Das Oktoberfest vor dem Kollaps!
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Als leidenschaftlicher und langjähriger Wiesngänger möchte ich mal ein paar Eindrücke von der Wiesn 2010 hier schildern.
Es ist durchaus bekannt, dass gerade an den Wochenenden der Ansturm auf die Wiesn (Theresienwiese) sehr groß ist, aber dieses Jahr wurde alles getoppt.
An den Samstagen und Sonntagen wurden die ersten Besucher um 6 Uhr morgens gesichtet, wobei ich zugeben muß, dass dies absolut berechtigt sein kann, wenn man für mehrere Personen ein Tisch ergattern will.
Am Eröffnungstag war noch vor dem Anstich das Gedränge und Geschiebe vor meinem Stammzelt so groß, dass man innerhalb von wenigen Sekunden draußen von einem Eingang zum nächsten geschoben wurde. Weinende Mädchen in absoluter Panik waren hier kein Ausnahmefall. Atemluft blieb weg, was nicht allein am engen Schnüren des Dirndls lag.
Meine Freundinnen, die selbst als Bedienungen arbeiten, haben diese Situation durch die Zeltfenster verfolgt und meinten auch, dass sie sowas noch nicht gesehen hätten.
Zumindest wurde der Einlass ins Zelt dieses Jahr durchaus gut geregelt, so dass wenigstens keine Leute überlaufen bzw. ertrampelt wurden, nachdem sich ne Zelttüre öffnete.
Es gab Tage, an welchen die Besucher durch den MVG und MVV, sowie die Polizei gebeten wurden umzudrehen und an einem anderen Tag wieder zu kommen.
War man dann mal im Zelt, was durchaus mittlerweile ne kleine Kunst ist, so kam es, dass man teilweise 45 Minuten oder länger anstehen mußte, um ne Toilette aufsuchen zu können.Da auch viele Touristen sehr enttäuscht waren, dass sie nun zwar in München wären, teure Hotelzimmer gezahlt hätten, aber dennoch in kein Zelt reinkommen würden, hier ein paar gutgemeinte Ratschläge meinerseits.
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Nicht an den Wochenenden aufs Oktoberfest gehen. Lieber Urlaub nehmen und unter der Woche gehen. Klappt dies und erscheint man bereits vormittags, bekommt man auch nen Platz ohne Reservierung.
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Rechtzeitig um Zimmer kümmern, nicht 2 Wochen vorher
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Genug Vorabinfos einholen was Wartezeiten usw.... betrifft.
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Es heisst "Mass" (spricht man wie "Fass") und nicht Maaaaaas, und kostet wirklich fast 10 Euro.
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Wer nicht zur Wiesn kommt, den belästige ich auch an Karneval nicht in Köln oder Düsseldorf.

Danke!
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Sehr schön geschrieben, Kessi !
An Wochenenden ist die Wiesn nur mehr Ballermann, darum geht der Münchner auch da gar nicht mehr hin.
Sehr schön dein bayr. Sprachkurs.
Münchner Grüße
Waltraud -
Gegen Ballermann-Stimmung habe ich nichts, aber ich bevorzuge auch die Werktage!
Leider war ich aus beruflichen Gründen bei der Wiesn 2010 auch dazu gezwungen vorwiegend an den Wochenenden zu gehen.
Dieses Jahr wird das aber wieder anders werden.Was die Touristenschwemme an den Wochenenden betrifft, rate ich nur jedem von den Wochenenden ab. Ok, klar will man zumindest 1 x im Leben dort gewesen sein, aber dafür sind die Gesichter auch umso enttäuschter, wenn sie dann vor den Zelten stehen und nirgendwo mehr reinkommen, weil seit den Morgenstunden alle Zelte wegen Überfüllung geschlossen sind.
Ich persönlich habe meist meine 1-2 Tische, aber ich bestimme dann auch selbst wer dort noch sitzen darf. - Und da werden Bayern absolut bevorzugt aus mehrerlei Gründen. Man will ja schließlich flirten und vielleicht ergibt sich mehr, dann ist es mir lieber, wenn die Person aus dem näheren Umland kommt.
Hat ja schon mal geklappt und es wurden über 2 Jahre daraus.
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Kessi wrote:
4. Es heisst "Mass" (spricht man wie "Fass") und nicht Maaaaaas, und kostet wirklich fast 10 Euro.- Wer nicht zur Wiesn kommt, den belästige ich auch an Karneval nicht in Köln oder Düsseldorf.

zu 4.: Vor Jahren in einem Biergarten im Englischen Garten: Ein Freund bestellte zugegebenermaßen ein (e?) "Maaaaas". Bedienung: " A wos?" (Sie verstand ihn nicht) Er: "Ein Maaaas". Bedienung: "Des heisst "a Moaß"!"

Also wie denn nun, "Mass" oder "Moaß"?zu 5.: Du darfst gerne trotzdem nach Kölle oder Düsseldorf kommen!
- Wer nicht zur Wiesn kommt, den belästige ich auch an Karneval nicht in Köln oder Düsseldorf.
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Kessi wrote:
4. Es heisst "Mass" (spricht man wie "Fass") und nicht Maaaaaas, und kostet wirklich fast 10 Euro.Liebe Kessi,
hier muss ich Dir leider widersprechen - zwar wird die Maß wie "Fass" ausgesprochen, aber mit "ß" geschrieben.

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Auf der Wiesn trinkt der Bayer dann eine Maß mit "ß". Alle anderen,teils abenteuerlichen, Schreibweisen von "Mass" über "Maaß" bis "Maas"sind schlicht und ergreifend falsch.
Quelle: Oktoberfest
Auch der Duden kennt die Maß noch. -
Danke chepri fürs posten!
A Maß werd oiwei a Maß bleim, Rechtschreibreform hin oder her! 
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Danke Kessi für den guten Beitrag - der vorallem treffend war

Ich arbeite auf der Wiesn und letztes Jahr war es wirklich der Wahnsinn...
Noch ein Tipp wenn es doch unbedingt ein Wochenende sein muss:
Am letzten Wiesn Sonntag herrscht fast Platzgarantie in den Zelten! -
@__Maß->Mass für Dosige und Zuagroaste__

Ah geh weida, dees is doo mia wurschd, wia ma dees iatz auf Houchdeidsch schreibd, Haubdsach, schmegga duads ma, mei Mass Bier

Zitat:
Bis 1996 ließ sich die "Maß" Bier rein theoretisch verschieden aussprechen: Mit langem oder mit kurzem a. So etwas geht seit 1996 nicht mehr. Die Entscheidung zwischen "Maß" Bier und "Mass" Bier bei der Schreibung im Standarddeutschen wäre eigentlich ein Leichtes, wären da nicht unsere Landsleute aus dem "Hohen Norden" und deren Spezln in der Redaktion des Duden! Sie alle beharren auf der Aussprache mit langem aund schreiben daher "Maß".Außerhalb der bairischen Sprache existiert das Wort "Maß/Mass" für den Liter Bier gar nicht!
Kein Norddeutscher versteht auf Anhieb, was damit überhaupt gemeint ist.Im Norden gibt es ein "kleines" (0,2 Liter) oder "großes" (0,4 Liter) Bier, bei uns vulgo "Breißn-Hoiwe" genannt.
Literkrüge sind außerhalb Bayerns in der Regel nicht vorhanden, demnach auch keine sprachlichen "Maßn/Massn".
Wahrscheinlich rührt daher auch die norddeutsche Unsicherheit her, ob es "die" oder "das" Maß/Mass Bier heißt. Unsere Landsleute deswegen zu derblecken, bringt nichts!

Die Maßeinheit basiert sprachlich auf dem mittelhochdeutschen Wort "diu(= die) maze", das damals tatsächlich mit langem a gesprochen wurde. Mit diesem Wort wird laut Johann Andreas Schmeller - siehe sein "Bayerisches Wörterbuch" - ein "landesübliches (=bayernweites) Schenk-Maß für Flüssigkeiten, namentlich Bier, der 60. Teil eines Eimers" nämlich, bezeichnet.
Wenn mittelhochdeutsche Zweisilbler, die einen langen Vokal vor einem z (gesprochen als ß) in der Mitte haben, zu Einsilblern geworden sind, wird dieser Vokal gekürzt! Es heißt also "die Mass", wobei nach neuer Rechtschreibung das -ss die Kürze des Vokals vermittelt.
Schwoabds oiso engga "Maß" owe, liebe Norddeutsche und Zuagroasde, auch wenn der Duden diese neben der Mass-Schreibung noch erlaubt.
Fragt sich nur, wie lange noch!somit hat brujerarecht

und im Frankenländla is des ganze nu schlimma
wir kenn ja net zu Bayern
des is für uns a Zinserla 
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Sogts hoit: "De Bayern trinken Bier aus gläsernen Eimern" !

@adrian martin: Preißn-Hoibe, net Breißn-Hoibe, sonst ois richtig erkannt.
pfiat eich
Waltraud -
na, die muss man weich aussprechen

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Überflüssiges Zitat von der gleichen Seite entfernt, da ein @user vollkommen ausreichend ist.
@freakinstacey
Ok, dann eben Maß! - In dem Punkt gebe ich mich geschlagen!Dennoch hat ja freakinstacey scheinbar meine Ausführungen bestätigt.
Vielleicht kann sie ihre Eindrücke und Tipps hier noch etwas erweitern.
Es ist ja nicht böse gemeint! - Es werden eben immer mehr Leute, die zwar nach München kommen, aber quasi unverrichteter Dinge wieder abreisen müssen.
Ich denke, dass eine Mitschuld auch diverse Busreise-Veranstalter usw.... trifft, die zwar die Leute hinkarren, aber die Ankunft zu Uhrzeiten erfolgt, zu welchen ein Einlass ins Zelt geradezu unmöglich ist.
Da würde ich so ne Tour generell überdenken! -
Überflüssiges Zitat von der gleichen Seite entfernt, da ein @user vollkommen ausreichend ist.
@adrianmartinTja, Wikipedia ist sich diesbezüglich aber dann doch nicht so ganz einig!
Um also die richtige Aussprache zu vermitteln, lag ich dann doch richtig.
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Im Prinzip kann ich das alles nur bestätigen was du geschrieben hast, Kessi.
Ich fand es wahnsinnig voll letztes Jahr. Noch dazu war es ja das erste Jahr mit dem Rauchverbot in den Zelten was zu einem ganz schönen Chaos geführt hat.
Wie ich bereits sagte, wenn man am letzten Wiesn Wochenende in unser schönes München kommt ist es VIEL besser. Da geht es nicht mehr zu und man hat wirklich die Möglichkeit die Wiesn genießen zu können. Grade das Italiener Wochenende war sooo gut besucht, das man nur noch durch die Straßen geschoben wurde. Die U-Bahnen waren maßlos überfüllt und man hat kaum noch Luft bekommen. Da macht das ganze natürlich keinen Spaß mehr.
Wenn man unbedingt zur Wiesn kommen möchte, dann auf jeden Fall früüüühzeitig buchen. Und wenn man früh genug dran ist, kann man auch problemlos in den meisten Zelten einen Tisch reservieren. Ich finde auch, dass es nicht sonderlich teuer ist. Gut, man muss einen ganzen Tisch "nehmen", sprich für 10 Leute und Getränke- und Essensmarken dazu kaufen im Wert von 100€ aber ich find das wirklich in Ordnung. Reservierungen werden ja nur zu bestimmten Zeiten in bestimmten Bereichen des Zeltes vergeben somit sind diese Bereiche auch meist nicht sooo voll und man kann vernünftig essen. Denn wenn man zu 14. an einem Tisch sitzt macht das Essen keinen Spaß mehr.
Und noch was, was mir dieses Jahr extrem aufgefallen ist - als Bedienung muss man eben schnellstmöglichst zu den Gästen kommen. Wenn man dann mal mit jemandem zusammen stößt oder irgendjemand ein paar Tropfen Bier abkriegt ist das doch verständlich oder? Schließlich will ja jeder so schnell wie möglich seine Maß (!! ;)) Bier haben
In diesem Sinne - auf eine friedliche Wiesn 2011
