Beratungsgebühr im Reisebüro?
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@vonschmeling sagte:
Abweichend zu anderen beratungsintensiven Vertrieben ist der von Reisen mit einer ausgesprochen mickrigen Provision versehen...
Mickrig ?
Als ich vor Jahren noch Gruppenbuchungen für unseren Studentenclub organisierte, fuhr die 11. Person immer gratis.
Muss sich für das RB immer noch gelohnt haben...
Dann sind die Provisionen in der Zwischenzeit wohl gesenkt worden ?
Oder die Mieten gestiegen, sonstige Nebenkosten, usw...
Ach,ja, früher... -
@Divemaster49
Die Servicegebühr hat überhaupt nichts mit "Erfolg im Vertrieb" zu tun, sie soll lediglich ein Bewusstsein schaffen, dass hier eine Dienstleisung (Beratung) erbracht wird mit dem Zweck, einen Vertriebserfolg zu erzielen.
@marcaurel
... sehr wahrscheinlich!
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Okay, also nur damit ich es richtig verstanden habe. Es geht darum dass der Reisebüro unabhängig von dem Zu-Stande-Kommen von dem Reise eine Servicepauschale erhebt, habe ich richtig verstanden?
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@vonschmeling
Verkäufer(innen) / Kundenberater(innen) müssen das Bewusstsein (beim Interessenten), dass eine qualifizierte und nutzbringende Dienstleistung / Beratung erbracht wird, durch ihre Person und Qualifikation erzielen können.
Eine Servicegebühr ist mMn nach kontraproduktiv, da diese- einen Notausgang für nutzlose und unmotivierte Beratungen bietet (z.B. weil die passende Reise eh nicht im Produktportfolio ist oder weil bei Kurztrips die Vertriebsprovison nicht höher als die Servicepauschale ist).
- viele Kunden vom Gang in Reisebüros abhält. Ich persönlich würde sicher vor der Erstberatung im RB keine Vereinbarung über eine Servicepauschale bei Nichtabschluß unterzeichen. Genausowenig wie bei einem Versicherungsvertreter, Anlageberater oder Hochtzeitsplaner.
Außerdem
- ist das hier evtl. der falsche Platz für dieses Thema, schließlich sind Plattformen wie Holidaycheck, Check24, usw. nicht ganz unbeteiligt am Niedergang der örtlichen Reisbüros.
- müssen die dafür ursächlichen Gründe, wie parallele Vertriebswege und niedrige Provisionen, nicht auf der Ebene Reisebüro + Kunde, sondern auf der Ebene Reisebüro + Veranstalter gelöst werden.
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Hört sich natürlich erstmal gut an- 10 Teinehmer reisen und der 11. ist umsonst! Es ist doch aber wahrscheinlich so, dass der Reisepreis für
11 Teilnehmer auf 10 Teilnehmer umgelegt wird, damit der 11. dann den "Freiplatz" bekommt, oder?@marcaurel sagte:
Hört sich natürlich erstmal gut an- 10 Teinehmer reisen und der 11. ist umsonst! Es ist doch aber wahrscheinlich so, dass der Reisepreis für
11 Teilnehmer auf 10 Teilnehmer umgelegt wird, damit der 11. dann den "Freiplatz" bekommt, oder?Nein,
die Reise kostete lt. Angebot pro Person z.B. 500 €, wir waren z.B. 11 und zahlten 5000 € -
@Divemaster49
Ist dir klar, dass z.B. im Textileinzelhandel Kalkulationsaufschläge von 300% auf den Einkaufspreis nicht unüblich sind?
Demnach ist der personelle Aufwand "eingepreist". Solche Spannen lassen sich beim Handel mit Reisen nicht erzielen.
Daher geht so ein Vergleich m.E. ins Leere.Eine lustlose Beratung hat ferner mit einer Servicegebühr keinen Zusammenhang oder höchstens insoweit, dass die Lust größer wird, wenn man dafür "bezahlt" wird.
Ferner war der Gedanke, dass auch OTA´s ab einem bestimmten Aufwand Gebühren erheben sollen - so jedenfalls habe ich Vive la France verstanden.
Eine negative Auswirkung auf die Kunden ist durchaus denkbar.
Last not least ging´s überhaupt nicht um den "Niedergang" der örtlichen Reisebüros (viele arbeiteten bis zum Lockdown ziemlich erfolgreich!), also auch nicht um ein mögliches "Verschulden" der OTAs.@mcgee
Doch, solche "Rabatte" sind eingepreist, genau wie die Gutschriften von 50 -150€ oder ein Cashback von 3%.@Vive la France
Üblich sind 8-10%, einige wenige zahlen auch 12.
Davon müssen die RB´s alle Kosten bestreiten und den Gewinn selbstverständlich auch noch besteuern.
Wie bei allen erfolgsabhängigen Zahlungen gilt: Kein Abschluss, keine Provision - vollkommen unbeachtlich, ob der Veranstalter die Reise streicht oder so ändert, dass der Kunde sofort Reissaus nimmt und damit die ganze schöne Beratung für die Katz war. -
Vorab: Ich würde keine Gebühr zahlen und ich kann mir nur schlecht vorstellen, dass sich das durchsetzen würde.
Natürlich erhalte ich im RB eine Dienstleistung in Form einer Beratung, aber warum sollte ich ausgerechnet hier eine Gebühr zahlen, die ich theoretisch "X" mal im Alltag auch bei anderen Dienstleistern zahlen müsste. Der Küchenverkäufer opfert locker 2-3 Stunden für eine Beratung inkl. Küchenplanung, der Versicherungsvertreter kommt bei mir zu Hause vorbei und berät mich und selbst ein Handwerker berät mich bei mir vor Ort z.B. bei Umbaumaßnahmen usw .....
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@ vonschmeling
Der Vergleich mit dem Textileinzelhandel geht wahrscheinlich in´s Leere. Aber der stammt alleine von dir. -
@Holly-man
Du bekommst den Plan vom Küchenberater nur entgeltlich ausgehändigt zur freien Verfügung = Servicegebühr.
Ferner zahlst du - wie ich bereits schrieb - "x" mal im Alltag für Beratung, du bekommst nur keine Rechnung dafür präsentiert bzw. bezahlen die tatsächlichen Erwerber deine Beratung mit.
Ich habe nicht behauptet, solche Gebühren würden großen Anklang finden beim Kunden ...
@Divemaster49
Dann konkretisiere doch mal welche Beratung deines Erachtens "kostenlos" ist? -
@Holly-man
Du bekommst den Plan vom Küchenberater nur entgeltlich ausgehändigt zur freien Verfügung = Servicegebühr.
Ferner zahlst du - wie ich bereits schrieb - "x" mal im Alltag für Beratung, du bekommst nur keine Rechnung dafür präsentiert bzw. bezahlen die tatsächlichen Erwerber deine Beratung mit.
Ich habe nicht behauptet, solche Gebühren würden großen Anklang finden beim Kunden ...
@Divemaster49
Dann konkretisiere doch mal welche Beratung deines Erachtens "kostenlos" ist?@vonschmeling sagte:
@Holly-man
Du bekommst den Plan vom Küchenberater nur entgeltlich ausgehändigt zur freien Verfügung = Servicegebühr.Ist schon richtig, aber es geht hier in dem Beispiel weniger um den Plan (der ist uninteressant) als um die fachliche Beratung zum "Produkt"

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Meine eher sporadischen und schon länger zurückliegenden Reisebüroerfahrungen zeigten durchgehend (in verschiedenen Reisebüros), dass die "Beratung" dort mir keinen Euro extra wert gewesen wäre, da keine der Informationen dort so einzigartig war, dass ich sie nicht selbst hätte recherchieren können. Im Gegenteil: Ich bin besser informiert gewesen über meine Optionen mit den jeweiligen Vor- und Nachteilen als der dortige Berater. Einmal wurden mir sogar Vorwürfe gemacht, dass ich "nur" den Mietwagen im RB buchen will und den Flug schon online gebucht habe. So gewinnt man doch keine Kunden!
Und dann soll ich in ein Reisebüro gehen (kostet Zeit und Geld im Gegensatz zum gemütlichen Recherchieren auf der Couch), dort warten, bis der Kunde vor mir fertig ist (kostet noch mehr Zeit) und für eine Leistung ungewisser Qualität mit ungewissem Ausgang zahlen, bei der der Berater für mein Geld seine Produkte bewerben darf?
Wenn lokaler Handel Kunden gewinnen und halten will, geht das nur über guten Service.
Ich verstehe dennoch den Frust in Reisebüros. Schmarotzertum ist mies, egal in welcher Branche. Volles Verständnis dafür, dass Menschen mit hohen Ansprüchen und wenig Budget Reiseverkäufer nerven und ihnen die Zeit stehlen, weil sie sich nicht entscheiden können, wohin sie wollen und sie die eierlegende Wollmilchsau suchen, was dann kaum mehr kosten darf als der Urlaub auf Balkonien. Der geizige Zauderer, der kostenfrei Infos abgreift und nicht wiederkommt ist doch hoffentlich nicht der Normalfall?
Was ich aber nachvollziehen kann, ist, dass das Konzept von vor 20 oder 30 Jahren nicht mehr funktioniert, als jeder, der verreisen wollte, zwingend in ein lokales Reisebüro musste und gute Beratung auch in aller Regel dazu führte, dass am Ende des Prozesses auch eine Reise dort gebucht wurde.
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@Divemaster49
Ist dir klar, dass z.B. im Textileinzelhandel Kalkulationsaufschläge von 300% auf den Einkaufspreis nicht unüblich sind?
Demnach ist der personelle Aufwand "eingepreist". Solche Spannen lassen sich beim Handel mit Reisen nicht erzielen.
Daher geht so ein Vergleich m.E. ins Leere.Eine lustlose Beratung hat ferner mit einer Servicegebühr keinen Zusammenhang oder höchstens insoweit, dass die Lust größer wird, wenn man dafür "bezahlt" wird.
Ferner war der Gedanke, dass auch OTA´s ab einem bestimmten Aufwand Gebühren erheben sollen - so jedenfalls habe ich Vive la France verstanden.
Eine negative Auswirkung auf die Kunden ist durchaus denkbar.
Last not least ging´s überhaupt nicht um den "Niedergang" der örtlichen Reisebüros (viele arbeiteten bis zum Lockdown ziemlich erfolgreich!), also auch nicht um ein mögliches "Verschulden" der OTAs.@mcgee
Doch, solche "Rabatte" sind eingepreist, genau wie die Gutschriften von 50 -150€ oder ein Cashback von 3%.@Vive la France
Üblich sind 8-10%, einige wenige zahlen auch 12.
Davon müssen die RB´s alle Kosten bestreiten und den Gewinn selbstverständlich auch noch besteuern.
Wie bei allen erfolgsabhängigen Zahlungen gilt: Kein Abschluss, keine Provision - vollkommen unbeachtlich, ob der Veranstalter die Reise streicht oder so ändert, dass der Kunde sofort Reissaus nimmt und damit die ganze schöne Beratung für die Katz war.@vonschmeling sagte:
@mcgee
Doch, solche "Rabatte" sind eingepreist, genau wie die Gutschriften von 50 -150€ oder ein Cashback von 3%.Logisch, dass es eingepreist ist, bezahlt doch kein RB selbst. Ich komme nur mit dem Ausdruck „mickrig„ nicht zurecht. Wenn man bei einem Reisepreis von 5500€ auf 500€ verzichtet, wird sicherlich trotzdem noch für das Unternehmen etwas rauskommen. Und nicht nur 2,50...
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Selbst "gute" 10% sind mickrig - in deinem Fall 50 Tacken pro Nase. Das ist dann der Umsatz, von dem du deine ganzen Kosten bestreiten musst. Machst du das Geschäft in eigenen Räumen und allein bleibt ein bisschen was übrig. Kommt leider nicht alle Tage eine Familie la France vorbei und macht 4 Wochen Kreta fertig ...

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Diese Beratungspauschale wäre nur für die stationäre Reisebüros? Also nicht für HC zum Beispiel?
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Das wäre meiner Ansicht nach nicht besonders geistreich ...
Vermutlich buchen viele Urlauber ohne persönlichen Kontakt, weil sie glauben, jetzt schon für eine Beratung zahlen zu müssen.
Was dabei teils herauskommt kann man dann hier nachlesen. -
VS, Du redest zu kompliziert für eine arme Französin

Also nur für stationäre Reisebüro, korrekt?
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Meine Urlaubsreisen buche ich schon seit Jahren immer im gleichen Reisebuero bei uns im Ort. Dort bekomme ich neueste Infos, tolle Angebote und einen sehr guten Service. Die Mitarbeiter sind selbst viel in der Welt unterwegs und haben somit immer gute Hoteltips für mich.
Es ist dort so geregelt, dass man 50,-Euro Serviceentgelt pro Person zahlt und dafür aber auch alles erledigt wird:
Sitzplatzreservierung, Übergepäck ( ich nehme immer mein Fahrrad mit), Zimmerwünsche / Lagewünsche werden an das Hotel übermittelt , Bordmanifeste für eine Kreuzfahrt für mich ausgefüllt und auch beim Ausfüllen von Visaanträgen ist man mir behilflich. Das alles kostet den Mitarbeitern dort viel Zeit und ich zahle dafür gerne das Serviceentgelt. Somit kann ich meine Freizeit/Lebenszeit für andere Sachen nutzen.
Jeder kann ja buchen wo und wie er will, der eine im Internet der andere im stationären Reisebüro. Das muss jeder für sich entscheiden!
Aber wenn ich bedenke, dass die Provision, welche mein Reisebüro für meine Buchung erhält, bei ca. 7-10% liegt und ich dann sehe, was dort alles für mich kostenlos erledigt werden soll, dann hätte ich ein schlechtes Gewissen . -
Wenn eine Beratung so wie in deinem Fall abläuft und der Service nicht nach erfolgreicher Buchung endet, dann hätte ich auch keine Probleme dafür eine Gebühr zu zahlen.
Leider ist es aber nicht immer so und man trifft am Samstag mittag im Reisebüro auf den Lehramt Stunden im 32. Semester, Fachrichtung Ikebana, der versucht sein schmales Salär mit dem verticken von Pauschalreisen aufzubessern. Wenn diese Person dann auch noch im schlimmsten Fall "Majonaise" für einen Traumstrand auf "Majorkah" hält, dann hätte ich arge Probleme mehr als ein mühsam heraus gepresstes "auf wiedersehen" dort zu lassen.
Und zu den mickrigen Provisionen...
Wenn ich mich, in welchem Geschäftsfeld auch immer, bestätige, dann habe ich mich vorher über die wirtschaftlichen Parameter informiert. Es ist dann mehr wie müßig im Nachgang zu lamentieren...
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Hallo,
ich finde das Thema sehr interessant, da wir gerade ähnliche Diskussionen hatten.
Grundsätzlich geht es zwischen mir und meinem Mann darum, ob wir überhaupt noch im örtlichen Reisebüro buchen sollten.
Passt im ersten Moment nicht so ganz zum Thema, aber dazu komme ich noch.
Also wir buchen immer im örtlichen Reisebüro. Unsere Pauschalreisen kosten meistens so um die 3000,-€. Manchmal etwas mehr, manchmal etwas weniger. Also ca. 300,- € Provision für das Reisebüro.
Unsere Buchungen laufen so ab: ich schreibe die Dame per Whats App an, wohin und wann wir möchten. Darauf schickt sie mir Angebote, wieder per Whats App. Wir suchen uns das Passende raus. Ich schreibe ihr, bekomme die Bestätigung per Handy und unterschreibe auch auf diesem und schicke es zurück.
Also keine Beratung, kein persönlicher Kontakt. Dafür bekommt sie jetzt die 300,-€.Jetzt kam Thomas Cook Insolvenz und Corona. Unsere Reisen fanden nicht statt.
Sie hat sie wirklich gekümmert und wir brauchten so gut wie gar nichts machen, um.unsere Geld zurück zu bekommen.
Das nenne ich wirklich Service und dafür wäre ich auch bereit extra eine Gebühr zu bezahlen.Allerdings sagte sie mir dann, das die überlege, grundsätzlich eine Bearbeitungsgebühr von 75,- € p.Person je Buchung einzuführen.
Ich verstehe, das solche Sachen natürlich zusätzliche Arbeit sind usw.Wenn ich jetzt allerdings, wie bei uns nur 4-5 Angebote rausgesucht habe, frage ich mich wirklich, mit was man das rechtfertigen möchte.
Ich könnte das genauso gut, selber raussuchen und buchen.Zumal ich im Moment seit 1 Woche auf eine Antwort von ihr warte....und da geht es um eine Neubuchung. Keine Reaktion.
Also Gebühr ja, für extra Leistungen, aber nicht pauschal auf jede Buchung.
Das ist meine Meinung.
Gruß
Sandra