Im Prinzip muss man doch bei jeder Urlaubsreise das Risiko einschätzen, das evtl. auf einem im fremden Land erwartet. Für sich selbst und noch mehr für seine Kinder.
Bei meinem Ägyptenurlaub zusammen mit meinem 9 jährigen Sohn im vergangenen Jahr hatte ich mehr bedenken ob wir das Verkehrschaos in Kairo überleben würden, als das ich Opfer eines Gewaltverbrechens werde.
Selbst in der aktuellen Situation in Ägypten dürfte der Straßenverkehr noch das größte Risiko darstellen. Selbst wenn in der Riesenstadt 10000 oder mehr Leute protestieren und leider auch 4 Menschen ums Leben kamen, ist wohl das Risiko ein Opfer von gewaltsamen Ausschreitungen sehr, sehr gering, wenn man sich nicht in die Bereiche der Brandherde begibt.
Die Gefahr an einem Schlangenbiss, einer Magen-/Darmkrankverstimmung aufgrund unsauberen Wasser, einem Verkehrsunfall oder einer in heißen Länder verbreiteten Krankheit zu sterben oder schwer zu erkranken ist viel, viel höher und wird jedes Jahr in etlichen Fällen und unbemerkt von der Öffentlichkeit passieren.
Daher hätte ich keine Bedenken in arabische Ländern Urlaub zu machen. Die akute Situation in Tunesien ist aber ein breiter Flächenbrand, welcher vermutliche noch einige Monate andauern dürfte. Dort wird aber die Gewalt nicht gegen Touristen gerichtet und man ist sicher, wenn man große Menschenansammlungen meidet.
Das objektive Risiko ist sehr gering, aber das Subjektive ist sehr hoch. Für einen entspannten, erholsamen Urlaub ziehe ich daher Länder vor, in denen eine stabile Situation ist, auch wenn es objektiv gefährlicher sein kann.
Gruß
Norbert