Was passiert eigentlich mit stornierten Reisen?
-
Hallo,
mal rein interessehalber: Was passiert mit stornierten Reisen?
Beispiel: Familie X muss die Reise absagen aus Gründen, die
a) von der RRV akzeptiert werden oder
b) aus persönlichen Gründen, sodass Familie A auf den Kosten hängenbleibt.
Der Reiseveranstalter bekommt zumindest einen Teil seines Geldes, egal ob von der Versicherung oder vom Kunden. Kann er denn dann frei über die Reise verfügen? Oder musss er einen Teil des Geldes für die wiederum verkaufte Reise an die RRV bzw. an den Kunden abgeben?
Mir persönlich würde einleuchten, wenn der Reiseveranstalter das Geld behalten dürfte. Denn er trägt ja auch das Risiko, dass er auf der Reise sitzen bleibt.
Wer weiß hier Bescheid?
Viele GrüßeBulgarienfan
-
Stornogebühren sind "die pauschalierte Entschädigung, die ein Reiseveranstalter für eine Absage vom Kunden verlangen darf".
In der heutigen Zeit geht alles über Computer. Wird eine Buchung von einem Mitarbeiter storniert, wird automatisch eine Rechnung über die zum Zeitpunkt der Stornierung anfallenden Gebühren ausgedruckt.
Wird Minuten später der wieder so frei gewordene Platz verkauft, so kann man das gar nicht wirklich zuordnen: der storniert ---> der wieder verkauft; es erscheint einfach bei der "Vakanz" (bei der Anzeige über freie buchbare Plätze) wieder "1" oder "2" usw.
Der Veranstalter "kauft" einer Fluglinie eine Maschine ab - Plätze - nicht die Maschine selbst: also 100, 150 oder wieviel auch immer - die muss er bezahlen. Das gleiche ist im Hotel: er "bestellt" eine bestimmte Anzahl von Zimmern oder Betten, die er zahlen muss, ob belegt oder nicht.
Mit der Stornogebühr kann er also
- Mehrkosten ausgleichen
- aber auch ein wenig mehr verdienen
Notwendig sind Stornogebühren allemal. Stellt euch vor: im Jänner buchen alle munter drauf los und einen Tag vorher sagen 50 Prozent: Ach, wir bleiben doch zu Hause... Chaos pur!
Gruß
Peter -
Und diese Reisen landen dann - je nach Kurzfristigkeit - im Last-Minute-Angebot.
Da der Reiseveranstalter bei Rücktritten sein Geld ja in jedem Fall hat, könnte er die Reisen günstiger abgeben. Daß das nicht so ist, haben wir ja im entsprechenden Thread gelesen.
Bei LM werden die Storno-Reisen und die bis dahin nicht verkauften Reisen angeboten. Bei einer Storno-Reise, die per LM verkauft wird, hat der Reiseveranstalter eigentlich zweimal verdient - ein fairer Ausgleich für die Reisen, die er nicht verkaufen konnte.
Oder sehe ich da etwas falsch???
-
Danke für die Auskünfte! So in etwa hatte ich mir das gedacht.
Gruß
Bulgarienfan
-
Oh, Bulgarienfan,
ich glaube, mein Beitrag ist nicht richtig "angekommen", ein wenig Ironie eben, sorry.Ist es in Ordnung, wenn eine stornierte Reise zweimal bezahlt wird? Einmal von der RRV oder der von Dir genannten Familie, die auf den Kosten sitzenblieb, weil keine RRV vorhanden war...
Diese Reise wird dann aber vom Veranstalter per Last-Minute zu einem oft nur wenig günstigeren Preis (manchmal sogar teurer, wie im LM-Thread zu lesen ist) verkauft.
Die Reise ist damit doppelt bezahlt.
Es ist das Recht des Kunden, nachzuweisen, daß dem Veranstalter durch seinen Rücktritt kein oder nur geringer Schaden entstanden ist, weil der Veranstalter die Reise doch noch verkaufen konnte. Seine Stornokosten wären damit geringer.
Aber: wie soll der Kunde das beweisen?
-
Hallo Erika!
Es ist "nicht ganz falsch", was Du schreibst - da hast Du schon in gewisser Weise recht.
Nur sollte man dann fairerweise auch darauf hinweisen, das jeder Veranstalter Jahr für Jahr zur Zahlung von Unsummen, in Fällen von, teils vollkommen hirnlosen, Reklamationen, aus Kulanz "gezwungen" wird, nur um Kunden nicht zu verlieren.
-
S.v.k.P. - das kann ich mir nicht vorstellen:
Bei seiner Planung geht der Reiseveranstalter doch sicher zunächst mal davon aus, daß er alle Arrangements verkaufen kann. Ich nehme doch an, daß er eine Quote für Reklamationen für seine gesamte Kalkulation berücksichtigt, was bedeutet, daß für alle eingekauften Reisen/Flüge eine Storno-Rückstellung erfolgt - alle Urlauber zahlen dafür mit einem Anteil ihres Reisepreises.
Würden die RV das so machen, wie Du vermutest, wäre das ein Unding: die Urlauber, die aus welchen Gründen auch immer, ihre Reise nicht antreten können, würden für die Reklamationen/Rückforderungen der Reisenden bezahlen.
-
Hallo zusammen,
das Thema Storno ist anscheinend weit verbreitet. Seit gut 2 Jahren beschäftige ich mich nun intensiv mit diesem Umstand.
Leider muß ich Euch sagen das ihr hier alle total falsch liegt. Kein Veranstalter wird zugeben mit STORNOS Geld zu verdienen. Doch dem ist so. Ich erinnere mich noch gut an ein Gespräch mit einer der größten RRV in Deutschland, bei dem wir dieses Thema besprochen haben. Der Versicherer konnte dem Veranstalter nachweisen 4 mal!!!!!! die selbe Reise versicherungstechnisch abgewickelt zu haben.
Ausserdem wird seitens der Veranstalter mit diesem Umstand von Anfang an geplant. Schließlich wollen die ja 100% Auslastung erzielen. Dies ist natürlich nur möglich wenn von 105% die "überflüssigen" wieder, ganz gleich aus welchem Grund, stornieren.
xxxxxxxxxxxxxx****Leider wird viel zu wenig darauf geachtet, sowohl auf Seiten der Kunden, als auch auf Seiten der Reisebüros das ein Rücktritt gesetzlich in Deutschland geregelt ist.
***Hinweis: § 651b BGB (s. Ziff. 2 Abs. 1 AGB) lautet:
§ 651b BGB Vertragsübertragung- Bis zum Reisebeginn kann der Reisende verlangen, dass statt seiner ein Dritter in die Rechte und Pflichten aus dem Reisevertrag eintritt. Der Reiseveranstalter kann dem Eintritt des Dritten widersprechen, wenn dieser den besonderen Reiseerfordernissen nicht genügt oder seiner Teilnahme gesetzliche Vorschriften oder behördliche Anordnung
entgegenstehen.**
2. Tritt ein Dritter in den Vertrag ein, so haften er und der Reisende dem Reiseveranstalter als Gesamtschuldner für den Reisepreis und die durch den Eintritt des Dritten entstehenden Mehrkosten.
Also für die Zukunft einfach xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx
xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxaufxxxxxxxxxxxxxxxEuer Michael FrischLieber Michael Frisch:
Mit Deiner Anmeldung hast Du auch unsere Bedingungen akzeptiert: Diese sagen u.a. deutlich , das hier Werbung jedweder Art verboten ist.Wir sind hier auch keine Plattform für Reisestornos.
Also bitte, halte auch Du Dich an unsere klaren Vorgaben. Deinen Beitrag habe ich in etlichen Passagen gekürzt.Gruß vom
Admin - Bis zum Reisebeginn kann der Reisende verlangen, dass statt seiner ein Dritter in die Rechte und Pflichten aus dem Reisevertrag eintritt. Der Reiseveranstalter kann dem Eintritt des Dritten widersprechen, wenn dieser den besonderen Reiseerfordernissen nicht genügt oder seiner Teilnahme gesetzliche Vorschriften oder behördliche Anordnung
-
@stornopool
Ich bin nicht der Ansicht, daß wir hier völlig falsch liegen. Daß die stornierten Reisen in der Regel zumindest zweimal verkauft werden und der Reiseveranstalter somit zweimal verdient, wurde gesagt.
Wenn der Kunde eine Reiserücktrittskostenversicherung hat und der bedingungsgemäße Versicherungsfall eingetreten ist, hat er keine weiteren Kosten.
Die von Dir genannte Website richtet sich ja auch an die Urlauber, die die Reise stornieren müssen, obwohl kein Versicherungsfall vorliegt. Die würden die Stornokosten alleine tragen müssen. Wenn deren Reise dann über Stornopool weitervermittelt wird, belaufen sich die Unkosten auf € 25.
Und wer trägt hierbei die Kosten an den Reiseveranstalter für die Umbuchung auf den neuen Reiseteilnehmer?
Wenn ich 6 oder 8 Wochen vorher storniere, verliere ich etwa 10 % des Reisepreises. Wenn ich bei Stornopool € 25 und die Umbuchungskosten zahlen muß, wird es evtl. teurer... -
Das ist ja mal eine interessante Rechnerei.
Du schreibst, wenn der reguläre Versicherungsfall eintritt,
hat der Kunde keine weiteren Kosten.Nun, bei fast jeder Reiserücktrittskosten-Versicherung beträgt der Selbstbehalt über die Versicherungsprämie hinaus einen weiteren Prozentsatz. Bei den nachstehenden Zahlen bin ich mal von der Nr. 1 der Reiseveranstalter und dessen verkauften Versicherungen ausgegangen.
Also da macht es immerhin 20% Selbstbehalt, egal zu welchem Zeitpunkt storniert wird. Und immer nur dann, wenn die Versicherung auch eintritt.
Krankheit schützt ja wie bekannt auch nicht immer. Wenn die RRV noch ein Hintertürchen findet, nicht haften zu müssen. ( Vorerkrankungen, nicht rechtzeitige Benachrichtigung an RRV usw. ) Aber das ist eine andere Geschichte.
Hat man also keine Lust zu reisen oder ist anderweitig verhindert, kommt die RRV natürlich nicht auf
-
der Reiseveranstalter kassiert dennoch,
mind. 20% Rücktrittsgebühren.Mit 10 Prozent 6-8 Wochen vorher kenne ich bei Pauschalreisen
keinen mehr. Und die 20% vom Reisepreis auch nur bis zum
31. Tag vor Reisebeginn. Da sind sich fast alle einig.
Danach wird es gestaffelt noch teurer.
ab dem 30. Tag 25%
ab dem 22. Tag 35%
ab dem 15. Tag 50%
ab dem 8. Tag 65%
ab dem 2. Tag 80% (auch bei Nichtantritt )Wie gesagt, es sind nicht nur die betroffen,
die keine RRV abgeschlossen haben,
sondern auch die, wo die RRV nicht einspringt.Da könnte es durchaus gut sein, jemanden zu kennen,
der die Reise wirklich übernimmt und diese
Kosten von bis zu 80% in gewissem Umfang auffängt.Da denke ich, spielen die 30 Euro Umbuchungsgebühr beim Reiseveranstalter eher eine untergeordnete Rolle.
Aber was ich noch nicht verstanden habe, wieso werden bei dem hier genannten "Storno-Verein"
25 Euro Gebühren fällig?In deren Bedingungen steht was von 20% vom eingesparten
Stornobetrag, mind. Euro 25.Das bedeutet bei einem Reisepreis von z.B. Euro 1000,--
und bei 80% Stornogebühren = Euro 800,--
Beispiel: wenn die Reise z.B. "auf den letzten Drücker"
für 600 Euro weiterverkauft wurde
habe ich gegenüber der Stornogebühr 600 Euro gespart
davon 20% = Euro 120,--. Richtig gerechnet ??Das mit deren Hinweis "+ darauf fällige 16% Mehrwertsteuer" muss mir mal einer erklären. In Deutschland sind alle Preise für Endverbraucher immer inkl. Mwst. anzugeben. Demnach müßten also 23,2 Prozent Vermittlungsprovison auf den gesparten Betrag gezahlt werden.
Entschuldigung, ab 2006 23,6% ( bei 18% Mwst. )
Befürchte, dass es noch Berechnungsprobleme mit den Kunden
geben könnte. Da wäre eine "Berechnungstabelle" auf der
Internetseite hilfreich. Also Reisepreis - Stornokosten prozentual- angenommener Weiterverkaufspreis - Kosten für Vermittlung
der Reise .........
Wie gesagt, wohl noch recht kompliziert, aber vielleicht hilfreich.
-
-
Hallo emdebo,
Du hast natürlich vollkommen recht: was ich hier geschrieben habe, ist eine Milchmädchen-Rechnung und trifft vielleicht auf einen 250-Euro-Wochenendtrip zu (oder auch nicht).
Ich habe gar nicht viel gerechnet und mir die Website auch nicht sooo genau angeschaut, deshalb habe ich nur die € 25 gesehen - Du warst da viel gründlicher.
Mich hat die Äußerung "Ihr liegt alle völlig falsch" gestört und deshalb habe ich etwas unüberlegt geantwortet. Denn daß die stornierten Reisen doppelt (angeblich sogar vierfach) verkauft werden, schrieb ich ja weiter oben.
Zur RRV: es gab einen Thread, da habe ich diese Frage ausführlich beantwortet.
Die Website richtet sich an die verhinderten Reisenden, bei denen die RRV nicht greift.
Wenn die RRV greift, würde man in jedem Fall "drauflegen".
Wenn ich eine RRV abschließe, mache ich das nicht beim Marktführer.
Beispiel für einen Reisepreis von € 1.000:
Selbstbehalt nicht 20 %, sondern 25 Euro
Selbstbehalt € 25,- pro Person/Objekt = € 17,--
ohne Selbstbehalt = € 28,--Mit Feriengarantie
(= Reiseabbruch) und Selbstbehalt = € 26,--
Mit Feriengerantie ohne Selbstbehalt = € 37,--Grundsätzlich nehme ich ohne Selbstbehalt.
Etwas gestört hat mich an den Beitrag auch die Nennung der Website, im Text ist jedoch zu lesen:
"meldet die stornierten Reisen bei uns...."Wie sagt man so schön? ....Und von diesen 3 % leben die Leute...
-
@Erika,
wie Recht Du hast! Ausserdem kenne ich keinen einzigen Veranstalter, der seinen Reiseverkauf auf 105 % steuert, um dann - nach Storni- bei 100 % Verkauf zu liegen Blanker Unsinn, so etwas zu behaupten /in den Raum zu stellen. Die Veranstalter geben die Kapazitäten frühzeitig in den LM Vertrieb, egal ob auf der eigenen Schiene oder über Fremdvermarkter, das ist die Realität!
Die grundsätzlichen Anmerkungen zu dem Thema die unser Peter oben gemacht hat sind absolut präzise, denn genauso läuft es in der Praxis auch ab.
Den storno.. Beitrag haben wir gekürzt, da war uns viel zu viel Eigeninteresse und plumpe Werbung drin- und dafür stellen wir unsere Sites nicht zur Verfügung. Bei allen anderen, die Beiträge zu diesem Thema gepostet hatten bedanke ich mich.
Bitte benachrichtigt uns, wenn ähnliche Postings auftauchen- wir werden so etwas entsprechend beantworten und ggf. auch weiter "behandeln".
Diesen Thread schließe ich ab.
Viele Grüße
Admin