reiseveranstalter und die krisen....
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hallo.
ich möchte nicht darüber diskutieren, wie die einzelnen veranstalter sich in den verschiedenen krisen verhalten haben.
aber:
die "aschewolke" ist noch immer nicht abgearbeitet, ägypten und tunesien sind auch noch immer nicht wie gewünscht gebucht, japan ist derzeit nicht besonders beliebt, teile thailands sind übberschwemmt und ein paar veranstalter stoppen auch dort hin die reisen.
was meint ihr dazu? werden die reisen aufgrund dieser krisen in zukunft spürbar teurer?
wird es veranstalter geben, denen die umbuchereien das genick brechen?
oder erholen sich die va wieder und man geht schnell wieder zum "normalen" alltag über?
freue mich über eure meinungen. -
Hallo Lexilexi,
aufgrund der Unruhen in Tunesien und Ägypten gab es alleine bei Thomas Cook 150.000 Umbuchungen/Stornierungen siehe hier. Das Genick wird es diesem großen Konzern aber nicht brechen, im Gegensatz zu kleinen Spezialveranstaltern wie Royal Holidays. Und ich fürchte, es werden weitere kleine Veranstalter folgen, die sich auf diese Länder spezialisiert haben.
LG Sabine
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Kann mir nicht vorstellen, daß diese zur Zeit "gebeutelten" Reiseziele zukünftig teurer angeboten werden, da die Va´s die diese ja wieder an den Mann/Frau bringen wollen, mit einer Preiserhöhung würden die Urlauber weiterhin von diesen Reisezielen abstand nehmen, siehe Nordafrika.
Ich kann mir gut vorstellen, daß die kleinen Internet-Reiseveranstalter die Krise nicht so gut meistern werden, als die großen Konzerne, denn diese holen die Verluste an dem Verkauf von "gesunden" Reisezielen wieder auf, in dem diese entsprechend höher verkauft werden-kann ich mir zumindest gut vorstellen...warten wir mal die kommende Sommersaison ab, inwieweit sich die Reisepreise erhöhen. -
Bin bisher glücklicherweise von keiner der genannten Unannehmlichkeiten im Reisesektor betroffen gewesen.
Allein das Lesen hier im Forum bezüglich der vielen Ungewißheiten der Hotelunterbringungen und mehrfachen Flughafenänderungen macht mich echt betroffen. So stelle ich mir meinen Urlaub nicht vor.
Obwohl ich gern reise, sogar die Zeit dafür habe und ziemlich flexibel bin, werde ich vorerst keinerlei Buchung vornehmen.
Sollte es vielen so gehen, könnten einzelne RV schon in Bedrängnis geraten. Dazu kommen noch viele echt Betroffene, die arg enttäuscht sind, all das könnte den Reisemarkt schon sehr negativ beeinflussen.
Wenn dann auch noch die Preise spürbar ansteigen würden, nicht auszudenken!
Glaube nicht, daß schnell wieder der normale Alltag im Reisegeschehen einkehren wird. -
Hi,
es ist gut möglich, dass die kleinen RV durch diese Krisen an ihre Grenzen geraten. Und dann könnte passieren, was man immer wieder verfolgen kann:
Die Großen, die mit dem größten "Krieg -" oder "Notfallbudget" - schlucken die Kleinen und werden noch größer. -
Um jetzt nur mal bei Ägypten zu bleiben. TUI befürchtet Verluste bis zu 30 Mio Pfund.
Ich könnte mir schon vorstellen, das die Preise nächstes Jahr erhöht werden. -
Ich gehe davon aus, dass die Preise steigen werden. Das ist einfach dem sich selbst regulierenden Markt geschuldet. Viele Destinationen sind über kurz oder länger in den letzten Monaten und Jahren vorübergehend weggefallen, wie die schon von dir Genannten. Hinzu kommen noch Erdbeben in Neuseeland und Chile, Überschwemmungen in Australien, Streiks an jeder Ecke, zig gestrichene Flüge von Deutschland aus wegen Enteisermangels diesenWinter. Ich habe heute gelesen, dass die Kontingente für Ägypten und Tunesien für die nahe Zukunft herabgesetzt wurden. Dies könnte bedeuten, dass die Nachfrage größer wird als das Angebot. Hinzu kommt aber auch, dass viele vorerst eher den spanischen oder türkischen Markt ansteuern, bedeutet also auch wieder eine höhere Nachfrage als vielleicht vorhandenes Angebot. Beide Konstellationen haben natürlich den Hintergrund, dass an der Preisspirale nach oben mächtig gedreht werden kann, entweder für den arabischen oder eben für den spanischen Raum. Solange der Reisende aber bereit ist, die höheren Preise zu zahlen, wird es auch dabei bleiben, bis die Preisspirale kippt, weil plötzlich das Angebot größer ist als die Nachfrage. Dann nähert sich der Markt sicherlich wieder den gewohnten Preisen. Ich gehe auch ganz stark davon aus, dass es einige Veranstalter nicht schaffen werden, ohne den ****** an die Wand malen zu wollen. Aber Royal Holidays hat es vorgemacht, was passiert, wenn man einen bestimmten Markt zu sehr bedient. Wenn der dann mittelfristig wegbricht, bräuchte man schon ein ganz dickes finanzielles Polster, viele gute neue Ideen im Reisesektor und ein gutes Management, um derartige Schieflagen abzufangen. Aber das ist eben nur meine kleine unbedeutende Meinung zum Thema…
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Da ich fast ausschließlich mit Spezialisten für bestimmte Regionen unterwegs bin, kam mir der Gedanke , daß die daran kaputt gehen , auch schon oft. Gerade "Wüstenanbieter" haben fast keine Alternative , und mußten in letzter Zeit fast alles streichen.Deren Rücklagen werden das nicht auffangen können , und die Preise werden die auch nicht großartig erhöhen können , wenn das Reisen in diese Regionen wieder möglich wird . Die Zurückhaltung ist bei den Leuten erstmal da und geht so schnell aus den Köpfen auch nicht raus.
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Um die grossen RV braucht man sich nun wirklich keine Sorgen zu machen. Der Urlaubsmarkt 2011 boomt ja, das weisen alle Zahlen der erhobenen entsprechenden Untesuchungen aus. Das ist bei denen der Kaufhauseffekt: wir habe alles, und geht Fleisch nicht geht eben Fische, geht Bohnen nicht geht eben Erbsen usw. Die Urlaubslust ist ungebrochen, und wer Ägypten und Tunesien storniert hat muss sich ein anderes Ziel suchen. Da das in der Regel von dern RV`n nachgekauft wurde wird es aber leider teurer. Ist so wie im Frischemarkt: komme ich kurz vor Feierabend rein muss ich nehmen was noch da ist, und zwar zum Anbieterpreis. Also Verluste schreiben die auf jeden Fall nicht dieses Jahr, und was die Bedienung der Krisengebiete angeht mag jeder mal in die div. threads hier schauen, wie das bewältigt wird.
Für die kleinen "Spezialanbieter" bleibt wahrscheinlich nur die geordnete Insolvenz, um u.U. ein Jahr später wieder unter neuem Namen wieder zu starten. Kostet Arbeitsplätze, und auf deren Schulden wird irgend jemand auch sitzen bleiben. Ist halt so in unserer freien Wirtschaft.
OT: die Zeche der Krisen zahlen die Hotels und alle sonstigen Dienstleister vor Ort und die damit verbundenen Arbeitnehmer.
Gruss Gabriela
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PS:
und was die Preise für 2012 angeht ? Natürlich wird die Branche versuchen, wie immer höhere Preise durchzusetzen, und dabei auch als Erklärung die Krisen anführen. Letztendlich entscheidet aber wie immer der Markt. Ich bin mir ziemlich sicher, das nur moderat die Preise angehoben werden. Und dann wird man mal schauen, wie sich der Markt entwickelt. vielleicht gibt es dann wieder vermehrt Schnäppchen, wer weiss ?
Gruss Gabriela
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Aktuell interessiert mich die Entwicklung in Ägypten und deshalb verfolge ich die Meldungen hier fast tagtäglich, schließlich ist unser Sommerurlaub dorthin geplant.
Sicher werden die RV daran gemessen, wie sehr sie sich um das jeweilige Problem kümmern bzw. Alternativen bieten können. Wenn ich trotz Widrigkeiten zu meinem Urlaub komme, warum soll ich dem RV nicht die Treue halten, im andren Fall dann natürlich nicht.
Momentan hat man (speziell bei Ägypten-Reisen) den Eindruck, das Airlines und große RV ihr Monopol nutzen und auch gehörig ausspielen, vielleicht auch eine Art "Marktbereinigung". Vielleicht ist auch einfach mal die Zeit gekommen, dass der bisher so schön einfach und fast im Selbstlauf funktionierende Pauschaltourismus überdacht werden muss. Und einige RV reagieren auch schon auf die veränderte Situation:
Schauinsland: 95 Extra-Charter ab Juli, vorrangig für Türkei, Kanaren und Ägypten
TUI: 185.000 zusätzl.Flugplätze, vorrangig für Antalya und Palma
ITS: Sonderpreise für Tunesien
alltours: Familienaktion für Mallorca und Griechenland - Sonderpreise für Kinder
ab 2012 Autoreisen, ab Winter 2012 Skiurlaub
Einige X-Veranstalter haben bereits ihre Winterangebote freigeschaltet.Evtl. werden auch mehr "mutiger" und buchen Hotel und Flug getrennt und kehren den pauschalen Angeboten so den Rücken. Es kommt auf alle Fälle was in Bewegung, in welche Richtung, wird man sehen.
Bedauerlich ist nur, dass diese Krisen in Deutschland evtl. verschmerzbar sind, aber für viele Urlaubsregionen das Aus bedeutet.
LG Birgit
P.S.: Finanziell wirds wohl in die Höhe gehen; wer, wenn nicht der Urlauber soll die Zeche für die jeweilie Misere zahlen...
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gabriela_maier wrote:
OT: die Zeche der Krisen zahlen die Hotels und alle sonstigen Dienstleister vor Ort und die damit verbundenen Arbeitnehmer.Gruss Gabriela
als der Vulkan brodelte , war ich gerade auf Borneo. Unser Guide wußte da nicht , wie es weitergehen sollte, weil von Europa "seine" Gruppen nicht kamen und er freiberuflich war . Hotels , Zulieferer und alle , die mit und von dem Tourismus leben , waren ratlos.Es baden doch vor allem die aus , mit denen vor Ort zusammengearbeitet wird und die eh schon preislich gedrückt werden. Die haben keine Luft nach oben und schon fast gar keine anderen Einkommensmöglichkeiten.
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ich habe hier eine interessante nachricht:
"Das Griechische Verkehrsministerium hat die Aufhebung der Start- und Landegebühren, sowie der Parkgebühren an allen staatlichen Flughäfen Griechenlands – mit Ausnahme des Athener Flughafens Eleftherios Venizelos beschlossen. Dieser Beschluss ist gültig vom 1. April bis 31. Dezember 2011.
Ziel dieser Massnahme ist die Zunahme der Flüge auf griechischen Flughäfen und somit die Förderung des Tourismus und der Tourismusindustrie"
quelle: radio kreta
leider glaube ich nicht, dass diese ersparnis an den endkunden weiter gegeben wird.
geschuldet ist diese entscheidung sicherlich aus der krise vom letzten jahr.
ich könnte mir aber vorstellen, dass griechenland sowieso viele "umbucher" gäste gehabt hätte. -
Ich kann mir sehr gut vorstellen, daß viele kleine Reiseveranstalter, die sich auf die krisenumsäumten Reiseziele spezialisiert haben, die Krise nicht wegstecken und hohe Einbußen haben werden.Die großen Veranstalter werden diese Krise, wie immer, meistern, da diese auf ein großes Reiserepertoire zurückgreifen können.
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@rinzenrolle
es hat niemand etwas in einen topf geworfen.
ich habe nur die verschiedenen krisenherde benannt. daher die benennung der verschiedenen destinationen.
aber vielleicht kannst du uns ja helfen und uns "unwissende" ein wenig erklären, was genau du meinst?
dann könnte wir doch noch von deinem studium partizipieren
p.s.: wie kommt man an bwa`s der anbieter ran? ich kenne nur meine persönliche.
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Ahotep wrote:
aufgrund der Unruhen in Tunesien und Ägypten gab es alleine bei Thomas Cook 150.000 Umbuchungen/Stornierungen siehe hier. Das Genick wird es diesem großen Konzern aber nicht brechen, im Gegensatz zu kleinen Spezialveranstaltern wie Royal Holidays. Und ich fürchte, es werden weitere kleine Veranstalter folgen, die sich auf diese Länder spezialisiert haben.Ich bin in diesem Zusammenhang auf ein interessantes Buch gestoßen - auch im Internet nachzulesen: Klick hier .
Auf den Seiten 54 / 55 kommt das von dir hier Angeführte zur Sprache, nämlich durch Risiko-Streuung genau diese Situation - in der sich nun der eine oder andere "Spezialveranstalter" befindet - zu vermeiden.
Stichpunkte: Differenzierung des Marktes durch 1. unterschiedliche Zielgebiete,
2. unterschiedliche Urlaubsarten (Strandurlaub, Erlebnisurlaub, Gesundheiturlaub, Studienreisen, usw.), usw. usw.
(Der Rest ist natürlich auch lesenswert.
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