Darf man trotzdem diesen neuen Thread mit etwas anderem Focus weiterführen?
Ich habe die touristische Entwicklung in den Küstenorten (bin Taucher) seit 1983 mitverfolgt, und die Reisemotivation der Gäste hat sich erheblich geändert bis heute.
Damals waren es vor allem Taucher, denen Kriterien wie Sternehotel völlig egal waren. Mehr als ein Tauchboot, Pressluft, was zu essen und eine Bierquelle am Abend brauchten sie nicht.
Als der Massentourismus hereinbrach, wurde die Küste zugebaut, ohne vorher zu überlegen, ob denn eigentlich ausreichende Ressourcen (Wasser, Strom, Entsorgung) existierten.
Zunehmend kamen Nichttaucher ins Land, die heute die absolute Mehrheit sind. Und es werden ganz andere Anforderungen gestellt:
Süßwasserpools (das Meer ist salzig - igitt - im Meer sind gefährliche und unbekannte Tiere - bäh),
riesige Zimmer (braucht man ja unbedingt, man gönnt sich ja einmal im Jahr eine Auszeit vom sozialen Wohnungsbau),
TV im Zimmer mit allen deutschen Sendern (zwei Wochen auf Sportschau und DSDS verzichten geht scheinbar nicht),
"internationale Küche" auf dem Buffet (wat de buur nich kennt, dat freet he nich)
eine Liege und ein Sonnenschirm,
und alles ganz billig und all inclusive
Das ist die Fortsetzung der Reihe von Lido de Jesolo per VW Käfer über Malle per Flieger (wir sind wer, denn wir fliegen) über Kanaren (inzwischen zu teuer mit zu wenig "Luxus") und Türkei (auch zu teuer geworden). Den allermeisten Ägyptentouristen ist das Land doch völlig egal! Es gibt viele, die in einer Woche nicht mal 5 m weit ihren "my home is my castle"-AI-****** verlassen, aber fleißig Postkarten mit Pyramiden und Tempeln verschicken. Weite Teile von Hurghada und Exklaven wie Makadi sind der Nachfolger vom Ballermann geworden.