Verstecken sich Reiseveranstalter?
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Guten Tag...
mir ist bei verschiedenen Bucnhungen über Portale aufgefallen, dass die Leistungserbringer jeden Kontakt mit dem Kunden verweigern und auf das jeweilige Buchungsportal verweisen.Ich hatte eine TUI Reise direkt auf der TUI Website gebucht. Eine Rückfrage unter der auf der Website angegebenen Rufnummer endete bei einem Reisebüro namens TUI, welches aber nichts mit dem gleichnamigen Veranstalter zu tun haben wollte.
Auch die Website 5vorFlug ermöglicht dem Kunden zwar eine Buchung, bei Rückfragen landet man aber bei einem Reisebüro namens 5vorFlug, welches auch nichts mit dem Veranstalter zu tun haben will.
Ich vermute, dass ich mit den auf den Veranstalter Websites angegebenen Rufnummern niemals den Veranstalter direkt erreiche, sondern in irgendeinem obskuren Callcenter lande.Hat hier jemand ähnliche Erfahrungen oder kann diese in meinen Augen rechtlich fragwürdigen Konstrukte mal erläutern..?
Vielen Dank! -
Merkwürdig, aber normalerweise ist es der Sinn von Call-Centern, den Eindruck zu erwecken, dass der Kunde mit der besagten Firma direkt verbunden ist. Allerdings ist es ebenso Sinn dieser Einrichtungen, ein Gespräch mit einem Verantwortlichen zu verhindern!
LG
Sokrates
der selber über 2 Jahre in einem Call-Center gearbeitet hat.
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Sokrates, mit einer der Vorteile der 'stationären guten alten Reisebüros um die Ecke', die sebstverständlich telefonische Kontaktmöglichkeiten für Rückfragen direkt im Backoffice der Reiseveranstalter haben.
Edit:
Sorry @Mettigelmädchen, hatte sich überschnitten. -
@trampas, mit deinem Anliegen bist du sicher nicht allein, da die Homepage TUI.com äußerlich erstmal den Anschein erweckt, dass du direkt auf der Homepage des Reiseveranstalters TUI gelandet bist. Wenn man sich aber mal direkt auf die Seite der TUI Deutschland GmbH mit Sitz in Hannover begibt, stellt man fest, dass man dort direkt gar keine Reisen buchen kann. Erst wenn man auf den Buchen-Button geht, wird man auf die Homepage der Tui.com GmbH mit Sitz in Berlin weitergeleitet. Und wenn man sich dann dort mal die AGBs durchliest, kann man erkennen, dass die TUI.com GmbH lediglich als Vermittler von Reisen, also als Online-Reisebüro auftritt. Und dieses Online-Reisebüro ist dann genauso wie jedes andere Reisebüro, ob online oder stationär für all deine Belange zuständig. Du könntest demzufolge auch deine Reisen bei HC, bei jedem anderen Online-Reisebüro oder in einem stationären Reisebüro um die Ecke buchen. Bei Problemen oder Wünschen würde sich dieses Reisebüro dann mit dem gebuchten Veranstalter deiner Reise auseinandersetzen. Insofern ist die Antwort der TUI.com GmbH schon richtig, wenn sie sagen, dass sie nicht der Veranstalter TUI Deutschland GmbH sind und somit rechtlich als Vermittler ganz anderen Verpflichtungen unterliegen gegenüber einem Reiseveranstalter. Aber es wäre schon schön gewesen, wenn man dir dies vielleicht etwas genauer erklärt hätte.
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Hallo Katja..
Danke für Deine Erläuterungen. Irgendwie werde ich trotzdem das Gefühl nicht los, dass der Kunde hier absichtlich in die Irre geführt wird.
Auf den Websites der Veranstalter (so man sich auf einer dieser wähnt..) wird doch der Eindruck vermittelt, dass man direkt beim Veranstalter bucht.
Es kann doch nicht sein, dass man direkt die Websites aufruft und dann doch, vom Kunden unbemerkt, wieder nur bei einem Fremdunternehmen gleichen Namens landet.
Wenn ich TUI.COM eintippe, erwarte ich auch direkt bei TUI zu buchen! Erst einen Blick in AGB's und Impressum zu werfen um den tatsächlichen Vertragspartner zu ermitteln, erscheint mir etwas umständlich.Es ist schon erstaunlich, dass solche Konstrukte im deutschen Markenrecht statthaft sind. Jeder Unternehmer bekommt bei der Benennung seines neuen Unternehmens sofort eine Abmahnung, zunindest wenn er sich in einem ähnlichen Betätigungsfeld bewegt.
Trotzdem Danke nochmals für Deine Erläuterungen!
Ich denke, ich werde das mal einer Verbraucherzentrale vortragen! -
Warum sollte das gegen das Markenrecht verstoßen, wenn z.B. der Namensinhaber eine Partnerschaft mit dem Vermittler eingegangen ist? Was bei einer Verlinkung auf ein Reisebüro ja nun absolut wahrscheinlich ist.
Was Du erwartest, ist da völlig irrelevant, es ist dem mündigen Bürger durchaus zuzumuten, zu überprüfen, mit wem er Verträge schliesst. Mir absolut unverständlich, warum immer mehr Menschen versuchen, sich vorm Selberdenken schützen zu lassen.Was soll die Verbraucherzentrale denn da machen, wenn Du das Impressum nicht liest? Umständlich ist das nicht, weil die Angabe ja Pflicht ist und mit einem, evtl zwei Klicks erreichbar ist.
AGB sind auch Vertragsbestandteil, selbst wenns Dir zu umständlich ist. Man sollte schon mal die Kirche im Dorf lassen. -
@trampas
Wo ist eigentlich dein Problem? Beim Klick auf ein Reiseangebot von Tui.com wird klar ersichtlich der duchführende Reiseveranstalter angezeigt.Wenn dir in einem stationären Reisebüro mit TUI-Transparent als Leitveranstalter über der Bude eine Reise mit Neckermann angeboten wird, ist das dann auch ein Fall für die Verbaucherzentrale?
Nur zu und frohes Gelingen ...
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Vollkommen richtig, bernhard707.
Sehr viele Reisebüros sind an ihren Leitveranstalter mehr oder weniger stark gebunden-- aber dazu liest man selten was. Leider gibt es aufgrund der Börsennotierung keine Detailzahlen über den Vertriebs Umsatz ,sondern nur noch Schätzungen.Das ist übrigens bei T. Cook nicht anders.
Veröffentlicht wird aber die jeweilige Anzahl der Vertriebsstellen--im Falle von TUI waren dies in 2014: 1536- zum Vergleich-Cook hat 1317 --und DER(REWE) sogar 2034.
Daran kann man schon einiges erkennen.
Noch ein paar kurze Bemerkungen zu TUI.com.
TUI steht ja nicht nur für den Premium- Veranstalter alleine.
Daher werden auf TUI.com der offiziellen Website- natürlich auch Produkte anderer Veranstalter der TUI-Group angeboten:
TUI, XTUI, 1-2Fly,X1-2fly, Airtours, 'Ltur, X L'tur.
So macht die separate,aber dennoch offizielle Buchungs- Website auch richtig Sinn. -
Ich sehe aber noch ein anderes Problem, welches meiner meinung nach hier her passt:
Hat man mal eine Frage bzw. ein Wunsch, welches der Vermittler (egal ob online oder stationär) nicht lösen kann, hat man kaum eine Chance direkt mit dem Veranstalter zu kommunizieren.
Klar, dass ist gewünscht, kostet ja schliesslich zeit und Geld.Mir ging es um XL Sitzplatzreservierungen bei einer Pauschalreise, nach mindestens 20 Mails und einem dutzend Anrufe hiess es: Geht nicht!
Nachdem ich etwas nachdrücklicher geworden bin, habe ich eine Nummer von TUI bekommen, die Dame konnte mir zwar nicht direkt die Plätze reservieren, hat aber mir genau gesagt, was das Reisebüro tun muss, damit ich einen Buchungscode bekomme und die Plätze bei lufthansa reservieren kann.
Das Hauptproblem war in dem Fall, dass bei der TUI Pauschalreise Flüge
aus dem Charterkontingent Bestandteil waren. Erst nach umbuchung (ging ohne Probleme, nachdem ich dem reisebüro genau geschildert habe, was zu tun ist) auf Linienflüge bekam ich den Buchungscode und konnte die Sitzplätze reservieren.
Der ganze Vorgang hat sich über 3 Wochen hingezogen, und hätte sich im Falle der direkten Kommunikation mit dem Veranstalter bestimmt einfacher und schneller lösen lassen... -
@zufuss:
"...es ist dem mündigen Bürger durchaus zuzumuten, zu überprüfen, mit wem er Verträge schliesst. Mir absolut unverständlich, warum immer mehr Menschen versuchen, sich vorm Selberdenken schützen zu lassen..."Volle Zustimmung. Es fällt immer mehr auf, dass viele sich in diese negative Richtung entwickeln, selbst degenerieren/entmündigen. Blos keine Verantwortung übernehmen, nicht selbstständig handeln, Schuld bei anderen suchen etc. etc.
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Nunja...
ich halte es weiterhin für problematisch, direkt auf die Websites eines namhaften Veranstalters zu gehen und dann doch nur wieder mit einem rechtlich selbstständigen Reisevermittler gleichen Namens zu landen.
Durch die Namensgleichheit wird diese Tatsache einfach verschleiert und ich meine, dies geschiet bewusst!
Es verlängert einfach Bearbeitungszeiten bei Reklamationen und Rückfragen. Hier wird, völlig unnötigerweise meine ich, in einen Reisevertrag eine weitere, dritte Partei eingebunden! Die unnötigerweise meine Daten ebenfalls an dritter Stelle speichert. Es gibt noch viele andere Gründe, warum ich direkt bei einem Veranstalter buchen möchte.Ich bin gefragt worden, warum solche Praktiken eventuell gegen das Markenrecht bzw. Geschmacksmusterrecht verstossen..
Die Fälle, in denen vornehmlich grosse Unternehmen gegen kleine Wettbewerber vorgehen, die unvorsichtigerweise einen ähnlich klingenden Namen für ihr Business gewählt hatten, sind Legion.
Der Gradmesser dafür ist wohl die berühmte 'Verwechslungsgefahr'!
Als die Bundespost aufgesplittet wurde, war der Name Telekom bereits durch eine kleine junge Firma blockiert. Apple traktierte eine kleine Cafebesitzerin, die Tassen mit einem entfernt ähnlichen Apfellogo verkaufte etc. -
@trampas
Sorry, aber mit deinen Hypothesen zu Verstößen gegen das Markenrecht bist du vollkommen auf dem Holzweg.
:?
Richtig immerhin die Wahrnehmung der TUI als Marke. Dies hat sie sich ordentlich was kosten lassen und Partner profitieren genauso vom Renommee wie TUI selbst.
Nichts daran ist unkoscher oder gar "rechtlich bedenklich".
Nichts anderes wird dir der Verbraucherschutz sagen, bzw. eine Wettbewerbsprüfung ergeben.Zum Problem mit der direkten Erreichbarkeit:
Aus wirtschaftlichen Gründen kümmern sich die Mitarbeiter eines Unternehmenszweiges um die jeweilige Kernkompetenz. Will sagen der Vertrieb ist eine andere Prouktebene als die Ablauforganisation der Reisen.
Wenn nun Kreti und Pleti direkt im Orgacapsule anrufen und nach hochklappbaren armrests fragen könnten, wären wir 10 oder mehr Jahre in die Vergangenheit gereist und überhaupt nicht in der Lage, zeitgemäße Volumina abzuarbeiten.
Der Neugierige findet allerdings relativ mühelos im Falle eines Falles eine direkte Leitung - oder bedient sich einschlägiger social media, in welchen der Kundenservice noch vernetzt agiert und rasch befriedigende Auskünfte über die verschiedenen Unternehmensebenen hinweg liefert.
