Hallo Lapis,
im Gegensatz zu den Urlaubern sind die ägyptischen Jungs sehr fit im Kopfrechnen
. In meinen Augen trägt eine wesentliche Mitschuld an der veränderten Situation die völlig andere Gästestruktur sowie ein neues Bild von Nilkreuzfahrt das auch durch die RV geschaffen wird. "Früher" war eine Nilkreuzfahrt nichts anderes als Kultururlaub, die sich von Busrundreisen in erster Linie durch die Art des Transportmittels unterschied. Auch kann ich mich nicht erinnern, dass es "damals" Angebote gab, wo das "Ausflugspaket" extra dazu gebucht werden mußte, denn eine Nilkreuzfahrt unternahm man ja nur wegen der Besichtigungen und so sahen es auch die Veranstalter. Heute steht viel mehr der Spaßfaktor im Focus, allein die Erfindung der "young and single"-Reisen deutet darauf hin. Fragen zu Nilkreuzfahrten wurden von Kulturinteressierten gestellt und von solchen beantwortet. Heute frägt der AI-Massentourist (auch AI auf dem Nil war eine unbekannte Einrichtung) und bekommt vom AI-Massentourist aus dessen Erfahrungsschatz "wertvolle" Ratschläge. Schau doch mal, wie oft der Tipp gegeben wird, man solle sich bei seiner Bank 1-Dollarnoten holen, da dies für´s Trinkgeld (bakschisch kennt eh niemand mehr) so praktisch sei, oder es wird gleich empfohlen "die da unten nehmen auch gerne EURO-Münzen, du brauchst überhaupt nichts wechseln".
Auch früher war es üblich, für jede Kleingkeit bakschisch zu geben, allerdings war auch jeder Tempelwächter etc. mit der diskret beim Händedruck den Besitzer wechselnden Pfundnote zufrieden. Die Ausgaben für bakschisch hielten sich umgerechnet in Euro also sehr in Grenzen. Heutzutage sind die Sitten verdorben und deshalb nimmt es nicht Wunder, dass die Jammerei über die unverschämten Trinkgeldforderungen groß ist. Klar, wenn ich jedem Kofferträger, jeder Toilettenfrau (da war Standardtarif 50Piaster) oder jedem Tempelwächter, der angeblich ein besonders schönes "geheimes" Motiv zum fotografieren zeigt, eine 2Euro-Münze in die fordernd ausgestreckte Hand drücke. Dass sich da auch die Reiseleiter auf den Schiffen angepaßt haben ist nur logische Konsequenz aus dem Verhalten vieler Urlauber, die ohne jegliches Wissen um die Verhältnissse des Landes dorthin reisen. Es ist ja auch schwierig genug, das AI-Angebot im Kopf zu haben und darauf zu achten, dass alles wirklich so ist, wie in der Werbung angeboten. Natürlich kommt auch hinzu, dass sogar ehemals echte Spezialveranstalter in der Qualität deutlich nachgelassen und sich der Massenabfertigung verschrieben haben. Offensichtlich ist nur noch damit Gewinn zu machen.
LG chepri
der die interessierten HC-user von seiner Kritik an den "billigen AI-Touristen" ausdrücklich ausnimmt


Demzufolge reisen noch weniger an, was widerum zur Folge hat, dass noch mehr Betten leer bleiben?