User-Kommunikation anlässlich der Unruhen in Ägypten
-
@MaCor
Ich bin zwar eine bequeme Pauschaltouristin, aber nicht so weltfremd wie viele andere hier, die ihre Vorurteile/-ahnungen gerne durch reißerische Medienberichte, (siehe youtubevideo aus dem Sudan) bestätigen lassen möchten.
Auch wenn meine Freunde (Angestellte des Hotels, Tauchlehrer, Taxifahrer, oder Shopbesitzer), zur gebildeten Schicht gehören, besitze ich genug Menschenkenntnis, dass ich (auch wenn sie arabisch sprechen sollten) merke, was sie bewegt und vor allem was sie befürchten.
Du hast aber wenigstens einen Hintergrund genannt, warum aus eine/r/m Diktatur/Militärstaat (ist Ägypten ja immer noch) unter diesen Umständen kein demokratisches Land werden könnte.
Erinnert sich keiner mehr daran, wie lange es in Osteuropa/-deutschland gedauert hat? -
@gastwirt
stimmt- der Vergleich hinkt schon
davon ab nutzt es keinem etwas, wenn hier irgendwelche Randgruppen positiv oder negativ herausge"doktort" werden.
Über die weitere Entwicklung dort können wir ohnehin nur spekulieren- und das führt im Grunde zu nichts.
Fakt ist für mich jedenfalls, dass sich dort viel zum Schlechteren gewendet hat-
besser scheint mir dagegen nichts geworden zu sein. -
...ich denke nicht, daß es sich zum "schlechteren gewendet" hat, es ist nur inzwischen offenbarer als ehedem. Die "Unterschicht" hatte früher kein Sprachrohr, aber dennoch schon vor Jahren etwas "eigen" gedacht (bzw. bekam dieses eingeredet) und konnte/durfte nur nicht so agieren wie derzeit... :?
-
@curiosus
Nunja- diese mehr oder weniger offenen Diebstähle/Raub, wie von wally/x geschildert- die hat es noch vor einem Jahr nicht gegeben- oder wenn dann nicht in dem Maße.
Oder glaubst du, dass die Kriminalität in der Bevölkerung immer schon latent vorhanden war und nun zum Vorschein kommt?
... und wenn ich die Situation vor 2 Wochen sehe- als ich noch in Sharm war...
da sind viele abends lieber im Hotel geblieben, weil sie vorher schlechte Erfahrungen gemacht hatten und da waren einige dabei, die schon öfters in Ägypten waren und das kannten. Aber wie ich schon zuvor schrieb- das Verhalten der Händler war deutlich agressiver als noch vor einem Jahr. Die Situation wie sie die Touristen erleben hat sich schon verschlechtert. -
@curiosus,
gebe Dir bei Deinem letzten post voellig recht.
Und an die die 40 Jahre Urlaub in Aegypten gemacht haben, dann wohl nur alles durch die Rosarote Brille gesehen wie? Den mir war nach einigen Monaten in Aegypten voellig klar das Aegypten ein Pulverfass ist. Und das war im Jahre 2000.
Und wegen vergleich Ostdeutschland nach dem Fall der Mauer. Wohl vergessen, dass da fuer kurze Zeit auch vermehrt Uebrfaelle und Einbrueche und Pluebnderungen gegeben hat, aber das schweigt man ja lieber tot. Und Ostdeutschland hat ja Hilfe von Westdeutschland gehabt. Welche Hilfe hat Aegypten, Tunesien etc.???????? -
@Nefe
Die Situation in Ostdeutschland nach dem Mauerfall ist mit Ägypten nicht vergleichbar.
Dafür sind die Länder, deren Geschichte und die Mentalität zu verschieden.
Desweiteren:
Plünderungen hat es wegen des Mauerfalls auch nicht gegeben.
Die Kriminalitätsrate ist nach dem Mauerfall im Osten angestiegen- das ist bekannt und wird nicht totgeschwiegen-
dass du es nicht mitbekommen hast, liegt dann eher woanders dran
so viel mal dazu
@gastwirt
stimmt- sowas gabs dann doch
-
@Nefe66
Eigentlich verfolge ich Deine Beiträge immer mit Interesse, aber der letzte Absatz bei Deinem Letzten Posting war völlig daneben!!!
-
ups,

sorry, man sollte halt nicht 2 sachen gleichzeitig machen. Wat fuern Kauderwelsch, das wuerde ich auch nicht verstehen.
Ich wollte schreiben: Dass nach dem Mauerfall die Polizei fuer einige Zeit nicht im ueblichen Umfang anwesend war, daher auch Diebstaehle etc. eben genau wie in Aegypten. Und ich denke Diebstaehle haben nichts mit Mentalitaet zu tun. Es ging mir
um das Delikt selbst, nicht um die Mentaliatet, die kann man eh nicht vergleichen. Alles klar?
Dass es Plunderungen in Laeden gab haben mir Bekannte aus dem Osten erzaehlt die das miterlebt haben.
Lieben Gruss
Nefe -
@ gastwirt
Es ist kein Mangel von Argumenten die gewesene und jetzige Staatsform Ägyptens mit den totalitären, oder autoritären Regimen in Osteuropa und -deutschland (unter Ulbricht) zu vergleichen, sondern einfach Politikwissenschaft.
Gab/gibt es bürgerliche Freiheiten, soziale Strukturen und Menschenrechte, oder keine Überwachung, Geheimpolizei/-dienst, Spitzeltum a la Stasi, willkürliche Verhaftungen und Repressionen um die Bevölkerung einzuschüchtern?
Oder hat sich keiner derStaatsführer auf Kosten der Bürger bereichert und sich wie Honecker auch nicht mit etlichen Milliarden Staatsgeldern (DM) ins Ausland abgesetzt?
(wobei ich hoffe, dass die ausländischen Konten von Mubarak usw. immer noch eingefroren sind)
OT an
Aber so etwas interessiert viele Urlauber wahrscheinlich nicht, denn die Region Rotes Meer ist ja nicht Ägypten und die dort lebende Bevölkerung ......OT aus -
OK, Wally, wenn du die Staatsform vergleichst bin ich sogar gedanklich bei dir!
Da waren die Unterschiede nicht sehr groß. Weil aber trotzdem relativ schnell/gleich genug Potential zur Veränderung vorhanden war, lief die Entwicklung dann wohl doch etwas anders als das, was vermutlich dem ägyptischen Volk jetzt bevorsteht. -
checker-pit, Du bringst etwas gewaltig durcheinander, wie so viele hier.
Es geht nicht um die Tricksereien, das bedrängen von ahnungslosen Urlaubern. Das gab es auch vor Jahrzehnten in Ägypten, wenngleich eventuell aufgrund der geballten und allgegenwärtigen Staatsmacht in kleinerem Ausmaß. Ich will dieses auch nicht relativieren, verweise aber auf andere Urlaubsdestinationen auch und gerade in Europa dabei.Es geht um die Grundeinstellung der Menschen, also ihre Vorstellung von ihrer Welt, von Gut und Böse. Daran hat sich nichts in den letzten Monaten verändert. Die "einfache Bevölkerung" wird nach wie vor von den Radikalen "erzogen", nur eben inzwischen offener, weil sie sich nicht mehr verstecken müssen. Ich wurde vor Jahren von einem Sicherheitsmitarbeiter am Cairoer Flughafen einmal anerkennend umarmt, weil "ich" als Deutscher schließlich großartig sei wegen Hitler, der es den Juden "gezeigt" hat. Ich war dermaßen angewidert uns sprachlos, ich wußte gar nicht so schnell wie ich reagieren sollte und rang um Haltung. Ein paar recht unschöne Worte folgten dann, aber ich konnte halt nicht anders.
Der Großteil der ägyptischen Bevölkerung ist aber nach wie vor den Ausländern, Touristen und auch andersgläubigen offen gegenüber. Eine Minorität versucht hier nunmehr offensiv einen Keil dazwischen zu treiben. Dazu kommt eben der innere Zusammenbruch der Ordnung, so daß gleichwohl nicht nur radikale Ideen und Hirngespinnste "alltagsfähig" werden, sondern eben auch die Art und vielleicht auch Anzahl der Betrügereien zunehmen. Allerdings bin ich mir bei letzterem nicht wirklich sicher, da sich mit dem Umbruch in Ägypten auch eine veränderte Berichterstattung ergeben hat.
Ganz allgemein sollten manche hier mehr hinterfragen und sich mehr mit dem Land und deren Bevölkerung auseinandersetzen und nicht wie so einige "Kommentatoren" hier ohne jegliche persönliche Einblicke hier urteilen und abwerten. :?
-
@Neffe
Nee- es gab keine Plünderungen- nur die vom Gastwirt beschriebenen. Die Supermärkte wurden quasi "geplündert"- im Sinne von leer gekauft.
Die Steigerung der Kriminalität ergab sich nicht aus fehlender Polizei, sondern schlicht und ergreifend deshalb weil es vorher in der DDR nicht viel zu klauen gab.
Aber totgeschwiegen wurde nichts- die Zahlen sind öffentlich zugänglich.
@Curiosus
Nö- ich bringe da nichts durcheinander. Meine Postings bezogen sich lediglich auf Eindrücke, die ich als Tourist erworben habe und aus der Sicht ist einiges schlechter geworden. -
gastwirt wrote:
Nun denn: Ich beziehe meine Infos nicht aus diversen Foren, nehme aber auf grund meines persönlichen Informationsbedarfs aktiv am Erleben des politischen Weltgeschehens teil. Nicht nur dann, wenn es in diversen Medien als Schlagzeile auftaucht. Deshalb nochmal: Man hätte nach dem letzten Winter ahnen können/müssen, dass die damaligen Unruhen noch lange nicht alles waren.
Wenn man halt von haus aus etwas ängstlich und unsicher ist, hätte man mit ........... Im Moment gibt es sicher keinen Grund,
touristische Ziele nicht anzusteuern, aber "trau schau wem".
Es wird so schnell keine "innere Ruhe" in diesem Land geben. Erschwerend wohl auch in der Folgezeit könnten Neuorientierungen in der Aussenpolitik wirken, aber auch hier muss man abwarten.@curiosus: Falls du mich gemeint hast: Das schrieb ich am 22.11.
-
@Curiosus
Ich möchte dem noch was hinzufügen.
Mir geht es sehr wohl um die Trickserein oder anderen Gaunereien, die- wie du selbst einräumst- in der letzten Zeit zugenommen haben- und nur darum geht es mir. Die meisten Touristen sind nämlich ganz enorm daran interessiert, wie sicher sie in einem Land sind.
Die moralische Grundeinstellung der Ägypter kann ich nicht beurteilen und will ich auch gar nicht. -
Ok
dann sehe ich das als geklärt an
aber nochmal anders: ich behaupte einfach mal, dass die meisten User hier, mehr daran interessiert sich, ob sich der "Wandel" Ägyptens und die damit verbundenen Probleme, sich auf ihren Urlaub auswirken....und wenn- dann wie. Das ist wohl das Hauptanliegen der meisten Pauschaltouris (wo ich mich auch mit einrechne).
Das mag für die Ägypten-Kenner und Fans wohl befremdend sein- aber ich behaupte das so.
