Sicherheit in Brasilien
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Hallo!
Wollen unseren nächsten Urlaub in Brasilien verbringen.
Zuerst eine Rundreise Machen, dannach ein paar Tage in Rio!
Wer kann mir hier etwas über die Sicherheit sagen? Kann man in Rio bummeln ohne Angst vor Straßenräuber zu haben?
Wie siehts im Land selbst aus?
Wie sieht es mit der Sicherheit an den Stränden bei Rio aus?
Freue mich über eure Antworten
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Das ist sehr relativ mit der Sicherheit. Erst gestern (14.08.) ist ein Tourist direkt am Strand von Copacabana abgestochen worden, weil er beim Raub seines Rucksacks eine falsche Bewegung gemacht hat!
Sehr bedauerlich!Generell gilt in BRA, das man darauf auchten muss wann man sich wo aufhält und wie man sich verhält. Als s.g. Gringo (Ausländer) erkennen die Brasilianer einen immer, da kann man sich noch so verkleiden oder verstellen.
Man sollte keinen Schmuck, Uhren tragen, Kameras und Wertgegenstände in einer Einkaufstüte aus dem Supermarkt oder einer unauffälligen Tasche mit sich führen. Dokumente lieber im Hotelsafe lassen, macht ´ne Kopie (am besten im nächstgelegenen CARTÓRIO [Notariat] eine beglaubigte Kopie,kostet weniger als EUR 1,-) vom Pass, im Zeifelsfall kann man immer den Pass im Hotel holen.Abends sollte man nicht allein durch die Gegend stiefeln, etweder in Gruppen oder lieder im Hotel bleiben.
Wird man doch überfallen auf keinen Fall versuchen den **** daran zu hindern die Taschen, Handy oder Kamera zu klauen. Lass den Typ abhauen, ist besser als wenn mann verletzt oder getötet wird. Danach zur Polizei, an der Copacabana gibt´s ein Polizeirevier für Touristen, die Chancen stehen gut das die gestohlenen Sachen wieder auftauchen. Schliesslich kennen die Polizisten ihre "Papenheimer" und wissen wo sie suchen müssen.
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Na da macht`s ja richtig Spaß, nach Brasilien zu fliegen und besonders nach Rio.

Eigentlich soll es doch "Urlaub" sein und kein "survival training"
...und das alles ist ganz normal...?
Gute Reise
Taiger -
muss meinem Vorschreiber leider Recht geben. Nur würde ich die Sicherheit in Brasilien, vorallem in Rio, nicht nur als "relativ" sondern als beinahe "unvorhanden" bezeichnen...

Meiner Meinung nach der grösste Negativpunkt der ansonsten faszinierenden Stadt. Die von Mineiro_Alemão beschriebenen Sicherheitstipps sind sehr empfehlenswert, aber leider sind selbst diese manchmal nicht ausreichend.
Ich war vor vielen Jahren einmal 9 Wochen in Brasilien unterwegs und hatte das grosse Glück, keinem einzigen Raub oder Überfall zum Opfer gefallen zu sein. Wir waren damals aber auch noch ziemlich jung und hatten eigentlich nicht viel dass es sich zu stehlen gelohnt hätte (billige Plastikuhr, keine edlen Klamotten, usw.). Mittlerweile kenne ich aber dutzende von Geschichten von Bekannten die in Rio viel weniger Glück hatten.Also Markus72, wenn ihr eher ängstlich veranlagt seid und ihr nicht allzuviele Einschränkungen in Sachen Sicherheit in Kauf nehmen möchtet, fahrt ihr besser nicht nach Rio. So schade dass auch ist.
Ich hoffe ich bin mit meiner Meinung nicht allzuvielen Brasilienfans auf die Füsse gestanden. Aber Tatsachen sind nun mal nicht gut wegzureden, resp. schreiben. Sorry.
Bye
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Sicherheit in Brasilien, ein sehr komplexes Thema! Man kann tage-, ja wochenlang darüber diskutieren.
Bisher wurde hier nur Rio besprochen. Aber Brasilien hat mehr zu bieten als nur Rio! Man muß schon unterscheiden zwischen der Sicherheitslage in den großen Städten, vor allem Sao Paulo (wo kaum ein Tourist hinkommt, außer Flughafen), Rio, Salvador Receife, Fortalezza und den kleinen Orten an der Küste oder auch im Binnenland. Dort sind die Gefahrenlagen der Megastädte schlicht nicht vorhanden. Dort nimmt das Leben einen beschaulichen Gang, wenn was passiert, sind es eher die Touristen selber als Einheimische.
Die von Mineiro_Alemao und kaydog beschriebenen Zustände in Rio gibt es, es wäre falsch, nicht die Wahrheit zu sagen. Arm und reich hocken in dieser Stadt eng beisammen, und daß dort Begehrlichkeiten geweckt werden, ist völlig klar. Man sollte sich als Tourist halt an die Gegebenheiten halten und nicht durch das Tragen teurer Klamotten und Preziosen auf sich aufmerksam machen. Als Gringo wird man so wie so erkannt, Mineiro hatte es schon erwähnt. Daß man durch Rio nicht spazieren kann wie durch Hannover oder Stuttgart, ist völlig klar. Allerdings sollte man es auch nicht übertreiben mit den Sicherheitsvorkehrungen. Wir haben uns letztens eine Woche in Rio so bewegt wie zu Hause auch. Wenn man ein wenig aufpaßt, in wessen Gesellschaft man sich befindet, kann kaum was passieren.
Aber, wie schon gesagt, das hat alles nichts mit den kleinen Urlaubsorten an der Küste zu tuen. Es wäre falsch, jemandem von Urlaub in Brasilien abzuraten, wenn er ängstlich veranlagt ist. Man muß ja nicht zwingend nach Rio!
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Danke für die Antworten!
Bei einen Trip durch Brasilien ist für mich der Besuch von Rio ja Pflicht. Ängslich sind wir zwar nicht, doch gerade ausgeraubt wollen wir auch nicht werden.
Gibt es von euch noch Tipps für den Aufenthalt, außer keine teuren Klamotten bzw. Wertgegenstände und Dokumente im Hotel lassen? Also zumindest am Tag möchte ich schon durch Rio spazieren gehen können, wenn man da jedesmal an die eigene Sicherheit denken muss macht der Urlaub auch nicht unbedingt Spass! -
Ach, Markus, laß Dir nix einreden, was Dir den Urlaub verderben könnte. Wir haben eine Woche mitten im Stadtteil Copacabana gewohnt. Tagsüber merkst Du überhaupt keinen Unterschied zu anderen großen Städten wie NYC, London etc. Die Straßen sind voll mit Menschen, und wir sind da ganz entspannt rumspaziert.
Abends sind wir dort essen gegangen und in der Regel so zwischen 22h und 23h zu Fuß nach Hause gegangen, ohne daß wir irgendwie ********* worden wären. Die Straßen sind auch dann noch stark bevölkert. So nach Mitternacht sollte man dann schon ein Taxi nehmen, weil dann verstärkt Leute von den Morros, also Favelados, nach Copacabana kommen.Wir sind auch U-Bahn gefahren und sehr viel Taxi, ohne auch nur im Ansatz irgendetwas Negatives erlebt zu haben. Im Gegenteil, die Menschen, die wir zum Beispiel nach dem Weg fragten, waren alle ohne Ausnahme überaus hilfsbereit. Es kommt wie überall auf der Welt, darauf an, wie man auf die Leute zugeht.
Wir haben uns im Laufe der Jahre mit vielen im Tourismus Beschäftigten, sowohl Brasilianer als auch Ausländer, über das Thema Sicherheit unterhalten. Der Tenor war, daß fast jeder Überfall eine Vorgeschichte hat. Da wurde meist provoziert mit der dicken Brieftasche oder dem Glitzerschmuck oder der teuren Uhr. Auch sexuelle Anmache ist oft der Auslöser. Und dann gibt es auch die Superängstlichen, schon ihre Körpersprache signalisiert Unsicherheit und Angst. Sie ziehen den Überfall wie ein Magnet an.
Und es gibt auch die, die unbedingt nachts an den einsamen Strand müssen, um da herumzuspazieren.Daß man im Menschenpulk von irgendjemandem zufällig überfallen wird, ist unwahrscheinlich. Die Mugger wissen genau, daß die Touris in der Regel nur R$ 50 oder 100 in der Tasche haben, daß es sich nicht lohnt, dafür ein Risiko einzugehen, auch wenn selbst das für sie viel Geld ist.
Es k a n n immer etwas passieren, man ist nicht gefeit davor. Aber das kann auch in Berlin, Köln, Frankfurt oder München der Fall sein!
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Laut einer Reportage in der heutigen Ausgabe des GLOBO Nachrichtenjornals "JORNAL HOJE", sind im Zeitraum von Januar bis Juli 2006 742 Überfälle auf Touristen im Bundesstaat Rio de Janeiro verübt worden. Das bedeutet eine Steigerung um 6,5% im Vergleich zum selben Vorjahreszeitraum!
Entgegen der weitverbreiteten Meinung das sich die Überfälle meist in abgelegenen und entfernten Gegenden ereignen, werden 39% der gemeldeten Überfälle an der Av. Atlântica, direkt am Strand von Copacabana verübt.
"JORNAL HOJE" wrote:
Violência contra turistasAumenta a violência contra o turista no Rio de Janeiro. Em menos de 36 horas, três grupos de estrangeiros foram atacados. Segundo o governo do Estado, a média é de seis assaltos por dia - a maioria em um cartão postal do Brasil: a praia de Copacabana.
O sentimento é o mesmo: de quem mora na cidade ou de quem vem a passeio. A violência ficou mais evidente esta semana, com uma série de crimes contra turistas.
Na segunda-feira um jovem português foi assassinado com um golpe de faca na praia de Copacabana. Na quarta-feira, uma van, onde estava um grupo de estrangeiros de várias nacionalidades, foi interceptada, no centro, por seis homens em motocicletas. Os turistas perderam câmeras digitais, dinheiro, relógios e telefones.
Na manhã desta quinta-feira, cinco funcionários do governo chinês, no Rio, a trabalho, foram assaltados por dois homens armados de facas, na praia de Copacabana. À noite, três turistas colombianos foram rendidos na porta de um hotel, na Avenida Atlântica.
De janeiro a julho deste ano, já foram registrados 742 roubos a turistas no Estado - 6,5% a mais do que no mesmo período do ano passado.
Ao contrário do que se imagina, a maioria dos assaltos a turistas não acontece em lugares desertos ou distantes - 39% deles são registrados no mais famoso cartão postal do Rio: Avenida Atlântica, na praia de Copacabana.
“Essa ocorrência pode vir a se repetir com maior freqüência e aí de fato a imagem do Rio de Janeiro é prejudicada e o prejuízo financeiro é certo”, disse Paulo Senise, executivo de turismo.
A Polícia Militar informou que, a partir de 07 de setembro, 232 policiais todo o Rio de Janeiro. Segundo APM, o novo plano de segurança já estava pronto antes da morte do turista português, no começo da semana.http://jornalhoje.globo.com/JHoje/0...-238094,00.html
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@ Mineiro_Alemao
Ich weiß nicht, wieviele User hier Portugiesisch können, Ich gehöre immer noch nicht zu denen, die es auch nur einigermaßen beherrschen, obschon wir die letzten sechs Jahre regelmäßig Irlaub in Brasil gemacht haben. Ein Armitszeugnis!
Es wäre deshalb schön, wenn Du den Artikel übersetzen könntest, damit man die ganze Tragweite auch im einzelnen verstehen kann.Wenn ich die von Dir genannten Zahlen runterbreche, dann geschehen täglich an der Avenida Atlantica 1-2 Überfälle.
Ich halte diese Zahl durchaus für realistisch, wenngleich natürlich nicht komplett alle Überfälle zur Anzeige gelangen.Aber, vielleicht geht das ja auch aus dem Bericht des Journals JORNAL HOJE hervor, zu welcher Tageszeit fanden die Überfälle statt? Was waren ihre Auslöser? Was hat sich vor dem Überfall abgespielt? Wieviele dieser Übergriffe hatten ernste Konsequenzen für die Überfallenen? Wieviele wurden verletzt? Wieviele wurden gar getötet?
Jeder Überfall an der Avenida ist einer zu viel! Ohne Frage!
Aber mir scheint Brasilien in einem besonders scharfen Fokus zu stehen, weil die Sensationsberichte in den europäischen Medien über die Sicherheitsgefahren in Brasilien geradezu überquellen.Von der horrenden Anzahl von Überfällen zum Beispiel in Kapstadt und Johannesburg, in Mexico City, Manila, NYC, um nur einige zu nennen, hört und sieht man nichts! Eigenartig!
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Es gibt halt gewisse Grundregeln, an die man sich in Rio halten sollte:
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Keine Sachen von offensichtlichem Wert tragen (Goldketten, teure Uhren, dicke Geldbörse, Handtasche)
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an den Strand nur mit einfachem T-Shirt, Short und ein bischen Taschengeld, seine Sachen nicht unbewacht lassen, ggf. sich mit den Nachbarn anfreunden. Mir wurde am Copacabana Strand auch schon meine Levi Short mit Bargeld geklaut.
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nachts nicht an den Strand (Copacabana) gehen. Damit forderst Du einen Überfall nur heraus. Ist in etwa vergleichbar, wie bei Nebel zu Fuß eine stark befahrene Autobahn zu überqueren.
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falls Du unbedingst ein Auto mieten willst, nachts an roten Ampeln nicht anhalten, sondern Warnblinklich und Hupe benutzen und vorsichtig weiterfahren.
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in unbekannten Gegenden immer ein paar Real Spendengeld dabei haben, um die Strassenräuber nicht zu provozieren.
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Emotional darf dich ein Überfall in Rio nicht mehr berühren, als wenn Du in Deutschland mal wieder am Ortseingang in eine Radarfalle fährtst, und 70 Euro wegen Geschwindigkeitsüberschreitung löhnen darfst...
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Versuch, den Zeitungsartikel zu übersetzen:
Gewalt gegen Touristen
Die Gewalt gegen Touristen in Rio de Janeiro nimmt zu, In weniger als 36 Stunden wurden drei Gruppen von Ausländern angegriffen.
Nach Aussage der Staatsregierung beträgt der Durchschnitt 6 Angriffe pro Tag - die Mehrheit davon an einem Postkartenmotiv, dem Strand von Copacabana.Es macht keinen Unterschied, ob man nun in der Stadt lebt oder nur durchreist. Die Gewalt wurde diese Woche augenscheinlicher, mit einer Reihe von Verbrechen gegen Touristen.
Am Dienstag wurde ein junger Portugiese an der Copacabana mit einem Schlag ins Gesicht getötet. Am Donnerstag wurde ein Kleinbus, in dem sich eine Gruppe von Ausländern unterschiedlicher Nationalität befand, im Zentrum von 6 Männern auf Motorrädern angehalten. Die Touristen verloren ihre Digitalcamers, Geld, Uhren und Mobiltelefone.
Am Freitagmorge wurden 5 Funktionäre der chinesischen Regierung, die in Rio arbeiteten, am Strand von Copacabana von 3 maskierten Männern überfallen. In der Nacht wurden 3 Kolumbianer an der Türe eines Hotels an der Avenida Atlantica erleichtert.
Von Januar bis Juli dieses Jahres wurden bereits 742 Raubüberfalle an Touristen im Staat Rio de Janeiro registriert, 6,5% mehr als in der Vorjahresperiode.
Im Gegensatz zur allgemeinen Vorstellung ereignet sich die Mehrheit der Überfälle nicht an abgelegenen oder entfernten Orte, 39% ereignen sich am bekanntesten Postkartenmotiv von Rio: der Av. Atlantica an der Copacabana.
Diese Vorkommnisse können sich immer häufiger wiederholen und zum Vorurteil von Rio werden und sich finanziell auswirken, sagt Paul Senise, der Leiter der Tourismusagentur.
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@ hschmid
Leider gehen aus dem Bericht keine Einzelheiten hervor, unter welchen Umständen die Überfälle erfolgten. Du hast in Deinem ersten Posting ein paar wichtige Grundregeln zur Verhinderung von Überfällen genannt. Jeder, der sich daran hält, geht ein relativ geringes Risiko ein, Ziel eines Überfalls zu werden. Aber leider verkennen viele Touristen in Rio, daß die Avenida Atlantica nicht die Königsallee oder der Ku'damm ist. Die riesigen sozialen Gegensätze sind schuld an dem gewaltigen Kriminalitätsproblem Rios. Die Armen versuchen, sich durch Überfälle für das schadlos zu halten, was ihnen die Gesellschaft vorenthält: ein einigermaßen auskömmliches Einkommen. Wenn ein Kind Arzneimittel braucht und die Eltern es sich nicht leisten können, kommt schon der eine oder andere auf dumme Gedanken. Aber das ist nur ein kleiner Teil des Problems. Sehr oft werden die Überfälle durch straff organisierte Halbwüchsigen-Gangs verübt. Vorsicht, wenn einem eine Gruppe von diesen Kerlchen von 10 oder 12 Jahren begegnet! Die tragen ausnahmslos scharfe Waffen unter ihren Hemden
und machen auch rücksichtslos Gebrauch davon. Zu befürchten haben sie kaum etwas, denn die Polizei und die Justiz gehen sehr nachsichtig mit ihnen um.Wir haben auch nach Einbruch der Dunkelheit lange Spaziergänge auf der Avenida unternommen. Allerdings haben wir den Einheimischen abgeguckt, daß man weder den Gehweg direkt am Strand vorbei, noch den Bürgersteig an den Häusern vorbei benutzt, sondern den Gehweg in der Mitte an der Fahrbahn. Man kann sich halt in Rio nicht mit der gleichen Sorglosigkeit bewegen wie zu Hause. Aber vor allem nach ein paar Caipirinha werden alle Vorsätze, nicht zu provozieren, oft außer acht gelassen.
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Da hast Du völlig recht. Wir sind auch oft nachts noch die Av. Atlantida entlanggelaufen, habe uns aber immer zur Strassenmitte hin orientiert. Das Mäuerchen zum Meer muß als absoluter Sperrbezirk angesehen werden. Ausnahmen sind die flutlichtbeleuchteten Ballspielplätze.
Es gibt nur eine Nacht im Jahr, wo alles am Strand ist, in der Sylvesternacht auf Neujahr.
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hschmid, fest steht, daß solche Horrorberichte viele, viele Menschen davon abhalten, in Brasilien zu urlauben. Dabei werden die Verhältnisse in den Megastädten Rio de Janeiro und Sao Paulo unzulässigerweise auf das ganze Land übertragen. Es gibt auch leider fast niemanden, der das alles relativiert und den Menschen wahrheitsgenäß sagt, daß ein Urlaub in den vielen kleinen Städtchen und Dörfchen an der 7.500 km langen Küsten nicht gefährlicher ist als ein Urlaub am Mittelmeer.
Das Riesen-Urlaubspotenzial Brasiliens bleibt weitgehend ungenutzt.
Ich hatte Gelegenheit, mich mit einigen Mitarbeitern von europäischen Veranstaltern, deutsche, finnische, englische, zu unterhalten, die zum ersten Mal in Brasilien waren und die Küste ab Ceara südwärts abgefahren waren. Sie schwärmten nur so in Superlativen, wußten aber auch nicht, wie sie ohne brasilianische Mithilfe den Urlaubern in den Heimatländern die Vorzüge Brasiliens schmackhaft machen sollten.Einerseits ist es schön, außerhalb der brasilianischen Urlaubszeiten an menschenleeren Stränden spazieren gehen zu können und in superpreiswerten Hotels und Pousadas wohnen zu können, andererseits fragt man sich, was die Menschen auf die Isla Margarita und an die karibischen und mexikanischen Küsten treibt. Ist es ausschließlich das im Vergleich zu Brasilien wesentlich größere Pauschalreise-Angebot?
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Also ich muss nun auch mal was zum Thema Sicherheit in Brasilien loswerden!
Lange schon wollten mein Freund und ich in Brasilien Urlaub machen...doch haarsträubende Medienberichte von ausgeraubten, entführten und gar ermordten Touristen ließen uns zögern. Nach all dem, was man so im Internet in diversen Foren oder sonstwo liest, muss man wohl zu den Menschen mit viel Glück zählen, kehrt man unversehrt von einer Brasilien-Reise zurück!
Schlussendlich haben wir uns dann entschieden unsere eigenen Erfahrungen zu sammeln, da der Wunsch dieses Land zu besuchen immer stärker wurde. Also haben wir uns lange vor Antritt der Reise mit den Besonderheiten des Landes vertraut gemacht und Portugiesisch gelernt.
Wir waren fast vier Wochen mit dem Rucksack unterwegs (Rio, Iguacu, Curitiba, Manaus und Salvador) und uns ist während unseres ganzen Aufenthalts kein einziges negatives Erlebnis widerfahren, noch haben wir dergleichen beobachtet. Natürlich kann man jetzt behaupten wir hatten Glück, aber das Risiko kann auf jeden Fall minimiert werden. Wir haben eben die Sprache gelernt, nicht ausschließlich in den Touristenzentren gewohnt und waren offen und respektvoll der brasilianischen Kultur gegenüber.
Ich kann nur jedem, der wirklich gerne dieses fazinierende Land kennen lernen möchte, raten sich nicht von Gruselgeschichten abschrecken zu lassen, sondern seine eigenen Erfahrungen zu sammeln!
Uns hat das Brasil-Fieber nun vollkommen erwischt und wir planan bereits unseren nächsten Trip!
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"Sinanu" wrote:
Wir waren fast vier Wochen mit dem Rucksack unterwegs (Rio, Iguacu, Curitiba, Manaus und Salvador) und uns ist während unseres ganzen Aufenthalts kein einziges negatives Erlebnis.................Ihr habt einfach Glück gehabt!!!!
Ich kenne Brasilien mittlerweile schon lange und wohne nun seit 5 Jahren in Joao Pessoa. Bis vor zwei Wochen dachte ich, ich verhalte mich richtig etc. und überfallen werden nur die anderen.
Ich war mit dem Auto auf einer Quartierstrasse unterwegs, als ich wegen Passanten mein Tempo reduzieren musste; blitzschnell dreht sich ein vermeintlicher Passant um und ich blicke in den Lauf von zwei Revolver Kaliber 38. Da ich die ganze Familie im Auto hatte und das Auto praktisch im Stehen war, konnte ich nicht Gas geben und den Typ überfahren. Was das für ein Gefühl ist, wenn man dann plötzlich für eine Viertelstunde in dunklen Strassen mit einm unter Drogen stehendem Räuber in der Gegend rumfährt bis alles geregelt ist, kann sich jeder vorstellen.
Trotz diesem Überfall hat sich meine Einstellung gegenüber Brasilien nicht verändert und ich kann jedem ob Tourist oder Daueraufenthalter, Brasilien sehr empfehlen.
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@ Swissbrazil
Entschuldige bitte, aber ich hätte einige Fragen zu dem Vorfall, den Du geschildert hast:
Was ist eine Quartierstraße? Befindet sich die Straße im belebten Zentrum von Joao Pessoa oder in einem Außenbezirk? Hat der Typ Dich gezwungen, ihn im Auto mitzunehmen? Was wollte er, Geld, Wertsachen? Was habt Ihr bei dem Überfall (außer dem traumatischen Erlebnis) eingebüßt?
Ich bin geschockt über Deinen Bericht, denn gerade Joao Pessoa, Hauptstadt des Bundesstaat Paraiba, steht nicht gerade in dem Ruf, eine Gangsterhochburg zu sein.
Ich denke, ein solcher Vorgang prägt und zeigt, daß immer und überall etwas passieren kann. Ich halte es allerdings für übertrieben, zu behaupten, daß man bei einem 4-wöchigen Urlaub Glück braucht, nicht überfallen zu werden. Das hört sich so an, wie wenn Überfallen-werden die Norm und Nicht-Überfallenwerden die Ausnahme ist.
Wir waren bisher sieben Mal je 3-4 Wochen in Brasilien, sind u.a. auch da rumgelaufen, wo man eigentlich wegbleiben sollte (absolut nicht zur Nachahmung empfohlen!), und sind nicht ein einziges Mal in einer prekären Situation gewesen. Angetroffen haben wir nur freundliche, hilfsbereite Leute. Zufall? Glück gehabt? Ich glaube nicht, denn die vorhandenen Statistiken sagen aus, daß nur ein marginaler Prozentsatz von Touristen einem Überfall zum Opfer fällt.
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Wir sind wieder zurück und haben überlebt...!

Nee, mal im Ernst. Wir sind gerade aus Brasilien zurückgekommen. Hatten einen Mietwagen und sind 3000 km quer durchs Land gefahren. Buzios, Vitoria, Belo Horizonte, Rio de Janeiro. Es ist nix passiert. Auch hatte ich nicht einmal ein "mulmiges" Gefühl. Wir waren nachts zu Fuß in Belo Horizonte, Vila Velha/Vitoria und Copacabana unterwegs, sind mit dem Auto durch Slums gefahren. Wir haben uns wie zu Hause auch verhalten und mit offenen Augen bewegt.
Sicher gibt es Kriminalität in Brasilien, unschwer an den verbarrikadierten Häusern in den Städten zu erkennen und auch an nächtlich herumlungernden dunklen Gestalten an Parks und Haltestellen. Aber ich glaube, es wird auch viel übertrieben und die sicherlich unbestreitbaren Vorfälle medienwirksam aufgebauscht.Zweimal wollte mich man in Brasilien "abzocken". Einmal die Polizei "Polizia Militar" selbst, auf dem Highway nach Petropolis. Aber ein freundliches, permanentes Hinweisen auf meine nicht vorhandenen Sprachkenntnisse ließen Sie nach einer halben Stunde von mir ablassen. Sie wollten eine brasilianische notarbestätigte Abschrift des internationalen Führerscheins auf portugisisch, oder eben eine Strafgebühr... Nix verstehen bringt manchmal auch etwas...

Das zweite Mal hatte man im ****Hotel (!) in Vitoria angeblich kein Wechselgeld, so das aus einem 12€-Betrag erst ein 20€-, dann ein 30€ Betrag wurden. Nach heftigen Schimpftiraden meinerseits ging es dann aber doch...Alles in allem: Ein äußerst gelungener Urlaub in Brasilien. Wir werden wieder dorthin fahren, ein schönes Land mit netten Leuten.
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"salvamor41" wrote:
Was ist eine Quartierstraße? Befindet sich die Straße im belebten Zentrum von Joao Pessoa oder in einem Außenbezirk? Hat der Typ Dich gezwungen, ihn im Auto mitzunehmen? Was wollte er, Geld, Wertsachen? Was habt Ihr bei dem Überfall (außer dem traumatischen Erlebnis) eingebüßt?Die Strasse befindet sich in Bessa (Strandviertel von Joao Pessoa); Quartier=Bairro; ja mit 2 Revolvern in der Hand musste ich ihn und zwei Frauen die auch am Überfall beteiligt waren ins Auto einsteigen lassen; unser Verlust war ein 1 Handy, 1 Armbanduhr, Bargeld 200 Reais und 1 Schultasche. Zum Glück konnte er nicht Autofahren, den die Autoversicherung war seit 2 Wochen abgelaufen.
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@ Swissbrazil
Wir waren 2005 für ein paar Tage bei Bekannten in Jacuma und haben zwei Mal die Strandpromenade in Joao Pessoa besucht. Uns schien die Atmosphäre dort noch viel entspannter als zum Beispiel in Rio, Salvador und besonders Recife. Aber so kann man sich täuschen! Ich hätte das, was Du berichtest, dort in der Gegend nicht für möglich gehalten.
Ich will Deinen Bericht nicht abschwächen, aber langsam machen sich solche Methoden auch hier bei uns breit. Heute morgen zum Beispiel ist der örtlichen Presse zu entnehmen, daß kurz hintereinander zwei Autofahrer mit Waffen überfallen wurden, als sie ihr Auto im Carport abstellten. Und das in einer friedlichen Einfamilienhaus-Siedlung eines biederen Vorortes von Köln.