Hallo Ruth,
ganz einfach... wenn man ganz vorne ist, taucht der Bug nun mal in ein Wellental ein, während das Heck nach oben geht. Geht der Bug wieder den Wellenberg nach oben, taucht das Heck ein. Der Drehpunkt des Schiffs ist in der Mitte. Dann ist es natürlich noch so, je höher man ist, desto weiter geht es nach unten bzw. wieder nach oben.
Bei rauher See ist daher der beste Platz auf einem Schiff mittig und auf einem der unteren Decks (4 oder 5).
Nimm einfach mal einen Bauklotz (oder sonst einen rechteckigen Gegenstand) und simuliere eine Wellenfahrt.
Bei seitlichen Wellen schwankt das Schiff natürlich nach rechts und links. Auch hier ist sozusagen der seitliche Ausschlag größer je höher man ist, weil auch hier die Drehachse unten in der Mitte liegt.
Wir hatten letztes Jahr auf der Summit das Vergnügen mit Hurricane Earl vor der Ostküste. Die Wellen waren 11-12 m hoch. Unsere Kabine war auf Deck 8 mittig. Nachts legte sich das Schiff extrem zur Seite, so dass überall Sachen runterfielen (bei uns war´s o.k., bei anderen fielen die Röhren-Fernseher runter). Ich hatte irgendwie eine Eingebung und bin um 2 Uhr aufgestanden und hatte im Bad alles gesichert. Im Speisesaal war das gesamte Frühstücksgeschirr auf dem Boden. Einige Kunstobjekte haben es ebenfalls nicht überlebt. Ein großes Fenster ging zu Bruch. Einige Passagiere wurden auch verletzt. Wir hatten für den nächsten Morgen Shakes auf die Kabine bestellt. War irgendwie ja auch lustig, als das Bett zwischen den Nachttischen immer hin und her rutschte. Wir standen für unsere Verhältnisse erst spät auf. Alles musste eher mit Vorsicht erfolgen (versuche mal zu duschen, wenn es ständig schwankt). Sagen wir mal so, die Zahl der Gäste beim Essen an dem Tag war doch deutlich geringer. Unsere Tochter behielt den Shake nicht bei sich, war aber nach einem SuperPep Kaugummi wieder fit. Sie war dann nur sauer, weil sie ihre Hula-Hoop-Nummer bei der Kindertalentshow nicht zeigen durfte. Den Betreuern war es dann doch zu gefährlich, sie die Reifen an Arm oder Bein kreisen zu lassen :-). Uns ging es gut. Erst am nächsten Tag hatte es sich halbwegs beruhigt.
Ich beneide diejenigen, welche sich gerade in den USA auf einem Schiff befinden und Hurricane Irene ausweichen müssen, nicht im Geringsten!
Gruß
Carmen