Fluglostsen streiken in Spanien
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Ach du Scheisse pardon - ich fliege mit meiner Cousine vom 18.8. - 28.8. nach Mallorca und wenn ich das jetzt sehe, kann uns durch den Urlaub ein Strich gemacht werden wegen diesen unverschämten gierigen Fluglotsen????
Tschuldigung bin grade entsetzt und angefressen, sehe meinen hart erarbeiteten und seit Jahren mal wieder ersten Flugurlaub in ernster Gefahr :(.
Besorgte Grüße
Tamara -
Jetzt macht Euch mal nicht verrückt - wer weiß, wie es dann letztendlich ausfällt...vielleicht wird ja kurzfristig noch eine Schlichtung einberufen etc.....Wie oft haben schon die Airliner der dt. Fluggesellschaften Streiks angedroht und im Endeffekt wars nur höchstens für ein paar Stunden am Vormittag mal, wo nur einzelne Flüge betroffen waren.....Also abwarten und keine Panik erst mal!!
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Da kennst Du aber die Südländer nicht.
Wenn die mal Streik androhen, dann machen die das auch.
Die lassen sich halt nicht alles gefallen , wie wir . -
AKTUELLER STAND
Auch gestern sass man wieder am Verhandlungstisch bis spät in die Nacht, OHNE zu einer Lösung zu kommen. Beide Parteien sagen jedoch dass "man sich näher gekommen sei".
Profilaktisch will man nächste Woche ca. 40 Fluglotsen des Militärs zu einer "Adaptierungsschulung" schicken, obwohl die Militärlotsen sagen dass ihnen die Qualifikation für die Flugüberwachung im zivilen Luftverkehr fehlt. Viele kämen dafür auch gar nicht in Frage weil sie ungenügend Englischkenntnisse haben.
Eine kurzfristige Einigung ist zwar nicht unmöglich aber kompliziert, denn beide Parteien beschuldigen die andere für die momentane Situation. Während die Lotsen von nicht akzeptablen Arbeitsbedingungen und totaler Überforderung sprechen, sagt das Ministerium und die Luftfahrtbehörde dass es den Lotsen auschliesslich darum ginge nicht ihre Rechte sondern ihre Privilegien verteidigen zu wollen.
Die Lotsen 'spielen' mit der Tatsache dass sie keine festen Termine eines möglichen Streiks nennen (um den Behörden keine Reaktionszeit zu geben). Die Touristikbranche spricht - im Falle eines Streiks - von Verlusten von mindestens € 40 Millionen/Tag spanienweit. Die Verunsicherung der Gaste hätte jetzt schon zu Stornierungen geführt.
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Vielleicht wendet sich alles noch zum Guten. Laut "El Pais" sind fünf Punkte der insgesamt zwölf Forderungen bereits einvernehmlich gelöst. Vor allem ein Punkt sorgt noch für "Streiterei". Nämlich der, dass die Fluglotsen uneingeschränkt 365 Tage für den Dienst zur Verfügung stehen.
fio -
@fio
Eigentlich sollten wir den span. Fluglotsen dankbar sein, das sie auf die
Unzumutbaren Zustände intern. Aufmerksam machen.
Ich würde auch nicht gerne für meinen Arbeitgeber 365 Tage im Jahr zur Verfügung stehen. Ausserdem geht es hier um unsere Sicherheit & da sollte man eigentlich
Solidarität mit den Fluglotsen zeigen.
Das ist ein knochenharter Job & ein kleiner Fehler kann schon eine grosse Katastrohe auslösen.
Da komm' ich lieber etwas später an mein Urlaubsziel an als garnicht. -
...und dazu werden wieder die Urlauber als "Geisel" genommen. Hauptferienzeit, keine Infos ob und wann und wielange ein Streik dauern wird....
Da hält sich meine Solidarität doch in äußerst engen Grenzen.
Und auch die Hotelbetreiber in Spanien dürften nach dem Vulkanascheregen und der miesen letzten Saison nicht ganz erfreut sein. -
**Eigentlich sollten wir den span. Fluglotsen dankbar sein, das sie auf die ** wrote:
Unzumutbaren Zustände intern. Aufmerksam machen.Das wohl nur 'bedingt' (laut Ausssagen des Ministeriums). Das sind - im Prinzip - wohl die selben Umstände wie seit Jahren (Jahrzehnten?). Ist irgendwie schon 'komisch' dass diese Umstände ausgerechnet erst dann zur Grund zur Debatte werden wenn es um den 'Geldbeutel' der Fluglotsen geht.
In Spanien wurden vor ein paar Monaten, krisenbedingt, ab sofort die Gehälter ALLER Beamten um durchschnittlich 5% herabgesetzt und für das Jahr 2011 'eingefroren' ... ausser dem der Fluglotsen. Beim 'Mann auf der Strasse' finden - in Spanien - die Fluglotsen mit ihren jetzigen Forderungen und ihrem Verhalten kaum auf auch nur die geringste Sympatie. Einige - sehr vereinzelte - Fluglotsen haben inzwischen auch das Verhalten der 'Führer' und des gesamten Kollektivs öffentlich stark kritisiert.
Wenn die Lotsen streiken wollen bzw. ihr Missgunst gegen die Massnahmen der Regierung zum Ausdruck bringen wollen gibt es bestimmt genauso wirkvolle Methoden dies zu tun ohne dass das zu Lasten der Fluggäste - auch den ausländischen Touristen - und der gesamten Touristikbranche des Landes geht und verheerende, wirtschaftliche Folgen haben kann.
Auch wenn sie streiken: der gesetzlich festgelegte Minimumdienst während eines Streiks ist im Falle der Fluglotsen mit 90% der normalen Besetzung festgelegt. Es scheint jetzt schon klar zu sein dass im Falle eines Streiks diese Minimumbesetzung NICHT eingehalten werden wird und sich - wie vor ein paar Wochen - plötzlich (will heissen: geplant und vorsätzlich) zusätzlich viele der Lotsen krankschreiben lassen werden um sicherzustellen dass das Land - und Teile des Auslands - lahmgelegt wird.
Mein Mitleid hält sich ebenfalls sehr in Grenzen.
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Aber das herabsetzen der Gehälter hat wohl mit dem Staatsdefizit Spaniens zu tun , um das einhalten zu können bzw nicht noch mehr Schulden zu machen.
Mal ganz davon abgesehen, wer einen verantwortunsvollen Job hat, sei es Pilot oder Fluglotse sollte auch entsprechendenden Lohn erhalten.
Da die spanische Regierung aber vor hat, die Ruhezeiten der Lotsen zu senken,
kann ich deren Ärger gut nachvollziehen - oder geht einer von Euch gerne unausgeschlafen zum Job & kann seine Arbeit dann auch noch 100% korrekt erledigen bzw wenn Euer Chef euch vom WE einen Tag streichen würde?
Bisher leistet ein spanischer Lotse lt. Tarifvertrag im Jahr 1000 Arbeitsstunden.
Einige von Ihnen kommen auf bis zu 600 Überstunden und damit auf ein Jahresgehalt von 350.000 € ( Quelle: serioese Tageszeitung) Ich vermute mal, das die span. Lotsen einen grösseren Luftraum zu betreuen haben, als unsere dt. Kollegen, und somit auch mehr verdienen.
Aber warum ist das so? Weil sie für den Tourismus & für den eurpäischen Luftraum
unentbehrlich geworden sind.
Wir fliegen das ganze Jahr nach Spanien sei es zu den Balearen, Kanaren oder zum Festland. Ohne sie käme der komplette Flugverkehr - das gleiche gilt für die Flüge, die durch den spanischen Luftraum fliegen, um Interkontinentale Ziele erreichen zu können, zum erliegen.
Und das haben sie spitz bekommen & können so nun ihre Monopolstellung "ausnutzen" & Forderungen stellen bzw pokern.
Man sollte keine überzogenen Forderungen stellen, aber wir würden auch protestieren, wenn wir einen Tag weniger WE bzw Erholungsphase hätten oder ?Spanische Medien tippen auf ein Streikdatum nach dem 16. August.
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Hallo,
habe gerade gelesen, dass ein Streik mind. 10 Tage vorher angekündigt werden muss! Von daher sind die Flüge bis einschl. 16. August 2010 schon mal "gesichert"
Hoffe die Spanier werden sich bald einig.
@Terrorkrümel73:
ganz sicher bin ich den Lotsen im Falle eines Streiks NICHT dankbar....verdienen diese Leute nicht schon genug?
Anscheinend ist bei denen der Größenwahn ausgebrochen.
Fliegst du selber zu der Zeit nach Spanien? Wenn es so wäre würdest du mit größter Sicherheit auch anders denken....mich wurmt nur diese Ungewissheit, dass man nichts sagt....z.B. wenn wir streiken, dann von....bis... und nicht eventuell...
Ich finde es unmöglich die Leute so auflaufen zu lassen...wüsste ich es würde genau dann gestreikt werden wenn wir fliegen...dann würde ich mich schnellstens mit meinem RV erneut in Verbindung setzen und mich auf ein anderes Urlaubsland umbuchen lassen.
Wobei wir wieder da wären, dass ich sage dass die Leute gar nicht wissen was sie Ihrem Land (Spanien) damit antun würden. Schließlich sichern die Urlauber und Geschäftsreisenden deren Jobs.
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Das letzte Argument kannst Du schon mal knicken.
Wenn der mögliche Streik vorbei ist werden weiterhin Urlauber, Geschäftsreisende und andere wieder nach von Spanien fliegen, da kannst Du ganz sicher sein.
Der wirtschaftliche Schaden für das Land und nicht nur im Tourismus ist eine andere Sache. -
Und? Haben die Streiks z. Bsp. der DB bei uns darauf Rücksicht genommen?
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@deifi
Ein verantwortungsvoller Job sollte gut bezahlt werden.
Fakt ist aber, wer einen groesseren Luftraum zu betreuern hat, hat auch mehr Flugbewegungen zu verzeichnen .
Da wir immer oefter verreisen, BilligAirlines noch dazugekommen sind, sind natürlich auch die Flugbewegungen angestiegen - daraus resultiert Mehrarbeit, höhere Belastung & die hohe Überstundenanzahl jedes Lotsen.
Klar sollte man keine überzogenen Forderungen stellen.Aber wenn die span. Regierung über Kürzung der Ruhezeiten nachdenkt, dann würde ich als Lotse auch mein Veto einlegen.
Erinnerst Du dich an den angedachten Streik der LH Piloten?
Da standen über die Hälfte der befragten Passagiere hinte ihnen - und immer wieder viel das Wort Sicherheit.
Der Zeitpunkt, Hauptferienzeit, nicht gerade passend, aber wirkungsvoll um Druck auszuüben.
Klar fliege ich auch nach Spanien.
Auch wenn ich mich nun wiederhole - ich komme lieber später am Urlaubsort an als
als garnicht - auch wenn mir dann ein paar Std. verloren gingen.
Sicherheit geht vor. -
AKTUELLER STAND
Gestern Nacht wurden die Verhandlungen unterbrochen gerade als man dachte zu einer Einigung gekommen zu sein. Man hatte sich über mehr als die Hälfte der offenstehenden, 14 Punkte geeinigt. AENA bestand darauf, im Hinblick auf diee bevorstehenden Einigung, dass die Fluglotsen die Streikdrohung zurückziehen und den möglichen Streik entgültig absagen (behauptet EANA). Die Vertreter der Lotsen waren geteilter Meinung und sie beschlossen diese Entscheidungen dem Führungsgremium der Lotsen in einer Versammlung - angeblich heute - zu unterwerfen. Die Lotsen sagen, dass man die Gespräche unterbrochen hätte weil AENA sich geweigert hätte weiter zu verhandeln bevor der Streik nicht entgultig abgesagt würde.
Die Entscheidungen der heutigen Sitzung des Führungsgremiums der Fluglotsen wird den weiteren Verlauf der Situation und der Verhandlungen bestimmen.
Schon gestern liessen Vertreter des Ministeriums verlauten, dass - laut spanischer Gesetzgebung - die Regierung anordnen könnte dass beide Parteien sich dem verbindlichen Urteil eines neutralen, von der Regierung berufenen 'Schlichters' unterwerfen müssten.
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Guten Morgen Bernat,
Vielen Dank, dass Du uns so aktuell auf dem Laufenden hälst!
Was ist eigentlich der Hauptstreitpunkt, die Gehaltskürzungen oder die Kürzung der Ruhezeiten? Wie sehen die eigentlich aus? Gibt es da z.B. immense Unterschiede zu den Ruhezeiten bei Ärzten nach einer 36 oder 48 Stunden-Schicht? Da liegt ja auch immense Verantwortung in Bezug auf das Leben und die Gesundheit der Patienten.Wenn jetzt die Ruhezeiten extrem gekürzt werden sollen, so dass ein ausgeruhtes und waches Arbeiten aufgrund mangelnder Ruhepausen NICHT möglich ist - somit ja Sicherheitsrisiko weil sich durch Übermüdung Fehler einschleichen und womöglich Leben in Gefahr sind - und dies der Hauptgrund für den Streik ist, dann könnte ich das auch verstehen. Geht es jedoch primär um mehr Knete als ne Art Trostpflaster für die gekürzten Ruhezeiten, dann kann ich den Streik nicht verstehen, weil dann nicht die Sicherheit sondern die Geldgier im Vordergrund stünde.
Gruß
Tamara -
Am 30. Juli wurde - ohne vorherige Gespräche mit den Fluglotsen - ein Gesetz verabschiedet in dem die Abeitzeiten der Lotsen geregelt werden.
Folgendes wird hier festgelegt:
- alle 2 Arbeitsstunden 30 Minuten Pause
- minimum von 12 Stunden Unterbrechung zwischen 2 Schichten
- zwischen 48 und 60 Arbeitsstunden wöchentlich
- maximal 1.670 Arbeitsstunden/Jahr + 80 Überstunden
- Bereitschaftsdienst maximal 20 Stunden, maximal 2 Bereitschaftsdienste innerhalb 6 Tagen
Gegen die Arbeitsstunden haben die Losten wohl nichts einzuwenden. Sie wollen diese Stunden aber so verteilen dass man 4 Tage arbeitet und dann 2 Tage frei hat, und dass die zusätzlichen Notwendigkeiten und Bereitschaftdienste durch Freiwillige gedeckt werden und nicht als Teil der geregelten Festarbeit.
Bestandteil der Verhandungen sind auch Themen wie eine bessere Verteilung der Arbeitslast, Umschichtung der Besetzung der verschiedenen Arbeitsplätze, das Arbeitsverhältnis der Lotsen ab 57 Jahren, Weiterbildungs - und Schulungsbedingungen, etc., etc.
Bei Abbrechen der Gespräche gestern Nacht hatte man angeblich eine Einigung in mehr als der Hälfte der scheinbar 14 Streitpunkte erreicht.
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Terrorkruemel73 wrote:
.............. Ich vermute mal, das die span. Lotsen einen grösseren Luftraum zu betreuen haben, als unsere dt. Kollegen, und somit auch mehr verdienen. .........................Einen größeren Luftraum müssen sie nicht betreuen. Eher das Gegenteil, da Spanien wesentlich mehr Verkehrsflughäfen hat als DE. Und sich somit die Gebiete auch verkleinern.
Was aber sehr arbeitsaufwendig ist, sind dann die einzelnen Landeanflüge bzw. Abflüge. Von den täglich tausenden Rollvorgängen gar nicht zu reden.
fio
