GEIZ IST GEIL! Tatsächlich?
-
Als ich diesen Slogan das erste Mal entgegengebrüllt bekam, fand ich ihn entsetzlich.
Inzwischen wurde er für mich unerträglich.Unternehmer sagen: Durch die Geiz-ist-geil-Mentalität müssen wir Arbeitsplätze abbauen.
Industrielle sagen: Durch die Geiz-ist-geil-Mentalität sind wir nicht mehr in der Lage, gute Produkte herzustellen, denn die Verbraucher wollen ja nicht den adäquaten Preis bezahlen.Mittlerweile hört man diesen Slogan täglich, bei jeder sich bietenden Gelegenheit. Eine bessere Werbung kann sich der Urheber dieses unsäglichen Spruches eigentlich nicht wünschen.
Sind wir zu einem sooo geizigen Volk geworden?
Ich finde das nicht:
Schon bevor es diesen Slogan gab, habe ich Preise verglichen und Sonderangebote wahrgenommen.
Und genau das schon hat meine Mutter gemacht und auch meine Oma...was ist daran so verwerflich?Was meint Ihr dazu?
-
Erika,vor dem Euro hab ich eigentlich nicht so auf Sonderangebote geachtet.Da ging es uns ja finanziell auch noch besser.Jetzt allerdings achte ich sehr auf Preise,da ja alles überteuert ist.
Ob man das jetzt als geizig bezeichnen kann oder nicht,sei dahingestellt.
Wir Schwaben sind zwar als geizig bekannt,is aber nicht wahr.Heut zu Tage muß man leider Gottes jeden Cent 1 mal drehen,bevor man diesen ausgibt.Zu DM Zeiten habe ich oft in der Kneipe um die Ecke einen ausgegeben,das ist leider in der Form nicht mehr möglich.Man muß wirklich schauen,wo man bleibt.Tschüssi
-
Ich (Hessin) weiß, daß die Schwaben als ganz besonders sparsam gelten (Schaffe, schaffe, Häusle baue....), ob das stimmt, weiß ich nicht, aber es wäre auch okay. Aber geizig? Das doch eher nicht. Wir haben schon öfter im Ländle Ferien gemacht, Die Schwowe sind auch nicht anders...
als andere.
Doch, die Angebots-Prospekte schaue ich mir schon an, ich informiere mich über die Preise. Das bedeutet aber nicht, daß ich für 10 Cent fünf Supermärkte abgrase, um die Schnäppchen zu erhaschen. Das lohnt den Aufwand nicht, es ist seitens der Supermärkte nur Verkaufspsychologie: bist Du erst einmal da drinnen, hast Dein Super-Sonderangebot, nimmst Du auch noch mehr mit - zu regulären Preisen.
Es ist ja auch nicht alles überteuert: was vorher 0,99 DM kostete, waren danach 51 Cent. In Ordnung.
Es geht mir darum: wenn ich eine Waschmaschine kaufen will, warum werde ich als geizig tituliert, wenn ich einfach nur Preise vergleiche - so wie ich das schon immer gemacht habe?
Warum soll ich für genau den gleichen Artikel mehr bezahlen? -
Wer billig kauft, kauft zweimal..... dieser Spruch bewahrheitet sich aber auch sehr oft. Gerade bei gewissen Gegenständen z.B. im Haushalt, Elektronikgeräten, Bekleidung/Schuhe o.ä. ist es halt immer noch so, dass billige Produkte eine eindeutig kürzere "Lebenserwartung" haben.
Vergleichen lohnt sich alleweil, deswegen muss man sich ja noch nicht als geizig bezeichnen. Ich denke vorallem im Lebensmittelbereich und/oder bei den täglichen Gebrauchsartikel kann oft einiges gespart werden.
Unser Trend hin zu "Geiz ist Geil" und Billig(st)produkten birgt natürlich auch die Gefahr, dass noch mehr in entsprechenden Ländern hergestellt und produziert werden muss. Einerseits wollen wir billige Markenprodukte z.B. im Sportartikelbereich haben, andererseits "nerven" wir uns über die Kinderarbeiten in gewissen Fernostländern.
Die Geiz ist Geilmentalität macht uns alle zu nicht konsequenten Konsumenten - wir befinden uns so in einem unsäglichen Kreislauf: Billige Produkte-Auslagerung in Billiglohnländer - Firmenschliessungen - Arbeitslosigkeit. Und die Grosskonzerne nehmen unsere Mentalität gerne an und schieben den "Geiz ist Geileffekt" vor - und machen durch die Auslagerungen entsprechend grössere Gewinne.
Wir Schweizer bezahlen ja generell auf allem höhere Preise als ihr in Deutschland. Das führt dazu, dass vorallem am Wochenende tausende von Schweizern über die Grenze fahren und im grossen Kanton einkaufen. Abgesehen von ganz wenigen Ausnahmen (Bücher..) versuche ich das nicht zu machen. Ich ärgere mich auch über unsere Hochpreispolitik - andererseits verdiene ich mein Geld in der Schweiz und wenn ichs im Ausland ausgebe und das örtliche Gewerbe umgehe, schade ich am Ende doch wieder unserer Wirtschaft.
-
Blues hat einige der wichtigsten Aspekte der "Geiz-ist-geil"-Mentalität in seinem Beitrag genannt.
Sparsam sein ist ok, vor allem in der jetzigen Zeit, aber der Begriff "Geiz" ist eindeutig negativ besetzt. Wenn ich immer nur nach der Devise "billig, billiger, am billigsten" einkaufe, spare ich in der Regel am falschen Ende, denn irgendwann bezahle ich das, was ich beim Einkauf vermeintlich eingespart habe, doch drauf. Die vielen Berichte von Touristen, die irgendwelchen "Billigheimern" auf den Leim gegangen sind, spricht eine beredte Sprache. Dies läßt sich nahezu wahllos auf alle Bereiche, sei es das Auto, Haushaltgegenstände, Bekleidung etc., übertragen.
Die Tatsache, daß "Billigprodukte" zwangsweise so gut wie nie in Deutschland hergestellt werden, sollte Anlaß sein, die Finger davon zu lassen. Sogar die Wertschöpfung bei der Herstellung billiger deutscher Autos findet meist nicht hier bei uns statt, sondern in den Ländern des ehemaligen Ostblocks oder in SO-Asien. Die in diesen Billigländern zugekauften Einzelteile werden zwar hier zusammengesetzt, aber die personalintensive Wertschöpfung bei der Herstellung der Einzelteile findet, wie beschrieben, woanders statt. Unsere Exporterlöse steigen zwar, aber ausgetragen wird dieses "Spiel" auf dem Rücken der deutschen Arbeitnehmer. Freuen können sich nur die jeweiligen Finanzvorstände wegen gestiegener Umsätze und Renditen.
So beißt die Katze sich selber in den Schwanz. Wir haben weniger Geld zum Ausgeben, gucken auf jeden Euro, kaufen dann irgendwelche Billigartikel und treiben die Spirale zu unserem eigenen Nachteil weiter an. -
Hi
Es gibt sicherlich Schwaben,die geizig sind.Ich denke aber,nicht geiziger,als Menschen aus anderen Bundesländern.Leider werden viele Leute heut zu Tage zur Sparsamkeit gezwungen.Preise zu vergleichen empfinde ich deshalb als völlig normal.Im Lebensmittelbereich deshalb auch mal nach Sonderangeboten zu schauen,hat deshalb nichts mit geiz zu tun.Ob Billigprodukte allerdings grundsätzlich schlechter sind,als Markenware wage ich zu bezweifeln.Z.B für eine Markenjeans 100 € auszugeben,käme für mich nicht in Frage.Eine 30 € Jeans tut es mir genauso und hält auch ewig.
Was ich zb eine absolute Frechheit finde,dass man auf Strassenfesten/ Kirmes usw für das menschliche Bedürfnis zahlen muß.Leider sind wir Frauen ja gezwungen,diese Toiletten zu benutzen.Männer allerdings genießen den Vorteil,auch den nächsten Baum anzusteuern zu können.Das ist zwar nicht gerade appetitlich,sich aber in so nem Fall die 50- 70 Cent zu sparen ist für mich verständlich.bye
-
Blues und salvamor,
Eure Ausführungen kann ich voll und ganz unterstreichen - genau so ist es.
Ich dachte eher an die Preisvergleiche, die man anstellt, wenn man ein Produkt kaufen will. Wenn ich ein bestimmtes Gerät erwerben will, schaue ich mich um, wo ich es am günstigsten erhalte. Warum sollte ich denn für identische Gegenstände oder auch Dienstleistungen im Laden A mehr zahlen als im Laden B? Je höherpreisiger das jeweilige Erzeugnis ist, umso gründlicher informiere ich mich. Dafür gibt es heute sogar Preisagenturen (habe ich allerdings noch nie in Anspruch genommen). Ich sehe es einfach nicht als Geiz an, auf diese Weise Geld zu sparen - aber genau das wird uns ja suggeriert.
Billigprodukte müssen nicht zwangsläufig geringere Qualität haben, das zeigen ja u.a. die Untersuchungen der Stiftung Warentest: baugleiche Geräte ohne einen eleganten Schriftzug sind wesentlich günstiger.
Silke, das ist auch einer der "kleinen Unterschiede".
Daß wir auf solchen Veranstaltungen dafür bezahlen, liegt wohl daran, daß diese Wagen/Container mitsamt Personal angemietet werden. Was mich angeht: Ich wollte diesen Job nicht machen. -
Huhu,
@ caribian....
Wir habenheute bei einer Fastfoodkette einen Kaffee getrunken und wollten auf die Pipi- Box. Der WC Mann lies die Leute die keine 50 Cent hatten( oder nicht bezahlen wollten) nich durch. Mein Mann ist dann zum Filialleiter gegangen und hat Alarm gemacht. Der WC Mann meinte dann: aber Cheffe, du hast gesagt......Cheffe viel ihm dann gleich ins Wort....und bubs, auf einmal war das Pieschern umsonst.
@ Erika.....
Die Werbung Geiz ist geil kann ich auch üüüüberhaupt nicht leiden!
Selber würde ich mich eher als sparsam bezeichnen. Wenn ich irgendwo etwas günstiger sehe oder ein Schnäppchen ergatter, freu ich mich wie ne Schneekönigin und investiere das gesparte lieber in sinnvollere Dinge ( z.B. Urlaub)
Bei grösseren Anschaffungen versuchen wir immer zu handeln...und es geht! Wenn man Preise vergleicht und Sonderangebote kauft, kann man echt ne Menge sparen.
*Prospekte gucke ich für mein Leben gerne
, wenn morgens in der Firma die Frauen ihre Propektchen auf den Tisch legen wird sich fast drum gekloppt ggg.
Ab und an kommt aber auch der Geiz bei mir durch. Wenn ich z.B. im Supermarkt Nektarinen für 3,99 sehe, dann bin ich zu geizig sie zu kaufen....oder in Sachen Zigaretten. Früher hab ich gerne mal eine oder 2 abgegeben, weiss ja selber wie das ist wenn sie einem ausgehen. Vor einger Zeit waren wir in einem Tanzschuppen. Da fragte eine Bekannte mich nach einer Zigarette....ich gab ihr eine. Keine halbe Stunde fragte sie wieder....da hab ich dann frech gefragt ob ihre noch im Automaten stecken. Sie meinte ja, und fragte mich ob ich 3€ klein hätte, da sie nur einen Schein hatte.....so etwas lässt mich dann geizig werden.LG
Angie -
Der Stern -> http://stern.de/id/wirtschaft/geld/502778.html hat dazu einen "Psychotest" gebastelt. Geiz ist Geil - wie Geil sind sie?
Ich persönlich halte es wie es im Neuen Testament steht. ( Matthäus-Evangelium) - "Ihr sollt euch nicht Schätze sammeln auf Erden, wo sie die Motten und der Rost ******* und wo die Diebe nachgraben und stehlen."
Auf Deutsch - Geniese dein Leben - zahle für Leistung - zahle nichts für keine Leistung.
-
@ Angie
Ja ja,das Zigarettenproblem kenn ich zur genüge.Früher war ich auch recht spendabel.Da das Rauchen ja mitlerweile schon zum Luxus gehört,gebe ich selbst ungern eine her.Der Spruch" stecken deine noch im Automaten"ist aber sehr originell.Muß ich mir merken.

Grüßchen Silke
-
Der ehemalige Vorstandsvorsitzende von Siemens, Herr von Pierer, mit dem ich grundsätzlich in vielen Dingen nicht übereinstimme, hat vor ein paar Tagen eine Aussage gemacht, die ich allerdings voll unterstreichen möchte:
"Nicht die Arbeitgeber schaffen Arbeitsplätze, sondern die Kunden."
Er wollte damit folgendes ausdrücken: Wenn die Verbraucher in Deutschland es sich zur Maxime machen, immer nur billige, im Ausland hergestellte Waren zu kaufen, darf sich niemand wundern, daß die Arbeitsplätze auch im Ausland entstehen und in Deutschland immer weniger werden.
In Anbetracht der Tatsache, daß wir in Deutschland täglich zwischen 1.000 und 2.000 Arbeitsplätze verlieren, sollte sich jeder von uns intensiv Gedanken über sein Konsumverhalten machen. Sonst ist er am Ende noch selber dran und verliert seinen Job!
-
Der Aussage kann ich nur teilweise zustimmen.
Wo Nachfrage besteht, gibts auch Angebot. Wer muss heute nicht sparen? Ergo, man kauft Billigprodukte. Ich denke beim Einkaufen dabei an MICH, wie ich besser über die Runden komme. Mag jetzt egoistisch klingen, doch über die Arbeitsplätze die durch unser Kaufverhalten flöten gehen, müssen sich meiner Meinung nach unsere Herren Politiker Gedanken machen.Warum sollen wir ausbaden was die verzapfen? Was ist z.B. mit denen, die teilweise nicht mal den ganzen Monat über was zu essen haben? Wie sollen die teure Produkte aus Deutschland kaufen? Ich selber kaufe so ein, dass ich mir auch noch etwas schönes gönnen kann z.B. Urlaub....denn ich lebe nicht um zu arbeiten, sondern arbeite um zu leben....und möchte dann auch etwas vom Leben haben.LG
Angie -
@ Salvamor!
Grundsätzlich stimme ich dir vollkommen zu, nur muß man ja die andere Seite betrachten: wenn eine 3-4 köpfige Familie bei diesen Teuropreisen nicht kalkuliert, wird so eine Familie heutzutage kaum übers Monat kommen.
Kinder wachsen nunmal aus den Kleidern, Kindergarten, Schule, Freizeitaktivitäten sind alle zu berappen, doch da hat keiner noch Futter.
Leben will ma ja auch, wie z. B. Urlaub machen. Und wenn man da nicht preislich kalkuliert, wird's verdammt hart für ne Familie.
Es ist nunmal alles mit der Einführung des Euros um ca. 40% teurer geworden, doch ich kenn niemanden welchen auch der Lohn um 40% erhöht wurde. Also was bleibt einem denn übrig als Billigprodukte zu erstehen?
Wer ist sich selbst schon seines eigenen Geldes Feind?
Natürlich ist keinem damit geholfen, wenn er früher od. später dies eventuell mit seinen eigenen Arbeitsplatz bezahlt, doch finanziell hat man kaum andere
Möglichkeiten seit dem wir den EURO aufgezwungen bekommen haben.
Grüße
Mary -
salvamor,
netter Versuch von Herrn von Pierer: wenn es denn so wäre, daß der Verbraucher sicher sein könnte, daß "wo Siemens draufsteht, auch Siemens drin ist...." dann könnte ich Dir vorbehaltlos zustimmen. Aber so ist es ja nicht. Nahezu jedes deutsche Unternehmen läßt im Ausland produzieren und schrauben. Manche versehen das Endprodukt in Deutschland nur noch mit dem Markenschriftzug. Andere Erzeugnisse werden vollständig im - auch außereuropäischen - Ausland hergestellt - eben weil dort die Arbeitskräfte billig sind. Aha: der deutsche Verbraucher ist geizig. Der deutsche Unternehmer schafft Arbeitsplätze im Ausland. Geizig ist das selbstverständlich nicht, der Unternehmer muß ja wirtschaftlich arbeiten. Made in Germany
(zu 100 %) dürfte eine Illusion sein. Ein weitaus klügerer Kopf als ich hat vor kurzem geäußert: "...na und? Laßt die Unternehmen doch in Billig(!)lohnländer gehen und in Deutschland die Arbeitsplätze streichen: die Billigarbeitnehmer in den Billiglohnländern können sich von ihren Billiglöhnen die von ihnen hergestellten Produkte nicht leisten. Die Deutschen aber auch nicht mehr..."
Was bei den Unternehmen Controlling heißt, nennt der Verbraucher sparen/Preise vergleichen/Sonderangebote wahrnehmen.
Man denke nur an Herrn Ackermann: 6.500 Arbeitsplätze werden hinwegrationalisiert (zu all´ denen, die schon weggefallen sind) - dafür wird jetzt in Indien programmiert. Weil diese arme, notleidende, bedauernswerte Bank sparen muß!
Dieses Sparen im Sinne und zugunsten des Unternehmens ist besonders deutlich an den Vorstandsbezügen erkennbar.Bei den Arbeitnehmern, Haushaltsvorständen/Hausfrauen, Hartz-IV-Geschlagenen, denen durch gewaltige Erhöhungen u.a. der indirekten Steuern und Sozialabgaben immer weniger Geld im Portmonnaie verbleibt, um die Lebenshaltungskosten zu decken, nennt man es Geiz.
Wird hier nicht mit zweierlei Maß gemessen? -
Ja, klar, prinzipiell habt Ihr ja Recht! Jeder ist sich selber der nächste! Den meisten geht es nur darum, irgendwie finanziell über die Runden zu kommen, sie können sich weit schweifende Betrachtungen wie die von Herrn Pierer schlicht und einfach nicht leisten. Ich gehöre übrigens auch zu denen, die in Ermangelung gleichwertiger deutscher Produkte eine Stereoanlage, einen DVD-Player, eine elektrische Käsereibe, einen MP3-Player und einiges mehr aus SOA haben. Und bei vielen anderen Produkten, die deutsche Markennamen tragen, bin ich mir nicht sicher, ob sie nicht doch aus Bangladesh oder China kommen. Da, wo es geht, greife ich allerdings bewußt auf in Deutschland hergestellte Produkte zurück.
Ich gehöre auch zu den Dauermotzern über die Politik und habe auch hier im Forum schon richtig Dampf abgelassen. Aber seien wir ehrlich, was kann die Politik wirklich ausrichten, um den Dauerabbau von Arbeitsplätzen hier bei uns zu stoppen. Die Politik kann keine Arbeitsplätze schaffen, weil sie keinen direkten Einfluß auf die Arbeitgeberseite hat. Sie kann nur die Rahmenbedingungen verändern. Was sind die Rahmenbedingungen? In erster Linie die Lohnnebenkosten! Also kürzt man, um die Unternehmerseite bei Laune zu halten, den Arbeitnehmern, Arbeitslosen und Sozialhilfeempfängern die sozialen Zuwendungen in der Hoffnung, daß sich etwas zum Positiven verändert. Das alles ist aber nur ein Tropfen auf den heißen Stein! Kein Arbeitgeber wird dafür auch nur einen einzigen Arbeitsplatz schaffen/erhalten. Insoweit war die ganze Hartz IV-Arie nichts weiter wie blinder Aktionismus, also völlig überflüssig!! Wirklich helfen kann nur ein massiver konjunktureller Aufschwang, der aber nirgendwo, nicht einmal in Ansätzen, erkennbar ist.
Eine ausweglose Situation, wie es scheint! Oder hat jemand ein Patentrezept, wie wir aus dem Schlamassel rauskommen? Ich habe es nicht!
Es ist auch zu wenig, einfach zu sagen: Die Politik soll es gefälligst richten!
Die Politiker aller Parteien quatschen uns zwar alle zu und behaupten, wenn ihre jew. Partei an die Macht käme, würde sich alles zum besseren ändern. In Wirklichkeit ist das nur der Versuch, Stimmen zu fangen, um an die Fleischtöpfe (Macht) zu gelangen. Die Menschen sind aber inzwischen so weit, daß sie darauf nicht mehr so ohne weiteres reinfallen. -
...wie immer sehr viele interessante Beiträge...
Hallo zusammen!
Waschmaschinen, Zigaretten, Lebensmittel u.v.a.m. sind zwar durchaus erwähnenswerte Artikel; ich möchte an dieser Stelle aber mal vorschlagen, die Diskussion ein wenig in Richtung "Reisen/Urlaub" zu drehen.
OK?
Was haltet ihr (würde mich auch beruflich sehr interessieren) von der "Geiz-ist-geil-Mentalität" in Bezug auf Tourismus?
Haben "wir" nicht zumindest eine Teilschuld an der Existenz immer mehr(?) betrügerischer Reiseveranstalter?
Sind viele Mitmenschen zu gutgläubig (naiv?) bei bestimmten Angeboten?
Wohin führt diese "Geiz-ist-geil-Mentalität" im Tourismus?
Hier könnte man noch unzählige Fragen mehr stellen, aber ich denke, die ergeben sich auch, zumindest z.T., aus der Diskussion heraus.
-
Hallo Sohn vom kleinen Prinz,
gute Idee! Was für Konsumgüter gilt, gilt ähnlich auch für die Tourismusbranche!
Es mag kurzsichtig sein, immer nur irgendwelche Billigreisen zu buchen, weil man sich oft Probleme mit einkauft. Aber viele Familien mit Kindern kämen vermutlich nie in die Türkei oder nach Spanien, wenn sie bei der Auswahl ihrer Reisen nicht preisbewußt verfahren würden.
Ich selber würde aus früher selber gemachten Erfahrungen lieber auf eine Urlaubsreise mit einem Billigheimer verzichten. Aber das sage ich mit dem Abstand des etwas älteren, der seine entsprechenden Erfahrungen schon hinter sich hat!PAY NOW OR PAY LATER!!!
Gruß salvamor
P.S. Holger, herzlichen Glückwunsch übrigens!
-
Also,
ich glaube, schwarze Schafe gibt es immer, Geiz ist geil!-Trend hin oder her!
Aber es ist schon so, alle wollen immer alles für nichts, die "Großen" verdienen eh "nur" über Masse und als "kleiner" ist es schwer in den Markt zu kommen. Auch aus Angst vo eben solchen Vorfällen wie bei Interflug und anderen!
Last-Minute hat auch die Preise kaputt gemacht, nicht nur der Geiz. Die Veranstalter können nicht ihre Kontingente planen und müssen billig abverkaufen!
Fragt sich was schwerer wiegt bzw. besser ist??? -
Preisbewußt einkaufen/eine Reise buchen hat mit Geiz nichts zu tun. Ich spreche jetzt nur von Pauschalreisen oder Packages. Die Veranstalter legen ihre Kataloge auf und der Interessent studiert sie, entscheidet sich wohl zunächst für sein Ziel, und sucht dann das zu seinem Portemonnaie passende Hotel heraus. Das können nicht immer die ersten Häuser am Platz sein.
Ich glaube nicht, daß Last-Minute den Reisemarkt ruiniert hat, das funktioniert ja ein bißchen wie Sommer-/Winter-Schlußverkauf. Wenn der Veranstalter sein Kontingent zu großzügig geplant hat, muß er den Preis senken, sonst bleibt er ganz darauf sitzen. Das ist aber kein Verschulden des Urlaubers, sondern des Einkäufers. Es hat immer Kunden gegeben, die auf fallende Preise spekuliert haben (manchmal aber auch vergeblich).
Vielmehr glaube ich, daß die Billigangebote im Fernsehen und die Internetanbieter die Preisgestaltung völlig umgekrempelt haben, natürlich auch die Billigfluggesellschaften. Durch diese unüberschaubare Flut von Angeboten wurde der Urlauber verwirrt. Er sieht die Reisekosten in Höhe von 199 € für eine Woche Türkei und glaubt, von den großen Veranstaltern über den Tisch gezogen zu werden, weil eine ähnliche Reise mit 499 € im Katalog steht. Also sucht er weiter, bis er keinen niedrigeren Preis mehr findet und bucht das Schnäppchen - und wie man im HC sieht - informiert sich erst dann über den eventuell betrügerischen Veranstalter. Die meisten Namen der Veranstalter, die im entsprechenden Forum aufgeführt sind, kenne ich auch nur von dort, nie zuvor habe ich davon gehört. Und den Urlaubern, die dort buchen, sind diese Reiseveranstalter ebenfalls meist unbekannt.
Für mich eigentlich unverständlich.
Ist es nicht so, daß gerade das Internet mit seinen zahllosen Auktionen (e-bay und Co.) in großem Umfang am Preisverfall und der Erwartungshaltung der Verbraucher beteiligt sind?
Ja, schwarze Schafe hat es immer und überall gegeben und nicht jeder kleine, namenlose Veranstalter ist ein Betrüger.
Aber das WorldWideWeb macht es den unseriösen Veranstaltern sehr viel leichter, erfolgreich zu arbeiten. Ich frage mich aber auch, ob die Verbraucher bei den Internetangeboten gutgläubiger sind. Würden sie einem Verkäufer, dem sie in seinem Laden gegenüberstehen, solche Versprechungen auch glauben? Ein wenig mehr gesundes Mißtrauen wäre angebracht.