schau mal, dass ist der bericht von welchen, die erst vor kurzem dort waren:
Die kleine hübsche Insel ist von Male in knapp 45 Minuten mit dem Speed-Boot zu erreichen. Der Empfang ging wie üblich mit einem kühlen Drink vonstatten, an einer kargen ohne Sitzmöbel ausgestatteten Rezeption. Nun gut, schließlich wollten wir dort ja nicht unseren Urlaub verbringen.
Wir hatten einen der acht Wasser - Bungalow gemietet, die jeweils zwei Wohneinheiten beinhalten. Die Inneneinrichtung ist recht nett mit einem großen Glasfenster im Boden, das nach Sonnenuntergang und eingeschalteter Beleuchtung großes Kino bot.
Der Schrank war ein Witz, denn es passte kaum die zu hängende Kleidung hinein, dafür gab es reichlich Schub-Fächer.
Die Terrasse war mit zwei Holzliegen ohne Auflagen bestückt, die zu einem Rücken-Brecher wurden. Dazu gab es zwei Plastik-Stühle und einen Tisch unter dem überhängenden Dach, das Schatten bot. Vor uns das Meer und reichlich Fische aller Art, die sich darin tummelten. Also über die Leiter hinab, in das glasklare warme Wasser. Das war es dann erstmal, denn das morsche Holz brach in Höhe der Wasserlinie durch. Ein Anruf bei der Rezeption und gleich wurde das Problem mit dem Entfernen der restlichen Teile in Angriff genommen (nach zwei Tagen bekamen wir eine neue Leiter, das war o.k).
Müde von der Reise und Erholung suchend streckten wir uns auf den harten Liegen aus. Ohne jegliche Vorwarnung brüllte die Stereo-Anlage von der Bar ausgehend mit der „Erkennungsmusik“ des Venta Clubs über die ganze Insel. Da unser Bungi der erste in der Reihe und in direkter Luftlinie zur Bar stand, durften wir am vormittäglichen Programm der Wasser-Gymnastik teil haben. Unverständlich ist, weshalb für ein paar Leutchen die sich dazu bewegten, alle Insel-Bewohner beschallt werden mussten.
Den Italienern schien es zu gefallen, ob zu Wasser oder Land riss deren Gesprächsstoff selten ab. So wurde die Lagune oft zu einem Marktplatz, wobei der Schnorchel kein Hindernis bei der Unterhaltung da stellte.
Ein bisschen „leben“ schadet ja nicht, also gingen wir wohlgemut zum Essen und waren einigermaßen überrascht was da abging. Hier fanden sich jede Menge Menschen ein, die doch unmöglich alle auf diese kleine Insel passen konnten?!
Das Restaurant hatte den Charme einer Kantine, inklusive Plastik-Stühle auf denen man bei der Hitze fest klebte – ebenso lieblos war auch das Buffet angerichtet. Auf die Qualität möchte ich gar nicht näher eingehen, man wurde satt. Krampfhaft den Teller festhaltend, um den ausgefahrenen Ellbogen der russischen Gäste und deren unfassbaren Eßgewohnheiten zu entgehen und von den zahlreichen, meist lieben italienischen Kindern nicht umgerannt zu werden, erreichte man erleichtert, weil unfallfrei angekommen, wieder seinen Platz.
Egal, wir sind im Urlaub, machen wir das Beste daraus. Nämlich die wunderschöne Unterwasserwelt der Malediven zu erkunden. Da hatten wir nur noch nicht mit „Bruno“ dem Drückerfisch gerechnet. Davon standen einige aggressive Prachtexemplare direkt vor unserem Bungi und warteten nur darauf, dass wir uns in`s Wasser trauten. Zwei Attacken erlebten wir unverletzt, da sie nur die Flossen erwischten. Während in der Lagune vom Kleinkind bis zum Schwimmer einige Bisswunden dieser netten Fisch-Kameraden davon getragen wurden. Der Inselarzt hatte einiges zu tun.
Ansonsten waren Mantas, Rochen, Schildkröten, Haie und eine außerordentliche Vielfalt an Meeresbewohnern, aber auch Steinfische zu bewundern.
Das Riff hat heftig gelitten, so lag der Korallen-Schutt überall auf Grund und Badeschuhe waren mehr als empfehlenswert.
Zum antesten „stürzten“ wir uns in das Nachtleben von Rannalhi zu einigen Cocktails an der Bar. Diese war auch mit Möbeln der Marke Plastik ausgestattet. Der Außenbereich ebenso, hier und da mal ein Licht auf einem der Tische, einfach trostlos. Nirgendwo war eine gemütliche oder bequeme Sitzecke vorhanden.
Zwei Mann spielten mehr oder weniger schlechte Live-Musik, die „durften“ wir auch noch gut hörbar auf der Terrasse unseres Bungis genießen.
Im „Theater“ war Show angesagt, die sahen wir uns an – jedenfalls den Anfang. Als ein Animateur in Kleid, geschminkt und Riesenbusen herum hüpfte, ein Schild mit der Aufschrift „Applaus“ hoch hielt, war es Zeit zu gehen, um dem visuellen Elend ein Ende zu machen.
Der einzige Lichtblick war die kleine Bar, natürlich mit Plastik-Stühlen versehen, an den Wasser-Bungis. Hier traf man sich mal in netter Runde und konnte die Sterne bewundern, denn ein Licht wurde meist nur auf Anfrage gebracht.
Über die Tauchschule kann ich nichts sagen, da ich nur zum Schnorcheln von „Bruno“ übers Riff gejagt wurde.
Genossen haben wir die Insel in aller Frühe, haben uns das Frühstück auf die Terrasse bringen lassen und reichlich diebische Raben als Gäste gehabt.
Wir regten uns auch nicht mehr über die Russen auf, die zum Schnorcheln bereits im Wasser stehend nicht auf die Zigarette verzichten konnten und die Kippen einfach im Meer „entsorgten“. So warteten wir gespannt darauf, ob aus dem Schnorchel vielleicht Rauchzeichen aufsteigen sollten.
Passend zum Thema fand die Müllverbrennung meist Mittags statt, dann atmete man halt etwas flacher, je nach Windrichtung.
Das Wetter beinhaltete von starkem Regen und Sturm auch wolkenlose Hitze, die meist durch Wind erträglicher war.
Nach fast zwei Wochen, als mir das Buch nicht mehr aus der Hand fiel vor Schreck zur lärmenden „Insel-Weckung“ des Venta-Clubs, ertappte ich mich bei den dröhnenden Bässen der Disco-Musik, mit dem kleinen Fußzeh zu wippen.
Man gewöhnt sich an fast alles, doch nicht auf den Malediven Lärm ausgesetzt zu sein. Beschwerden der wenigen deutsch sprachigen Gäste verliefen im Sand und wurden mit der nächsten Welle hinweg gespült.
Eines ist ganz klar, die Insel Rannalhi war ein Versuch – sie sieht uns nie wieder!