Trennung vor Reiseantritt
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Hallo zusammen
Folgender Sachverhalt:
Im Dezember 2012 Reise gebucht nach Afrika + Safari, Kosten ca. Fr. 4'500.-
Reise lautet auf den Namen ihrer Eltern (ich war nicht an Vertragsunterzeichnung).
Wir haben uns getrennt (auf meine Initiative) Ende Dezember 2012.
Reiseantritt wäre der 21.7.2013, also > 6 Mt.
Scheinbar, aufgrund der "Privatreise", muss ich 100 % übernehmen von Flug & Safari. Für sie kommen noch eventuelle Zusatzkosten dazu, weil sie dann nicht mehr eine Gruppe von 6 Personen sind.Fragen:
Bin ich haftbar gegenüber dem Reiseunternehmen, da ich ja nicht Vertragspartner bin?
Falls nein, kann mich die Familie privat haftbar machen, da die Trennung von mir aus kam?
Muss ich mich an den Zusatzkosten beteiligen?
Wie stehen meine Chancen allgemein?Ich will nicht komplett von den Fr. 4'500.- zurücktreten, da mich ja eine Teilschuld trifft, ich möchte aber den rechtlichen Hintergrund ganz genau abgeklärt haben, bevor sie Geld von mir verlangen.
Vielen Dank für eure Antworten
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Im deutschen Recht wärst Du für den enstehenden Schaden verantwortlich, ich nehme an, das ist in der Schweiz das Gleiche.
Du kennst doch den jetzigen Gesamtbetrag, lass Dir doch nach der Umbuchung einfach die neue Rechnung, auf der sicher auch die Umbuchungskosten stehen, zeigen, die Differenz ist dann das, was Du zu zahlen hast. -
@rutzy
"Reise lautet auf den Namen ihrer Eltern (ich war nicht an Vertragsunterzeichnung)"Damit meinst du: Die Eltern haben die Reise gebucht, unterschrieben, aber dein Name und der Name deiner Freundin sind für die Reise angegeben ?
In diesem Fall weicht meine Meinung von der Meinung @abholls ab. Kann mich natürlich täuschen, aber m. E. tragen die Unterzeichnenden ( = die Eltern) die Verantwortung und damit ev. anfallende Kosten.
Lasse mich aber gern berichtigen.
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abholl:
Sorry, da hab ich mich nicht eindeutig ausgedrückt. Mein Post bezog sich auf das Vertragsverhältnis zu den Buchenden.
Zum Reiseveranstalter hast Du keine Vertragsbeziehung, wie Kourion schreibt.Danke. Und wie sieht es aus mit privatrechtlichen Schadenersatzforderungen? Gibt es diese Möglichkeit für sie? Wisst ihr das?
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Ich sehe da schon eine privatrechtliche Möglichkeit, wie ich ja auch geschrieben habe.
Ich denke aber auch, dass Du da einen Anwalt befragen solltest.
Fair ist es allerdings nicht, sich da jetzt ohne Zahlung aus der Affaire zu ziehen, denn die anderen Reiseteilnehmer können nichts dafür, dass Du es Dir anders überlegt hast. -
In der Schweiz regelt das Familiengesetz des ZGB die Bedingungen einer Verlobungsauflösung.
Wie in Deutschland können Geschenke, abgesehen von Gelegenheitsgeschenken, welche einander gemacht worden sind, rechtlich zurückgefordert werden oder die Gegenpartei ist entsprechend zu entschädigen.
Zudem kann der Schaden, der durch Hochzeitvorbereitungen oder andere Veranstaltungen im Zusammenhang mit der Verlobung entstanden ist, zurückverlangt werden. Die Verjähgungsfrist beträgt 1 Jahr.Dies ist im erweiterten Sinne wohl auch auf eine gemeinsam geplante Reise anwendbar.
Selbst wenn es kein offizielles Verlöbnis / Eheversprechen gab, dürfte aus Sicht der Rechtsprechung kein Unterschied bezüglich der Einforderbarkeit von Zuwendungen gemacht werden. Ich würde daher unbedingt alle Aspekte des Rücktritts klären (100% Stornokosten sind ansich und insbesondere 6 Monate vor Antritt der Reise nicht rechtmäßig!), und dann nach Möglichkeit eine gütliche Vereinbarung herbeiführen - notfalls zu gewissen Kosten.
Seitens des Veranstalters bestehen - wie schon meine Vorschreiber beitrugen - kein Anspruch an dich.