Triebwerkausfall-was passiert?
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Nein, bei Passagiermaschinen mit mehreren Triebwerken ( ich nehme mal an Du meinst diese Maschinen ) sollte unter normalen Umständen eigentlich trotz Triebwerksausfall keine einzige Maschine abstürzen.
Viele Grüße.
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Muss nicht unbedingt so sein, die landen locker auch mit einem Triebwerk.
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Hallo,
in aller Regel stürzt keine Maschine mit mehreren Tribwerken wegen des Ausfalls eines Tribwekes ab.
Für diesen Fall, der übrigens unzählige Male am Simulator trainiert wird, kommt es darauf an, wo sich die Maschine befindet. Falls diese noch recht nahe am Ausgangsflughafen ist kehrt das Flugzeug mit großer Wahrscheinlichkeit dorthin zurück. Ansonsten wird je nach Situation entschieden. Meist kann ein passender Flughafen gewählt werden, an dem auch eine entsprechende Reparaturmöglichkeit vorhanden ist.
So wählte die Condor vor Kurzem Kenia, weil die dortige Kenya Airways die gleichen Flugzeugmuster betreibt und somit sicher schon Techniker vor Ort sind, die sich mit der Maschine auskennen. Je nach Entfernung wird das Flugzeug auch ganz normal zu seinem Zielflughafen weiterfliegen. Merken wird das an Bord praktisch keiner, sofern der Pilot das nicht extra durchsagt. Ansonsten erfolgt eine ganz normale Landung.
Für den Fall des Ausfalls aller Triebwerke geht das Flugzeug in einen Segelflug über. Mit diesem wird dann versucht den nächstgelegenen Flughafen zu erreichen und dort wird dann eine Notlandung durchgeführt. Auch diese endet in den meisten Fällen glimpflich. Beispiele aus den letzten Jahren sind, wenn auch aus sehr unterschiedlichen Gründen die SAS, Hapag Lloyd, Air Seychelles und die Crossair um nur mal ein paar zu nennen.
Tribwerksausfälle von nur einem Triebwerk sind dagegen so häufig, daß dies eigentlich schon keine wirkliche Aktion mehr ist. Weltweit kommt dies mindestens 10 bis 20 mal pro Monat vor, wobei hier noch unterschieden wird zwischen einem Ausfall und der Triebwerksabschaltung aus Sicherheitsgründen, weil ein Defekt vermutet wird.
Also alles keinerlei Grund zur Beunruhigung.
Gruß
Berthold
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nur weil ein Triebwerk ausfällt (auch wenn´s eventuell das einzige war), stürzt KEIN Flugzeug ab. Das demonstrieren z.B. alle Segelflugzeuge die unterwegs sind. Der größte uns schwerste Segelflieger derzeit ist übrigens das Space Shuttle

Ich nehm´ an Deine Frage zielt eher auf Passagiemaschinen...
Hier ist´s so, daß das Flugzeug nur dann zugelassen wird, wenn bei Ausfall eines Triebwerks ohne Probleme weitergeflogen werden kann.
Unterscheiden muß man ,WANN das Triebwerk ausfällt.
Der unangenehmste Zeitpunkt ist jener, wenn das Flugzeug noch auf der Piste ist und knapp vor V1 ist. Das ist die Geschwindigkeit bis zu der das Flugzeug den Startlauf noch abbrechen und vor dem Pistenende wieder stehenbleiben kann.
Ist diese V1 vorüber wird geflogen...
Diese V1 wird abhängig von Startbahn, Wetter und Beladung bei jedem Flug errechnet.Dann spielt´s natürlich eine Rolle wieviele Triebwerke ein Flugzeug hat. Bei einem 4motorigen Flieger kann ohne größere Probleme weitergeflogen werden. Dasselbe gilt auch für die nicht mehr so häufigen 3motorigen (MD11, TriStar, 727, TU154, ?)
Auch die heutzutage meistverwendeten Flieger mit 2 Triebwerken können mit nur einer Turbine weiterfliegen, allerdings wird man in den meisten Fällen seinen Zielflughafen nicht mehr erreichen, da vorher ein Ausweichflughafen angesteuert werden muß.
Zu unterscheiden ist bei dieser Flugzeugklasse, ob eine Zulassung nach ETOPS Vorschriften vorliegt oder nicht. (ETOPS - Extended Twinengine OPerationS).Ein Flugzeug ohne diese Zulassung darf sich vom nächsten landbaren Flughafen maximal 1 Stunde entfernen, mit ETOPS wird dieser Bereich bis auf 3 Stunden ausgedehnt.
In der kommerziellen Luftfahrt wird nichts dem Zufall überlassen und deshalb wird die Möglichkeit eines Triebwerkausfalls immer in die Planung mit einbezogen: die auf der Strecke verfügbaren Ausweichflughäfen werden auf Verwendbarkeit überprüft, es wird nur soviel ins Flugzeug geladen, damit auch mit einem verbleibenden Triebwerk gestartet werden kann (nach "V1") und die Crews üben regelmäßig diese einmotorigen Landungen (oftmals mit anderen "Problemen" verfeinert).
Du brauchst Dir also keine grauen Haare wachsen lassen, ein Triebwerksausfall ist ein ohne Probleme beherrschbarer Vorfall; lästig aber nicht bedrohlich...
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ADEgi wrote:
Tribwerksausfälle von nur einem Triebwerk sind dagegen so häufig, daß dies eigentlich schon keine wirkliche Aktion mehr ist. Weltweit kommt dies mindestens 10 bis 20 mal pro Monat vor, wobei hier noch unterschieden wird zwischen einem Ausfall und der Triebwerksabschaltung aus Sicherheitsgründen, weil ein Defekt vermutet wird.Also alles keinerlei Grund zur Beunruhigung.
Gruß
Berthold
Servus Berthold,
hab´ zu spät gesehen daß Du schon eine gute Antwort geschrieben hast.
NUR:
Bei der Menge von Starts weltweit würde ich 10 bis 20 Triebwerkabschaltungen pro Monat nicht gerade als "häufig" beurteilen
Woher hast Du diese Zahlen überhaupt? Ich hab´ auf die Schnelle keine Statistik gefunden.Wenn´s nämlich "häufig" passierte, gäbe es keine ETOPS Zulassungen.
Hier ist z.B. ein Kriterium für 120minuten Ausweichzeit mindestens 100000 Stunden Enginelaufzeit pro Flugzeug/Triebwerkkombination und maximal 0,05 Triebwerkabschaltungen pro 1000Stunden (das wäre eine Abschaltung pro 20000 Stunden).Die Triebwerkzuverlässigkeit ist schon gestiegen seit der Zeit der Superconstellation;
der besten 3 motorigen wie man zu ihrer Zeit sagte
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Hallo Berthold,
deine Aussage "Merken wird das praktisch keiner". kann ich so nicht nachvollziehen. Das Erlebnis eine Triebwerksabschaltung habe live erlebt.
Vor einigen Jahren bin ich mit einer B 737- ? geflogen. Kurz nach dem Start erfolgt ein Vogelschlag. Der Pilot der LH Maschine hat daraufhin ein Triebwerk abgeschaltet.
Er hat über den Vogelschlag nicht informiert und in Folge die Abschaltung des rechten Triebwerkes nicht angekündigt.
Erst nach der Abschaltung wurden die Passagiere informiert.
Das Abschalten habe ich zunächst mit gemischten Gefühlen wahrgenommen. Es wurde auf meiner Seite "verdammt" ruhig. Andere Fluggäste haben dies ebenso mitbekommen.
Die Maschine ist dann zum Flughafen zurückgekehrt. Die Landung erfolgt ohne Probleme, mit einem Triebwerk. Es war eine sogenannte Sicherheitslandung. Wir sind dann nach etwa 1-1 1/2 Stunden wieder mit der gleichen LH Maschine gestartet. Der Pilot hat später informiert, das der Vogelschlag keinerlei Schäden hinterlassen hat und dass das zuvor abgeschaltete Triebwerk wieder in voller Funktion "arbeite".
Das der Flug wieder mit der gleichen Maschine fortgesetzt wurde, hat keinen Passagier gestört. Entweder ich habe zur LH Vertrauen oder ich fliege grundsätzlich mit einer anderen Airline.
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UteEberhard wrote:
Hallo Berthold,Das Abschalten habe ich zunächst mit gemischten Gefühlen wahrgenommen. Es wurde auf meiner Seite "verdammt" ruhig. Andere Fluggäste haben dies ebenso mitbekommen.
Business und First merkst Du in der Regel garnichts davon.
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Hallo,
bezüglich der Häufigkeit war das eine Einschätzung, die aufgrund der folgenden Seite erfolgte:
Einfach grob durchzählen und man kommt in etwa auf diese Zahlen.
Gruß
Berthold
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@noeler
B 737 von LH mit First ?Business stimmt möglicherweise. Aber die Mehrzahl der Pax. in einer 737 mit LH Bestuhlung sitzen in der E.
Ich kann dir aber versichern, die meisten haben es mitbekommen. Viele der " 6.15 Uhr Frühflieger" sind Vielflieger. Und die, die es vielleicht nicht gemerkt haben, wurden informiert.
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Hallo,
bezüglich der Zahlen habe ich gerade nochmal nachgezählt. Für den August sind definitiv 5 Fälle von Triebwerksabschaltungen gelistet, wobei bei manchen Zwischenfällen dieser Hinweis auch fehlen könnte und manche dieser Defekte sicher auch nicht auf der genannten Seite auftauchen.
Somit erscheinen die Zahlen realistisch. Zur Häufigkeit ist folgendes zu sagen. Sicher ist eine Abschaltung in Verhältnis zu den tatsächlich durchgeführten Flügen nicht häufig. Für den Otto-Normalpassagier ist die Zahl von 10 bis 20 pro Monat sicher schon häufig zu nennen. Kommt also immer auf das vorhandene Wissen an.
Gruß
Berthold
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Fakt bleibt dennoch, dass eine Maschine mit zwei oder mehr Triebwerken so konstruiert sein müssen, dass sie bei Triebwerksausfall einer Engine (warum auch immer) weiterfliegen und landen können müssen!
Und bei einmotorigen Maschinen bleibt noch der Gleitflug und Platz zum Landen, denn so "große" einmotorige Maschinen kenne ich nicht.Euer André
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Hallo,
das dürfte meines Wissens die größte sein. Immerhin für 12 Passagieren ausgelegt.
http://www.flugzeugbilder.de/a/77/10/1221928925.jpg
Gruß
Berthold
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ADEgi wrote:
Hallo,in aller Regel stürzt keine Maschine mit mehreren Tribwerken wegen des Ausfalls eines Tribwekes ab.
Für diesen Fall, der übrigens unzählige Male am Simulator trainiert wird, kommt es darauf an, wo sich die Maschine befindet. Falls diese noch recht nahe am Ausgangsflughafen ist kehrt das Flugzeug mit großer Wahrscheinlichkeit dorthin zurück. Ansonsten wird je nach Situation entschieden. Meist kann ein passender Flughafen gewählt werden, an dem auch eine entsprechende Reparaturmöglichkeit vorhanden ist.
So wählte die Condor vor Kurzem Kenia, weil die dortige Kenya Airways die gleichen Flugzeugmuster betreibt und somit sicher schon Techniker vor Ort sind, die sich mit der Maschine auskennen. Je nach Entfernung wird das Flugzeug auch ganz normal zu seinem Zielflughafen weiterfliegen. Merken wird das an Bord praktisch keiner, sofern der Pilot das nicht extra durchsagt. Ansonsten erfolgt eine ganz normale Landung.
Für den Fall des Ausfalls aller Triebwerke geht das Flugzeug in einen Segelflug über. Mit diesem wird dann versucht den nächstgelegenen Flughafen zu erreichen und dort wird dann eine Notlandung durchgeführt. Auch diese endet in den meisten Fällen glimpflich. Beispiele aus den letzten Jahren sind, wenn auch aus sehr unterschiedlichen Gründen die SAS, Hapag Lloyd, Air Seychelles und die Crossair um nur mal ein paar zu nennen.
Tribwerksausfälle von nur einem Triebwerk sind dagegen so häufig, daß dies eigentlich schon keine wirkliche Aktion mehr ist. Weltweit kommt dies mindestens 10 bis 20 mal pro Monat vor, wobei hier noch unterschieden wird zwischen einem Ausfall und der Triebwerksabschaltung aus Sicherheitsgründen, weil ein Defekt vermutet wird.
Also alles keinerlei Grund zur Beunruhigung.
Gruß
Berthold
Danke für deine Antwort.......sehr beruhigend.
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ADEgi wrote:
Hallo,bezüglich der Zahlen habe ich gerade nochmal nachgezählt. Für den August sind definitiv 5 Fälle von Triebwerksabschaltungen gelistet, ......
Somit erscheinen die Zahlen realistisch. Zur Häufigkeit ist folgendes zu sagen. Sicher ist eine Abschaltung in Verhältnis zu den tatsächlich durchgeführten Flügen nicht häufig. Für den Otto-Normalpassagier ist die Zahl von 10 bis 20 pro Monat sicher schon häufig zu nennen. Kommt also immer auf das vorhandene Wissen an.
Gruß
Berthold
Ich versteh´ nicht was Du mit "vorhandenes Wissen" meinest.
Hier wird gerade über die Anzahl der täglichen Flüge gerätselt und von diesen Zahlen ausgehend sind 10-20 sicherlich nicht viel. Wir sprechen hier von "weltweit".Gerade für Otto-Normalpassagier mit bis zu vielleicht 8 Flügen pro Jahr ist die Wahrscheinlichkeit fast zu vernachlässigen
zumal ja Chartermaschinen nicht notwendigerweise unsicherer als Linienmaschinen sind...
Ich hatte bei meinen Flügen in den letzten 26 Jahren keinen Triebwerksausfall und erst 2 Durchstartmanöver.Grundsätzlich sind wir ja einer Meinung, nur die Schlüsse aus den Zahlen differieren

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Vor einigen Jahren bin ich mit einer B 737- ? geflogen. Kurz nach dem Start erfolgt ein Vogelschlag. Der Pilot der LH Maschine hat daraufhin ein Triebwerk abgeschaltet.
Er hat über den Vogelschlag nicht informiertund in Folge die Abschaltung des rechten Triebwerkes nicht angekündigt.
Hallo,
konnte er wahrscheinlich zu diesem Zeitpunkt auch nicht.
Die wenigsten Vögel sind so freundlich erst eine Runde am Cockpitfenster vorbei zu fliegen.
Das einzige was er zu diesem Zeitpunkt wohl bemerkt hat, war wahrscheinlich die Kontrollleuchte für die Vibrationswarnung des Triebwerks.
Ein oder sogar mehrere Vogelschläge sind bei Start / Landung zwar keine Seltenheit aber vom Cockpit nicht unbedingt bemerkbar.
Sicherheit gibt da erst eine Triebwerks Sonderinspektion, denn die Tierchen hinterlassen beim Ein- und Austritt ihre ganz eigentümlichen Spuren. Ab und zu kann der Mechaniker es sogar riechen. -
Hallo Andy,
mit vorhandenes Wissen meine ich folgendes.
Wenn Du den "normalen" Fluggast darüber aufklärst, daß es pro Monat weltweit etwa 10 - 20 mal dazu kommt, daß ein Triebwerk ausfällt, oder vorsichtshalber abgeschaltet wird, dann wird dieser das als sehr viel beurteilen.
Wenn der Fluggast aber darüber informiert ist, wieviel in etwa in der Welt geflogen wird und wie unspektakulär eine solche Sache in aller Regel verläuft, dann kann er verstehen, daß dieser Fall eigentlich sehr selten ist.
So meinte ich das. Denn ich darf nicht von mir, als interessierten Laien ausgehen, sondern muß den "unbedarften" Fluggast sehen, der sich halt in ein Fluguzeug setzt und ansonsten sich noch nie um ein solches Thema gekümmert hat.
Daher die unterschiedliche Bewertung, je nach Wissensstand.
Gruß
Berthold
