacht,
      Merry Christmas allerseits...

      Mama finds unter the Tanne
      Eine brandnew Teflon-Pfanne,
      Papa gets a Schlips and Socken,
      Everybody does frohlocken.
      President speaks in TV,
      All around is Harmonie,

      Bis mother in the kitchen runs:
      Im Ofen burns the Weihnachtsgans.

      And so comes die Feuerwehr
      With Tatü, tata daher,
      And they bring a long, long Schlauch
      An a long, long Leiter auch.
      And they schrei - "Wasser marsch!",
      Christmas is - now am - Ar...ch!

      Merry Christmas, merry Christmas,
      Hear the music, see the lights,
      Frohe Weihnacht, Frohe Weihnacht,
      Merry Christmas allerseits...

      😇

      Travel if you aim for certain values. By travelling the skies, the crescent becomes a full moon.
      (Ibn Kalakiss, 13th century)

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      • Barbara R.B Offline
        Barbara R.B Offline
        Barbara R.
        schrieb am zuletzt editiert von
        #3

        Fury in the Slaughterhouse
        Sambal in the Christmas-Graus!!!
        Habet Dank Ihr lieben Leute -
        Selten so gelacht wie heute !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

        G Ö T T L I C H !!!!!!!!!!

        Eure Barbara 😄 😄 😄

        Barbara R.

        Wir haben alle den gleichen Himmel,
        aber nicht den gleichen Horizont

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        • Der_GastD Offline
          Der_GastD Offline
          Der_Gast
          schrieb am zuletzt editiert von
          #4

          Oachkatzl am Baam o´gfrorn,
          koid is worn!

          Übersetzung ins Hochdeutsche: (Wers braucht)

          Eichhörnchen am Baum angefroren,
          kalt ist es geworden!

          1 Antwort Letzte Antwort
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          • Sandra2403S Offline
            Sandra2403S Offline
            Sandra2403
            schrieb am zuletzt editiert von
            #5

            "Lieber guter Weihnachtsmann,
            jetzt ist`s soweit, jetzt bist du dran.
            Mein Chef ist nämlich Rechtsanwalt.
            Der klagt dich an, der stellt dich kalt.

            Schon seit vielen hundert Jahren,
            bist du nun durch das Land gefahren,
            ohne Nummernschild und Licht.
            Auch TÜV und ASU gab es nicht.

            Dein Schlitten eignet sich nur schwer,
            zur Teilnahme am Luftverkehr.
            Es wird vor Gericht zu klären sein:
            Besitzt du 'nen Pilotenschein?

            Durch den Kamin ins Haus zu kommen,
            ist rein rechtlich streng genommen
            Hausfriedensbruch - Einbruch sogar.
            Das gibt *********, das ist klar.

            Und stiehlst du nicht bei den Besuchern,
            von fremden Tellern Obst und Kuchen?
            Das wird bestraft, das muss man ahnden.
            Die Polizei lässt nach dir fahnden.

            Es ist auch allgemein bekannt,
            du kommst gar nicht aus diesem Land.
            Wie man so hört, steht wohl dein Haus
            am Nordpol, also sieht es aus,
            als kämmst du nicht aus der EU.
            Das kommt zur Klageschrift dazu!

            Hier kommt das Deutsche Recht zum Tragen.
            Ein jeder Richter wird sich fragen,
            ob deine Arbeit rechtens ist,
            weil du ohne Erlaubnis bist.

            Der Engel, der dich stets begleitet,
            ist minderjährig und bereitet
            uns daher wirklich Kopfzerbrechen.
            Das Jugendamt will mit dir sprechen!

            Jetzt kommen wir zu ernsten Sachen.
            Wir finden es gar nicht zum Lachen,
            dass Kindern du mit Schläge drohst.
            darüber ist mein Chef erbost.

            Nötigung heißt das Vergehen
            und wird bestraft, das wirst du sehen,
            mit Freiheitsentzug von ein paar Jahren.
            Aus ist's bald mit dem Schlittenfahren.

            Das Handwerk ist dir bald gelegt,
            es sei denn dieser Brief bewegt
            dich, die Kanzlei reich zu beschenken.
            Dann wird mein Chef es überdenken"

            1 Antwort Letzte Antwort
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            • SokratesS Offline
              SokratesS Offline
              Sokrates
              Experte Istanbul
              schrieb am zuletzt editiert von
              #6

              Weihnachtsmarkt in Istanbul.
              Die Läden sind von Kuchen vull!
              Es bringen die Kamele
              zum Backen her das Öle,
              die Esel schleppen an den Zimt,
              weil man zum Würzen gern ihn nimmt,
              das Mehl, das kommt aus Aden
              und wird auch dort verladen.

              Die Türken so versuchen
              zu backen Weihnachtskuchen,
              doch weil dies´Land weit hinten
              werden´s niemals Öcher Printen!!

              Egal welche Hautfarbe, Religion, Geschlecht oder Nationalität - ich habe mit fast keinem Menschen Probleme. Probleme habe ich nur mit A....löchern!

              1 Antwort Letzte Antwort
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              • xadooX Offline
                xadooX Offline
                xadoo
                schrieb am zuletzt editiert von
                #7

                Draußen schneit's, es ist so weit,
                begonnen hat die Weihnachtszeit.
                Der Opa holt vom Abstellraum
                den Weichnachtsschmuck und schmückt den Baum.
                Sein Enkel hilft so gut er kann
                und freut sich auf den Weihnachtsmann.
                Zum Schluß die Lämpchen dran noch schnell,
                den Stecker rein, schon strahlt es hell.

                Da wird der Opa nachdenklich.
                Wie war das früher eigentlich?
                Die Kerzen waren da noch echt,
                aus Wachs mit Docht, das war nicht schlecht.
                Der Enkel aber glaubt es kaum:
                "Echte Kerzen an dem Baum???"

                Die Zeit jedoch bleibt niemals steh'n
                und fünfzig weit're Jahr' vergeh'n.
                Der Enkel - längst erwachsen schon -
                hat heute selbst 'nen Enkelsohn.

                Und wieder schneit's zur Weihnachtszeit.
                Ja wieder mal ist es so weit.
                Der Opa holt vom Abstellraum
                wie jedes Jahr den Plastikbaum.
                Sein Enkel hilft so gut er kann
                und freut sich auf den Weihnachtsmann.
                Der Christbaumschmuck wird angebracht.
                Schon strahlt der Plastikbaum voll Pracht.

                Da wird der Opa nachdenklich.
                Wie war das früher eigentlich?
                Da war der Weihnachstbaum noch echt,
                frisch aus dem Wald, das war nicht schlecht.
                Der Enkel aber glaubt es kaum:
                "Im Wohnzimmer 'nen echten Baum???"

                Die Zeit bleibt doch auch jetzt nicht steh'n
                und nochmal fünfzig Jahr' vergeh'n.
                Der Enkel - längst erwachsen schon -
                hat wiederum 'nen Enkelsohn.

                Und schneit's auch draußen noch so sehr,
                das Weihnachtsfest, das gibt's nicht mehr.
                Man holt nichts mehr vom Abstellraum
                und hat auch keinen Weihnachtsbaum.
                Der Enkel denkt auch nicht daran,
                hat nie gehört vom Weihnachtsmann.
                Auch vieles and're gibt's nicht mehr.
                Die ganze Welt wirkt ziemlich leer.

                Da wird der Opa nachdenklich.
                Wie war das früher eigentlich?
                Da feierte man wirklich echt
                ein Fest mit Baum, das war nicht schlecht.
                Der Enkel aber glaubt es kaum
                und fragt erstaunt: "Was ist ein Baum???"

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                • xadooX Offline
                  xadooX Offline
                  xadoo
                  schrieb am zuletzt editiert von
                  #8

                  Weihnachtsgedicht vom Finanzamt

                  Denkt Euch ich habe das Christkind gesehen,
                  es war beim Finanzamt zu betteln und fleh´n.
                  Denn das Finanzamt ist gerecht und teuer,
                  verlangt vom Christkind die Einkommensteuer.

                  Das Amt will noch wissen, ob es angehen kann,
                  dass das Christkind so viel verschenken kann.
                  Das Finanzamt hat so nicht kapiert,
                  wo von das Christkind dies finanziert.

                  Das Christkind rief: "Die Zwerge stellen die Geschenke her",
                  da wollte das Finanzamt wissen, wo die Lohnsteuer wär.
                  Für den Wareneinkauf müsste es Quittungen geben,
                  und die Erlöse wären anzugeben.

                  "Ich verschenke das Spielzeug an Kinder " wollte das Christkind sich wehren,
                  dann wäre die Frage der Finanzierung zu klären.
                  Sollte das Christkind vielleicht Kapitalvermögen haben,
                  wäre dieses jetzt besser zu sagen.

                  "Meine Zwerge besorgen die Teile,
                  und basteln die vielen Geschenke in Eile"
                  Das Finanzamt fragte wie verwandelt,
                  ob es sich um innergemeinschaftliche Erwerbe handelt.

                  Oder kämen die Gelder, das wäre ein besonderer Reiz,
                  von einem illegalen Spendenkonto aus der Schweiz.
                  "Ich bin doch das Christkind, ich brauche kein Geld",
                  Ich beschenke doch die Kinder in der ganzen Welt."

                  "Aus allen Ländern kommen die Sachen",
                  mit denen wir die Kinder glücklich machen."
                  Dieses wäre ja wohl nicht geheuer,
                  denn da fehle ja die Einfuhrumsatzsteuer.

                  Das Finanzamt von diesen Sachen keine Ahnung,
                  meinte dies wäre ein Fall für die Steuerfahndung.

                  Mit diesen Sachen, welch ein Graus,
                  fällt Weihnachten dieses Jahr wohl aus.
                  Denn das Finanzamt sieht es so nicht ein,
                  und entzieht dem Christkind den Gewerbeschein.

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                  Antworten Zitieren
                  • Sandra2403S Offline
                    Sandra2403S Offline
                    Sandra2403
                    schrieb am zuletzt editiert von
                    #9

                    Merry Weihnachten

                    When the last Kalender-sheets
                    flattern trough the winter-streets
                    and Dezemberwind is blowing,
                    then ist everybody knowing
                    that it is not allzuweit:
                    she does come - the Weihnachtszeit.

                    All the Menschen, Leute, people
                    flippen out of ihr warm Stueble,
                    run to Kaufhof, Aldi, Mess,
                    make Konsum and business.
                    Kaufen this und jene Dings
                    and the Churchturmglocke rings.

                    Manche holen sich a Taennchen,
                    when this brennt, they cry "Attention".
                    Rufen for the Feuerwehr:
                    Please come quick to loeschen her!"
                    Goes the Taennchen of in Rauch,
                    they are standing on the Schlauch.

                    In the kitchen of the house
                    mother makes the Christmasschmaus.
                    She is working, schufting, bakes
                    hit is now her Yoghurtkeks.
                    And the Opa says als Tester:
                    We are killed bis to Silvester".
                    Then he fills the last Glas wine -
                    yes, this is the christmastime!

                    Day by day does so vergang,
                    and the Holy night does come.
                    You can think, you can remember,
                    this is immer in Dezember.

                    Then the childrenlein are coming
                    candle-Wachs is abwaerts running.
                    Bing of Crosby Christmas sings
                    while the Towerglocke rings
                    and the angels look so fine -
                    well this is the Weihnachtstime.

                    Baby-eyes are big and rund,
                    the familiy feels kerngesund
                    when unterm Weihnachtsbaum are hocking
                    then nothing can them ever shocking.
                    They are so happy, are so fine -
                    this happens in the Chistmastime!

                    The animals all in the house,
                    the Hund, the Katz, the bird, the mouse,
                    are turning round the Weihnachtsstress,
                    enjoy this day as never nie,
                    well they find Kittekat and Chappi
                    in the Geschenkkarton von Papi.

                    The familiy begins to sing
                    and wieder does a Gloeckchen ring.
                    Zum Song vom gruenen Tannenbaum
                    the Traenen rennen down and down.
                    Bis our mother ploetzlich flennt:
                    The christmas-Gans im Ofen brennt!"
                    Her nose indeed is very fine
                    Ende of the Weihnachtstime.

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                    • SambalS Offline
                      SambalS Offline
                      Sambal
                      schrieb am zuletzt editiert von
                      #10

                      Ist zwar kein Gedicht, aber trotzdem lustig...

                      Weihnachtsmarkt in Stenkelfeld

                      So lasset uns vom Weihnachtsfest berichten. Die Feierlichkeiten in Stenkelfeld erschöpften sich bereits im Vorfeld in allerlei Märkten, bei denen sich verfeindete Wohltätergruppen mit unbarmherziger Barmherzigkeit befehdeten.
                      Und so begab es sich aber zu der Zeit, als ein Aufruf vom Oberkreisdirektor ausging, auf dass alle Welt sich auf dem Stenkelfelder Weihnachtsmarkte blicken lasse.

                      Montag, 16. Dezember, 15 Uhr:
                      Unter dem Motto "Ein Stück weit Frieden spüren" eröffnet Pastoralreferent Reinhard Höllerich-Nöhrenberg den alternativen Stenkelfelder Weihnachtsmarkt rund um die St. Johannis Kathedrale, versäumt es jedoch, in seiner Begrüßung neben den Anwesenden auch den Anwesendlnnen den Segen der Weihnacht zu wünschen, dies führt zu ersten Unmutsbezeugungen aus dem Menstruationskreis lesbischer Künstlerinnen, die den Rest der Ansprache mit Trillerpfeifen und "Sackträger"-Sprechchören übertönen.

                      15 Uhr 31:
                      Durch die im Meditationstanz versunkenen Mitglieder der Frauen-Selbsterfahrungsgruppe "Silber-Elster", die mit ausgebreiteten Armen im ökologisch mit Senflauge gebatikten Wickelrock über die Kirchwiese schweben, bahnt sich bölkend und hupend der MC Schmöllerheide auf schweren Harleys den Weg zum Rockzelt von Jugendpastor Helge Bösch, der für 16 Uhr zum Motorradgottesdienst geladen hat.

                      15 Uhr 56:
                      Eine glühendheiße Pappterrine mit herzhafter Gulaschsuppe klatscht gegen das Transparent "Zucker ist Sünde" am Stand des vegetarischen Ernährungskreises "Mutter Erde", an dem das "Sumpfpumpenprojekt Eritrea" durch den Verkaufserlös von mit Nelkenfett gesüßter Vollkornschokolade unterstützt wird. Die Hauptverdächtige für diesen Anschlag, die Rentnerin Minna B., die am Nachbarstand für den Klön- und Strickkreis singender Seniorinnen mit dem Verkauf von kandierten Äpfeln, Rindsbratwurst und Räucherschinken für das Winterlager des Wanderzirkus Schöller sammelt, weist darauf hin, man sei im Vorfeld von besagtem Ernährungskreis lautstark als Tiermörder und Kadaverfresser verunglimpft worden.

                      16 Uhr:
                      Die Leistungsschau der Bundeswehr auf der Holtmannswiese hinter dem alten Soldatenfriedhof wird in bedrohlicher Nähe zum Infostand der "Christlich-autonomen Kriegsdienstverweigerer" eröffnet. So ist es nur eine Frage der Zeit, wann die diametralen Botschaften "Wir schaffen Frieden" auf der einen Seite mit den Thesen "Soldaten sind ******" sowie "Gelöbnis ist Meineid" auf der anderen Seite ins Gehege kommen. Zu tätlichen Übergriffen kommt es jedoch erst gegen 16 Uhr 7, nachdem sich Regimentspfarrer Öftering bei der Einsegnung zweier fabrikneuer BISON-FLAK-Panzer zu der Behauptung verstieg, Jesus sei eine Art Feldwebel Gottes gewesen.

                      16 Uhr 12:
                      Erstaunlich lange hält sich das Bläserkorps vom Jagd- und Hegering 2 mit seinem adventlichen Vortrag unmittelbar neben der Punschbude militanter Tierschützer von der Initiative "Waldfrieden", die mit den Aufklebern "Blutige Weihnachten - mitessen heißt mitschlachten" oder auch "Christus war ein Eichelhäher" gegen Wildgerichte am Heiligen Abend zu Felde ziehen. Zum offenen Schlagabtausch führt dann schließlich der weihnachtliche Blechchoral "Jesus war ein Jagdgesell". Revierförster Manfred von Lausitz-Ölpen, dem im Verlaufe der Feindseligkeiten das Mundstück seiner schweren Zugposaune durch die Schneidezähne gedrückt wurde, gibt später zu Protokoll, er habe seinen Hirschfänger gegen diese Anarchisten in begründeter Notwehr einsetzen müssen.

                      17 Uhr 15:
                      Am gemeinsamen Stand der Stillgruppe "Rumpelstilzchen" und des Betkreises schwangerer Hausfrauen flackert das nächste Scharmützel auf. Das Handgemenge mit dem benachbarten Info-Tisch der HIV-Selbsthilfegruppe Heringsmoor beginnt mit dem gegenseitigen Niederreißen der Transparente "Gib' Aids keine Chance - Kondome schützen" und auf der Gegenseite "Verhütung ist Mord - Kondome sind Waffen".

                      17 Uhr 31:
                      Unter dem kleinen Zeltdach der orthodoxen Bibelgruppe "Prohabilis eterna", die unter dem Motto "Latein ist Gottes Wort" allerlei Informationsmaterial feilhält, in dem frühchristliche Liturgieformen sowie Latein als Weltsprache gefordert werden, wächst die Nervosität über den zunehmenden Geräuschpegel des benachbarten Motorrad-Gottesdienstes. Nach der Predigt mit dem Thema "Wasser zu Wein - Öl zu Benzin, Jesus war ein Biker" und der Danksagung für das Überleben zahlreicher riskanter Überholmanöver der letzten Saison besteigt die gefürchtete Speed-Metal-Formation "Rammbock" die Bühne.

                      17 Uhr 33:
                      Am Ende seiner christlich-lateinischen Duldsamkeit angekommen, trifft der orthodoxe Religionswissenschaftler Dr. Johannes Görtz mit dem unkontrollierten Wurf einer 15 Kilo schweren, in Schweinsleder gebunden Hetzschrift gegen Martin Luther die vordere der 24 in Reih' und Glied abgestellten Motorräder, die in einer Kettenreaktion wie Dorninosteine aufeinanderfallen. 30 Sekunden später beschließt der Harley-Club Schmöllerheide eine gründliche Flurbereinigung des gesamten Geländes.

                      17 Uhr 40:
                      Rund um die St. Johannis-Kathedrale tobt eine Schlacht, wie sie seit 1109, seit der Erstürmung der Höcklager Senke durch den Hunnenprinzen Bernward der Schlächter, in dieser Gegend nicht mehr erlebt wurde. Mittendrin: Menschen wie du und ich, die in der Weihnachtszeit nur mal ein Stück weit Frieden spüren wollten.

                      Travel if you aim for certain values. By travelling the skies, the crescent becomes a full moon.
                      (Ibn Kalakiss, 13th century)

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                      • HarzerH Offline
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                        Harzer
                        schrieb am zuletzt editiert von
                        #11

                        Advent, Advent, ein Lichtlein brennt

                        erst ein, dann zwei, dann drei, dann vier und wenn das fünfte Lichtlein brennt

                        dann haste Weihnachten verpennt.

                        Leben und leben lassen!

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                        • Sandra2403S Offline
                          Sandra2403S Offline
                          Sandra2403
                          schrieb am zuletzt editiert von
                          #12

                          Weihnachtsfrau oder Weihnachtsmann ???

                          Im Sinne der Emanzipation
                          stellte sich jeder die Frage schon:
                          Warum heißt es "Weihnachtsmann" ?
                          Hörte es sich nicht besser an,
                          wenn es hieße "Weihnachtsfrau" ?
                          Nun ja, ich weiß es nicht genau.
                          Auf jeden Fall fiel es mir schwer,
                          käm da 'ne Frau mit Bart daher,
                          mir das Lachen zu verkneifen.
                          Weil Frauen doch gewöhnlich keifen,
                          erfreute es mich sowieso,
                          rief sie noch lauthals: Ho Ho Ho !

                          Man stelle sich vor, dann schwänge die Gute
                          während des Rufens auch noch ihre Rute.
                          Doch die Grenze zum guten Geschmack,
                          das wäre wohl der pralle ****.

                          Nach dieser Analyse des Geschlechtes
                          und im Eifer des Gefechtes,
                          ergeben meine Argumente dann:
                          Es kann nur heißen: "Weihnachtsmann" !

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                          • Sandra2403S Offline
                            Sandra2403S Offline
                            Sandra2403
                            schrieb am zuletzt editiert von
                            #13

                            Von drinn' vom Kaufhaus komm ich her,
                            Ich muß euch sagen, es schweihnachtet sehr!
                            Allüberall auf den Dekorationen
                            Sah ich deftige Preise thronen;
                            Und ringsum, an den klingelnden Kassen,
                            Drängelten, schubsten sich die Massen,
                            Und wie ich so auf der Rolltreppe stand,
                            Da packt' mich auf einmal von hinten 'ne Hand.
                            "Ruprecht Knecht", rief der Boß, "alter Gesell,
                            Hebe die Beine und spute dich schnell!
                            Jetzt wird es höchste Eisenbahn!
                            Die Portemonnaies sind zwar aufgetan
                            Doch Alt' und Junge sollten nun
                            Für die Gabentischen noch mehr tun;
                            Drum schick sie zur Hausbank, dort gibt es Kredite;
                            Das ist fürn Umsatz die ganze Miete!"
                            Ich sprach: "Na, gut, Boß, das läßt sich machen.
                            Wie ich seh', gibt's ja noch reichlich Sachen,
                            Ich wollte nur gerade mal schnell aufs Klo,
                            Bei Streß geht mir das immer so."
                            "Hast denn das Säcklin auch bei dir?"
                            Ich sprach: "Natürlich, das ist hier.
                            Denn Computerspiel' und Video
                            Machen die dümmsten Kinder froh."
                            "Hast denn die Rute auch bei dir?"
                            Ich sprach: "Die Rute, die ist hier;
                            Doch für Leut' nur, die nicht parieren,
                            Die bring' ich so zum Konsumieren."
                            Der Boß sprach froh: "So ist es recht!
                            Mach weiter Umsatz, treuer Knecht!"
                            Von drinn' vom Kaufhaus komm ich her;
                            Ich muß euch sagen, es schweihnachtet sehr!
                            Nun sprecht, wie steht's hier mit den Gaben?
                            Möcht' vielleicht noch wer was haben?

                            1 Antwort Letzte Antwort
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                              xadoo
                              schrieb am zuletzt editiert von
                              #14

                              Weihnachtsgedicht (sächsisch)

                              Drausn vom Wald, da kumm ich här,
                              unn isch muß Eich sochn, das war ziemlisch schwär.

                              Jetzt werd hier nich mehr rumgetratscht,
                              isch bin nämlisch extra für Eich hergelatscht.

                              Isch zuschelte ibor de glattn Gassn
                              un hab mein **** dreimal falln gelassn!

                              Doch nu bin isch hier in dor Scharfen Ecke.
                              Isch hab hier Geschenke für ne ganze Hecke!

                              Doch eh da jeder grischt sei Ding
                              da muß er erscht mal ä Liedl vorsing.

                              1 Antwort Letzte Antwort
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                                Sandra2403
                                schrieb am zuletzt editiert von
                                #15

                                Der Weihnachtsmann ist übel dran
                                Er muss jetzt alles tragen
                                Hat keinen Schlitten, kein Gespann
                                Hat nicht mal einen Wagen

                                Sein Antrag wurde abgelehnt
                                Die Gelder sind gestrichen
                                Das ist nun mal der große Trend
                                Man kennt das ja inzwischen

                                Auch mit mit der Bahn kann er nicht fahr´n
                                Die ist ja viel zu teuer
                                Und auf ein Auto noch zu spar´n
                                Verhinderte die Steuer

                                Die wird ja nun auf jeden Dreck
                                Auf jeden Pups erhoben
                                Und Leistungen, die fallen weg
                                So woll´n es die da oben

                                Der Weihnachtsmann fragt: Liebe Leut
                                Ja, wollt ihr mich verkohlen?
                                Soll´n sich die Kinder weit und breit
                                Die Sachen selber holen?

                                Da tönt´s: Wir sparen ganz gerecht
                                Bis alle Schuld beglichen
                                Und wenn du aufmuckst, alter Knecht
                                Dann wirst du auch gestrichen

                                1 Antwort Letzte Antwort
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                                  Sandra2403
                                  schrieb am zuletzt editiert von
                                  #16

                                  Australische Weihnacht
                                  Känguruh und Kängurine

                                  In Australien sieht so manches anders aus,
                                  schon im Sommer kommt da der Nikolaus.
                                  Auch Pfingstfrösche kennt dort ein jedes Kind,
                                  obwohl sie bei uns noch recht unbekannt sind.
                                  Zu Weihnachten gibts dort nie Schnee und Eis,
                                  die australische Weihnacht ist brüllend heiß.

                                  Zur vergangenen Weihnacht wars tierisch warm,
                                  Kängurine nahm lieb ihren Mann in den Arm,
                                  und flüsterte ihm in sein Känguruhohr,
                                  "heut Abend hab ich was ganz tolles vor.
                                  Unser Weihnachtsfest wird das schönste auf Erden,
                                  weil wir zusammen sehr glücklich sein werden."
                                  "Wenn du meinst", sagte der Känguruhmann,
                                  "dann fang ich geschwind mit dem wichtigsten an."
                                  Schon hoppste er los in Richtung Wald,
                                  weils dort einen Christbaum zu finden galt.
                                  Únd er bracht einen Baum, wohl 3 Meter groß.
                                  "So", sagte er stolz, "jetzt geht das Fest los."
                                  "Aber nein mein Schatz", sagte die Känguruhfrau,
                                  "das wichtigste fehlt, ich weiß es genau !"
                                  "Du hast recht", rief Kängu "jetzt fällt es mir ein,
                                  unser Tannenbaum darf doch nicht ungeschmückt sein."
                                  Einen Strohstern steckte er auf die Spitze,
                                  und verzierte die Zweige mit goldener Litze.
                                  Dazu Kugeln und Kerzen, bis es weihnachtlich war.
                                  "Jetzt können wir feiern, jetzt ist alles klar!"
                                  "Aber nein mein Schatz", sagte die Känguruhfrau,
                                  "das wichtigste fehlt, ich weiß es genau !"
                                  "Ja, natürlich", rief Kängu, "du hast völlig recht,
                                  ein Weihnachtsfest ohne Gebäck,das wär schlecht !"
                                  Für den Teig nahm er Mehl und auch Weihnachtsgewürze,
                                  für die Plätzchen Dosen, für sich selbst eine Schürze.
                                  Und dann gings ans Backen ! Fast 10 Dosen voll !
                                  "Ich bin fertig", rief Kängu, "jetzt feiern wir toll !"
                                  "Aber nein mein Schatz", sagte die Känguruhfrau,
                                  "das wichtigste fehlt, ich weiß es genau !"

                                  Sie zog aus dem Beutel geschwind,
                                  ein süßes, ein kleines, ein Känguruhkind.
                                  Denn zur Weihnacht gehören die Kinder dazu,
                                  beim Menschen genau wie beim Känguruh !

                                  1 Antwort Letzte Antwort
                                  Antworten Zitieren
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                                    #17

                                    Es war die Nacht mit Weih davor,
                                    Die Ente schlief im Ofenrohr,
                                    Fast alles ist genau wie immer -
                                    Selbst Opa furzt im Herrenzimmer.
                                    Das ganze Haus steckt voller Leute,
                                    Doch niemand ist zu hören heute.
                                    Liegt's vielleicht an der Weihenacht ?
                                    Neeeeein, Mama hat sie umgebracht !
                                    Im Festtagstrubel heute morgen
                                    Ist sie mal kurz verrückt geworden.
                                    So hat sie dann ganz ungeniert
                                    Die ganze Sippe ausradiert
                                    Ne Tasse Rattengift in' Stollen -
                                    Den gab's zum Frühstück für den Ollen
                                    noch zweimal kurz nach Luft geschnappt,
                                    Dann gab er schon den Löffel ab.
                                    Der Oma dann 'ne Stunde später
                                    'nen kleinen Sprengsatz ans Katheter -
                                    Noch nicht mal richtig ausgeschissen
                                    Hat sie's beim letzten Druck zerissen !
                                    Dann Tante Ruth, die olle Kuh,
                                    Kam in den Kühlschrank, Klappe zu,
                                    Die Nachbarn wollten nur was fragen -
                                    Die wurden gleich noch mit erschlagen,
                                    Danach mit Säge, Axt und Feile
                                    Den Onkel Heinz in kleine Teile.
                                    Zum Schluss die Kinder - s`war schon spät -
                                    Nach Bosnien als Care-Paket.

                                    Nur Opa sitzt noch am Kamin
                                    Und lässt genüsslich einen ziehn.
                                    Doch plötzlich fragt er sich ganz leise:
                                    Es ist so still, was soll die Scheisse ?
                                    Er macht sich auf und geht zu Mama,
                                    Die sitzt noch in der Speisekammer,
                                    Hackt aus dem Dackel Rehragout.
                                    Der Opa sägt verdutzt: "Nanu?,
                                    Du hast ja alle totgemacht,
                                    Was hast du dir dabei gedacht ?".
                                    "Ach weisst du", spricht sie reuevoll,
                                    "Ich hatte halt die Schnauze voll
                                    Vom vielen Krach und Weihnachtssegen,
                                    Vom Kochen, Backen, Waschen, Legen,
                                    Vom Gänsebraten aus der Truhe -
                                    Ich wollte einfach meine Ruhe !!"
                                    Der Opa bleibt gewurzelt stehn
                                    Und sagt: "Ich kann dich gut verstehn,
                                    prima danke toll gemacht,
                                    ich wünsch Dir frohe Weihenacht !"

                                    1 Antwort Letzte Antwort
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                                      Sandra2403
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                                      #18

                                      Des Forschers Heiligabend
                                      oder: Deadline 24th December

                                      Es ist schon still im Institut,
                                      sogar das Telefax jetzt ruht.
                                      In sanftem Licht bei schwachem Scheine
                                      stehen die Terminals alleine.

                                      Schneeflocken fallen leis' und sacht',
                                      weil das der Bildschirmschoner macht,
                                      ganz lautlos über'n Monitor.
                                      Kein Druckerschnarren dringt an's Ohr,
                                      nur die Standby-Diode brennt
                                      und flackert leicht. Es ist Advent.

                                      Da schließt der Forscher ohne Eil'
                                      g'rad' noch sein letztes Backupfile.
                                      Und als er legt die Akten hin,
                                      geht ihm so manches durch den Sinn.
                                      Er denkt an die Vergangenheit:
                                      "Von wegen gute alte Zeit!

                                      Manch' Stund' hat man mit Zeug verbracht,
                                      das heut' der Rechner ruck-zuck macht."
                                      Er denkt mit mitleidsvoller Mine
                                      an Blaupapier und Schreibmaschine
                                      und an das Warten auf die Post -
                                      wochenlang von West nach Ost.

                                      Heut' mit dem Fax, da geht das fix,
                                      und E-Mail erst: null-komma-nix,
                                      schon sind die Daten über'n Bus.
                                      So kommt er zu dem festen Schluß:
                                      "Heut' hat man's besser, keine Frage!"
                                      Und jetzt geht's in die Feiertage.

                                      Er hatte sich fest vorgenommen,
                                      nicht allzu spät nach Haus zu kommen.
                                      Heiligabend muß vor allen Dingen
                                      ihm Ruhe und Erholung bringen.
                                      Doch als er sich zum Heimgeh'n wandt',
                                      fällt ihm sein Schlüssel aus der Hand.

                                      Und als er sich nach diesem bückt,
                                      hat er ein Blatt Papier erblickt,
                                      das unabsichtlich offenbar
                                      zu Boden scheint's gefallen war.
                                      "Ach Gott," sagt er nach kurzem Lesen,
                                      "das hatte ich total vergessen."

                                      Da geht's - er hat es gleich gecheckt -
                                      um irgend so'n EU-Projekt,
                                      das lange schon mal ausgeschrieben.
                                      Die Bewilligung war ausgeblieben,
                                      doch nach Protesten und Beschwerden
                                      kann es nun neu beantragt werden.
                                      Ganz unten steht noch: "Just remember:
                                      Deadline: 24th December!"

                                      Zwar war im das nicht angenehm,
                                      doch im Prinzip auch kein Problem.
                                      Da er's schon mal beantragt hatte,
                                      ist es gewiß noch auf der Platte.
                                      Schnell raus mit E-Mail oder Fax.
                                      Termineinhaltung ist ein Klacks.

                                      Eine Kopie vom Erstantrag
                                      noch in der Aktenmappe lag.
                                      So denkt er: "Da mach ich mir's leicht!
                                      Der wird einfach nochmal eingereicht.
                                      Nur's Datum ist nicht aktuell.
                                      "Na, kein Problem, das hab'n wir schnell!"

                                      Trotzdem faßt er noch den Entschluß,
                                      daß er zu Haus Bescheid sag'n muß:
                                      'ne halbe Stund' er später käme,
                                      mehr Zeit das nicht in Anspruch nähme.
                                      Das Telefon zu Haus belegt,
                                      was unsern Forscher nicht erregt.

                                      So schickt er halt' ne Mail, ok,
                                      an frau.forscher@t-online.de.
                                      Nun froh an's Werk, jetzt wird sich g'sputet,
                                      mit frohem Pieps der Rechner bootet
                                      und schon geht's rund, schnell wie ein Pfeil:
                                      DOS, Windows, Word und Open File.

                                      Doch eines ist jetzt schon fatal:
                                      Wie hieß denn die Datei noch mal?
                                      Schau'n wir mal, was es da gibt.
                                      Abkürzungen sind ja sehr beliebt:
                                      wrzlbr.fmt und knrad.txt
                                      es ist schon manchmal wie verhext.

                                      Und man vernimmt ein leises Fluchen:
                                      "Ja Sakrament, da muß ich suchen."
                                      Nach einer Stunde, in der Tat,
                                      er die Datei gefunden hat.
                                      Sie hieß 'test.doc', es ist zum Flennen,
                                      das hätt' er sich ja denken können.

                                      "Na bitte," dachte er, "das paßt!
                                      Nur noch 'ne Kurzmessage verfaßt,
                                      das File als Anhängsel attached
                                      und dann ins Internet gequetscht.
                                      Vorher wie immer den Login,
                                      dann kriege ich das schnellstens hin."

                                      Doch kommt es nicht ganz, wie er meint.
                                      Denn was am Bildschirm da erscheint,
                                      das hätt' ihn beinah' umgehaun.
                                      Es steht da "LOCAL NETWORK'S DOWN!"
                                      Rasch die Hotline angewählt.
                                      "Das krieg'n wir schon!" - doch weit gefehlt:
                                      das Rechenzentrum menschenleer,
                                      am Heiligabend ist da keiner mehr.

                                      Dann klingelt noch das Telefon.
                                      Seine Frau mit lautem Ton
                                      entfacht 'ne Diskussion sofort,
                                      die schließlich endet mit dem Wort:
                                      "Dann heirat' nächstens dein Büro!"
                                      Das stimmte ihn jetzt auch nicht froh.
                                      Darauf versucht er einmal noch
                                      den Login, denn vielleicht geht's ja doch.

                                      Nach 10 Versuchen schmeißt er's hin:
                                      "Das hat doch alles keinen Sinn.
                                      Dann eben nicht mit Internet,
                                      das macht das Kraut jetzt auch nicht fett.
                                      Stattdessen drucke ich es aus
                                      und dann geht es per Fax hinaus."

                                      Doch wieder unser Forscher irrt.
                                      Er blickt den Ausdruck an verwirrt
                                      und er muß zugeben, daß man
                                      die Formeln nicht entziffern kann.
                                      Den Grund dafür, den kennt er schon:
                                      Das liegt sicher an der Word-Version.

                                      Der Text mit WinWord 2 geschrieben
                                      ist nicht ganz up-to-date geblieben.
                                      Dies Manko wird eliminiert,
                                      indem man Filter installiert,
                                      ein paar Fonts zusätzlich lädt,
                                      darauf in die win.ini geht,
                                      dort zwei drei Einträge editiert
                                      und dann reg.dat modifiziert.

                                      Zuletzt dann schließlich dreimal booten,
                                      das dauert nur ein paar Minuten.
                                      Nach drei Stunden hin und her
                                      lief dann überhaupt nichts mehr:
                                      Kein Word, kein Windows und kein DOS.
                                      Frustriert der Forscher d'rauf beschloß,
                                      den Rechner nunmehr abzuschalten
                                      und zu versuchen, nach der alten
                                      Tippex- und Schreibmaschinenweise
                                      den alten Antrag still und leise
                                      zu retouchier'n und wegzuschicken.
                                      Das sollt' ihm heute doch noch glücken.

                                      20 vor zwölf war es geschafft.
                                      Der Forscher völlig abgeschlafft,
                                      mehr wankt er schon, als daß er geht,
                                      schnurstracks bis zum Faxgerät.
                                      Den Antrag in den Einzugschacht,
                                      gewählt, doch - wer hätt' das gedacht -
                                      hört er nur das Besetzt-Signal
                                      und's Display zeigt: "ERNEUTE WAHL".
                                      Und so probiert erneut er 's wieder,
                                      die Laune ist total darnieder.

                                      Beim zehnten Anlauf endlich dann
                                      springt die Übertragung an.
                                      Dem Forscher geht nur durch den Sinn:
                                      "' s ist zwei vor zwölf, das haut noch hin!"
                                      Wie er sich freut, nah'zu unbändig,
                                      zeigt's Display: "SENDUNG UNVOLLSTÄNDIG".

                                      Es kracht die Faust, die keiner hält,
                                      zack-bumm auf das Bedienungsfeld.
                                      Und bei diesem Faustschlag im Affekt
                                      ist's Faxgerät total verreckt.
                                      Es trifft dies unsern Forscher schwer:
                                      Jetzt ist es aus, jetzt geht nichts mehr!

                                      Am Boden liegend sieht er dann
                                      das Blatt Papier, mit dem's begann.
                                      Fast rasend schnaubt er: "Just remember:
                                      Deadline 24th December!"
                                      Als er das Blatt zerreißen will,
                                      wird er mit einem Male still.
                                      Da sieht er, daß es in der Tat
                                      auch rückseits noch was stehen hat.
                                      Da steht - das sieht er jetzt ganz klar -
                                      "Wiederholungsanträge bis Ende Januar."

                                      Perplex steckt er nun den Antrag
                                      einfach in einen Briefumschlag,
                                      Adresse d'rauf und, ohne Drang,
                                      ab damit in den Postausgang.
                                      Schwer hat der Abend ihn geplagt,
                                      doch jetzt scheint's endlich abgehakt,
                                      und er tritt unverzüglich dann
                                      den wohlverdienten Heimweg an.

                                      Busse fahr'n zwar längst nicht mehr,
                                      doch nimmt der Forscher das nicht schwer
                                      und er beschließt zu Fuß zu laufen,
                                      um gute, frische Luft zu schnaufen.
                                      Ganz still ist es um diese Zeit,
                                      die Landschaft liegt im Winterkleid,

                                      Schneeflocken fallen sacht und leis',
                                      rings um ihm her nur tiefes Weiß.
                                      Man hört nichts Lautes, und im Dunkeln
                                      vereinzelt ein paar Sterne funkeln.
                                      Auf seinem langen Weg nach Haus'
                                      kramt manch' Erinnerung er aus.
                                      Viel fällt ihm ein, während es schneit,
                                      aus der guten alten Zeit.

                                      1 Antwort Letzte Antwort
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                                        #19

                                        Weihnachten Im Jahr 2022'

                                        Als Jesus 1.0 das Licht der Welt erblickte.

                                        Nach einem Totalabsturz seiner Zentralrechner hatte Kaiser Augustus kein rechtes Vertrauen mehr in seinen Administrator Billgatus. Deshalb ließ er ein Rundmail schicken und wies seine Communities an, die Einwohnerzahlen durchzurechnen. Damals war es noch nicht möglich, alle Bürger per digitalem Fingerabdruck zu registrieren, und die Programmierer konnten auf die Schnelle keine entsprechende Applikations-Lösung finden. Aus diesem Grund sollten sich Mary und Jo in Ihrer Heimatstadt Bethlehem Valley persönlich melden. Für Mary gestaltete sich diese Arbeitsreise sehr strapaziös, da sie kurz vor der Geburt von Jesus 1.0 (Messias Application) stand. Über die Online-Auktionen hatten sie keinen günstigen Last-Minute-Flug nach Bethlehem Valley mehr ersteigern können, da der Server ausgefallen war. Per Handy versuchten sie von unterwegs, ein Hotel zu buchen. Doch es war Messe in Bethlehem Valley (Glaub-IT) und sämtliche Betten belegt.

                                        Nach langem Suchen und mit Hilfe der Datenbank des Touristik-Centers fanden sie doch noch ein billiges Zimmer, allerdings ohne jeden Komfort: weder Telefon noch Fax, weder Fernsehen noch Internet-Zugang. Kaum in der Unterkunft, setzten Marys Wehen ein. Mit Hilfe der Teleauskunft versuchte Jo, eine Hebamme zu erreichen. Auch die Zimmernachbarn Mr. Donkey und Mr. Ox halfen mit. Doch sie erreichten immer nur die Voice-Mails der Hebammen. So musste Jo den Geburtshelfer spielen. Zum Glück hatte er den ersten virtuellen Geburtsvorbereitungskurs mit Auszeichnung abgeschlossen. Und kurze Zeit darauf erblickte Jesus 1.0 das Licht der Welt. In diesem Moment begann das GPS-System der drei Weisen aus dem Morgenland verrückt zu spielen und ihnen den Weg zu weisen. Die drei Entwickler Balthasar, Kaspar und Melchior folgten den angezeigten Daten und brachten dem kleinen Messias als Geschenke die neuesten technischen Errungenschaften mit: ein Dual-Band-Handy, einen diebstahlsicheren Organizer und einen DVD-Player.

                                        Um die Menschheit über diese Neuigkeit zu informieren, fotografierten sie Jesus 1.0 mit der mitgebrachten Digitalkamera und stellten seine Geschichte per Notebook gleich ins Internet.

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                                          #20

                                          Wie feiert ein Schotte 4. Advent?

                                          Mit einer Kerze und drei Spiegeln

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