Habt ihr Bedenken euren Urlaub in arabischen Ländern zu buchen?
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Nur mal so am Rande ist Gaddafi der dienstälteste Herrscher und somit dauert es wohl ein wenig länger, bis dort "die Lunte brennt" ...
Allerdings ist das für meine persönliche Einschätzung eine zu kontroverse Thematik für ein "Reiseforum" und ich möchte daher nicht vertiefen. -
@demi
Ich kenne Kirchen seit frühester Kindheit und kann zumindest den Unterschied zwischen Deutschland (hier auch Nord / Süd), Frankreich, Italien und Spanien einschätzen.
Dass manch prunkvolle Kathedralen / Kirchen aus längst vergangenen Zeiten nicht die heutige Einstellung eines Volkes zur Religion wiederspiegeln, ist ohne jeden Zweifel.
Sie zeigen aber die Macht der Kirche in früheren Jahrhunderten, die Macht des Malteser / Ex-Johanniterordens... und dies ist Teil der Geschichte des Landes.
Bestes Beispiel - und auch immer noch aktuell - das Kykkos Kloster - und sei es nur die Geschichte der letzten Jahrzehnte.
Eine alleinige Besichtigung - nein, die reicht nicht. Hintergrundwissen ist schon notwendig. -
Kourion wrote:
Eine alleinige Besichtigung - nein, die reicht nicht. Hintergrundwissen ist schon notwendig.Das Hintergrundwissen ist der springende Punkt. Beispiel Moschee: Ein Reisender ohne Hintergrundwissen besucht in Cairo die Ibn Tulun Moschee und kurze Zeit später in einem kleinen Dorf das Bethaus. Denkst du ihm fällt auf, dass beide als Gemeinsamkeit haben, ohne Bilderschmuck zu sein und welchen Grund das hat?
Ein unbedarfter Reisender wird auch keinerlei Zusammenhang zwischen der westgotischen Kirche San Pedro de la Nave in El Campillo und der Kathedrale von Santigo de Compostela erkennen.
Ich bin immer wieder erstaunt, in welchem Tempo sich die typischen Ausflugstouristen durch Sehenswürdigkeiten treiben lassen, Orte, für die ich Stunden brauche und diese deshalb nicht nur einmal, sondern öfters aufsuche.
Nur wer auch Interesse an etwas hat, wird bereit sein, die Kultur zu entdecken. -
@chepri
Ja, die Zeit, das Tempo bei den Ausflugstouren...
Ich habe mir in der Zwischenzeit angewöhnt - wenn ich denn solch eine Tour mitmache - lieber als unhöflich durchzugehen, dafür aber mein eigenes Ding zu machen.
Viel Zeit geht bei diesen Ausflügen durch Erklärungen verloren, die in jedem Reiseführer nachzulesen sind und die man eigentlich zuvor hätte lesen können / sollen.
Sehe ich, dass es auf dieser Schiene läuft, verziehe ich mich so diskret wie möglich und nutze die Zeit, mir alles in aller Ruhe anzusehen. Meist bleibt auch noch ein wenig Zeit zum Rumstöbern.
Manchmal bin ich auch an einem anderen Tag erneut dorthin gefahren... muss notfalls eben sein.
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aurelia wrote:
Wir wollten dieses Jahr eigentlich nach Marokko. Aufgrund der angespannten Lage in Tunesien, werden wir uns neu orientieren. Da es ja eventuell zum Übergreifen der Aufstände in andere arabische Länder kommen könnte. Wie sieht euer Buchungsverhalten, auch bez. Ägypten aus?
LG AureliaIch habe mir das jetzt so lange angesehen und mitgelesen, ohne mch dazu zu äußern, aber jetzt finde ich doch, dass Ihr Euch sehr weit vom Thema entfernt habt.
Das Thema war nicht Religion, auch nicht Kirchenbesichtigung oder AI Hotelbuchungen, sondern wie oben zitiert.
Ich werde, so es die politischen Zustände erlauben, im April nach Tunesien fliegen, wei´aber noch nicht, ob wir einen Hotelurlaub oder Rundfahrt Urlaub mit dem Leihwagen machen werden.
Ich würde nie ein Land aus religiösen Gründen boykottieren, verzichte aber ganz bewußt auf Gefahrengebiete. -
@gastwirt
Ich widerspreche Dir ungern, weil ich mir bei Deinen Beiträgen selten ein Schmunzeln verkneifen kann.
Alleine im Großraum Agadir gibt es vier kleinere und größere (bis zu 1.000 Stück) Schweinezüchter. Es gibt Hotels, Restaurants und auch einen Laden, wo Du Schweinderlprodukte serviert bekommst bzw. kaufen kannst. In den großen Marjane-Supermärkten bekommst Du sogar feinsten Importschinken aus Spanien.
Sowohl in Tunesien, als auch in Marokko gibt es Jagd auf Wildschweine. Die Jäger sind überwiegend ausländische Touristen. Und natürlich wird auch das Fleisch der Wildschweine verwertet.
Vielleicht solltest Du Deine Einstellung doch mal irgendwann überdenken.
Paul Bocuse (ja, genau der!) wurde einmal befragt, welche drei Küchen die besten seien. Er nannte die französische, die chinesische und die marokkanische. Letztere beschrieb er als abwechslungsreich, familiär und erlesen. Ein Urteil, das Du gerne vor Ort überprüfen kannst. -
Meine Eltern habe nun ihren Ägypten Urlaub aufgrund der Vorkommnisse dort abgesagt. Das Reisebüro hat Ihnen eine kostenlose Umbuchung nahegelegt.
Nun fliegen sie in die Türkei - vom Regen in die Traufe. Wie kann man in einem solche Land Urlaub machen
Mein Vater meinte das jetztt in Ägypten und den anderen arabischen Ländern das Chaos ausbrechen würde, Die kennen so was wie Demokratie ja gar nicht, Auf jahre hinweg wird man die Länder nicht bereisen können.
Von daher: Ja, ich habe starke Vorbehalte gegen Urlaub in arabischen Ländern - aber schon immer.......und jetzt erst recht.
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@joammima Ich bin nicht ganz unbeleckt, war ich doch mit Familie bereits 4mal in Tunesien (1990-2000) jeweils 2 Wochen. beim letzen Urlaub war unsere derzeit "schon gut entwickelte" Tochter 14 Jahre. Es war Spießrutenlauf für das Mädel!
Mehr möchte ich hier dann nicht dazu sagen, aber seitdem hat Familie Gastwirt mit diesem Thema abgeschlossen! WIR sind unseren Gastgebern nämlich immer sehr respektvoll begegnet und tun das heute noch! -
Zurückkehr zum Thema.

Habt ihr Bedenken euren Urlaub in arabischen Ländern zu buchen?
Hatte ich komischerweise nie. Ich war jetzt schon in Marokko, Tunesien und der Türkei. Habe mir darüber aber nie so richtige Gedanken gemacht.
Als wir das erste mal in ein islamisches Land fuhren, empfahl mir meine Schwiegermutter auf meine Garderobe zu achten. Sie selbst kam aus Deutschland nie heraus.
Jedenfalls kamen wir frühmorgens in Port el Kantaoi an. Nachmittags lagen wir mit "züchtigem Badeanzug" am Pool.
Neben mir legten sich zwei Frauen (Mutter und Tochter) mit ihren knappen Bikinis hin. Bestellten Alkoholisches und irgendwann legten sie ihre Oberteile ab.
- und die Ober interessierte das alles gar nicht soooo. Denn - sie waren nicht die einzigen Frauen.
Am nächsten Tag zog ich dann auch meinen Bikini an. Das einzig extrem negative an diesem 20 Jahre zurückliegenden Urlaub? Der schlimmste Sonnenbrand den man sich vorstellen kann. Blasen bis zur "Halskrause". Diesmal interessierte sich aber ein Ober für mich. Er holte in der Küche ein Gläschen mit Joghurt und empfahl mir Schatten und stärkeren Sonnenschutz.
@vonschmeling, von Gaddafi wissen (wir) Europäer doch ein bißchen mehr, das hat er einem seiner schlecht erzogenen Söhne zu verdanken. Das Mubarak und Ben Ali scheinbar auch nicht besser waren, wissen wir erst heute so richtig. Fragwürdig finde ich diesbezüglich die Rolle unserer Medien. Sie prangern westliche Politiker (Westerwelle, Merkel u.a.) an und selbst haben sie nie auch nur ein kritisches Wort geschrieben.
@erst vor kurzem habe ich einen wunderschönen Reisebericht über Jordanien gesehen. Auch dort ist angeblich alles perfekt. Dann fragt man sich, wer oder was demonstriert dort und warum? Und warum hat König Abdullah II von einer Sekunde zur nächsten sein ganzes Kabinett ausgewechselt? Wo doch alles passt. Auch hier behauptet wer auch immer, der König wäre nicht bedroht?
Wer schreibt eigentlich die ganzen Nachrichten. Und wer schreibt von wem ab. Denn so richtig wissen, tut scheinbar keiner was. -
@gastwirt
Ich hab's nur gut mit Dir gemeint. Ich wollte Dich nur darüber informieren, daß Du keine "Entzugserscheinungen" fürchten mußt…
Respekt ist auf beiden Seiten eine Grundvoraussetzung. Durch dieses Negativerlebnis solltet Ihr Euch nicht abschrecken lassen, es gibt auch genug positive Beispiele.
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Haben wir durchaus auch erlebt! aber letztendlich festgestellt, dass die Mentalität in diesem Raum sich mit unseren Vorstellungen von einem entspannten Urlaub nicht decken! Das mit dem Esssen war nur ein kleiner Scherz, weil immer mal Spitzen zum Ai-Ler kommen. Ein Grund ist es keinesfalls, alsRaucher fahre ich ja auch weiterhin in Länder, wo ich mich nun einschränken muss.
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@Arnoldo
Ich würde so weit gehen und vom Urlaub in Nordafrikanischen Ländern abraten. Marokko und Algerien soind feudalistische Länder in denen die Lunte schon leicht glimmt. Libyen ist ziemlich stabil.@vonschmeling
Nur mal so am Rande ist Gaddafi der dienstälteste Herrscher und somit dauert es wohl ein wenig länger, bis dort "die Lunte brennt" ...
Allerdings ist das für meine persönliche Einschätzung eine zu kontroverse Thematik für ein "Reiseforum" und ich möchte daher nicht vertiefen.Gaddhafi ist zwar der dienstälteste und exzentrischste Herrscher im nordafrikanischen Raum. Nihilotrotzquam glimmt bei ihm die Lunte aber immer wieder mal und das Land ist alles andere als stabil. In der Vergangenheit haben er und die anderen maßgeblichen Familien in Libyen (er steht zwar im Vordergrund, herrscht aber nicht alleine) mit brachialer Gewalt dafür gesorgt, daß Unmutsäußerungen immer sofort im Keim erstickt wurden. Ich "durfte" das vor Ort schon mal miterleben. Die Zahl der politischen Gefangenen ist extrem hoch, viele wurden auch hingerichtet. Es wurden mehrere Attentate auf ihn verübt, die er alle überlebt hat.
Libyen ist im Verhältnis zu Tunesien und/oder Ägypten exorbitant reich an Bodenschätzen; nur von diesem Reichtum kommt wie in Algerien in den letzten Jahren beim Volk relativ wenig an. Es ist müßig, hier darüber zu diskutieren, für was das Geld letztendlich ausgegeben wurde.
Heute hat er und die algerische Militärdiktatur aber das Problem, daß es in der hintersten Oase Fernsehen (z.B. Al Jazeera) und Internet gibt. Das heißt, daß vor allem die jungen Leute sehr gut darüber informiert sind, über welche Reichtümer ihre Länder verfügen und was man damit für die Entwicklung des eigenen Landes tun könnte.
Libyen und Algerien sind keineswegs stabil, während Marokko und Jordanien aufgrund ihrer völlig anderen Struktur als relativ stabil gelten können. In Algerien gilt z.B. seit 19 Jahren (wie in Ägypten) der Ausnahmezustand. In Marokko und Jordanien gibt es im Gegensatz zu Tunesien, Ägypten, Libyen und Algerien keine Militärdiktatur mit einem Despoten an der Spitze, sondern seit Hunderten von Jahren (Marokko z.B. seit dem 17. Jhdt.) ein Königshaus. In Marokko ist der König nicht nur politisches Staatsoberhaupt, sondern als Nachfahre des Propheten auch religiöses Oberhaupt. Er genießt im Volk hohes Ansehen. Seit dem Amtsantritt von M6 ist eine erhebliche Liberalisierung in Gang gekommen, die aber noch lange nicht beendet ist. Dies gilt ebenso für die wirtschaftliche Entwicklung, die in den letzten Jahren sehr positiv war. Das heißt nicht, daß es hier keine Probleme gäbe und alles eitel Sonnenschein wäre; es gibt noch genug zu tun, aber die Ansätze sind absolut positiv.
Man muß die Situation in den Ländern Nordafrikas schon sehr differenziert betrachten und über sehr viel Hintergrundwissen verfügen, was ich leider bei den meisten Beiträgen in der (deutschen) Presse vermisse. Die meisten Zeitungen und kleineren Fernsehanstalten können sich keine eigenen Korrespondenten vor Ort leisten, sie beziehen ihre (schon fertigen) Texte von Presseagenturen bzw. freien Journalisten. Diese haben ihre Büros auch nicht unbedingt in Tunis, Kairo, Tripolis oder Algier, sondern z.B. in Rom, Madrid, Tanger oder Rabat. Die Berichterstattung über arabische resp. nordafrikanische Länder ist in vielen Fällen mit äußerster Vorsicht zu genießen. -
gastwirt wrote:
Es war Spießrutenlauf für das Mädel!
Mehr möchte ich hier dann nicht dazu sagen,... !Sorry, dass ich den Punkt noch einmal aufgreife, aber hier gebe ich dir Recht.
Und es ist gerade für sehr junge Mädchen nicht einfach, sich dagegen zur Wehr zu setzen oder besser... die Sache richtig einzuschätzen.
Meistens hilft ein kurzer aber markanter verbaler Schlagabstausch.
Ich habe unserer Tochter diesbezüglich stets "tiefste Bewunderung" entgegengebracht, da sie dies schon in jungen Jahren perfekt beherrschte...Diese Art von Anbaggerei gibt's allerdings nicht nur in arabischen Ländern... OK, vllt. dort schon ein wenig verstärkt.

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@gastwirt und Kourion,
diese Anbaggerei habe ich 1993 mit meiner 15 jährigen Tochter in der Türkei/Side
auf unangenehmste Weise erlebt.Sowas kenne ich weder von Österreich, Deutschland und Spanien.
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@Kourion
Meistens hilft ein kurzer aber markanter verbaler SchlagabtauschDu hast völlig Recht, das hilft wirklich.
In allen großen Städten Marokkos gibt es seit Jahren die"brigade touristique", eine spezielle Touristenpolizei in Zivil. Wenn Du Dich hier diesbezüglich über eine bestimmte Person beschwerst, hat derjenige mit Sicherheit ein ernsthaftes Problem. Du kannst Dich aber z.B. in den Souks auch an einen älteren Marokkaner wenden; auch er wird sofort ziemlich energisch einschreiten.@gastwirt
Habibi-OpferDie arbeiten ja mit ganz anderen Methoden……


