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Weihnachten: Rezepte, Ideen, Wünsche und Geschichten

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  • KleefeldK Offline
    KleefeldK Offline
    Kleefeld
    schrieb am zuletzt editiert von
    #201

    Niemand.... will mich haben
    von Petra Hoffmann

    Es ist doch jedes Jahr das gleiche Leid. Nach den Feiertagen rennen sie los und tauschen "MICH" um. Mich, die Kroko-Tasche von Armani. Dabei war ich gar nicht mal so billig.
    Nun gut, die Leute welche mich kauften waren auch gut betucht.

    Ihr könnt Euch vorstellen, dass ich schon in den besten und schönsten Wohnzimmern
    zu Hause war. Zumindest für drei bis vier Tage von Heiligabend bis nach den Feiertagen.
    Da habe ich schon manche Dinge erlebt.

    Bemerken konnte ich, dass der Sinn von Weihnachten fast verloren gegangen ist .
    Die Menschen singen nicht mehr. Das einzige was zählt sind die Geschenke.
    Bloß wenn diese nicht gefallen...
     
    An diesem Weihnachten bekam " MICH " Frau Dorthe von Kannengießer geschenkt.
    Alle waren im Wohnzimmer versammelt.
    Herr von Kannengießer erhielt von seiner Frau die fünfte Cartier- Uhr, obwohl alle
    anderen vier auch noch funktionierten. Gut, dachte Herr von Kannengießer,
    dann kann ich fast jeden Tag eine andere Uhr tragen, aber eigentlich ganz unnütz.
    Seiner Frau spielte er eine große Freude vor.
     
    Die drei Kinder waren recht zufrieden. Silvi -Marie , 13 bekam eine neue CD Anlage,
    Malte, elf 11, bekam einen Computer mit allem was dazugehört und Thio-Massimo, acht Jahre bekam ein neues Rad und ein fernsteuerbares Rennauto, alias Michael Schumacher.

    Nur Dorthe von Kannengießer war maßlos enttäuscht. Wie jedes Jahr.
     
    Das war nichts Neues. Was Sie so an "MIR" rum zu mäkeln hatte. Ich war Ihr zu klein,
    ich hatte nicht die richtige Form, ich hatte eine scheußliche Farbe, ich hatte einen zu kleinen Griff und auch der Verschluss war Frau von Kannengießer zu primitiv.
    Schlicht weg, ich war Ihr einfach zu hässlich."Gut", sagte Herr von Kannengießer,
    "dann tausch sie doch einfach um, denn das machst du doch schon seit 10 Jahren mit jedem Geschenk zu Weihnachten."

    Am dritten Tag nach Weihnachten brachte Frau von Kannengießer "MICH" zurück.
    Seit ich eine Tasche bin und das sind nun schon fünf Jahre, wurde immer wieder umgetauscht.
     
     Bin ich denn wirklich so hässlich ?

    Ach könnte ich doch wieder zu Haus im schlammigen Fluß sein.
    Dort war ich schließlich das schönste und größte Krokodil.
     
    Und alle Kroko-Damen standen auf mich.   🐸

    Allure of the seas

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    • KleefeldK Offline
      KleefeldK Offline
      Kleefeld
      schrieb am zuletzt editiert von
      #202

      Weihnachtspunsch
       
      Zutaten

      1 l Orangensaft (frisch gepresst oder aus der Flasche)
      50 gr. Zucker
      2 Päckchen Vanillezucker
      1 Päckchen feine Orangenfrucht
      1/2 Teel. Zimt
      1 Prise gemahlene Nelken
      250 ml Rotwein erhitzen (darf nicht kochen!)

      Den Punsch heiß servieren!

      Allure of the seas

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      • KleefeldK Offline
        KleefeldK Offline
        Kleefeld
        schrieb am zuletzt editiert von
        #203

        Am Tag vor Weihnachten

        Nur noch einmal wird es dunkel,
        nur noch einmal wird es Nacht.
        Wird es wieder Abend werden,
        hat Knecht Ruprecht was gebracht.

        Aus dem Walde wird er kommen,
        wo verschneite Tannen stehn,
        und sechs große zahme Hirsche
        sind vor dem Gefährt zu sehn.

        Glocken klingen, und der Schlitten
        ist bis obenhin bepackt.
        Ach, was hat der gute Alte
        für die Kinder eingesackt!

        Äpfel, Nüsse und Rosinen,
        Kuchen, Kekse, Marzipan,
        Engelshaar und Mandarinen,
        Hampelmann und Eisenbahn.

        Weiß du noch vom letzten Jahre,
        als der Tannenbaum gebrannt,
        wie es war, als lang erwartet
        in der Tür Knecht Ruprecht stand?

        Nur noch einmal wird es dunkel,
        nur noch einmal wird es Nacht.
        Wird es wieder Abend werden,
        hat Knecht Ruprecht was gebracht.

        von Bruno Horst Bull

        Allure of the seas

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        • KleefeldK Offline
          KleefeldK Offline
          Kleefeld
          schrieb am zuletzt editiert von
          #204

          von Anya Peter

          Die vier Kerzen
           
          Vier Kerzen brannten am Adventskranz. Es war ganz still.
          So still, dass man hörte, wie die Kerzen zu reden begannen.
          Die erste Kerze seufzte und sagte:"Ich heisse Frieden. Mein Licht leuchtet, aber die Menschen halten keinen Frieden,
          sie wollen mich nicht."
          Ihr Licht wurde immer kleiner und verlosch schliesslich ganz.
           
          Die zweite Kerze flackerte und sagte:"Ich heisse Glauben. Aber ich bin überflüssig. Die Menschen wollen von Gott nichts wissen. Es hat keinen Sinn mehr, dass ich brenne."
          Ein Luftzug wehte durch den Raum und die zweite Kerze war aus.
           
          Leise und traurig meldete sich nun die dritte Kerze zu Wort:"Ich heisse Liebe. Ich habe keine Kraft mehr zu brennen.
          Die Menschen stellen mich an die Seite.
          Sie sehen nur sich selbst und nicht die anderen, die sie liebhaben sollen."
          Und mit einem letzten Auflackern war auch dieses Licht ausgelöscht.
           
          Da kam ein Kind in das Zimmer. Es schaute die Kerzen an und sagte:
          "Aber, aber ihr sollt doch brennen und nicht aus sein!"
          Und es fing an zu weinen.
           
          Da meldete sich auch die vierte Kerze zu Wort:"Hab keine Angst! Solange ich brenne, können wir auch die anderen Kerzen wieder anzünden.
           
          Ich heisse Hoffnung."

          Mit einem Streichholz nahm das Kind Licht von dieser Kerze
          und zündete die anderen Lichter an.

          Allure of the seas

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          • KleefeldK Offline
            KleefeldK Offline
            Kleefeld
            schrieb am zuletzt editiert von
            #205

            von Anya Peter

            Gibt es das Christkind wirklich? 
             
             "Gibt es das Christkind wirklich? Auf diese Frage wusste die achtjährige Virginia O'Hanlon aus New York keine Antwort.
             
            Vor mehr als 100 Jahren, am 20. Sept. 1897, schrieb sie deshalb an die Zeitung
            "New York Sun". Die Sache war Chefredakteur Francis P. Church so wichtig, dass er dem kleinen Mädchen selbst antwortete.
             
            Der Briefwechsel war bei den Lesern so beliebt, dass man ihn bis zur Einstellung der Zeitung 1950 immer zu Weihnachten auf der Titelseite abdruckte. Damit wurde er zum meistgedruckten Zeitungsartikel aller Zeiten.
             
             "Ich bin acht Jahre alt. Einige von meinen Freunden sagen, das Christkind gibt es nicht. Papa sagt, was in der "Sun" steht ist immer wahr.
            Bitte sagen Sie mir die Wahrheit: Gibt es das Christkind?"
            Virginia O'Hanlon, 115 West Ninety-fifth Street."
             
            "Virginia, Deine kleinen Freunde haben Unrecht. Sie glauben nur, was sie sehen. Sie glauben, dass es nicht geben kann, was sie mit ihrem kleinen Geist nicht erfassen können. Aller Menschengeist ist klein, ob nun einem Erwachsenen oder einem Kind gehört.
            Im Weltall verliert er sich wie ein winziges Insekt. Solcher Ameisenverstand reicht nicht aus, die ganze Wahrheit zu erfassen und zu begreifen.
             
            Ja, Virginia, das Christkind gibt es wirklich.
            So gewiss, wie es Liebe und Großherzigkeit und Treue gibt. Weil es all das gibt, kann unser Leben schön und heiter sein. Wie dunkel wäre die Welt, wenn es kein Christkind gäbe! Es gäbe dann auch keine Virginia, keinen Glauben, keine Poesie, gar nichts, was das Leben erst erträglich machen würde. Ein Flackerrest an sichtbarem Schönen bliebe übrig.
            Aber das Licht der Kindheit, das die Welt ausstrahlt, müsste verlöschen.
             
            Es gibt ein Christkind.
            Sonst könntest Du auch den Märchen nicht glauben. Gewiss, Du könntest Deinen Papa bitten, er solle am Heiligen Abend Leute ausschicken, das Christkind zu fangen.
            Und keiner von ihnen bekäme das Christkind :
            zu Gesicht - doch was würde das beweisen? Kein Mensch sieht es einfach so. Das beweist gar nichts. Die wichtigsten Dinge bleiben meistens unsichtbar. Die Elfen zum Beispiel, wenn sie auf den Mondwiesen tanzen. Trotzdem gibt es sie.
             
             All die Wunder zu denken, geschweige sie zu sehen, das vermag nicht der Klügste auf der Welt. Du kannst ein Kaleidoskop aufbrechen und nach den schönen Farbfiguren suchen. Du wirst einige bunte Scherben finden, nichts weiter. Warum? Weil es einen Schleier gibt, der die wahre Welt verhüllt, einen Schleier, den nicht mal alle Gewalt auf der Welt zerreißen kann.
             
            Nur Glaube und Liebe und Poesie können ihn lüften.
            Dann wird die Schönheit und Herrlichkeit dahinter auf einmal zu erkennen sein.
            „Ist das denn auch wahr?“ kannst Du fragen.
            Virginia, nichts auf der Welt ist beständiger.
             
            Das Christkind lebt, und es wird ewig leben.
            Sogar in zehnmal zehntausend Jahren wird es da sein,
            um Kinder wie Dich und jedes offene Herz zu erfreuen."

            Allure of the seas

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            • KleefeldK Offline
              KleefeldK Offline
              Kleefeld
              schrieb am zuletzt editiert von
              #206

              UBo
               
              Der Traum 😇
               
              Ein junger Mann hatte einen Traum:
               
              Er betrat einen Laden. Hinter der Ladentheke sah er einen Engel.
              Hastig fragte er ihn:
              "Was verkaufen Sie, mein Herr?"
               
               Der Engel gab freundlich Antwort:
              "Alles, was Sie wollen."
               
              Der junge Mann sagte:
              -"Dann hätte ich gerne das Ende der Kriege in aller Welt,
              -genug zu essen für die Hungernden,
              -tatkräftige Hilfe für die Erdbeben-geschädigten,
              -ein Bett für alle Flüchtlinge,
              -die Beseitigung der Elendsviertel in Lateinamerika,
              -Arbeitsplätze für alle Jugend-lichen und, und ..."

              Da fiel ihm der Engel ins Wort und sagte:
               "Entschuldigen Sie, junger Mann, Sie haben mich missverstanden.
              Wir verkaufen keine Früchte hier, wir verkaufen nur den Samen!"
                                                     😇

              Allure of the seas

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              • KleefeldK Offline
                KleefeldK Offline
                Kleefeld
                schrieb am zuletzt editiert von
                #207

                von Frau Marianne Kunz-Jäger

                Die Weihnachts-Katastrophe

                Es war unbegreiflich, dass Luzia nicht selber gemerkt hatte,
                wie dumm ihre Idee mit dem Weihnachtsgeschenk für Kater Mutz war.
                 
                Mama hatte sie gewarnt. Tom hatte sie ausgelacht. Papa hatte bloss den Kopf geschüttelt. Trotzdem war Luzia in den Laden gegangen und hatte aus ihrem Taschengeld die Wurst gekauft. Klammheimlich hatte sie diese in Rädlein geschnitten und jedes einzelne in buntes Papier gewickelt. Die kleinen Päckchen hatte sie an den geschmückten Christbaum gehängt, oben, unten, hinten und vorn, alle schön über den Baum verteilt.

                Es kam, wie es kommen musste.
                Irgendwann am späten Nachmittag krachte und klirrte es.
                 
                🐱  Kater Mutz schoss aus dem Weihnachtszimmer und verschwand unter Luzias Bett. Der Christbaum lag am Boden.

                Mama sagte zwar immer, dass man im Mietshaus nicht herumschreien solle.
                Diesmal aber schrie sie so laut, dass Luzia sich die Ohren zuhielt.

                Papa brüllte:“ Jetzt kannst du zusehen, wie und wo du Weihnachten feierst.
                Hier ist Weihnachten aus!“ Sagte es, knallte die Tür zu seinem Büro zu und blieb verschwunden. Tom heulte, obschon er vier Jahre älter war als Luzia.

                Und zu guter Letzt rief Mama: “Ich geh jetzt zu Tante Luise ins Altersheim. Schau selber, wie du mit der ganzen Schweinerei im Weihnachtszimmer zurechtkommst!“
                Das war genug. Luzia floh ins Treppenhaus. Hier setzte sie sich auf eine Stufe und weinte.

                Als Luzia die alte Frau Fischer die Treppe heraufkommen hörte,
                war es schon zu spät, um zu verschwinden.

                „Schönes Weihnachtsfest, Luzia“, sagte sie.

                Das tat so weh, dass Luzia aufschluchzte.

                „Was ist denn passiert, dass du so weinst?“ fragte Frau Fischer.

                „Es ist...es ist, weil wir eben jetzt keine Weihnacht feiern können,“ schluchzte Luzia.
                „Das tut mir aber sehr leid,“ sagte Frau Fischer teilnehmend. „Hoffentlich ist niemand von euch krank geworden!“

                Da erzählte Luzia von den Wurstpäckchen am Christbaum für Kater Mutz.
                „Und jetzt liegt der Baum am Boden und alles, alles ist kaputt und in Scherben,“

                Frau Fischer war ganz nachdenklich geworden.
                „Ich hoffe, deinem Kater Mutz ist bei seiner Kletterei nichts passiert,“ sagte sie.

                „Daran hab ich noch gar nicht gedacht,“ sagte Luzia.

                „Dann gehst du jetzt vielleicht besser und schaust nach.“

                In der Wohnung stand die Stimmung auf unter Null.
                🐱  Nur Kater Mutz ging es gut. Er sass auf dem Sofa und leckte sich das Fell.
                Mama war weg. Papa war immer noch in seinem Büro. Und Tom las in einem alten Comic und schaute nicht auf, als Luzia hereintrat.
                Irgendwer hatte den Christbaum wieder aufgestellt, aber das Weihnachtszimmer sah scheusslich aus. Der Teppich war vom ausgelaufenem Wasser nass. Scherben lagen überall. Was von den Kugeln nicht zersplittert war, hing halb zerbrochen am Baum.

                Luzia holte Besen und Schaufel und begann, Ordnung zu machen. Als es nach einer Weile an der Wohnungstür klingelte, schaute sie nicht mal auf. Tom ging an die Tür und öffnete. Mit halbem Ohr hörte Luzia, wie er mit Frau Fischer sprach.

                Frau Fischer sagte: “...und da hab ich gedacht, vielleicht könnt ihr meinen Weihnachtsschmuck brauchen, wo doch bei euch alles in Scherben liegt. Dann habt ihr vielleicht doch noch ein fröhliches Weihnachtsfest.“

                Frau Fischer trat herein. Sie trug einen Korb am Arm, der war voll kleine und grosse Schachteln mit Weihnachtskugeln und Girlanden.

                Luzia stellte Schaufel und Besen ab und kam angesprungen.
                „Oh, Weihnachtsschmuck! Danke, danke tausendmal!“ rief sie.
                 „Frau Fischer, Sie sind so lieb wie ein richtiger Weihnachtsengel!“

                Frau Fischer stellte den Korb auf den Tisch und wollte gleich wieder verschwinden.
                „Aber warum haben Sie den Schmuck nicht selber gebraucht?“ fragte Tom.
                 „Haben Sie keinen Weihnachtsbaum?“

                „Nein. Dieses Jahr nicht. Meine Kinder sind über Weihnachten ausgeflogen“,
                 sagte Frau Fischer. „Und für mich allein lohnt es sich nicht, einen Baum zu schmücken. Vielleicht würde es mich auch ein wenig traurig machen, wenn ich so allein vor dem Bäumchen sitzen müsste. Da hab ich’s halt bleiben lassen.“

                „An Weihnachten allein, wie traurig“, sagte Tom.

                „Wenn Sie allein sind und keinen Christbaum haben, dann feiern Sie mit uns!“ rief Luzia.
                 
                Sie lief zu Papa ins Büro und erzählte ihm alles.
                Es war klar, dass Frau Fischer sofort eingeladen wurde.

                Das Weihnachtsfest wurde wunderschön.
                 
                Gemeinsam schmückten Mama, Papa, Luzia und Tom den Baum ein zweites Mal. Dazu sangen sie schon manches Weihnachtslied. Und als Frau Fischer zum Feiern herunterkam fand sie, ihr Weihnachtsschmuck sehe in der fremden Stube noch viel schöner aus.

                🐱  Und Kater Mutz?
                Der setzte sich auf Luzias Schoss und schnurrte den ganzen Abend lang.

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                • KleefeldK Offline
                  KleefeldK Offline
                  Kleefeld
                  schrieb am zuletzt editiert von
                  #208

                  Tochter Zion... 
                    
                  Tochter Zion, freue dich,
                  jauchze laut. Jerusalem!
                  Sieh, dein König kommt zu dir,
                  ja, er kommt, der Friedensfürst.
                  Tochter Zion, freue dich,
                  jauchze laut. Jerusalem!

                  Hosianna, Davids Sohn,
                  sei gesegnet deinem Volk,
                  gründe nun dein ewig Reich!
                  Hosianna in der Höh!
                  Hosianna, Davids Sohn,
                  sei gesegnet deinem Volk.

                  Sieh, er kommt demütiglich,
                  reitet auf dem Eselein;
                  Tochter Zion, freue dich!
                  Hol' ihn jubelnd zu dir ein!
                  Sieh, er kommt demütiglich,
                  reitet auf dem Eselein.

                  Hosianna, Davids Sohn!
                  Sei gegrüßet, König mild!
                  Ewig steht dein Friedensthron,
                  du des ew'gen Vaters Kind!
                  Hosianna, Davids Sohn!
                  Sei gegrüßet, König mild!

                  Allure of the seas

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                  • KleefeldK Offline
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                    Kleefeld
                    schrieb am zuletzt editiert von
                    #209

                    lieber Markus
                     
                    ich habe Deinen Link mit sehr gemischten Gefühlen aufgemacht!
                    Stelle ihn nochmals hier ein, weil er sonst fast übersehen wird.
                     
                    Ich dachte, plötzlich gibt es einen Knall oder sonst was....
                    bei Dir weiss man ja nie, oder? 😉
                     
                    Aber es ist wirklich eine geniale, herzige Sache,
                    ich weiss nicht wie man sowas nennt?
                     
                    Von Herzen wünsche ich Dir ein frohes Weihnachtsfest
                    und ein gutes neues Jahr, mit tollen Reisen auch in Griechenland!
                     
                    Lieben Gruss von ALICE

                    Allure of the seas

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                    • freddohoF Offline
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                      freddoho
                      schrieb am zuletzt editiert von
                      #210

                      @ mabysc

                      Nein, denn ich hatte die Lautsprecher nicht an - habe ich jetzt gleich mal nachgeholt ... 😉   Sehr schön 🎧

                      Schöne Weihnachten und einen guten Rutsch !!!

                      LG, Moni 👋

                      ¸.•¨•☆
                      ☆¸.•¨•☆ ☆¸.•¨•☆ !!! La vie est belle !!! ☆¸.•¨•☆☆¸.•¨•☆☆¸.•¨•

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                      • KleefeldK Offline
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                        Kleefeld
                        schrieb am zuletzt editiert von
                        #211

                        Mahalia Jackson - Silent Night 
                         
                        und
                         
                        Bing Crosby - Silent Night    

                        Stille Nacht

                        Stille Nacht, heilige Nacht!
                        Alles schläft, einsam wacht
                        Nur das traute, hochheilige Paar.
                        Holder Knabe im lockigen Haar,
                        Schlaf in himmlischer Ruh,
                        Schlaf in himmlischer Ruh.

                        Stille Nacht, heilige Nacht!
                        Gottes Sohn, o wie lacht
                        Lieb aus deinem göttlichen Mund,
                        Da uns schlägt die rettende Stund,
                        Christ, in deiner Geburt,
                        Christ, in deiner Geburt.

                        Stille Nacht, Heilige Nacht!
                        Hirten erst kundgemacht,
                        Durch der Engel Halleluja.
                        Tönt es laut von fern und nah:
                        Christ, der Retter ist da,
                        Christ, der Retter ist da!

                        Allure of the seas

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                        • KleefeldK Offline
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                          Kleefeld
                          schrieb am zuletzt editiert von
                          #212

                          Auf der Suche nach dem verlorenen Jesuskind

                          Es ist Heilig Abend.Genauer gesagt, eigentlich erst "Heilig Mittag".
                          Die beiden Kinder sitzen mit glänzenden Gesichtern und frisch gewaschenen Haaren auf dem Sofa im Wohnzimmer und trinken warmen Kakao.
                           
                          Draußen vor dem Fenster tanzen Schneeflocken, es duftet herrlich nach Weihnachten und der Tannenbaum glänzt in seiner Pracht:
                          Rotpolierte Holzäpfelchen und feine Strohsterne schmücken ihn, und zarte, glitzernde Goldfäden hängen von den Zweigen.

                          Unter dem Baum steht die Krippe mit all den vertrauten Figuren.
                          Maria und Joseph, Ochs und Esel und der Engel der Verkündigung.Hirten gibt es keine,
                          auch keine Schafe, dafür aber drei altehrwürdige Könige, die huldvoll vor dem Säugling in der Futterkrippe knien.
                           
                          Und in der Krippe liegt es - - das Jesuskind. Ihm zu Ehren feiern wir Weihnachten.
                          Das wissen auch die beiden Kinder, die das Figürchen mit dem feinen Babygesicht
                          ganz besonders in ihr Herz geschlossen haben:
                           
                          Jesus hat heute Geburtstag !

                          Schon in aller Frühe hatten sie das Jesuskind feierlich in den roten Kipplaster gesetzt und waren mit ihm kreuz und quer durch die Wohnung gebraust. Anschließend war es in der Puppenstube zu Gast gewesen, um mit der dort lebenden Puppenfamilie zu frühstücken, und zur Feier des Tages durfte das Jesuskind dann noch im Playmobil-Hubschrauber um den Weihnachtsbaum fliegen....Huiii, war das ein Spaß gewesen !
                           
                          Bis Mami in das Weihnachtszimmer getreten war und dem Spiel Einhalt geboten hatte. Schließlich sei das Jesuskind ja noch ein Baby und gehöre zu seinen Eltern.
                          Das haben die beiden Kinder eingesehen.

                          Und da liegt es nun wieder in der Krippe, in Windeln gewickelt und geduldig lächelnd.
                          Die beiden Kinder auf dem Sofa indes können es kaum noch erwarten.
                          Wenn es nach ihnen ginge, dann könnte das Christkind jetzt zur Bescherung kommen ! Aber - es ist eben erst Mittag,.....Und es dauert noch drei lange Stunden,
                          bis es zum Krippenspiel in die Kirche geht.

                          Während Papi sich mit Geschenkpapier und Klebeband ins Schlafzimmer
                          zurückgezogen hat ( "...muss noch dringend was am Computer arbeiten.....")
                          springt Mami eben unter die Dusche, natürlich nicht, ohne die Sprösslinge vorher noch einmal zu ermahnen, ganz friedlich und artig zu bleiben.
                           
                          Das aber ist gar nicht so einfach, an einem Tag wie diesem, wo die Uhren ohnehin schon viel langsamer laufen, als sonst, und man vor lauter Spannung gar nicht weiß,
                          wie man die kommenden Stunden überstehen soll.

                          Unter dem Vorwand, sich heute ganz besonders wohlgefällig zeigen zu wollen,
                          beschließt die Große, noch einmal das Weihnachtszimmer zu saugen und
                          holt zu diesem Zweck den Staubsauger aus der Kammer. Natürlich ist den Kindern der unbeaufsichtigte Umgang mit diesem Gerät normalerweise verboten, aber, so redet sie sich ein, ist es ja sicher auch in Mamis Sinne, wenn das Wohnzimmer heute ganz besonders gründlich gesaugt wird. Und doppelt hält nun einmal besser, das weiß doch jedes Kind. Mit der ganzen Kraft ihrer vier Jahre hievt sie das schwere Gerät in den Raum, steckt das Kabel in die Steckdose
                          ( - ist zwar auch verboten, aber der Zweck heiligt bekanntermaßen die Mittel... - )
                          und heißa, los geht es ! Der Kleine klatscht begeistert in die Hände, denn auch er liebt dieses Gerät heiß und unter großem Jubel und den bewundernden Blicken des kleinen Bruders fährt die Große mit dem Staubsauger schwungvoll durch das Zimmer.
                          Huiii, hat der eine Kraft........ schon haben die unteren Äste des Bäumchens keine Goldfäden mehr....schwups......sind die Sternchen, die unter die Tanne gestreut worden waren,verschwunden, und da: Klirrr - schepper - kling ...ist es geschehen..!
                          ein Schrei des blanken Entsetzens hallt durch die Wohnung.

                          Innerhalb von Sekunden stürzen beide Eltern ins Wohnzimmer, angetrieben von dem Glauben, ein Blutbad vorzufinden. Doch, Gottlob, der Kleine sitzt unversehrt auf dem Teppich, fasziniert mit einem Auge in die Tülle des Staubsaugers spähend, während die Große daneben hockt und herzzerreißend heult.
                           
                          Und da erfahren die Eltern auch schon die grausame Tragödie:
                          Der böse Staubsauger hat das Jesuskind aufgesogen.
                          Da sitzen sie nun, es ist Heilig Abend, und das Jesuskind ist fort.
                          Anklagend steht die leere Futterkrippe im Stall,
                          auch Maria scheint etwas wehmütiger zu gucken, als sonst.
                          Wie sollen die Kinder das bloß dem Christkind erklären?
                          Dass sie verbotener Weise mit dem Staubsauger durch das Weihnachtszimmer
                          getobt sind und dabei das arme kleine Jesulein in den Müllbeutel versenkt haben ?
                          Mit ernster Miene schicken die Eltern ihre beiden Sprösslinge ins Kinderzimmer.
                          Lange, ...sehr lange dauert es, bis die Uhr drei mal schlägt, und sie gemeinsam zum Krippenspiel gehen. Doch die Gedanken wandern immer wieder nach Haus.
                          Was, wenn`s Christkind den fehlenden Heiland sofort bemerkt und tatenlos wieder verschwindet ?
                          Und wie überhaupt sollen sie Weihnachten feiern,
                          wenn das Jesuskind nicht unter ihnen ist, heute an seinem Geburtstag ?

                          Ohne Jesus kann man nicht Weihnachten feiern, so viel steht fest.
                          Diese Erkenntnis verursacht kein schönes Gefühl im Bauch. Und wie sollte das Jesuskind da sein können, wenn es nicht greifbar ist ? Nein, das wird kein schöner Heilig Abend werden.
                          Die Eltern hingegen tun so, als sei nichts geschehen. Singend wandern sie mit den beiden nach dem Gottesdienst durch die Straßen. Zuhause angekommen betreten sie leise die Wohnung und öffnen feierlich die Wohnzimmertür, -- wie angewurzelt bleiben die Kinder
                          auf der Schwelle stehen.

                          Die Kerzen am Weihnachtsbaum leuchten und
                          buntverschnürte Päckchen stehen unter dem Baum.
                           
                          In der Krippe aber, geborgen von Maria und Joseph, liegt das Jesuskind und lächelt.
                          So, als wäre es nie fort gewesen.

                          von Felicitas Rupprecht, Dez. 2001

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                            Kleefeld
                            schrieb am zuletzt editiert von
                            #213

                            Macht hoch die Tür, die Tor macht weit;
                            es kommt der Herr der Herrlichkeit,
                            ein König aller Königreich,
                            ein Heiland aller Welt zugleich,
                            der Heil und Leben mit sich bringt;
                            derhalben jauchzt, mit Freuden singt:
                            Gelobet sei mein Gott,
                            mein Schöpfer reich von Rat.

                            Er ist gerecht, ein Helfer wert;
                            Sanftmütigkeit ist sein Gefährt,
                            sein Königskron ist Heiligkeit,
                            sein Zepter ist Barmherzigkeit;
                            all unsre Not zum End er bringt,
                            derhalben jauchzt, mit Freuden singt:
                            Gelobet sei mein Gott,
                            mein Heiland groß von Tat.

                            O wohl dem Land, o wohl der Stadt,
                            so diesen König bei sich hat.
                            Wohl allen Herzen insgemein,
                            da dieser König ziehet ein.
                            Er ist die rechte Freudensonn,
                            bringt mit sich lauter Freud und Wonn.
                            Gelobet sei mein Gott,
                            mein Tröster früh und spat.

                            Macht hoch die Tür, die Tor macht weit,
                            eu’r Herz zum Tempel zubereit’.
                            Die Zweiglein der Gottseligkeit
                            steckt auf mit Andacht, Lust und Freud;
                            so kommt der König auch zu euch,
                            ja, Heil und Leben mit zugleich.
                            Gelobet sei mein Gott,
                            voll Rat, voll Tat, voll Gnad.

                            Komm, o mein Heiland Jesu Christ,
                            meins Herzens Tür dir offen ist.
                            Ach zieh mit deiner Gnade ein;
                            dein Freundlichkeit auch uns erschein.
                            Dein Heilger Geist uns führ und leit
                            den Weg zur ewgen Seligkeit.
                            Dem Namen dein, o Herr,
                            sei ewig Preis und Ehr.****Macht hoch die Tür die Tor macht auf 

                            Frauenkirche Dresden

                            Allure of the seas

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                              Kleefeld
                              schrieb am zuletzt editiert von
                              #214

                              Macht hoch die Tür
                               
                              Nach einer Erzählung von Werner Krause

                              Königsberg im Jahr 1623.
                               
                              Es war eine schwierige Zeit:
                              Krieg, Hunger, Seuchen gingen nicht spurlos an der Bevölkerung vorüber.
                              Wohlstand fand man vor allem noch in den Häusern der alteingesessenen Königsberger Kaufleute, aber auch im Haus des Fisch- und Getreidehändlers Sturgis. Er gehörte nicht zu den angesehenen Patriziern, sondern war vielmehr ein Emporkömmling, der mit kaufmännischem Fingerspitzengefühl und zähem Fleiß zu Wohlstand und Reichtum gekommen war.

                              Zwar hatte man ihm einen Bauplatz im vornehmen Patrizierviertel versagt, doch hielt sein neu erbautes, großes Haus am Rossgärtner Markt jedem Vergleich stand.
                              Nur eines ärgerte den Besitzer:
                              Wenig entfernt von seinem Grundstück lag ein Armen- und Siechenheim, und dicht bei seinem Gartenzaun verlief der schmale Fußweg, den die Armenhäusler benutzten, wenn sie Besorgungen in der Stadt machen oder am Sonntag den Gottesdienst besuchen wollten.
                              Zwar belästigten sie den Kaufmann nie, aber Sturgis ärgerte sich über den Anblick der armseligen Gestalten und beschloss, Abhilfe zu schaffen.
                              Spitzfindig wie er war, kaufte er die lange, breite Wiese, über die der Pfad führte,
                              und legte einen herrlichen Park an. Er umgab ihn mit einem Zaun, schloss ihn nach außen durch ein prächtiges Tor und auf der Rückseite durch eine kleine verriegelte Pforte ab.
                              Nun war den Armenhäuslern der Weg versperrt, und der Umweg zur Stadt war für die meisten von ihnen zu weit und zu beschwerlich.
                              So klagten sie ihrem Pfarrer Weissel ihr Leid und baten um Rat und Hilfe. Sollte es Gott nicht möglich sein, dass der reiche Mann das Tor seines Herzens öffnete, damit die Barmherzigkeit Einzug halten konnte? War es nicht so, dass Sturgis’ Name in Sammellisten in der Regel hinter hohen Summen zu finden war, und dass er sich besonders freigebig zeigte, wenn Spenden und Betrag öffentlich bekannt gegeben wurden? Auch hatte er stets eine großzügige Hand, wenn in der Adventszeit der Chor vor den Häusern der Wohltäter und Spender seine Lieder erklingen ließ.
                              Doch in diesem Jahr war es anders. Das verschlossene Tor war Grund für die abweisende Haltung, mit der man Sturgis gegenüberstand. Man wollte dieses Jahr nicht vor dem Haus des Getreidehändlers singen.
                              Weissel aber gab zu bedenken: „Ich meine, wir würden Advent und Weihnachten nicht richtig feiern können, wenn wir den reichen Mann ausschlössen. Unser Erlöser geht auch an keinem Haus und keinem Herzen vorüber. Wollen wir ihm nachfolgen oder nicht?"
                              Der Chorleiter, ein junger Student, wurde nachdenklich. Aber würden sich die Chormitglieder überreden lassen? Schließlich einigte man sich auf einen Kompromiss, und Weissel selbst würde die Sänger begleiten.
                              Doch welches Lied sollte bei Sturgis erklingen? Da zog Weissel die Schublade seines Tisches auf und entnahm ihr ein Blatt, dicht beschrieben mit Versen.
                              Schweigend und sichtlich ergriffen las der junge Student die Verse:

                              „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit; es kommt der Herr der Herrlichkeit …"
                              „Wundervoll", rief er schließlich mit Begeisterung aus. Das Lied sollte in dieser Adventszeit zum ersten Mal erklingen, freilich zunächst nach einer provisorischen Melodie. Später würde sich sicher ein Komponist finden, der eine gute Melodie schaffen würde. Doch wie war es zu diesem Lied gekommen? Während der junge Gast noch einmal die Worte überflog, erzählte Weissel:
                              Es war während des starken Sturms, der vor kurzem – von der Küste kommend – über das Land hinweggefegt und viel Schnee mit sich gebracht hatte. Weissel hatte in der Nähe des Doms zu tun. Der Wind peitschte ihm ins Gesicht und wollte ihm fast den Atem rauben. Er strebte dem Dom zu, um dort unter dem hohen Portal Schutz zu finden. Die Augen fest auf die Tür geheftet, erreichte er die breite Treppe. In diesem Augenblick öffnete sich das Portal weit und der freundliche Glöckner machte mit einer leichten Verbeugung eine einladende Geste:
                              „Willkommen im Haus des Herrn. Hier ist jeder in gleicher Weise willkommen, ob Patrizier oder Tagelöhner. Das Tor des Königs aller Könige steht jedem offen."
                              Weissel schüttelte den Schnee vom Mantel und klopfte dem Glöckner auf die Schulter. „Eben hat er mir eine ausgezeichnete Predigt gehalten."
                              Bis sich das Unwetter gelegt hatte, war in ihm das Lied entstanden, das nun vor seinem jungen Besucher lag:
                              **„Macht hoch die Tür, die Tor macht weit; es kommt der Herr der Herrlichkeit …"**Am Nachmittag des vierten Advents versammelten sich die Alten und Siechen zur Weihnachtsfeier der Kirchengemeinde, die auch in diesem Jahr wieder durch die Spenden der reichen Handelsherren ermöglicht worden war.
                              Hinterher sollte der Chor noch die Wohltäter mit Weihnachtsliedern erfreuen, die bislang noch nicht besucht worden waren. So formierte sich ein seltsamer Zug, voraus Pfarrer Weissel, gefolgt von den Sängern, danach die Alten und die an Stöcken und Krücken humpelnden Siechen.
                              Sturgis saß währenddessen allein in seinem großen Zimmer. Der Tisch war festlich geschmückt und bedeckt mit erlesenen Esswaren, wollte er doch durch seine Großzügigkeit die aufgebrachten Gemüter besänftigen.
                              Dort kamen sie:
                              Pfarrer, Chor und dahinter die Alten. Entsetzt beobachtete Sturgis, wie der seltsame Zug an den weit geöffneten Türen seines Hauses vorüberzog. Wollte man ihn so kränken?
                              Doch nein, jetzt machten sie Halt, geradewegs vor dem prächtigen Tor seines Parks. Ob sie dort singen wollten? Zögernd verließ Sturgis das Haus und ging durch den Garten bis zu der kleinen Pforte, die in den Park führte, und öffnete sie.
                               
                              Da begann Weissel seine Ansprache. Er sprach vom König aller Könige, der auch heute noch vor verschlossenen Herzenstüren wartet und Einlass begehrt, auch bei Kaufmann Sturgis. „Ich flehe Euch an", fuhr Weissel fort, „öffnet nicht nur dieses sichtbare Tor, sondern das Tor Eures Herzens und lasst den König ein, ehe es zu spät ist." Darauf wandte er sich um und wies auf die Schar der Alten, die ihnen gefolgt waren.
                               
                              In diesem Augenblick begann der Chor:
                              **„Macht hoch die Tür, die Tor macht weit; es kommt der Herr der Herrlichkeit …"**Sturgis schien es, als höre er einen Engelchor. Tief drangen die Worte in sein Herz ein. Langsam näherte er sich dem großen Tor, griff bei der zweiten Strophe mit zitternder Hand in die Tasche, holte den Schlüssel heraus und öffnete weit die schweren Eisenflügel.
                              Pfarrer Weissel trat ein, nach ihm der Chor und die Alten. Sie zogen singend durch den Park bis zu der kleinen Pforte.
                              Sturgis öffnete sie weit und verkündete, dass von nun an Tor und Tür geöffnet bleiben sollten, um dem König aller Könige Einlass zu gewähren. Darauf lud er alle in sein Haus ein, auch die Alten, deren Anblick er bisher kaum ertragen konnte.
                              Er selbst aber hatte strahlende Augen wie ein Kind am Weihnachtsabend.
                              Dann saß er neben dem Pfarrer und bat ihn, die Strophen des neuen Liedes als Erinnerung an diesen Tag in sein Gesangbuch zu schreiben. Diese Bitte wurde ihm gerne gewährt, doch auch Weissel hatte einen Wunsch:
                              Er bat den Kaufmann, in diesem Lied die für ihn wichtigste Zeile zu unterstreichen.
                              Der reiche Mann brauchte nicht lange zu überlegen.
                              Ohne zu zögern ergriff er die Feder und unterstrich den ersten Satz der 5. Strophe:

                              "Komm, o mein Heiland Jesu Christ, meins Herzens Tür dir offen ist."
                               
                              Der Weg durch den Park aber wurde von da an der
                               Advents- oder Weihnachtsweg genannt.

                              Allure of the seas

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                                thiele43
                                schrieb am zuletzt editiert von
                                #215

                                Vielen herzlichen Dank für Eure schönen Geschichten  und Verse, und ein
                                besinnliches Weihnachtsfest wünscht Euch allen Elke  😇

                                Wer einen Fehler findet darf ihn behalten !!!

                                1 Antwort Letzte Antwort
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                                  Kleefeld
                                  schrieb am zuletzt editiert von
                                  #216

                                  Was bedeutet eigentlich Weihnachten, Papa?

                                  Luisa fragte ganz unverblümt und ihr Papa hatte keine Antwort.
                                  Er wusste nur, was es für ihn äusserlich bedeutet hatte. Viele Geschenke, viele Familienmitglieder auf Besuch und manchmal auch viel Streit, weil seine Frau oft zu viel ausgab und er selber der Sparsamkeit, ja vielleicht sogar dem Geiz verfallen war.
                                  Luisa liess nicht locker.
                                  Papa, fragte sie nochmals, sag schon.

                                  Papa konnte den Mund nicht öffnen. Wo war seine Spontanität geblieben? Er war ein grosser Redner, konnte als Firmenbesitzer vor 500 Mitarbeitern über die Finanzkrise referieren und lücken- und emotionslos über den drohenden Stellenabbau in seiner Firma berichten. Meist wusste er eine Antwort auf die schwierigsten ökonomischen Fragen. Jederzeit war er für eine Antwort bereit.
                                  Doch diese Frage überforderte ihn.
                                  Ich weiss nicht genau, mein Kind, sagte er unsicher. Ich denke, Weihnachten bedeutet für uns, für einmal Zeit zu haben. Er stocke. Ja, was bedeutete eigentlich dieser Heiligabend, von dem alle Welt wusste, und doch niemand seine wahre Bedeutung richtig erkannte, oder erkennen wollte? Sogar er selber, der immer alles wissen wollte, hatte die Bedeutung aus den Augen verloren.
                                  Vielleicht, meinte Papa, ist es ein Tag, an dem man fröhlich sein soll...
                                  Aber weshalb? Luisa war traurig.
                                   
                                  Papa hatte sie wieder einmal mit eine schnellen Antwort abgewimmelt, damit er danach Zeitung lesen konnte. Stattdessen aber fragte er sich selber in seinem Innern, ja, was bedeutet Weihnachten eigentlich für mich? Ist das alles, meint Luisa, und schubste ihren Vater enttäuscht an.

                                  Nun ja, ich glaube... und nun begann er sich wieder wage an eine Geschichte zu erinnern, die ihm damals sein Grossvater erzählt hatte. Sie handelte von einem Mann, der an Weihnachten in einem kleinen Stall geboren wurde, obwohl er ein grosser König gewesen war. Dieser Mann wählte den Beruf des Zimmermanns, obwohl er die Intelligenz eines Gelehrten hatte. Später dann begann er auch zu lehren. Er lehrte aber anders, nicht nach den üblichen konservativen Vorgaben.
                                  Er sprach von der Liebe, nicht von Fleiss und Leistung. Er sprach von Versöhnung und Barmherzigkeit untereinander,
                                  nicht von Gewinnstrategien, Bonuszahlungen und Effizienzanalysen.
                                  Dieser Mann hatte etwas Besonderes, was alle fesselte. Es war wohl seine milde Art, die Wärme, die er ausstrahlte oder war es wohl seine Klarheit, die Transparenz, die die Leute bewunderten? Später dann starb dieser Mann am Kreuz, obwohl er nichts getan hatte.
                                  Er war zuvor zum Tod verurteilt worden, weil er eben so anders war. Unberechenbar vielleicht? Revolutionär? Schräg oder schrill? Oder einfach nur ehrlich?

                                  Und dieser Tod hatte eine grosse Bedeutung. Dieser Mann starb, um alle Menschen aus ihrer Sünde zu befreien. Er starb am Kreuz für jeden einzelnen Menschen dieser Welt. Und so ist wohl seine Geburt, also Weihnachten, zur Stunde der Hoffnung und zur Sternstunde der Menschheit geworden. Unverrückbar als Zeichen für die grossartige Liebe und Barmherzigkeit Gottes, der seinen einzigen Sohn für die Menschen hergegeben hatte.
                                  Genau das fiel Papa in diesem bedeutsamen Moment ein und er vergass sogleich, an seine Dividenden zu denken. Und obwohl er ein disziplinierter Mensch war, vergass er die anstehenden Kündigungsschreiben an ein Dutzend Mitarbeiter, die er seinem Personalchef leichtfertig in Auftrag geben wollte. Dieser Mann, so dachte er bei sich, nahm alle meine Schuld von mir. Und davon hatte er eigentlich genug. So viel, dass er sie als Firmenbesitzer mit einer schwierigen Vergangenheit, mit Steuerhinterziehung und einer ungerechtfertigten Gier nach Vermögen, kaum tragen konnte.
                                   
                                  Denn die Gerechtigkeit hatte keinen Zugang zu seinen Geschäftsräumen gehabt, solange er denken konnte. Fragend sah er sich in seiner noblen Villa um. Die Weihnachtslichter im grossen Garten glänzten mit den Lichtern in Nachbarsgarten um die Wette. Ihm wurde klar, dass sein Herz war vor dem wahren Licht immer geflohen war und es machte ihn traurig.
                                   
                                  Plötzlich überkam ihn ein seltsames Gefühl. Es war dieser Mann, den er nie gekannt hatte, der noch nie für ihn gearbeitet und dem er noch nie einen Lohn bezahlt hatte. Dieser Mann war damals am Kreuz für ihn gestorben. So hatte es Grossvater erzählt.

                                  Gerührt von diesem Gedanken sah er aus dem Fenster und legte seiner Tochter die Hand zärtlich aufs Haar. Ich weiss jetzt, was Weihnachten bedeutet, sagte Papa nun mit Zittern in der Stimme. Und er erzählte ihr diese Geschichte mit einer Zärtlichkeit und Achtung, die seine Tochter von ihrem Papa nicht gekannt hatte.

                                  Während er erzählte, wusste er, dass er die Kündigungen vergessen konnte, und dafür einen grossen Teil seines eminenten Gehalts in der Firma gerecht aufteilen würde.
                                  Er wusste auch, dass er reinen Tisch machen musste mit den Behörden, weil er Steuergelder hinterzogen hatte. Schliesslich war da auch ein Mann gewesen, der für ihn bezahlt hatte. Kein Geld der Welt konnte das jemals aufheben.
                                   
                                  Und das bedeutete Weihnachten.
                                  Mit diesem Bewusstsein drückte er seine Tochter lange
                                  und innig und liess sie spüren, dass sie ihm wichtig war.
                                  Gemeinsam begannen sie zu weinen;
                                  über die Schwere des Glücks und die Grösse dieses Wunders.

                                  Allure of the seas

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                                    Kleefeld
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                                    #217

                                    Vom Himmel hoch, da komm ich her.

                                    1.Vom Himmel hoch, da komm ich her.
                                    Ich bring’ euch gute neue Mär,
                                    Der guten Mär bring ich so viel,
                                    Davon ich singn und sagen will.

                                    1. Euch ist ein Kindlein heut’ geborn
                                      Von einer Jungfrau auserkorn,
                                      Ein Kindelein, so zart und fein,
                                      Das soll eu’r Freud und Wonne sein.

                                    2. Es ist der Herr Christ, unser Gott,
                                      Der will euch führn aus aller Not,
                                      Er will eu’r Heiland selber sein,
                                      Von allen Sünden machen rein.

                                    3. Er bringt euch alle Seligkeit,
                                      Die Gott der Vater hat bereit,
                                      Daß ihr mit uns im Himmelreich
                                      Sollt leben nun und ewiglich.

                                    4. So merket nun das Zeichen recht:
                                      Die Krippe, Windelein so schlecht,
                                      Da findet ihr das Kind gelegt,
                                      Das alle Welt erhält und trägt.

                                    5. Des laßt uns alle frölich sein
                                      Und mit den Hirten gehn hinein,
                                      Zu sehn, was Gott uns hat beschert,
                                      Mit seinem lieben Sohn verehrt.

                                    6. Merk auf, mein Herz, und sieh dorthin!
                                      Was liegt dort in dem Krippelein?
                                      Wes ist das schöne Kindelein?
                                      Es ist das liebe Jesulein.

                                    8.Sei mir willkommen, edler Gast!
                                    Den Sünder nicht verschmähet hast
                                    Und kommst ins Elend her zu mir,
                                    Wie soll ich immer danken dir?

                                    1. Ach, Herr, du Schöpfer aller Ding,
                                      Wie bist du worden so gering,
                                      Daß du da liegst auf dürrem Gras,
                                      Davon ein Rind und Esel aß!

                                    2. Und wär’ die Welt vielmal so weit,
                                      Von Edelstein und Gold bereit’,
                                      So wär sie doch dir viel zu klein,
                                      Zu sein ein enges Wiegelein.

                                    3. Der Sammet und die Seide dein,
                                      Das ist grob Heu und Windelein,
                                      Darauf du König groß und reich
                                      Herprangst, als wär’s dein Himmelreich.

                                    4. Das hat also gefallen dir,
                                      Die Wahrheit anzuzeigen mir:
                                      Wie aller Welt Macht, Ehr und Gut
                                      Vor dir nichts gilt, nichts hilft noch tut.

                                    5. Ach, mein herzliebes Jesulein,
                                      Mach dir ein rein, sanft Bettelein,
                                      Zu ruhen in meins Herzens Schrein,
                                      Das ich nimmer vergesse dein.

                                    6. Davon ich allzeit fröhlich sei,
                                      Zu springen, singen immer frei
                                      Das rechte Susaninne schon,
                                      Mit Herzenslust den süßen Ton.

                                    7. Lob, Ehr sei Gott im höchsten Thron,
                                      Der uns schenkt seinen ein’gen Sohn.
                                      Des freuen sich der Engel Schar
                                      Und singen uns solch neues Jahr.

                                    Allure of the seas

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                                      #218

                                      "Das Schöne an Weihnachten ist die Erwartung ihrer Ankunft, die Adventszeit.
                                      Sie hilft mir nach einem bewegten Jahr Momente der Ruhe und Besinnung zu finden. Wohlige Wärme, gedämpftes Licht, feine Düfte – das alles öffnet Herz und Sinne.
                                      Mein Wunsch ist, dass diese Sensibilität nach den Festtagen nicht sofort wieder verklingt, dass diese Stimmung nicht allzu rasch in der Januarkälte einfriert und mich noch möglichst lang durch das neue Jahr begleitet. "
                                      R. J.

                                      Allure of the seas

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                                        schrieb am zuletzt editiert von
                                        #219

                                        Die Geburt Jesu zu Bethlehem

                                        1. Es begab sich aber zu der Zeit, daß ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging,
                                          daß alle Welt geschätzt würde.

                                        2. Und diese Schätzung war die allererste und geschah zu der Zeit,
                                           da Cyrenius Landpfleger von Syrien war.

                                        3. Und jedermann ging, daß er sich schätzen ließe, ein jeglicher in seine Stadt.

                                        4. Da machte sich auch auf Joseph aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, darum daß er von dem Hause und Geschlechte Davids war,

                                        5. auf daß er sich schätzen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe, die ward schwanger.

                                        6. Und als sie daselbst waren, kam die Zeit, da sie gebären sollte.

                                        7. Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge.

                                        8. Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten
                                          des Nachts ihre Herde.

                                        9. Und siehe, des HERRN Engel trat zu ihnen, und die Klarheit des HERRN leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr.

                                        10. Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird;

                                        11. denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der HERR,
                                          in der Stadt Davids.

                                        12. Und das habt zum Zeichen: ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in
                                          einer Krippe liegen.

                                        13. Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen,
                                          die lobten Gott und sprachen:

                                        14.Ehre sei Gott in der Höhe und Frieden auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen.

                                        1. Und da die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die Hirten untereinander:
                                          Laßt uns nun gehen gen Bethlehem und die Geschichte sehen, die da geschehen ist,
                                          die uns der HERR kundgetan hat.

                                        2. Und sie kamen eilend und fanden beide, Maria und Joseph, dazu das Kind in der Krippe liegen.

                                        3. Da sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, welches zu ihnen von diesem Kinde gesagt war.

                                        4. Und alle, vor die es kam, wunderten sich der Rede, die ihnen die Hirten gesagt hatten.

                                        5. Maria aber behielt alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen.

                                        6. Und die Hirten kehrten wieder um, priesen und lobten Gott um alles, was sie gehört und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war.

                                        7. Und da acht Tage um waren, daß das Kind beschnitten würde, da ward sein Name genannt Jesus, welcher genannt war von dem Engel, ehe denn er in Mutterleibe
                                          empfangen ward.

                                        8. Und da die Tage ihrer Reinigung nach dem Gesetz Mose’s kamen,
                                          brachten sie ihn gen Jerusalem, auf daß sie ihn darstellten dem HERRN

                                        9. (wie denn geschrieben steht in dem Gesetz des HERRN:
                                          “Allerlei männliches, das zum ersten die Mutter bricht, soll dem HERRN geheiligt heissen)

                                        10. und das sie gäben das Opfer, wie es gesagt ist im Gesetz des HERRN:
                                           “Ein Paar Turteltauben oder zwei junge Tauben.”

                                        11. Und siehe, ein Mensch war zu Jerusalem, mit Namen Simeon; und derselbe Mensch war fromm und gottesfürchtig und wartete auf den Trost Israels, und der heilige Geist war in ihm.

                                        12. Und ihm war eine Antwort geworden von dem heiligen Geist, er sollte den Tod nicht sehen, er hätte denn zuvor den Christus des HERRN gesehen.

                                        13. Und er kam aus Anregen des Geistes in den Tempel. Und da die Eltern
                                          das Kind Jesus in den Tempel brachten, daß sie für ihn täten,
                                          wie man pflegt nach dem Gesetz,

                                        14. da nahm er ihn auf seine Arme und lobte Gott und sprach:

                                        15. HERR, nun läßt du deinen Diener in Frieden fahren, wie du gesagt hast;

                                        16. denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen,

                                        17. welchen du bereitest hast vor allen Völkern,

                                        18. ein Licht, zu erleuchten die Heiden, und zum Preis deines Volkes Israel.

                                        19. Und sein Vater und seine Mutter wunderten sich des, das von ihm geredet ward.

                                        20. Und Simeon segnete sie und sprach zu Maria, seiner Mutter:
                                          Siehe, dieser wird gesetzt zu einem Fall und Auferstehen vieler in Israel
                                          und zu einem Zeichen, dem widersprochen wird

                                        21. (und es wird ein Schwert durch deine Seele dringen),
                                          auf daß vieler Herzen Gedanken offenbar werden.

                                        22. Und es war eine Prophetin, Hanna, eine Tochter Phanuels, vom Geschlecht Asser;
                                          die war wohl betagt und hatte gelebt sieben Jahre mit ihrem Manne nach ihrer Jungfrauschaft

                                        23. und war nun eine Witwe bei vierundachtzig Jahren; die kam nimmer vom Tempel, diente Gott mit Fasten und Beten Tag und Nacht.

                                        24. Die trat auch hinzu zu derselben Stunde und pries den HERRN und redete von ihm zu allen, die da auf die Erlösung zu Jerusalem warteten.

                                        25. Und da sie alles vollendet hatten nach dem Gesetz des HERRN,
                                          kehrten sie wieder nach Galiläa zu ihrer Stadt Nazareth.

                                        26. Aber das Kind wuchs und ward stark im Geist, voller Weisheit,
                                          und Gottes Gnade war bei ihm.

                                        27. Und seine Eltern gingen alle Jahre gen Jerusalem auf das Osterfest.

                                        28. Und da er zwölf Jahre alt war, gingen sie hinauf gen Jerusalem
                                          nach der Gewohnheit des Festes.

                                        29. Und da die Tage vollendet waren und sie wieder nach Hause gingen, blieb das Kind Jesus zu Jerusalem, und seine Eltern wußten’s nicht.

                                        30. Sie meinten aber, er wäre unter den Gefährten, und kamen eine Tagereise weit und suchten ihn unter den Gefreundeten und Bekannten.

                                        31. Und da sie ihn nicht fanden, gingen sie wiederum gen Jerusalem und suchten ihn.

                                        32. Und es begab sich, nach drei Tagen fanden sie ihn im Tempel sitzen mitten unter den Lehrern, wie er ihnen zuhörte und sie fragte.

                                        33. Und alle, die ihm zuhörten, verwunderten sich seines Verstandes und seiner Antworten.

                                        34. Und da sie ihn sahen, entsetzten sie sich. Seine Mutter aber sprach zu ihm:
                                          Mein Sohn, warum hast du uns das getan? Siehe, dein Vater und ich haben dich
                                          mit Schmerzen gesucht.

                                        35. Und er sprach zu ihnen: Was ist’s, daß ihr mich gesucht habt? Wisset ihr nicht,
                                          daß ich sein muß in dem, das meines Vaters ist?

                                        36. Und sie verstanden das Wort nicht, das er mit ihnen redete.

                                        37. Und er ging mit ihnen hinab und kam gen Nazareth und war ihnen untertan.
                                          Und seine Mutter behielt alle diese Worte in ihrem Herzen.

                                        38. Und Jesus nahm zu an Weisheit, Alter und Gnade bei Gott und den Menschen.
                                           
                                           
                                          Aus der Martin Luther Bibel (1912) Lukas Kapitel 2

                                        Allure of the seas

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                                          #220

                                          Herbei, o ihr Gläubigen

                                          1. Herbei, o ihr Gläubigen, fröhlich triumphierend,
                                            o kommet, o kommet nach Bethlehem!
                                            Sehet das Kindlein, uns zum Heil geboren!
                                            O lasset uns anbeten, o lasset uns anbeten,
                                            o lasset uns anbeten den König, den Herrn!

                                          2. Du König der Ehren, Herrscher der Heerscharen,
                                            verschmähst nicht, zu ruhn in Marien Schoß,
                                            du wahrer Gott von Ewigkeit geboren.
                                            O lasset uns anbeten, o lasset uns anbeten,
                                            o lasset uns anbeten den König, den Herrn!

                                          3. Kommt, singet dem Herren,
                                            singt ihm, Engelchöre!
                                            Frohlocket, frohlocket, ihr Seligen:
                                            Ehre sei Gott im Himmel und auf Erden!
                                            O lasset uns anbeten, o lasset uns anbeten,
                                            o lasset uns anbeten den König, den Herrn!

                                          4. Ja, dir, der du heute Mensch für uns geboren,
                                            Herr Jesu, sei Ehre und Preis und Ruhm,
                                            dir, Fleisch gewordnes Wort des ewgen Vaters!
                                            O lasset uns anbeten, o lasset uns anbeten,
                                            o lasset uns anbeten den König, den Herrn!

                                          Allure of the seas

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