Zu Gast in England - positive und negative Erfahrungen
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Deutsche und Engländer wissen voneinander nicht viel.
Und so bedienen sie sich gerne Klischees, die von den Boulevardzeitungen genüsslich geliefert und verstärkt werden, sei es vor Fussballspielen oder bei Begegnungen im Urlaub. Die Geschichte mit Marko ist noch bestens bekannt.
Das trägt natürlich "Früchte", was man auch hier im Forum in so manchen Beiträgen lesen kann. Viele Deutsche meiden im Urlaub Engländer.
Einige verlangen sogar Schadensersatz wegen entgangener Urlaubsfreuden, wenn im Hotel zu viele Engländer sind. Wahrscheinlich machen das einige Engländer auch so.
Damit es keine Probleme gibt, sind in den Urlaubsländern, wie Spanien, Portugal, englische und deutsche Hotels und Urlaubsorte entstanden.
Nun diese Situation lässt sich nicht oder nicht auf die Schnelle beheben, wahrscheinlich will das auch keiner.Die meisten Menschen, die nach England fahren und dort Urlaub machen, hegen wohl weniger oder keine Vorurteile gegenüber Engländer. Viele lieben sogar englische Lebensart.
Wer dann noch über ausreichende Englischkenntnisse verfügt und sich mit den Eigenheiten des Landes vertraut gemacht hat, kommt wirklich als Gast in England an und wird von den "Gastgebern" entsprechend herzlich empfangen.
Wir haben auf unserer langen Englandreise zumindest keine deutschfeindlichen Ressentiments gespürt. Im Gegenteil, als Deutsche genossen wir großes Interesse und großes Ansehen.Gilt der alte Spruch also noch immer?
"Wie ich komm gegangen, so werd ich auch empfangen."Ich freue mich auf eure Beiträge. Enttäuscht mich nicht!
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hema2812 wrote:
Deutsche und Engländer wissen voneinander nicht viel.
Dabei wär's so leicht. Es gibt ein paar hervorragende Bücher, die erklären, warum die Engländer so sind wie sie sind. Z.B.: "Typisch englisch - Wie die Briten wurden, was sie sind" Verlag Beck'sche Reihe.Ich bin mit den Engländern bisher immer gut klar gekommen. Ich mag die zurückhaltende, höfliche Mentalität. Sie sind freundlich, aber nicht herzlich oder aufdringlich. Wer in Irland und England war, wird den Unterschied kennen.
Ich hab ja eine Zeit lang Bootsurlaube auf den Binnengewässern in Norfolk gemacht. Da sind fast ausschließlich Engländer unterwegs. Und abends legt man in kleinen Hafenbecken an und hat meist links und rechts einen "Nachbarn".
Meine prägendsten Erlebnisse betreffen den Britischen Humor. Ich musste einmal ein paar Wochen vor Reiseantritt ein Formular ausfüllen und nach England schicken. Der Bootsvermieter wollte allerhand von mir wissen. Das ganze war ziemlich nervig. Eine Frage hat mir dann den Rest gegeben. Nehmen sie ein Haustier mit? Ich hab "Alligator" hingekrixelt.
Als wir dort angekommen sind, hat man uns das Boot gezeigt. Wir gingen an Bord und sahen uns um. Irgendwas war seltsam. Dann ist mir aufgefallen, dass am Essplatz statt eines Tisches eine riesige Plastiktonne stand, bis zur Hälfte mit Wasser gefüllt. Auf der Tonne stand mit schwarzem Faserschreiber: "Alligator pond".

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Hallo hema,
auch wenn wir insbesondere beim Thema "Reiserecht" nicht immer auf einen Nenner kommen, den Spruch "Wie ich komm gegangen, so werd ich auch empfangen" unterschreib ich dir jederzeit.
Ich war das erste Mal so etwa 1983/84 in England und seit 2000 regelmäßig jedes Jahr mehrere Wochen bis Monate. Und in all der Zeit hatte ich noch nie Probleme. Im Gegenteil, einige meiner besten Freunde wohnen dort drüben.
Die Abkapselung von anderen Nationen scheint mir allerdings auch kein rein deutsch-englisches Problem zu sein; zu oft lese ich auch hier bei HC Berichte, in denen dann sinngemäß etwas steht wie "im Hotel waren zu viele Franzosen, lärmende Spanier und arrogante Russen" o.ä.
Wer dann noch über ausreichende Englischkenntnisse verfügt und sich mit den Eigenheiten des Landes vertraut gemacht hat, kommt wirklich als Gast in England an ...
Na ja, und das sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein. Aber leider gibt's ja auch hier viele, die sich darüber beschweren, dass z.B. die Spanier nur spanisch sprechen

Gruß,
soedergren
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Ich reise und gern und regelmäßig nach England. Habe viermal für je 3-4 Wochen dort in Gastfamilien gelebt und auch einmal drei Monate in einem Houseshare verbracht, habe also nicht nur "touristische Erfahrung". Ich habe nur positive Erfahrungen und nur freundliche, zuvorkommende und humorvolle Menschen kennen gelernt. Mir gefällt die englische Höflichkeit, der Humor, davon würde ich mir in Deutschland auch ein wenig mehr wünschen... Einen Buchtipp habe ich auch: "Watching the English - The hidden rules of English behaviour" von Kate Fox.
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Hallole Hema,
es freut mich immer hier etwas über die Insel zu lesen.

Wie einige hier schon wissen reise ich seit einigen Jahren regelmäßig in den Norden der Britischen Insel um sowohl meinen Bruder in Manchester zu besuchen als auch ab und an eine Motorradtour durch Schottland zu machen.
Mir selbst ist in England und Schottland speziell die Aufgeschlossenheit der Menschen gegenüber Fremden sehr positiv aufgefallen. Dies kann einem sowohl in einem ganz abgelegenen Pub in den Scottisch Lowlands als auch in der Innenstadt von Manchester oder Edinburgh passieren dass man von „Einheimischen“ angesprochen wird was man hier in England so macht und wie das lokale Bier so schmeckt. Oder auch in den schönen alten Gutsherren - B&B´s abends mit einem Landlord im Kaminzimmer zu sitzen und über die aktuelle Politik und das Weltgeschehen zu diskutieren – ich finde das ist in Europa relativ einzigartig.@Chriwi :ich werde morgen abend ein gutes Newcastle Brown Ale zu mir nehmen und meine Bilder vom letzten Urlaub sortieren.

Und mein Buchtip: vom AA - Verlag:Exploring Britain - hat dort wunderbare Tourenvorschläge zum Wandern und Erleben des Landes.
Grüßle Ralf
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Was mir in England auch bei meinen letzten Besuchen (positiv) aufgefallen ist, ist das dort Information einen wesentlich größeren Stellenwert einnimmt. Das fängt in der Londoner Tube detaillierten Störungsinfos oder "Good service in operation" an.
Vor einigen Monaten war ich in einem Pub in Manchester auf der (nicht ganz dem neusten Stand entsprechenden, aber durchaus annehmbaren) Toilette. Dort war an der Tür ein großer, handgeschriebener, blümchenverzierter Zettel angebracht, auf dem (sinngemäß) zu lesen war:"Verehrte Gäste,
wir sind uns bewusst, dass unser Toilettenbereich eine Zumutung darstellt. Wir bedauern sehr ihnen hier derzeit keinen besseren Standard anbieten zu können. Wir hatten den festen Vorsatz die Renovierung dieser Toilette schon vor einem halben Jahr abgeschlossen zu haben, aber dann hatten wir durch ein Unwetter Schäden am Dach und mussten uns daher erst um wichtigere Reparaturen kümmern. Wir bitten daher um ihr Verständnis und hoffen, dass sie uns trotzdem als Kunden treu bleiben. Wir versprechen Ihnen, dass Sie hier spätestens im März eine saubere, top-moderne Toilette vorfinden werden. Sollten Sie bis dahin irgendwelche Anregungen oder Wünsche zur anstehenden Toiletten-Renovierung haben, wird unser Thekenpersonal diese jederzeit gerne aufnehmen. Herzlichst, Ihr Pub-Team. " -
@Evil_Eva: Großartig! Und - soweit ich das beurteilen kann - typisch britisch.
Was mir auch immer wieder auffällt, ist das Sicherheitsdenken. Auf einer englischen Baustelle läuft so gut wie kein Bauarbeiter ohne Warnweste und Schutzhelm rum.
In England sind Hundeleinen für Kinder und Schwimmwesten für Hunde sehr beliebt,...
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Ja und die entschuldigen sich für ihre Baustellen auch
Das gefällt mir auch - nicht wie hier wo das größte Glück ein Danke für ihr Verständnis ist 
Ich mag England, wir sind mal mit Bekannten meiner Oma im local footballclub gelandet, und das war einfach toll wie selbstverständlich man da aufgenommen wurde - ich erinnere mich noch an ein sehr gebrochenes Gespräch mit einem der Jungs da, über Fußball - ich konnte zwar damals schon ganz gut Englisch, aber natürlich kein Wort zum Thema Fußball, ich weiss selbst auf Deutsch nicht wie man über Fußball redet, aber wir hatten fun.
Und mir wurde gezeigt wie man pool billiard spielt.Auch auf der nächsten Reise hat man uns wieder in nen 'Club' mitgenommen, diesmal Royal League, wieder halt mit den Freunden meiner Oma, und wieder wurde es ein netter fröhlicher Abend. Nicht so schön wie die Gartenparty mit Cocktails den nächsten Tag ...
Auch mit den B&B Gastgebern kommt man oft in nette Unterhaltungen, Leute gehen eher auf einen zu auch wenn das erste was man hört wenn man unterwegs oft doch das Wetter ist.
Und ich liebe es, dass das Anstehen klappt und es nicht so Trauben und Gedrängel gibt wie hier - allerdings muss man das wissen, man macht sich echt unbeliebt da, wenn man drängelt, was hier völlig normal ist.Und ich liebe es da Auto zu fahren. Nicht nur, dass mir die Straßen und das Linksfahren ungemein Spass machen, die Fahrweise ist auch zumeist viel angenehmer als hier und es wird lang nicht so schnell gedrängelt und gehupt und wild geflucht oder gestikuliert, so viel entspannter. Auch wenn der LKW den nächsten passing place nimmt, damit alle an ihm vorbei fahren können, wenn sich Autos hinter ihm sammeln.
Ist sehr cool, obwohl das eine Mal wäre ich gern hinter LKW geblieben, die Strecke war etwas unberechenbar und da war jemand der vorweg fährt ganz angenehm. -
Ich bin ein absoluter Irland-Fan, die Mentalität sagt mir noch mehr als die der Engländer zu.
Die Uhren ticken speziell in Irland/Schottland doch etwas anders als bei uns. Es wird sich mehr Zeit genommen auf seinen Gegenüber einzugehen und Ressentiments haben wir noch nie zu spüren bekommen - ganz im Gegenteil.
Egal ob wir B&B oder ein Apt. gewählt haben - wir wurden immer herzlich aufgenommen, von der Höflichkeit ganz zu schweigen.
Auch im Sommerurlaub haben wir wieder Engländer kennengelernt und es hat sicherlich erneut dazu beigetragen, einige Vorurteile aus der Welt zu schaffen
Wir fahren immer wieder gerne nach GB

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Hallo Zusammen!
Ich fahre auch gerne nach England, wenn ich auch nicht nur gut Erlebnisse dort hatte.
Das Erlebnis, welches ich jedoch am schlimmsten empfand war folgendes:
Mir war die U-Bahn vor der Nase weggefahren und da habe ich den älteren Herrn neben mir gefragt, ob er denn wüßte, wann die nächste Bahn käme. Er schaute mich an und fragte mich dann, aus welchem Land ich denn käme. Als ich ihm mitteilte dass ich Deutsche sei, da drehte er sich um und ließ mich ohne weiteres Wort dumm stehen.
Da kam ich mir schon ganz schön komisch vor und habe mich nicht getraut noch Jemanden zu fragen.
Trotz alledem fahre ich aber immer noch gerne nach England, denn ich schere ja nicht alle Engläner über einen Kamm.VG
Lukkida -
Ja, sowas gibt's leider. In der Regel ist's jedoch genau andersrum. Nur nicht im U-Bahn-Bereich mit ratlosem Blick in einen Stadtplan schauen. Sofort wird einem geholfen und nicht selten wird eine Endlosdiskussion zwischen mehreren Londonern draus, was den der kürzeste/schnellste Weg von A nach B ist.

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Ist alles so ziemlich widersprüchlich und verwirrend...-
also ich liebe Großbritannien ,Land und Mentalität der Menschen, wirklich sehr...-"die" Leute sind freundlich,hilfsbereit und nicht so aufdrinlich laut wie viele Südländer...-
und dann hört/liest man daß gerade in GB die Kriminalität,vor allem bei Jugendlichen so hoch sein soll...das gibt mir zu denken...-
ich hab immer noch das Foto von meinem Schulenglischbuch vor Augen...3 niedliche Kiddis in Schuluniform...lachend in aller Freundschaft nebeneinander...-
und dann registriert man diese enorme Gewalt dort...wirft das schöne Weltbild durcheinander...!
Oft hab ich mir in letzter Zeit,wenn ich so durch englische Städte und Orte fahre oder spazierengehe und Schülergruppen in Uniformen sehe,die Frage gestellt ob sie wirklich noch meinem alten Klischee entsprechen...ob das nicht irgentwie auch "verkleidete Monster" sind...-
das sind ganz seltsame Gedanken die da aufkommen - das England wie ich es liebe,lieben und wahrhaben möchte...-und dann die (ernüchternde) Realität...-nicht spezifisch für England...einfach vielleicht daß die Zeit und ihre "Entwicklung" auch da nicht stehengeblieben ist und daß die "swinging Sixties" nur noch ein schöner Traum geblieben sind !
Grüße vom Niederrhein
Jürgen -
Jürgen,
du hast sicherlich recht, dass nicht alle Engländer nett, freundlich und hilfsbereit sind.
Auch wenn ich nicht so viele Erfahrungen mit England und Engländern habe, vor allem nicht so viele mit Privatpersonen, habe ich Unterschiedliches festgestellt.
Auf unserer jetzigen Tour durch Südengland haben wir fast nur "heile Welt" vorgefunden, Ausnahme waren nur Brighton und Bournemouth. Aber wir waren auch in "elitären" Gegenden unterwegs. Da war auch in den Schulen, scheinbar oder anscheinend, alles okay. Keine Schmierereien an den Wänden, keine Respektlosigkeiten, wie wir sie in Deutschland allerorten antreffen können. Ja, Sevenoaks und Cambridge sind ja auch besondere Orte.
Eine Begebenheit ist bezeichnend. Wir wohnten in Cambridge direkt gegenüber einem College und sahen, wie gesittet die Schüler zur Schule kamen. Zur Pause gingen wir auf den Schulhof, das war eigentlich illegal, und wurde nachher auch von einem Lehrer moniert. Am Ausgang zur Straße stand die aufsichtsführende Lehrerin und diskutierte mit einem Schüler, der den Hof verlassen wollte und auch das auch tat.
Die Lehrerin war darüber "Not amused", für den Schüler hatte das, wie wir dann erfuhren, ernste Konsequenzen.
Zigaretten, Drogen. Kein Thema.
Und nach meinem Rundgang glaubte ich dieser Aussage.
Die Schulordnung stand nicht nur auf dem Papier, sie wurde befolgt und wenn nicht, gab es sofort Sanktionen.
Also , kein Summerhill in Cambridge .
Wenn man nun die Szene und Gegend wechselt, ist man aber schnell in einer anderen Welt. Als ich für einige Tage In London zu Besuch bei einem Studenten war und mit ihm seine Welt erforschte, sah alles schon etwas anders aus, nicht zu fürchten, aber gewöhnungsbedürftig, was Sauberkeit und Ordnung betraf. Und ich bekam ja nur die "schönen Seiten Londons" gezeigt, und die waren schmuddelig und grässlich genug.
Aber wo sind die Monster, die Jürgen meint, die als Hooligans und Sauftouristen auf dem Festland wüten und woher kommen sie ?
Sind sie auf der Insel nett und freundlich und lassen nur, wenn sie auf dem Festland sind, die "***" raus, weil Alkohol ja so billig ist?
Ich glaube eher, dass es reichlich Zonen in England gibt, wo nicht die feine englische Art gelebt, die mir mögen. -
Hey Jürgen
Also, ich habe das nicht als Problem erlebt, auch nicht in London, mit ner Horde Jungs 2006.
Was in den Zeitungen steht, naja ich hab auch etwas geschluckt, als ich im Times Magazin nen Artikel über die Gewaltbereitschaft der englischen Jugendlichen gelesen hab, und was ich von meiner Freundin weiss, die in Wales studiert ist auch nicht alles positiv. Aber seien wir doch mal ehrlich, 1. gings in dem Artikel um eine der schlechteren Ecken Londons (selbiges gilt für die Ecke von Wales, die gilt als eine der ärmsten Regionen Europa's) - das Ganze wäre also so, wenn wir uns wegen Kriminalität in den schlimmsten Ecken Berlins wundern würden, Großstadt hat halt auch negative Seiten!
Was du auch nicht vergessen darfst, ist dass die Nachrichten halt grad im Sommer gern mal übers Sommerloch weggehen mit Sensationeller Berichterstattung und Sachen aufbauschen.
Trotzdem, ja es gibt natürlich Probleme, grad auch Drogenprobleme, aber guck dir doch unsere Jugend mal genauer an. Rauchen, Flatratesaufen, Kiffen -
Ich bin x-mal in Großbritannien gewesen, und wie ich letztens schon sagte, nicht ein einziges Gewaltproblem erlebt. Aber meine Freundin erzählt schon Sachen die unangenehm sind (Wäscheleinen(samt Wäsche) angesteckt, Beule ins Auto getreten, Spiegel vom -deutschen- Auto getreten etc).
Und wir hatten auch schonmal Probleme mit nem Engländer und seinen Kumpels aufm Weihnachtsmarkt hier in der Stadt. Der hatte aber auch die Intelligenz mit Löffeln gefressen, erst hat er uns alle beleidigt, dann wollte er sich mit dem Schrank unter unseren Jungs hauen und ich bin zwischen gegangen, dann hat er gesehen wie groß unsere Gruppe wirklich war und hat behauptet wir hätten ihn alle falsch verstanden, er habe uns nicht beleidigt und angemacht, er sei halt Schotte, und die sprechen Cockney und das könne nen Deutscher halt nicht richtig verstehen
(ja er sagte wirklich Schotte und Cockney Akzent - und ja ich konnte ihn verstehen und lasse mich auch ungern als Nazi beschimpfen).
Aber so Erfahrungen gehören halt auch zum Leben dazu. -
Anscheinend wundern sich viele über die einerseits (über-)höfliche Art der Engländer und anderseits über deren Gewaltbereitschaft.
In dem von mir bereits empfohlenen Buch von Kate Fox, werden einige interessante Erkenntnis zu diesem Phänomen beschrieben:"[the social disease is] the central
coreof Englishness. It is our lack of ease, discomfort and incompetence in the field (minefield) of social interaction; our embarrassment, insularity, awkwardness, perverse obliqueness, emotional constipation, fear of intimacy and general inabilty to engage in a normal and straightforward fashion with other human beings. When we feel uncomfortable in social situations (that is, most of the time) we either become over-polite, buttoned-up and awkwardly restrained or loud, loutish, crude, violent and generally obnoxious. Both our famousEnglish reserveand our infamousEnglish hooliganismare symptoms of this social disease, as is our obsession with privacy." (Fox, 2004: 401 f.) -
ich habe zwar auch sehr viele nette Bekannte in England, aber die Arroganz und Touristenfeindlichkeit (oder Deutschenfeindlichkeit) zweier englischer Kontrolleure an den Ausgängen der Bahnhöfe Liverpool Street und Luton airport fand ich schockierend.
Im Grunde warte ich noch auf einen Bußgeldbeschied aus England weil ich angeblicher Schwarzfahrer war (zusätzlich dazu dass ich natürlich meine Fahrkarte jeweils zweimal kaufen musste). Aber was kann ich dafür wenn der Magnetstreifen meiner Fahrkarte offensichtlich defekt war und die Schranke die Fahrkarte daher nicht anerkannte?
Hoffentlich passiert mir das nochmal und ich habe mal Zeit, dann lasse ich den Kontrolleur einen Polizisten rufen und dann soll er mich nochmal so auszunehmen versuchen.
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Ich fahre eigentlich Regelmäßig jedes Jahr nach England. Fremdenfeindlichkeit ist mir bis jetzt noch nicht aufgefallen. Und im April gehts wieder hin.
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Hallo hema2812
Ich kann Deinen Eingangsbeitrag nur unterstreichen!
Auch ich hatte lange Zeit Vorurteile gegenüber den Engländern. Habe einige von ihnen in den div. Urlaubsorten beobachten "dürfen" und habe mich ernsthaft gefragt, wie so ein Land eigentlich überleben kann? Saufen ohne Ende, völlig ohne Kultur usw. Auch unser Besuch in Gibraltar vor vier Jahren zeugte nicht unbedingt von netten Engländern.
Trotzdem habe ich es gewagt (die Neugierde war größer) mit einer Freundin im letzten Jahr nach England zu fliegen. Und: Ich war echt begeistert!
Weder in London noch außerhalb auf dem Land trafen wir auch nur einen dieser saufenden und ekligen Engländer. Ich frage mich echt, aus welchen Teilen Englands diese dann kommen? Oder ob nur diese Urlaub machen? Die, die unseren Weg streiften, waren äußerst freundlich, zu Gesprächen aufgelegt und hilfsbereit. Selbst, als wir einen kleinen Autounfall hatten und befürchteten, wir würden jetzt sicher zusammengebrüllt werden von dem Fahrer, war dieser total freundlich und besorgt.
Ich war echt begeistert und würde von daher immer wieder nach England reisen. Leider konnte ich meinen Mann noch nicht davon überzeugen. Er glaubt nicht, dass es so ist, wie ich sage ...
Weil auch er noch das Bild aus den vorherigen Urlauben in Europa im Kopf hat. Aber ich hoffe, dass er sich auch mal überzeugen lässt.Viele Grüße
Manuela