"Schwarze Liste"
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Frankreich hat sich entschlossen, am kommenden Montag eine sogenannte
"schwarze Liste" im Internet unter http://www.dgac.fr für Jedermann zugänglich zu machen.Dort sollen die Fluggesellschaften mit systematischen Mängeln aufgeführt werden, die
in Frankreich nicht fliegen dürfen. Ähnliches plant die Schweiz. Inwieweit eine EU-weite
Regelung, auch hinsichtlich Veröffentlichungen, getroffen werden kann, ist noch nicht abzusehen. -
Laut Pro 7 will Deutschland diese Liste bis spätestens Ende des Jahres veröffentlichen.
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Der Schweizer "Tages-Anzeiger" schreibt dazu:
"25.08.2005 -- Tages-Anzeiger Online
Gefährliche Airlines am Pranger
Die Schweiz und Frankreich veröffentlichen schwarze Listen mit so genannten Schrott-Airlines. Dies haben die Verkehrsminister Dominique Perben und Moritz Leuenberger in Paris beschlossen.Die Schweizer Liste wird am 1. September im Internet publiziert. Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) stellt damit in einer Woche die Liste ins Internet, wie einem Bazl-Communiqué zu entnehmen ist. Es würden aber nur jene Airlines genannt, von denen die ganze Flotte in der Schweiz Start- und Landeverbot habe.
Die Liste werde laufend aktualisiert, sagte Bazl-Sprecher Daniel Göring auf Anfrage. Bislang hatte das Bundesamt nur Auskunft über einzelne Fluggesellschaften auf schriftliche Anfrage gegeben.
Am Donnerstag hatte zunächst Frankreichs Minister Perben die Pläne seines Landes vorgestellt. Von Seiten des Bazl hatte es noch am Nachmittag geheissen, die Schweiz könne die schwarzen Listen unter anderem aus Datenschutz-Gründen nicht herausgeben.Kehrtwende
Bei früheren Debatten um schwarze Listen hatten die Schweizer Behörden stets erklärt, dass sie keinen Alleingang wollten. Eine Veröffentlichung komme nur zusammen mit den anderen 40 Staaten in Frage, die in der Europäischen Zivilluftfahrt-Konferenz (ECAC) zusammengeschlossen sind.
Nun gehen die Verkehrsminister Leuenberger und Perben trotzdem voran. «Beide Minister sind übereingekommen, dass es im Interesse der Flugsicherheit besser ist, die Liste zu publizieren», sagte der Bazl-Sprecher auf die Frage, warum die Schweiz vorpresche. Der Bund strebe nach wie vor eine Lösung im Rahmen der ECAC an.Schrott - aber auch Top-Liste
Frankreich wird seine Liste am kommenden Montag auf der Website der Luftfahrtsicherheitsbehörde DGAC veröffentlichen. Daneben wird laut Perben eine Liste mit sicheren Airlines gestellt.
Ferner sollen bis Jahresende Reiseveranstalter verpflichtet werden, Touristen bei der Buchung den Namen der Fluggesellschaft mitzuteilen. Und ab 2006 will Frankreich zuverlässige Fluggesellschaften mit einem «blauen Band» auszeichnen.Ende Jahr europaweite Liste
In Europa veröffentlicht bislang nur Grossbritannien eine schwarze Liste. Die Länder-Listen können Unterschiede aufweisen; nicht jede Gesellschaft fliegt jedes Land an. Die EU plant, bis Ende Jahr die europaweit verbotenen Fluggesellschaften zu veröffentlichen. Ein Publikationsdatum steht noch nicht fest.
Allein im «schwarzen Monat August 2005» hat es fünf Flugzeugunglücke mit über 330 Todesopfern gegeben. 2004 starben weltweit 514 Menschen bei Flugzeugunglücken. (rom/sda)"Zusätzlich will Frankreich noch eine Liste der sicheren Airlines veröffentlichen. Mal sehen, ob die EU es schafft, bis Ende des Jahres eine Gesamtliste zu publizieren.
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Für alle mit Französischkenntnissen ist die "schwarze Liste" Frankreich,
welche 5 Fluggesellschaften aufführt, unter http://www.dgac.fr
jetzt einsehbar. Das Wesentliche auch in Deutsch hier:http://www.fr-aktuell.de/ressorts/nachrichten_und_politik/nachrichten_aktuell/?cnt=718273
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Den nachstehenden Text habe ich in der Netzeitung gefunden.
Besonders interessant finde ich den Hinweis, daß die französischen Reiseveranstalter bis zum Jahresende verpflichtet werden sollen, schon bei der Buchung verbindlich mitzuteilen, mit welcher Fluggesellschaft geflogen wird.
Als erstes EU-Land zieht Frankreich die Konsequenzen aus den jüngsten Flugzeug-Abstürzen: Airlines, die aus Sicherheitsgründen in Frankreich nicht landen dürfen, werden im Internet publik gemacht.
Nach der jüngsten Häufung von Flugzeugunfällen gibt die französische Regierung am kommenden Montag eine «schwarze Liste» nicht zugelassener Fluggesellschaften heraus. Auf dieser Liste auf der Internet-Seite der französischen zivilen Luftfahrtbehörde DGAC seien die Gesellschaften aufgeführt, die aus Sicherheitsgründen nicht in Frankreich starten oder landen dürfen, sagte der französische Verkehrsminister Dominique Perben am Donnerstag in Paris.
Die Reiseveranstalter sollen darüber hinaus bis zum Jahresende dazu verpflichtet werden, den Urlaubern bei der Buchung mitzuteilen, mit welcher Fluggesellschaft sie fliegen werden. «Wie in den USA und in Großbritannien sollen Passagiere alle verfügbaren Informationen erhalten», sagte Perben der Tageszeitung «Le Monde». Im kommenden Jahr will Frankreich zuverlässige Fluggesellschaften mit einem «blauen Band» als Markenzeichen ausstatten.EU will ebenfalls Liste erstellen
EU-Verkehrskommissar Jaques Barrot hatte vor wenigen Tagen angekündigt, dass die EU bis zum Jahresende eine Schwarze Liste von unzuverlässigen Gesellschaften erstellen will. «Wir hoffen, dass es uns diese an die Kommission übermittelten Informationen ermöglichen, eine Art Schwarze Liste zu erstellen», sagte er.
Zurzeit liege ein entsprechender Vorschlag aber noch beim Europäischen Parlament zur Ratifizierung, sagte der Verkehrskommissar. «Normalerweise müssten wir am Ende des Jahres über diese Liste verfügen, die den Passagieren über das Internet zur Verfügung gestellt werden könnte.»Cockpit über Liste skeptisch
Allerdings stieß das EU-Projekt schon auf die Skepsis der Piloten- Vereinigung Cockpit. «Wir sind von dem Vorschlag nicht ganz überzeugt», sagte ein Cockpit-Sprecher der Netzeitung. Derzeit gingen die Gesellschaften noch relativ offen mit Problemen um und machten Konkurrenten auf mögliche Schwierigkeiten aufmerksam. «Das könnte sich mit der Liste ändern.» Die Airlines würden um jeden Preis versuchen, nicht auf die Liste zu kommen.
Im Monat August hat es bislang fünf schwere Flugzeugunglücke mit vermutlich über 330 Todesopfern gegeben. Zuletzt starben am vergangenen Dienstag etwa 40 Menschen bei der Bruchlandung einer Boeing 737-200 der peruanischen Fluggesellschaft TANS in einem Sumpfgebiet in Peru. Am 14. August kamen beim Absturz einer Boeing 737 der zyprischen Fluglinie Helios in der Nähe der griechischen Hauptstadt Athen alle 121 Insassen ums Leben.(nz)
(Meldung vom 25.08.2005)