Sammelthread: Alle Fragen u. Szenarien zu Covid19 - Welche Rechte habe ich als Reisender?
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Hallo Roland,
unabhängig davon was die Kunden davon halten , ich bezweifle dass 5 oder 10% der Reisepreis RVs und/oder RBs helfen.
Gruss
Nadine
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Ich möchte mal einen anderen Aspekt des Themas ansprechen.
Meiner Meinung nach hat niemand an diesem Desaster schuld. Nicht die Reiseveranstalter, Reisebüros, Fluggesellschaften, Kreuzfahrtreedereien, Hoteliers usw., wir Kunden auch nicht. Teilweise wurde das Argument gebracht, dass sich die Firmen doch versichern hätten können. Wie kann man ein Ereignis versichern, wenn die die Eintrittswahrscheinlichkeit des Schadensfalls und der dabei entstehende Schaden unkalkulierbar sind? Falls jemand so eine Versicherung kennt, lasse ich mich gerne eines Besseren belehren. Aus den gleichen Gründen gibt es praktisch keine private Versicherung, die bei Arbeitslosigkeit oder Kurzarbeit das Nettoeinkommen auf 100 Prozent aufstockt.
Wenn also niemand etwas dafür kann, sollte der Schaden nicht einseitig auf eine der betroffenen Parteien abgewälzt werden. Also Kunden und Anbieter sollten sich den Schaden in irgendeiner Form teilen. Wie das genau ausschauen könnte, weiß ich leider nicht. Vielleicht büßen wir Kunden z.B. 5 bis 10 Prozent des Reisepreises ein. Das würde die Meisten von uns nicht ernsthaft in Bedrängnis bringen (ich weiß, nicht wenige Leute haben zur Zeit finanzielle Probleme).
Mir ist klar, dass meine Meinung nicht sonderlich viel Zuspruch finden wird.
@roland4 sagte:
Wenn also niemand etwas dafür kann, sollte der Schaden nicht einseitig auf eine der betroffenen Parteien abgewälzt werden. Also Kunden und Anbieter sollten sich den Schaden in irgendeiner Form teilen.
Für mich – und das habe ich auch bereits mehrfach erwähnt – sind Reiseveranstalter keine besonders schützenswerte Spezies.
Auch der Einzelhandel, Online–Händler (von Amazon mal abgesehen), die Gastronomie, Arztpraxen, Friseure, Fitness–Studios, Autohäuser und viele weitere Branchen haben zur Zeit ein Problem! Teilst du dir den Schaden auch mit dem Inhaber deines Lieblingsrestaurants? Unterstützt du deinen Zahnarzt finanziell, weil sich momentan kaum jemand in seine Praxis traut? Kaufst du dir jetzt reichlich neue Klamotten? Und Elektronik–Kram beim Fachhändler?
Wenn nein: Warum sollten dann RV unterstützt werden?!?
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@roland4 sagte:
Wenn also niemand etwas dafür kann, sollte der Schaden nicht einseitig auf eine der betroffenen Parteien abgewälzt werden. Also Kunden und Anbieter sollten sich den Schaden in irgendeiner Form teilen.
Für mich – und das habe ich auch bereits mehrfach erwähnt – sind Reiseveranstalter keine besonders schützenswerte Spezies.
Auch der Einzelhandel, Online–Händler (von Amazon mal abgesehen), die Gastronomie, Arztpraxen, Friseure, Fitness–Studios, Autohäuser und viele weitere Branchen haben zur Zeit ein Problem! Teilst du dir den Schaden auch mit dem Inhaber deines Lieblingsrestaurants? Unterstützt du deinen Zahnarzt finanziell, weil sich momentan kaum jemand in seine Praxis traut? Kaufst du dir jetzt reichlich neue Klamotten? Und Elektronik–Kram beim Fachhändler?
Wenn nein: Warum sollten dann RV unterstützt werden?!?
Das Wimbledon Tennisturnier ist gegen Pandemie versichert. Gibt es also. Wenn sich alle großen RV zusammengetan hätten wär die Vers.-Prämie sicherlich auch zu schultern gewesen. Aber "total unnötige Kosten" werden halt vermieden.
Ich soll für keine Leistung zahlen? Im Leben nicht !
Können aber manche gerne machen, wenn es Ihnen dann besser geht
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@Roland4, der Kunde soll doch gar nicht unterstützt werden. Das wäre erst dann der Fall, wenn ein RV zusätzlich zur Rückzahlung der rechtmäßigen Forderung des Kunden noch was draufschlagen würde. Was zur Zeit passiert ist erstmal eine unrechtmäßig Verzögerung der Rückzahlung. Sollte das Spielchen noch weiter gehen, könnte man es auch Unterschlagung oder Diebstahl nennen (ohne Anspruch die Delikte auf rechtlichen Bestand geprüfte zu haben).
Achja, jeder RV hätte sich gegen Ausfälle aufgrund von ypandemien versichern können. Einfach mal nach Interview NTV, Pandemie und Reisen googeln. Das Interview mit einem Rückversicherer hab ich Mitte März im Fernsehen gesehen, vielleicht steht es irgendwo online.
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@DominikKS: ich habe in meinem Beitrag bewusst irgendwelche juristischen Aspekte außenvorgelassen. Dieser Aspekt wurde ja bereits bis zur Erschöpfung in diesem Thread besprochen.
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Und selbst wenn es wider Erwarten eine Versicherung geben würde, würde die nur Sinn machen, wenn sie verpflichtend wäre. Wenn sie nur einzelne Veranstalter hätten, wären deren Preise wohl nicht konkurrenzfähig gewesen. Oder gibt es hier jemanden, der "au ja, ich hätte gerne bei diesem teureren RV gebucht, weil er eine Pandemie absichert" sagt?
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@Roland4, der Kunde soll doch gar nicht unterstützt werden. Das wäre erst dann der Fall, wenn ein RV zusätzlich zur Rückzahlung der rechtmäßigen Forderung des Kunden noch was draufschlagen würde. Was zur Zeit passiert ist erstmal eine unrechtmäßig Verzögerung der Rückzahlung. Sollte das Spielchen noch weiter gehen, könnte man es auch Unterschlagung oder Diebstahl nennen (ohne Anspruch die Delikte auf rechtlichen Bestand geprüfte zu haben).
Achja, jeder RV hätte sich gegen Ausfälle aufgrund von ypandemien versichern können. Einfach mal nach Interview NTV, Pandemie und Reisen googeln. Das Interview mit einem Rückversicherer hab ich Mitte März im Fernsehen gesehen, vielleicht steht es irgendwo online.
Das Interview hätte mich interessiert, ich hab gegoogelt mit allem möglichen Schlüsselwörter aber nichts gefunden. Solltest du es finden kannst du gern den Link geben.
Im Voraus, danke
Nadine -
Und selbst wenn es wider Erwarten eine Versicherung geben würde, würde die nur Sinn machen, wenn sie verpflichtend wäre. Wenn sie nur einzelne Veranstalter hätten, wären deren Preise wohl nicht konkurrenzfähig gewesen. Oder gibt es hier jemanden, der "au ja, ich hätte gerne bei diesem teureren RV gebucht, weil er eine Pandemie absichert" sagt?
@ Roland
vielleicht, wer weiß? Nicht jeder Kunde will nur das billigste kaufen, manche nehmen zusätzlich große Versicherungspaket mit der Reise manche nicht, unterschiedlich!
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Pandemien sind fast immer ausgeklammert in Betriebsausfallversicherungen (Kumulrisiken) - und wie Roland4 ganz richtig feststellte, sind solche Szenarien und die entstehenden Schäden kaum zu ermessen / fast nicht zu versichern.
Ferner werden "die Kunden" unterstützt - und zwar von Mutti. Sie dürfen Annuitäten aussetzen, Steuern stunden lassen, Mietausfälle heben den Kündigungsschutz nicht mehr auf und für Kleinselbsttändige gibt es eine Grundsicherung.
Und wie hälst du es mit "total unnötigen Kosten", altlöwin?
Vermutlich musst du sie genauso vermeiden, wie es Reiseveranstalter müssen, der Pharmariese, der Automobilgigant, der Friseur und der Prospekteverteiler.
Und natürlich unterstütze ich meinen Lieblingswirt und nutze die "to go" Küche deutlich häufiger, als ich dort sonst speise.
Also an mehr Miteinander ist durchaus was dran - Roland4 ist ja auch nicht der erste der mal auch in diese Richtung nachdenkt. -
Das Wimbledon Tennisturnier ist gegen Pandemie versichert. Gibt es also. Wenn sich alle großen RV zusammengetan hätten wär die Vers.-Prämie sicherlich auch zu schultern gewesen. Aber "total unnötige Kosten" werden halt vermieden.
Ich soll für keine Leistung zahlen? Im Leben nicht !
Können aber manche gerne machen, wenn es Ihnen dann besser geht
.@altloewin63 sagte:
Können aber manche gerne machen, wenn es Ihnen dann besser geht
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Überlesen ? -
Pandemien sind fast immer ausgeklammert in Betriebsausfallversicherungen (Kumulrisiken) - und wie Roland4 ganz richtig feststellte, sind solche Szenarien und die entstehenden Schäden kaum zu ermessen / fast nicht zu versichern.
Ferner werden "die Kunden" unterstützt - und zwar von Mutti. Sie dürfen Annuitäten aussetzen, Steuern stunden lassen, Mietausfälle heben den Kündigungsschutz nicht mehr auf und für Kleinselbsttändige gibt es eine Grundsicherung.
Und wie hälst du es mit "total unnötigen Kosten", altlöwin?
Vermutlich musst du sie genauso vermeiden, wie es Reiseveranstalter müssen, der Pharmariese, der Automobilgigant, der Friseur und der Prospekteverteiler.
Und natürlich unterstütze ich meinen Lieblingswirt und nutze die "to go" Küche deutlich häufiger, als ich dort sonst speise.
Also an mehr Miteinander ist durchaus was dran - Roland4 ist ja auch nicht der erste der mal auch in diese Richtung nachdenkt.@vonschmeling sagte:
Ferner werden "die Kunden" unterstützt - und zwar von Mutti. Sie dürfen Annuitäten aussetzen, Steuern stunden lassen, Mietausfälle heben den Kündigungsschutz nicht mehr auf und für Kleinselbsttändige gibt es eine Grundsicherung.
sie werden aber nicht in ihrer Eigenschaft als Reisebüro Kunden unterstützt sondern in ihrer Eigenschaft als Freiberufler, Mittelständler Kleinstunternehmer etc. etc.
Bezüglich der Unterstützung von Restaurant da bin ich ganz bei dir. Ich habe auch Gutscheine von meinem Lieblingsburger Laden gekauft (nein nicht MC) und die monatliche Rate in der Fitnessstudio bezahle ich immer noch.
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@ altlöwin,
mit Dein Satz meinst du „ wenn Sie sich dabei besser fühlen“ korrekt?
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Nein, Vive la France - sie werden aber auch nicht in ihrer Funktion als Restaurantgäste oder Solariumnutzer unterstützt - sondern ganz klar auch mit dem Blick auf einen totale Abriss der Konjunktur.
Die Botschaft war: Es ist nicht nur ein bilaterales Verhältnis Kunde / Veranstalter sondern ein sehr weitreichendes Verbraucher / Dienstleister.
Da ist auf der einen Seite jedoch die Attitüde: Strafanzeige erstattet wegen verspäteter Rückzahlung - ich komme bei der markigen Verkündung solcher Maßnahmen offen gestanden sehr ins Grübeln. -
@altlöwin
Nein, nicht überlesen - hat nur nicht das Mindeste mit meiner an dich gerichteten Frage zu tun.
Die lautete: Wer muss nicht (scheinbar) unnötige Kosten vermeiden (außer vielleicht die Herren Bezos und Musk ...)?
Da du das für ziemlich verwerflich zu halten scheinst fragte ich nach deiner Haltung dazu. -
Nein, Vive la France - sie werden aber auch nicht in ihrer Funktion als Restaurantgäste oder Solariumnutzer unterstützt - sondern ganz klar auch mit dem Blick auf einen totale Abriss der Konjunktur.
Die Botschaft war: Es ist nicht nur ein bilaterales Verhältnis Kunde / Veranstalter sondern ein sehr weitreichendes Verbraucher / Dienstleister.
Da ist auf der einen Seite jedoch die Attitüde: Strafanzeige erstattet wegen verspäteter Rückzahlung - ich komme bei der markigen Verkündung solcher Maßnahmen offen gestanden sehr ins Grübeln.Wir müssen nicht jede Haar in 4 Stücke schneiden, sie werden jedenfalls nicht in ihre Eigenschaft als Reisebüro Kunden unterstützt, können wir uns einigen auf diese kleinste gemeinsame Nenner?