TRINKGELD?!
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D'accord! Mit etwas Freundlichkeit und Nettigkeit kommt man besser durchs Leben, und wenn bei Gelegenheit auch noch ein Tip dazukommt, läuft alles wie ein frisch geöltes Uhrwerk. Das funktioniert im Inland genau so wie im Ausland.
Manche fangen schon im Taxi vom Flughafen zum Hotel an, zu knausern und wundern sich dann, wenn der Taxidriver sie ein bischen spazieren fährt, damit er ein "paar Märker" verdient.
Ein "wunderbarer" Einstieg in den Urlaub! -
Hallo Stephan!
Ja, unbestreitbar: "Trinkgeld" ist eine freiwillige Leistung".
Einige Leute sollten aber mal ganz schnell ihre "Toleranz" in diesem Punkt überdenken!Richtig ist auch, das viele Ägypter nach Hurghada gehen um in der Touristikbranche Geld zu verdienen. Aber dazu GEHÖRT AUCH Trinkgeld, denn die Jobs sind zwar relativ sicher (es sei denn, ein Herrenmensch-Touri sorgt für die Entlassung des Angestellten), werden aber keinesfalls (auch für ägyptische Verhältnisse) hochwertig entlohnt. Und so ist es in unzähligen anderen Urlaubsdestinationen weltweit.
Übrigens, das Thema "Trinkgeld" ist für viele Hotelangestellte (und auch externe Restaurantangestellte) mit Einführung des AI-Systems vieler Hotels nicht "einfacher" geworden.
"Hurghada steht nicht unbedingt auf Platz 1 der Urlaubs Top-Ten."
Da irrt der Herr aber
Auf die Schnelle habe ich zwar jetzt nur ein ranking gefunden (könnte aber später gerne weitere nennen):Quelle News Archiv TUI Dez. 2003: TOP TEN WINTERZIELE...5.Hurghada...8.Sharm el Sheik...-und ich kann Dir versichern diese Zielgebiete boomen auch weiter.
Die von Dir geschilderten "Geschäftspraktiken" am Flughafen gibt es weltweit in mehr oder weniger identischer Form.
Die Verkaufsstrategien viele Händler in Ägypten (aber auch vieler Destinationen in Asien, Afrika, der Karibik und auch Europa) sind für uns zwar "ungwohnt", aber nunmal deren Mentalität. Gerade bei AI-Urlauben wird niemand gezwungen die Hotelanlage zu verlassen. Tut er es doch, muß er spätestens dann, die Landessitten respek- und akzeptieren! Dies meinte ich z.B. mit Uninformiertheit und Ignoranz!
Aber der Trinkgeld-Geiz vieler Touris ist m.E. nur eine weitere Auswirkung von Billigtourismus (bei meistens allerdings höchsten Ansprüchen). Dann darf sich der werte dergestalt Reisende aber auch nicht wundern, wenn verstärkt nach Touristen aus anderen Nationen "Ausschau" gehalten wird..."Russen" (um bei einigen "beliebte" Miturlauber zu nennen) sind dann aber gefälligst klaglos zu akzeptieren.
Viele der Dinge sind quasi ein hausgemachtes Problem vieler deutscher Touristen.
Viele Grüße, Holger
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@Sohn vom kleinen Prinzen
Ich habe kein Trinkgeldproblem, auch keines mit geizigen Mitreisenden. Solche nehme ich nämlich erst gar nicht mit.
Ob Angehörige anderer Nationen großzügiger mit Trinkgeld sind als Deutsche, weiß ich nicht. Ich halte nicht viel von Verallgemeinerungen.
Viele Grüße vom
Bulgarienfan
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Hallo Bulgarienfan!
Vollkommen richtig: Verallgemeinerungen sind unangebracht und meistens auch nicht richtig. Ich wehre ich auch immer (wie bereits in vielen threads hier im Forum) gegen diese Art der Verunglimpfung vieler Nationen.
Genau deswegen habe ich auch "vieler deutscher" geschrieben, und ganz bewußt nicht "der deutschen Urlauber".
Ich hoffe, ich konnte dieses Mißverständnis hier damit direkt wieder ausräumen.
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@Sohn vom kleinen Prinzen
Ist schon klar. Das hatte ich bei dir auch nicht ernsthaft vermutet.
Gehe ich recht in der Annahme, dass du ein wenig verärgert über Billigtouristen bist, die trotz niedriger Preise Superleistungen erwarten und einfordern?
Viele Grüße vom Bulgarienfan
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Ok, es paßt zwar nicht ganz zum eigentlichen Thema hier, aber ich hoffe, unsere Mitdiskutanten verzeihen uns einen kleinen Schwenk...
Auch zum Thema "Billigtourismus" möchte ich nicht pauschalisieren - auch wenn es in Bezug auf so manche Thematik dabei nicht ganz einfach ist.
Ich denke, dies ist ein sehr komplexes Thema (zumal es auch in viele andere Dinge im weiten Feld des Tourismus hineinspielt) und eigentlich einen eigenen thread wert.
Grundsätzlich sollte man m.E. zwischen Billig- und Günstigtourismus unterscheiden.
Genauso grundsätzlich sollte man beide Formen von Tourismus auch nicht verteufeln. Sie sind m.M. nach beide Bestandteile unserer heutigen Konsumgesellschaft und oftmals auch sehr wichtig, um einer Vielzahl von Menschen Urlaub überhaupt noch zu ermöglichen. Die jetzigen politischen und sozialen Bedingungen/Verhältnisse sind nun einmal alles andere als ideal und "gerecht" - aber wollen wir nicht (auf immer noch hohem Niveau) jammern.Ein "Problem" habe ich dann mit dieser Form von Tourismus, wenn einige Leute (leider nicht wenige) ernsthaft glauben (und sich auch entsprechend (ver?)halten), sie könnten für 2 Wochen für 400 Euro/Person 5*****Urlaub machen; sie optimale Flugverbindungen und Airlines erwarten; die Reiseveranstalter 24 Std. nur für sie vor Ort sind; sie die besten Zimmer haben wollen, sie die Hotel(sklaven?) schikanieren und erwarten das diese für sie Frondienste leisten; die Küche Sterne-Standart haben muß (natürlich individuell auf ihren eigenen Geschmack ausgerichtet);und...und...und
Wir erstellen hier für viele Unternehmen aus der Touristikbranche Strategien etc. und ich bekomme sehr oft und sehr viel direkt aus "erster Hand" (sowohl aus Unternehmenssicht, alsauch aus Verbrauchersicht) mit...und da bleibt häufig nur (als positivste Reaktion!) noch ungläubiges kopfschütteln.
Wenn ich mir zudem das Verhalten nicht weniger Mitreisender anschaue, komme ich auch immer mehr zu der Überzeugung, das es vielleicht besser wäre, wenn einige Destinationen "unerschwinglich" und damit dem Massentourismus nicht mehr "zugänglich" sind - aber das ist wohl wieder ein anderes Thema!
Viele Grüße, Holger
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Hallo Holger,
ich finde Deinen Beitrag sehr gut, denn ich bin derselben Meinung wie Du und kriege regelmäßig sooo... einen Hals, wenn mir in meinem hart verdienten Urlaub solche Zeitgenossen begegnen.
Vor allen Dingen kommt es mir manchmal so vor, als würden manche Reisenden nicht die Information lesen, die sie von den Veranstaltern erhalten und trotzdem meinen nur sie wären der Nabel der Welt.
Ich gebe Trinkgeld wenn es mir angemessen erscheint u. siehe meine Bewert. fürs
Giftun, keins mehr wenn keine Leistung erbracht wird.
Etwas anders sieht es da in Nordamerika aus, aber auch das steht in den Reise-Informationen. also lesen oder auch mal bei der ( bei einigen angeblich nicht nötigen) Reiseleitung bzw. auch dem Gästeservice nachfragen.
LG Wally -
Hallo allerseits
Da muß ich auch kurz was zum Thema Trinkgeld loswerden.
Es stimmt sicherlich,dass viele Deutsche sich in dem Gastland aufführen,als wären sie Millionär.Aber nicht nur Deutsche.
Wir Europäer werden doch allgemein in anderen Ländern als "Rockefeller"eingestuft.
Logisch sollte ein gewisses Budget für diverse Trinkgelder in der Urlaubskasse eingeplant werden.Aber dabei nicht ausnützen lassen.
Ich habe eben auch schon sehr schlechte Erfahrungen diesbezüglich gemacht.
Als ich das 2. mal in der Dom.Rep war,wollten wir nicht mit dem Transfer fahren.(Santo Domingo/ Boca Chica).
1.Am Flughafen Santo Dom.wurden uns auch schon die Koffer von irgendwelchen Leuten (ohne Namensschild oder "Uniform") regelrecht
aus der Hand gerissen.Als wir die Koffer wieder haben wollten,den Herren verständlich und freundlich klarmachten,dass wir unser Gepäck selbst rollen,bekamen wir es "knurrend" zurück.Die "angeblichen Kofferträger" hielten aber trotzdem,wie selbstverständlich,die Hand auf.Da haben wir auch keinen Cent gegeben.
2.Wie erwähnt,der Transfer.Wobei ich zugeben muß,dass es unsere eigene Schuld war,so abgezockt zu werden.
Ein Mann mit weißem Hemd und schöner Bundfaltenhose hatte irgendwie mitbekommen,dass wir ein Taxi brauchen.Er hatte auch ein Namensschild mit Bild an seinem Hemd hängen.
Wir dachten,es wär ein Flughafenangestellter.
Er bot jedenfalls ein billiges Taxi an,das er uns schnell besorgen
könnte.Wir hatten umgerechnet 20 DM mit ihm vereinbart.
Er hatte uns noch bis ans Taxi begleitet,die 20 DM einkassiert und ist weg.Als wir in Boca Chica mit dem Taxi ankamen,wollte der Taxifahrer auch nochmal 30 DM fürs bringen.Die mußten wir dann logischerweise auch noch zahlen.Da finde ich,hört es auf.
Dass man dann Trinkgelder gegenüber etwas kleinlicher ist,kann der ein oder andere vielleicht verstehen.
Für das Zimmermädchen,den Kellnern,Bedienungen und eventuell mal Animateuren aus dem Hotel haben wir immer Trinkgeld übrig.Es wird aber von uns bestimmt,wieviel!!!
Logischerweise auch den Bedinsteten, aus einem anderen Restaurant oder Bar.So lange wir allerdings nicht auf die Hilfe eines Kofferträgers angewiesen sind,geht dieser auch leer aus.
Uns macht es auch nichts aus,mal X- beliebigen Einheimischen ein paar Euro zu geben.Nur dürfen diese nicht aufdringlich sein.
Die meisten Ausländer denken leider,dass wir alle sehr reich sind,weil wir uns Urlaub in ihrem Land leisten können.
Dass wir aber hart dafür arbeiten müssen,sehen die meisten nicht.
Das finde ich irgendwie schade.
Ich finde ganz einfach,dass die Menschen aus dem Gastland teilweise auch nicht so unverschämt sein sollten.Gruß Silke
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Hallo zusammen,
Silke hat das Problem absolut richtig erkannt! Das was ihr passiert ist ist ohne Frage bereits Betrug. Und gerade das ist es, was einen Touristen ohnehin noch vorsichtiger werden lässt. Denn auf solche Erfahrungen will man verzichten. Und im Hotel will man auch nicht ohne Gepäck ankommen. Anderes Beispiel: Auf unserer letzten Urlaubreise in Mexico erzählte uns ein Pärchen, dass es für die Fahrt vom Flughafen Palma zur Playa de Palma mit dem Taxifahrer einen (fairen) Preis von 15 EUR ausgehandelt hat. Am Zielort angekommen will der Taxifahrer das Gepäck nur dann herausgeben, wenn dazu nochmal 15 EUR Trinkgeld gezahlt werden. Beim Ruf nach der Polizei hatte es sich der Taxifahrer dann anders überlegt. Sicher würde sich jeder leichter tun angemessene (!) Leistung zu vergüten, wenn man guten Gewissens sich jemanden anvertrauen kann. Aber leider wird das immer wieder von den Einheimischen (die ja unbestritten vom Tourismus leben) ausgenutzt (wie das Beispiel mit dem Toilettenpapierverkäufer, der von einer öffentlichen Toilette die Rollen herausholt, sich davor setzt und diese verkauft; der Bedürftige meint er müsse (!) hierfür bezahlen - übrigens habe ich so etwas weder in China, Singapur, Australien, Südafrika, Spanien, Griechenland, Österreich, Norwegen, Frankreich, England, der Schweiz, den Französichen Antillen oder den USA erlebt). Und diese "Vorsicht" hat auch nichts mit Geiz oder Billigtourismus zu tun (der Trinkgeldforderer unterscheidet nicht danach wieviel der Touri für seine Reise gezahlt hat). Wie ich bereits schon geschrieben habe: Ich habe kein Problem damit, wenn angemessene (nicht aufgedrängte) Leistung honoriert werden soll, wohl aber damit, wenn man versucht das auszunutzen.
Viele Grüße Stephan -
Hallo zusammen,
zu Zeiten von Hartz IV, steigender Arbeitslosigkeit, ständig steigender Fester Kosten bei gleichbleibenden Löhnen möchte ich hier auch einmal etwas sagen. Es gibt auch in unserem angeblich reichem Land viele Leute, die naha an der Armutsgrenze leben. Viele Leute mit geringem Einkommen sparen das ganze Jahr über für einen Urlaub mit der Familie. Wenn dann immer steigende Trinkgeldfordeungen hinzu kommen, werden diese Leute (es sind nicht wenige) bald nicht mehr verreisen. Das müssen die Leute in den Tourismusgebieten bald nicht nur auf "ihr" geliebtes Trinkgeld verzichten, sondern auf ihren Job, weil die Gäste wegbleiben. Meiner Meinung nach ist ein gering bezahlter Job besser als gar keinen. Ich will damit nicht sagen, dass man kein Trinkgeld geben sollte, aber eben nur für besondere Leistungen, nicht als Selbstverständlichkeit oder Forderung. Alle die hier über Trinkgeldgeiz sprechen sollten darüber einmal nachdenken.
Viele Grüße Petra
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Hallo, vieles was in den Beitägen geschrieben wird, hat meiner Meinung nach nix mit 'Trinkgeld' zu tun, sondern ist einfach nur Beschiss (sorry-aber für einige Begebenheiten fällt mir spontan kein anderes Wort ein).
Da wir gerade von einer Asienreise gekommen sind, habe ich auf Grund dieses Thema's mal über unsere Trinkgeld-Gepflogenheiten nachgedacht. Eigentlich summiert sich ganz schön was zusammen. Grundsätzlich handhaben wir es so: Für guten Service gibt's gutes Trinkgeld! Schlechter Service wird reklamiert und wenn sich nichts tut- gibt's nix! Aber diese Situation haben wir bis jetzt noch kaum erlebt und in Asien sowieso nicht. Dort sind die Taxifahrer, Kellner(innen), Zimmermädchen, Kofferboy's etc. derart freundlich, dass man gerne Trinkgeld gibt!
Ich hoffe, dass ich einige der oben geschilderten Situationen nicht erleben muss!! Aber da ich Nordafrika eh von meiner Reisezielliste gestrichen habe, bleibt mir da wohl manches erspart!
Viele Grüße, Gisela. -
Hallo,
ich kann nur das geschriebene der drei Damen nur dick unterstreichen! Es muss noch nicht einmal "Hartz IV" sein (ich glaube auch, dass der einzelne über kurz oder lang weniger für den Urlaub ausgeben muss, um sich das Leben in Deutschland noch leisten zu können). Das Geld im vermeintlich "reichen" Deutschland wird immer knapper ("Reformen, Eigenverantwortung", nur um ein zwei Schlagworte zu nennen). Viele arbeiten das ganze Jahr hart und sparen was das Zeug hält, um sich noch einen (dringend notwendigen) Urlaub leisten zu können (die Reiseziele sind keineswegs alle billig), treffen dann auf Zeitgenossen, die nichts andres zu tun haben, als für belanglose Dienstbarkeiten, den Urlaubern das ohnehin schon knappe Geld aus der Tasche zu ziehen und zwar mit Mitteln, die sich schon am Rande der Legalität bewegen. Alles unter dem Deckmantel des "Trinkgelds" und bringen damit auch "Ehrliche" um ihr verdientes Leistungsentgelt (z. B. Hotelangestellte). Es sind nicht die Urlauber die schlecht sind, weil sie an der ein oder anderen Stelle kein Trinkgeld geben, sondern diejenigen, welche die Urlauber so geprägt haben. Urlauber sind schließlich diejenigen, die die Jobs bringen. Auch darüber sollte mal nachgedacht werden.
Viele Grüße Stephan -
Sehr richtig Gisela,
"vieles was in den Beiträgen geschrieben wird, hat...nichts mit Trinkgeld zu tun...".
Und genau diese Problematik beginnt in diesem thread schon bei Stephan's Auflistung. Betrachtet man diese einmal eingehender, ist stren genommen eigentlich nur einer(!) von neun(!) Punkten letztendlich ein "reines" Trinkgeldthema (Punkt 5).
Punkt 4, 6 und 7 gehören in den Bereich international üblicher Standards - Punkt 5 sogenommen natürlich auch.
Die Punkte 1, 2, 3, 8 und 9 sind, so oder ähnlich, weltweit verbreitete Geschäftspraktiken/Dienstleistungen die man annehmen (und bezahlen), oder ignorieren kann.Hallo Petra!
Natürlich gibt es, nicht erst seit Hartz IV, auch in unserem Land eine immer größere Kluft (auf deutschem bzw. vergleichbaren Niveau) zwischen "arm" und reich. Aber definiere doch mal bitte den Begriff "arm" im internationalen Vergleich.,
-"Wir" gehören weltweit immer noch zu den Top 10 im Einkauf von Konsum- und Luxusgütern - sowohl in realen, alsauch in prozentualen Werten.
-"Wir" sind immer noch "Reiseweltmeister".
-"Wir" konnten rd. 650 Mio. Euro Fluthilfe spenden; die restlichen 500 Mio. Euro zahlen wir in den nächsten Jahren durch Steuererhöhungen etc.Ergänzend sollte man hinzufügen, das der Posten "Trinkgeld" lt. diverser Statistiken ganz am unteren Ende der Ausgabentabelle deutscher Urlauber steht.
Auch ich möchte Betrug am Urlauber weder tolerieren, noch irgendwie verteidigen, aber die Definition des Wortes "Betrug" sollte in einigen(!) Fällen von so manchen Leuten mal schleunigst deutlich überdacht werden.
Viele Grüße, Holger
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Hallo Holger,
auch in Deutschland gibt es viele Menschen, die sich keine Luxusgüter leisten können, weil sie z.B. das ganze Jahr auf einen Urlaub mit der Familie sparen, weil sie Erholung dringend brauchen. Schön, dass du keine Armut in Deutschland kennst. In manchen Teilen Deutschlands leben mehr als die Hälfte aller Kinder unterhalb der Armutsgrenze. Bedenke bitte auch, dass die Nebenkosten in Deutschland (Miete, Strom, Wasser, Abwasser - Liste läßt sich noch lange fortsetzen) wesentlich höher sind als die Kosten der Einheimischen in den meisten Urlaubsländern. Deshalb kann man deren Einkommen auch nicht z.B. mit dem unserer Arbeitslosen vergleichen.
Trinkgeld sollte jeder nach seinen Möglichekeiten geben können. Wir geben auch in Deutschland Trinkgeld (Friseur, Restaurants u.ä.), es sollte aber immer auch leistungsabhängig sein.Viele Grüße Petra
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Hallo Holger,
leider kann ich den "einen" von neun Punkten meiner Auflistung, der deiner Meinung nach nur mit Trinkgeld zu tun haben soll, aus deinem Beitrag nicht herausfinden. Du meinst, dass alle Punkte "üblicher Standard" bzw. "weltweit verbreitete Geschäftspraktiken/Dienstleistungen" sind. Das sind sie eben nicht. Es gibt eine Menge Beispiele, die zeigen, dass man Urlaub auch ohne diese "Geschäftspraktiken" machen kann. Wer meine Auflistung und mein Anliegen verstanden hat, der weiß auch worum es mir geht.
Lese dir bitte nochmal den Beitrag von Silke vom 01.02.2005 unter Punkt 2 durch. Was ihr da widerfahren ist, ist nunmal Betrug (vgl. § 263 StGB), auch wenn du es vielleicht anders bezeichnen möchtest.
Im übrigen wäre es nett, wenn du Formulierungen wie "von so manchen Leuten mal schleunigst..." versachlichen könntest oder "die Leute" beim Namen nennst.
Zurück zum Thema: Ich denke auf ein Fazit kommen wir alle: Trinkgeld ist eine freiwillige Sache des Gastes. Jeder hat seine (guten) Gründe etwas zu geben oder gewisse Aufforderungen zu ignorieren. Nur darf sich niemand wundern, wenn es Menschen gibt, die bestimmt Ziele aus ihren Reiseplänen gestrichen oder eine andere Urlaubsart gewählt haben.Viele Grüße Stephan
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Hallo Stephan,
der Prinz und Du, Ihr seid im Grunde gar nicht weit auseinander, deshalb verstehe ich die Schärfe nicht, die plötzlich in diese Diskussion reinkommt.
Der Sohn vom kleinen Prinzen hat nie irgendwo die Auffassung vertreten, daß man sich betrügen lassen soll, im Gegenteil!
Er ruft nur dazu auf, dieses Thema im Ausland etwas geschmeidiger auszulegen und nicht von den deutschen Gegebenheiten auszugehen, er ruft zu etwas mehr Toleranz für die örtlichen Usancen auf.
Offensichtlich massiv besch.... läßt sich niemand gerne, da mache ich auch nicht mit, aber der Begriff "Betrug" ist z.B. in Ländern der 3. Welt anders zu definieren wie bei uns.
Wenn es sich um kleine Beträge handelt, die man bei mir abzockt, mache ich in der Regel keine Affäre daraus, buche es unter "Folklore" ab und habe mich schon manches mal über den Ideenreichtum der Leute amüsiert.Gruß salvamor
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Hallo zusammen!
Vielen Dank salvamor, Du hast mir zur (Er-)Klärung meines Standpunktes schon ein wenig Schreiberei abgenommen.
@Petra:
"Schön, das ich keine Armut in Deutschland kenne" :what ???
Ich habe nirgendwo bestritten (im Gegenteil!), das es auch in unserem Lande immer mehr Armut (und auch in immer größerem Ausmaß!) gibt. Nur ist diese auf "deutschem Niveau", und im internationalen Vergleich eher nicht wirklich als solche zu definieren. Desweiteren sollte man auch einmal so ehrlich sein und klar erkennen, das unsere Armut nicht nur in politisch/sozialen Veränderungen ihren Ursprung haben, sondern auch in der Tatsache, das nicht wenige Menschen in unserem Lande deutlichst über ihre Verhältnisse gelebt haben, bzw. aktuell leben.@Stephan:
Salvamor hat es schon erkannt. Ich denke, wir liegen eigentlich wirklich gar nicht so weit auseinander. Ich finde nur Deine Auflistung im Zusammenhang mit diesem Themenfeld in Teilen nicht korrekt. Den "einen Punkt" habe ich übrigens benannt. Es ist Punkt -5-.
Um es aber nochmal zu verdeutlichen, greife ich gerne nochmals Deine Liste auf:- Ist nicht nur in Ägypten so. Wird auch in Tunesien, Marrokko, Gambia, Senegal, Kenia, Tansania, Sansibar, Madagaskar, Thailand, Sri Lanka, Malediven, Türkei u.v.m. so praktiziert.
- Habe ich ebenfalls auch schon in einigen Ländern erlebt.
- Internationaler (Höflichkeits-)Standart. Hier in D bekommt der Taxifahrer auch Trinkgeld.
- Ebenfalls in vielen Ländern üblich.
- Typische Trinkgeldfrage. Der Versuch ist (auch bei schlechterer Leistung) bei den geringen Löhnen verständlich. Bei guter Arbeit sollte auf jeden Fall ein Trinkgeld gezahlt werden.
- International üblicher Standart
- siehe -6-
- Du kannst es ignorieren...oder zahlen, wenn Du Dich über die Hilfe freust. Nicht jeder kennt sich auf z.T. riesigen Flughafen-Anlagen aus.
- siehe ersten Teil von -8-
Was Silke widerfahren ist, war wirklich nicht ok - habe ich aber auch nicht behauptet oder schön geredet. Allerdings glaube ich nicht, das Du in dem Fall dort mit §263 StGB sehr weit kommen würdest

Du hast offensichtlich auch schon ein paar Ecken unserer schönen Welt kennengelernt - dann muß ich Dir ja nichts vom, auf der touristischen Landkarte weltweit verbreiteten System der Schlepper erzählen. Ob uns dies nun gefällt oder nicht. Die gehören in vielen Ländern zum "sozialen Gefüge", sind (in krassen Fällen) aber beim Ruf nach der (Touristen-)Polizei i.d.R. ganz schnell verschwunden.Mit "so manchen Leuten" meine ich z.B. die in meinem Beitrag vom 31.01., 16.00 Uhr beschriebenen, dauer-schikanierenden, dauer-nörgelden Touris, die mit einer unglaublichen Arroganz und Herrenmenschen-Mentalität, begleitet von Geiz, auftreten. Wenn z.B. eine Grußße von, oft pöbelnden, Urlaubern eine Burg aus Liegen besetzt, und alle paar Minuten einzeln(!) nach dem Kellner rufen ("Bimbo!"
) und einzeln(!) ihre Getränke bestellen und damit den Kellner jedes Mal, oft eine beträchtliche Entfernung laufen lassen, und sich bei dessen Rückkehr beschweren (zu lange gedauert, Getränke verschüttet, zu warm, zu kalt, zuviel Alkhol, zu wenig Alkohol, zu süß...) dann habe ich damit ein Problem und bin auch schon tüchtig mit solchen Hirntoten aneinander geraten. Ein Einzelfall? Nein, leider nicht - so (und ähnlich) schon in Kenia, Ägypten, Dom.-Rep., Thailand, Malediven, Sri Lanka, Tunesien, Mexiko, Türkei erlebt...auch in guten (oder gerade?) 4/5*****Hotels. Und hier gäbe es unzählige weitere Beispiele zu nennen.Nochmal: Trinkgeld ist in der Tabelle der Urlaubsausgaben deutscher Urlauber im untersten Bereich. Nicht wenige geben ein Heidengeld aus, um sich völlig sinn- und hirnlos zuzuschütten, haben aber "kein Geld" für Trinkgelder bzw. gehen mit diesem Thema mehr als kritisch um!?!
Gerade in Ägypten (oder auch Tunesien) wird z.B. immer wieder Sauberkeit thematisiert. Liegt dort nur 1 Sandkörnchen
im Zimmer oder auf dem Gehweg, gibt es nicht selten ein Riesengeschrei - umgekehrt wird leider im Verhältnis dazu nur ein Bruchteil an Trinkgeld gezahlt. Es ist ja auch leichter zu motzen, als zu loben und zu belohnen!?!Stephan (oder auch ein paar andere hier), wir "müssen" keine Meinungsgleichheit erzielen und können gerne unterschiedliche Standpunkte austauschen, aber ich hoffe, Du akzeptierst meine Auffassung in dem Maße, wie ich mich mit den von Dir genannten Punkten auseinanderesetzt habe.
Viele Grüße und in Freude auf eine weiter sachliche Diskussion,
Holger
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Hallo Holger,
gut daß Du noch einmal detailliert auf die einzelnen Punkte von Stephan eingegangen bist. Es ist wirklich nichts außergewöhnliches dabei, worüber es sich lohnen würde, sich aufzuregen.
Besonders originell finde ich Item 2). Wer sich darüber aufregt, daß ihm 2 Blättchen Klopapier gegen Tip angeboten werden und davon womöglich auch noch Gebrauch macht, ist selber schuld. Ich finde diese Idee eher lustig. Sie zeigt aber auch, daß dieser Ägypter, der das gemacht hat, ein völlig anderes Verhältnis zu Werten hat wie wir. Für ihn sind 2 Blättchen Klopapier so kostbar, daß er glaubt, den Touristen seien sie ein Bakschisch wert.
Also, mir ist so etwas noch nie widerfahren. Aber ich glaube, ich hätte mich innerlich amüsiert und hätte auf Papiertaschentücher zurückgegriffen. Abgehakt!
Vieles im Leben ist auch Mentalitätssache!Gruß salvamor
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Hallo, alle zusammen,
ich muss jetzt doch auch mal was dazu sagen:
bei unserem ersten Aufenthalt in Ägypten musstern wir auch die Erfahrung mit dem Klopapier machen, haben uns nachher köstlich darüber amüsiert.
In Ägypten kann man leicht der "Tringeldfalle" entkommen, bzw. wesentlich günstiger dabei wegkommen: Derjenige der übertriebenerweise ein Bakschisch (meist ein oder zwei Euro) fordert, bekommt von mir (ich wechsle direkt am Flughafen ein paar Euro, ein Pfund ca. 27 Cent) ein oder zwei ägyptische Pfund, er schaut dann zwar etwas dumm aus der Wäsche, aber bis jetzt hat sich keiner beschwert.
Meine Meinung: Wenn Trinkgeld gerechtfertigt ist, soll der/diejenige es auch bekommen !
Noch was zur "Armut" in Deutschland: Ich fahre seit über 10 Jahren bei Hilfstransporten des Malteser Hilfsdienstes nach Osteuropa mit, in Deutschland würde niemand in solchen Verhältnissen leben wollen, und muss es auch nicht; hier muss niemand verhungern etc.
Ich kann dieses Gejammer, wie es uns doch ach so schlecht geht, bald nicht mehr hören.
Aber dies nur am Rande, es gehört wirklich nicht in dieses Forum !
Daniel -
Hallo Daniel,
wenn Du den Durchschnitt der deutschen Bevölkerung nimmst, ist Deine Aussage, daß es uns im Vergleich zu anderen Ländern immer noch gut geht, zweifellos richtig.
Auf der anderen Seite gibt es nicht zuletzt durch Agenda 2010/Hartz IV, auch wenn es einigen damit sogar noch besser geht, erwiesenermaßen eine Menge Menschen in diesem Lande, denen es richtig beschissen geht. Ich zähle vor allem anderen viele alte Menschen ohne Einkommen dazu, die in den Altenheimen jetzt mit ca. Euro 80,00 zurecht kommen müssen.
Wir alle dürfen nicht den Fehler machen (ich neige auch manchmal dazu) und von unserer eigenen relativ komfortablen Situation ausgehen. Wenn wir mal abstrahieren, muß man schon feststellen, daß es den Menschen in diesem Lande auch im Schnitt schlechter geht als vorher.Obschon Reisen auch viel mit Politik zu tuen hat, habe ich den Eindruck gewonnen, daß einige hier im Forum das nicht lesen wollen, wenn man Reisen mit Politik verknüpft. Ich bin schon einige Male wütend beschimpft worden, weil ich politische Äußerungen gemacht habe, zuletzt bei dem Thema "Seebeben" in SA. Deshalb möchte ich es jetzt hier dabei belassen.
Ich wünsche Dir eine Gute Nacht!
L G
Wolfgang