Reisekatalog-Preise dürfen zukünftig nachträglich steigen (oder fallen)
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Die Preise in den Katalogen deutscher Reiseveranstalter sind künftig nicht mehr bindend. Urlauber müssen sich darauf einstellen, dass die Touristikkonzerne ihre Preise auch während der Saison nach oben schrauben, meldet
Reuters Deutschland >hier klicken<
Nun, das war nach all den Ankündigungen zu erwarten.
Fallende Preise - siehe Überschrift - habe ich mal in Klammern
gesetzt, ausschliessen kann man dies natürlich aufgrund der
Wettbewerbssituation nicht und wird ja heutzutage bereits
angewandt.Andererseits, eine Prüfung der Preiskalkulation bei Preiserhöhungen
dürfte in den wenigsten Fällen möglich sein.Da wird man abwarten müssen, wie sich das jetzt entwickelt.
Gruß privacy
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Nachfrage regelt Preis! Ist nicht ganz ungewöhnlich. Ob es so durchsetzbar ist, wird die Praxis zeigen. Die Katalogpreise, wie in vielen Threads zu lesen. sind zum Teil jetzt schon wahnwitzig. wenn man dann nochmal drauf sattelt, werden die Kunden vor den Reisebüros Schlange stehen
Ich glaube immer noch an günstigen LM-Urlaub auch im nächsten Jahr, vielleicht mehr denn je! Auch wenn das unsere Experten hier bezweifeln, im Moment ist der Markt mit Schnäppchen übervoll. Die Weissagungen waren wohl anders. Nächstes Jahr sind wir schlauer! LG Marcel -
Es geht ja nicht primär darum etwas draufzusatteln, sondern lediglich Preise anzupassen.
Das war eine Entscheidung des Bundesfinanzministeriums, welche schon längst überfällig war ... und leider unsinnigerweise trotzdem nicht mit letzter Konsequenz erfolgt ist. Denn der Veranstalter darf nur draufschlagen, wenn er im Laufe einer Saison Kontingente bei Airlines oder Hotels zukaufen will und diese in der Zwischenzeit teurer geworden sind.
Möchten ein Veranstalter diese neue Rechtslage nutzen, muss er an prominenter Stelle im Katalog, z.B. im Hinweis- oder Preisteil, drucktechnisch hervorgehoben einen "Preisänderungsvorbehalt vor Vertragsschluss" aufnehmen. Eine Aufnahme dieser Klausel in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen ist nicht ausreichend.
Mit anderen Worten: funktionabel ist die Neuregelung im Moment, wenn überhaupt, nur für (Katalogreisen-) Veranstalter, die mehrere Preisteile auflegen. Zum Nachteil derjenigen Veranstalter, die gerade eben die Gesamtauflage für die gesamte Saison 2009 gedruckt haben.Es ist logisch und richtig, dass man einen Katalogpreis auch nach oben korrigieren kann, wenn man ihn nach unten korrigieren darf ( Last Minute oder unterjährige "Sonderangebote" ). Alles andere war schon in den letzten Jahrzehnten absolut absurd.
Und dabei meine ich nicht die Korrektur aus Profitgier, sondern nachweislich harte Faktoren, die bei einer solchen Preiserhöhung zum tragen kommen können ( z.B. Wechselkursschwankungen, höhere Hoteleinkaufspreise usw. s.o.).
Immerhin werden Kataloge viele Monate, teils Jahre im Voraus produziert.
Von der Flexibilität des Dynamic Packaging – das TUI, Neckermänner und Konsorten ja längst genauso wie die "echten" virtuellen Veranstalter eben unter anderem aus dem Grund der Katalogpreisbindung betreiben ist das weit entfernt.Wenn man den Schritt des Bundesfinanzministeriums schon geht, dann hätte man auch den ganzen Weg beschreiten müssen und die Katalogpreisbindung komplett abschaffen sollen.
Dann hätte jeder Marktteilnehmer die Möglichkeit auf geänderte Situationen bei Nachfrage, Einkauf, Devisen etc. zu reagieren und seinen aktuellen Marktpreis zu bilden. Den Rest hätte die Nachfrage reguliert.So aber ist das - mal wieder typisch für Deutschland - nicht Fisch und nicht Fleisch.
Viele Grüße!
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Die Entscheidung ist eigentlich durch die tagesaktuellen Preise, die alle Veranstalter, die mit neuer Technik arbeiten schon vorweg genommen worden.
Der Wegfall der Preisteile (wir hatten mehrfach darüber diskutiert), wird jetzt der nächste Schritt sein.
Der Wegfall der alten LM Kennzeichnung ohnehin.
Lastminute macht dann auch kaum mehr Sinn!
Bei den Frühbuchern wird es spannend....
Marcel: Ich galube es nicht, dass das mit LM so schön wird. Air Berlin und TUIflycom fahren die Kapazitäten zurück, also wird es schon daran harzen, genügend Flugsitze einzukaufen!
Die Neuorientierung der Lager im Airline Bereich(wenn die Fusion denn kommt) wir den Markt zusätzlich bereinigen:
AirBerlin mit Ex LTU und Tuifly, Condor mit Germanwings auf der anderen Seite.....Nur noch zwei großeAnbieter! -
Gute Einstellung, wenn das so kommt wie ich denke, hast Du dennoch gute
Preise. Und eher das Hotel das Du auch wolltest! -
Hallo,
es ist ja bereits jetzt so, dass einige RV ihre Preise tagesgenau angleichen. Als ich etwas für September gesucht hatte, habe ich mehrmals Pauschalreisen in der gewünschten Preisklasse angeklickt, aber daraufhin (ob noch verfügbar)einen bedeutend höheren Preis angezeigt bekommen.
Dies passierte, wie gesagt, mehrmals. Hatte dann die Nase voll und habe diese Veranstalter z.b. auch bei Holidaycheck nicht mehr berücksichtigt, da es mir zu blöd war, dass die angezeigten Preise auf der nächsten Seite sich nach oben geändert hatten. Möglicherweise wäre ich ja auch mit einem anderen Veranstalter als Alltours geflogen, fand mich aber durch diese Preisveränderung ziemlich veralbert . :?
Wenn viele es genauso sehen, werden die RV wieder zu Ihrer offenen Preisangabe zurückkehren.
Gruß
HUbert -
Rathaus01 wrote:
Möglicherweise wäre ich ja auch mit einem anderen Veranstalter als Alltours geflogen, fand mich aber durch diese Preisveränderung ziemlich veralbert . :?
Wenn viele es genauso sehen, werden die RV wieder zu Ihrer offenen Preisangabe zurückkehren.
Gruß
HUbertDas mit der Rückkehr wird es mit Sicherheit nicht mehr geben. Im Gegenteil. Die tagesaktuellen Preise, von denen Du sprichst, werden den Markt von Grund auf neu gestalten und die Preisteile werden in nicht allzu ferner Zukunft nur noch Anhaltspunkte geben .Kein Veranstalter wird die Chance verstreichen lassen, sich
hier neu aufzustellen!
Auch Alltours wird in Kürze da mitmischen.
Die Weichen sind gestellt! -
Ich verstehe ehrlich diese Diskussion nicht:
wer heute, morgen, in 3 Monaten oder wann auch immer eine Reise bucht und die Bestätigung dafür erhält hat vor nachträgliche Preiserhöhungen nichts zu befürchten.Wenn die RV aber auf aktuelle Situationen reagieren, d.h. es besteht ein grosser Bedarf wird man Kontingente zukaufen ( woher und wann auch immer ) und sie dem Markt zu einem sicher hohen Preis anbieten. Man kann doch nicht ernsthaft die Marktgesetze nur in die Richtung "Preissenkung" umsetzen, weil man meint, es bestünde immer nur ein Überangebot. Es ist daher legitim von Seiten der RV sich auch in die andere Richtung -sprich bei hoher Nachfrage- sich nach den Regeln des Marktes zu bedienen.
Es ist richtig, und so habe ich mich auch schon mehrfach geäussert, das Tagespreise = Marktpreise die Zukunft in der Branche sind. Aber dabei ist vielen nicht klar geworden, das es dafür auch 2 Richtungen gibt. LM = Verramschen wird nur noch einen kleinen Kundenkreis bedienen. Die Urlauber, die auf Fixtermine = Schul- oder Betriebsferien angewiesen sind werden die Verlierer dieser nicht aufzuhaltenden Entwicklung sein. Aber auch die Reisebüros werden zu den Verlierern gehören.
Die Gewinner sind die Reiseanbieter, die sich ( fast ) ausschliesslich des Internets bedienen. Und jetzt vielleicht eine gewagte Prognose: ich halte es nicht für ausgeschlossen, das die RV in Zukunft auf die Vermittler total verzichten und das in Zukunft alles über das Internet selbst machen. Man möge sich nur an die Zeiten erinnern, wo die Reisebüros noch im grossen Stil Eisenbahnfahrkarten und Flugtickets für attraktive Provisionen verkauft haben. Das ist lange her.
Gruss Gabriela -
gabriela_maier wrote:
wer heute, morgen, in 3 Monaten oder wann auch immer eine Reise bucht und die Bestätigung dafür erhält hat vor nachträgliche Preiserhöhungen nichts zu befürchten.Nachträgliche Preiserhöhungen ( auch und gerade bei Pauschalreisen ) sind schon seit jeher gesetzlich zulässig. Man muss sich davor aber in der Tat nicht "fürchten", diese Möglichkeit einer nachträglichen Erhöhung wird nur äußerst selten von Reiseveranstaltern angewandt.
gabriela_maier wrote:
Die Urlauber, die auf Fixtermine = Schul- oder Betriebsferien angewiesen sind werden die Verlierer dieser nicht aufzuhaltenden Entwicklung sein. Aber auch die Reisebüros werden zu den Verlierern gehören.Kann ich beides nicht nachvollziehen.
gabriela_maier wrote:
Und jetzt vielleicht eine gewagte Prognose: ich halte es nicht für ausgeschlossen, das die RV in Zukunft auf die Vermittler total verzichten und das in Zukunft alles über das Internet selbst machen.Mit dieser Prognose könntest Du sofort im Management vieler großer Veranstalter anfangen.

Leider ist sie im deutschen Markt völlig unzutreffend. Kein relevanter Veranstalter ist im deutschen Markt auch nur annähernd in der Lage seine Produktion eigenständig abzusetzen. Kein einziger! Und das scheint mir in den nächsten Jahren auch weiterhin völlig ausgeschlossen zu sein und es wird online wie offline einen großen Bedarf ( für die Veranstalter aber auch für die Kunden ) an Vermittlern geben. Auch und vor allem z.B. durch ein ständig wachsende Informationsflut und einen Preisdschungel mit tagesaktuellen Preisen ohne Katalogbindung etc.
Viele Grüße.
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darauf eine Antwort, die auf meiner gewagten Prognose beruht und die ich eigentlich nicht geben wollte:
es würde mich nicht wundern, wenn ich in absehbarer - näherer - weiterer - ferner Zukunft z.B. folgende Nachricht im Wirtschaftsteil meiner Zeitung lesen würde:
"Holiday Check - ein marktführendes Internetportal im Reiseverkehr- wurde von z.B. Thomas Cook oder TUI aufgekauft. Wie der Sprecher des Unternehmens mitteilte, wird man aber nach wie vor die Aktivitäten nicht verändern und dem gesamten Markt wie bisher unabhängig zur Verfügung stehen"
Na, können die es dann auch immer noch nicht ??
Gruss Gabriela
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Hallo,
möglicherweise wird es irgend wann (bald) nur noch Tagespreise geben, aber dann wird der RV gezwungen sein, diese zumindestens im Internet immer zu aktualisieren. E ist echt nervig, wenn man sich eine Reise ausgesucht hat und dafür z.B. 500€ angezeigt werden und ich dann schaue, ob die Reise noch frei ist und es kommt: Kann gebucht werden, aber plötzlich für 600€. Wenn es laufend bei einem RV so ist, schaue ich mir seine Angebote gar nicht mehr an, da diese sowieso nicht stimmen. Ob das im Sinne des RV ist, wage ich zu bezweifeln. Damit verärgert man nur den Kunden wie z.B. mich.
Gruß Hubert -
Rathaus01 wrote:
Wenn es laufend bei einem RV so ist, schaue ich mir seine Angebote gar nicht mehr an, da diese sowieso nicht stimmen.Sicherlich ist das ärgerlich, aber wenn das der Regelfall wird, muss man sich wohl oder übel daran gewöhnen, schließlich wird es dann bei jedem Veranstalter so sein.
Gruß
TvB
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gabriela_maier wrote:
"Holiday Check - ein marktführendes Internetportal im Reiseverkehr- wurde von z.B. Thomas Cook oder TUI aufgekauft. Wie der Sprecher des Unternehmens mitteilte, wird man aber nach wie vor die Aktivitäten nicht verändern und dem gesamten Markt wie bisher unabhängig zur Verfügung stehen".Na mit dieser Aussage könntest Du auch glatt im Management von Holidaycheck anfangen.

Schöner Blick in die Zukunft mit dem "marktführenden Internetportal", aber noch ist es ja nicht soweit. Lassen wir mal die Kirche im Dorf.gabriela_maier wrote:
Na, können die es dann auch immer noch nicht ??.Nö, können die nicht! Holidaycheck ist zwar eines der größten Reisebüros Deutschlands ( = Vermittler ). Aber nur weil man einen Vermittler aufkauft - was ich mir übrigens mittelfristig sogar vorstellen kann - heißt es ja noch lange nicht, dass man seine Produkte dadurch besser absetzen kann. Soviel Marktanteil hat ein einzelner Vermittler ( egal welcher Größe ) dann nun auch nicht.

Viele Grüße.
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Man muss das unbedingt ehrlich aussprechen:
die Katalogpreise verkümmern in Zukunft zu "unverbindlichen Preisangaben des Reiseveranstalters". Das ist doch schon heute Realität in fast allen Bereichen in unserem täglichen Leben. Oder geht noch jemand in ein Autohaus und akzeptiert den dort ausgezeichneten Preis ? Das sieht man zu Recht als Wunschpreis des Verkäufers an.
Auch in den Reisebüros wird man sich daran gewöhnen müssen, das dann die Leute fragen: kann man an dem Preis noch was machen ? Oder anders ausgedrückt: der Preis wird nicht so einfach akzeptiert.
Captain: auch du wirst dich auf stürmische Winde einstellen müssen.
Gruss Gabriela
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Captain:
entschuldigung, hatte deinen Beitrag vor meinem nicht lesen können.
Nö, können die nicht ? Da begehst du gerade den grössten Irrtum ( sorry, kann eine Steigerung möglich sein, weiss ich natürlich nicht ) deines Lebens.
Da unterschätzt du die Strategen in den Firmen. Es gilt das eherne Gesetz:
"make it or buy it"
Das Problem lösen die Strategen.
Gruss Gabriela
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Falsche Denkweise!
Autohändler sind ( wie der Name schon sagt ) Händler! Und können somit Ihren Preis, die Marge, den Gewinn etc. völlig eigenständig kalkulieren.
Reisebüros sind in Bezug auf die Reisen von Reiseveranstaltern regelmäßig keine Händler sondern Handelsvertreter! ( zur Not bitte Herrn Google fragen )
Als Handelsvertreter müssen Sie den Preis ihres Handelsherren so an den Kunden weitergeben. ( Übrigens auch einer der Gründe warum Buchungen von identischen Pauschalreiseprodukten sich preislich nie unterscheiden. Egal ob online, am Flughafen oder im Reisebüro "um die Ecke" usw. Der Preis ist auf den Cent genau immer identisch!
Wenn´s nach mir geht, dann kann´s ruhig stürmen ohne Ende. Ist nur gut für mein Geschäft

Viele Grüße.
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Ich glaube Du verrennst Dich in einer Thematik in der Du Dich nicht gut genug auskennst. "Make or buy"-Denke ist nicht nahtlos auf den Touristikmarkt in Deutschland zu übertragen.
Einfaches Beispiel: Die TUI hat aktuell für eine Pauschalreise im Eigenvertrieb über Ihre Homepage deutlich höhere Vertriebskosten als über Vertriebsagenturen ( Vermittler/Reisebüros ). Der Preis der Reise ist für den Kunden aber überall identisch. Die angelsächsischen Aktionäre würden diesem Unternehmen ziemlich schnell das Licht ausknipsen, wenn es also nicht mit Vermittlern als Hauptvertriebsweg arbeiten würde.
Und über eine solche Kostenstruktur verfügen die allermeisten Dir bekannten Reiseveranstalter in Deutschland.Viele Grüße.
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bevor wir eine auf die Nase kriegen wegen unserer Privatdisskussion:
nein, alles was du angibst, was heute noch Bestand und Regeln sind, kommt auf den Prüfstand. Es wird nichts mehr so sein, wie es mal war.
Auch die Eisenbahnergewerkschaften in England haben nach der Elektrifizierung zwar noch einige Zeit einen Heizer auf der Elektro-Lok mitgeschickt, der auch bezahlt wurde, mussten aber einsehen, dass das nicht haltbar war.
Gruss Gabriela
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Die prüfen, justieren, ach ja ... das können die Herren "Strategen".
Nein im Ernst. Diese Meinung sei mir gestattet. Wenn ich mir die "Strategen" der Touristik so angucke; die kriegen Zeit Ihres Lebens keine bahnbrechenden Änderungen im deutschen Touristikmarkt mehr hin. Die haben doch schon Jahre/Jahrzehnte dafür gebraucht die Katalogpreisbindung aufzuweichen.
Also da muss man sich keine großen Sorgen machen.
VG