Türkei -- mal etwas anders!
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Hallo zusammen
Ankunft in unserem luxuriösen “Miramare Beach Hotel” in Kumkoy, etwa 6 km von Side entfernt. Wie gewohnt entschließen wir uns, einen Pkw zu mieten. In einer Bar unterbreitet uns die deutsche Besitzerin, verheiratet mit einem Türken den Vorschlag, uns einen guten Wagen zu günstigsten Konditionen zu besorgen. Wir fragen nach den Kosten und kontaktieren noch einen Einheimischen Vermieter. Wir erhalten einen alten Fiat, rund 50% günstiger als bei der Deutschen. Die Kiste fährt mit Normalbenzin, ideal für uns, wollen wir doch abgelegene Orte im Innern des Landes bereisen.
Nach einigen Trips in der näheren und weiteren Umgebung starten wir zu einer großen Expedition über das Taurusgebirge nach Konya. Gegen Abend erreichen wir Tasuçu bei Silifke. Die Leuchtreklame vom Hotel “Lades” sticht uns ins Auge. An der Réception begrüßt uns ein Türke mit dem schönen Namen: “Hasar Gùndùz” und führt uns in ein schönes Zimmer mit Meerblick. Wir fragen nach den Essenszeiten?: <
>, lacht uns Hasar an und führt uns in die Küche. Zur Auswahl stehen Fleisch, Geflügel und Fisch. Wir entscheiden uns für Fisch. Jetzt wechselt Hasar in die Rolle des Kochs und bereitet uns ein herrlich schmeckendes Fischgericht zu, das er in seiner neuen Rolle als Kellner gekonnt serviert. Am folgenden Morgen erwartet uns ein umfangreiches herrliches Frühstück auf der Terrasse am Pool mit Blick auf das Meer. Und wie könnte es anders sein, zubereitet und serviert von Hasar. Dieses Hotel mit dem sympathischen Hasar ist wirklich ein Geheimtipp, das vorwiegend am Wochenende von Einheimischen besucht wird und von “Touris” noch nicht entdeckt wurde. Nach dem Frühstück starten wir Richtung Taurus Gebirge. Unterwegs in den Bergen ist ein Stopp bei einer museumsreifen Tankstelle angesagt. Außer Normalbenzin ist hier nichts zu haben. Und der Tankstellenwart, wie aus einem Volklore-Bilderbuch. Kariertes Baumwollhemd, weite Pumphosen und eine Wollmütze. Weiter geht es über die zum Teil trostlosen Steppenhochebenen nach Konya, wo wir gegen Abend eintreffen. Konya, eine Oase in der weiten Steppenlandschaft. Mitten in der Stadt sichten wir an einem belebten Platz ein ansprechendes Hotel Namens “Sahin”. Wir parken in der Nähe auf einem bewachten Parkplatz, vollgestopft mit Wagen. Vor der Wegfahrt muss der Parkwächter manchmal bis zu 10 Wagen aus dieser Sardinenbüchse umparkieren. Deshalb verlangt er von mir auch die Wagenschlüssel. Und es funktioniert, vorausgesetzt man hat Zeit. Konya ist eine quirlige lebendige Stadt mit einmaligen Basargässchen, luxuriösen Basarhallen mit riesigen Kronleuchtern, Fleisch, Fisch, Gemüse & Handwerk-Märkten und unzähligen kleinen gemütlichen Restaurants die herrliche türkische Speisen anbieten. Das Problem ist nur: Alkohol wird nirgends angeboten. Einzige Ausnahme wie wir zu später Stunde feststellen, unser Hotel, das auch von ausländischen Geschäftsleuten rege benutzt wird.
Konya ist die sittenstrengste Stadt in der Türkei. Das zeigt sich auch bei den Frauen. Unzählige Wesen eingehüllt in grauen Säcken huschen flink durch die Gegend. Lediglich die blitzenden Augen hinter einem schmalen Schlitz lassen vermuten, dass sich unter diesen grauenhaften Kartoffelsäcken hübsche Girls verbergen, wie man sie an der Küste bewundern kann. Blickkontakt ist auch verpönt. Schaut man so einem Wesen in die Augen, wird der Kopf abrupt abgedreht.
Nun, wir haben Konya erlebt und weiter geht es, zurück Richtung Küste. In Beyêehir, das an einem sehr schönen See liegt, entschließen wir uns zu einem Stopp. Ein etwa 40 jähriger Türke kommt auf uns zu und stellt sich auf deutsch vor: <
>. Ein Wort gibt das andere. < > fragt Rambo -- < >. Wir haben Zeit. Rambo führt uns in ein echt türkisches Teehaus, wo Frauen normalerweise verpönt sind. Welch Ehre für meine Frau Bedi! Während wir den offerierten Tee schlürfen, permanent beobachtet von den weiteren männlichen Gästen, fällt uns auf, wie Rambo mit großem Respekt behandelt wird. In kleinen Abständen kommen immer wieder Männer an unseren Tisch und übergeben Rambo Zettel mit Zahlen, die Rambo anschließend fein säuberlich in ein Notizbuch überträgt. Ich will natürlich wissen was das soll. Und Rambo erzählt: < Deutschland ausgereist, habe mir eine deutsche Freundin zugelegt und das Geld das ich erhalten habe zurückgelegt. Damit habe ich jetzt in Beyêehir einen Fischhandel aufgezogen. Das halbe Dorf arbeitet für mich. Alle Boote die du hier siehst gehören mir. Kann sein, dass ich nochmals als Asylant nach Deutschland reise. Mit dem Geld kann ich dann mein Fischereiunternehmen erweitern und noch mehr Arbeitsplätze anbieten>>. Staunend kann ich nur noch bemerken: < >. Wir verabschieden uns von Rambo und weiter geht die Fahrt durch das winterliche Taurusgebirge zurück an die warme Küste. Und wir stellen fest: Zwischen den Städten und Dörfern im Innern des Landes, verglichen mit Städten und Dörfern an der Küste liegen Welten.
Gruss
Pesche -
da muss ich dir recht geben...
die touri gebiete sind wirklich schon viel weiter entwickelt und oft auch von den ansichten her ganz anders.
da sieht es im landesinneren schon wieder ganz anders aus...
da habt ihr ja eine spannende reise gehabt.
aber ihr seid doch bestimmt keine touris, die sich dort nich auskennen oder? denn anders kann ich mir die erkundung auf eigener faust nicht erklären... respekt!
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@ Pesche
Hierzu kann ich nur noch sagen: Einfach klasse!!!!
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..., @Pesche, in Gedanken habe ich diese Reise mit gemacht und kann nur sagen, schön, einfach nur schön
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@Pesche ich finde Deinen Bericht so schön, dass ich ihn gerne zur Veröffentlichung in unserem Reisemagazin oder im Newsletter hätte. War ich jetzt im Teehaus mit dabei.....???

Sehr schön erzählt!
Schreib mir bitte mal, dann klären wir die Details, wenn Du willst!Viele Grüße
Günter/HolidayCheck -
Hallo Pesche,
ein interessanter Bericht! Das Hinterland ist wirklich sehenswert. Wir haben im vorigen Jahr eine Rundreise durch Kappadokien gemacht. Das war als Pauschlareise gebucht, wir hatten aber fast eine Privattour, da wir nur insgesamt fünf Personen waren. In Konya waren wir auch, die Stadt hat uns echt beeindruckt.
Mit einem Mietwagen haben wir mal von Kemer aus eine Tour gemacht, bis nach Kas an die lykische Küste, hat uns landschaftlich gut gefallen. Wenn noch mal Türkeiurlaub, dann nach Lykien!
Gruß Elke -
@pesche
sehr spannende wie du dein bericht geschrieben hat,war super toll.man dachte wirklich man ist dabei.
lg sonja
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Wer hat Info+Bilder über das Neue Hotel Saphir Resort & Spa!!!!!!
Das Hotel ist in Alanya-Karaburun!!! Türkei!!!!!
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manuvol wrote:
Wer hat Info+Bilder über das Neue Hotel Saphir Resort & Spa!!!!!!
Das Hotel ist in Alanya-Karaburun!!! Türkei!!!!!
Ich glaub, auch hier wirst Du keine Antworten kriegen!
Falls noch kein direkter Thread offen ist, mach doch einen auf. Dann sehen alle hier, was Dein Anliegen ist und sie werden auch antworten.
Hier ist das aber nicht so, daß die Antworten schneller kommen, wenn man viele Ausrufezeichen setzt!
LG Pharao 3 -
manuvol wrote:
Wer hat Info+Bilder über das Neue Hotel Saphir Resort & Spa!!!!!!
Das Hotel ist in Alanya-Karaburun!!! Türkei!!!!!
Ich glaube, du bist hier falsch ...

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In der Tat ein interessanter Bericht, allerdings verstehe ich nicht, was an der Methode, sich eine deutsche Freundin "zuzulegen" und als "Asylant" nach Deutschland einzureisen so smart und lukrativ sein soll? Vielleicht benutzt du das Wort "Asylant" anders als ich und kannst mir darüber Aufschluss geben? Ich würde mich sehr freuen, da ich einen Bericht bis auf dieses kleine Fragezeichen auch sehr spannend fand.
Und: Nein, man muss kein Türkisch können, mit Englisch und Gestensprache kommt man gut zu Recht und fast jedes Dorf hat einen deutschsprachigen Bürger!
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Hallo zusammen
Danke dass ihr meinen Bericht gelesen habt und die positiven Feedbacks. Wenn es mich überkommt, schreibe ich aus dem holen Bauch! Hier noch einige Antworten auf Fragen von Forenteilnehmern:
*Die Episode mit “Rambo” stößt einigen vielleicht etwas schwer auf. Zugegeben, Rambo ist ein durchtriebenes **********, aber er hat Arbeitsplätze in seinem Heimatland geschaffen. Und das rechne ich ihm hoch an. Über das Vorgehen kann man sich streiten!
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Meine Frau und ich sprechen D,F,E und SP jedoch kein Türkisch und haben dieses Land das erste mal bereist. Aber im Gegensatz z.B. zu Fernost oder Südamerika, kann man sich in der Türkei auch mit Deutsch gut verständigen.
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Wir bereisen rund um den Globus immer wieder individuell unsere Gastländer. In der Regel buchen wir eine bis drei Wochen pauschal (Hotel / ev. Frühstück / Transfer) und bereisen das Gastland mit landesüblichen öffentlichen Verkehrsmitteln oder mit einem Miet-Pkw. Unterkunft und Verpflegung irgendwo unterwegs. Einheimische geben uns immer wieder wertvolle Tipps. Oder wir buchen max. eine Woche pauschal (Hotel / Frühstück / Transfer), reservieren jedoch die Rückreise einige Wochen später. Unterkunft und Verpflegung wiederum irgendwo unterwegs oder wir mieten bei Einheimischen ein Zimmer, ein Studio oder ein Haus, in der Regel zu sehr günstigen Konditionen. Damit fahren wir wesentlich billiger als wenn wir die ganze Reise individuell planen. Das ist ein Gratistipp!!
Abschließend noch zwei kleine Episoden:
Alarm an der Côte d’Azur!
Wir befinden uns auf unserem obligaten Jahrestrip via Grenoble, über die kurvige Route Napelon via Casstellane an die Côte d’Azur. Besuch von Nice, Cannes, Sainte Maxime, St-Tropez, Sanary und weiter Richtung Marseille. Übernachtungen in unseren Stammherbergen. Zwischen Cavalaire und le Lavandou sichten wir ein urgemütliches kleines Hotel mit herrlichem Blick auf eine kleine Badebucht. Stopp und ab an die Réception. Es klappt, eine ältere Dame übergibt uns den Schlüssel für das Zimmer im obersten Stock. Oben angelangt, schaltet das Licht aus. Es wird dunkel wie in der Nacht. Ich tappe den Wänden entlang und suche den automatischen Lichtschalter. Und ich werde fündig. Aber nicht das Licht geht an, sondern der ohrenbetäubende Lärm eines Feueralarms. Türen gehen auf und halbbekleidete Gäste treten erschrocken auf den Korridor. Zerknirscht sause ich die Treppen runter und bitte die ältere Dame an der Réception den Alarm abzustellen, es sei nichts passiert. Jetzt taucht ein kleines Problem auf. Die ältere Dame, übrigens die Frau des Besitzers weiß nicht wo sich die Steuerung befindet und wie man den Alarm abstellen kann. Für das sei ihr Mann zuständig und der sei abwesend. Per Handy wird der Mann jetzt gesucht. Es dauert gut 30 Minuten bis der Mann aufgespürt und seine Anweisungen durchgeben kann. Die erschrockenen Gäste suchen wieder ihre Zimmer auf und ich genehmige mir auf den Schreck auf der Terrasse ein kühles Bier.
Frecher **** in Gibraltar!
Anlässlich eines Besuches von Andalusien (SP), besuchen wir die britische Kronkolonie Gibraltar. Um es vorwegzunehmen, Gibraltar ist eine der hässlichsten Städte die ich kenne. Lediglich die englischen Doppelstockbusse und die roten Telefonkabinen sind “very British” und haben es mir angetan. Ein “Muss” wenn man schon mal da ist, ist der Besuch des berühmten markanten Kalksteinfelsen, auch Affenfelsen genannt. Hier tummeln sich die Berberaffen, die einzigen wild lebenden Affen Europas. Da die Gondelbahn auf die “Upper Rock” in Revision ist, müssen wir den Felsen wohl oder übel zu Fuß besteigen. Verfolgt von neugierigen und permanent hungrigen Affen. Kurz vor dem Gipfel sichten wir ein junges englisches Girl, das einige Affen mit Bananen aus dem Rucksack verwöhnt. Den Rucksack hat sie am Straßenrand parkiert. Plötzlich, mit einem riesen Sprung stürzt sich ein **** auf den Rucksack greift hinein und klaut -- nein, nicht eine Banane, sondern ein kleines Büchlein und weg ist er. Etwa 10 m weiter an einem unzugänglichen Felsenvorsprung studiert er konzentriert das Dokument. Derweil das Girl kreischend in voller Aufregung dem Affen immer wieder zuruft: <
> Das Geschrei macht dem Affen keinen Eindruck. Kann sein, dass er, obwohl auf englischem Territorium, nur Spanisch versteht! Inzwischen nähern sich weitere Berggänger der Szene. Einige versuchen mit Leckerbissen den Affen zur Rückkehr auf die Strasse zu bewegen. Mit Erfolg -- nach etwa 15 Minuten! Und das erstaunliche: Den etwas zerknitterten Pass bringt er im Munde mit und lässt ihn zur Freude des Girls auf die Strasse fallen, bevor er sich den angebotenen Leckerbissen zuwendet. Und verdient hat er die Leckereien -- da sind wir uns alle einig!! Jetzt haben auch wir Lust auf Leckereien. Nur, unser Sinn steht nicht nach der Leibspeise der Engländer: “Fish and Chips!”. Deshalb verlassen wir dieses hässliche Stück England und genehmigen uns in der etwa zwei Kilometer entfernten spanischen Grenzstadt La Linea ein herrliches “Tapas” Essen!
Gruß
Pesche -
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Hallo lieber Pesche,
ich bin wieder ganz begeistert!
Egal,
ob Du eine Eisenbahnfahrt von Bern über Berlin und Moskau sowie über Ulan-Bator und Peking bis nach Hong Kong beschreibst -ob Du ein Wanderwochenende in den Schweizer Bergen mundgerecht darbietest -
ob Du einen Besuch im Süden Frankreichs und deren gute Weine anbietest -
ob Du einen Segeltörn auf dem Lac Neuchatel auf`s beste schilderst -
oder jetzt Deinen wohlfeilen Bericht über einen (alternativen) Besuch im Innern der Türkei -
immer schreibst und beschreibst Du wunderbar, kurzweilig und anregend -
ich bin einfach nur begeistert. Du bist ein ganz toller Erzähler. Absoluter Genuß. Chapeau, mon ami!!!
Dankbare Grüße aus dem großen Kanton
Taiger