Bürgerinitiative gegen den Abriss RIU Olivia Beach Corralejo
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Das Hotel RIU Oliva Beach am Strand von Corralejo muss laut Meldung der Fuerteventura Zeitung vom 12.2.2011 im Jahr 2017 abgerissen werden. Hier gegen hat sich eine Bürgerinitiative gebildet. Details können dem Artikel entnommen werden.
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Soweit ich informiert bin, wurde allerdings nicht schwarz gebaut. Aber in Spanien ist in dieser Hinsicht bekanntlich vieles möglich...
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Als die Hotels „Oliva Beach“ und „Tres Islas“ vor über 30 Jahren gebaut wurden,
war das Gelände noch nicht als Küstenregion sondern als städtischer Boden definiert.Erst 1989 begann die Zentralverwaltung Spaniens,
die Küstenregionen des Landes neu zu definieren.Nach der neuen Vermarkung befanden sich die Hotels
innerhalb des zu schützenden Küstengebiets.Mal schauen,ob sich in den nächsten Jahren die Meinung wieder ändert,
es fallen ja nicht wenige Arbeitsplätze weg! -
Mit dem Argument "Arbeitsplätze" lässt sich heute (leider) fast alles begründen. Das gilt in Deutschland, in Spanien und eigentlich überall. Ökologie und Ökonomie, viele gleiche Buchstaben. Dennoch scheiden sich hier die Geister...
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1989 - ungefähr um die Zeit rum, war ich im RIU Olivia Beach. Damals gehörte es noch zur Iber- gruppe.
Seitdem, war ich nicht mehr dort.
Da waren doch damals x kleine Apparementblöcke rund um das Hotel. Die müssten ja dann auch abgerissen werden? -
Für schwarz gebaut stehen die beiden Betonbunker aber schon ganz schön lange. Und mal davon abgesehen, die Abrissbirne ist da doch schon lange fällig!! Hat man je so was hässliches gesehen?? An so einem schönen Strand. Argument für den Abriss war ja immer, steht im Naturschutzgebiet. Sollen schon seit Jahren abgerissen werden. Ich behaupte mal, die Argumente waren und sind gefakt. Die Wahrheit aus meiner beschränkten Sicht: die Hässlichkeit an sich soll endlich ihr Gesicht verlieren!!
Und sollten die beiden ****** tatsächlich mal abgerissen werden, da mache ich jede Wette, dann kommen da endlich architektonisch gefällige moderne Resorts hin. Naturschutz hin oder her........In der Beziehung sind die spanischen sehr flexibel!!
Cat -
Nun bin ich beruflich bedingt im deutschen Bauplanungsrecht zu Hause. Durch die sich immer mehr annährende EU-Gesetzgebung, ist die Sache ist ein wenig komplexer, als sie von Reiseleitern oder Presseleuten im Allgemeinen dargestellt werden. Sofern die Gebäude ohne Baugenehmigung errichtet wurden (was ich in diesem Fall jedoch ausschließe, denn so ein Investor ist ja schließlich kein wirtschaftlicher Selbstmörder) wäre ein Abriss mit einer einfachen Verfügung der Verwaltung denkbar einfach. Zumindest kennen die deutschen Verwaltungsgerichte hier überhaupt kein Pardon. In Spanien wird dieses (zumindest in der heutigen demokratischen Rechtsordnung) ähnlich sein.
Heute stehen die Gebäude (seinerzeit bauplanungsrechtlich genehmigt) in einem Naturschutzgebiet und haben damit Bestandsschutz. Politisch ist offensichtlich gewünscht, die Gebäude abzureißen. Vermutlich wurden hierüber zwischen den Behörden und den heutigen Grundstückseigentümern Gespräche geführt. Ich kann mir vorstellen, dass man sich gegen eine angemessene Entschädigungszahlung über den Abriss der Gebäude und der verlorenen Baulandeigenschaft bereits geeinigt hat.
Nunmehr hat sich eine Bügerinitiative gegründet, die mit Abriss den Verlust einer Vielzahl von Arbeitsplätzen fürchtet und dass widerum ruft die Oppositionspolitik auf den Plan. Wahrscheinlich sind wieder bald Wahlen... und alles geht von vorne los.
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eben
und alles geht wieder von vorne los......
diese diskussion wir alle paar jahre wieder aufgekocht.
ich kann mich dran erinnern, dass man anstatt des abrisses ein renovierungsverbot erteilt hatte.
sollte heißen: keine neuinvestitionen in die hotels und wenn sie eben alt sind, dann werden sie abgerissen.
warum auch immer die frage nun wieder aufgekocht wird.
keine ahnung. -
Das deutsche und das aktuelle spanische Bauplanungsrecht unterscheiden sich nicht wesentlich und mit ein wenig googeln kann das jeder nachlesen.
Im Franco-Regim waren Bestechung und Korruption an der Tagesordnung. Damit kam es aus heutiger Sicht zu den unerwünschten auswüchsen. Nach 1977 waren die Gemeinden zunächst überfordert, ordentliche Bebauungspläne aufzustellen und es wurde zunächst wild weitergebaut. Nicht ganz unschuldig an dieser fatalen Entwicklung waren wir Touristen bzw. die Tourismusindustrie.
Der spanische Immobilenmarkt ist heute völlig überhitzt, ganze Tourismusregionen sind wie leergefegt und selbst neue Wohnsiedlungen werden vielerorts nicht mehr bewohnt. Selbst auf Fuerteventura stehen viele Baustellen -warum auch immer- seit langer Zeit still. Schau dir darüber hinaus die (wahrscheinlich auch mit EU-Subventionen geförderten) riesigen und technisch fertiggestellten Erschließungsgebiete für Ferienneubauten auf Fuerte an. Weit und breit findet sich hier kein Investor für neue Hotelanlagen. Wo genau und warum -lieber Siegfried- sollen oder werden da noch Hotels schwarz gebaut?
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querenburg wrote:
Im Franco-Regim waren Bestechung und Korruption an der Tagesordnung. Damit kam es aus heutiger Sicht zu den unerwünschten auswüchsen. Nach 1977 waren die Gemeinden zunächst überfordert,Eine spanische Hotelplattform schreibt: Año de construcción: 1979
Nun kann es natürlich sein, dass diese Angabe nicht stimmt, allerdings glaube ich, dass in Spanien auch heute noch mit guten Beziehungen Dinge verwirklicht werden, die es eigentlich nicht geben dürfte. Und das ist nicht nur in Spanien so, sondern auch bei uns und überall auf der Welt.
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du hast ja völlig Recht. "Beziehungen schaden nur dem, der sie nicht hat". Das gilt überall. Ich wollte mit meinem Beiträgen auch nur ein wenig Licht ins Dunkle bzw. "spanische Baurecht" sowie in die dortige aktuelle Immobiliekrise im Allgemeinen bringen.
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@ querenburg,
du hast natürlich Recht. Es gibt in Spanien auch Baugesetze.
Aber, auch Bestechung und Koruption.
Es wird angefangen zu bauen. Rohbau steht. Jetzt wird die Baugenehmigung beantragt, mit der Hoffnung, jetzt müssen Die es ja genehmigen. Es kann ja keine Bauruine stehen bleiben. Aber oft, denkste. Die Genehmigung wird doch nicht erteilt. Dann kein Geld mehr, Pleite und die Ruine bleibt.
In Griechenland und Spanien selbst erlebt. Gegenüber eines Restaurante, wo wie oft waren, stand so'n Ding. Der Wirt erzählte uns dann, daß die Bauherrn ohne Genehmigung anfingen und dann hinterher beantragten. Es wurde nicht genehmigt. Jetzt stehen die Ruinen.
Sowas ähnliches passiert bei und in Deutschland auch. Hier in Hamburg, unsere Elbphilharmonie in der Hafen City. Ist zwar genehmigt, aber immer neue Millionen Geldnachforderungen von dem Baukonzern. Hat das billigste Angebot abgegeben.
Der Baukonzern erpresst den Senat, entweder immer neue Gelder genehmigen, oder wir hören auf weiter zu bauen.
Eine Ruine will die Stadt auch nicht stehen haben.
So wird immer weiter gezahlt. Sollte schon längst fertig sein.
Gruß
Siegi -
Gesetze allein genügen natürlich nicht, sie müssen von den Behörden auch durchgesetzt werden. Aber ob hinter jeder Bauruine immer gleich Bestechung oder Korruption steckt? Im Hamburger Bauprojekt stecke ich nicht drin. Wenn sich der Senat nun erpressen lässt, sind die Verträge mit dem Bauunternehmer möglicherweise nicht sauber gestrickt. Die Erfahrung zeigt uns, dass die Politik und Verwaltung mit solchen Millionenprojekten häufig schlichtweg überfordert sind.
Gruß aus Bochum-Querenburg