Ich glaube, in dieser Diskussion hier hat jeder Recht. Zum Einen gibt es sicherlich Fundamentalisten auf den Malediven, denen die Öffnung der Einheimischen-Inseln für Touristen überhaupt nicht zusagt. Auf der anderen Seite muss man aber auch sehen, dass die Malediven ohne Tourismus und die Einkünfte daraus nicht mit dem aktuell bestehenden Standard - auch für die einheimische Bevölkerung - (Handy, Internet...) überleben könnten. Und die Guesthouses müssen ja schon irgendwie frequentiert sein, wenn man mal beobachtet, wie viele davon in den letzten Jahren aus dem Boden geschossen sind. Ich finde das Konzept nicht verkehrt, so lange sich beide Seiten an die geltenden landestypischen Vorschriften halten. Eine Absperrung bestimmter Strandbereiche ist dann leider logische Konsequenz und ein Kompromiss für beide Seiten.
Ich glaube nicht, dass man durch eine mittelalterlich anmutende strikte Trennung von Touristen und einheimischer Bevölkerung das Problem mit den Fundamentalisten lösen kann, gerade diese Zwei-Klassen-Gesellschaft mit reichen Reisenden auf den Luxus-Inseln und armen Einheimischen auf ihren Inseln hat doch sicherlich auch nicht unerheblich die Problematik geschürt. Guesthouses ermöglichen diesbezüglich eine Annäherung der "Fronten".
Eines meiner schönsten Malediven-Erlebnisse war der Besuch des Hauses unseres Tauchsafari-Boot-Kapitäns, wo wir sehr gastfreundlich empfangen wurden. Ich habe auf der Insel allerdings auch erlebt, dass gerade einheimische Frauen absolut keinen Kontakt zu Touristen haben wollten und sich in ihre Häuser zurück gezogen haben, wenn man über die Straße gegangen ist. Das muss man respektieren.
Ob und wie der Müll auf den Inseln entsorgt wird (Rasdhoo ist diesbezüglich sogar vorbildlich, wenn auch tatsächlich wie Manta schon schrieb nicht wirklich Malediven-authentisch) ist diskussionswürdig, allerdings ändert das Vorhandensein von Guesthouses auf den einheimischen Inseln auch nichts an deren Praktiken der Müllentsorgung. Im Idealfall kann es nur zu einer Verbesserung kommen, wenn das Guesthouse vorbildlich agiert oder sich für eine "saubere" Insel stark macht.
Ich jedenfalls bin gespannt auf Marcelus-Bericht und sehe die Dinge nicht so schwarz - vielleicht auch, weil ich gerade selbst meinen ersten Urlaub auf einer Malediven-Einheimischen-Insel plane