Politische Verhältnisse im Urlaubsland . Was schreckt ab?
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Gibt es Länder, in denen Ihr eigentlich gerne einmal Urlaub machen möchtet, deren politische oder gesellschaftspolitische Verhältnisse (Diktatur, Verletzung der Menschenrechte, extreme Armut, starke Kriminalität, Korruption etc.) Euch aber davon abhalten?
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Die Frage ist für mich, soll ich meine Urlaubsentscheidung von politischen/sozialen Gesichtspunkten abhängig machen?
Etwa "stütze ich Diktaturen wie auf Kuba, wenn ich dort Urlaub mache? Vernichte ich Arbeitsplätze, wenn ich AI buche?"
Soll das entscheidungserheblich sein? Oder sage ich mir, "ich habe für meinen Urlaub hart gearbeitet und gespart. Jetzt will ich mich erholen und von dem ganzen Kram nichts wissen"?
Ich denke, das liegt irgendwo in der Mitte. Nach Kuba würde ich nie fahren. Aber mit AI kann ich das so nicht sagen. Ich bevorzuge Bulgarien, da ist AI zumindest für mich Unfug. aber in anderen Ländern?
Gruß
Bulgarienfan
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Da ich auch gerne eher untypische Reiseländer kennenlerne, stellt sich die Frage nach den politischen Verhältnissen und v.a. nach der Sicherheit natürlich, ebenso die Stellung der Frau im jeweiligen Land. So würden mich beispielsweise Reisen nach Pakistan (über die Seidenstraße) interessieren, aber diese Route wird wohl inzwischen gar nicht mehr angeboten. Desweiteren würde ich gerne mal den Jemen bereisen, allerdings wurde dieses Land ja mehrere Jahre auch nicht mehr angeboten aufgrund der Entführungen, erneute Aufnahme in die Reisekataloge im vergangenen Jahr haben mich hoffen lassen, aber nun hat sich ja gezeigt, daß sich die Situation offensichtlich nicht gebessert hat.
Gerne würde ich auch mal den Iran bereisen, aber angesehen von den aktuellen politischen Problemen ist man dort als Frau ja durch die Verschleierungsvorschriften sehr stark eingeschränkt, daher habe ich auf eine solche Reise bislang verzichtet.
Auch wollte ich vor einigen Jahren gerne mal ein südafrikanisches Land bereisen, hatte mich damals für Südafrika entschieden statt Zimbabwe, was ich heute etwas bedauere, da ja Reisen nach Zimbabwe inzwischen nicht mehr möglich sind.
Auch eine Reise nach Burma (Myanmar) würde mich mal interessieren, aber bei dieser Militärdiktatur bin ich auch im Zweifel, da man das Regime durch eine Reise ja quasi unterstützt.
Es gibt auch noch andere Beispiele, dieses waren nur einige, die mir gerade eingefallen sind. -
@ Susanne xyz
Du hast anhand von Beispielen Gründe erläutert, warum Du in bestimmten Regionen lieber nicht Urlaub machen möchtest. Ich kann alle die nachvollziehen, wo Dich fehlende Sicherheit bzw. hohe Kriminalität von einer Reise abhalten.
Anders sieht es bei den politisch motivierten Vorbehalten aus. Es kommt bei der individuellen Beurteilung, welchem Regime man besondere Skepsis entgegenbringt, auf den eigenen politischen Standpunkt, aber auch auf gesellschaftspolitische Kriterien an.
Unser Nachbar, der nebenberuflich in der Entwicklungshilfe tätig ist und unter anderem ein Lager für tibetische Flüchtlinge im indischen Darjeeling betreut, weigert sich zum Beispiel standhaft, in China Urlaub zu machen. Bulgarienfan betrachtet hingegen das Regime auf Kuba für besonders verachtungswürdig und wieder andere fahren nicht mehr in die USA, weil sie das Land mit dem Dauer-Menschenrechtsverletzer Bush identifizieren.
Gerade bei politischer Motivation ist aber zu bedenken, wem man mit seiner Urlaubsabstinenz mehr schadet, dem jeweiligen Regime oder den unschuldigen Bürgern des jeweiligen Landes. Ich habe unlängst eine Diskussion im Fernsehen verfolgt (weiß nicht mehr, auf welchem Kanal), in deren Verlauf eine bekannte TV-Aktrice meinte: "Die Amerikaner, die den Bush auch noch wiedergewählt haben, kriegen mein Geld nicht mehr!", woraufhin ihr die Frage gestellt wurde, woher sie denn wissen wolle, daß diejenigen, denen sie ihr Geld geben würde , Bush die Stimme gegeben hätten.
Ich denke, bei diesen politisch motivierten Urlaubs-Boykotts sind die Bewohner des Landes, die auf die "Groschen" der Urlauber angewiesen sind, die einzig Gelackmeierten!
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Nun ja, mag ja alles zutreffen, aber sind es nicht auch nur vordergründige Argumente, aufgrund politischer Situationen ein Land nicht bereisen zu wollen?
China --> elektronische Geräte, Kleidung, Qi Gong, Feng Shui...
Kuba --> Zigarren, Rum, Zucker
USA --> technische Geräte, COMPUTER - Bill Gates..., ...sind das nicht Dinge, die wir trotzdem im täglichen Leben konsumieren?
"ich bringe dem und dem Regime kein Geld!"
Schön.
Und die Menschen dort?
Die Kinder?
Mögliche Armut?--> Nepal
Wir reisen doch gerne wieder nach Thailand --> dort hat das Militär das Sagen.
Sankt Petersburg --> liegt das nicht im Russland von Herrn Putin?
Türkei --> ungelöstes Kurdenproblem, Menschenrechtsverletzungen, Stellung der Frau
Italien - vor allem im Süden regiert die Korruption - fahren wir deshalb nicht mehr auf Ischia, Capri, Sizilien...?
Die Liste ließe sich verlängern.
Natürlich kann man ein Land (im Moment) aufgrund besonders depperter Einreisebestimmungen oder politischen Situationen auf der Wunschliste nach hinten reihen. Aber ich denke, diese Entscheidung wird wohl vom Wunsch nach einem friedlichen und erholsamen Urlaub beeinflusst werden. Reizt das Land mit seinen Menschen und Sehenswürdigkeiten, werde ich wohl Einreisetamtam und oder anderes in Kauf nehmen.
Noch ein Aspekt, der es schwierig macht, keinen Groschen --> Cent wo hin zu bringen: unsere Regierungen versuchen den Export unserer Wirtschaft anzukurbeln, mit Lieferungen im Militärbereich, im technischen Know-How und anderen Bereichen - alles wieder Arbeitsplätze bei uns... oder irre ich da?
Meint Euer
Peter -
:? Tja, würden wir uns nach den oben genannten Einschränkungen leiten lassen, dürfte niemand von uns mehr Urlaub in Ägypten (korrupte, menschenverachtende Diktatur, die sich den dünnen Anstrich einer Demokratie leistet) oder der Türkei (Unterdrückung von religiösen und kulturellen Minderheiten im eigenen Land) machen.
Am Ende des Tages würde wirklich nur noch Spanien oder Österreich übrigbleiben.
Letztendlich werden es persönliche Ressintiments sein, die einen von der Reise in ein bestimmtes Land abhalten. Ich würde z.B. gerne mal eine Freundin von mir in Teheran besuchen, aber der Gedanke, dass ich beim Betreten des Flughafengebäudes bereits den Tschador tragen muss (und andere akute politische Vorkommnisse) halten mich davon ab.
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"ganesha123" wrote:
... dürfte niemand von uns mehr Urlaub in Ägypten (korrupte, menschenverachtende Diktatur, die sich den dünnen Anstrich einer Demokratie leistet) ...Ist in Tunesien leider genauso...
Die Touristen sind höchst willkommen, da sie ja die Wirtschaft ankurbeln, aber ausserhalb der Touristenghettos bekommt man von der politischen Situation nicht viel mit...
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Bei der Auswahl meiner Urlaubsziele sind für mich der Sicherheitsfaktor sehr wichtig. Die politischen Verhältnisse interessieren mich dagegen nicht. In ein Land in dem es Pflicht ist, sich als Frau zu verschleiern (z.B. Iran, Irak usw.) würde ich aber trotzdem nicht reisen, selbst wenn es sicher wäre. Für mich ist es auch noch wichtig, dass das Land entweder kulturell und/oder landschaftlich viel zu bieten hat.
Gruß Mareike
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Sicherheit geht bei mir auch vor.Wobei ich aber dazu sagen muß,dass einem diese heutzutage LEIDER niergens mehr gewährleistet ist.
Islamische Länder,in denen die einheimischen Frauen verschleiert sein müssen,würde ich auf jeden Fall meiden.
Irak,Iran,Afganistan und Pakistan gehören ja auch dazu,wobei es dort ja auch noch recht oft "rappelt".Diese 4 Länder vielen mir eben spontan ein,wobei es diesbezüglich noch mehr gibt.
Kuba,das hier auch schon genannt wurde,wäre mir egal.Ich denke,dass Kuba noch zu einem der sichersten Länder dieser Erde gehört.Kommunismus hin oder her.Fidel ist jedenfalls nicht so ein "Kriegstreiber",als der "Amibush".LG Silke
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"caribiangirl" wrote:
Ich denke,dass Kuba noch zu einem der sichersten Länder dieser Erde gehört.Kommunismus hin oder her.Fidel ist jedenfalls nicht so ein "Kriegstreiber",als der "Amibush".LG Silke
Ganz meine Meinung Silke!

Bei dem Thema Sicherheit muss man halt abwägen, was man sich selbst gegen über vertreten kann und was nicht. Wie fliegen zum Beispiel in ca. drei Wochen nach Südafrika, das auch nicht gerade zu den sichersten Ländern gehört (wir haben aber Bekannt die dort schon viele Jahre leben und und auf unserer Tour begleiten). -
"ganesha123" wrote:
:? Ich würde z.B. gerne mal eine Freundin von mir in Teheran besuchen, aber der Gedanke, dass ich beim Betreten des Flughafengebäudes bereits den Tschador tragen muss (und andere akute politische Vorkommnisse) halten mich davon ab.Hallo Ganesha,
ich war im vergangenen Jahr im Iran und kann Dir versichern, dass Du KEINEN Tschador tragen mußt!!! Ein ganz normales Kopftuch genügt. Empfehle Dir ein paar locker sitzende Hosen im Sommer (wegen der Hitze und damit Du Dich in einigen Gaststätten auf die Sitzkissen setzen/knien kannst OHNE das es Dir überall kneift), dann darüber eine sog. Tunika und ein Kopftuch. Das war's dann schon.
Einen Tschador tragen nur Beamtinnen im Dienst, Frauen in der Moschee (hier habe ich einen schwarzgeblümten ausgeliehen, war eine interessante Erfahrung, interessanterweise wurde im Schrein (Grabmal) von Khomeini in Qom KEIN Tschador verlangt, nur ein Kopftuch), sowie Schülerinnen, die aber drunter Jeans und Turnschuhe tragen. Ich beabsichtige, nochmals in den Iran zu reisen, ein so wunderbares Land kommt einem ganz selten unter. Einfach ein Traum!!!!!!!!
Meine Kopftücher waren übrigens ein roter Seidensarischal aus Indien sowie ein regenbogenfarbiger Schal aus Rom."Andere pol. Ereignisse..." -hmm, ich möchte den supersupersupernetten Iranern mit meinem Besuch auch zeigen: Leute, ihr seid nicht allein, wir wissen, ihr habt das Regime satt!
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Ich bezeichne mich ja gerne als Abenteuertouristin, NICHT zu verwechseln mit Leichtsinntouristin!!!!
Also, der Jemen wäre sicher nicht mein Ziel (wäre er zwar auch sowieso nicht, da andere Präferenzen), ein pakistanischer Taxifahrer hier in FFM hat mir auch von Pakistan abgeraten(ohne das z7 begründen).
Auch würde ich nicht in Kriegsbebiete fahren (zB Irak, Afghanistan), das käme mir auch noch zynisch gegenüber den Menschen dort vor.
Politische Umstände würde ich sehr genau abwägen und checken, denn zu einseitig sind oft die Mediendarstellungen, da werde ich oft kritisch und mißtrauisch.
Hier wurden ja schon einige Beispiele genannt.
Was mich auch abtörnt: Wenn ich von mehreren ZUVERLÄSSIGEN Bekannten erfahre (es wird ja auch viel erzählt von selbsternannten "Spezialisten", dass man als Frau keinen Meter laufen kann, ohne von irgendwelchen Gigolos vollgelabert zu werden. nee, das muß ich wirklich nicht haben. -
Asia schrieb
ich war im vergangenen Jahr im Iran und kann Dir versichern, dass Du KEINEN Tschador tragen mußt!!! Ein ganz normales Kopftuch genügt.Schon alleine dieses Kopftuch würde mich persönlich stören
LG
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"caribiangirl" wrote:
Asia schrieb
ich war im vergangenen Jahr im Iran und kann Dir versichern, dass Du KEINEN Tschador tragen mußt!!! Ein ganz normales Kopftuch genügt.Schon alleine dieses Kopftuch würde mich persönlich stören
LG
Aber, caribiangirl, was haben die Kulturdenkmäler, die Landschaften und die Menschen des Iran mit dem Kopftuchgebot der derzeitigen Machthaber zu tuen?
Bekannte von uns berichteten, ebenso wie Asia, geradezu enthusiastisch von der Gast- und Hilfsbereitschaft der Menschen dort und von den einmaligen Kulturdenkmälern, sie flogen im nächsten Jahr gleich noch einmal hin. Wie kann man sich von den politischen Verhältnissen dort, so lange sie allerdings so ruhig bleiben wie derzeit, abhalten lassen, dieses Land zu besuchen?!
Wenn mich Land und Leute interessierten, würde sogar ich als Mann, wenn es vorgeschrieben wäre, mit Kopftuch dort rumlaufen! -
Mal ganz vom Thema abgesehen: allein, um europäische Männer mit Kopftüchern zu sehen, wäre ein Grund, um ein z.B. moslemisches Land zu besuchen - das dürfte sehenswert sein...
Merkwürdigerweise werden aber immer nur Frauen gezwungen, sich zu verschleiern - falsch interpretierter Koran. So, wie es den Mullahs gefällt: die Frauen unter Kuratel halten (kennt man u.a. aus der Bananenrepuplik Deutschland...)
An anderer Stelle wird im Forum gefragt, ob man sich den Gefahren in fremden Ländern aussetzen darf, ob geschädigte oder entführte Personen, deren Lösegeld von unseren Steuergeldern beglichen werden, regresspflichtig gemacht werden können. Der Tenor ist: man sollte nicht reisen. Hier das direkte Gegenteil "Leute fahrt hin, hängt euch einen Schal um die Birne, schaut euch die Sehenswürdigkeiten und/oder die Trümmer und Ruinen an!"
Auf die eigentliche Frage: ein klares Nein! Im Alltag lauern genügend Gefahren, einen zusätzlichen Kick brauche ich nicht - und schon gar nicht im Urlaub. Anpassung im Urlaubsland ist in Ordnung - Einschränkung nicht: Toleranz für alle, also auch für mich, auch im Ausland.
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"Erika1" wrote:
Auf die eigentliche Frage: ein klares Nein! Im Alltag lauern genügend Gefahren, einen zusätzlichen Kick brauche ich nicht - und schon gar nicht im Urlaub. Anpassung im Urlaubsland ist in Ordnung - Einschränkung nicht: Toleranz für alle, also auch für mich, auch im Ausland.Ganz meine Meinung!!!

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"Erika1" wrote:
"Leute fahrt hin, hängt euch einen Schal um die Birne, schaut euch die Sehenswürdigkeiten und/oder die Trümmer und Ruinen an!"Anpassung im Urlaubsland ist in Ordnung - Einschränkung nicht: Toleranz für alle, also auch für mich, auch im Ausland.
@ Erika
Ich denke, Du vermischst hier einiges. Es ging bei dem Beispiel Iran nicht darum, sich dort irgendwelchen Gefahren auszusetzen. Deshalb hatte ich die Einschränkung gemacht, daß es so ruhig wie im Moment noch dort bleiben sollte. Wenn der sich jetzt anbahnende Konflikt eskalieren würde, würde ich niemandem empfehlen können, dort hin zu fahren.
Was ist Anpassung, was ist darüber hinaus Einschränkung?
Ich kann beim besten Willen nicht erkennen, aus welchem Grunde das Tragen eines Kopftuches eine Einschränkung darstellt.
Auch Männer müssen z.B. auf Bali beim Besuch von Tempeln einen Sarong mit der traditionellen Schärpe anlegen, bei einem Besuch des Odalan-Festes mußte ich zusätzlich noch die traditionelle Kopfbedeckung tragen. Es gab einige Mitbesucher, die sich über diese "alberne Verkleidung" aufregten, obschon man ihnen vorher gesagt hatte, was auf sie zukam. Sie haben sich dann aber doch den kulturellen Gepflogenheiten der Hindus gebeugt. -
"salvamor41" wrote:
Was ist Anpassung, was ist darüber hinaus Einschränkung?
Ich kann beim besten Willen nicht erkennen, aus welchem Grunde das Tragen eines Kopftuches eine Einschränkung darstellt.Wenn man das Kopftuch nur mal kurz wärend eines Tempelbesuchs tragen muss ist es keine Einschränkung, es aber den ganzen Tag zu tragen ist eine ganz andere Sache. Ich würde das durchaus als Einschränkung bezeichnen.
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"Erika1" wrote:
Merkwürdigerweise werden aber immer nur Frauen gezwungen, sich zu verschleiern - falsch interpretierter Koran. So, wie es den Mullahs gefällt: die Frauen unter Kuratel halten (kennt man u.a. aus der Bananenrepuplik Deutschland...)Ich denke mal, daß nicht das Kopftuchtragen (Verschleiern?) als solches von Frauen aus westlichen Kulturkreisen beklagt wird, sondern mehr die Tatsache, daß es im Islam immer nur Frauen sind, die Einschränkungen ertragen müssen. Sie sehen darin eine nicht hinnehmbare Benachteiligung gegenüber dem männlichen Geschlecht. Ich denke, darüber läßt sich in der Tat kontrovers streiten. Aber man muß sich als Tourist in einem moslemisch geprägten Land ja nicht unbedingt mit allem identifizieren, was da so vor sich geht. Was jemand in Kauf nehmen möchte und was nicht, muß jeder für sich entscheiden, insoweit hat Erika schon Recht.
Den Schlenker auf die "Bananenrepublik Deutschland", wo nach Erika "die Frauen ebenso unter Kuratel" gehalten werden, habe ich mit Schmunzeln gelesen. Ich frage mich manchmal, wer wen bei uns hier unter Kuratel hält und setze mich deshalb leidenschaftlich für den heroischen Freiheitskampf der Männer gegen die Übermacht der Frauen ein.

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Ich weiß nicht, ob es in den islam. Ländern wirklich nur die Frauen sind, die Einschränkungen inkauf nehmen müssen. Da wird es nur durch die "Vermummungsideologie" sichtbarer.
Obwohl ich im Ausland politischen Diskussionen generell aus dem Wege gehe, habe ich eins festgestellt: Die Iraner haben das Regime satt, und zwar bis zum Anschlag!!! Fast jeder kämpft ums Überleben.
Ich bin übrigens auch nicht gerade begeistert davon, dass ich ein Kopftuch tragen soll. Aber wenn ich das ablehne und NICHT in den wunderschönen Iran gereist wäre (ich akzeptiere übrigens diese Einstellung auch!), dann hätte ich erstens nicht diese wunderbaren Menschen kennengelernt und zweitens in der Welt einmalige Kulturgüter nicht gesehen. Was mir auch JEDEN TAG ins Auge sprang: Wie dankbar die Menschen sind, dass die Welt sie trotz des Mullahregimes nicht vergessen hat.
Noch was zum Grinsen:
In Turkmenistan, wohin ich nach dem Iran gereist bin, habe ich das Kopftuch freiwillig getragen, alledings die Zipfel runterhängen lassen, was im Iran nicht möglich gewesen wäre, da MUSSTE ich es vorm Kinn verknoten. Ich hatte dafür ein großes weißes Tuch, aus Jordanien mitgebracht, benutzt. Es hat mich sehr gut vor der heißen Sonne geschützt, wenngleich zB in Aschgabat überall Bäume sind, die herrlichen Schatten spenden.
Ich denke aber auch, wer es nicht mag, soll hat nicht hinreisen. Ist die Entscheidung jedes einzelnen, und die sollte man auch akzeptieren.