Viele Airlines reden sich heraus
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Bei Flugverspätungen, die eigentlich schon einer Stornierung gleichkommen, gibt es immer wieder mit Airlines Grundsatzdiskussionen. Liegt ein Anspruch zu Ausgleichszahlungen gem. EU-Verordnung 261/2004 vor oder ist die Airline mit der begründeten Ablehnung im Recht?
Bisher gab es in Deutschland Hilfestellung und Beschwerdemöglichkeiten bei der EU Durchführungs-Behörde LBA Luftfahrtbundesamt oder der Schlichtungsstelle Mobilität.
Jetzt kann man professionelle und risikofreie Hilfe in Anspruch nehmen:
Süddeutsche Zeitung: "Viele Airlines reden sich heraus ..." >hier klicken<
EU-Claim (www.euclaim.de) bietet verärgerten Kunden Unterstützung an.
Mittels 42 Servern speichert es Flugdaten aus aller Welt und kann so im Streit mit Fluglinien oftmals beweisen, dass es sich nicht um höhere Gewalt, sondern um schlechte Planung der Fluglinie gehandelt hat.
Gruß privacy
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Wenn auch @privacy oft recht einseitig argumentiert und so seine Philosophien verfolgt - in diesem Punkt muss ich ihm aber völlig Recht geben.
Aber,
ja, ein aber, steckt halt' auch immer in mir: Aber wer hat denn das alles herbei gewünscht? Gell! Ja richtig, der Konsument selbst. Zuerst war er glücklich mit allem, dann hat die EU a Fluggastverordnung erlassen. Halleluja schallte es aus allen Ecken, jetzt läuft der Rubel über den Tisch: man kaufe einen Flug um € 9.-- und streiche €250.-- als Entschädigung ein.
Gell!
Jetzt merkt man halt', dass beide Seiten kämpfen. War ja auch nicht anders zu erwarten.
Obwohl, und das sei schon angemerkt, ich nicht in Ordnung finde, was da so manche Airline mit ihren Passagieren treibt.
Aber lassen wir uns überraschen, wie die Sache weitergeht. Insider meinen, von einer Aufweichung bis zur Abschaffung dieser Fluggastverordnung sei alles drin...
Gruß
Peter -
Ja, sie geht schon wieder weiter, die Sache mit der EU-Verordnung. Und dann
als Auslöser dieser Entscheidung gar ein österreichisches Gericht, welches den
EU-/Europäischen Gerichtshof zur Entscheidungsfindung angerufen hatte:Der Kernsatz zu diesem Urteil:
" die Beweislast liegt bei der Fluggesellschaft,
wenn sie sich auf außergewöhnliche Umstände beruft. "Gruß privacy
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ich habs auch grad in den Fernsehnachrichten gehört. Es bewegt sich vieles in die richtige Richtung ( nicht nur bei den airlines ), das hat sogar an Fahrt aufgenommen.
Die Beweislast umzukehren an die airline -und somit billigen Ausreden die Basis zu nehmen- stimmt mich froh.
Aber jetzt werden auch wieder die Verteidiger kommen und sagen: das wird sich auf die Flugpreise auswirken. Mal sehen !!
Die Reisebranche spürt mittlerweile Gegenwind, wo sie sich doch auf Grund ihrer AGB`n und "bewährter Praxis" eigentlich unverwundbar gesehen hat. Kleingeld und peanuts wurden unter Ausschluss der Öffentlichkeit gezahlt. Hauptsache das System bleibt unversehrt.
Gruss Gabriela
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Da bin ich dann wohl der erste Verteidiger. Aber ich lass mich nicht dadurch mundtot machen, dass die Gegenargumente von vornherein madig gemacht werden. Netter Versuch

Und ich bin mir sicher, wenn es zu den Preiserhöhungen kommt, werden genau diejenigen, die das Urteil jetzt begrüßen, sich über die "Abzockerei" aufregen. Wetten?
Gruß
Manfred
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Das ist halt wie bei einer guten Reiserücktrittskosten-Versicherung.
Obwohl sich diese in den letzten Jahren deutlich verteuert hat,
zahlt sie fast jeder. Und im "Fall des Falles" profitieren wenige.
Nun ja, in jedem Fall werden dadurch hohe Rücktritts-Pauschalen
der Veranstalter ausgeglichen. Hat noch niemand
von "*******" gesprochen - oder?Gruß privacy
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Hallo,
natürlich werden die Preise entsprechend steigen. Wobei ich hier den Rechtsentscheid gar nicht mal so schlecht finde. Schlecht finde ich aber den tatsächlichen Fall, der zu einer solchen Entscheidung geführt hat.
Denn es ging um einen Flug nach Brindisi. So wie ich das sehe eine Familie und diese kam noch nicht einmal vier Stunden später an Ihrem Ziel an. Falls es also wirklich eine reine Urlaubsreise war, was sich vermuten läßt, eine absolut lachhafte Verschiebung, zumal diese Zeitdifferenz bei der Alitalia wohl noch als "on time" durchgeht. Hinzu kam noch das "Upgrade" auf die Austrian.

Gruß
Berthold
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Na, bei Preiserhöhungen wird doch ständig von "*******" gesprochen. Aber wir werden ja sehen.
Auf das Urteil, wann aus einer Verspätung eine Stornierung wird, bin ich übrigens echt gespannt.
Gruß
Manfred
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privacy wrote:
Nun, ADEgi, der Flug ist ausgefallen und - "aus die Maus".Hallo,
das bestreite ich ja nicht. Doch stellt sich mir einfach die Frage, ob der Notwendigkeit einer solchen Forderung. Klar ist das Gesetz und klar steht das den Kunden auch zu. Aber ist das wirklich so relevant, daß man da so lange klagen muß?
Das, finde ich, darf man hier schon sehr bezweifeln. Zumindest wenn die Umstände so sind, wie von mir angenommen.
Recht haben und es auch unbedingt durchsetzen müssen sind einfach zweierlei Dinge. Hier kann man mit Augenmaß arbeiten. Denn sicher wird die entsprechnde Gegenreaktion kommen, wenn die Airline das nächste Mal im Recht sein sollte. Dann wird garantiert wieder gejammert, daß diese nicht kulant sei. Doch finde ich, daß Kulanz auch beidersetig angewendet werden könnte.
Gruß
Berthold
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Normalerweise, sagt man, sitzen ja die Anbieter am längeren Hebel und klagen
bis zur höchstrichterlichen Stelle. Insofern ist da jetzt eine Entscheidung
getroffen worden, auf die die Anbieter sich einstellen müssen.Eben nicht Kulanz - auf jeden Fall glasklare Vorgaben.
Gruß privacy
PS: hier noch ein aktuelles Urteil eines OLG zu Lasten British Airways:
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Hallo privacy,
das Urteil ist so richtig jedoch gibt es zwei Dinge zu beachten, bevor jetzt schon in großen Jubel ausgebrochen werden kann.
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Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig!
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Das Urteil bezeiht sich alleine auf in Deutschland angebotene und verkaufte Tickets!
Beides ganz wichtige Punkte, die hervorgehoben werden müssen.
Wäre schön, wenn alles so kommen würde und würde, denke ich, auch die wirklich nicht sinnvolle Praxis beenden, daß ein längerer Flug der gleichen Gesellschaft günstiger angeboten wird. Zumindest würde es diese Praxis sicher reduzieren und für uns im Grenzgebiet würden sich ganz neue Möglichkeiten ergeben.
Gruß
Berthold
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Zum ersten Urteil: Ich find´s prinzipiell gut!
Die Airlines muschen mir bei den "außergewöhnlichen Umständen" und "höherer Gewalt" etc. viel zu sehr rum.
Aber die Kehrseite des Ganzen ist ja auch schon zur Sprache gekommen. Diese richterliche Entscheidung wird sicherlich in den Flugpreisen der nächsten Monate zum Tragen kommen ... und dann wird das Gejammer wieder groß sein.
Der Airlinemarkt ist beim Ticketpreis/Ertrag viel zu sehr auf Kante genäht. Ein solcher Entscheid kann für sich alleine genommen bereits die Lichter bei der einen oder anderen Airline ausknippsen.Viele Grüße.
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[Ein solcher Entscheid kann für sich alleine genommen bereits die Lichter bei der einen oder anderen Airline ausknippsen.
Bei der einen oder anderen Airline wäre es auch nicht schade drum....
Bin gerne bereit, für ein gut gewartetes Flugzeug mit gut ausgebildetem Personal und funktionierender Logistik der Airline entsprechend zu zahlen.
Grüße
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Interessant dürften die Begründungen für eventuelle Preiserhöhungen sein (sofern es denn dazu kommt). Aussagen wie "Wir müssen wegen des Urteils vom ...... unsere Maschinen jetzt besser warten, da die Fluggäste bei Flugausfällen unverschämterweise Ersatzansprüche stellen" dürften sich nicht so gut machen.
Im übrigen bin ich auch bisher davon ausgegangen, dass die Maschinen in einem verkehrsicherem Zustand waren, bin aber ebenso wie Rollison gerne bereit für entsprechende Gegenleistung den entsprechenden Preis zu zahlen.Pech nur, wenn der Pilot am Abend zuvor etwas zu tief in´s Glas geschaut hat: The Sun
chepri
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chepri,
das dürfte ganz allgemein mit Kostensteigerungen begründet werden, was ja auch zutrifft.
Gruß
Manfred
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Ich denke auch, dass da nicht groß verteidigend argumentiert werden wird. Es wird flächendeckend der Preis angehoben und fertig ist.
Viele Grüße.
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also sorry, lieber zahle ich was mehr als wie beim letzten mal wegen eines technischen defektes (der natürlich als "höhere gewalt verkauft wurde) 38 stunden im urlaubsland festzusitzen und nicht nach hause zu können !!!!
und um auf einen der ersten beiträge hier zurück zu kommen (für 9 euro buchen und 250 euro einkassieren), das ist wohl so nicht richtig. wenn ich z.b. eine pauschalreise buche, dann sehe ich den flugpreis nicht. was ich aber bei einer zweitägigen !!! flugverspätung mit null informationen und grottenschlechter bzw. gar keiner hilfe an stress, ärger und mehrkosten habe - DAS sehe ich wohl ! mal davon abgesehen, dass ich noch NIE einen "reinen" 9 euro-flug gebucht habe. billig oder nicht, ich möchte mich auf eine airline verlassen können, wobei ich schon nix mehr sage und auch machen würde, wenn ich 5 stunden verspätung hätte, die zwei tage in der türkei haben mich da ein wenig abgehärtet
aber ich verlange wohl, dass (egal wie teuer mein flug war) ich im falle eines ausfalls oder einer streichung einen gewissen service erwarte... -
... zumal selbst bei einem 9 Euro Flug dieser Preis nicht Dein Wunsch und Preis- vorschlag gewesen wäre, sondern es sich auf manchmal nicht nachvollziehbare Weise lediglich um eine einsame Entscheidung der Airline und deren
Werbestrategen handelt.Da sollte man sich auch keine Gedanken drüber machen oder gar ein schlechtes Gewissen. Solche Preisakrobaten wird es immer geben. Gleichwohl ist ja auch
schon längst geklärt, daß der Flugpreis alleine keinerlei Auswirkungen auf die ordnungsgemäße Leistungserbringung hat. Bei Abweichungen können sich
daher ggf. rechtliche Ansprüche des Fluggastes ableiten lassen -
unabhängig vom gezahlten Flugpreis.Gruß privacy
PS: Letztenendes sitzt Du in der gleichen Maschine, egal was Du oder die
Sitznachbarn unterschiedliches bezahlt haben. Von daher ist "lieber zahle
ich etwas mehr" auch relativ. Einerseits kann man zwar die Airline wechseln, andererseits ist auch die zuvor ausgewählte Airline nicht vor unliebsamen
Störungen im Betriebsablauf geschützt.